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Full text of "Die chroniken der fränkischen städte. Nürnberg .."

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40. PA /E 











m 


Die Chroniken 


der deutſcheu Städte 


vom 14. bis in's 16. Jahrhundert. 


Zweiter Band. 


AUF VERANLASSUNG HERAUSGEGEBEN 
UND MIT DURCH DIE 
UNTERSTÜTZUNG HISTORISCHE COMMISSION 
SEINER MAJESTAET BEI DER 
DES KÖNIGS VON BAYERN KÖNIGL. ACADEMIE DER 
MAXIMILIAN Il. WISSENSCHAFTEN. 








Leipzig, 
Berlag von ©. Hirzel. 
1864. 


Die Chroniken 
der fränkiſchen Städte. 


Nürnberg. 


Zweiter Band. 


AUF VERANLASSUNG HERAUSGEGEBEN 
UND MIT DURCH DIE 
UNTERSTÜTZUNG HISTORISCHE COMMISSION 
SEINER MAJESTAET BEIDER 
DES KÖNIGS VON BAYERN \ KÖNIGL. ACADEMIE DER 
MAXIMILIAN II. WISSENSCHAFTEN. 








Leipzig, 
Verlag von © Hirzel. 
1864. 


Druck von Breitkopf und SHärtel in Leipsig. 





Vorwort des Herausgebers. 


Die in dem vorliegenden zweiten Bande Nürnbergifcher Chronifen 
enthaltenen originalen Aufzeichnungen aus ber erjten Hälfte bis zur 
Mitte des 15. Jahrhunderts gehören jener Klaſſe hiſtoriſcher Schriften 
an, welche ich in ver Einleitung zum erften Bande (S. XXX f.) als 
Dentwürbigfeiten im weiteren Sinne bezeichnet habe. 

Das erfte Stüd von Endres Tucher, welches die Jahre 1421 
bis 1440 umfaßt, führt mit Recht ven Titel als Memorial’: e8 bringt 
burchaus nur Selbfterlebtes, öffentliche und perjönliche Angelegenheiten 
durcheinander, anders als wie in ber im erjten Bande abgebrudten 
Chronif aus K. Sigmund’s Zeit, welcher e8 vielfach zur Ergänzung bient. 

Der Zug nach Lichtenburg im I. 1444 fchilvert in lebendiger 
Erzählung ein einzelnes Ereigniß: den winterlichen Feldzug der Nürn- 
berger in Gemeinfchaft mit den NRotenburgern und Winpsheimern nach 
den Schlöffern einiger Raubritter des bayreutbifchen Oberlandes nahe 
bei ver thüringifchen Grenze. Der Bericht ift ficher aus erjter Quelle 
geſchöpft und nahezu gleichzeitig nievergefchrieben. Doch möchte ich nicht, 
wie in der Einleitung ©. 62 gejagt ift, mit Beftimmtheit behaupten, daß 
er von einem Augenzeugen verfaßt jei, und am wenigiten würbe ich an 
Erhard Schürftab, der als Mitgliev des Kriegsausſchuſſes und Kriegs- 
hauptmann babei war, venfen: denn ein Theilnehmer des Zugs hätte 
wohl weniger ftreng bie Form einer biftorifchen Erzählung eingehalten, 
und einem Manne wie Schürftab hätte e8 gewiß nicht angeftanden in 
der dritten Perſon von fich zu reden, wie das die fünftliche Weife anderer 
Zeiten gewejen ift. 


VI Vorwort. 


Wenn uns hier das Bild einer einzelnen ſtädtiſchen Fehde mit Meh— 
reren vom Adel vorgeführt wird, wie ſie in Veranlaſſung, Hergang und 
Abſchluß für viele andere als Beiſpiel dienen kann; ſo enthält nun die 
weiter folgende Beſchreibung des Markgrafenkriegs von 1449 
und 1450 die Geſchichte einer großen Begebenheit, welche ihrer eigent- 
lichen Bedeutung nach gleichfalls nichts anderes als eine Stadtfehde 
gegen die ‘Herren’ war, aber in ven weitesten Dimenfionen, die eine 
jolche überhaupt annehmen konnte. Der eigentliche "Rriegsbericht' hat 
in feiner höchft trodnen Aufzeichnung ver einzelnen Vorkommenheiten 
nach der Zeitfolge einen ganz officiellen Charakter und unterfcheibet fich 
in der Form der Darftellung durchaus nicht von den ihm angefchloffe- 
nen Ordnungen', welche ven Nachlommen überliefern follten, was 
alles von Seiten des Stadt- und Kriegsregiments, ſowohl vor dem 
Kriege ale während vesjelben, befohlen und beobachtet worden, fei e8 zum 
Zweck der Ausrüftung des Heeres oder der Vertheidigung und Verpfle- 
gung der Stabt oder ihrer polizeilichen Sicherheit; ferner was für Scha- 
den von dem Feinde angerichtet, welche Belohnungen ertheilt worden, 
endlich woran Mangel gewejen ift ober mas man überjehen hat, damit 
man in Zufunft ſich danach richten und wo möglich e& beifer machen 
möge. ' 

Kein Zweifel, daß alle dieſe Schriftftüce des gleichen amtlichen Ur- 
ſprungs find. Eine andere Frage aber ift, mit welchem Rechte man 
Erhard Schürftab als Verfafjer, entweder nur des Kriegsberichts 
oder auch der Ordnungen, genannt hat. Im einigen der beiten Hand— 
ſchriften findet fich fein Name auf vem Zitel, aber in einer Weiſe auf- 
geführt (f. die Einleitung 99 u. 108 f.), welche zweifelhaft läßt, ob man 
ihn für den Verfaſſer oder nur für den Sammler und Ordner bes 
Stoffs hat ausgeben wollen. Was nun die Abfaffung des Kriegsberichts 
betrifft, fo wiffen wir, daß der Rath zwei feiner Mitglieder mit ver Auf- 
zeichnung aller ‘ding die fich yegumt ergeen’ beauftragte (Einleitung 97), 
und unter diefen war E. Schürftab nicht. Er felbft nennt fich überall 
nur in der Meberjchrift einer einzigen Ordnung (Nr. 38) als denjenigen, 
welcher fie ausführte und zugleich abfaßte, weil nämlich die Ausführung 
des befohlenen und ihm übertragenen Cenſus der Einwohner und der 
Borräthe eben in der Aufzeichnung des dort mitgetheilten Ergebniſſes 
beftand. Wir haben biernach feinen guten Grund, E. Schürftab für ven 


Borwort. VII 


- 


Autor weder der Ordnungen, noch des Kriegsberichts, zu halten. Den- 
noch iſt ein perfönlicher Einfluß oder unmittelbarer Antheil von feiner 
Seite bei der uns vorliegenden Sammlung von Schriften über ven 
Markgrafentrieg nicht in Abrede zu nehmen. 

Aus jener officiellen, vermuthlich ziemlich formlojen Aufzeichnung 
nämlich, aller ding die fich yetzunt ergeen’, find zwei verfchievene Re- 
dactionen entjtanden, die ung in den Handfchriften vorliegen und die in 
unferer Ausgabe als Reihe A und B bezeichnet find. Nur die Hanp-- 
ichriften der erfteren Reihe enthalten vie vollftännige Sammlung, fowohl 
Rriegsbericht als Ordnungen, welche lettere jenem vorangehen; in ber 
Reihe B fehlen die Ordnungen. Nun fteht aber die Redaction A des 
Kriegsberichts offenbar in naher Beziehung zu E. Schürftab und feinem 
Geſchlecht. Nur in dieſer findet fich fein Name, ſowie der feines Vetters 
Erasmus bei einigen Auszügen, welche fie als Hauptleute anführten, in 
kurzen Zufägen nachgetragen (S. 148, 21; ©. 154, 14; ©. 194, 17); 
nur in dieſer ift ftatt des mit der übrigen Beſchreibung gleichartigen 
Berichts über das Pillenreuter Treffen over ven "Streit beim Weiher’ 
eine ausführliche, fehr warm und lebendig gejchriebene Schilderung des 
Vorgangs eingefchaltet, worin gerade ver Mitwirkung E. Schürftab's, 
als damaligen wortführenden Bürgermeifters und Kriegsanführers, durch 
Rede und That mit ganz bejonderen Ehren gedacht ift. Und eben dieſe 
Redaction wurde in der Schürftab’jchen Familie aufbewahrt und findet 
fich nebft den Kriegsordnungen in ein und derſelben Handſchrift mit 
mancherlei Hamiliennachrichten ver Schürftab und anderen biftorifchen 
Stüden verbunden (Einleitung S. 110 über A®). 

Demnach vürfen wir e8 als jehr wahrjcheinlich annehmen, daß 
E. Schürftab, ver feiner ganzen Stellung nach dazu anı beften befähigt 
war, die in der bezeichneten Hanpfchriftenreihe enthaltene Sammlung 
von Kriegsbericht und Ordnungen veranftaltete, ferner daß hier ver 
Kriegsbericht unter feinem Zuthnn die jener Reihe eigenthümliche Re— 
baction erfuhr. So wird e8 auch nur zu verftehen fein, wenn ihn einige 
von diefen Hanpfchriften als denjenigen nennen, ver das puch gemacht’ 
bat. Und dasſelbe will ver auf dem Titel unferer Ausgabe gewählte 
Ausprud: zuſammengebracht von E. Schürftab, befagen. 

Bon diejen drei Stüden, welche ven Hauptinhalt des vorliegenden 
Dandes ausmachen, find nur die beiden erften noch unebirt, das dritte 


VIII Vorwort. 


aber ſchon vor einigen Jahren von Herrn Archivconſervator Baader in 
Nürnberg unter vem Titel: Erhard Schürftab’8 Beſchreibung des erſten 
marfgräflichen Kriegs gegen Nürnberg, in ven Quellen zur bayrifchen 
und beutfchen Gefchichte Bo. 8 herausgegeben worven. 

In Bezug auf die Bearbeitung habe ich zu dem bereits in den Ein- 
leitungen ver Bearbeiter Gefagten vom Stanppunfte des Herausgebers 
nur Weniges hinzuzufügen, einiges Beſondere hervorzuheben. 

Bon dem Memorial des E. Tucher Tonnte ungeachtet aller Bemü- 
hung leider nur eine einzige Handſchrift in einer ſehr verporbenen Ab- 
Schrift ver Scheurl'ſchen Sammlung aufgefunden werden. Die prachliche 
und biltorifche Bearbeitung der Herren Dr. Lerer und Dr. v. Kern hat 
das Mögliche gethan, um ven Zert wieber herzuftellen und zum Ver⸗ 
ſtändniß zu bringen. Einzelne im Memorial berührte Ereigniffe, nament- 
(ich ver Antheil Nürnberg's an ven Feldzügen gegen die Huffiten in ven 
Jahren 1421 und 1427 und die Mebertragung ver Reichskleinodien nach 
Nürnberg im 3. 1424 find in den Beilagen aus andern archivalifchen 
Quellen urkundlich vargelegt. 

Ebenfo wurden dem Lichtenburger Zug, deſſen Text in ver Hanb- 
ichriftenreihe A der Schürſtab'ſchen Redaction vorlag, einige werthuolfe 
urkundliche Beilagen hinzugefügt, unter denen beſonders die vierte, welche 
vie Berichte des Kriegsausfchuffes über das Treiben ver Raubritter von 
Walvdenfels, ihrer Helfer und Diener im ganzen fränfifchen Lande, ferner 
die über feine eigne Thätigfeit in Beftellung von Rundfchaftern, Annahme 
von Söldnern u. |. w. enthält, für die Kenntniß der Zuſtände und Dert- 
lichfeiten wichtig ift. Die hiftorifche Bearbeitung ift von den Herren 
Dr. v. Weech und Dr. v. Kern ausgeführt, die Anmerkungen bes Ieß- 
teren find durch vie Ehiffre K. kenntlich gemacht. 


Bei der Tertesbearbeitung des Markgrafentriegs, welche man Herrn 
Dr. Lexer verdankt, wurde, wie in der Baader’fchen Epition, die Hand- 
ſchrift A des Nürnberger Archivs zu Grunde gelegt; daneben find aber 
auch die anderen Handjchriften dieſer Schürftab’fchen Rebaction, ſowie 
bie der Redaction B, forgfältig verglichen worden, wie das unter dem 
Text ftehende Variantenverzeichniß beweist, aus welchem auch das Ver⸗ 
hältniß beiver Redactionen zu einander fich deutlich erkennen läßt. Nur 
an ver Stelle, wo in der Rebaction A die vorhin erwähnte ausführliche 
Schilderung des Billenreuter Treffens eingefchaltet ift, jchien e8 um der 


Borwort. IX 


inneren Webereinftimmung des Ganzen willen paſſender, ven fürzeren, 
wenn auch weniger anziehenden Bericht aus der Peſter Handſchrift B in 
unjeren Text aufzunehmen, das eingefchaltete Stück hingegen mit anderen 
gleichzeitigen Berichten über dasſelbe Ereigniß in Beilage III. zufammen- 
zuſtellen. Denn für nahezu gleichzeitig iſt allerdings auch ver Bericht in 
A zu halten, da er jebenfalls vor Ende des Jahres 1453 nievergejchrie- 
ben fein muß (ſ. die Rote 1 zu ©, 489); doch meine ich darum nicht 
(mie e8 Dr. v. Weech Einleitung ©. 100 für wahrfcheinlich Hält), daß 
E. Schürftab felbft ihn verfaßt haben könnte, nicht bloß aus demſelben 
Grunde, ven ich ſchon bei dem Lichtenburger Zuge angeführt habe, weil 
biefer nicht von fich in ver dritten Perfon und am wenigften mit folcher 
Ruhmredigkeit und Abfichtfichkeit gefchrieben hätte, fondern auch deßhalb, 
weil das Schriftftüd eine Gewandtheit des Ausdrucks und eine drama⸗ 
tische Lebendigkeit der Darſtellung zeigt, wie man fie wohl einem Hans 
Mofenplüt, aber nicht einem Staatsmann und Kriegshauptmann jener 
Zeit zutrauen Tann. 

Bei der hiftorifchen Bearbeitung des Kriegsberichts haben fich Die 
Herren Dr. v. Weech und Dr. v. Kern in ähnlicher Weife, wie bei dem 
ssorhergehenden Stüd, betheiligt; dagegen gehört die ver Orbnungen dem 
Megteren allein an. Ein ſehr mmfängliches Material von gleichzeitigen 
Actenftüden ımb Relationen wurde von dem zuerjt genannten Mitar⸗ 
Keiter zu einer zuſammenfaſſenden Darftellung ver zwijchen Nürnberg 
and Markgraf Albrecht geführten Kriegs- und Frievensverhanblungen 
in Beilage I. benugt. Unter ven Actenftücden, welche dem Kriegsbericht 
ſelbſt in einem Theile ver Handſchriften beigegeben find, bot feines grö- 
Bere Schwierigkeit für die Behandlung dar, als das im Unterjchiede von 
dem Fleinen, im Kriegsbericht ftehenven, fogenannte große Abjageverzeich- 

niß der Fürften, Grafen, Herren und Ritter mit ihren Knechten. Es 
wäre jo gut wie nutlos geweſen, diefes lange ungeordnete Verzeichniß 
von nahezu 4000 häufig entjtellten Namen einfach abzudruden. Dr. 
v. Kern hat fich der ſchwierigen Aufgabe unterzogen, in dieſes Chaos 
Licht und Ordnung zu bringen. Beilage II. giebt eine überfichtliche Zu- 
fammenftellung der Feinde Nürnberg’3 nach lanpfchaftlichen Gruppen, in 
welchen fich neben den Fürften eine jehr große Zahl von deutſchen Adels⸗ 
familien vertreten findet, und ver hiftorifch-genealogijche Gewinn viefer 
Arbeit wird erjt recht nutzbar gemacht durch das alphabetifche Perfonen- 





x Vorwort. 


regifter am Schluß des Bandes, welches, wie zur Auffindung der Namen, 
zugleich zu deren Erklärung in moderner Schreibung dient. 

Einige andere urkundliche Stüce, welche ihrem Wortlaute nach mit- 
getheilt zu werben verbienten, haben in Beilage V. Aufnahme gefunden, 
welche, ebenjo wie Beilage III., von Dr. v. Kern bearbeitet iſt. Endlich 
habe ich in Beilage IV. von der Bevölkerungszahl und im Zufammen- 
hang damit von den Hanpwerferverhältniffen und ver Ausbildung ver 
Zunft und Meifterprivilegien in Nürnberg gehanvelt, woran fich, gleich- 
wie an bie im erften Bande von mir gegebenen Ausführungen über das 
Patriciat, über Stapthaushalt und Münze, fpätere Erörterungen über 
biefelben in anteren Städten wiederkehrenden Verhältniſſe werden an— 
fnüpfen laffen. Das Wenige, was ich zu diefem Bande noch über das 
Ichwierige Kapitel von der Münze hinzufügen wollte, findet man unter 
den Nachträgen. | 

Gloſſar und Regifter find, wie im erſten Bande, jenes von Dr. 
Lexer, diefes durch Dr. v. Kern angefertigt. 

Bei Entwerfung ver von dem Herrn Verleger ſehr jauber ausge- 
ftatteten Gebietsfarte bin ich durch einen anderen jüngeren Mit- 
arbeiter, Dr. Kerler aus Ulm, unterftügt worden. Die Grenzen ver. 
verſchiedenen Gebietstheile, jowie die vegellofe Schreibung der Orts⸗ 
namen find genau nach den Urkunten und originalen Texten der Zeit 
twiedergegeben; auch wurde auf die vamaligen, |päter durch Zurückdrän⸗ 
gung des Waldes, Austrodnung von Weihern veränderten Zerrainver- 
hältniffe thunlichſt Rüclficht genommen. — 


Erlangen, 30. September 1863. 


Profeſſor Dr. 8. Hegel. 


Inhaltsverzeichniß. 


Seite. 
Vorwort.......... V 

. Endres Tucher's Memorial, 1421 bis 1440. 
FERNE 
Memorial . en 9 

Beilagen. 
I. Der Feldzug gegen die Huffiten im Herbfte 1421. . . 33 
II. Die Uebertragung ber Rachetleinedien und aicceheltchimer nu 
Nürnberg im 3. 1424 . . . 42 
LIT. Feldzug gegen bie Huffiten im 3. 1427. nn. 46 
IV, Saifer Sigmund's Todtenfeier u Nümberg . . > 2 222.032 
IV. Der Zug nad Lihtenburg, 1444. 

Ein leitung ur nn. 87 
Der “ang für Lichtenburg' .... ;*' 
Urkundliche Beilagen...... . 69 


V. Nürnberg's Krieg gegen den Markgrafen Albrecht 
(Achilles) von Brandenburg, 1449 und 1450. Kriegs— 
beriht und Ordnungen, zufammengebradt von Erhard 


Schürſtab. 
Kriegsbericht. 
Ein leitinng......... . . 95 
handſchriften... .. . . 108 
Regiſter..... . . . . . 121 
Ein nd . . ..2123 
iegsereigniffe bes J. 1449 ....2137 
2 eöfereignife des J. nee. 192 


+7 


xu Inhaltsverzeichniß. 


Ordnungen. Seite. 
Vorwortttt2239 
Verzeichniß .. ....22441 
Von einer warnung vor dem trieg ...22343 
I. Heer⸗ und Krieggsweſenn. 2244 
I. Vertheidigungsanſtalten... ... 22270 
IH. Verpflegung der Stadt und des Heeres . een. 299 
IV. Kriegsſteuer und Kriegepoligei > > 2 nn ren. 33 
V. Kriegsgebrechen und Kriegsihäden . . 328 


VI. Allgemeine Anordnungen und Sorfommniffe während und nach Beenbi- 
gung des Kriegg. ..... 4337 


Die Kriegsanſtalten nah Reihe . 348 
Beilagen. 
J. Hiſtoriſche Darſtellung der Verhandlungen Iwiſchen Rasiert Albrecht 
und Nürmberg . . . 355 
O. Die Fürfterpartei im Stäbtetrieg . .. . ... 417 
III. Die Berichte über die Schlacht bei Pillenrent . .. 482 
IV. Ueber die Bevölkerungszahl und Sanbwerteroehätmif m mimden 
im 14. und 15. Jahrh. . . 500 


V. Urkundliche Beilagee. 4314 


Nachträgfäe.. 3531 
Sofa. 2 .... . 335 
Ralf een. DD 


IN. 


Andres ducher's 
Memor i a1 


1421 bis 1440. 


idtechroniken. II. 





Einleitung. 


„Memorial“ find die hier mitgetheilten Aufzeichnungen in ver ein- 
Zigen Handfchrift, welche fie aufbewahrt hat, betitelt. Ob ihnen dieſe 
Aufſchrift fchon von dem Verfaffer gegeben oder erft fpäter hinzugefügt 
Toourde, willen wir nicht. Unbevenflich aber konnten wir fie beibehalten, 
Da fie in völlig zutreffender Weife ven beſondern Charakter der Kleinen 
Spronif bezeichnet. 
Sie zeigt fich einerfeits mit Stromer, andererfeits mit der Chronif 
Dis 1434 (1441) verwandt, unterfcheidet fich aber von beiden theils nach 
x Hrer Anlage, theils in der Auswahl und Behandlungsweife des Stoffes. 
Schon in den Ausgangspunften weichen alle drei von einander ab: Tucher 
Lehnt jeine Mittheilungen weder an Nachrichten über feine Bamilie! oder 
Läber andere alte Gefchlechter ver Stadt an, noch fehieft er denſelben Hifto- 
xeifche Daten aus früheren Sahrhunderten voraus. Ihr Charakter wird 
Xvpeder durch eine beſondere Rüdfichtnahme auf des Chroniften eigene 
Deachlommen, noch durch den Hinblid auf einen größeren Lejerfreis be- 
Vtimmt. Und weiter berührt fich der Gefichtsfreis und die Art und Weife 
Der Darftellung zwar vielfach mit der erwähnten, viefelben Zeiten behan- 
welnvden, Chronik des 15. Jahrhunderts, aber durch das bejtimnite Her- 
wortreten ver Perfon des Verfaffers und zum Theil auch feiner Lebens— 
ſtellung ruft das Ganze doch wieder einen völlig andern Einprud beim 
Veſer hervor. Bon Ulmen Stromer’s Aufzeichnungen ımterfcheiden ſich 
wie Endres Tucher's äußerlich noch weiter durch die ziemlich ftreng durch— 
geführte annaliftiiche Anorpnung, und was den Inhalt und feine Wiever- 
gabe betrifft, zumächft durch das mehrinalige Einflechten perfönlicher 
1. Bon Borfällen in feiner Familie 1437 au; er notirt, was fonft vielfach erft 
merkt er nur den Tod feines Vaters (1425) der Anlaß zu weiteren Aufzeichnungen 


and die Abmwejenbeit feiner Söhne Endres wurde, feinen der Geburtätage feiner 
und Berthold während bes „Sterbs“ von Kinder. 


1 * 


4 IN. Endres Tucher. 


— 


Erlebniſſe und Angelegenheiten, auch wohl eines perſönlichen Urtheils", 
noch ungleich mehr aber durch ven ganz vorzüglich, ja beinahe ausſchließ— 
lich, auf die täglichen Ereignijfe und auf die innern Angelegenheiten ver 
Stadt gerichteten Blid. In letterer Hinficht verleiht es feiner Erzählung 
einen bejontern Werth, daß er mehr, als andere Chroniften, 3. B. auch 
ver Berfajjer ver Chronik bis 1434, daſſelbe thun, ven Verfügungen 
und Beſchlüſſen des Raths jein Augenmerk zugewandt hat. Wir werten 
jo wohl inne, daß ver Autor ven regierenden Kreifen ſelbſt nicht ferne 
jtand. Aber eine befonvers erhebliche Betheiligung an ver Leitung ver 
öffentlichen Angelegenheiten feiner Vaterſtadt, eine irgend einflußreiche 
Wirffamfeit nach diefer Seite bin dürfen wir nichtsveftoweniger bei 
ihm nicht vorausfegen. Endres Tucher gehörte nie dem (Fleineren; Rathe 
an?, fonvdern hat nur in der Verſammlung der Genannten dem großen 
Rathe) feine Stelle eingenommen ?. Ach bei feiner anderen Gelegenheit 
ift mir jein Name in ven amtlichen Documenten jener Zeit begegnet, und 
wir werben gewiß nicht fehl gehen, wenn wir annehmen: feiner Familie, 
der Verwaltung ſeines Befisthums und dem Handel fei fein Thun und 
Wirken vorzüglich gewidmet gewejen. Nur dieſem Kreife gehört das We- 
nige an, was er von perfönlichen Handlungen im Memorial berichtet *. 

Bloß ſpärliche Daten haben fich überhaupt in Bezug auf fein Leben 
erhalten. 

Enpres, ein Enfel von Berthold Tucher am Milchmarkt, einft dem 
einzigen Repräfentanten dieſes angefehenen Gefchlechts (vgl. Ulm. Stro- 
mer im 1. Bde. ver Nürnb. Chronifen S. 93, 17), wurde jenem Bater 
Hans Tucher als ver fünfte Sproffe aus feiner Ehe mit Anna Behaim 
im leßten Iahrzehnt des 14. Iahrhunverts geboven®. Im feiner Iugend 
ſandte ihn der Vater nach Venedig, wo damals junge Nürnberger jehr 
häufig ihre faufmännifche Ausbildung zu fuchen pflegten®. Im Jahre 


1. 3. 3. 1427 bei der Flucht vor 
Mies, 1430 bei der Einnahme Bayreuths 
durch die Hujfiten. 

2. Weder in den Stadtrechuungen, 
wo nad der Reihe ihrer Amtsführung 
alle Bürgermeifter eines Jahres ange— 
merkt wurden, und die flir Die Jahre 1419 
— 1441 vollftändig erhalten find Nbg. 
A. Jahresreg. II und IIL.), noch in den 
1454 angelegten volähligen Raths— 
liften, weldye uns in cod. 5052 der Bibl. 
d. german. Muf. vorliegen, wird fein 
Name genannt. Die Stelle des Memo— 
rials (3. 1424) über die Befichtigung der 
Reichsheiligthümer won Seite des Naths, 


bei der Endres Tucher zugegen war, kaun 
dent gegenüber nichts beweifen. Er bat 
wohl nur feinen Bater begleitet; oder 
wir haben den größeren Rath zu verite- 
ben, was übrigend der Ausdrucksweiſe 
jener Zeit nicht entjprechen würde (vgl. 
dein erften Band der Nürnb. Chroniken 
©. 136). 

3. Bgl. A. 3 auf der folg. Seite. 

4. Bol. Die Jj. 1421 u. 1437. 

5. Sein Geburtsjahr ift uns nidt 
befannt. Sein Bater (geb. 1368) ver- 
heiratete fih im 3. 1385, er jelbft, wie 
wir fogleich jehen werden, 1420. 

6. Für letzteres ſprechen verjchiedene 


Einleitung. 5 


1420 vermählte er fich mit Margarethe, ver erftgebornen Tochter Kon- 
rad Paumgartners!, eine Verbindung, die bei dem Reichthume und ber 
bald einflußreichen Stellung feines Schwiegervaters wohl auch für feine 
übrigen Xebensverhältniffe belangreich wurde. Er trat mit dieſem in Han- 
velsgenofjenichaft, wobei er fein fchon damals nicht unbeventendes Ver- - 
mögen? ohne Zweifel noch weiter vermehrte. In den großen Rath ver 
Stadt (unter die Genannten) wurde er am 5. Juni 1422 aufgenommen, 
un welche Zeit gerade fein Vater als älterer Bürgermeifter im Amte 
war. In feine Hände Teiftete er den Eid als Genannter. Nach deſſen 
Tode (1425) ging aber, wie ſchon erwähnt, vie übliche Betheiligung des 
Geſchlechts an den öffentlichen Gejchäften nicht auf ihn, ſondern auf feine 
beiden ältern Brüder Berthold und Hans über, die feit dieſer Zeit ab- 
mwechjelnd im Nathe jerjcheinen. Daß Enpres gleichwohl ein lebhaftes 
Intereſſe für die Zeitgefchichte bewahrte, beweiſen eben ‚die hier zu Tage 
geförderten Aufzeichnungen, welche er bis zu feinem Tode fortjeßte, ver 
ſchon am 13. Auguft 1440, als er noch im beten Mannesalter ftand, 
erfolgte?. Seine Frau war ihm bereits 1435 im Tode vorangegangen, 


Geſchlechtsaufzeichnungen jener Zeit. Auch 
unſer Endres fandte fpäter feinen gleich- 
mamigen Sohn nad) Venedig; vergl. das 
Memor. beim $. 1437. 

1. Konrad Paumgartner hat eine 
Aufzeichnung über die Geburts-, Hoch- 
Zeits- und Todestage feiner Kinder und 
Enkel hinterlaffen, die uns im Kollecta- 
zueenband H der v. Scheurl'ſchen Biblio- 
thek (Bl. 134—143), mit einigen |päteren 
Zuſätzen verſehen, erhalten iſt. Wie fich 
aus dent gleich näher anzuführenden Tu- 
cher'ſchen Geſchlechtsbuch (vorzüglid Bl. 
2ub) ergiebt, war er für bie Familie jei- 
ned Schwiegerfohnes bis zu feinem Tode 

(1464) eifrig bejorgt. 

2. Ueber fein Erbtheil vom Bater 
vgl. das Memorial beim 3. 1425. In 
den unten ©. 7. X. 3 angeführten Regeſten 
Zucher’fcher Urkunden wird (Nr. 147) ein 
Lehenbrief König Sigmund’s für die drei 
Brüder Berthold, Hans und Endres Tu- 
her d.d. 14. Juni 1426 nambaft gemacht, 
der fich auf ihr väterliches Erbe bezicht. 

3. Wir haben dieſe unferen "Autor 

und feine Abftammung betreffenden Da- 
ten dem Tucher'ſchen Geſchlechtsbuche ent- 
nommen, welches Dr. Chrift. Scheurl 
aus den zu feiner Zeit im Tucher'ſchen 
Archiv befindlichen Driginaldocumenten 
zuſammenſtellte und 1542 vollendete. In 
unjerem Falle verdient dafjelbe eine be— 


jondere Glaubwirdigfeit, da feine Anga- 
ben bier, wie ſich leicht erfennen läßt, zu- 
meift auf die zahlreichen (jetzt verlorenen) 
eigenhändigen Aufzeihnungen Hans Tu- 
cher’8 (ogl. das Memorial zu 1425, ©. 13, 
A. 8) gegründet find. Wir theilen des— 
halb die auch fonft intereffante Stelle über 
unferen Ehroniften ganz mit und entneh- 
men fie der älteften von den im Freib. 
von Tucher'ſchen Familienarchiv aufbe- 
wahrten Handichriften des Gejchlechtö- 
buches (Pergamenthdſchr. fol. maj. aus 
der Mitte des 16. Ih.): 

[Bl. 195 — 20°] Eudres (Cod.: En- . 
drefien), Hannſen Tuchers unnd Anna 
Behamin jühn am milchmard — bielt 
hochtzeitt mit jundfrauen Margrethen 
Bauıngartnerin an fant Kilianus ben 
achtten tag Julij 1420; ber preütt ver- 

ülter gürtel unnd gülden befftlein ge— 
unden 58 gülden, unnd die hochtzeitt 
kopff, mahelfingerlein, clayder, kürßner 
lotter anfing unnd kuchen gelt, babclaibt 
unnd zech zur hochtzeitt 177 gülden; darzu 
gab Hanns Tucher dieſem feinem fun ge- 
gen acht hundertt gulden hayrat guts 
taufenntgulden gegenſchatz unnd noch tau⸗ 
ſennt gülden an lehen güettern, hielt in 
ſampt weib unnd kindt bey zwayen jaren 
in der cöfit; das alles ſambt 150 gülden, 
die er zu Venedig koſt bett, rechnet er auff 


“2644 gulden; fegett in zu hauß Walbur- 


6 III. Enbres Tucher. 


nachdem fie ihm acht Kinder geboren hatte, von denen vier Söhne und 
zwei Töchter ven Vater überlebten. Die beiven leßteren traten als Non- 
nen in das Kloſter Pillenreut, von erfteren bat ver ältefte!, dem Bater 
gleichnamige, als Baumeiſter ver Stadt ein fchriftliches Denkmal der in- 
tereffanteften Art zur Gefchichte ihrer inneren Verwaltung hinterlaffen?. 

Das Memorial umfaßt gerade die Zeit von ver Verheiratung un- 
ſeres Autors bis zu feinem Tode: als bausgefeffener Bürger alfo und in 
ver kräftigſten Lebensperiode hat er es niedergeſchrieben — offenbar zu- 
nächjt nur mit ver Abficht die denkwürdigen Begebenheiten, veren unmittel- 
barer oder mittelbarer Zeuge er ſelbſt gewejen, dem Gedächtniſſe rege zu 
erhalten?. An einigen Stellen Jj. 1424, 1433, 1434, 1439 [1438]) 
bemerkt er ausprüdlich, daß er die betreffenden Ereigniffe over Gegen- 
ſtände jelbit gefehen habe. Und wir dürfen jagen, er bat fich faft aus- 
Ichließlich auf Selbfterlebtes bejchränft, Vorgänge, die außerhalb feiner 
Vaterſtadt (und ihrer Umgebung) ich ereigneten, nur dann berührt, wenn 
fie diefe mit betrafen. Mit um fo frifcheren Farben und um jo unmittel- 
barer jchilvert er uns ‘Dinge, wie die Vorfichtsmußregeln Nürnbergs zur 
Zeit der Hufjiteneinfülle, wie die Sreudenfeier, welche man nach Empfang 
der Nachricht von Sigmund's Kaiferfrönung in der Stabt veranftaltete, 
wie die verheerenden Wirkungen ver großen Seuche des I. 1437. Daß 
die Eintragungen fucceffive gejchahen, erhellt aus dem Charakter des Gan— 
zen, wie aus der beſonderen Senanigfeit einzelner Angaben*. Und in ge- 
wiſſem Sinne ſteht damit auch die Ungleichmäßigfeit in der Behandlung 
ber einzelnen Iahre? in Zufammenhang. 


gi8 1424, von dannen uber cin jar betoch 
er Niclauß Granetels hauß an fannt Egi- 
dien gaffen; bett domaln 52 gülden leib- 
Dinge auf Eger unnd in Conradten Krej- 
jen unnd feines jchwehers (Cod.: ſchwer— 
bes) Cunraden Pauntgarttners gejellichafft 
2000 gulden, ſambt bemelten Ichen güet- 
tern. er ſchwur den genannten aidt ſei— 
nem vattern alß dieſelben frag neben 
Hannfen Tetzeln burgermaiftern freittag 
in der pfingftwochenn 1422. gebar acht 
finder unnd ftarb ſunabenndt vor unnfer 
lieben frawen aufnehmung 1440; zu 
jannt Sebalbt bey feinen elttern begraben. 

Den Todestag giebt Übereinftimmend 
auch das ſpäter zu veröffentlichende Tu- 
her’iche Memorial von 1386— 1454, wie 
die Abjchrift, welche Chr. Scheuyl vom 
alten Todtenſchilde nehmen ließ (Collec- 
taneenbd. D der v. Scheurl'ſchen Bibt. 
Bl. 385b), während die heute noch in der 
Sebaldlirche befindliche. aus dem 17. 


Jahrh. ftammende Gedächtnißtafel Der 
Tucher irrig den Samftag nach Frauen 
Schiedung neunt. 

I. Diefe Angaben nad) der ©.5. 2. 1 
angeführten Aufzeichnung Konrad Baum- 
gartner's im Collectaneenband H der v. 
Scheurl'ſchen Bibl. Bl. 134—136. 

2. Endres Tuchers Baumeiſterbuch 
ber Stadt Nürnberg (1164— 1475). Mit 
einer Einleitung und ſachlichen Anmer- 
fungen von Dr. F. v. Weech, herausg. 
v. Dr. M. Lerer. Stuttgart 1862. (61 
Publ. d. Stuttg. liter. Vereins.) 

3. Vielleicht ſollte das Ganze dereinft 
einer Umarbeitung unterzogen werden, Die 
durch des Verfaſſers Tod verhindert wurde. 

4.3. 3. der Witterungsberichte, der 
Namensliſte zum 3. 1431, u. a. 

5. Zu den Jahren 1429, 1435 und 
1436 berichtet Endres nichts,“ äußerſt we- 
nig zu 1426 und 1432, bei weitem am 
meiften zu den Jahren 1428 und 1430. 


— 


Einleitumg. 7 


Wie die Juverläffigfeit und ver eigenthümliche Werth unjerer Ehro- 
mie in Verbindung fteht mit ihrer Entftehungsweife, jo liegt in dieſer wohl 
auch ein Grund ihrer überaus geringen Verbreitung. In feiner der ˖ſpä⸗ 
teren Chroniken iſt mir eine Spur ihrer Benutzung begegnet und bis auf 
ven heutigen Tag ift fie man darf fagen unbekannt geblieben. Nur Dr. 
Chriſtoph Scheurl hat fich bei Abfaffung feines Tucher'ſchen Geſchlechts⸗ 
Wuches ihrer bedient! und eine Abfchrift davon nehmen laſſen, welche ung, 
Da das Original verloren ging und eine andere Eopie ſich nirgend vor- 
fand, allein das werthvolle Stüd erhalten hat. Leider ift dieſe Abjchrift 
Bon ſehr mangelhafter Beichaffenheit. 

Sie findet ſich im Collectaneenband F ver v. Scheurl'ſchen Biblio— 
thek zu Nürnberg (Papierhanpfchrift aus ver erften Hälfte bes 16. Jahrh. 
in Fol.) auf BL. 39’—46°. Der Coder trägt den alten Holzband, mit 
gepreßtem Leder beinahe zur Hälfte überzogen, und auf dem erften Blatte 
die Injchrift: Fortes fortuna formidat. Christophorus Scheurl No- 
rieus. Er iſt mit einer alten Foliirung verfehen und von verjchtedenen 
Abjchreibern gefchrieben; zuweilen enthält er auch Eintragungen von 
Chrift. Scheurl’S eigener Hand”. Seinem. Inhalte nach bewahrt er bie 
verfchiedenartigften Aufzeichnungen zur Gejchichte vornehmlich des 14. 
und 15: Sahrhunderts, welche zumeist auf Nürnberg und die umliegenden 
Gegenden, nicht zum geringen Theile aber auch auf andere Länder, be- 
jonders auf Defterreich, Bezug haben. Mehrere Stüde betreffen das 
Tucher'ſche Gejchlecht und find dem Archive deſſelben in Abfchrift ent- 
nommen®. Darunter gehört gewiffermaßen auch unfer, Memorial. Wir 
dürfen annehmen, ver Schreiber habe das Autograph des Verfaſſers vor- 
liegen gehabt. Doppelt bevauerlich bleibt es, daß er — es war nach einer 


1. Bgl. oben S. 5. A. 3. Nur wenige 
Stellen ließen fich für jeinen Zweck ver- 
wertben, und ſolche — wie die Nachricht 


von dem aus Anlaß von Hans Tuchers 


— 


Big HAUSEN, erlafjenen Rathsgebot 
aben dann mittelbar auch eine wei- 
tere Verbreitung gefunden. 

2. Wie bei den meiften von Scheurl 
binterlaffenen Collectaneenbänben ſind 
auch bier die einzelnen Theile erft nach— 
dem fie gejchrieben waren zufammentge- 
bunden worden. Daraus erklärt fich, daß 
die Foliirung (es find 393 BL. gezählt) 
von BI. 83 auf BI. 187 überjpringt, ohne 
daß etwas aus Dem Kodex berausgejchnit- 
ten worden wäre. 

3. Bl. 4e— 126 Nachrichten über Tu- 
cher'ſche Jahrtage, von Berthold, dem 
zweiten Sohne unſeres Chroniften (geſt. 


1494) angelegt; Bl. 14«—39b und, nad)» 
dem die Abjchrift unſeres Memorials da- 
zwilchen geſtanden, BI. 48°:—58: Abjchrif- 
ten Zucher’fcher Urkunden (mit wenigen 
andern untermilcht) ; Bl. 5Sb--59b Verſe 
auf Berthold Tucher den Alten aus d. J. 
1474 , und endlih Bl. 61a — 83b: In⸗ 
ventarium der alten Tucheriſchen brief jo 
ber eltift Tucher pfligt in verwarung ze 
baben’: Regeſten wohl beinahe ſämmt— 
liher TZucher’jchen Urkunden vom Anfang 
des 14. bis ins vierte Sahrzehent Des 15. 
Jahrhunderts, nebſt einer ziemlich aus- 
führlihen Bejchreibung der im Gejchlechts- 
archive vorgefundenen Manufcripte, Die 
meift von Hans Tucher, Endres Vater, 
berrührten. Unfer Memorial wird dabei 
nicht aufgeführt, ebenfomwenig eine andere 
Aufzeihnung Endres Tuchers. 





8 IH. Endres Tucher. 


Demerkung auf DL. 35°, vor dem Beginne der von verfelben Hand ge- 
fchriebenen unmittelbar vorhergehenden Urkunde, Chrifiof Zunngl! — 
baffelbe an jehr vielen Stellen weder richtig verſtanden, noch Jorgfältig 
wiedergegeben hat. Obwohl die Handichrift im Ganzen deutlich und ziem- 
lich gleichmäßig erfcheint, wimmelt fie doch von Mißverjtänpniffen und 
bejonvers Namensentftellungen ver fchlimmften Art, unter denen nur einige 
nachträglich, indeß noch von ver erften Hand, corrigirt wurden. Häufig find 
ganze over halbe Säge, die offenbar zuerst aus Nachläffigfeit überfehen wa⸗ 
ren, am Rande over zwifchen ven Zeilen eingeſchoben?. Am größten enplich 
ift die Verwirrung in der Anordnung: einzelne Abjäge und Berichte zu 
ganzen Fahren, deren Zahlen oft wohl auch in ver Urfchrift nur über ven Text 
gejchrieben waren, find nicht felten an die falſche Stelle gefett und dadurch 
bald die richtige Zeitfolge, bald felbft ver äußere Zufammenhang geftört. 
Unter dieſen Umftänven mußte e& eine Hauptaufgabe der Bearbei- 
tung fein, die verderbten Stellen des Textes zu verbeffern und, wo e8 
nöthig war, die einzelnen Abjäge ven richtigen Jahren zuzumweifen. Beides 
fonnte oft nur durch eine genaue Vergleichung mit anderen gleichzeitigen 
Documenten erzielt werden und wurde bloß dann zur Ausführung ge- 
bracht, wenn nach gepflogener Nachforfchung fein Zweifel weiter in ver 
Sache beftand. Das hiebei zu Rathe gezogene ungedruckte Material — 
und auf folches zumeift fam e8 an — wurde in ver Hauptfache venfelben 
Duellen entnommen, welche wir bei Bearbeitung ver Chronik bis 1434 
(1441) benugt und in ver Einleitung zu deren Ausgabe im Allgemeinen 
namhaft gemacht haben. Jede einzelne Beweisitelle ift in ven Noten an- 
geführt und dort auch das Nöthige und Wünfchenswerthe zur Erläute- 
rung, namentlich der localen Beziehungen beigebracht. In Beilage I und 
II wird im Anſchluß an die betreffenden Stellen des Memorials und die 
beiden erzählenden Berichte der Stadtrechnung etwas ausführlicher über 
bie Huflitenfelozüge der Jj. 1421 und 1427 gehandelt. Nach ver ſprach— 
lichen Seite wurde der Text von Dr. Lexer bearbeitet und verbeffert, 
- die nöthigen Änderungen? in ver oft fehr verwirrten Conftruction unter 
beiverfeitiger Uebereinftimmung vorgenommen. So vürfte e8, hoffen wir, 
gelungen fein, die intereffante Aufzeichnung für die hiftorifche Forſchung 
nußbar zu machen. 
Dr. Theodor dv, Kern. 
1. Als Zeitpunkt der Abſchriftnahme 3. Die Lefung der Handichrift findet 
ift dabei das 3. 1531 genannt. fi) bei allen Aenderungen unter dem 
2. Die wenigen Randbemerfungen Terte und zwar, da fonft feine Handfchrift 


von Chriftoph Scheurl's Hand find bloße vorlag, ohne weitere Bezeichnung. 
Snhaltsangaben. 


Abſchrift eins memorial oder handbüchleins, 
jo Endres Tucher, Margreten BPaumgartnerin hauswirt 
gehalten bat. 


1421. 
[81.39 Item da man zalt 1421 jar va zugen die von Nurmberg aus auf 


die Huffen zu Peham am pfingtag vor fant Diling tag"; ver Peter Vol⸗28. Aus. 


damer was haubtman und zwen ritter?. do zoch Bertolt Haller und Hans 
von Locham und Trank Rumel auch gen das her. der Sebalt Pfinting 
was burgemeifter?, ver gab dem Peter Voldamer das ftatpaner in fein 
bant vor dem rothaus. und fie waren außen zwei monet. 

Item veffelbigen jars, do man zalt 21 jar kauft ich 52 gulven leib- 
gedings von den von Eger, ie ein gulden] umb 9 gulven, halb auf Micha: 


helis, halb auf Walburgis. 


1422. 


Anno domini 1422 jur da was ein Fampf zu Zurt* am mittwoch vor 


dem balmtag. mein herr marggraff? faß am rechten und gros vold fach 1. Apr. 


zu. zum erften grus do [ftach der] burger einer ven andern zu tot; der 


7. ‘ver Peter — ritter” ift zwifchen Nurmberg aus’ u. "auf die Huflen’ eingefchoben. 
Sebalt über ausgeftrich. Pertolt. 


Bertolt. 8. bin das herr. 


halb auf Walburgis folgt nach: VILIIgulven. 
Terte (nach ver Jahrzahl) vurchftrichenen : auf Nicolaus. 


vold fag zu erftenn gruß. 


1. Das Datum ift unrichtig, denn 
der Auszug erfolgte ſchon am 22. Aug., 
wie fih aus dem umter Beilage I mitge- 
teilten amtlichen Berichte über dieſen 
Zug ergiebt. Auch liegt bereits vom 26. 
Auguft ein NRathefchreiben an Peter Bol- 
famer vor, worin felber unter Anderem 
aufgefordert wird, baldmöglichſt Nachricht 
über den Stand der Dinge (‘alle gelegen- 
Kit) zu geben. Vgl. die eben angeführte 

eilage. 


2. Wigelois und Wilhelm von Wolf- 


do zu 
12. do man zalt 21 jar 
halb auf Michahelis am Rande, ftatt vem im 
15. von dem. 17. vold — gruß: 


ftein. Vgl. Nürnberger Chron. bis 1434 
(1441) beim 3. 1421 (®b. I. ©. 370). 

3. Sebald Pfinking und Hans Ort- 
lieb waren am 13. Aug. ins Amt ge- 
treten. (Anfang und Ende jeder „Frage“ 
find in den Brief- und Rechnnungsbüchern 
angemerkt.) Erfterer wird deshalb bier 
allein genannt, weil er der ältere Bürger- 
meifter war. 

4. Fürth. 

5. Entweder Kurfürft Friedrich jelbft 
oder jein ältefter Sohn Johann. 


or 


10 


bies einer ver Steiner, der lag ob, der ander ver Hubner!. 


wol 250 pferd?. 


II. Endres Tucher. 


umb die ſtat 


ſBl. 10)) Do man zalt 1422 jar va kam unſer herr der konig und die foni- 


gin. an unfer frawen wurtzweich abent? do fang der carvinal? die mes;ı..2 


ber konig hort die meſs und 6 churfurften. herkog von Ojfterreich” ver 
ſtach umb 64 gulden ung. mit herkog Cunrat, der verlos mit einem rei- 
ten. die ftat fchendet ven Fonig 800 gulven® und ver fonigin 40V gulven 
und dem Porro, vem fonigs nar, 32 gulvden. man wachet in 4 heufern 
in der ftat und zu nachts auf dem rothaus”. 

Do hernad) ften die furften mit namen: zum] erften ver fonig, und 
ber von Mein, und der von Trier, und ber von Koln, pfalggraff pei 
Rein, und herkog von Sachjen, und margraff von Brandenburg, 2 mar- 


1. er hies einer.. 
eorrig. 4. abent burkmweach. 


Das gleichzeitige Protokoll dieſes 
Kampfgeriäte findet fih abgebrudt "in 
Jung, Miscellanea I, 193, 194. 
17. December 1421 hatte Georg Steiner 
(zu Nürnberg) vor bem Landgericht des 
Burggrafthung © ein kempflich flrbot ge- 
nommen’. Er beflagte den Hubner, daß er 
‘einen wagenman zwilchen der Neuen- 
ftatt und Wien, bei Baden beraubt’ und 
ihm ‘pferd und barichafft auf des reiche 
jtraffen’ genommen habe. 

2. Der Sinn biejes letten offenbar 
jehr verderbt überlieferten Satzes läßt ſich 
ſchwer erkennen. 

3. Auf des Königs Ankunft iſt dieſes 
Datum nicht mehr zu beziehen. Deun 
Sigmund und feine Gemahlin trafen be- 
veit8 am 26. Juli (“am ſuntag nad) Ja— 
cobi’) in Nürnberg ein, wie ſich aus der 
Stadtrechnung Jahresregiſt I, Bl. 1686) 
ergiebt. Für den 28. Juli iſt ſeine An— 
weſenheit in der Stadt auch urkundlich 
bezeugt: Aſchbach, Geſch. Sigm. III. im 
Itinerar. 

4. Kardinal Branda. Vgl. Raynald., 
ann. ecel. XVIIL, 5 18 u. 20, befonders 
an leßterem Orte das Schreiben an den 
Erzbilchef von Bejancon. 

5. Herzog Ernſt. (Vgl. Winde b. 
Menden, Sp. 1156.) In der Stadtrech⸗ 
nung werden (unter ber Rubrik Kuͤnigs 
ſchenck'): 57 guld. und 15% hllr umb ein 
par vergulter köpff obeinander, damit die 
purger erten und ſchanckten hertzog Ern— 
ſten von Ofterreich’ — der vorher nicht da 
gewejen — verrechnet. (Sahresregift. II, 


2. Hier ftehen die unverftinplichen Worte: *belaides name. 
6. Statt ung koͤnnte auch ring gelefen werven. 8. ven E.nar. 


Am: 


ii; © aus ij 


BL. 1698.) — Ueber Herzog Konrad vgl. 
©. 11,9. 2. 

6. Sn der Stadtrechnung Jahresreg. 
II, Bl. 168): 800 guld. landswerung, 
wann er vormals nicht mer bie was ge- 
wejen nach dem al® man im des erften 
gehuldet het und in bie ein bet gelafzen’ 
im 3. 1414). Außer den in umjerer 
Chronik aufgeführten Geldgeſchenken wer⸗ 
den in der Stadtrechnung noch viele an- 
dere erwähnt, welche man an Sigmunds 
Begleiter verabreichte. Alle ftehen fie dort 
unter der Rubrik Kuͤnigs chend’ ; wo— 
gegen fich Die gerwöhnlichen Ehrengaben 
an Wein im Schenfbuche verzeichnet 
finden. 

7. Der Rechnungsbericht Über bie 
Auslagen, welche die Abhaltung des 
Reichstags der Stadt Nürnberg verur- 
jachte, läßt auch die getroffenen Anftalten 
im Einzelnen erkennen: 

Es iſt czu wiflen, als unfer berre der 
römiſch künig Sigmund und unfer fraw 
die küniginn und auch die ſechs Furfürften 
und ander fürften herren und ftete umb 
Jacobi berfomen und bey newn mochen 
hie waren, daz die büte foftet auf allen 
türnen unp unter allen torn und die hüt 
in vier heüͤſern umb wein und brot, daz 
man ben wepnern geben bet, und aud 
den wepnern des nachtes auf dem hawſe 
für koſtt, den, die die nachtwache geha en 
beten, und den czu liebung, Die ire heuͤſer 
ben wepnern geliben beten ; und umb mal- 
mafy und ander wei, den man unfjerm 


‘herren dem künige und den fürften auf 


1422. 1423. 1 


graffen von Meichfen?, herkog von Ofterreich, herkog Rupolt, herkog 
Cunrat?, marggraffen von Baden ?; dy bifchove: biſchof von Wirkburg, 
bifchof von Bamberg, bifchof von Speier, bifchof von Regenspurg*. 


1423. 


Idttem es was als ein Falter winter, do man zalt von Chrifti gepurt 
1423 jar vor fasnacht, das die Pegnitz in einer nacht uberfros; es wer zu, 
einer daruber gangen pei ven parfußen. 

An dem ofterabent do man zult 1423 jar do kam ziwifchen dem gar-3. Aprit. 
aus und einer ur das groft weter, und thonner und plißen, an fant Am— 
broſius obent, der do was am ofterobent; und fchlug ven tag 13 ur, und 


was nit hats, 


Item do man zalt 1423 jar zwifchen oftern und pfingften do molet 


man das rothaus hinten und vorn®. 


2. dy biſchove — Negenspurg am Rande. 
Rande. 
Jahren 1421 und 1422. 


dem hawſe, und auch den fteten, im den 
clöftern, und daz man den turnern und 
ftatfnechten zu liebung geben het, und fuft 
einteil cleiner fache, Die Darauf gegangen 
waren: 1030 #2. und 314 ß hllr. und bey 
der rechnung ift geweſen von des rats we⸗ 
gen her Erhart Schürftab und her Sebolt 
Pfinging. Actum feria 6% ante Michae- 
1i8 (25. September) anno 1422’. 

(Sabhresregift. II. BI. 1482.) 

1. Eberh. Winded (a. a. O. Sp. 1156) 
nennt nur den Markgrafen Friederich. 
Daß aber aud) Markgraf Wilhelm zuge- 
gen war, wird durch das ftäbtifche Schenk— 
buch (Nbg. A. Nr. 190, Bl. 5b) ausdrück⸗ 
lich bezeugt. 

2. Im Schenkbuche heißt crfterer 
Rumpolt', der zweite erjcheint als‘bertog 
Cunrad von PBolan’. Beide find ohne 
Zweifel identisch mit Windeck's (a. a. O. 
Sp. 1156) ‘herzog Reinpolt und herzog 
Kenntner aus der Sleſien' — jomit Her- 
30g (Heinrich) Rumpold von Glogau (geft. 
1423; vgl. Herınan Korner ap. Eccard 
DI, 1255) und Herzog: Konrad Kanthner 
bon Delß. 

3. Eberh. Winded a. a. O.: Mark⸗ 
graf Bernhard von Baden. Auch i im oben 
citirten Schenfbuche wird nur Ein Mark— 
graf von Baden erwähnt. (Indeß konnte 


Markgraf Bernhard von keinem 15jähri- - 


gen Sohne Jakob begleitet fein.) 


8. zwifchen : zu wiflen. 
11. An dem ofterabent — was nit hais: dieſer Abſatz fteht BL. 39 b zwifchen ven 


10. der do — obent am 


4. Schon eine Bergleihung mit Eber- 
bard Windel (b. Mend. K. 107) zeigt, 
daß die Kifte der auf dieſem großen und 
berühmten Reichdtage anwefenden Für- 
ften bier nicht vollftändig gegeben ift. 

5. Ueber die Stunbeneintheilung vgl. 
Bd. I der Nürnb. Ehronifen ©. 365, 
U.2. Nach dem Kalender in Endres Tu- 
cher's Baumeiſterbuch (herausgegeben von 
Lexer) ©. 22 u. 23 zähle man im 15. 
Yahrh. von 27. März bis zum 20. April 
13 Stunden für den Tag. 

6. Die Koften davon finden fich im 
Auguft diefes Jahres in der Stabtredy- 
nung verrechnet: It. dedim. 150 guld. 
new meifter Berchtolten moler von beim 
rothaws czu Malen aufzen binden, vor- 
nen, weben und unter dem rotbanfe von 
czwein ftuben, und von rothawſe yn— 
nen von dem gemelde czu bejjern, 
day man im gab fir fein malen und ar- 
beit, die er daran getan het, über alle andre 
arbeit, bie der paumeifter auch daran ge- 
tan bet. unum pro 1 74. 1 R und 8 hilr. 
Summa in haltenfibus 100 und 62', €. 
bllr. r{ecepit) per je’. Und bald darauf: 
‘It. ded. 4 guld. new des meifter Berch- 


tolds maler fünen und knechten ezu trink⸗ 


Summa 


Jah⸗ 


gelt. unum pro I 42. 15 Shilr. 
in hallenſibus 4 Al. 2 und 8 hr.’ 
resreg. II, Bl. 





u 


1424. 1425. 13 


das ift weis '; keiſers Karls fchwert, fein zwen |poren, fein apfel, fein zep- 
ter?, fein rod, fein mantel, fein abetum?, fein Eron, fein kapen*, 3 feiner 
gürtel, fein hofen?, fein Schuch; ſant Moriten fchwert, ein zepter, ein apfel, 
ein knopf von ver geifel daran fant-Iohanns zon®, und ein gros Freut, 
do die merckliche ftüc ir behaltnus inen haben”. 


1425. 
Do man zalt 1425 jar da ftarb mein vater? an jant Mertens tag,ıı.Nov. 
und fein grebnus und verſchicken ber. a1") auf Das land und in der tat koſt 


1. Rarlers. 4. nach "geifel’ in ver Hofchr. ein v, vielleicht = und? 


freug unveutlich 


corrigirt. 5. in behaltung, das g in 8 corrigirt. 7. ftrab, 


1. Bol. die Bejchreibung deffelben bei 
Murr, Merkwürdigkeiten 2. a ©.310. 

2. Nur in der päbftl. Beftätigungs- 
bulle (a. a. DO.) wird das Scepter Karl 
d. Gr. zugejchrieben. Sonſt ift bloß von 
2 föniglicen Sceptern die Rede, deren 
zweites Endres weiter unten nennt. _ 

3. Wahrſcheinlich ift unter „Rod“ 
eine von ben dialmatica der angeführten 
Urkunden 8. Sigmund’3 zu verftehen; 
„Mantel“ (das Pluviale) ift dort mit 
‘fappen’ wiedergegeben, und bei 'abetum' 
werden wir wohl an die Alba denken milj- 
ſen. Bgl. die Beichreibung der Reichs— 
Heinodien bei Murr, Sournal XV, 201 ff., 
219 ff., 238 ff. 

4. ‘Kapen’ kann hier nicht wohl dem 
gleichen in der worig. Anm. citirten Aus—⸗ 
drude in den Uebergabsurkunden entjpre= 
chen. Es ift an diefer Stelle ohne Zweifel 
die “rote gugel’ jener Urfunden gemeint. 

5. Die Strümpfe. Vgl. Murr a. a. 
O. S. 339. 

6. In den Uebergabsurkunden Sig- 
mund’ heißt e8 nur: “item ſant Johan⸗ 
nis des tewffer czande in einer Kleiner 
criftalleiner monftrantia mit veinem golte 
vmgeben' —; in der Bulle P. Martin V: 
— dens unus beati Johannis Baptiste. 

1. Bgl. Murr, Journal XVI, 313f. 

8. Hans Tucher, ein Sohn Berthold 
Tucher’8 am Milchmarkt (vgl. Ulm. Stro- 


mer, Bd. I d. Nbg. Ehr., ©. 93.), war - 


zufolge dem Tucher'ſchen Gejchlechtöbuche 
(dgl. Einleit. S.5, X. 3) im. 1368 gebo- 
ren. Seit 1390 finden wir ihn im Rathe, 
1396 (nicht erft 1402) erfcheint er als Xo- 
junger, was er bis an das Ende jeines 
Yebens blieb (Diefe Daten ergeben fich aus 
den Stadtrechnungen, Sahresreg. Tu. II). 


Als einen der drei oberften Hauptleute 
haben wir ihn auch jchon oben beim 9. 
1424 fennen gelernt. - Um dieſelbe Zeit 
wird er im 'gleichzeitigen Aemterbuche 
(Nr. 2 im Nbg. A. — die vorbergehen- 
den aus diefem Jahrhundert fehlen) als 
Sigler aufgeführt. 1415 empfleng er (auf 
Bitte des Raths) von K. Sigmund die 
Belehbnung mit dem Bann über das Ge- 
richt zu Nürnberg. (Urf. d.d. 22. Jänn. 
1415. Hist. dipl. Nor. p. 552. — vgl. 
über die Bedeutung dieſes Actes Chr. 3. 
F. v. Stromer’s Geſch. des Reichsſchult— 
heißenamts zu Nürnb. ©. 40 und Bd. I 
der Nürnb. Chroniken ©. XXD u. ©. 
195, 28.) Die ungewöhnlich große Zahl 
zumeift die Vermögensverwaltung betref- 
fender Aufzeichnungen, welche die in un- 
jerent Coder enthaltene Negiftratur des 
Tucher'ſchen Archivs (vgl. Einleit. ©. 7. 
A.3) als von der Hand Diejes Hans Tu- 
cher gejchrieben bezeichnet, Laffen auf eine - 
ſtrenge Ordnung feines Haushalts jchlie- 
Ben. Dieje Bücher, welche er meiftens mit 
dem Samilienwappen und dem Spruce: 
Got fug es zum peften und ein gut ent 
zu dem letzten’ zierte, haben, wie fich aus 


- Ihrer Beichreibung entnehmen läßt und 


wie e8 dem Sinne der Zeit entiprach, 
manches Iutereffante auch für verfchie- 
bene andere Seiten bes ſtädtiſchen Lebens 
dargeboten und bleibt ihr Verluſt jehr zu 
beflagen. (Was in der: Summariichen 
Debuction von dem Altertbum, Thur- 
nier-, Nitter- und Stifftsmäßigfeit,- auch 
Reichsimmedietät des Gejchlechts der Tu- 
her :c. Schwabach, 1764, ©. 109,136, 
171 über Hans Tucher mitgetheilt wird, 
ift vorzüglich dem von Scheurl verfaßten 


Geichlechtsbuche entnommen.) 





1 


or 


© 


14 


II. Endres Tucher. 


ſiben und treiſig!, und zu geben auf dem land in manchen pfarren und 
firchen und ver famat und alles zu einander gerechent Hein und groß, 


wenig und vil — 


Er hat mir geſchickt ein driteil an dem haus und an dem garten an 


dem Treiperg? zu und her geleich?. 


Item zu dem erſten mal darnoch als er tot was do tet man ein pot, 
das niemant kein ſamat und kein gulden tuch noch kein ſeiden tuch ſolt 


uber tecken bei 50 gulden, 1425. 


Das ander pot was, das niemant fein offen mantel neben folt tragen 
[? mit] offen fchlig, weder medren noch fuchfen noch lemeren nad dem 


pot*. 


2. gerechen. 4. mit gejchid. 


5. vnd herr. 


10. weber aus leder corrig. nach ven. 


11. Item zu dem erften mal — nach dem pot’ fleht in der Hoſchr. vor ven beiden legten Ab⸗ 


fäßen am Anfang des 3. 1425 (BI. 40 b). 


1. Wahricheinlich ſoll e8 heißen: zum 
fibenten und treifigften’. — Am fiebenten 
und breißigften Zage nach dem Tode 
wurde das Andenken des Berftorbenen 
mit kirchlichen Berrichtungen beſonders 
gefeiert. Die Koftenfumme für alle vom 
Chroniften aufgeführten Auslagen kann 
die fragliche Zahl keinenfalls darſtellen: 
fie erſcheint hiefür viel zu gering; waren 
doch nach dem Auszuge von Hans Tu- 
cher's Teftament im Tucher'ſchen Ge- 
Ichlechtsbuche fir das grünfammtne Bahr- 

tuch allein 140 fl. ausgeſetzt worden (vgl. 
dazu die folgende Anm. 4). — Bei dem 
verſchicken auf Das land und in ber ftat’ 
haben wir ohne Zweifel an die Stiftun- 


gen fir den Jahrtag des Verftorbenen zur 


denken. 

2. Indem Tucher'ſchen Geſchlechts⸗ 
buche wird offenbar nach einer der oben 
erwähnten Aufzeichnungen Hans Tucher's 
ſelbſt bemerkt, daß er und ſein Bruder 
Sebald die Häufer, Weiher, Mauern, 
Städel und Lauben 'am Treyberg bey 
dem Hirſchlbrunnen gegen Erharten 
Schurſtabs garten’ gebant, erneuert und 
verbeffert hätten. Es diirfte wohl feinem 
Zmeifel unterliegen, daß bier daſſelbe Be- 
ſitzthum gemeint ift, auf welchen ſpäter 
das durch feine Bauart berühmt gewor- 
dene Tucher'ſche Haus in der Hirichelgaffe 
(S. 1304.) entſtanden ift. 

3. Die letter Worte follen bejagen, 
daß alle prei Söhne gleiche Theile erbiel- 
ten. Sämmtliches Vermögen des Hans 
Tucher (guter, zins, leibding auf dem 
lant und in der ſtat') betrug nach einem 


im April 1424 ¶gemachten Ueberſchlage an 
Geld (mer) ) 20406 fl. 3 Ort, den Gulden 
zu Fer . alt und 1 Pfen. gerechnet 
(“als er die zeit golten hat’). Der Ertrag 
dieſes Vermögens beftand um bie angege- 
bene Zeit in 1081 fl. rhein., wovon Hans 
feinem Bruder Sebald Tucher 72 fl. als 
Leibgeding jährlich zu verabreichen hatte. 
(Regift. d. Tuch. Arch. BL. 820; vgl. ©.13, 
A. 8.) No im März 1425 hatte der Ba- 
ter —F berechnet: was ſeins jung Eln⸗ 
dres) Tucher vermugen ſey und was er 
die zeit in des Pawmgartner 8 geſelſchafft 
gehabt hot’ —; es ergab ſich eine Summe 
von 4008 '/, fl. | (ohne hausrat, trindfaß’) 
(a. a. O. Bl. 82b). — Hans Tucher te- 
ftirte mehrmals, Derſt im Jahre 1389, 
zuletzt am 31. Auguſt 1423 (a. Regiſt. Nr. 
82 u. 144), wobei er nad Angabe des 


Tucher' ſchen Geſchlechtsbuchs die — 


güter, welche ſeine Söhne empfangen hat— 
ten, ‚gegenteitin ausglich. 

Wir ſtellen bie beiden Rathögebote, 
welche in der Handſchrift fonderbarer Weile 
wor der Nachricht vom Tode des Hans 
Tucher zu Stehen kommen, bieher, wie c& 
ſchon der Sinn erfordert; außerdem bringt 
auch Das Tucher'ſche Geſchlechtsbuch und 
ihm folgend Müllner in ſeinen Annalen 


(aus dieſem wieder gaben Neuere bie 


Nachricht, vgl. 3. B. Journal von und 
für Dentihland, Jahrg. 1784. Br. 5. 
©. 501) das erfte derjelben in unmittel- 
bare Berbinbun mit dem Leichenbegäng- 
niß des Hans Tucher. Der bei dieſem 
entfaltete Pomp follte für Fünftige Fälle 
verhindert werden. Webrigens fällt das 


1 


14251427. 15 
1426. 

Do man zalt 1426 jar do wart als vil weins in Franden, das man 
in nicht alle ab wolt [mocht?] loßen. bie in der ftat gab man ein eimer 
meins umb 3 grofchen und umb 5 grofchen, und füllet eim ein fas umb 
das ander. 

1427. 
. Steam do man zalt von Chrifti gepurt 1427 jar do verfauft ver mar- 
graff von Brandenburg die feften und das gericht und die freiung und 
ven walt und den zol, den er hie unter allen thoren hat gehabt, und Buch 
und Schnepfenreut, Hoffleins und Snigling und Wert und das zeidel 


gericht zu Feucht‘. 


Item am nechften freitag nach ſant Veitz tag da fom ein weter umb2o. Sun. 


Wirkburg und ein gros wint, das e8 alle fenfter in Wirgburg derſchlug 
und] auf unfer frawen perg [in] ven turn fchlug. es fürt au der Eifch 
zu Taſchpach? des Foitz fun uber die Eiſch; er was uber 20 jar alt. es 
fiellen ftein als die aier, die Heinften waren als die welifch nus. man 


fant auf dem feld leut und fich tot. 


Item mein herr margraff von Brandenburg und bifchoff von 


2. man im. 3. geb man. 4. grofchen (YE) an beiven Stellen über ausgeftrichenes: gulden 


gefchrieben. 
12. weder. 
fchrieben. 


erfte und fomit auch das zweite Gebot in 
den Anfang des I. 1426: wir laffen je- 
nes, welches in den von J. Baader her- 
ausgeg. Nürnb. Polizeiordnungen fehlt, 
hier dem Wortlaute nach folgen: 

Bon den leüchtüchern. 

Unnfer berrenn vom rat haben bedacht 
die groſſen koſtlichkeyt, bie fich mit leüch— 
tüchern hie erhaben und gemert hette und 
noch uberflüffiger möcht worden fein, und 
haben darumb got zu lobe, den felen zü 
troft und unpilliche uberfliiffigteit und hof⸗ 
fart züvermehben gefeßt und gepieten 
efnftlichen, Das nt furbaß weder manns 
noh frawen namen bie auff fein leyhe 
noch pare nicht anders legen ſullen denn 
eins gemeynen ſlechten wullin tůchs ſwartz 
oder grae; und wer Das uberfur oder finft 
teinerley ander newikeyt Damit fünde, ber 
müft 50 gulbein auff das hauß verfallen 
fein und geben, die man on gnade nenten 
wil. 

Actum feria fecunda ante 

Anthony (15. Jänner) anno 2c. 26. 
(Nürnb. Arch. Nr. 565. Pergament- 
handſchrift des 15. Jahrh., ——— 


17. auch dem. ficht. 


5. Die Stelle zu 1426 ſteht in der Hoſchr. nach den zwei erſten Abſätzen zu 1427. 
18. Brandenburg über ausgeſtrichenes Bamberg ge⸗ 


aus dieſer Zeit enthaltend. Die Stelle 
ſinde ſich in der (defecten) Handſ Ihrift a auf 
Bl. 41. Das Datum ift, wie Dies öfter 
im Coder vorkömmt, mit Eurfiofchrift 
jpäter nachgetragen.) --- Beim zweiten Ge- 
Bote, das ich in dieſer Form fonft nicht 
finden kann, bat Ehrift. Scheurl an den 
Hand unſeres Codex bemerkt: di ſchlitz 
prem verpoten’. Nach dem Wortlaute des 
Tertes möchte Übrigens eine Beziehung 
auf veicyenbegängnifie feftzuhalten fein. 

1. Bgl. die drei markgräflichen Ur— 
kunden vom 27. Juni 1427 und die Be- 
ftätigungsbriefe 8. Sigmund’s vom 31. 
DOftbr., 3. u. 10. Novbr. deffelben Jah— 
res in ber Hist. dipl. Norimb. p. 570, 
571, 579, 584, 586, 582 u. 588. — 
Buch, Höffes un Schnepfenreut find 
Dörfer ungefähr eine Stunde nordweſt— 
lid) von Nürnberg, Schniegling liegt an 
ber Pegnitz zwiſchen Nürnberg und Fürth, 
Wöhrd an der öftlichen Seite der Stadt. 
Fruqt im Süden des Lorenzer Waldes, 
iſt (gegen Südoſten) drei Stunden von 
Nürnberg entfernt. 

2. Jetzt Dachsbach unterhalb Neuſtadt. 


16 III. Entres Tucker. 
_ 


Trieln! und ander reichjtet Si. «1° fein aus gezogen am montag vor fant 7. Ati. 
Margareten tag? und ver Gewder was haubtman und unfer fchultheis?, und 
‚damit zugen; der Hanns Pehaim und Paulus Haller und Jobſt Zopler. 
und fein aufen geweſt ein manet*, und lagen vor ver Mis und zugen von 
5 dan mit fchanten. und vie Huſſen zugen als palt für Dachau und gebun- 
nens; und es waren auf Das haus geflochen 1400 und 30 man, die der- 
gaben fich in ir genab, fie hetten nit mer zu eßen noch zu trinden®. 
Item man het ein lofung gejeßt und man gieng auß® am pfinktag 
nach fant Margereten tag; waren lojunger Erhart Schurftab und Ulrich!7.> wi. 
10 Gruntherr und Heing Kejchinger”. und man gibt lofung von 60 fl. 1 
von parichaft, ewigs gelts und zins gibt 6 gulven 1, von 12 gulven leib- 
bings 1, 18 jumer forn ein gulven werung®, 30 ſumer habern 1 gulden 
werung®. 
2. Margareten am Rante für das im Terte ausgeflrichene Jorgenn. 3. Der Sa lautet in 
der Hoſchr.: Item es ift mein herr m. v. B. vnd bifhoff v. T. vnd ander reichflet und ver 
Bewer baft Haubtman vnd vunter jchultheis vnd fein gezogen am montag for fant M.tag 


ond der Hanns P. und PB. H. vnd 3. Topler. 5. flatt Huffen urfpr. hawffen. 6. ftatt ‘es 
waren’ urfpr.: ift baien. 7. flatt genad urfpr. hannd. 8. hat. 9. flatt Ulrich urſpr.: vil⸗ 


leicht. 
fum. 


1. Kurfürft Otto von Trier. 

2. Vgl. über das allmälige Zujam- 
mentreffen und den Aufbruch ber Heere 
die Schreiben des Raths von Nürnberg 
an die Stadt Augsburg (vom 29. Juniſ 
und an den Grafen von Lupfen (vom 9. 
Juli) in Beilage II. 

3. Nemlich Wigelois von Wolfftein. 
Vgl. den Bericht in Beilage II., und 
Bd. I. der Nbg. Chr. ©. 370,4. 6. Er 
verwaltete das Schultheißenamt bis zu 
feinem Tode. Ch. W. F. v. Stromer’s 
Geſch. des Reichsſchultheißenamtes zu 
Nbg. S. 86. 87. 

4. Vgl. das Beil. III. miätgetheilte 
Nathsichreiben an Ulm vom 14. Aug. 

5. gl. Beil. IH, in Bezug auf die 
Einnahme von Stadt und Schloß zu 
Tachau insbejondere die Ratbsjchreiben 
an Ulm vom 14. und 22. Auguft; die 
Be der auf dem Schlofie Gefangenen 
timmt ganz zu der Angabe des Andr. 
Ratisbon. im Dial, (Geſchichtſchr. d. 
huſſ. Beweg. in den Font. rer. Austr. 
scrr. 1, p. 578.) 

6. Um die Lofung zu verfündigen. 

7. Wir berichtigten den in der Hand⸗ 
ſchrift fehlerhaft nachgetragenen Namen 
nach den amtlichen Aufzeichnungen. Hein⸗ 


10. Tefchiger, mit anderer Tinte nachgetragen. 12. XVIIL fun. 
13. werung : bermg ober bering. 


werung : begern. 


ri Keſchinger', wie er bort überall heißt, 
war von den Handwerfen den Lofungern 
beigeorbnet. Vgl. die Einleit. zum 1. 
Bde. d. Nbg. Ehr., befondere S. XX VII, 
A. 2. — Alle drei werden auch im Rech⸗ 
nungsbuche der Stadt von 1427 (Nr. 7 
auf d. Nbg. Arc.) beim allgemeinen 
Rechnungsberichte (ebenfalls unterſchieds⸗ 
108) als Lofunger aufgeführt; Heinrich 
Keichinger erſcheint in biejer Eigenfchaft 
bereits jeit 1420 in den Stadtrechnungen 
(Sahreöreg. II. — Die unmittelbar vor- 
hergehenden Jahrgänge fehlen). Nach den 
gieichgeitigen Handwerkerliften (Nbg. Q. 
r. 233) wurde er fehon vor 1383 unter 
die Meifter des Kürſchnerhandwerks auf- 
genonmen ; als jolcher ift er auch in einen 
Bürgermeifterverzeichniffe sec. XVI in. 
(Nbg. A. Nr. 182.) bezeichnet. 
8. Werung' wird auch in den Stadt- 
rechnurgen häufig für ftatwerung’ geſetzt. 
9. Gerade aus diefem Jahre bat ſich 
auch ein Loſungbuch (Losunga Sebaldi 
feria quinta in die Alexi [17. Juli] anno 
IIIIe XXVII®. — Nbg. A. Nr. 774.) 
erhalten, dem wir den amtlichen Anfat 
biefer Steuer entnehmen. Eine genauere 
Bergleihung deſſelben mit obiger Stelle 


unferer Chronik zeigt die Angaben beider » 
in Uebereinftiimmung, nur daß jene des | 









1427. 1428. , 


Item an fant Thomas obent gingen zwen des rots her viefet umb 20. Der. 


17 


und 2 [des] rots dort gejet umb', das man allen weinſchencken verpot, 
das fie der newen pfennig nicht nemen und ander leut wol; wan zu Wirk- 
purg pfennig giengen wol 5 &. für 1 fl. und unſer münt bie giengen 
>5 4. und 6 und 7 pfennig für ein fl., wann fie waren peſſer?. | 


Item man tet ein pot vor ſant Siman und Judas tag, das ieder 28. Oct. 


man aus iedem haus, frau, herr, Tnecht, meit, fol eriwaten an dem graben 
umb die ftat; wer nit erwaten wolt, ver gab 10 pfening. man hub an zu 


graben an fant Siman und Judas abent. wer uber 12 jar alt Lat. 42127. Oct. 


was, meiblein und bublein, die muften auch arwaiten; und umb vie 10 . 
pfening beftellet man ander ariwater?. das gefchach zu ver zeit, das man 


dem margraffen het vie feften abfauft. 


* 


1428. 
Item der pau wart angefangen umb die feften* und ver pau von 
dem waſſer ung gen dem aufern Spiteltor, von dem paı pei den jchosgat- 
tern hinter fant Ratarina, ein guter pauꝰ. 


1. anf. Th. obent fteht in ver Hoſchr. am Ende des Abſatzes. 


2. vor deſet (vgl. S.24, 19). 


4. onnter müntz. 5. 5 &%. mit bläfjerer Tinte über ver Zeile. 7. fol erwaten in der Hoſchr. 


nad haus'. 
ftellen. 14. vmb ven. 15. vnns gen. 
guter paun.' 


erfteren, wie natürlich, fich als ausfilhr- 
licher und genauer erweilen: . 

Es ift zu willen, daz man ein loſung 
gejeßt hat am pfintztag nach ſant Dlargreten 
tag (17. Sul.) anno 1400 vicefimo jeptimo, 
und man gab ye von einem Pfund newer 
baller vier haller von aller beraitichaft und 
varnd hab, und daz was allewegen von 
jechtzig einen, und 1 f bir. zu vorauß. 

Item und von anderer hab, die nicht 


parſchaft was, hat man alfo zu lojung ge- 


ben: des erften von allerley getraid ewi⸗ 


ger gültt ald von forn, wait, gerften, er- 


beiß, linſen 2c. nichtz außgenomen dann 
babern und Dindel ye von dreyen ſümern 
ewiger gültt 40 hllr in gold; und ye von 
funf ſümer haberns oder tinckels ewiger 
gültt auch 40 haller in gold; und von 
einem tagwert wyſmatz daz zwei gras tregt 
40 hllr in gold, und von einem tagwerf 
wilmats daz ein gras tregt oder von ei- 
nem morgen weinwachs 30 bil in gold. 
und derjelben haller wurden gerechent ye 
12 hir für 1ß und derfelben jchilling ye 
20 ß für einen guld. flat werung. 

Item von zinfen an gulden ober an 
gelt, welcherleg werung daz wer, da gab 

Stäptechronifen. 11. 


8. wer — pfening’ zwifchen meit' u. tan dem graben’ eingefchoben. 
fpitalter. 


11. bes 


vonn den paun. 16. hintern. eim 


man von ye von 6 guld. zinjes einen gul- 
den oder ye von ichs pfunden eins. \ 

Item von leipding da gab man, es 
wern guld., forn oder ander getrayb, oder 
wein, oder waz daz ift, von 12 guld. einen, 
12 jumer getraids eins, waz getraids daz 
ift, von 12 fuder weins eins, oder von 12 
pfunden ein®’. 

Ein Pfund Haller in Gold fteht hier, 
wie man ſieht, dem Stabtwährungsgul- 
den gleih im Werthe, während letzterer 
in der Stadtrehnung von 1428 zu 1 £2. 
495 ß Hr angeſetzt ift. — Vgl. im Uebri⸗ 
gen Beil. XI. zu Ulman Stromer (Bd. I. 
S. 283). 

1. Auf der Sebalder und Lorenzer 
Seite der Stadt. 

2. Vgl. Bd. J. S. 248. 

3. Vgl. über dieſe Maßregel die Chro⸗ 
nik bis 1434 (1441) Bd. J. S. 374 und 
ebenda S. 444 u. 445. 

4. Vgl. die Chron. bis (1434) 1441, 
beim jelb. J. | 
5. Offenbar ift der Befeftigungsbau 
an Mauer und Graben zwijchen dem Ein- 
fluffe der Pegnig in die Stadt und dem 

Spittlerthor gemeint. 


2 


18 DI, Endres Zucher. 


- 


Item do man zalt 1428 jar do verpot man, das nieman kein mebe- 
ren mantel noch rod tragen folt, van er wer 32 jar alt, und man erlaubt 
eim 3 mard filbers' auf ein rock over ein mantel, und man fol zu feiner 
gaftung mer geben dan zweierlei protens?. 

5 (81. 42°) Item in vemfelben j jar nach pfingften do muſt ieder knecht geloben 
ſeinem herrn, der ſtat trew zu ſein; welcher das nit thun wolt, der muſt 
von hinen, oder er muſts thunꝰ. 

Item am eritag vor aller heiligen tag do warf man aus einer plei⸗26. 
den, die prach zu trumeren und fchlug wol 6 menfchen zu tot; was ubel 

10 bewart. es fchlug ven Frank Stromer * zu tot und des gerichtsſchreibers 
jun’ und funft zimergejellen. ver meifter, der ſy bet gemacht, ver was von 
Ulmen. e8 was grofjer jomer. 

Item man bat die frawen vermauret zu fant Katarina, und e8 fo- 

men fremd nonen ber und muften den orven halten als die mund) zu den 

15 predigern; wan das macht, das gar reich. jundfram und witiben gros 

gut in ander Hofter füreten auß der ftat, do enifait was in andern 
Eloftern ®. 

1. ‘verpot’ über ausgeftrich. ſpot'. das man. 9. pracht. 10. bewart über audgeftrich. 

pepart. *e8 ſchlug — Stromer’ am Ranve — ver Name Stromer nicht deutlich, am eheſten 

würbe.man Stenner leſen. 12. gomer. 14. vnd er konen freund nomen her. 17. Die 


beiden legten Abſätze: "Item am eritag— in andern kloſtern' ſtehen in ver Hoſchr. auf BI. 42a 
noch beim 3. 1427 nad) den Worten: — bet vie feften abfauft. Beide gehören ermeislich ind 


3. 1428. 
1. Bol. Beil, au B. zu um. Stro- haubtlewte ſweren ließ, daz mas am pfintz⸗ 
mer, Bd. J. S.2 tag nach ſant Urbans tag (27. Mai) anne 
2. Eine biefer Verorbnungen bat ji 142°. Rechnungsb. Nr. 8 im Nbg. A. 
ohne Datum in Nr. 565 des Nbg. Bl. 56°. Jahresregiſt. TI. Bl. 3956. 
(vgl. oben ©. 14. A. 4) Bl. 164 ten: Ueber die Bierteilmeifter und Gaf- 
Bon Mebdereim’. jenhauptleute vgl. Bd. J. ©. 169 n. 173. 
Es fol fein burger bie fein mederein 4. So verbeflern wir den in der Hand- 


gewande noch andere rauhe wat Die als ſchrift undeutlich geichriebenen Namen ; 
coftlich fein weder an roden noch an men- denn zufolge des von Endres Stromer 
telen tragen, er jey dann 32 iar alt. wer urſprünglich mgelegten Geſchlechtsbuches 
das —** ‚ber muſt von yedem tag 10 der Stromer (vgl. Bd. I. S. 371. A. 3, 
guldein zu büß geben. ward Franz, ber 8— Sohn Franz Stre- 
Das ganze Gebot, welches bei Baader mer's an der Langenbrüde — *erflagen 
am oben a. D. fehlt, ift im Loder ſpäter von der pleyden auff der Schut 1428 jar 
durchſtrichen und die Worte dann 32 iar am montag vor aller heiligen tag mit vil 
alt' noch außerdem halb wegradirt. andern leuten’ (Bl. 282; vgl. BI. 160, 
3. Hierauf Degieht fih ohne Zweifel wonach Franz Stromer an der Sangen- 
die folgende Stelle der Stadtrechnung: brüde ein Sphn von Ulman’s Bruder 
“It. ded. 7 €. hllr unjern ſchreibern Franz war). 
von ben 12 vierteilpüchern czu jehreiben 5. Bl. im Allgemeinen die Chron. 
und von permiten zeteln, die man den bis 1434, Bd. I. ©. 375. A. 3. Da in 
bambtietvten geben bat, und daz man der dem dort angeführten Berichte einer Nonne 
vierteilmeifter pücher ſechſe ſchraib in daz des Kloſters gemeldet wird, daß 8 Ordens⸗ 
groß puch, daz in der loſungſtuben ligt, ſchweſtern, welche die reformirie Regel 
da man da vold gemainlichen hinter die nit annehmen wollten, mit Hab und 


+‘ 


1428-1430. 19 
\ 1430. Ä 
Item man hub am erften an zu graben! am freitag nach ſant Pau⸗27. Jan⸗ 
lus tag bekerung, und den ſambſtag darnach die zu dem Goſtenhoff?; ver "" 
waren ben erjten tag 424 hundert bei des Erdleins garten, als die Peg- 
snig anhebt?, und dem Erdel gros ſchaden geſchach. auf vie zeit regiren 
die Huſſen in Meihſen; do tet man das. 
Item man ſchreib die pauren an, dem Hans Behgel!, auf der Nürm⸗ 
berger walt ber diſſentz der Pegnitz, und bublein pei jaren und die meid⸗ 
lein, und was ieder pferd het in den dorfern. 
Item man flöchnet von Bamberg leut und gut vor unſer frawen tag 
liechtmes gen Nurmberg?. 
Item pei Berreut floch ver margraff von Brandenburg von in aus 
Der ftat pei nacht; des morgens zugen die Huffen zu dem andern tor nein. 
er het fie vertroft, er wolt pei in fterben und verderben; unter des floch 
Der man aus der Stat und lies eher und gut und weib und finder, was als 


2. Gebr. 


Der Huffen®. 


2. am erften über ver Zeile. — 4. der der waren. 
— man das’ zwifchen dieſem und dem folgenven Abfag nachgetragen. 
12, Brandenburg über auögeftrich. Bamberg. 


beygel. 11. liechmes. 


Gut nah Engelthal und Frauenaurach 
uber fienelken, wird man verfucht, ben 


Schlußſatz vorliegender Stelle Darauf zu 


beziehen. Seine Faſſung aber und der 
Umftand, daß ſtrenger gefinnte Nüruber⸗ 
gerinnen bisher ee reformirte Klö⸗ 


ſter aufjuchten (vgl. Die oben angef. Stelle 


der Ehronif bis 1434), fowie daß Damals 
propter reformationem ibidem finien- 
dam dem Klofter auch Gitter zugewendet 
wurden (Chron. Conr. Herdegen ad a. 
1470, cf.a.1428), lafjen die Deutung, es ſei 
die fragliche Thatjache als ein Beweggrumd 
für die Inangriffnahme der Reform binge- 
ftellt, bejonders dann als wahrjcheinlicher 
erſcheinen, wenn wir auf eine kurze Klo- 
fterhronit Rüdficht nehmen, die in ber 
erften Hälfte des 16. Ih. abgefaßt, im 
Ganzen glaubwilrdig, aber doch von ben 
Merkmalen verändernder Tradition nicht 
ganz frei ift. (Vgl. über fie den XXXI. 
Dabresbericht dee hiſt. Vereins für Mittel⸗ 
franken S. 6.) Nach ihr wäre es der ei— 
gentliche und — Anlaß zur Reform 
eweſen, daß eine reiche Witwe ſtatt des 
beimifehen das entfernte reformirte Or— 
denshaus Schönſteinbach aufjuchen wollte. 
Diefe Angabe wird theilweiſe noch durch 
die angeführte Stelle in der Chronik Her- 


5. gefchaht. regiret. 6. Kauf pie 
7. In der Hoſ.: haus 


14. auf ver des floch. 


degens beftätigt, welcher ber bejagten Frau 


" burc) Berwandtichaft nahe ftand. 


Im Stadtgraben. Bgl. oben ©. 17 
und a IX. zur Chronik bi 1434 im 
I, Bde, ©. 444— 146. 

2. Dorf vor dem Spittlerthore, jetzt 
Borftadt. Seine Befeftigung hat der Rath 
‚(bereit im 14. Jahrh.) nicht geduldet. 
Hist. dipl. Nor. p. 451. 

3. Wir werben biejen Garten am 
Einfluffe der Pegnitz in die Stabt zu 
juchen. haben. In den Jahren 1431 — 
1434 finden ſich die Koften für das Auf- 
und Aufperren on dem auffgebrochen 
tor (jpäter heißt es: “türlein’) be des Er⸗ 
kels garten’ verrechnet. Jahresreg. II, 
Bl. 181e. IT, Bl. 496, 862, 1258, 

4. Hans Weigel war ( (feit 1425) ) ober- 


fter Forftmeifter. Nr. 2 De (gleichzeiti- . 


gen) Aeınterbüch. im Nb 

5. Dal. Palady, Sein. v. Böhmen, 
II, 2, ©. 194 

6. Noch am 29. Sänner hatte ber 
Kath zu Nürnberg ein Schreiben bes 
Markgrafen erhalten, weldes aus Bay- 
reuth Datirt war. (Briefb. Kr. 8. [XVL] 


Bl. 2220.) Man hatte ihm auf feine _ 


Bitte um Kriegshülfe von Seite der Stadt 
50 Schützen zugejandt, bie jedoch nur 3 


2% 


— 





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t, und bie in vet Rat gay baden. N 
Dianbot arte man jeðt di 
vw‘ geräte ver 
1105 Igelegten Ho 
were? gie Ken 


1430, 21 


nacht twachet, ie einer muſts tun 2 tag', und unter iebes tor [leget man] 
1 gros puchjen auf einem tagen. 

Item der rat tet ein pot am fambitag nach ſant Kungunden tag int. Avril. 

ver fasten: wer ein gaft wer, ver wein nider auf das pflafter leget?, ver 
s müjt furbas ungelt geben recht als ein burger; das was vor nit; es wer, 
was wein es wer. 

Anno 1430 jar do het man ein kampf hie zu Nurmberg miten am 
marck, und waren 2 walhen. man het zwifach ſchrancken gemacht: in dem 
weiten ſchrancken fachten zwen, einer hies Hugo und der ander Petrus; in 

10 dem euſſern ſchrancken waren eitel wepner. (Bl. 46) es was [des] Hugo 
griswertel ver herr von Bern?, und [ves] Petrus griswertel was herr 
Peter vom Roflein, der haubtmarfchald* und ver Erhart Schurjtab®, 

die vier waren luſerer ver zweier fechter. fie fachten von fus auf in har: 

nisch und mit mordax und mit ſchwerten und mit degen. ber Hugo lag ob, 

der Betrus vergab fich im. ver kampf gefchach am montag vor fant Ma- 

theus tag im herbft zwifchen 5 oren und 6 oren®. auf dem rothaus tva=18. Sien- 
ven vil wepnet. bie zwen, die fachten, das waren zwen vitter und waren N'et. 
ſchweger, und vitten dem fonig nach wol 4 jar von des kampfs wegen”. 

Item am eritag vor jant Matheus tag im herbt do leicht unfer li, Ser 


y 


1. ie einer ung tunn, vntz iſt corrigirt. „3. man tet ein pob der rat. 5. recht — burger 
am Rande. 6. was weind wer. Item der rat — wein ed wer: auf BI. 42b am Anfang 
des 3, 1430. 9. zwen am Rande. 10. In ver Sf. folgt auf: wepner wiederhoͤlend: in dem 
andern fehranden facht Hugo und Petrus. 12. Haubtmarfchald am Rande für vurchſtriche⸗ 
nes haubtmanſchafft. 15. geſchlacht. 16. VIaus VII corrig. 19. Math. unbeutl. corrig. 
in h. do Iycht. vnſer am Rande für durchſtrich. vnnd der'. 


zahlreich in Sigmund's Begleitung be— 
fanden. 

4. Lorenz von Haidenreihstum. Ne- 
ben ihm findet fi in der Stadtrechnung 
(Rechnungsb. Nr. 9 i. Nbg. A, BI. 147 


Ihrieb man bloß die ‘panter der newen 
purger' an (ebenda Bl. 1246, 125, 1286, 
u 


Sn der Stadtrechnung heißt es: 


It. eh. 83 74. 115 2 bi das Die mache 
und wart foft unter den toren, im den 
jwingern, und vor ber tat, und auch auff 
der veften, do die Huffen bieumb i im land 
waren’. (Jahresreg. II, 4476.) 


2. AmWeinmarkt. Vgl. Nürnb. Po- 
lizeiordn. herausg: von Baader ©. 212. 

3. Vielleicht ein della Scala von Be- 
rona , welches Gefchlecht Damals in den 
baheriſchen Herzogthümern lebte; wahr⸗ 
ſcheinlicher jedoch ein ungariiiher Großer, 
denn im Schenkbuche (Ndg. A. Nr. 490, 
BL. 74), wo der Name in diefen Wochen 


zweimal begegnet, erſcheint er das zweite⸗ 


mal (her Steffan von Pern) zwiſchen de⸗ 
nen der ungariſchen Herren, welche ſich 


unter: Kuͤngs ſchenck) nu noch ein Un⸗ 
termarſchalk genannt. Vgl. Windeck bei 
Menden Sp. 1237. 

5. Wohl der jüngere Erhard Schürftab 
(ogl. oben ©. 12. A. 4). Sein gleichna- 
miger Vater war feit dem 6. Sept. als 
älterer Bürgermeifter im Amte (Jahres- 
reg. II, 31. 478b), 

6. d. i. zwilchen 11 und 12 Uhr Mit- 


ag8. 

7. Vgl. die Chronik bis 1434 (1441), 
Bd. I, ©. 377, und die in einer fpäteren 
Chronif erhaltene Nachricht des Augenzeu- 
gen Frit Nützel, wonach der Unterliegenpe 
—* blieb: Nachricht. v. d. We Commiſſ. 
Jahrg. TI. ©. 132 u, 133. 


1 


22 IH. Endres Tucker. 


herr ver fonig leben vem margraffen zu Meichſen und macht in zu einem 
churfürſten zu Sachſen!. gros er und zirheit geſchach auf ven tag. es 
was fein churfürft dopei dann margraf von Brandenburg t in feinem abe- 


» tum; e8 was junft feiner bie. 


= 


1431. 

Item [e8 waren zu Nurmberg] ? ver Fonig, ver carvinal?, pfaltgraff 
von Rein*, herkog Hanns, herkog Steffan, hergog Dt”, hertzog Wil- 
heim, hertog Heinrich®, hergog Hannſen fun”, hergog Ludwig von Ingel- 
ftat und fein fun, hertzog von Perg und fein fun®, herkog von Prig?, 
hertzog Ernſt von Bairn'®, berkog aus Tatern '', meifter von Rodys n 
Eberhart von Saunsheim teutſch meiſter. 

Mein herr von Koln, mein herr von Meintz, herr von Wirtzburg, 
herr von Meidburg, herr von Speir, herr von Wurmbs, herr von Aie— 
ſtet, herr von Presla, herr von par." Agram, herr von Bamberg, herr 


10. Rodys undeutlich, jcheint aus Rodol 
"Bamberg über purchftriche- 


3. urfprünglidh: Bamberg, dann: Brandenberg. 
corrigirt. 11. Saunſcheim. 12. hertz v. W. 14. Agrann. 


nem pawenberg. 


. Es war Frieberih der Sanftmil- 
ig et die Chronik bis 1434 (1441) 
(Bd. L) ©. 377,5 u. 9. 2. 


2. Die —*— in der Handſchrift 


ohne einen Beiſatz an die vorangehenden 
Nachrichten aus dem J. 1430 ſich anrei- 
hende Namentifte giebt ſich bei näherer 
Betrachtung ſogleich als ein Verzeichniß 
der auf dem großen Reich8tage vom Früh- 
ling 1431 zu Nürnberg anmejenden Für- 
ften zu erkennen. Es ift das ausführlichite, 
welches wir bisher befitten, aber immer 
noch fein vollftändiges. 

3. Kardinal Julian Cäſarini. 

4, Kurfürft Ludwig. 

5. Es find Die übrigen drei Söhne 
König Ruprechts: Pfalzgraf Johann von 
Neumarkt, Stephan von Simmern und 

weibrilden , und Pfalzgraf Otto von 
osbach. 

6. Herzog Wilhelm von Bayern⸗ 
Münden und Herzog Heinrich (der Reiche) 
von Landshut. 

7. Chriftoph, der jpätere König von 
Dänemark. Im Schenkbuche (Nbg. A. 
Nr. 490, Bl. 790) heißt es: Propin.) 
hertzogen Johannſen von Beirn, uxori et 
filio 36 at. ſu. 5 74.2 8 HU’; und ſpäter 
(31. 80a) ift noch einmal ein derartiges 
Geſchenk ki Bater und Sohn aufgeführt. 

8. Sm angef. Schenkbuche ( Si. 81a): 

Propin.) berogen vom Perg pr filio 32 


gr. fu. 482., 108,8 hl'. Es war Herzog 
Hoi und fein noch in diefem Sabre zu 
Nürnberg verftorbener Sohn Rupredt. 
Bergl. Neue Samml. der Reichsabich. I, 


149 und die Chrom. bis 1434 (1441) 


a. a. O. S. 353. 

9. Ohne Zweifel Herzog Ludwig von 
Brieg und Liegnitz, Schwiegerſohn des 
Kurfürſten Frie erich von Brandenburg. 
Diefer ift wohl aud bei Windel da ge- 
meint, wo es in Menden’s Ausgabe a. 

: hertzog Ludwig von dem Berge 
Po 

10. Ernft von München. 

11. Vieleicht ift der walachiſche Woi⸗ 
wode Wlad gemeint. (Vgl. Aſchbach, 
Geſch. Sigm. II, 365.) Do5 ftand Sig- 
mund, wenigftens in früheren Jahren, 
aud) mit dem Tatarendhan in der Krim 
it Verbindung. Vgl. Aſchbach a. a. O. 
I, 311. Im angef. Schenfbuche heißt es 
(81. sub): Bro. he berren auf 
der Dirt 16 gt. u. 22.5 A hl. 

12. Wir haben darunter wohl den Jo⸗ 
hannitermeifter (Großprior des Ordens 
in Deutſchland) Graf Hugo von Mont- 
fort zu verftehen. Daß diefer beim Reichs⸗ 
tage anweſend war, geht aus Neue Samm⸗ 
lung d. Reichsabſch. J. 149 und aus dem 
oben angef. Schenkbuche hervor. (Graf 
Wilhelm von Montfort wird in unſerer 
Lifte und im Schenkbuche ſpäter genannt.) - 


14311433. 23 


von Regenfpurg, herr von Augfpurg, margraff von Brandenburg !, graff 
von Otting, graff von Mors, graff von Leining, graff von Planckenheim, 
graff von Schwargburg?, graff von Ungern, graff Hans von Wertheim, 
graff Jorg von Wertheim ?, graff Hanns von Lupf, graff von Ortenberg, 
s graff von Beichling, mein herr von Bloben*, fehend von Linpurg, graff 
Junther von Schwargburg, graff von Zerjtein?, graff Addolf fun von 
Naſſau, graff von Wervenburg®, graff von Helfenftein, ver von Gerneftf”, 
margraf von Rotel?, jundherr von ver Lipf, ein von Eifenburg, ein frei- 


graff vom..... 


°, graff von Caftel, graff von Felleng '®, graff von He- 
so nenberg, graff Wilhelm von Muntfort und fein fun, zwen graffen von 


Lentenperg'', graff Rudolf von Sulg, herr von Weinfperg, drei von der 


Reitern 12, ein von Steffel"°. 


. 1432. 
Item umb die zeit, 3 weher vor weinachten, da galt 1 ſumer korns 


253jl., und 14 d%, und 13%, &, 


* aud). 


1433. 


Item [am] mitwoch nach fant Fei tag kom ein groffe finfternus, umbır. Sun. 


11 ur und 17. minuten auf ven tag hub fie an, und umb 12 ur und 16 
minuten wart die fun als finfter, das ich Die ftern fach am himel, und das 


1. Branburg. 2. Plaudenhein. 


7. Heffenftein, corrig. ven. 


—oman liecht anzündet; und weret nit lang. 


9. Der in der Hand⸗ 


fhrift undeutlich und wohl jevenfalls falfch geſchriebene MRame könnte noch am eheften Orbmit 


gelefen werden. 10. Heuenberg. 
vnd XVLI minuten. 


1. Aus dem Schenkbuche (BI. 798, 
0b u. 830) ergiebt fi, daß der Kurfürft 
jelbft bereits im Jänner, ſpäter auch jeine 
Gemahlin mit einer Tochter zugegen war. 

2. Hier wird der Neue Samml. d. 
Reichsabſch. I, 149 genannte Graf Hein- 
rich von Schwarzburg, Herr zu Arnſtadt, 
gemeint jein; Günther wird ſpäter aufge- 
führt. Im Schentbuche findet ſich beim 
März (BL. 822) Graf Wilhelm von 
Schwarzburg erwähnt. 

3. Im angef. Schenkbuche wird (wie 
in der Matrifel von 1431, bei Aſchbach 
IH, 425) neben Graf Hans nur Graf 
Michel von Wertheim genanıt. 

4. Ohne Zweifel ‘der von Plawen' 
Plauen im Boigtlande) des Schenkbu- 
ches (Bi. 82b). . 

d. Thierftein. 


15. auch vnd. 


18. vmb XI vr auf den tay hub fich an 


6. Im Schenkbuche (BI. 806): ‘graf 
Hannjen von Werbemberg. 
7. So hat deutlich die Handſchrift. 


8. Markgraf Wilhelm von Röteln 
wird auch Neue Samml. d. Reichsabich. 
I, 149 genannt. 

9. Im Schenkbuche (Bl. 79% und 
noch einmal Bl. 854) —X der ‘von Ey- 


ſemburg' in Verbindung mit dem “frey- 


franfen von Kronemberg’ aufgeführt. 
10. Im Schenkb. (Bl. Sub) ‘graf Fri- 
drich von Velentz' (Veldenz). 

Landgraf Johann und Leupold von 
geuchtenberg Vgl. Neue Samml. d. 
Reichsabſch. I, 149. 

12. della Scala von Verona. Bol. 
Neue Samml. d. Reichsabſch. a. a. DO. 
13. Wohl ein Herr von Stöffeln. 

14. Pfund. alt. 





24 III. Endres Tucher. 


Item am funtag vor fant Johanns tag zu junbenten hub es am zu21.Jun. 

regen umb vesperzeit, und reget an einanver tag und necht ung an ſant 
Johanns tag zu funbenten umb 11 ur gen nacht, warn e8 fchlug den tag 24.3. 
16 ur!. es prachen vil weier ab und ward ein groß wafler; es ging das 

5 waſſer für all pruden, das man uber fein mecht, dann uber bie lang 
prucken?. 

Item an ſant Peter und Paulus tag do was potſchaft komen?, das 20.3. 
der fonig Sigmunt was front worden an dem pfingjtag umb .... ursı.Mi. 
auf den tag mit groffer zirheit, er. 44°] zu kaiſer. man bett hie beftelt in 

10 allen firchen, das man all gloden Leutet zu freub und mit ver orgel anhub. 
zu fingen Te deum laudamus und mit ven pfaffen und münchen in allen 
firchen. item er hat vil riter gemacht auf ver Tiberpruden vor Rom*. 

Und unfer pfeiffer 3 und 1 puſauner gingen auf ſant Sebalt for 
und pfiffen auf 2 ort zu freuden oben umb ven gand”. und zu nachts 

15 nach tifch, 1%, ur vor dem jaraus, do macht man ein gros feur auf dem 
marckt, und die pfeiffer und pufanner pfiffen zu tank, das alle welt tanget: 
Inaben, knecht, mait, und erber frawen und gejellen an zal. und zu mor: 
gens am eritag fru do gieng man unter die antlas, all orden mund, und?.u. 
pfaffen, bie von ſant Sebalts her deſſet, und bie dort gejet; und Jungen 

2o0 darnach in ieder lirchen ein mes mit der orgel von dem heiligen geiſt. 

1434. 
Item am ſuntag vor ſant Diling tag muſt ieder man an der berberg>.A. 
jein und am montag darnad) pereit man vil®. an fant Diling obent fru?'s 

3 ur auf den tag? do hub man an zu vurnieren, und ver helben waren?! 


2. neh. 3. fubenten. 4. XVIunbeutlih. vnnd onnd. 8. Front aus 
frannd corrig. 11. pffafen u. mindhen. 12. item Erhart vil. 13. pufanen. 14. vmb 
den jand. 16. pufaunen. 19. die von fant Sebalts herr deſſet vnd die vort gefent. ſun⸗ 
gen’ nach: orgel. 20. heilig. eritag fru — 5. geift am Ranve, das vorhergehenve 'zu 
tanng — zu morgens am’ im Terte nachggtragen. 21. Die Jahrzahl fehlt in der Sanpfchrift, 

fo daß ver ganze Abſatz noch beim 3. 1433 fteht. 23. preiet. vul, nicht deutlich. 


1. fubenten. 


5. Inder (auch für das Folgende zu 
vergleichenden) bezüglichen Stelle ber 
Stabtrehnung (8b. I, ©. 449) werben 
ftatt der Yufauner’: “trometer’ genannt. — 
Der von einem 1561 herabgejchlagenen 
Geländer und den dann ebenfalls zerftör- 


Bom 4—26. Juni. Sal, zu die⸗ 

ſem nd dem vorhergehenden Abſatze die 

3. Th. faſt gleichlautende Stelle in ber 

ai von 1126— 1434 (1441), Bd. I, 
©. 388. 


2. Wie ihon der Name andeutet, 





wurde darunter urfprünglich nicht bioß 
die heutige Karlsbrücke, ſondern auch de— 
ren Fortſetzung, die Derrersbriide, ver⸗ 
ſtanden. (Vgl. z. B. Endres Tucher's 
Banmeifterbuch 251, 4, 15.) 

3. Vgl. Bd. 1, 449, 3f., A. 3. u. 4. 

4. Vgl. die Chronik von 1126—1434 
(1441) 8b. I, ©. 387. 


ten Fenſtergiebeln umfränzte Gang bil- 
dete in jchöner Weile Die Vermittlung 
zwifchen den Umfaffungemauern und dem 
Dache des 

6. Bol. bie hronit bis 1434 (1441) 
Bd. 1, 394, 6. 

7. d. i. gegen 9 Uhr Bormittag. 


— 
— 


5 


1433. 1434. 25 


352. man ſchlug ir jar vil, voraus ein, der hies der Pitrich, ein purger!. 
von Meunchen fchlug man 2. ich fach ven turnir im barnifch auf ber 
pruden am Niter am marck?. man bantet 3 necht; man het das rothaus 
weiter gemacht und 3 fenfter ausprochen, das man dantzet ob der fcherla- 
ven?. man ftach nach ven durnir an fant Lat. 45°) Diling obent ir gar vil. 
an jant Diling obent dantzet man ung in die 7 ftund in die nacht und fach 
zu, das man 4 vend hin gab mein fraw margraffin und herkog Henfin *, 
warn ber hoff ver margraffin diner einem was, der hies der Ehamer. 
den erften danck gab man dem graffen von KRatzemelpogen, ein turnenhoff 
zu halten 14 tag vor faſnacht; den 2. dand gab man eim von NRechperg 


. 14 [tag] vor fant Mertens tag gen Eſling; den 3. dand gab man 


eim Frauemberger gen Regenfpurg auf jant Ratarina tag; den 4. danck 
gab man margraffen Albrecht dem jungen, wann er gar mol gejtochen 


bet, was nit riter>, auf hern fafnacht gen ver Neuenftat®. 


2. ich fag. 4. gemach. 
dantz' corrigirt. 8. ein® was. 
junger. 


1. Jacob Pütrich’ im gleichgeit. Schent- 
buch (Nbg. A. Nr. 490) Bl. 1138. Die 
Pütriche waren eines der älteften und an- 
gejehenften Bürgergejchledhter von Min- 
hen (vgl. v. Krenner in den Abhandf. d. 
bayer. Akademie d. Wiff. 1813. ©. 58, 
59), daher das folgende; ‘von Munchen’ 
ohne Zweifel zugleich auch hieher bezogen 
werden muß. 

2. Die ‘pruden’ ift wohl nicht die 
nahegelegene Fleiihbrüde, ſondern ein 
Theil des ‘geftils — an des Rieters hauf’ 
— fiehe die unten mitgetheilte Stelle der 
Stabtrechnung. Ueber das erwähnte an 
der Südſeite des Marktes gelegene Haus 
vgl. Bd. J. ©. 377, 9. 3 u. den dort ang. 
Auffat Waldau’s, V. Beitr. III, 267. 

3. Die Läden der Tuchicherer befan- 
ben ſich an der Sübfeite des Rathhauſes; 
nach ihnen trug Das heutige Rathhaus- 
gäfchen den Namen Scherergaffe. Vgl. 
die Angaben der’ Stadtrechnung A. 6 
und Lochner, Die Scherergafle in Nürnb., 
im Anz. f. Kunde d. deut. Borz. 1859. 
©. 370 ff. | 

4. Die Gemahlin des Pfalzgrafen 
Johann von Neumarkt. 

5. Albrecht (Achilles) war 
Jahre alt. 

6. Sn der Stabtrechnung von 1434 
(Sahresreg. TI, Bl. 1236) finden wir 
folgenden, die Angaben E. Tucher's er» 
läuternden Abſatz: 


damals 20 


7. 'vend’ und die folgenven danck', fpäter Fälfchlich in dentz' und 
9, den gr. 
‘gar’ aus: jar corrig. 14. bern mit hellerer Tinte durchſtrichen. 


10. ver. ein. Rechtperg. 13. ein 


Turney'. 

It. ded. 79 22. 145 4hl das auff den 
turney gangen ift, der da bie sein) ferin 
3« ante Egidij und des Jörg von Ehen⸗ 
heim bauptman was, mit wach undter 
den torn, bey den ſchranken, fetten, auff 
dem rathauß bey dem tank, auff dem 
ſchuchhauß, gwannthauß und anderswo, 
und das man den wepnern umb wein und 
prot geben bett, und das juft mit allerley 
andrer hadrey Darauff gangen ift, on ſchan⸗ 
tung, die im ſchenkpuch verjchriben iſt, und 
on Das, das die ſchranken und geftül bey 
dem turney an des Rieters hauß gekoft 
haben, und on das der gang in ber Scherer- 
gaffen, damit man das rathauß czum tan 
erweitert hett, geloft hat. und in demfelben 
turney waren 353 helm, darundter waren 
60 ritter.’ 

Die an (Wein-) Geſchenken veraus- 
gabte Summe wurde unmittelbar vorher 
aufgeführt: ‘It. ded. 130 2. 13 8 4 bi, 
das in diſer frag zum turney verjchentt ift 
worden fürften, herren, rittern, ſteten 2c. ala 
im ſchenkpuch verfchriben iſt'. (Vgl. bie 
Chronit bis 1434 (1441) Bd. I, 395, 
A. 1.) Dann noch: ‘St. ded. 1 7.118 
4 HI von den ſchenkkandeln auß und eyn 
zetragen zum turney'. Die anderen bei obi- 
ger Hanptabrehnung noch ausgejchlofie- 
nen Ausgabepoften finden fich weiter nicht 
ausdrücklich eingetragent. 


26 IH. Endres Tucher. 


1437. 


Item umb ſant Walpurgen tag do was ein teurung mit dem forn, 1.Mai. 
das man ein ſumer forns nit kunt finden umb 4 gulven; ich het das mein 
verfauft umb 15: &%, an 10 ſumer, die gab ich 1 fumer umb 19 '. 


5 Item am montag vor pfingften do fauft ein man 2 ſumer forng13. Mai. 
umb 12 gulden par?, und bie ſtat gab es dem ſtatvolck fumer umb 240. 
vom poven®. darnach ward es geſetz von der ſtat, das niemant 1 ſumer 
korns hoher dorft geben dan umb 26 4. untz auf ſant Margareten tag*. 13. Jul. 
1 fumer habern galt 19 &% und 18 vor Jacobi. 28. Jul. 


10 Item e8 was ein groffer jterb hie und Sub an einziechen wor ſant 
Feits tag und wert bis ung auf Lucie. [Br.45°) und es ſtarb uberal umb 13; ur 
Nurmberg in allen dorfen und auch in ftetten; man furt leut tot von 
Sultpach und von Rotenpurg, von Regenfpurg. ich und meine junge 
fint plieben hie. es waren erber leut und arm leut, maide und knecht und 

15 junge fint geflohen, das man ſchetzet bei 9000 menfchen. es waren oft fait 
12 oder 14 im rat, ieverman was weck. man grub mer van 25 gruben. 
[vie leute] triafes in die nafen ftrichen für die peſtilentz. | 

Item es fturben leut, die acht tag, 10 tag, 13 tag, 17 tag, 19 tag 
ſchwer pradhen. arm leut fprachen: folt ich neur leben ich bet’ genug; 

. 20 wann es ftarb in einer groffen teurung. zu ver Lo fturben im dorf 100 

und 10 menfchen. wan hie und uberal fturben umb Nurmberg gar feer 

fint. mein fun Bertolt was zu Regenſpurg und ver Enpres zu Vennedig. 


5. kons. 9. Am Ende diefes und über dem Anfange des folgennen Abfages fteht abermals 
die Jahrzahl 1437. 10. einzing. 11. Zeigt. 14. und mabe vnd knecht junge f. 15. off. 
17. nach yeftileng noch einmal: ftrichen. 19. tag denn prechen ſchwur. 20. firab. 22. ven‘ 
Endres. 


Ueberall find hier Pfund alt ges - d. i. aus ben ftäbtiichen Korn- 

meint Ueber den ee Bert a häufen 
uldens (in neuen Pfund) vgl. Die Ta⸗ 4. val. die Chronik bis 1441, Bd. J, 
belle auf S. 254 des J. Bandes, über die 398, 1a Fi bay über bie Vorkeh⸗ 


Kornpreiſe ebda ©. 256 u. 398. Von zungen bes Raths im Allgemeinen Bei- 
Stabt wegen war das Summer Korn nur XII, zur angef. Chronif. 


u Oftern noch um 18 Pd. alt verlauft 

order, ſo ver bie von Endres Tucher 5 and er > De (fleinere) Kath be- 

angefetsten Preife auffallend billig er- 

fcheinen. 6. Endres, der fpätere Baumeifter, 
2. Das Summer zu 6 fl. entipriht war am 5. April 1423, Berthold am 30. 

bem in ber Chron. bis 1441 (Bd. I, 398, Oktober 114 geboren(Tucher'ſches Ge⸗ 
6) für dieſe Zeit namvaft gemachten Preiſe ſchlechtsb.) 

0 28—30 Pfd. a 


1437. 27 


Item ber rat pot, das man fein grub Tenger offen lis dan an 3 tag 
von pos geftands wegen. man meint, das denoch in dem fterben alt und 


jung tot fein pei 13000 menſchen!. 


1. *an’ vor van’ von gleicher Hd. eingefichaltet. 


1. Die außerordentliche Höhe dieſer 
(allerdings, wie e8 feheint, auch Die in der 
nähern Umgebung der Stadt Geftorbe- 
nen miteinbegreifenden) Zahl mag auf 
den erften Bli immerhin Bedenken erre- 
gen; gleichwohl darf fie faun mehr, wie 
eben jede auf bloß arbiträrer Schätung 


beruhende Zahl, angezweifelt werden. Der: 


ganye Bericht trägt ſonſt den Charakter 
sollommener Slaubhaftigfeit, und wie 
(jelbft im Mittelalter unerbört) verhee- 
rend die Seuche aufgetreten, erhellt ſchon 
aus der gewiß ganz zuverläffigen Angabe 
unjere® Autors, daß in dem (ihm zugehö— 
rigen — vgl. oben ©. 20, X. I) Dorfe Lohe 
allein 110 Menfchen geftorben feien; au- 
Berdem ftimmt der Bericht eines anderen 
von Tucher völlig unabhängigen Zeitge- 
noffen, des Mönche Konrad Hervegen, 
welcher die Zahl der Todten in der Stadt 
auf 10000 ſchätzt, und eine in ſpäteren 
Chroniken erhaltene genauere Specifica- 
tion der Verftorbenen (vgl. Nachricht. 3. 
Geſch. d. Stadt Nürnb. [1785] I, 521) 
mit den Mittheilungen des Memorials 
jo ziemlich überein. — Nehmen wir nun 
hinzu, daß oben die Zahl der Geflo- 
henen auf 9000 angegeben worden, jo 
werden wir unwillfürlih zu der Frage 
nach der Höhe von Nürnberg's damaliger 
Einwohnerzahl veranlaßt. Zur Beant— 
wortung derjelben gebricht es aber an Di- 
recten autbentifchen Nachrichten, da die 
einzige in ihren Refultaten befannte Zäh— 
lung aus dem Mittelalter (dem in diefem 


Bande unten folgenden Bericht über den " 


Markgrafenkrieg beigegeben), zu ungenau 
im Einzelnen erjcheint und an zu großen 
Unwahrfcheinlichkeiten leidet, um auf völ- 
lige Glaubwürdigkeit Anſpruch machen 
zu können. Zu indirecten Schlüſſen 
fönnen uns mehrere Daten führen. Dar- 
unter feheinen mir jene am gemichtig- 
ften zu jein, wodurch wir die Anzahl der 
Gewerbtreibenben bei einigen für den Be- 
völferungsftand maßgebenden Gemwerben 
fennen lernen. Im 9. 1363 waren 75, 
im 3. 1370: 63 Bädermeifter, im J. 
1363: 71 und 1370: 63 Fleiſchhauer— 
meifter in der Sthbt' (gleichzeitige in den 
genannten Jahren angelegte Handwerker⸗ 


liften in Nr. 232 u. 234 d. Nbg. A), 
Bahlen, die von dem heutigen Beftande 
diefer Gewerbe faum erreicht werben (Die 
Zahlen find beinahe gleich, heute aber Die 
Borftädte mit eingerechnet). Sonft möchte 
ic) noch hervorheben, was wir liber Die 
Stärke der waffenfähigen Mannfchaft in 
der Stadt wiffen : Ulman Stromer (Bd. 1, 
©. 41) giebt das Stadtheer beim Auszuge 
nad) Hilpoltftein im 3. 1388 mit Hinzu- 
rechnung einer nicht ehr beträchtlichen Zahl 
von Söldnern auf 8000 M. an; Konrad 
Celtes (am gleich anzuführenden D. cap. 
XIII.) fagt, man babe (um d. J. 1500) 
im Notbfalle 10000 Bürger bewaffnen 
können. Wir werden fo, freilich nur im 
Allgemeinen, annehmen dürſen, daß der 
damalige Bevölferungsftand ungefähr dem 
heutigen gleichgefommen ſei, was auch) 
wieder der aus den Konfumtionsverhält- 
nifjen hergeleiteten Annahme von Konrad 
Geltes (de situ, instit. et moribus No- 
rimb. cap. XVI.) entipridt, wonad) 
Nürnberg am Schluffe de8 15. Jahrh. 
von 52000 Menſchen bewölfert war. Die 
Gründe, aus denen Lochner in der Schrift: 
Die Einwohnerzahl der ehemaligen Reiche- 
ftadt Nürnberg (Nbg. 1857) ©. 12, 13 
bie letztere Zahl angezweifelt hat, ſcheinen 
mir völlig unzulänglic), wie denn Die ge— 
nannte Schrift Überhaupt zur Förderung 
der bezitglichen Frage wenig austrägt, da 
ihre Borausfeßungen faft nur auf —* 
dären Quellen beruhen. 
Wir laſſen noch drei Stellen aus den 
Stadtrechnungen folgen, welche auf die 
große Seuche, von der unſer Autor be- 
richtet, Bezug haben: ‘It. bed. 12, 158 
einem poten gen Landßhut nach meifter 
Peter arczt’. (Ende Septbr. 1437.) “St. 
ded. 13 #2. 18 8 4 bir potenlons im fter- 
ben und das es allenthalben (foftet?) als 
man nach unfern freunden und ratgefellen 
ſchicket herheym zu fomen’. (Anfang Jän⸗ 
ner 1438.) It. ded. 22 22. 4 ß baller, 
daz Die peflrung ber nachtwach im fterben 
von ſamßtag vor Galli unk auff den ſamß⸗ 
tag vor unſer lieben frawentag vor liecht- 
meß gefoft hat’. (Anf. Febr. 1438.) [Jah⸗ 
vesreg. III, Bl. 2466, 250.) 





or 


tu 
= 


15 


28 


III. Endres Tucher. 


Item ich was nie fein nacht aus, dan zu Regenſpurg 2 necht, zu 


Fag! 8 tag. 


1438. 


— 


Item am oberſt tag zu nacht do begieng man kaiſer Sigmunt zu 
dem Newen ſpital mit der vigil und zu morgens am eritag mit einer her- 
lichen felmefs, und ver abt von Münchawrack? fang [die] erft, abt von Caftel? 
bie ander, abt von Halſprun die drit, abt von Egidi die tagmeſs, und man 
(81. 46%) fett das fper und fant Anna arm und das heilig Freuß * auf ven 
altar vor dem for, und wären wol pei 100 pfaffen pei der vigil und 4 
ebt, und man het in ver Firchen hinten ein ſchwartz grab aufgemacht, do 
prunen auf mer dan 400 wechjen Firglein, und unten was ein jchon grab 
pereit mit gulven tuchen, do lag auf kaiſer Carls fron, fein apfel, und ein 
gulden und filberin Zepter, fein ſchwert und faifer Carl ftoll”. es was gar 
ein groß Spfer und mes genug: man het 100 mes beftelt®. 

Item am funtag nach dem oberft do fam margraff von Meichſen 
und herr von Ploben und heten ein tag mit einander. hie, und der piſchoff 
von Pabenperg, margraff von Brandenburg und [feine] fun”. 


1. item was nie fein nacht aus mich van zu R. 2 necht fag 8 tag. 
6. Micharef. 
10. und im ebt. 
‘was’ undeutlich corrig. 


einmal: zu nacht. morges. 
9. und waren wol: vnd marie wol. 
fen. 13. ein gulven zepter vnd filberin. 


1. Ohne Zweifel Tach oder Vach, 
Kirchdorf unmeit der Regnik, 2 Stunden 
nordöftlich von Nürnberg. In dem Saal- 
buche von Hans Tucher, dem Sohne un- 
Ir Ehroniften, (Pergamenthdichr. d. 15. 

Ih. 4°. im Frh. v. Tucher'ſchen Archiv) 
werben mehrere Güter zu Bach aufgeführt, 
die jelber “von den von Rynhoffen' zu Le- 
ben trug. 

2. Bir verbeffern die ſinnloſe Leſung 
der Handſchrift, da es nach den Beil. IV. 
mitgetheilten amtlichen Aufzeichnungen 
außer allem Zweifel ſteht, daß Münchau- 
rach (ehem. Benediktinerabtei an der Au⸗ 
rach) gemeint iſt. 

3. Die bekanute ehem. Benediktiner⸗ 
abtei zwiſchen Amberg und Neumarkt. 

4. Stücke von den Reichsheiligthü— 
mern; vgl. oben ©. 12. 

5. Vgl. oben S. 13, 1—3 nebft X. 2, 
und v. Murr, Journal, XI, 98. 


5. Nach: ſpital' noch 
7. abt fan Halſp. trit. 8. da Beilig. 
ein grab ein fhwarg. 11. bedi= 


17. von Pramberg. 


6. Vgl. Über dieſe Todtenfeier Beil. 
A und die Chronik bis 1441, Bd. 1, 

400 

7 um’ ift nach folgender Stelle des 
gleichzeitigen Schenkbuchs (Nbg. A. Nr. 
490, Bl. 1358) al8 Plural zu fallen : Ite⸗ 
rum. (propinav.) marggraff Fridrich von 
Bandenburg (sic) jeniori et junioribus 
44 quart (vini), facit 7 A. 6% 8 baller”. 
— Kurfürft —E (der Sanftmüthige) 
von Sachſen befand ſich wegen des Burg— 
grafthums Meißen in Streit mit Heinrich 
Reuß von Plauen. Zum Austrag deſſel⸗ 
ben wurde beiden Theilen ſchon einmal, 
im Herbſte 1437, vom Kaiſer ein Tag 
nah Nürnberg gefeht, der auch in ber 
That zu Stande gefommen war (Sahres- 
reg. UI, Bl. 245b, 246%; vgl. Limmer, 
Geſch. d. Boigtlandes II, 745), aber zu 
feinem Abſchluſſe geführt hatte. lleber den 
in unferer Chronik berührten zweiten 


4 0 


1437— 1440. 29 


Item do man zalt 1438 do wart der hertzog Albrecht von Oſterreich 
erkorn zu Franckfurt zu romiſchen konig am eritag vor unſer frawen tag 
kündung in der faſten, zwiſchen 2 ur und 3 ur auf den tag!. 

Item an unſer frawen kündung abent in der faſten vo fung [man] air, 


18. 
März. 


3 


x 
= 


[9 


in iever Firchen ein ſchon mes zu [ob got und dem newen fonig. 


1439. 


Item man begieng konig Albrecht von Ofterreich zu dem newen fpi- 


tal an unfer frawen tag als fie in den tempel geopfert wart, und der pi⸗21. Nov. 


ichoff von Regenſpurg fang die tagmes dem fonig, und les was] ein fchen 


grab mit vil lichten vie prunen?. 


Item am oberft obent? do pran die new mül ab und kunt [fie] 


mant erretten. e8 warn bopei uber A000 menfchen, wan die Begnig was 
uber froren und doch nit gar, das bie leut nit nein dorften. man meinet, 
das verprumen wer peifer dann 3000 gulven_iwert, wan 1 ſumer forns des 
mals galt 27 &. und 26 4., das fo vil melbs und forns in der mül was, 
wann ich felber varpei was. man pauet dran mer van 3 viertel jar; und 


1. fonn O. 3. in der faften kündung. 4. fr. ab. in ver faften Eundung. 5. den newen. 
Item am funtag nad) vem oberft — dem newen konig: in ver Hoſchr. nach ven Stellen zum 9. 


1439, aber mit der richtigen Auffchrift: 1438. 8. tenpel. 12. iiii M unbeutlich. 


16. tran. 


Nürnberger Rechtstag berichtet die Stabt- 
rehnung (Anfang Februar 1438) folgen- 
dermaßen: ‘It. ded. 52 20.4 8 hir, als 
ver herog von Sahſen und der berre von 
Plawen zum andern mal mit einander 
bie rechten vor unferm herren marggrafen, 
umb frandenwein, prot, obß, den herren 
auff dem rathawß, den hütern unter ben 
toren, ben wachtern an ben ftegen und 
feten, an der weinruffer jchendwein; und 
der tag weret 3 tag’. (Jahresreg. III, 


Bl. 250%.) Die endliche Entieheidung in 


der Sache erfolgte indeß erft 1439 (vgl. 
Limmer a. a. O. S. 746). 

1. 9 bi8 10 Uhr Vormittag unferer 
Zeitrechnung. — Durch einen Boten des 
Bialzgrafen Otto (von Mosbach) erhielt 
der Nürnberger Rath die erfte Kunde von 
Albrehts Wahl. (Sahresreg. II, BI. 
2915; der Bote empfieng ‘10 guldein in 
gold zu potenbrot’.) 

2. Bgl. die Chronik bis 1441, Bd. 1, 
©. 106. 


15. im der, 


3. Daß fich diefer Brand an dem ge- 
nannten Tage des Jahres 1438 er- 
eignete, beweift folgende Stelle der Stadt- 
rehnung von 1437/8: ‘St. ded. 19 €. 
17% 2 bir von der prunft wegen, die be 
geſchah an der newen mül vigilia epipha- 
nie’. (Yahresreg. III, 250°.) — Die bei- 
den „neuen Mühlen“ an der Pegnit 
(vgl. Bd. J. ©. 400, A. 4) wurden 1430 
vom Rathe erbaut, und die Berechtigung 
dazu, welche von Seite der Deutichordens- 
commenbe beftritten wurbe, von K. Sig- . 
mund in einer eigenen Urfunde d.d. 
Nürnberg, 23. April 1431 ihm zuge- 
proben. (Der Streit mit dem Orden 
wurde durch einen Vertrag vom 15. Nov. 
1431 geihlichtet.) Müllner in feinen Au— 
nalen (Bd. II, ©. 972, Orgnlmſe. auf 
d. Nbg. A.) nach den bezüglichen Ur- 
funden. Vgl. Reg. boica vol. XIII 
(IX), p. 206. 


nie- 5. Jan. 


30 DI. Endres Tucher. 


hub an zu prinen vor 3 oren in die nacht und pran ab, do es 5 ur was 
do was e8 als verprunen. 


1440. 
[81.46°) Item die churfurften weleten ven romifchen konig zu Franckfurt 
5 der haiſt hergog Friverich von Oſterreich, an unfer frawen tag liechtimes 
umb..... ur auf den tag. 


1. prinen corrig. ft. pawen. vnnb pran. v ur über ausgeflrich. vor'. 5. Oft vor 
framwen tag. 


Beilagen 


zu Endres Tucher. 


. Der Feldzug gegen vie Huffiten im Herbfte 1424. (zu ©. 9.) 
. Die Uebertragung der Reichskleinodien und Reichsheiligthümeren u 


Nürnberg. 1424. (zu ©. 12.) 


. Veldzug gegen die Huffiten im J. 1427. (u ©. 15 u. 16.) 
. Kaifer Sigmund's Todtenfeier in Nürnberg. (zu ©. 28.) 





I. 
Der Feldzug gegen die Huffiten im Herbite 1421, 


(Bgl. Memorial S. 9 und Chronik bis 1434 (1441) Bd. I, ©. 370.) 
Ueber die Theilnahme Nürnbergs an viefem Reichsfeldzuge findet fich 
sin der Stadtrechnung vom Jahre 1421 ein ziemlich ausführlicher Bericht, 
den wir bier folgen zu lafjen um ſo eher berechtigt fein dürften, al8 er zum 
Theil einen erzählenden Charakter an ſich trägt. 
Ihm fügen wir dann, um den Kreis der zufanmiengehörigen Schrift- 
ftüde gleich völlig zu umfchreiben, noch eine Anzahl von Briefen bei, welche 
10 der Nürnberger Rath theild an den Hauptmann feines Kriegsvolkes!, theils 
an befreundete Städte richtete und die fich und in den Briefbüchern der Stadt 
erhalten haben. 
Alle diefe Aufzeichnungen gewähren ung zuoörberft einen intereffanten 
Einblid in die Art und Weife der Kriegführung, in die Beichaffenheit des 
15 Heeres, die Art feiner Verpflegung und die Koften ver ganzen Ausrüftung. 
Die Rathsfchreiben tragen aber außerdem auch wefentlich zur Aufhellung des 
äußeren Ganges der Ereigniffe bei, in Bezug auf welchen unfere gerade bei 
dieſem Feldzuge noch ziemlic, Lüdenhafte Kenntniß manche fehr erwünfchte 
Bereicherung erfährt. 


20 (Nürnb. Arch. Rechnungsbuch Nr. 6. BI. 37°; und Jahresreg. II. UI. 1156.) 
Der zug gen Beheim auf die Hußen von irs unglauben wegen. 


Es ift czu wißen, do man zalt von Criſti gepurtt vierezgehenhundert und 
in dem einundezweinsigiften jare, daz unfer herren die fürfurften czu rat 
wurden eins zuges gen Beheim von des ungelauben wegen der Huflen; und 


21. Der Titel fieht am Rande. 24. 'ein’ Jahresreg. 


1. Leider haben fich deſſen Berichte halt nur aus dem fennen, was der Rath 
an den Rath im Nürnberger Archive davon im jeinen Briefen an Städte oder 
nicht vorgefunden. Wir lernen ihren In- Fürſten mittheilte. 

Stäbtechronifen. II. 3 


4 





or 


34 III. Endres Tucher. 

als fie dann fürften, herren, fteten und auch uns berüfften! und an ung fun- 
nen und begerten, darczu hilfflichen und vienftlichen ze fein?, und als dann 
unjer gnedigifter herre der römiſch fünig Sigmund ung darumb anlangt mit 
feinem offen brief?, darczu dienſtlich und willig «ze fein, wann wir nu got czu 
(ob, unſerm herren... dem fünige, unfern herren den furfürften czu dienft czu 
verjelben zeit und czuge czu dienst kumen fein und bie aufgezogen am freytag 


nad) fant Sebolts tag* mit 100 und 15 geraifigen pferden, die wir verfolt2>.s 


und gefpeift haben von dem egenanten tag ung in die achten wochen; darczu 
haben wir gehabt ein plichjen, die czwen czentner ſchewßt, ftain, pulfer und 
ander gezewg mit namen 21 geender wegen mitfampt den geenden ſchuͤtzzen, 


< werdfäwten, plichfenmeiftern, zimmerlewten und andern fachen ꝛc. alles auf 


1 


or 


der ftat folt und Loft, daz alles an der ſumm macht, vor, hinzu, daz fi) 
darczu gepliret, mit dem aufzug, hinczug, gelegers weife und herwiderheim, 
foftung, folt, bottenlon, verfarung, warnung, und andern notdürfften: alles 
dinges 3807 . und 10% Rhür. an dem allen ift czu wißen, daz daran 


vorhanden ift: 16 vaß weins, 3 vaz czu Nuͤremberg, 9 vaß czu Payrrewt 


und 4 vaß czu Eger, und 10 geraifige pferde; und waz Davon gevellet, daz 


1. Im jelben Rechnungsb. der Stadt 
von 1421 (Nr. 6 aufd. Nbg. A. BI. 33b) 
heißt e8 früher: “Item dedimus 3 guld. 
unſers herren berkog Ludwigs von der 
Pfallg berolten, als er vor Dem rat was 
nit der furfürften brief won des zugs we— 
gen auf die Hufen, unum pro 1 #. und 
4 ß bir; jumma in bakenfibus 3 4. 
12 ß bil.’ 

2. Auf Beranlafjung der verbündeten 
rheinischen Kurfürften wurde am 29. Juni 
1421 ein Städtetag zu Mainz gehalten 
und daſelbſt über die Hülfeleiſtung der 
Städte bei dem bevorftehenden Zuge ge- 
gen die Huſſiten verhandelt. (Schreiben 
des Raths zu Nürnberg an die Stabt 
Schweinfurt vom 13. Juni, an die Stabt 
Windsheim vom 20. Juni. Briefb. Nr. 
5 [XTI], 81. 1416 u. 31. 1436. — 
Nürnberg war durch Beter Boldanıer ver- 
treten. Rechnb. Nr. 6 auf dem Nbg. A., 
BI. 33b.) Es waren auch die Räthe der 


Kurfürſten zugegen; und noch während 


ber Dauer ber Verſammlung traf des Kö— 


- nigs Kanzler, der Biſchof von Pafſau, 


nebft einigen Räthen des Pfalzgrafen und 
Heinrih Peyr zu Mainz ein mit einem 
Schreiben König Sigmund’s, das allem 
Anſchein ach an die Städte des Neichs 
gerichtet war. (Schreiben des Raths won 
Nürnberg an die Stadt Schweinfurt vom 
8. Juli. Im bezeichneten Briefbuch UI. 
1456.) Schließlih wurden die Städte 
aufgefordert bis zum 19. Juli fich auf ei⸗ 
nem Tage zu Boppart vertreten zu laſſen, 
der denn auch wirktich von ihnen beichidt 


wurde, wie fi) aus einem Schreiber des 
Nürnb. Raths an die Stadt Rordlingen 
vom 28. Juli und der Nürnb. Stadt—⸗ 
rehnung ergiebt. (Angef. Briefb. DI. 
1522, — Rechnungsb. Nr. 6, BI. 346. — 


Auch dabei war Nürnberg durch Peter 


Boldamer vertreten.) Nur eine allgemeine 


"Notiz über den Tag von Mainz hatte im 


17.3. Mitllner ohne Angabe der Quelle 
jeiner Chronik einverleibt. Aus ihm iſt 
fie in die Hist. diplom. Norimb. 541 
libergegangen, deren „Anmerkungen “ 
überhaupt wörtlich den Annalen Mült- 
ner's entnommen find. Aus Müllner . 
jerbft kannte ſie Palady, Geh. von Böh- 
men II, 2, 243. 

3. Bielleicht ift Damit das von Ajch- 
bach (Geſch. Sigm. II, ©. 130, A. 22 
u. ©. 439) ins 3. 1421 verjebte, won 
Buchner (Geſch. Bayerns VI, 212) ohne 
nähere Angabe citirte Ausichreiben Sig- 
mund's d. d. Preßburg, Juli 23, ge- 
meint, vielleicht das Aum. 2 erwähnte 
zu Mainz übergebene Schreiben. 

4. Das Neichdaufgebet war auf den 
24. Auguft ergangen. Bgl. Eberh. Win- 
def, bei Menden Kap. 89, Sp. 11465 


Herm. Korner, ap. Eccard DI. 12149 


(— profesto S. Bartholomei —). 

5. Am 2. Oftober wurde die Beln- 
gerung von Saat aufgehoben, am 5. war 
man auf dem Rückwege bei Schladenwerth. 
Bol. dasS. 12 mitgetbecite Nürnberger 
Rathsſchreiben an burg vom 9. 
October. Ueber die Rückkehr der Nürnber⸗ 
ger vgl. ©. 43, 


Beilage L 35 
ft ezu antwurten in bie Iofungftuben!. und des von der burger wegen Peter 
Boldmeir hauptman ift geweſen. und in demſelben ber find gewefen unjer 
herren die furfürften mitnamen die biſchoͤff von Colln und Tryer, hergog 
Ludwig von der Pfallg, jo het auch unſer herre der biſchof von Meint fein 

> antal volckes vabey?, ver bifchoff von Yüttih, der byſchoff von Maydburg, 
der hertzog von Sachfen?, marfgraf Johans von Brandemburg der jung*, 
marfgraf Fridrich und markgraf Wilhelm von Meichſen ®, and) heten unfer 
herren die bufchöff won. Banıberg und Wirkburg ix volck dabey, ver herkog 
pom Berge, und die hernachgeſchriben ftete, mitnamen: Cölln, Meint, Srand- 

.o furt, Speyr, Wurmbs, Bafel, Hagenam und ander ftet.in Ellſaßen, Aug]- 


purg, Ulm, Gofteng und ander ftet in Swaben, Zürd) und ander iv eydgno— 
gen von den fteten, Regenſpurg, Rotemburg, Windsheim, Nördlingen, Din— 
delfpühel, Weiffeinburg zc. und ander grafen, freyen, rittern, knechten, und 
gemainjchaft der ftet von allen lanven. und bey der rechnung ift gewefen von 


ria 5* in die fancti Gallı anno 1421°. 


L> des rats wegen her Karl Holgfchuher und her Sebolt Pfinging. Actum fe 
16, Dct. 


Gegen Ende des Monats Auguft hatten fich Die Kriegsvölker bes Haupt⸗ 
heeres allmählich in den fränfifchen Gegenden zufammengefunven®. Zum 
eigentlichen Sammelplat war Eger beſtimmt; dorthin haben auch die Nitrn- 
20 berger ſich ohne Verzug gewendet. Schon am 26. Auguft richtet ver Rath 


2. vnd des — gewefen’ im Rechngsb. von verfelden Hand am Rande. 16. Va fehlt Jahr 


veöreg. 


1. Der Ertrag findet ſich unter bei 
Sinnahmen deſſelben Rechnungsjahres 
(am 26. Febr. 1422) verrechnet: ‘recep. 
253 24. 8 8 und 10 hllr von Peter Vold- 
meir und Steffan Eoler, daz auf den pfer- 
den und weynen worden ift, die Peter 
Boldmeyr vor im bet, als Die dannoch 
vor handen waren, bo er fein rechnung 
getan bet, als er berkaim fomen was von 
dem zuge der Hußen czu Beheim.... 
über daz, daz man fider aufgeben hat’ — 
Rechnb. Nr. 6. Bl. 188). 

2. Gegenüber diefem unzmweidentigen 
Zeugniffe wird Die auch von Afchbach (III, 
134) und Palady (III, 2, 251) aufge- 
nommene Nachricht des Chron. Elwa- 
cense (Pertz mon. scerr. X. p. 44.) und 
.de8 Aeneas Sylvius (hist. Boh. c. 40.), 
wonach auch der Erzbiſchof von Mainz 
perſönlich am Feldzuge Theil genommen 
hätte, fallen müſſen — dies um fo mehr, 
als jene beiden Stellen ganz allgemein . 
gehalten find und auch anderweitige Irr- 
thůmer vorbringen. 

— 3. Wahrſcheinlich Herzog Erich von 
Sadjen - Lauenburg, oder einer feiner 
Brüber. ' u 


4. Der älteſte Sohn des Kurfürften 
Friederich. 

5. Die Markgrafen von Meißen be- 
fanden fich nicht beim Hauptheere, ſondern 
brachen jchon früher vom Norben-ber in 
Böhmen cin. gl. Hermann Korner 
(ap. Eccard) col. 1248, 49. 

6. In Nürnbergs unmittelbarer Um⸗ 
gebung begegnen wir den Völkern des pfäl- 
ziſchen Kurfürſten: Schenkbuch (Nbg. U. 
Nr. 489.) 1421, VIII: Propin. hertzog 
Ludwigen von der Pfallntz, als er czu 
Farmbach lag und auf dem zug gen Be— 
beim was anf bie Hußen, 1 lagel paſ⸗ 
ſawners, bie bet 63 maß, fact I K.I R 
bir, und darczu Schandt man im 1 lageln 
Ric weing, die het 64 maß, facit 6 ZZ. 
SB hir. — Propin. iterum Dez egenan- 
ten hertsogen Ludwigs grefen und herren, - 
die mit im zugen, als fie czu Lauffenholtz 
(Lauf am Holz an der Pegnitz) und dar—⸗ 
umb lagen, Damit fie Die burger erten, 18 
pierteil paſſawners in IeggJein, facıt 5 22, 
und Sf bir, und darezu ſchanckt man in 
17 vwierteil welifch weins auch in Icgelein, 
facit 3 7.8.8 6 hllr, ſumma umb lageln 
und ftrid 1 E23, und 8 ß hir.’ 


3% 


or 


a 


34 II. Endres Tucher. 

als fie dann fürften, herren, fteten und auch uns beräfften! und an uns fun- 
nen und begerten, darczu hilfflichen und vienftlichen ze fein?, und als dann 
unfer gnebigifter herre der römiſch fünig Sigmund ung darumb anlangt mit 
feinem offen brief?, darczu dienftlidy und willig cze fein, wann wir nu got czu 
(ob, unſerm herren... dem fünige, unfern herren den furfürften czu dienft czu 
derſelben zeit und czuge czu dienft fumen fein und hie aufgezogen am freytag 


nad) ſant Sebolts tag* mit 100 und 15 geratfigen pferden, die wir vwerfolt 22.Aup. 


und gefpeift haben von dem egenanten tagung in die achten wodhen?; darczu 
haben wir gehabt ein püchſen, die czwen czentner ſchewßt, ftain, pulfer und 
ander gezewg mit namen 21 geender wegen mitſampt ven geenden ſchuͤtzzen, 


wercklewten, plchjenmeiftern, zimmerlewten und andern ſachen ꝛc. alles auf 


der ftat folt und oft, daz alles an der ſumm macht, vor, hinezu, daz ſich 
darczu gepüret, mit dem aufzug, binczug, gelegers weife und herwiverheint, 
foftung, jolt, bottenlon, derfarung, warnung, und andern notdärfften: alles 
dinges 3807 Z. und 10% Rhllr. an dem allen ift czu wißen, daz daran 


vorhanden ift: 16 vaß weins, 3 vaz czu Nüremberg, 9 vaß czu Payrrewt 


[ 


und 4 vaß czu Eger, und 10 geraifige pferde; und waz Davon gevellet, daz 





1. Im jelben Rechnungsb. der Stadt 
von 1421 (Nr. 6 auf d. Nbg. A. BI. 33b) 
Hm e8 früher: ‘Item dedimus 3 guld. 
unſers herren berkog Ludwigs won ber 
Pfallg berolten, als er vor dem rat was 
mit der kurfürſten brief von des zugs we- 
gen auf die Hufen, unum pro 1 #2. und 
HR hun; jumma in hallenſibus 3, 

D tr.’ 

2. Auf Beranlaflung der verbiindeten 
rheinischen Kurfärften wurde am 29. Juni 
1421 ein Städtetag zu Mainz gehalten 
und daſelbſt über die Hülfeleiſtung ber 
Städte bei dem bevorftehenden Zuge ge- 
gen die Huffiten verhandelt. (Schreiben 
des Raths zu Nürnberg an die Stabt 
Schweinfurt vom 13. Juni, an Die Stabt 
Windsheim vom 20. Juni. Briefb. Nr. 
5 [XMI], 8. 141® u. Bl. 1430, — 
Nürnberg war dur Beter Boldamer ver- 
treten. Rechnb. Nr. 6 auf dem Nbg. A., 
Bl. 33b.) Es waren au) die Räthe der 
Kurfürften zugegen; und noch während 
der Dauer der Berfammlung traf des K- 
nigs Kanzler, ver Biſchof von Paſſau, 
nebft einigen Räthen des Pfalzgrafen und 
Heinrich Peyr zu Mainz ein mit einem 
Schreiben König Sigmund’s, das allem 
Anſchein nad an bie Städte des Reichs 
gerichtet war. (Schreiben des Raths von 
Nürnberg an die Stadt Schweinfurt vom 
i. Im bezeichneten Briefbuch VI. 
.) Scließlid wurden die Städte 
aufgefordert bis zum 19. Juli fich auf ei⸗ 
nem Tage zu Boppart vertreten zu laflen, 
der denn auch wirklich von ihnen beſchickt 


. Auch 


wurde, wie fi) aus einem Schreiben bes 
Nürnb. Raths an die Stadt Nörhlingen 
vom 28. Juli und der Nürnb. Stadt- 
rechnung ergiebt. (Angef. Brief. DI. 
1522, — Rechnungsb. Nr. 6, Bl. 346. — 
dabei war Nürnberg dur) Peter 
Boldamer vertreten.) Nur eine allgemeine 


"Notiz über den Tag von Mainz hatte im 


17.35. Müllner ohne Angabe der Quelle 
jeiner Chronif einverleibt. Aus ihm iſt 
fie in die Hist. diplom. Norimb. 541 
übergegangen, deren „ Anmerkungen “ 
überhaupt wörtlid) den Annalen MUE- 
ner’8 entnommen find. Aus Müllner 
ſelbſt kannte fie Palacky, Geſch. von Böh— 
men IU, 2, 243. 

3. Vielleicht ift Damit das von Aſch⸗ 
bach (Gefch. Signt. III, ©. 130, A. 22 
u. ©. 439) ins 3. 1421 verjehte, von 
Buchner (Geſch. Bayerns VI, 242) ohne 
nähere Angabe citirte Ausſchreiben Sig- 
mund's d. d. Preßburg, Juli 23, ge- 
meint, wielleicht das Aum. 2 erwähnte 
zu Mainz übergebene Schreiben. 

4. Das Neichsaufgebet war auf ben 
24. Auguft ergangen. Vgl. Eberh. Win- 
bee, bei Menden Kap. 89, Sp. 11465 


Herm. Korner, ap. Eccard Il. 1249 


(— profesto S. Bartholomei —). 

5. Am 2. Oftober wurbe die Bela— 
gerung won Saaß aufgehoben, am 5. war 
man auf dem Rückwege bei Schladenwerth. 
Vgl. das S. 42 mitgetheilte Nürnberger 
Rathsſchreiben an Straßburg vom 9. 
October. Ueber die Rückkehr ver Nücnber- 
ger vgl. ©. 43. 


Beilage I. 37 


Geſchlechter Franz Rummel erfcheint als der Ueberbringer einer Gelbfen- 
dung in dem folgenden Schreiben: 


Petern Bolflmeir ıc. 


Lieber Peter, dir haben unfer freunde Hanns Tucher und Ulrich Grunt— 
> herr! bey Frangzen Rummel nehft etwievil gelts gefandt, als du nu wol ver- 
nommen macht haben ; und al8 du Hannfen Tucher verfchriben haft umb mer 
gelt8 zu Eger zu beſtellen, darumb wellen wir uns gern erfarn, ob man das 
aljo da finden und beftellen mug, und darnach unfern fleif8 darczu tun, als 
fi) gebiirt. auch begern wir, daz Du dich weder mw noch bottenlon verdrief- 
20 fen lafjeft und ung oft jehreibeft, wie ſich die lewffe machen, wan ung des ein 
notdurft zu willen ift. datum ſub figillo magiſtricivium fabato ante nativi= 
tatis Marie. 
. (a. a. O. Bl. 1578.) 
Trotz der hier ausgefprodenen Mahnung mußte, wie e8 feheint, ver 
15 Kath noch länger auf ein meitered Schreiben von dem Hauptmanne feiner 
Truppen warten, denn in einem Briefe vom 10. September (a. Brfb. BI. 
157*) wird Beter Boldamer neuerlic, und fehr dringend aufgefordert, bald 
Nachricht über den Stand der Dinge zu geben. In diefen Schreiben wird 
auch ſchon der Tall eines Rückzugs des Heeres in Betracht gezogen: 


20 Auch hab im finn: wenn fih das her einsmals wider herauf zu land 
wenten wurd, daz du denn deinen fleiſs tueft alfvere du macht, daz man ander 
ftraf8 denn filr und heim züg, des man vor als vaft auf uns gelegen und für 
ung hin-geczogen ift’. | | 

Am 11. September find die Nachrichten aus dem Heere endlich einge- 

25 troffen. Wir fennen den Iebhaften und intereffanten Bericht Voldamer’s aus 

der Mittheilung des Raths an Ulm: 


Den von Ulme. 


Lieben frewnde, als iv uns verfchriben und won wechjel® wegen ven 

eihern in das her zu beftellen gebetten habt 2c das haben wir wol vernomen. 
30nu hetten wir von unfer felb8 wegen nu langt gern gelt in ſölicher form bey 
uns verwechſelt, den unfern in Das her zu antworten, fo haben wir des bey 
uns niht mugen finden, doch haben wir umb ewern willen unfern fleif8 getan 
und nod) bas darnach fragen laſſen, und können des zu difen zeiten bey uns 
niht finden nod) ervorſchen. da mag ſich eror frevntſchaft wol nad) richten. 

35 und als ir und gebetten habt von der lewff wegen von Beheim herawß ꝛc 
Laffen wir erwr weisheit-willen, daz und von einem unferm guten frewnd? auf 


31. nach: antw. ein ausgeftrich.: beftellt. 35. nad) ung ein ausgeftrich.: aber. 


1. Die beiden Rofunger won den Ge- 2. Ohne Zweifel eben Peter Bolda- 
Tchlechtern. Allgem. Rechnungsber. v. mer. Bgl. die Bar. zu 3. 18 auf ber 
27. Febr. 1421 im Jahresreg. II, BL. 103. vorigen Seite. 


6. Sept. 


. - 


36 II. Endres Tucher. 


an den Hauptmann‘ Peter Volckamer ein Schreiben, worin er denſelben er- 
fucht, den Kurfürften, mit denen er alfo zufammengetroffen fein oder dem . 
nächft zufammentreffen mußte, Vorftellungen zu machen über die Ziügellofig- 
feiten, welche ſich die flandrifche Heeresabtheilung (des volks von Gent, von 
Henngew und awß derfelben gegend ein michle ſchar') beim Durchzuge hatte 
zu Schulden kommen laſſen, (Brfb. Nr. 5. IXIII.] 31. 155°.) 

Am 1. September war der Rath zu Nürnberg im Beftte von Nad- 
richten aus dem Heere, die ihm Voldamer berichtet hatte und durch welche 
wir die zu Eger getroffenen Anordnungen wie den weiteren Verfolg Des 
Zuges ziemlich genau kennen lernen. Sie find uns in einem Rathsſchreiben 
an Ulm erhalten, das wir hier folgen laſſen. 


ar 


bu 
> 


Den von Ulme. 


Lieben frewnde, als ir ung von der lewff wegen des geßogs gen Beheim . 
verfchriben und gebetten habt zc. derſelb eibr brief ward uns am nehftver=3o. Aug. 
gangen ſamſtag frw geantwortt. nu haben wir ewern botten feid bey uns 
aufgehalten in gut, ob wir icht verneͤmen, daz wir eiörer freiöntfchaft deſt 
eygenlicher fehreiben möchten. alſo laffen wir ewr mweisheit willen, daz uns 
ein unfer guter freiönde botſchaft getan und verfehriben hat, auf ſölich mey— 
nung: daz unfer gnedig herren .. die furfurften zwo ftraffen für fich geno- 
men haben zu ziehen, die einen uber walt bey Künigemart ! hinein, die an- 
dern für den Ellimpogen hinein, und unfer gnedig herren .. die furfürften 
haben fi) am nehftvergangen pfincztag zu Eger erhaben zu ziehen, und fie28. Aug. 
meynten als am nehftwergangen funntag yenfeit walds zu ein ander zu ko—31. Aug. 
men?, ſich da zu unterreven und all fadhe für hand zu nemen. item unfer 
herren .. die furfurften haben ein offen markt zu Eger rüffen laffen, und daz 
man im lam zu Beheim meniklich tot ſlahen ſülle, awßgenomen finder, die iv 
vernunft niht haben, und daz man audy fein frawn in dem her mitfiiren nod) 
ziehen laſſen ſölle, und daz foft teror und ‚zubejorgen ſey, daz fie niht basfeyler 
werde. auch haben wir vernomen, daz eror ſoldner einr mit eiderm zewg gen 
Eger vollritten und nu widerumb zu ewch muͤg komen ſeyn, der etüch die 
und andre mer muntlich auch wol mag gejagt haben; denn wo wir eürer er- 
ſamkeit Tieb oder dienft ꝛc. datum feria 2* ipja die ſancti Egidij. 1. Sept. 

(Brfb. Mr. 5. [XII] Bl. 1556.) 


Alsbald mußte ver Rath bedacht fein, neue Hülfsquellen für die Ver- 
35 pflegung feines Kriegsvolks zu eröffnen. Der in unferer Chronik genannte 


1 


or 


2 


= 


2 


>, 


3 


I 


18. Urfpr. hieß es: d. ons onjer Lieber burger und ratgefelle Peter Volkmeir botfch, 8. 
22. zu &g. über ver Zeile. 26. fülle corrig. ft. fülle. 30. muͤg corrig. fl. mag. 


1. Königewart an den Nordabhängen Heer erft am 10. Sept. über bie böhmi- 
des Böhmermalbes, ſüdöſtlich von Eger. Ihe Grenze gegangen, vollkommen wider- 
2. Durch Diefe Angaben wird Palac- legt. 
{y’8 (III, 2, 252) Annahme, als ſei das 





Beilage I. 37 


Geſchlechter Franz Rummel erſcheint als ver Ueberbringer einer Gelvfen- 
dung in dem folgenden Schreiben: 


Petern Bollmeir x. 


Fieber Peter, div haben unfer freunde Hanns Tucher und Ulrich Grunt— 
5 herr! bey Franczen Rummel nehft etwievil gelts gejandt, al8 du nu wol ver: 
nommen macht haben ; und als du Hannſen Tucher verfchriben haft umb mer 
gelts zu Eger zu beftellen, darumb wellen wir uns gern erfarn, ob man das 
alfo da finden und beftellen mug, und darnach unfern fleiſs darezu tun, als 
ſich gebuͤrt. auch begern wir, daz Du Did) weder min noch bottenlon verdriej- 
10 fen lafjeft und uns oft fchreibeft, wie fich die lewffe machen, wan uns des ein 
notdurft zu wiffen ift. datum ſub figillo magiſtricivium ſabato ante nativi= 
tatis Marie. 
(a. a. O. Bl. 1574.) 
Trotz der hier ausgeſprochenen Mahnung mußte, wie es ſcheint, der 
15 Rath noch länger auf ein weiteres Schreiben von dem Hauptmanne feiner 
Truppen warten, denn in einem Briefe vom 10. September (a. Brfb. BI. 
157*) wird Peter VBoldamer neuerlich und fehr dringend aufgefordert, bald 
Nachricht Über ven Stand der Dinge zu geben. In dieſem Schreiben wird 
auch ſchon der Fall eines Rückzugs des Heeres in Betracht gezogen: 


20 Auch hab im finn: wenn ſich das her einsmals wider herauß zu land 
wenten wurd, daz du denn deinen fleiſs tueft alfvere du macht, daz man ander 
ftraf8 denn für ung heim züg, des man vor als vaft auf ung gelegen und für 
uns hin-geczogen ift’. | 

Am 11. September find die Nachrichten aus dem Heere endlich einge- 

25 troffen. Wir kennen den lebhaften und intereffanten Bericht Volckamer's aus 

der Mittheilung des Raths an Ulm: 


Den von Ulme. 


Lieben frewnde, al8 ir uns verjchriben und von wechjel® wegen ven 

ewern in das her zu beftellen gebetten habt ze das haben wir wol vernomen. 
zo. nu heiten wir won unfer ſelbs wegen nu langjt gern gelt in ſölicher form bet 
uns verwechſelt, den unfern in das her zu antworten, fo haben wir des bei 
ung niht mugen finden, doch haben wir umb ewern willen unfern fleiſs getan 
und noch bas darnad) fragen laſſen, und fönnen des zu difen zeiten bey uns 
niht finden noch ervorſchen. da mag fid) erir frewntſchaft wol nad) richten. 
35 und als iv und gebetten habt von der lemff wegen von Beheim herawß x 
laffen wir eror weisheit-wiffen, Daz uns von einem unferm guten frewnd? auf 


31. nah: antw. ein ausgeftrich.: beftellt. 35. nach une ein ausgeftrich.: aber. 


1. Die beiden Lofunger von den Ge- 2. Ohne Zweifel eben Peter Bolda- 
ſchlechtern. Allgem. Nechnungsber. v. mer. Bal. Die Bar. zu 3. 18 auf ber 
27. Febr. 14121 im Jahresreg. II, BI. 103. vorigen Seite. 


6. Sept. 


- 


® 


40 II. Endres Tucher. 


Peter Volckamer wird unter gleichem Datum der Empfang ſeiner Briefe 
vom 13., 14. und 15. September beſtätigt und dabei bemerkt, daß der Rath 
weitere 2 Wagen Weins, 'nemlich 5 vaſs, ver find 11% guter ellſeſſer, die 3 
franfen gemeiner ſpeiswein', gefauft babe, die er ihm nad) Eger ſenden werde 

s (a. a. D. Bl. 160°); am 26. September werden ihm zu den ſchon ge- 
fandten 4 neuerdings 4 Wagen Weins verſprochen!, dann wird der Haupt- 
mann belobt, daß er das Begehren der Fürſten nach Pulver in guter Form 
abzufchlagen gewußt, er möge gelegentlicdy vorbringen, daß man in Meißen 
noch Pulver kaufen könne (a. a. DO. BI. 162°). Am Ende diefes und eines 

10 folgenden Schreibens vom 6. Oftober (a. a. O. BI. 163") erhält Bolda- 
mer Die Nachricht, daß der Krieg um Nürnberg feinen Yortgang nehme und 
daß Die Fürften die Belagerung von (Hilpolt-) Stein begonnen haben. Es 
war die nad) einer abermals fehlgefchlagenen Vergleichshandlung neu ent: 
brannte Fehde zwifchen Markgraf Friedrich und Herzog Ludwig von Bayern⸗ 

15 Ingolftadt. (Vgl. Minutoli, Kurf. Friedrich ©. 167.) 


Ueber ven Rüdzug des Kreuzheeres erhalten wir durch ein Rathsſchrei— 
ben an Straßburg genauere Auskunft: 


Den von Strassburg. 


Lieben frewnde, uns hat diſer gegenmwertig eibr bott fürbracht, wie er 
20 bey 4 meiln wegs enhalben unfrer fat nivergeworffen und im brief und et- 
Lich fein hab genomen ſey worven, und hat uns dorauf gepetten, ob wir icht 
nıer von dem her von Beheim hetten, daz wir das eürer weisheit verfchrei- 
ben wölten. alfo tum wir eiörer fürfichtifeit zu willen in guter freiöntfchaft, 
daz ung auf dife zeit von unferm lieben burger und ratgefellen Petern Volk— 
28 mer, der unfers zewgs und volf8 gen Beheim hawbtman ift, brief und Bot- 
ſchaft ift fomen?, ver uns verfchreibt, daz am nehftvergangen pfingztag ein 2. O0 
ganzer aufpruch deſſelben hers vor der ftat Sacz geſchehen ift, und daz unfer 
gnedig herren .. die erczbiichof von Tryer und von Eöln und unfer und et- 
(id) ander volf am nehftvergangen junntag zu nacht des wege herheim zu zie= 5. O 
30 hen bis zum Nadisfurt? enhalb Eger fomen fen; fo ziehe unfer gnediger 
herre ... ver pfallnggraf die andern ftraffe für Tachaw herauf heymmarts. 


22. von Beh. über ver Zeile. 25. gen Beh. über ver Zeile. 27. deſſelben corrig. ft.: des. 
30. zum core. fl.: gen. 


1. In dem gleich anzufübrenden wie fidh aus einem dieſelben Angaben wie- 
Schreiben vom 6. Oftober wird Volcka- derholenden Schreiben an Kurfürft Frie- 
mer benachrichtigt, daß an diefem Tage drich vom 10. Oftober (a.a. O. Bl. 164b) 
3 Wägen mit 9 Halbfaß Weins an ihn ergiebt. - 
abgegangen feien. 3. Robisfort an der Eger, unweit 

2. Der Brief war am felben Tage Schladenwerth. 

(9. Oktober) in Nürnberg eingetroffen, | 





Beilage I. ' 39 


fen, welche Meldung thaten, “wie es vor dem Chadan ergangen’ (Schreiben 
des Raths an Ulm von diefen Tage, ang. Bıfb. Bl. 159°), und ‘wie es 
anf dem perg zun Chutten ergangen und beteydingt fol fein’!. (Schreiben 
an den Kurfürften Friedrich vom felben Tage, dem aber im Briefb. Die mitge- 
5 fandte Abfchrift des eingetroffenen Briefes nicht beigefchrieben ift, Bl. 159°.) 

In dem bier folgenden Briefe an Augsburg wird Dann der Gang der 
fetten Ereigniffe im Zuſammenhange erzählt, mobei e8 zunächſt auffällt, daß 
unfere Berichte ziemlich deutlid, die Einnahme von Kadan und Fonmotau 
dem Hauptheere zujchreiben, währen man dieſelbe bisher allgemein dem 
10 Meißniſchen Heere beilegte. Vgl. Aſchbach, Geh. Sigm. III, 134; Pa— 


lacky, Geſch. v. B. III, 2, 252. 


Den von Angspurg. 


Lieben frewnde, als iv uns verfchriben und gebetten habt, ewrer weisheit 
zuverjchreiben, ob wir icht weften, wo man zu unſerm gnedigiften herren .., 
15 dem römischen zc künig am nebften fomen oder in finden möcht ze das ha- 
ben wir wol vernomen. nu wifjen wir eiörer fürfichtifeit auf diſe zeit Fein 
engenfchaft davon zuverjchreiben, denn daz wir lantmansweife vernomen 
haben, daz derſelb unfer gnedigifter herre .. ver römiſch ꝛc kynig bey dreyen 
wochen zu Ofen oder zu der Plintenburg? ſülle gewefen fein. und als ix 
20 uns verfchriben habt von der lewff wegen von Beheim herawß ꝛc, alfo laſſen 
wir eibr frewntſchaft willen, daz wir vernomen haben, Daz von den graben 


gots den Huſſen etliche ſſoſs nemlih Ludnicz?, Maſchaw und die ftat Cadan 


angewunnen und eingenomen und der Huſſen etwievil verprant find; jo ha— 
ben auch die Huffen die ftat Chomentaw* ſelbs aufßgeprant und find davon 
25 gewichen; es jey im ber klemm umb prot und wein und ift im ber ein freyer 
marft berüft worben und daz fein fraw im her fein und nyemant ſpilen ſülle, 
und wir willen noch niht anders, denn daz das her ziwilchen dem Cadan und 
der flat Sat lige an der Eger, und man meynt, daz der Huflen vil zu Sat 
und diefe ftat etwas vet jey. fo füllen unfer bewren .. die marggrafen von 
30 Meichfen auch zu veld fein mit ivem her vor einv ſtat ein meil von Prür?, 
und ift etwas red, ob die zwey her zuſammen rucken wellen. denn wo wir ewrer 
erſamkeit lieb oder dienſt ꝛc datum fabbato vigilia Mathei apoftoli. 


(ang. Briefb. BI. 160°.) 


23. vnd — verprant am Rande. 


1. Es waren Verhandlungen inner- 


halb der huſſitiſchen Parteien, Die zu Kut- 
tenberg gepflogen wurben, und (am 1. 
September) zu ben Reſultate führten, 
daß man dem Großfürften Alerander Wi- 
told non Litthauen Die böhmiſche Könige- 
frone anzubieten beſchloß. Vgl. Palacky, 
Geſch. v. Böhm. III, 2, 258. 


27. noch' über ver Zeile. 


spem’ über der Zeile. 


2. Ungar. Visegräd, eine ber bebeu- 
tendften Burgen der ungariichen Könige, 
auf hohem und fteilem Felſen an ber Do- 
nau unterhalb Gran gelegen. 

3.Wohl Luditz an ber Schnella. 

4. Kommotau. 


5. Ohne Zweifel ift bier Bilin ge⸗ 


meint. Bol. Palacky a. a. O. III, 2, 252. 


20. 
Sept. 


- 


ll. 


Die Uebertragung der Reichskleinodien und Reichsheiligthümer 
nach Nürnberg im 3. 1424. 
(Bgl. Memorial S. 12 und Chronik bis 1434 (1441), 8b. I, ©. 371.) 


5 Welche Bedeutung man von Seite der Stadt dem von König Sigmund 
ihr gewährten Ehrenrechte, die Infignien des Reichs innerhalb ihrer Mauern 
zu bewahren, beilegte, erhellt hinreichend aus den mancherlei dem 15. Jahrh. 
angehörenden Aufzeichnungen, welche wir über dieſen auch in neuerey Zeit 
vielbehanvelten! Gegenftand befigen. 

10. Wir begnügen ung hier, zwei noch ungevrudte Berichte vorzulegen, 
welche zu den Angaben der vorliegenden und der im I. Bande abgedrudten 
Chronik aus K. Sigmund’s Zeit in näherer Beziehung ftehen. 

Der erfte derjelben ift eine kurze Erzählung der Ueberbringung ver Klei- 
node, welche der zweite der beiden vom Nürnberger Rathe zu ihrer Empfang- 

15 nahme nad) Ungarn abgefandten Bürger, Jörg Pfinging, feiner im I. 1445 
befchriebenen Reife nad) Paläftina, wie zufällig, anreihte. Wir haben fie ın 
der Originalaufzeihnung des Berfafferd vorliegen. 

Der zweite der Stadtrehnung entnommene Bericht, ftellt die jehr be- 
trächtlichen Koften, welche diefe Angelegenheit der Stadt verurſachte, über: 

20, ſichtlich zuſammen und vervollftändigt fo die ſchon aus den von Murr mit- 
getheilten Urkunden befannten Daten. 


(1) Jörg Pfingings Beridt von der Uebertragung. 


(Stabtbiblioth. zu Nürnberg. Schwarz No. 299. Pergament-Handſchr. des J. 1445 
in duodec. Bl. 58b u. 59a.) 


25 Item ich Jorg Pfinging zoch mit dem Sigmunt Stromer gen Offen, 
und der aller durchleüchtigiſter Fünig Sigmund gab uns das groß heiligtum: 


Bei weiten am wichtigften unter Literatur, dann feine Bejchreibung u. 
der veihhaktigen Literatur über Die Reichs⸗ Geſch. der Reichskleinodien im XIV.,XV. 
Heinodien find für die bier in Betraht und XVI. Theil derſelben Sammlung, 
fommenben Partien Ch. ©. v. Murr's womit bie betreffenden Abfchnitte in den 
Publicationen: vor Allem das Diploma- jpäter erjhienenen Merkwärbigkeiten der 
tarium lipsano-klinodiograph. im XII. —* ag | 2. Aufl. 1801) zu 
Bande des Journals zur Kunſtgeſch. u. vergleichen ſind. 


.O 


Beilage II. 43 
das |per und das heylig Freidcz und ander heiltums vil, das zu dem Newen 
ſpital ift!. das proht wir gen Nitremberg am mitwwoch den nedften tag noch 
ſant Benedicten tag in der faſten als man zelt taufent vierhundert und ym 
24 iar. und das het mein vater Sebolt Pfinging? der worben und pleib 
auch in aller der moß da pey dem prieff ald in mein vater het aus proht? 
und als der flat prieff noch jnnen helt*. und auf ven felben tag feirt yder 
man und man tet das loch und die türn" auff und ließ all gevangen ledig. 
und man fürt es gen dem Neiven fpital und ging all prifterfchaft in Nürem- 
berg mit, und Sigmund Stromer und ich Jörg Pfingzing riten noch dem 
wagen und die foben alt® gingen an dem wagen und ber rat aller ging nach 


dem wagen und dar nad) all purger und all framen zc.? 


yı 


317, 9. 6). 


(2) Daz aufgegeben von des heiligtumbs wegen. 


Es ift zewiſſen, daz am mitwochen vor unſer lieben frawen tag an⸗ 
nuncciacionis czu latein in der vaften anno 14240 daz wirdig heiligtumb her 
gen Nüremberg kam und daz unſer aller gnedigiſter herre her Sigmund rö— 
miſcher, zu Ungern und zu Beheim ꝛc künige dem rat eingab und empfalch 
nach lawt und ſag ſeiner kuͤnigklichen maieſtat brief darüber gegeben®. und 
darauff iſt gegangen von dem vorgenanten tag bis her, mitnamen: daz Sig: 


15. all. gned. auf radirter Stelle. 


. Dort wurden die Reichskleinodien 
ſeit Nr bi8 zur Aufldfung des Reichs 
verwahrt. 

2. Bgl. über dieſen engefebenen Bi Bür- 
ger 8b. 1, ©. 86, 377, 378 u. 380. Er 


nedig machen jollte — verbreitet ſich us 
ein Rathejchreiben im Brfb. Nr. 6 

42b. — Mit Geſandtſchaften — Gefenberg 
ſolchen an den königlichen Hof — wurde 
Sebald Pfinting, wie ſich aus den Stabt- 


war zur Zeit, von ber hier die Rebe ift, 
einer der 3 oberften Hauptleute (vgl. oben 
S. 12. A. 5). Daß er vom Könige bie 
Uebertragung der Reichsheiligthümer aus- 
gewirft habe, behauptet auch das von jei- 
nem gleichnamigen Urenfel abgefaßte Ge- 
— der Pfintzing (Nbg. Stabt- 
bibl. Schwarz. fol. 336; vgl. Bd. 

Beftätigt wird bie Ansabr 
duch folgende Stelle der Stadtrechnung 
(November 1423): Es koſtt die fart, Die 
Sebolt Pfinting it gen Ofen ezu unferm 
gnebigiften herren dem romiſchen kunige 
Sigmunden, und bey 11 wochen außen 
was getveien , von etlicher heimli- 
her ſache wegen, als die der rat 
wol waiß, und darczu von Venediger 
fart ‚ bie derſelb unfer herre der rö⸗ 
mifch fünige verboten bet, daz er daz mit 
im abteug, 263 2. und 67% ß bir und 

daz mit botenlon Darauf gegangen was’. 

(Sahresregift. II, Bl. 1866.) Ueber ben 
legteren Punkt — die Borftellungen, 
weiche Pfinting gegen bie von Sigmund 
anbefohlene Sperre der Strafe nad) Be- 


rechnungen ergiebt, ziemlich häufig hetraut. 

hne Zweifel iſt hier die Urk. K. 

Sigmund's d. d. Ofen, 29. Sept. 1423 

gemeint, die fich bei Murr, Journal XL, 
©. 16 fi. abgedruckt findet. 

4. Vielleicht ift damit auf bie zweite 
von König Sigmund in Betreff der Ueber⸗ 
gabe auögente te Urkunde Bezug genom- 
men: d. d. Ofen, 9. Febr. 1424. Abge⸗ 
druckt bei Murr, Journal XII, ©. 86 ff. 

5. Schon im vorangegangenen Jahr- 
hunderte finden wir die Benutzung von 
(Stadt-)T  Thürmen u Gefängniffen nad- 
Gemielen.: ürnb Poligeiorbirungen (ber- 
ausg. von 3. Baader, Stuttg. 1861) 
©. 15, vgl. Ulm. Stromer Bd. I, S. 79, 
20, ©. 273,7. 

Bol. oben 


6. Die 7 Eltern Herrn. 
&. 12,9. 5. 
7. Bl. außer dem Memorial Die Be- 
—* des Einzugs nach dem, Hei⸗ 
lgthume uche “Bei Murr, Journal, XU, 
5 Bi oben X. 3 und 4. 


22. 
März. 


22. 
Mär;. 


N 





44 . III. Endres Tucher. 


mund Stromeit und Görg Pfintzing vergzert beten gen Ofen zu unferm gne= 
digiften herren dem römiſchen fünig Sigmund als er in daz heiligtumb ant- 
wurtt, und auch mit den 1.000 guld. unger., die fie in die kantzley umb ei- 
nen brief über daz wirdig heiligtumb geben heten!; und daz Peter Bold- 
s nteir darnach vergzert het am den Rein zu unfern herren den furfürften, als 
man in czu wifjen tet, daz daſſelbe wirdig heiligtumb berfumen was; und daz 
die zatgung defjelben heiligtumb8 gefoftet het als man daz am erften hie zat= 
get; und daz Paulus Vörchtell und Ulrich Ortlieb darnach auch verezert het 
ten zu unferm gnedigiften herren dem römifchen fünige Sigmunden, betbrief 
10 von im aufzebringen gen unſerm geiftlichen vater dem babft? und an unfer 
herren die fürfurften?, und daz fie aber umb einen brief geben. beten in dic 
kantzley über daz wirdig heiligtumb *; und daz auch fuft mit andern botfcheff- 
ten, zerung und allen anvern ſachen, Daz Die egenante zeit darauff gegangen 
was bis auf diſen heitigen tag, 2941 /Z, und 1%, ß hllr, on die zerung, die 
15 her Cunrad Kunhofer yetzo zu Rome tut, und daz er von der gnaden und 
aplaß wegen aufgeben wirt, daz in Die egenante rechnung nicht begriffen ift, 
und daz darumb der egenante her Cunrad Kunhofer außen und nicht herhaim 
fumen was. und bey der rechnung ift gewejen von des rats wegen her Se: 
bolt Pfinging und her Steffan Coler. actum fabbato in die Mathie apoftolt2..s: 
20 anno 1425 °. 
(Sahresregifter II. BI. 227=.) 


Ueber die ferneren Koften, welche dieſe Sache der Stadt bereitete, er: 
folgte im Herbfte des zulegt genannten Jahres eine zweite Rechnungsablage: 


Daz aufgeben zu dem wirdigen heiligtum. 


28 Es iſt zu wiſſen, daz aber auf daz wirdig heiligen reichs heiligtumb ge— 
gangen iſt ſider der nechſten rechnung, die von deſſelben wirdigen heiligtumbs 
wegen geſchach ſabbato in die Mathie apoſtoli in der vaſten anno 1425 °, untz 
auf diſen hewtigen tag, des erſten, daz die fart koſtt, die her Cunrad Kun— 
hofer tet gen Rom zu unſerm geiſtlichen vater dem babſt Martinum, als man 

30 in von rats wegen hinein geſchickt het® und bey drein vierteil jars außen was 
gewejen, und do er mit demſelben unferm geiftlichen vater außtrug, daz des 
heiligen reichs wirdig heiligtum ewigklichen hie bey der ftat beleiben folt, und 

- auch etwiernil aplaß darczu außbracht und erworben hat, und den unfer geift- 


25. heiligen auf radirter Stelle. 


1. Die Onittung hierüber, von Kas— 
par Schlid ausgeftellt und vom 8. März 
] 12 batirt, fteht bei Murr, Journ. XII, 


2. Schreiben Sigmund’s an Pabft 
Martin V. d.d. Ofen, 9. Juni 1424 bei 
Murr, Journ. XII, ©. 101; vgl. ebenda 
bie Notiz aus dem Heiligthumbuche auf 


3. Bon fetsteren finden fich feine Be- 
ftätigungsbriefe vor. 


4. Beſtati gungebrie Sigmund’s als 
König von Böhmen und Kurfürft, d. d. 
Ofen, 2. Juni 1424 bei Murr a. a. O. 
S. 98, wobei ebenfalld die Dort worherge- 
hende Notiz zu vergleichen ift. 

5. Mit des kunigs fürbrungbrief 
und einem “demütigem bettbrief” bes 
Raths. Vgl. die Notiz aus dem Heilig- 
umbuche bei Murr a. a. O. S. 103 

nm. 


Beilage II. 


43 


das fper und das heylig kreibcz und ander heiltums vil, da zu dem Newen 
ſpital iſt!. das proht wir gen Nüremberg am mittwoch den nechften tag noch 
fant Benedieten tag in der faften als man zelt taufent vierhundert und ym 
24 iar. und das bet mein vater Sebolt Pfingzing? der worben und pleib 
s auch in aller der moß da pey dem prieff als in mein vater het aus proht® 
und als der flat prieff noch unnen helt“. und auf ven felben tag feirt yder 
man und man tet das loch umd die türn® auff und ließ all gewangen ledig. 
und man fürt ed gen dem Neüen fpital und ging all prifterichaft in Nürem— 
berg mit, und Sigmund Stromer und ih Jörg Pfinczing riten noch dem 
10 wagen und die ſyben alt® gingen an dem wagen und ber rat aller ging nad) 
dem wagen und dar nad) all purger und all frawen 2c. ? 


(2) Daz aufzegeben von des heiligtumbs wegen. 


Es ift zewiſſen, daz am mitwochen vor unfer lieben frawen tag an⸗ 
nuncciacionis czu Latein in der vaften anno 1424° daz wirdig heiligtumb her 
15 gen Nüremberg fam und daz unfer aller gnedigifter herre her Sigmund rö— 
mifcher, zu Ungern und zu Beheim ꝛc fünige dem rat eingab und empfald 
nad) lawt und fag feiner kuͤnigklichen maieftat brief dariiber gegeben®. und 
darauff ift gegangen von dem worgenanten tag bis her, mitnamen: day Sig: 


15. all. gned. auf rabirter Stelle, 


1. Dort wurden die Reichskleinodien 
ſeit 1424 bis zur Auflöfung des Reichs 
verwahrt. 

2. Bgl. über diefen augeſehenen Bür- 
ger Bd. I, ©. 86, 377, 378 u. 380. Er 
war zur Zeit, von der hier die Rebe ift, 
einer der 3 oberften Hauptleute (vgl. oben 
©. 12.9.5). Daß er vom Könige die 
Uebertragung der Reichsheiligthüͤmer auo⸗ 
gewirkt babe, behauptet auch das vor fei- 
nem gleichnamigen Urenfel abgefaßte Ge- 
ſchlechtsbuch der Pfintzing (Nbg. Stadt- 
bibl. Schwarz. fol. 336; d. I, 
377, 4.6). Beflätigt wird Die Angabe 
durch folgende Stelle der Stabtrehnung 
(November 1423): Es koſtt die fart, bie 
Sebolt Pfintzing tet gen Ofen czu unferm 
gnebigiften herren dem romifchen kunige 
Sigmunbden, und bey 11 wochen außen 
was geweſen, von etlicher heimli— 
her ſache wegen, als Die der rat 
wol waiß, und darezu won Venediger 
fart wegen, Die berjelb unfer berre der rö⸗ 
mifch fünige verboten bet, daz er daz mit 
im abteug, 263 ©. und 6%, R bllr und 
daz mit botenlon darauf gegangen was'. 
(Sahresregift. TI, Bi. 186%.) Ueber ben 
legteren Punkt — die Borftellungen, 
welche Pfinting gegen die von Sigmund 
anbefohlene Sperre der Straße nach Be- 


nebi machen jollte — verbreitet ſich auch 
ein Rathejchreiben im Brfb. Nr. 6. I. 
42b, — Mit Gejandtichaften — befonbers 
ſolchen an ben königlichen Hof — wurbe 
Sebald Pfinting, wie fi) aus den Stabt- 
rechnungen ergiebt, ziemlich häufig hetraut. 

3. Ohne Zweifel iſt hier die Urk. K. 
Sigmund's d. d. Ofen, 29. Sept. 1423 
gemeint, die fich bei Murr, Journal XL, 
©. 16 ff. abgebrudt findet. 

4. Vielleicht ift damit auf Die zweite 
von König Sigmund in Betreff der Ueber⸗ 
gabe audgeftellte Urkunde Bezug genem- 
men: d. d. Ofen, 9. Febr. 1424. Abge- 
drudt bei Murr, Journal XU, ©. 86 ff. 

5. Schon im vorangegangenen Sahr- 
hunderte finden wir die Benutzung von 
(Stabt-) Thürmen zu Gefängnifjen nach⸗ 
gewiejen: Nürnb. Potigeiorhnungen (ber- 
audg. von 3. Baader, Stuttg. 1861) 
©. 15, vgl. Ulm. Stromer Bd. I, &. 79, 
20, ©. 273,7. 

6. Die 7 Eltern Herrn. Vgl. oben 
&. 12,9. 5. 

7. Bgl. außer dem Memorial bie Be⸗ 
Icheibung bes Einzugs nad ben „ Hei⸗ 
ligthumsbuche“ bei Murr, Journal, ZU, 
S. 81, 82. 

8. Vgl. oben X. 3 und 4. 


22. 
März. 


Mär;. 


IM. 


Feldzug gegen die Huffiten im J. 1427. 
| (Bgl. ©. 15 und 16.) 


Ueber den Antheil, welchen Nürnberg an den mit fo großem Kraft— 

s aufwande ins Werk gefegten und fo fchmählich endenven Feldzuge des Jah— 
re8 1427, deſſen Hauptmomente unfer Chronift in furzen, aber durch ihre 
Genauigkeit und Offenheit befonvers lehrreichen Worten vorfährt, nahm, . 
hat fid) in ver Stadtrechnung ein ausführlicherer, dem in Beilage I. zum Jahre 
1421 gegebenen durchaus ähnlicher Bericht erhalten. Wir theilen denfelben 

10 hier mit, einige Rathsfchreiben ihm anreihend, deren Wichtigfeit für die Kennt- 
niß jener gerade durch ihren unglüdlichen Verlauf für die weitere Entwid- 


(ung der Reichsverfaſſung beveutfam 


leicht erhellt. 


gewordenen Friegerifhen Ereignifle 


Städtiſcher Rechnungsbericht. 


15 WMechnungsb. Nr. 7 im Nürnb. au dom S 1427. Bl. 46%. S$ahresregift. II, 
Bl. 3538, 


Es ift zu wiflen, als unfer herren die fürfurften zu Franckfurt eins ge- 
meynen zugs überein wurden gen Beheim wider die Huffen in der nechften 


vergangen vaſtenmeße!, auf fant Beter und fant Paulus tag umb Eger ze9. — 


20 fein?, und als fie da in das velt fomen: der cardinal von-Engellant unfers 
heiligen vater Des pabſts legat?, ver von Tryer, Bamberg, Wirkburg, Auge- 


19. vmb corr. ſt. gen. 


1. Die kurfürſtlichen Ausſchreiben bei 
Guden, cod. dipl. IV, 158 und bei 
Eberh. Winded (Menden 8. 150. Sp. 
1198 — 1200) find vom 27. April und 
4. Mai Datirt. 

2. Die eben angezogenen Ausjchrei- 
ben, ſowie der Anfchlag (bei Windel Sp. 
1192) nennen die Geegnd um Nürnberg 
als Hauptiamntelplag. Und wie fich aus 


N 


dem unten (Nr. 2) mitgetheilten Schrei- 
ben bes Nürnberger Raths an den Gra- 
fen Johann won Lupfen ergiebt, wandte 
fih aud nur ein Theil des Weſtheeres 
nach Eger. 

3. Vgl. über ihn und Die Zeit feines 
Abgangs zum Heere die Chronik bis 1434 
1441), 8b. I, 373, 442 f., und das un- 
ten (unter Nr. 3, mitgetheilte Schreiben. 


Beilage II. | 47 


purg, Speir, bifchoffe, und ein bifchoff von Frankenreich!, des von Eyſtet 
vold, marfgraf Fridrid) von Brandemburg, der jung hertzog von Sachſen?, 
bertog Heinrich, herkog Johanns berkog Ott von Beyern?, und des von 
Wirttemberg ret und dienert, und die reichftete von Swaben, Regenfpurg, 

5 Rotemburg, Wynnsheim und Weifjemburg; und nad dem aufpruch des here 
zu dreyen malen manung an uns geſchach won den fürften unfern nach— 
pawren als von widerumb ziehens wegen, Tachaw zu repten®; und alfo het= 
ten wir da hern Wygeleis vom Wolfftein und Seien Gewder? ® haubtleint, 
mit 68 pferden, unſerer diener gevaifiger pferd; und 31 pferde und zwen 
‚© wegen von unfern burgern die auf ir jelb8 zawm zugen, ven man die foftt 
gab”; 24 fehugzen auf vier wegen; da furt man mit ein große püchſen, die 
ſchoß einen zentner, 6 karren püchfen, 200 und 60 hantpüchſen, 12 tarraß- 
püchſen, 400 kugeln' darczu, vier tunnen pulfers, zweliftamfent pfeil, ſechs⸗ 
hundert fewrpfeil®; ſo waren der wegen aller vie den zewg und alle ander 

> dind furten 22, die hetten 94 pferd; und auch daz Paulus Vörchtelꝰ auf: 
geben bett für die groß mettel püchjen, vie man gießen ließ und die in Dem 
velde zebrach, und ein feherm plichfen zemachen, bey 30 wegen zu zefertigen '°; 

5. außforuch Iahresreg. 17. fchermpüchfen hat das Jahresreg., führempuchien das Rech⸗ 


nungsb. Zwifchen vem folgenven zefertigen' und ‘und auch’ ſtand: fo was daz ber zewg 
darauff 200 Hantpuchfen — was dann vurchftrichen iſt. Ganz ebenfo im Jahresreg. 


1. Damit ift ohne Zweifel der im wähnten, zur Rettung Tachau's abge- 


Schreiben an Köln (unten Wr. 3) genannte 
Biihof von Beſangon gemeint. Im 
Schentbuche aus diefen Jahren (Nbg. U. 
490. Bl. 45°) findet ſich bemerkt: “Pro- 
pinavimus dem bijchoff von Biſnitz au 
Frankenreich 12 gT., um. 122.10 8 bllr’; 
ebenda beißt fpäter berfelbe: biſchoff von 
Pyſentz' (BL. A6b). 

2. Friederich, der älteſte Sohn Kur- 
fürft Friederich des Streitbaren, welcher 
von Deeißen ber in Böhmen eindrang. 
Dt. Palady, Geh. von Böhm. II, 

‚413. " 


3. Herzog Heinrih von Bayern⸗ 
Landshut; Pfalzgraf Johann von Neu- 
markt und Otto von Mosbach. 

4. Wer diefe waren, erhellt aus fol- 
gender Stelle des Schenkbuches (Nbg. 


Arch. 490. Bl. 456): Propinavimus bern 


Jacoben Truchjeh von Walpurg und von 
Ballfee genant, und hern Exrharten von 
Gundelfingen, und graf Hannfen von 
Werdenberg, und dem von Stadian ritter, 
den Wolff von Zollr ritter, dem Berftolt) 
von Rehberg ritter, ftathalter des jungen 
von Wirtemberg 30.qT., ſumma 3 und 
15 ß bir. 

5. Vgl. die unter Nr. 4 u. 5 mitge- 
theilten Schreiben vom 3. u. 9. Auguft. 
Ohne Zweifel ift bier auf bie bort er- 


ſchickten Verſtärkungen Bezug genommen, 
doch find fie in der folgenden Aufzählung 
der ausgeſandten Kriegsleute nicht mit 
inbegriffen, offenbar weil fie den Kriegs- 
Ihauplat nicht mehr erreichen konnten. 
Wie fich aus dem Schreiben an Ulm vom 
14. Auguft ergicht, langte das (gefammte) 
Nürnbergiſche Kriegsvolk bereits am 13. 
Auguft wieder in der Stadt ar. 
6. Er ericheint in dieſem Say unter 
den Jüngeren Bürgermeiftern (Rechngsb. 
Nr. 7. Bl. 50). 


7. Es werben bier die Sölbner und 
die Bürger, welche die Koften ihrer Aus- 
rüſtung jelbft- trugen und von Seite ber 
Stadt nur verpflegt wurden, unterfchieben. 

8. Zahl und Belchaffenheit ver bier 
aufgeführten von der Stadt geftellten Ge⸗ 
ſchuütze ftimmt nur theilweife zu dem An- 
ſchlage bei Datt de pace publ. p. 165, 
was Droyien’s Anficht, daß jemed Acten- 
ftüd nur der im Frühling 1427 gemachte 
Eutwurf einer lex castrensis ſei, beftä- ° 
tot. Bol. Sitzungsber. ver k. ſächſ. Ge- 
jellich. der Wiſſenſch. 1855. ©. 156. 

9. Pant Bördhtel war vom 16. Juli 
bis 13. Auguft al8 älterer Bürgermeifter 
im Amte. Vgl. das Schreiben an Peter 
Boldamer vom 9. Aug. Nr. 5). 

10. Sie wurden nad dem Zuge jo- 


48 | IN. Endres Zucker. 


und auch daz bey eyngigen darauff gegangen was vor und nad) dem zuge mit 

warnung, kuntſchaft im daz ber und darauf, und mit des cardinals brie- 

fen bin zefertigen: daz machet alle® an der fumm 3224 &£ 17 ß umd 

10 bür. und bey ver rechnung ift gewefen von des rats wegen her Peter 
5 Boldmeyr und ber Steffan Goler. 


(1) Den von Augspurg. 


Lieben freiunde, als ir uns verfchriben und gebetten habt eiürer weisheit 
zuverjchreiben von des zug8 wegen yeczunt gen Beheim ꝛc, Das haben mir 
wol vernomen und laffen eiör fürfichtifeit willen, daz unfer gnediger herre 

10 hertzog Ott von Peyern auf geftern herauf zu uns fomen ift und unſers gne 
digen herren ... des pfallncagrafen, ſeins bruders, und fein volk von ftund 
nad) im her zerbht. fo wirbt unfer herre .. der biſchof von Speyr auf heit 
zu ung fomen und ift fein wolf in der gnöhe bey unſer flat. jo fombt un⸗ 
jer gnediger herre ... der ergbifchof von Tryer mit feinem volk auf heynt gen 

15 der Newnſtat', fünf meil von unfer ftat, und verſehenlich auf morgen zu une. 
alfo daz wir unfers teils niht anders wifjen noch hören, denn daz der zug 
für fid) gee. denn wo wir evrer erfamfeit lieb oder dienft zc. datum domi- 
nica Petri et Pauli apoftolorum. m. 

(Briefb. Nr. 7. [XV.] Bl. 1856— 186%.) 


20 (2) Hern Johannſen grafen zu Lupfen, lantgrafen zu Stu- 
lingen und herren zu Hohenad*. 


Gnediger herre, als uns etwr gnade verfchriben und gebetten hat, eivern 
gnaden zuverjchreiben, wo ſich unfer herren die fünften, herren, ritter, knecht, 
ftette und die härfche, Die denn yetzunt gen Beheim ben uns fürcziehen, hin 

25 richten 2c. da8 haben wir wol vernomen, und laflen erKr gnade willen, daz 
Jülich unfer gnedig herren die fürften, herren, der ftett und ander volfe, die 
denn yeczunt bet) und alfo fürgeezogen ſeyn, einsteil® auf Eger und einsteilẽ 
auf Tachaw zu ziehen, als der gegenwertig eiör diener die dink bey und wol 
erfarn hat und eiören gnaden muͤntlich engentlicher erczelen mag. denn mo 

30 wir elüren gnaden lieb oder dienft ꝛc. datum feria 4* ante Margarete. _- 

(a. 0. DO. 31. 188°-b,) 


(3) Den von Coͤln. 


Erfamen herren und befunver lieben frewnde,. als ir uns verfchriben 
und gebetten habt, eiörer weifheit zuverjchreiben von der gelegenheit unjer 
35 herren .. der fürften und des hers, die umb des heiligen criften glawben 


gleich wieber in Stand gefeßt. BI. 506° 9 (corr. ft. 8) hllr, die Paulus Vorchtel 
des angef. Rechnungsbuches (u. Yahres- [geben bet] Die wegen recht zefertigen als 
reg. II, Bl. 356b) findet fih (un er ben bie vom ber Mies herwider haim fomen’. 
Ausgaben vom Monat Slonemnber) einge. 1. Neuftabt a. d. Aiſch. 

tragen: ‘Item dedimus 1 4, 9 ß und 2. Er war des Königs Hofrichter. 





Beilage I. 47 


purg, Speir, bifchoffe, und ein bifchoff von Frankenreich!, des von Eyſtet 
vold, markgraf Fridrih von Brandemburg, der jung hergog von Sachfen ?, 
bergog Heinrich hertzog Johanns hergog Ott von Benern?, und des von 
Wirttemberg ret und diener*, und die reichitete von Swaben, Regenſpurg, 
5 Rotemburg, Wynnsheim und Weiſſemburg; und nach dent aufpruch des hers 
zu dreyen malen manung an und gefchady von den fürften unfern nad 
pawren als von widerumb zieheng wegen, Tachaw zu redten?; und alfo het⸗ 
ten wir da hern Wygeleis vom Wolfſtein und Seitzen Gewder? haubtlewt, 
mit 68 pferven, unferer diener geraifiger pferd, und 31 pferde und zwen 
10 wegen von unſern burgern die auf ir ſelbs zawm zugen, ben man die foftt 
gab’; 24 ſchutzzen auf vier wegen; da furt man mit ein große püchfen, die 
Ihoß einen zentnex, 6 karren püchſen, 200 und 60 hantpüchſen, 12 tarraf- 
püchfen, 400 fugeln'darczu, vier tunnen pulferd, zweliftawſent pfeil, ſechs⸗ 
hundert fewrpfeilꝰ; fo waren dev wegen aller tie ven zewg und alle ander 
1 dind furten 22, die heiten 94 pferd; und auch daz Paulus Bördtel? auß⸗ 
geben hett für die groß mettel püchſen, die man gießen ließ und die in dem 
velde zebrach, und ein fcherm püchſen zemachen, bey 30 wegen zu zefertigen ''; 


5. außſpruch Jahresreg. 


17. ſchermpüchſen hat das Jahresreg., ſchrempuchſen das Rech⸗ 


nungsb. Zwiſchen dem folgenden zefertigen' und vnd auch’ ſtand: fo mas daz ver zewg 
darauff 200 hantpuchſen — was dann durchſtrichen iſt. Ganz ebenſo im Jahresreg. 


Damit iſt ohne Zweifel der im 
Scräben an Köln (unten Nr. 3) genannte 
Bifchof von Bejancon gemeint. an 
Schenkbuche aus diefen Jahren (Mög. U 
490. Bl. 45°) findet ſich bemerft: Bro- 
pinabimus dem biſchoff von Biſnitz au 
Frankenreich 12 qT., ſum. 182.10 ß hir’ 
ebenda beiß Ipäter derſelbe: biſchoff von 
Point, (81. A6b). 

2. Friederich, der älteſte Sohn Kur⸗ 
fürft Friederich bes Streitbaren, welcher 
von Meißen her in Böhmen —* 
p34 Palacky, Geſch. von Böhm. II 


3. Herzog Heinrich von Bayern⸗ 
Landshut; Pfalzgraf Johann von Neu⸗ 
markt und Otto von Mosb ach. 

4. Wer Diefe waren, erhellt aus fol- 
gender Stelle des Schentbuches Nbg. 
Arch. 490. Bl. 456): Propinavimus hern 
Jacoben Truchſeß von Walpurg und von 
Wallſee genant, und hern Erharten von 
Gundelfingen, und graf SHannjen von 
Werbeuberg, und dem von Stadian ritter, 
dem Wolff von Zollr ritter, dem Berltolt) 
von Rehberg ritter, ftathalter Des jungen 
a Hat, ſumma 3 und 
15 

5. VBgl. die unter Ar. 4 u. 5 mitge⸗ 
theilten Schreiben vom 9. u. 9. Auguft. 
Ohne Zweifel ift bier auf bie Dort er- 


wähnten, zur Rettung Tachau's abge- 
ſchickten Berftärkungen Bezug genommen, 
doch find fie in der folgenden Aufzählung 
ber ausgeſandten Kriegsleute — mit 
inbegriffen, offenbar weil ſie den Kriegs⸗ 
—8 wicht mehr erreichen Tonnten. 
ie fi) aus dem Schreiben an Ulm vom 
14. Auguft ergicht, Tangte das (geſammte) 
KRürnbergiiche Kriegsvolk bereits am 13. 
Auguft wieder in der Stabt an. 
6. Er erſcheint in dieſem Seh unter 
ben 1.8) Bürgermeiltern (Rechngsb. 


Es werben bier die Söldner und 
die Bürger, welche bie Koften ihrer Aus- 
rüſtuug felbſi trugen und von Seite ber 
Stabt nur verpflegt wurben, unterfchieben. 

ahl und Beſchaffenheit der bier 
auf en rten von der Stadt geftellten Ge- 
fchiike flimmt nur theilweife zu dem An- 
lage bei Datt de pace publ. p. 165, 
was Droyſen's Anficht, daß jenes Acten- 
ftüd nur der im Frühling 1427 gemachte 
Gutwurf einer lex castrensis jet, beftä- - 
tot. Bgl. Situngsber. ver k. ſächſ. Ge- 
je Fi * zellenien 1855. ©. 156. 
at Vörchtel war vom 16. Juli 
bis 15. —* als älterer Bürgermeiſter 
im Amte. Bgl. das Schreiben ar Peter 
Boldamer vom 9. Aug. Wr. 5). 
10. Sie wurden nad dem Zuge ſo⸗ 


48 ' II. Enbres Tucker. 


und auch daz bey eyntzigen darauff gegangen was vor und nach dem zuge init 

warnung, kuntſchaft im daz her und darauf, und mit des cardinals brie- 

fen bin zefertigen: daz machet alle® an der fumm 3224 @%£ 17 ß und 

10 hllr. und bey der rechnung ift gewejen von des rats wegen her Peter 
5 Boldmeyr und her Steffan Eoler. Ä 


(1) Den von Augspurg. 


Lieben frewnde, als ir ung verfchriben und gebetten habt eiörer weisheit 
zuverfchreiben von des zugs wegen yeczunt gen Beheim ꝛc., das haben wir 
wol vernomen und lajjen eür fuͤrſichtikeit wiſſen, daz unfer gnediger herre 

10 hertzog Ott von Peyern auf geſtern herauf zu uns komen ift und unſers gne— 
digen herren ... des pfallnczgrafen, ſeins bruders, und fein vol von ftund 
nach im ber zeoht. fo wirdt unfer herre .. ver bifchof von Speyr auf heüt 


zu und fomen und ift fein volf in der gnehe bey unfer flat. ſo kombt un=- 


jer gnediger herre ... der ergbifchof von Tryer mit feinem volf auf heynt gen 
15 der Neronftat”, fünf meil von unfer ftat, und verfehenlich auf morgen zu uns. 
alfo daz wir unfers teils niht anders wiſſen noch hören, denn daz der zug 
für fid) gee. denn wo wir erbrer erfamfeit lieb oder vienft 2c. datum domi— 
nica Petri et Bauli apoftolorum. 
(Brief. Nr. 7. [XV.] Bl. 1856—186=.) 


20 (2) Hern Johannſen grafen zu 2upfen, lantgrafen zu Stu- 
lingen und herren zu Hobenad*. 


Gnediger herre, als uns eror gnade verfchriben und gebetten hat, eibern 
gnaden zuverfchreiben, wo ſich unfer herren die fürften, herren, ritter, knecht, 
ftette und die härfche, die denn yegunt gen Beheim bey uns fürcziehen, bin 


25 richten zc. das haben wir wol vernomen, und laffen eiwr gnade willen, daz 


ſoöllich unfer gnedig herren die fürften, herren, der ftett und ander volfe, die 
denn yeczunt bei uns alfo fürgeczogen ſeyn, einsteild auf Eger und einsteils 
auf Tachaw zu ziehen, als ver gegenwertig eiör diener die dink bey und wol 
erfarn hat und ewren gnaden muͤntlich engentlicher erczelen mag. denn wo 
30 wir eiören gnaden lieb oder dienft ꝛc. datum feria 4* ante Margarete. 
(a. a. O. 81. 189:-b,) 


(3) Den von Coͤln. 


Erfamen herren und befunver Tieben frewnde, als ir uns verfchriben 
und gebetten habt, eiürer weifheit zuverfchreiben von der gelegenheit unfer 
35 herren .. der fürften und des here, die umb des heiligen criften glawben 


gleich wieder in Stand gefet. BL. 506 9 (corr. ft. 8) hilr, die Paulus Vorchtel 
des angef. Rechnungsbuches (u. Jahres- [geben het] Die wegen recht zefertigen als 
reg. II, Bl. 356b) findet fi (unter ven Die von der Mies herwiber haim fomen’. 
Ausgaben vom Monat November) einge- 1. Neuftabt a. d. Aiſch. 

tragen: ‘Item dedimus 1 2, 9 ß und 2. Er war ded Königs Hofrichter. 


29. Jun. 


9. Juli. 








Beilage III. 51 


das ift laider alfo, und auf dieſelb zeit waren etwievil ritter und knecht und, 
ander fromm leüt in das ſloſs zu Tachaw komen, die haben feid daſſelb ſloſſe 
und fich ſelb in fenknuſs laider müfjen über geben; und fagt man bey ung, 
daz ſich derſelb gefangen etliche ſeid awßgeteydingt und ſchaczen haben laſſen; 
s fo haben die Huſſen die andern gefangen hin gefürt. und wiſſen ewch zu 
difen zeiten niht eygenfchaft von andern treffenlichen meren zu fehreiben. 
denn wo wir eürer erſamkeit lieb oder dienſt 2c. datum feria 6° ante Bar- 


tholomei apoftoli. 2. Aug. 
a. a. ©. Bl. 202°—2038.| | 
10 Unmittelbar nach Beendigung des unglüdlicdyen Reichsfeldzuges hat ſich 
die Stadt Nürnberg noch einmal dazu verſtanden, einzelne Truppentheile 
jowohl der Stadt Eger als den beiden noch im Felde ſtehenden Pfalzgrafen 
Johann und Otto zu Hülfe zu fenven. Die letteren hatten den Rathe zu 
wiſſen gethan, fie meinten ſich zu “unterfteen, die erbern herren, ritter und 
A 5 fnecht, die in dem floffe zu Tachaw feyn, mit gotshilff — awß ven felben 
ffoffe zu bringen’ (Schreiben des Raths an Pfalzgraf Otto vom 16. Auguft. 
a. Brfb. Bl. 201), und hatten feinen Beiſtand hiezu erbeten. Die in Folge 
deſſen nad) Bernan gefandten Kriegsvölker waren über vier Wochen im Tele. 
(Rechnungsbuch Nr. 7 auf d. Nbg. A., Bl. 45°.) Nod) länger (bis Anfang 
20 November — ang. Rechngsb. BI. 51', a. Briefb. BI. 232°) wurde Die 
Nürnbergifche Kriegshülfe von Seite der Stadt Eger in Anfpruch genonmen, 
welche ſich durch Die Streifzüge der Huffiten ftetS aufs Neue bedroht fühlte. 
Die Koften beider Expeditionen wurden befonders verrechnet und find in dem 
diejer Beilage vorangeftellten Rechnungsbericht nicht mit inbegriffen. 


4* 


IV. 
Kaifer Sigmund’8 Todtenfeier zu Nürnberg. 
(Bgl. Memorial ©. 28, und Chronik bis 1441, Bd. I, S. 400.) 


Um die Mitte December (1437) war die erfte Nachricht von Sigmund's 

5 Tode nach Nürnberg gelangt!. Der Rath ſäumte nicht, das wichtige Ereig— 

niß den Nachbarftädten Weißenburg und Windsheim mitzutheilen? und trug 

alsbald Sorge, in würdiger Weife das Gedächtniß des Verftorbenen zu be- 

gehen. Wir laffen das Schreiben folgen, welches er im dieſer Abficht an die 

drei in unferer Chronik (neben dem von St. Egivien) genannten benachbar- 
10 ten Aebte richtete: | 


Hern Ulrihen apt zu Hailfprunn. 


Erwirdiger lieber herre, al8 unfer allergnedigifter herre herr Sigmund 
romiſcher feyfer .. und zu Ungern, zu Beheim, Dalmacien, Croacien ꝛc. 
fonig Toblicher gedechtnuſſe kurczlich verfchiden ift, Dem der almechtig got gne- 

15 dig feh, haben wir und furgenommen und meynen feiner feiferlichen maieftat 
begrebnuffe zu dent heiligen geift in dem Newen fpital bey ung zu Nurem— 
berg und bey dent wirdigen feyjerlichen heiltum dafelbft, Damit uns fein fei- 
ferlich großmechtifeit in feinem leben begnadet und begabet hat, nad) unfer 
gewonheit, jo wir loblichſt mugen, zu begeen auff ven nehften heyligen ober 6. Ian. 

20 ften tag zu nacht mit gefungner vigilg und am eritag frü darnach mit gefun= 7. Ian, 
gen und gelefen felmelfen, und pitten ewer erwirdikeit mit fleiffe, iv wollet 
auf difelben zeit mit eurem ornat zu uns herein fomen und uns den genan- 
ten unfern gnedigiften bern den romiſchen Feifer dem almechtigen got zu lob 
feiner fele zu troft und dem heiligen reich zu eren helffen begeen und möllet 


16. Brüder hieß es verſtaͤndlicher: zu d. n. fr. zum heiligen geifl. 22. ‘mit e. orn.’ fpäter 
am ande eingefchaltet. 24. dem alm. — eren: die Ordnung dieſes Satzes ift im Brfb. 
erft durch Verweiſungen und eine Einfchaltung hergeftellt. 


I. Stadtrechnung aus tiefer Zeit: 16 8 4 hir potenlons gen Weiffemburg 
It. did. 1 7% 15 8 einem poten von und Winßheim, als man in verkündet, 
‘Prag, den Hanns Im Hof herauf ſchickt, daz der feyfer tod was'. (Jahresreg. III, 
als fer herre der keyfer tod war’. (Iab- Bl. 2196.) Das Schreiben fteht im Brib. 
redreg. LIT, Bl. 2498.) Nr. 13, Bl. 96b. 

2. In der Stadtrechnung: ‘It. ded. 


Beilage III. 51 


das ift laider alfo, und auf dieſelb zeit waren etwievil ritter und knecht und 
ander fromm leiöt in das ſloſs zu Tachaw komen, die haben feid daſſelb ſloſſe 
und fich jelb in fenknuſs laider müfjen über geben; und fagt man bey uns, 
daz fich derſelb gefangen etliche ſeid awßgeteydingt und ſchaczen haben laſſen; 
5 fo haben die Huſſen Die andern gefangen hin gefürt. und wiſſen ewch zu 
difen zeiten niht eygenſchaft von andern treffenlichen meren zu fchreiben. 
denn wo wir eürer erſamkeit lieb oder vienft 2c. datum feria 6° ante Bar- 


tholomei apoftoli. 22. Aug. 
(a. a. O. Bl. 2020 203. | 

ww Unmittelbar nach Beendigung des unglüdlicdyen Reichsfeldzuges hat fich 
die Stadt Nürnberg nod) einmal dazu verſtanden, einzelne Truppentheile 
jowohl der Stadt Eger als den beiden noch im Felde ftehenden Pfalzgrafen 
Johann und Otto zu Hülfe zu fenden. Die legteren hatten den Rathe zu 
willen gethan, fie meinten ſich zu funterfteen, die erbern herren, ritter und 

15 knecht, Die in dem floffe zu Tachaw feyn, mit gotshilff — awß dent felben 
floffe zu bringen’ (Schreiben des Raths an Pfalzgraf Otto von 16. Auguft. 
a. Brfb. BI. 201), und hatten feinen Beiftand hiezu erbeten. Die in Folge 
deſſen nad) Bernau gefandten Kriegsvölfer waren über vier Wochen im Felde. 
(Rechnungsbuch Nr. 7 auf d. Nbg. A., Bl. 45°.) Noch länger (bie Anfang 

20 November — ang. Rechngsb. Bl. 51°, a. Briefb. BI. 232°) wurde die 
Nürnbergifche Kriegshülfe von Seite der Stadt Eger in Anfpruch genommen, 
welche fidy durch die Streifzüge der Huffiten ftet aufs Neue bedroht fühlte. 
Die Koften beider Expeditionen wurden befonders verrechnet und find in dem 
diejer Beilage vorangeftellten Rechnungsbericht nicht mit inbegriffen. 


4* 








IV. 


Der Zug 
nach Lichtenburg (Lichtenberg) 


1444. 


IV. 
Der Zug 
nach Lichtenburg (Lichtenberg) 


1444. 











98 IV. Der Zug nach Lichtenburg. 


Berfuchen, vie Suche auszugleichen. Auf ven 16. December hatte Mark⸗ 
graf Iohannes von Brandenburg einen Tag nach Kulmbach ausgefchrie- 
ben, zu welchem Nürnberg Berthold Nüßel und Konrad Baumgartner 
aborbnete. Als diefe nun ven Waldenfelfern ihr Verfahren vorhielten, be- 
haupteten viefelben zu folchem Vorgehen gezwungen gemwejen zu fein. ‘Denn 
man habe ihnen 450 Gulden, die ihnen zu Nürnberg bezahlt werben foll- 
ten, verweigert, außerdem aber hätte ein Bürger ver Reichsſtadt Heinz 
im Hoff einen Brief, der ihm von ihrem feligen Vater zu treuen Händen 
befohlen und „ver wohl auf 40,000 Gulden“ Iautete, vorenthalten; das 
müffe vor allem andern gut gemacht fein. Darauf ward ihnen geant- 
wortet: es fet allerdings bekannt, daß-fie einen Augsburger Iacob Tyer- 
haubter um eine Summe Geldes „gefchatt“ hätten, “hie bey uns in 
Hailßprunner hof aufzurichten’; es fei aber in Nürnberg nicht herge— 
bracht, daß Jemand Schatzgeld in ver Stadt bezahle; Dagegen ſei 
Niemandem verwehrt, redliche Schuld zu fordert; darum feien fie bereit, 
wegen des bezeichneten Briefes, von dem fie bisher feine Kenntniß hätten, 
den im Hoff zur Rede zu ftellen und Gerechtigkeit walten zu laſſen. Da 
aber vie Walvenfelfer, ohne daß viefe Punkte völlig geregelt wären, nicht 
weiter verhandeln wollten, ging man von Kulmbach ohne Reſultat aus⸗ 
einander!. 

Indeß hatte die Stadt nicht verſäumt in wohlgeſetzten Briefen ihre 
Angelegenheit Fürſten und Städten vorzutragen, das Verfahren der Rit—⸗ 
ter aufzudecken, ihre peinliche Lage varzuftellen und eines Theils um Hilfe 
und Beiftand, andern Theils wenigftens um Neutralität zu Bitten?. Sie 
haben an Einzelne auch Geſandte abgehen laffen, Dr. Gregor Heimburg 
und Hans Koler an ven Herzog Friedrich von Sachfen. Diefer gab ihnen 
kurzen Beſcheid: er werde handeln, wie e8 einem Fürften gezieme?. Im 
Ganzen waren fie doch nicht gar zu ſchlimm geſtellt. Es zeigt dieß ber 
Umftand, daß mehrere der Adeligen, die bei dem Ueberfall betheiligt wa- 
ren, 3. B. Graf Heinrich von Truhendingen, Nidel von Dobeneck, Heinz 
Götz u.a. fich entſchuldigten und jede weitere Gemeinſchaft mit den Wal- 
venfelfern abſchworen“. Am meisten tritt dieß Verhältniß in dem Pro- 
tofoll zu Tage, das über die Petition des alten Engelhard von Streit- 
berg, feinem Sohne Hans die Theilnahme an jenem Gewaltftreich nach- 
zuſehen, geführt wurde”. Die Walvenfelfer felbjt fühlten weder Neue 


1. Gleichzeitiger Bericht in dem Fas⸗ FR 3 „athsobuch im Nbg. A. Nr. 952. 


A ©. va? 2. 44. B.1. des Nbg. Ar- 
4. "Bis. Nr.16. Bl. 160b, 1616, 1756. 
2, 3. Urk. Beil. Nr. U. 5. ſ. Urk. Beil. Wr. OL. 


1444. | 659 


noch Furcht. Im Gegentheil häuften fie noch neue Schuld auf bie frü- 
here. Es ift überliefert, daß Friß von Waldenfels im Februar 1444 bei 
Judenbach auf dem Walde! in des Herzogs Friedrich von Sachlen Land 
abermals Nürnberger Bürgern ihre Waaren weggenommen und wäljche 
Weine, vie fie nach Leipzig führen wollten, nach Gräfenthal gebracht 
babe?. Da waren denn freilich Unterhandlungen erfolglos. So zogen 
am 26. Februar die Nürnberger zu Felde. Wernher von PBarsberg?, 
Erhard Schürjtab, Muthes von Miengersreuth und Niclas Grieß waren 
die Hauptleute des Zuges. , Ihre. erite Waffenthat war vom Glücke be- 
günftigt. Das Schloß Wartenfels haben fie mit leichter Mühe genom- 
men. Dann ging es weiter nach Lichtenburg. Jetzt erſt wurde es Har, 
daß der Zug manche Schwierigfeit im Gefolge habe, und namentlich viel 
Geld koſte. Aber der Rath war zu Opfern bereit. Als Erhard Schürftab 
in dieſem Sitine nach Haufe berichtete, antwortete man ihm (9. März): Ge— 
trawt und hoft ir die ding mit gottes hillf mit ern zu erobern, jo laßt euch 
darinne nichts verbrieffen, wann wir euch mit gelt, leuten und zeug nicht 
laffen wollen, funder get ven Dingen geſtrackts nach und kert euch an ny⸗— 
mands, es wer dann, das euch darinne etwas, das zu fiver wer und Das 
wir nicht wifjen, begegen wurde, das wir dann uf euch jegen’*. Und balo 
darauf fchreibt ihm Karl Holzfchuher: ... verſtee, das derſelben meiner 
berren ernftliche meynung tft, das ir den ſachen on underlaß mit gantzem 
ernft und fleiß nachgen und euch an nymands fern füllt, jo lanng unt das 
man euch, da got vor ſey, mit gewalt auß dem veld ſlahen wolt, das wir 
doch nicht getrawen’®. Und wiever, da er über die. großen Koften klagt, 
wird ihm ver Beſcheid: “alfo fol ung keinerley coft oder zerung, die daruf 
get, nicht verprieffen’®. — Unter ven Hinderniffen, mit denen vie Nürn- 
berger zu kämpfen hatten, war nicht das geringſte vie Furcht vor ber 
Mißgunft des Markgrafen Sohannes von Brandenburg. In einem Briefe 
vom 10. März fucht der Rath die Hauptleute darüber zu beruhigen. 
Und als. dır nemlich dar inne berurft! — fehreibt man an Schürftab — 


1. Es liegt norböftliih von Sonne- ſelbs leip und ſelbachtend wol gerüfter die— 

berg in Sadjen-Meiningen. ner und pferde, dorunter ein venner jey’. 

2. Briefb. Nr. 16. Bl. 231%, Rathe- Schultheiß wurdeer 1442 anı 23. Januar. 

Ichreiben an Hz. Friederich von Sachſen, Beſtall. u. Schuld. d. Loſungſtube (Pa- 

d.d. 5. Mär 1444. pierhandjchr. sec. XV) Nr. 296 des Nbg. 
3. Er mar am 3. Oftbr. 14 ll neuer- U. Bl. 1178, 1186, 


dings auf 5 Jahre beftellt worden um 
250 Gulden Landeswährung, alle Jahre 
50 Gulden. Dafür foll er der Stabt die- 
nen mit feinem Theil des Schlofjes zu 
Luppurg und zu Wbelburg, mit “fein 


4. Briefb. Kr. 16. Bl. 2358. 
5. Schr. v. 11. März a.a. O. Bl. 
237 


6. Schr. v. 26. März a. a, ©. Bl. 
2586. 





60 VUV. Der Zug nad Fichtenburg. 


‘wie fich ewer ziehen für Liechtenburg verlengt hab, parumb das euch me- 
nigfeltig warnung fumen, das euch unfer gnediger herre margraf Jo— 
hanns vor Liechtenburg zu ligen nicht günnen, noch verhengen woll und 
meyn euch mit gewalt abzutreyben 2c., alfo fein wir in gutem getrawen, 
das fich fein gnade follich8 wider uns zu tun in ehnichen wege nicht un- 
verftee, wann uns dieſelb fein gnade durch unfer ratfrunde Berchtold 
Nugel und C. Pawmgartner zugefagt hat, ung und bie unſern in follichen 
dingen nicht zu hindern’ ?... 

Indeß hatten die Nürnbergiichen Schaaren jo raſch wie Wartenfels 
das Stäptchen Lichtenberg genommen. Nun lagen fie vor dem Schlojfe. 
Aber hier verließ fie das Glück. Ein ftarfer Schneefall trat ein, Pro- 
viant und Pulver blieb aus, die Büchjenmeifter waren unter- einander in 
Zwiſt und Zank gerathen, die Mannſchaft wurde mißmuthig. Der Rath 
hatte wohl, Recht, wenn er gegen Schürftab die Befürchtung ausſprach, 
e3 möchte aus den zwitrechten .... vil unrats eutften’?. Dazu Fam nun 
noch, daß von Böhmen her die Gefahr eines Veberfalls drohte. Karl 
Holzſchuher fchreibt darüber an Schürftab: Alls her Werther ?, vu und 
etlich andere... gefehriben habt, wie ir vaſt gewarnet werbet von gemwerb 
und ſampnung wegen, jo ver von Swanberg haben full zc., alfo haben wir 
erlernet, das berjeld von Swanberg igumt mit andern fachen follicher 
maß beladen ſey, das ir defter mynder forg auf in haben bebörft, ydoch 
fo ift es gleichwol gut und befomlich, das ir der ding deſter mynder nicht 
war nempt, unrat dadurch zu vermeyden ꝛc., auch ift ung in warheit ge 
jagt, wes des von Swanberg diener zwen mit einem Fnecht, nemlich Hanne 
von Dobrig in krawſem bar, und daſſelb bar fol mit grawem har etlicher- 
maß undterwachlen fein, und Jancko Plaha von der Zeppel bey euch auf 
Euntjchaft im ber fein fullen. darumb wollet fleilfe tun, ob ir vie zu 


Wewern hannden pringen und genemen mügt, und habt auch daruf ewer 


ving deſter baß in guter acht’*. Etwa zur felben ‘Zeit bat Johann von 
Gutenftein über ven Herrn von Schwanberg an ven Rath Bericht erjtat- 
tet. Er ſelbſt, fein Bruder Burdian, etliche Räthe der Herrfchaft von 
Bayern aus Ober- und Niederbayern feien zu Cham verjanmtelt gewe— 
jen, um fich über die Räubereien und anderen Uebelthaten des Schwan 
bergers zu berathen und Maßregeln dagegen zu ergreifen. Dieß auszu- 
führen, wäre ein gutes Werf, das nicht allein Gott dem Allmächtigen an- 


1. Briefb. Nr. 16. Bl. 2356. 4. Schreiben vom 21. März 1444, 
2. a. Briefb. Bl. 2478, im angeführten Briefbuche BI. 252, 
3. Nämlich der Schultheiß Wernher 

von Pardberg. - 


1444. . 61 


genehm, ſondern auch ver böhntifchen Krone löblich, gemeinem Nuten 
tröjtlich und den Unternehmern erlich und befömlich, und auch gut nach: 
perfchaft machen’ wäre!. Dabei ſcheint eg aber geblieben zu fein. Unter 
diefen Verhältniſſen wurden nun auch die Bunbesgenofjen der Nürnber- 
ger mißmuthig. Der Rath muß anı 30. März einen beruhigenven und 
zur Ausdauer mahnenvden Brief an Rotenburg und Windsheim fchicen, 
und bitten, jene möchten “umb unfern und gemeines nüß und notpurft 
willen noch ein cleyne zeit ein gütlich mitleyden nit ung haben, ven ewern 
ihreiben ... das fie fich nicht verpriefjen laſſen ſunder den unjern als 
bißher fruntlich beyſtendig fein füllen”. So viel aber lag, dem Nath 
daran, die Sache zu gutem Ende gefördert zu jehen, daß — indem er den 
Führern ein Vertrauensvotum zugehen läßt? — er ihnen zugleich mel- 
vet, ee babe neue Mannfchaft angewworben und bevollmächtige fie, auch 
ihrerfeit3 Anwerbungen im größten Maßſtabe vorzunehmen? Aber es 
waren alle Bemühumgen vergebens; die Nürnberger mußten ven Rüdzug 
antreten. Der Rath, noch immer über das Wohl der Seinen auf das 
ſorgſamſte wachend, ſchickte ihnen am 3. April, als er fie ſchon im Rüd- 
zuge begriffen wußte, noch VBerhaltungsbefehle: fie follen eine ſtarke Nach- . 
hut gegen die Waldenfelſer beſtellen, damit fie don ihnen unbefchäpigt 
bleiben. An eine befreundete Stadt (Dinfelsbühl) fchreibt ver Rath 
bald darauf über ven Zug und giebt folgende Gründe des Rückzuges an: 
die großen Rüftunigen, die im Werke waren, und die Unmöglichkeit, bei der 
Entlegenheit des Schlofjes in ver nöthigen Schnelligkeit ausreichenden 
Succurs zu Ichiden®. 

Es find im Nürnberger Archiv zwei Urkunden erhalten, welche über 
den Austrag dieſes Streites Auskunft geben. Die erjte ijt von Markgraf 
Johannes von Branvenburg ausgeftellt. Darin ijt beſtimmt: 1. Alle 
Betheiligten follen gute Freunde fein und eine verſünte, gerichte Suche 
joll zwifchen allen fein. 2. Alle Gefangenen beiverfeits follen auf eine 
ſchlechte alte Urphed' ledig fein, alle unbezahlte Schagung, Atzung 2c. foll 
ab, und die Bürgen ihrer Verpflichtung quitt fein. 3. Die von Walven- 
fels follen fünf Jahre lang nach Ausftellung viefes Briefes nicht der 
Stadt Nürnberg Feinde werben”. In der zweiten Urkunde erklärt Marf- 
graf Albrecht, daß nun aller Zwift zwifchen Nürnberg und der gefamnt- 


. Briefb. Nr. 16. Bi. 251. 7. d. d. Bayrstorff am mittwoch 
.a. a. O. Bl. 260 nach ſand Peter und Pauls tag (30. Juni) 
. Am 27. März. a. a. O. 81.2596. 1445. Die Urkunde ift befiegelt von 
. Am 30. März. a. a. O. Bl. 201. Mearfgraf Iohannes, Hans und Fritz v. 
a. a. O. Bl. 265. Waldenfels und Nürnberg. _ 

. Am 7. April. a. Briefb. Bl. 267%. 


EEE 


62 IV. Der Zug nad Yichtenburg. 


ten Walvenfelfifchen Familie ausgetragen fei'. Das war am 27. Decem- 
‚ber 1454. So lange hatte fich die Streitigfeit hinausgezogen. 

Die Relation, welche uns eingehend über ven Zug gegen Xichtenburg 
berichtet, befindet fich in mehreren Handſchriften, vie ven Bericht über 
den marfgräflichen Krieg von 1449 — 50 enthalten. Die ältefte Re— 
action fteht in Nr. 261 des k. Archivs in Nürnberg Papierhandſchr. 
des 15. Jahrhunderts in Fol., BL. 87"-— 89°). Davon find Abfchriften 
des 15. Jahrhunderts: Cod. 370 Schwarz in ver Nürnberger Stadt 
bibliothef (BL. 107° — 108%), 251 im F. Archiv (Bl. 126 — 129); 
des 16. Jahrhunderts: Cod. 259 u. 269 int f. Archiv in Nürnberg. 
Die Relation ift ohne Zweifel von einem Theilnehmer des Zuges ge- 
jchrieben, mit einer Anfchaulichkeit, die den Augenzeugen veutlich verräth. 
Möglih, daß Erhard Schürjtab ſelbſt der Verfaſſer if. Dafür Lönnte 
der Umſtand ſprechen, daß fie fich nur in den der Reihe A des Kriegs— 
berichtes angehörenden Handſchriften vorfindet, die alle entweder im 
Schürſtab'ſchen Haus eutftanden, ober von den dort gefehriebenen copirt 
find. Ueber pas Verhältuig und die Keihenfolge der Hanpfchriften muß 
ich auf die Einleitung Dr. Lexer's zu dem Berichte iiber den martgraf⸗ 
lichen Krieg verweiſen. 

Freiherr Franz von Soden hat. in einer Heinen Schrift: „Die 
Kriegszüge ver Nürnberger nach Lichtenberg und Ungarn. Nürnberg 
1857“ die Relation in moderner Sprache wiedergegeben. Was er von 
Zuthaten bringt, ift nur aus den Annalen des Rathoſchreibers Müllner 
wörtlich entnommen. 

Dei der vorliegenden Edition haben das Briefbuch 16 (XXIIII), 
das Rathsbuch von 1441—1461 Nr. 952 im Nürnb. Archiv und ein 
Fascikel mit Briefen, Eoncepten, Relationen u. dgl. zur Erläuterung wid) 
tige Beiträge geliefert. In dieſem Fascikel (S.VIL. L. 44. B. 1. RotR. 
Nr. 2) ift eine Bapierhandfchr. ves 15. Jahrh. 4°. * enthalten, welche über 
die Beziehungen, in denen ver Adel des jog. Baireuthifchen Oberlandes und 
des Voigtlandes zu ver Fehde jtand, über die Hilfsmittel, welche ven 
Nürnbergern in der dortigen Gegend zur Verfügung waren u. |. w. in- 
tereffante Aufklärung giebt. Der Cover hat einen Pergamenteinband, 


1. d. d. Onoltzpach am donrstag, der Lade 44, Bund2 (Rot R. Nr. 3, 4,5) 
fand Johannes des heiligen evangeliften des Nbg. 
tag. 1454’. An der Urkunde hängen die 2. Ohne das Regifter zählt ber Sober 


Shegel des Markgrafen, dreier Walden- 
feljer und der Stadt Nürnberg. Diefelbe 
folgt als Urk. Beilage Nr. V. Beide 
Originalurkunden auf Pergament find in 


81 mit alter Foliirung verjebene Blätter, 
wovon indeß jehr viele unbejchrieben 
find. 


1444... 61 


genehm, ſondern auch ver böhmischen Krone Löblich, gemeinen Nuten 
tröftlich und den Unternehmern ‘erlich und befömlich, und auch gut nach⸗ 
perfchaft machend' wäre!. Dabei ſcheint es aber geblieben zu fein. Unter 
biefen Berbältniffen wurden nun auch die Bundesgenoffen der Nürnber- 
ger mißmuthig. Der Rath muß am 30. März einen beruhigenven und 
zur Ausdauer mahnenven Brief an Rotenburg und Winpsheim fchiden, 
und bitten, jene möchten *umb unfern und gemeines nüg und notdurft 
willen noch ein cleyne zeit ein gütlich mitleypen mit uns haben, den ewern 
Ichreiben ... das fie fich nicht verdrieſſen laſſen ſunder ven unjern ale 
bißher fruntlich beyſtendig jein füllen’”. So viel aber lag dem Nath 
baran, die Sache zu gutem Ende gefördert zu fehen, daß — indem er ven 
Führern ein Bertrauensvotum zugehen läßt? — er ihnen zugleich mel⸗ 
det, er babe neue Mannjchaft ungewworben und bevollmächtige fie, auch 
ihrerfeit8 Anwerbungen im größten Maßſtabe vorzunehmen? Aber es 
waren alle Bemühungen vergebens; die Nürnberger mußten ven Rüdzug 
antreten. Der Rath, noch immer über das Wohl der Seinen auf dus 
jorgfamfte wachend, ſchickte ihnen am 3. April, als er fie ſchon im Rüd- 
zuge begriffen wußte, noch Verbaltungsbefehle: fie follen eine jtarfe Nach⸗ 
hut gegen vie Walvenfelfer beftellen, damit fie don ihnen unbefchäigt 
bleiben®. An eine befreundete Stadt (Dinkelsbühl) fehreibt ver Rath 
bald darauf über ven Zug und giebt folgende Gründe des Rückzuges au: 
die großen Rüftungen, die im Werke waren, und die Unmöglichkeit, bei der 
Entlegenheit des Schloffes in ver nöthigen Schnelligkeit ausreichenden 
Succurs zu ſchickenꝰ. 

Es ſind im Nürnberger Archiv zwei Urkunden erhalten, welche über 
den Austrag dieſes Streites Auskunft geben. Die erſte iſt von Markgraf 
Johannes von Brandenburg ausgeſtellt. Darin iſt beſtimmt: 1. Alle 
Betheiligten ſollen gute Freunde fein und eine verſünte, gerichte Suche 
ſoll zwiſchen allen ſein. 2. Alle Gefangenen beiderſeits ſollen auf eine 
ſchlechte alte Urphed' ledig ſein, alle unbezahlte Schatzung, Atzung ꝛc. ſoll 
ab, und die Bürgen ihrer Verpflichtung quitt ſein. 3. Die von Walden⸗ 
fels ſollen fünf Jahre lang nach Ausſtellung dieſes Briefes nicht der 
Stadt Nürnberg Feinde werden'. In der zweiten Urkunde erklärt Mark—⸗ 
graf Albrecht, daß nun aller Zwiſt zwiſchen Nürnberg und der geſamm— 


. 1. Briefb. Nr. 16. Bl. 251. 7. d. d. ‘Bayıstorfi am mittwod) 
2. a. a. O. Bl. 260 nad) ſand Peter und Pauls tag (30. Juni) 
3. Am 27. Mär. a. a. O. 81.2596. 1145’. Die Urkunde iſt befiegelt von 

4. Am 30. März. a. a. O. 3.261. Markgraf Johannes, Hans und Frib v. 
5.0.0.0. Bl. 265. Waldenfels und Nürnberg. 

6. Am 7. April. a. Briefb. BI. 2676. i 


vr 


© 


gr 


Derzug für lihtenburg. 


[81.57°) Item daz ijt zu wißen, daz ber Hans und Frig von Walvenfels 
die faufleut gar fwerlich dernider warfen und gar vil wegen mit fauf- 
manfchaft aufhaweten und raubten und bie unfern fingen und ſchatzten!. 
und dorumb warb ein anflag genmcht hie, daz man Die von Rottenburg 
und Winsheim jolt pitten umb ein veifigen zeug, danı fie warn zu ven 
zeiten nit bei ung in buntmus?. alfo fanten die ung bei 28 pferden, und 
jo pat man hie die purger und kaufleut, daz die auch bei SO pferden dar⸗ 
lihen, und darzu ver ftat erber diener und ſoldner bei 60 pferden. und 
was der anflag, daz man daz ſtetlein Lichtenburg vor dem floß fult er: 
jteigen bei nacht und vor dem floß beivaren, daz der reifig zeug und bod, 
bie die Walvenfelfer darinnen Ligen hetten, nicht mochten in daz ſloz To- 
nen, und folch dernyder zu werfen, die in dem jtetlein wern, und als pald 
wider her haim feren. und man het feinen zeug mitt, denn ein wagen mit 
leitern und ein wagen mit allerlei zu ver Fuchen, 1 münich von Augufti- 
nern, 2 foch, 2 trumeter, 1 hufſmid, ein arkt und gar gut fürer und wol- 
veitend fnecht. und man zoch hie auß am afcherınittwoch ung gen Gref-2* 
fenberg. . do ward Pertolt Volckmer zu vat mit den von Rotenburg und 
Winsheim, her Wernher von Parsperg, Mlathes von Mangersreut?, 
Nickel Grieß, und machten einen andern anflag, daz man ben paurn an 


3. warf A. 42. 43. 4. aufhamet A. 42. unvdern A: 9. die lihen fye dar zu ver flat 
diner und foloner 4°. 11. vock A., bod 42. 42., vielleicht volE? 14. und als palo ber 
haim Eerten 42. 43. 17. am ſchermitwoch A?, am mittwoch 43. 20. ven pawürn 42. 


1. Der Angriff auf Nürnberger Kauf- vielleicht in dem Erſcheinen eines Roten- 
leute, der die unmittelbare Veranlafjung burger Rathsherrn in Nürnberg am 18 
zu dem Zuge war, geſchah am 2.Novent- December jehen, das allerdings unmittel— 


. ber 1443 bei Kronad). bar durch Zolguge legenheitan veranlaß 
2. Ueber das Herbeiziehen der Roten- war. Briefb. Nr. 16. 18. 
burger und Windsheimer findet ſich nichts 3. Mathes v. Sftengehrene wur ⸗ 


in den Briefbüchern. Vielleicht haben die um biefe Zeit (feria VI« ante Converſ — 
VBerabredungen nur mündlich ftattgefun- Pauli auno XLIII°’) mit 3 Kuechten — 
ben. Eine Gelegenheit dazu kann man uud 4 ‘gerepfigen Pferden’ zum erfteme 


14144. 69 


ver Swabach! aufpot mit irm harnafch nit ſampt irn wegen, daz bie zu- 


“ gen noch dem reifigen zeug gen Steynach?. fo 309 der reifig zeug biefel- 


an 


10 


Loy 
o 


ben nacht für Wartenfels und fomen bei zweien oren vor tag für War- 
tenfels? und traten ab zu fuß die zwei teil* und gingen zu ſturm an daz 
ſloß. do warn neur 3 fnecht innen, die filen auß über die feld und wir 
fomen ein in daz floß durch Die porten, die wir auf prachen, und wir fun- 
den in dem jloß vil faß weins, puchſen und ander zeug zu der wer. un 
warn haubtleut des rits und anflage her Wernber von Barsperg, Er- 
hart Schürftab, Mathes von Mangersreut, Ler.ss‘) Niclas Grieß, die 
warn zu rat und ließen ven turn im jloß umbgraben und fellen, ver daz 
ſloß gancz verfellet, daz daz flog nit mer zu pawen taug; und funden et- 
lich tot [ent in dem turn. der turn was bei 12 ſchuchen did. und darvor 
ward beftelt herr Friverich von Rinsperg von eim rat, daz der ber tat 
gewartet mit dem floß zu der Suabehvaid?, auch mit der ftat Steinach 


s mit etlichen pferven; fo beftelten die haubtleut Neithart von Wiltftein 


und 2 fein pruder mit dem floß zum Nelle® und etlichen pferven. und 
man lag 3 tag jtill zu Steinach biß man den turn fellet, und verprant 
bei 18 dörfern, die zu Wartenfels gehorten?, und man pentet ven raub 


1. mitirn A®. 1. zu fußen 4%. 4°. 
fan 49. 


male in den Dienft ver Stabt genommen, 
zunächft auf 1 Jahr, wofür ihm 50 fl. 
neu) zukommen follten. In den folgen- 
den Jahren wurbe feine Beftallung mehr- 
mais erneuert. Beftall. d. Loſgſt. Nr, 296 
dv. Nbg. R., Bl. 118.— K. 

1. Flüßchen, das in ber Nähe von 
Gräfenberg entjpringt und bei Erlangen 
in die Regnitz mündet. 

2. Stadt- Steinach, nordöſtlich won 


Culmbach. 


3. Wohl von Steinach aus, wo die 
Reiter das Eintreffen der Bauern abge- 
wartet batten. K. . 

4. Nemlich die Reiter von ihren Pfer- 
den und die Bauern von ihren Wagen. K. 

5. Dorf und Schloß, I Stunde von 
Creuſſen. — Ritter Friedrich v. Künsberg 
wird mit feine Leib und 7 Kncchten, dar- 
unter ein Knabe fein ınag, und 8 reifigen 
Pferden und niit feinen Schiäffern Stadt- 
ſteinach und Schuabelwaid auf 3 Jahre 
als Diener angenommen; dafür erhält er 
jedes Jahr 400 Gulden Lanböwährung 
Be r Roten an ben vier eek 

offen Montag an St. olaftica 
Tag ar Febr.) 1444. Aber ſchon zu 
‘goltvaften Lucie' (16. Decemb.) defjelben 
Stäptehronifen. 11. 


7. vil fal weins A. 42. 


11. zufellet 43. 15. Wilt⸗ 


Jahres wird er feines Dienftes ledig ger 
jagt. Beſtallungsbuch der Loſungsſtube 
Nr. 296 des Nbg. A. Bl. 120%, 

6. Ohne Zweifel Naila an der Sel- 
bis, ein paar Stunden oberhalb Lichten- 
berg. Vgl. folgende S. 

7. Jorg von Waldenfels, ein Better 
der beiden Befehdeten, der nad) der Ein- 
nahme von Wartenfels vom Nürnberger 
Rathe Entihärigung für den ihm als ei-- 
nem Unbetbeiligten zugefügten Schaden 
verlangte, gab im Verlaufe der berliber 
angejponnenen Verhandlungen auf einem 
Zettel, der feinen vom 14. 1445 
aus Berlin datirten Schreiben beilag, Die 
in und um Wartenfel® erlittene Beſchä—⸗ 
digung folgendermaßen an: 

Die ift der gemalt und ſchad Der 

mir geſchen iſt'. 

Item an dem ſloß Wartenfelß hab 
ich mit meinen bruderen eynen drytten 
teyll, das uns denn gebrochen worden iſt'. 

Item im dorff zu Wartenfels, zu 
Laeſſen (wohl Loſau), zu Reychenbach, 
zu Aldenrewt und zu Seybetenrewtt ba- 
ben fie uns 16 guter gebrant und ver- 
wuͤeſt; etlich arm Iüte gemertt umd in 
das ire genohmen (sic), an dem abin- 


5 


66 IV. Der Zug nach Lichtenburg. 


- zu Steinach und man peutet auch vil guts, daz man zu Steinach in ver 
ftat in dem purggut nam der Walvenfelfer, und abvedten in daz, und- 
zugen darnach von Steinach ung gein Nelle mit dem zeug und fußvolf- 
wagen, und ven nechjten tag darnach für Kichtenburg. | 

5 Nota. als man zu dem weir bei Tichtenburg in dem walt fom, do 
berant der reifig zeug daz floß Pichtenburg. do tet fich her Haus von _ 
Waldenfeld auß dem ftetlein mit fibenezig zu fußen wol gejchidt und — 
Iharmügelten mit in, und Ulrich von Augspurg, unfer Diener einer, ver — 
trug fein pferd in dem ſcharmützeln, daz er dovon muft vallen, und fe 

10 gewunnen uns das pferd an. darnach pant ver reifig zeug die pferd vorm 
im wald an. und machten die haubtleut drei haufen, die do folten zum 
breien jeiten zu fturm gen, als man tet; und iever haufe bet jein befunveraumm 
haubtleut, und des was haubtman Nickel Grieß bei dem jloß, herr Weru— — 
ber von Parsperg mitten am ftetlein, Erhart Schürftab vorn am ftetler —an 

15 vorn am tor neben dem turn; und ieder het fein beſunder leitern un 
erftigen daz ftetlein. und alfo ftießen fie jelber, die im jtetlein warn, da —5 
feur ein die heufer bei 6 enten, daz von ftat an auf ging bei 8 enten und 
niemant in dem ftetlein bleiben mocht. und fie luffen in daz jloß Lichteruummm- 
burg, daz [Br.8s?] am ftetlein leit. alfo legert man fich darfur; und na 

20 auf den tag niemant fchaden denn ein man. und alfo wolt man bes arm 
dern tags her heim fein zogen: do fant Bertolt Volckmer die großen Koil- 
tenburgerin und etlich karrenpüchſen mit fampt unfern püchjen und arm 
proſtſchüczen, daz man daz floß folt belegern. und darumb man nit u 


fomen was, wann e8 faft kalt was und ein großer fnee lag, funder um 6 


25 Wartenfels eins halben mans tief, und man bet weber zelt noch ſchir 
und die leut warn übel verforgt vor froft. alfo legert man fich hinte — 
bie maur am ftetlein und legten die großen püchlen für ven turn un WE 
ſchußen daz ober teil am turn im vorhoff ab, do man faft von befcherige- ? 
ward: darnach legt man die großen püchfen in die firchen und prach eis! 

30 loch. hinten hinauf und ſchoß 2 türn am zwinger ab und ein loch in € 
großen kemnaten. alſo luffen fie eins nachts herauß über die, die d d — 
warn auf ber ſchiltwach bei der püchlen, bo fie nit in warnung warr m, 


2. nam fehlt 4°. 7. Waldfels A. 12. Het f. befunber in Aam Kante. 14. am fttlen- * 
fehlt 42. 4°. 15. bet f. befunver fehlt A. 31. eins machtz 42. eins male Ad, 32. wm 
zung A. warnug A®. 
ib ab i n vyerten Eine (ebenda bef.) Aufzeichnung, die 
Fa en ſchaden hab ich ehn op Rath hierüber —8 gr iebt 
Sulchen frefflichen gewaltt jmaheitt Schaden, welcher den Brüdern Marti cc 
und ſchaden ich achte und rechen awfj Iorg, Abrcht und Wilhelm von WB 
2000 gilldin rinifch”. denfels zugefügt worden, viel gering — 
(Orig. im Nbg. A. S. VI, 44, 1.) an. K. 


. 1444, 67 


und ſlugen etlich zu tod von den.unfern und verflugen die püchjen. alſo 
bett wir meifter Ian den püchlenmeifter, ver jchoß wen er wolt, er was 
auch gar aigenfinig, er wolt auch nit ſchißen bei nacht noch niemant des 
vergunnen. man bet auch oft nit püchſenſtein, die muſt man holen zu 
5 Eger; e8 mangelt auch pulfer, daz muft man holen zu Erfort, auch muſt 
wir fpeis holen zu dem Hoff?, waz man bevorft; nach ver ſpeis muſt 
man altag ſchicken bei 200 zu roſs und zu fuß, bie daz beleiten. fo muſt 
wir altag jchidden bei 100 mannen noch holcz dem her in die puben und 
bütten, fich des froſts tag und nucht bei dem feur zu enthalten und zu 
10 wermen. man muſt auch altag haben großer paum 3 oder 4 zu anjeßen 
an die Kaltenburgerin, dann fie die holczer hinter fich zuftiß und ver- 
rudet fich al ſchuß. ez was auch fo lalt, daz niemant an Feiner fchiltwacht 
bleiben mocht zu roſs noch zu fuß. Let. ss*) und was baz volf und etlich 
haubtleut unluftig und unwillig und die paurn warn ungehorſam, fie luf- 
ss fen auch, ald man daz ftetlein anließ mit fturm, gen holcz und vermochten 
die haubtleut fie nit an fturm zu bringen; ez Iuffen auch die paurn wegk 
wider heim bei nacht und bei tag. „und man lag darvor die ganczen faften 
uncz in die farwochen?. do jchreib Kaspar Junkher und Paul Ruduſch 
von Eger ven haubtleuten in daz heer, wie ein großer reifiger zeug von 
20 Pehem über walt köm, und man het wol 3 tag prot gepachen, baz wir 
uns weften zu richten, daz man ung von dem floß wur flahen. auch fo 
ſant marggraff Hans* fein reet zu bern Hanfen von Walvenfels al 
wochen zwir ober 3 ftund, die befchauten unfer her und gaben ven in daz 
ſloß alweg zu erfennen, wie ey bei uns im ber ein geftalt bet, auch daz 
25 etfich haubtleut gar unwillig warn und gar nichts darzu roten noch hel- 
fen wolten zu notturft. und borumb zoch man ab von dem floß. und 
wenn man marggraff Hanſen ret nit wolt günnen gen Lichtenburg in daz 
ſloß, fo gaben fie zu erkennen, daz man uns fürpaz fein fpeis me zu wolt 
lagen gen in daz her. man bet auch daz her mit ein guten graben ver- 
30 forgt, an dem daz ertrich gen dem her was geworfen, und etlich ſchranken 
darob gemacht, auch gute ordnung der haubtleut in dem her und 4 vier; 
teil gemacht, daz altag der halbteil ruwet in dem her und der ander |peis 
und holcz pracht und fchiltwachten. aber man warb betrogen mit ber 
jchrift der von Eger und der andern vorgefchriben fach, daz man auf- 
ss brach; und het man neur 1 tag lenger darvor bliben und ein nacht,, fo 


5. zu Egfort AB. 6. ſpieß A. 1. daz fh holezer A. dann fye holczer 42. AP. 


I. Vgl. die Einleitung ©. 57, A. 4. 3. Welche am 5. April begann. | 
2. Die Stabt Hof an der fränkischen 4. Markgraf Johannes von Bran- 
Saale. denburg. Vgl. die Einleitung ©. 59 f. 


5 * 





[2 


68 IV. Der Zug nach Tichtenburg. « 


wolten bie in dem floß alſampt geraumpt haben und wer daz ſloß gewun⸗ 
nen worbeit, daz man tworlich vernumen hat von den, bie hernach gefan- 
gen wurden und im loch daz fagten, auch ander, bie im ſloß warn, edel 
und erber, öffentlich befant haben. ez ift auch zu wißen, daz vil leut er- 
5 ſchoßen und wunt wurden. ez was auch aller umbkreiß feint, niemant 
freunt, auch mocht fein Heiner zeug vom her und zum ber, und vil poten 
lagen verniver. und am abzihen prant man umb Lichtenburg bei 14 gro- 
Ber dörfern ver. so’) und .etlich hemer und teten in beven, hern Hanſen 
und Friczen!, großen fchaden. und wir hetten futrung gnug auß irn dör⸗ 
10 fern, dieweil wir da lagen ?. 


- 1. geraupt 43, 9. genung 42. 43, 


1. Den Waldenfelſiſchen Brüdern. Planzeihnungen bei, welche fich auf bie 
2. Dem jchon angeführten Fascikel Belagerungsarbeiten und Angriffsftellun- 
S. VII. L. 41. B. 1 im Nbg. A. liegt gen zu Lichtenberg wie bei andern Schlöf- 


ein Großfolioblatt mit ziemlih rohen ſern und Orten beziehen. 


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! 
f 


* 


Arkundliche Beilagen. 


— 





I. 


Fritz von Waldenfels mit feinen Helfern kündigt der Stadt 
Nürnberg Feindſchaft an. 
16. Novbr. 1443. 


5 Nbg. A. S. VII, L. 44,38. 1. — Gleich ehpeiti e Kopie auf BI. 1 eines ‘Hanns und 
Fritz v. Waldenfels! Üüberjchriebenen Heftes.) 


Fritzen von Waldenfels veindsbrief. 


Wißt ir erſamen weiſen burgermeifter, rat der ſtatt und gan gemeynde 
zu Nüremberg, als ich igunt unter Cranach! etlich habe genomen habe und 
so niht anders weiß, dann daz ſollich hab meiner veynd iſt der obern ſtet ge- 
weßt, nu hat mir Herman Frieß geſagt, wie ſölliche habe einteyl ewer ſey. 
auf ſolliche ſein ſag pot ich von ſtund, was ewer hab wer, außl zu]geben, was ver 
wer, auf ein widerſtellen und mit euch zu tagen ze komen; und auf ſöllichem 
tag ich euch ewer habe wölt widergeben, was ewer were, da; ir mir das meyn 
15 auch gelyt und widergebt. das mic, alles niht hat mugen gehelfen und halt 
mir das mein nod in ewer gewalt und hohmut wor, und verftee wol, daz ich 
unficher wor euch fein muß. fult ir wiflen, daz ich ewer und aller der ewern 
veynt fein wil und aller, die euch zu verjprechen fteen, mit allen meinen hel— 
fern und helferöhelfern und allen ben, bie ich auf ewer ſcheden pringen mag, 
20 ob ir oder die ewern ſollicher vehd ſchaden nempt, es wer mit nom, mort oder 
prant, oder wie ſich der machen wirdt, des wolt ich und alle mein helfer und 
helfershelfer unſer ere erberclich gen euch bewart haben; hett wir mer bewa— 
rung bedorft, die wolt wir hiemit auch getan haben. geben am nehſten 
ſampſtag vor ſandt Elſpeten tag unter meinem inſigel, des wir alle ſein 
25 helfer ytzunt gebrauchen. 
Fritz von Waldenfels. 


15. geleitet? 


1. Kronach. 





12 . TV. Der Zug nach Lichtenburg. 


II. 


Sendſchreiben der Stadt Nürnberg an Fürſten und Städte mit 
Beſchwerde über die Brüder von Waldenfels. 
2. März 1444. 


5 (Nbg. A. Briefbuch 16, Fasc. zwifchen BI. 228 u. 229 eingeheftet.‘ 


Waldenfelſer. 


Wanne herr Hanns und Fritz von Wallenfels geprüdere, als Das land 
fündig, wiſſentlich und offenbar iſt, uns und den unſern unſer hab, gut um 
faufmanfchaft unerforvdert, unerclagt und unerfolgt alles rechten, auch alle: 

10 dings unbejorgt und genglid) unbewart irer even, uf des heiligen richs ftra 
gen raüblich genommen, etliche der unfern gefangen, die getürnt, geplöckt un! 
geſtöckt; darumb wir fie alßdann durch unfer botfchaft erfucht und gebeteı 
haben, uns und den unjern ſolch unſer genommen hab gutlich widerzugebe 
und die gefangen ledig zu laßen, angejehen das wir nicht unfrüntlich8 mit üı 

15 weften zu jchifen zu haben, des wir dann desmals, wiewol es doch pillic 
gewefen were, nicht genyeßen mochten, ſunder und hat Fritz von Wallenfel 
nad) der obgerurten tat bey 16 tagen ergangen erſt ein unpillich veintfchaf 
zugefchriben, darıımb wir darnach vor dem hochgeporn fürften unſerm gnebi 
gen herren margrafen Johannſen von Brandenburg zc. zu einer gutlichen, un 

20 verdingten verhörung kumen fein. in folder verhörung wir an fie bet 
jemptlich geflinnen und gevorvert haben, uns und den unfern fol unfe 
hab, gut und faufmanfchaft, und in vorgerürter maß reublich genomer 
widerzugeben und die gefangen ledig zu lagen, als wir auch meynten, Das fi 
m felb8 von eren, rechtens und aller pillichfeit wegen wol pflichtig wern 

25 Dargegen fie alßdann lauten liegen, wie zu zeiten iv vater Heingen Imbı 
unferm bürger als feinem wirdt ein brief zu treweshanden bevolhen hett, de 
in langzit vorgehalten und des fie zu großen ſcheden kumen wern; zudem | 
hetten wir in auch 450 mynner zwaier gulden in unfer ftat genommen; un 
hielten in das alles vor mit gemalt, onrecht und in hohemut, und meinte 

so wir folten in pillich brief und gelt zu irn handen antworten und der ir fc} 
ven ablegen ꝛc. uf Das ward in als von des berürten briefS wegen gean 
wort, uns wer folder brief nicht bevolhen, noch mit unfern rat, geheiß od 
wißen hinter Heintzen obgenanten gelegt; deücht ſie aber, das es derſel 
Heintz Imhof anders, dann pillich wer, damit gehalten het, jo wern wir fei 

35 darümb zu eren und vedht gentlich mechtig. denn von der obgrurten fur 
gulden wegen, die wern, als wir vernomen hetten, von Jacoben Tyrhabt: 
von Augfpurg, als fie ven gefangen und darumb gefchatt hetten in Halfprun 
ner hof! bey uns als fchaßgelt geantwort; darumb fie mol desmals Cuntz⸗ 


17. mer dann 14° ift ausgeftrihen. 36. Es ftand zuerft Tyrgartner'. 
Ein Hof in Nürnberg hinter St. das k. Bankgebäude ſteht. Siehe Nopim 


gorengen, Eigenthum des Kloſters Heilde- Wegweiſer ꝛc. (Nitmberg 1501.) ©. a 
bronn, an den Plate, auf welchem jett 


’ Beilage II. | 73 


won Gich here zu uns gevertigt und begert hetten, demſelben zu gönnen, fold) 
Thatgelt hie einzunemen und im gleyt darzu zu geben. darzu alßdann 
geantwort ward, wie unfer ftat gewonheit und herkumen nicht were, in der- 
felben unfer ftat ymants zu gönnen oder zu geftatten, eynicherley ſchatzgelt 
> zu bezaln oder einzunemen, funder die Wallvdenfelfer möchten ſolch gelt an 
andern enden wol empfahen und einnemen; aber redlich ſchuld zu vordern, 
‚wer bei) ınıd nyemant geweret. wir hoffen aud), das ung ein foldy8 nach un- 
ferm herfumen nymant verunglimpfen müg. zu dem jo haben uns aud) die— 
jelben Wallenfelfer von bever obgerurter ftüdfe wegen vormald mit recht nye 
10 erfucht noch angelangt, anders wir wolten fie darumb on pillich antwort und 
vedlihen außtrag der ſach nicht gelagen haben. wie aber dem allen fy, er 
gebe und und den unfern Das unfre wider, deücht fie dann, das fie von der— 
jelben paider ftud oder eynicherley andrer fadhen wegen zu und oder den un 
jern femptlich oder beſundern ichtes zu fprechen betten, fo wolten wir in fur 
15 und und unfer commün vechtes pflegen und des von den unfern vörderlich 
und ungeverlich helfen. ſolchs uns aber nicht furtergen möchte, funder fie 
haben uns und die unfern darüber mit raub, mord und prand fioher mer 
und mer befchedigt und ubergriffen und teglichen tun aller unverjchulter fach. 
und warn wir nur in gangem getrawen und zuverficht ſeind, das ewrer erber- 
20 feyt ſolch und ander vaubrey und übeltat nicht lip, funder gang mißfellig 
fein, und ung auch alles guten zu ewer weisheit verhoffen, wolten wir die— 
ſelben tat und raubrey, aljo an uns erjchinen, ewrer erberfeit nicht verhalten, 
junder euch die im beften zu erfennen geben, mit befunderm fleiß bitend, ob 
die Ding anders, Dann hievor begriffen ift, für euch pracht würden, des nicht 
23 zu glauben, funder uns gutlichen darauf zu verantworten, funder fie umb 
unfern willen daran weifen, uns und den unfern unfer genomen hab wider- 
zugeben, die gefangen ledig zu laffen und von ſollicher reubrey, nem, ubergrif 
und beſchedigung wegen nach verhandlung und gepurlicheit der tat wandel zu - 
tum, auch denſelben Walvenfelfern eynich Hilf, beyftand over zulegung zu thun, 
30 als wir des ewrer erberfeyt junderlich wol getrawen, warın wir foldy raubrey 
und übeltat, jo an und von in erfchinen ift, umb fie nye verfchult haben und 

in auch pillidher ding nye außgangen fein. datum... 
Stetten concludendum: und ob die unferen eniche unfer gefcholen 
bey euch anfomen und betretten, und und den unjern rechtens zu venfelben zu 
3> helfen, zu gunnen und zu gejtatten, als wir des ewrer freuntichaft befunder 
wol getramwen, und ingeleichen und mereren fachen mit willen gerne verdienen 

wöllen. Dat. feria fecunda poft invocavit anna ꝛc. 44to. 


. Dife nachgejchriben briefe feyn außgangen: 


Herkog Fridrichen von Sachen. 
10 Hertzog Wilhelm von Sadhfen. 
Graven Guntheren von Swargburg, herrn zum Lewtemberg. 


13. eynicheley. 16. Nach Helfen’ ift ausgeftrichen:: "nach dem und wir an dem heiligen rich 
loblich begnavet, gefrehet und herfumen wern'. 27. rewbry. 


10 


15 


20 


25 


30 


14 


IV. Der Zug nad) Fichtenburg. 


Stathalteren des funigs von Tennmarckt!. 
Hern Walthern von Hürheim? und andern der Pfaltz 


reten in oberen Beyern. 
Statt Eger. 
Hern Jacubko?. 
Rewßen von Greg. 


Hanns Eberhart 
nuncius. 


Hern Heinrichen dem eltern und hern Heinrichen dem 


jungern, herren zu Plawen. 
Marggrafen Albrechten. 
Biſchoff von Wirtzpurg. 
Biſchoff von Bamberg. 
Voyt und ſtatt zu Coburg. 


Grevental?. 


Hern Laurein Röder, hauptman zu Salvelt. 


Ulrich Tyrolt. 


Graven Ernſten und Ludwigen von Gleichen. 


Graven Heinrichen von Swartzburg. 


Statt Ertfürt. 
Statt Neünburg. 
Biſchoff von Merßpurg. 


Hern Conraden marſchalk von Pappenheim, ritter, zu 


Graven Volraten und Guntheren zu Manßvelt. 


Biſchoff zu Neiönburg”. 
Statt Yeipzid. | 


Bernharten von Kochperg, hofmeifter ıc. ® 


Biſchoff zu Myſſen. 
Biſchoff zu Maidburg. — 


Fritz Wisheckel 
nuncius. 


Margraf Fridrichen zu Brandemburg. 


Hern Johann und hern Burdian von utenftein, gebrüdern. 


ſecunda poſt letare. 
Der alten ſtatt zu Prage. 


1. Nemlich den Statthaltern König 


Chriſtophs in feinem "oberpfäfzifchen Erbe ° 


(Neumarkt). K. 

2. Er war (kurpfälziicher) Bitstum 
zu Amberg, wie ſich aus Briefb. Nr. 16, 
Bl. 212 ergiebt. K. 

3. Es ift (wie unzweibeutig aus 
DBriefb. Nr. 16, BI. 238 hervorgeht) der 
Landfriebenshanptmann im Leitmeritzer 
Kreife, Ritter Jakaubek von Wiejomwic 
gemeint. Vgl. Palacy Geſchichte v. Böh⸗ 
men, IV, 1, 18 u. 


4. Nach dem Beſitz von Gräfenthal 
(auf dem Thüringer Walde) benannte 
fih ein Zweig der Marſchälle von Pap- 
penheim. ©. Lang, Baierns Graſſch. 
©. 344. K. 

5. Es ift der Bilhof von Naumburg 
wie oben die Stadt Naumburg gemeint. 
K. 


6. Bl. 12 deſſelben Briefb. heißt der" 
Ritter 'unfer gnedigen frawen von Sach — 


jen hofmeiſter'. 


Beilage IH. 75 


II. 


Berhanpdlung des Raths zu Nürnberg mit Engelbard von Streit- 
berg einer- und den beraubten Kaufleuten anbererjfeits.' 
4. Jan. 1444. 


x - 


5 (Nbg. A. Rathsbuch von 1441—1461. Nr. 952.) 


(81. 1197 AS Hanns von Streitperg der jung, Engelhart3 von Streitpergs 
fun in der Walvdenfelfer hilf uns und den unfern unfer hab, gut und Tauf- 
manfchaft unbewart feiner eren genomen und darnach die unfern geprandt 
und geprantichagt hat zc., hat Engelhart fein vater obgenanter eim rat ge- 
10 ſchriben und begert, im geleite herein zu geben und zu verjuchen, ob er fein 
fun mit uns auf gefonen möcht ze. alfo hat ein rate fein fehrift und fleiffig 
pete angeſehen und im alfo ein geleite zugejehriben. uf das ift nu derſelb 
Engelhart herein fomen mit etlichen fein fründen und hat einem rate zu er= 
fennen geben, wie fein obgenanter fune ein jung törrot gejell ſey und das in 
15 die Waldenfelfer zu den Dingen geiprochen, im furgehalten und gejagt haben, 
das die habe der Venediger und der obern fteit fey und uns nichts angee, 
wann fie und auch ungerne ichts nemen wolten, und ſey alfo unwiffend und 
ungeverlich zu den Dingen fomen. und hat daruf eins rats weisheit gar mit 
erfamen worten diemuticlidy erfucht, Das ein rate in und ander fein gut 
20 fründe woll anfehen und auch dabey gütlid) anfehen, Das fein fun alfo un— 
wiſſend zu den dingen fomen fey, fo woll ex denfelben fein fun dartzu halten, 
was im zutehl worden ſey oder der fach genofien habe, das er das bei) ge= 
ſworm ende wider geben und fern füll. er wöll auch das mit fampt (er. 
119°) fein fründen verdienen. er hab aud) ſelbs nicht Davon gewißt, weder 
25 hilf, rat oder beiftand dartzu getan, und ob in ein rat des nicht verwiſſen 
wol, fo tür [er] dartzu tun, fovil und recht fey zc. alfo umb das find hat 
Engelharten der rat fagen laffen, fie feten almeg in gutem getruwen gegen 
im gewefen und noch fein und wollen in ver ſach fur fein perfon on eyde 
wol verwiſſen, denn umb das ftud fein ſün antreffende wollen fie an ir fauf- 
30 lüt, die das berür, pringen und im dann verrer antwurten ꝛc. und uf Das 
ließ der rat diefelben fauflüt befenden und in Die ding Fürhalten, die Dann 
zum erften antwurten: Hanns von Streitberg wer dabey und mit und auch 
ein haubtman geweſen, do in ir hab und gut alled dings unbeforgt genomen 
worden were, fo bet er auch mer zu verliefen und mer auch neher gefeflen 
35 dann Die andern; das man nu den ausfönen ließ, Dad wer ir will nicht, ydoch 
wolt e8 ein rat he haben, fo wer er ir in dem und einem groflern medhtig, in 
lengern worten ꝛc. und ald nu der vat jollid iv antwurt vernam, warb wis 
ber zu in geben und in gar ſtatlich ertelt, wie die von Streitperg befloßt und 
gefründt leut wern, auch von allen edellüten uf dem pirge ein groſſen an— 
40 hang und nachritt hetten, und meint ein vat, wern der genant Hanns aufge- 


1. Ueber das Gefchlecht der Streitberge 1823.) u. Kraußold u. Brod, Geſch. d. 
vgl. Oefterreicher, Burg Streitberg Bam fränt. Schweiz (Nürnb. 1837) &.67 ff. K. 


N 


76 IV. Der Zug nad Fichtenburg. 


font wurde, das dadurch den Walvenfelfern [Bt. 120%) merckliche volg, nachryt, 
herberg, kuntſchaft und beiftand geprochen würde, und das auch ander erber 
lüt ven Walpdenfeljern vefter ee.abften, von in jegen würden ꝛc., und begert, 
das fie baß daruf denden und ein befomlichere antwurt zu den Dingen geben 
5 wolten, wann ein vat ye meynet, Das es für die flat und fie were, wo ter 
Hanns alfo außgefont würd zc. alfo ward das des einen tags zu viermaln 
an die kauflüt verfucht, Die alweg uf der vorgefchriben ir antwurt beliben; 
und wann nu ein vat meynet, fie wern nicht genug uf die Ding bedacht, bez. 
gert er, fie folten ſich baß beſynnen und umbftend und gelegenheit der ſache 
10 betrachten und des morgens dem vate ein antwurt geben ꝛc. alſo Des mor- 
gens beliben fie ftrenglih uf iv worden antwurt und melten dabey, fie 
müften doch feyrn, jo wer er in lieber in ver jachen, dann darauf, wann er 
uns baß gejeffen und im baß zuzufomen wer, dann den Waldenfelfern; fo 
wer aud) wol zu verften, das er nicht fo gar unwiſſend ‚und ungeverlich zu 
15 den Dingen fomen und Darob geweſen wer, als das dann durch fein vater 
gelaut bett, wann nachdem und die Walvenfelfer in iv hab und gut in vor- 
berurfer maß genonen hetten, wer Hanns von Streitperg mitfampt Ten Wal⸗ 
venfelfern erft nach 14 tagen unfer veynde worden, mit in uf iven und an- 
derer der unfern geſcheden außkomen und bett die helfen vahen, prennen und 
20 prantichagen, Daran wol zu prufen wer, wafur ein follih® zu halten were. — - 
und auf dad jo wer ye iv mehnung nicht, das ſBi. 120°) man in in eynchen en 
wege ausjonen und von den andern funvern ließ 2c. ſollichs alles nu dem ea 
mergenanten Engelharten gejagt und dabey furgehalten warde, wiewol net 
ein rate nach feiner begerung in den dingen gerne zu willen wurde, ſo mugen 
25 fie des, jo vorbegriffen ift, an iven fauflüten zu diefen zeiten nicht erlangen 
und jo nu ein vat ein gut getrawen zu den von Streitperg alweg gehabt un 
auch noch haben, pitt in ein vat, das er feinen jun noch andern unfern veyn—— : 
den auf unfern fchaden weder hawſen noch hofen, eſſen over trenfen ode 
eyncherley ander zulegung tun wolt, ſunder fich. Darinne halten wolt, als 
30 getramet zu verantiwurten. das er dann aljo zu tun zugefagt hat. actune at 
jabbato ante epiphaniad domini anno predicto. | 


la 


IV. 


Berichte und Handlungen des Kriegsausſchuſſes in der Walden- — 
fels’fhen Fehde. 
35 (Nbg. A. S. VII, 2. 44. Gleichzeitige Papierhdſchr. 4°.) 


(81. 2) Do hernad) ftet gefhriben, was her Hans und Fricz von Wallenfelae FE? 

mit iven helfern ver ftat hie geraubt, geprant und prantgefchaczt hat, une” ee! 

went foldy ſchad gefchehen fen, das ung Perchtolt Voldmayr, Paulus Grunt we" 

her, Perchtolt Holezfchuher, Ulman Hegen, Erhart Schürftab zu wiflen ii AIſt 
40 worden. 





8. meyet. 29. zulegeung. 39. An ven folgenden Stellen ‘Ulm. Hegner'. 


. 


Beilage IV. 


Dy nam pen Kranach: 


17 


Item Caſpar Wirt ift genumen 12 feheiben wachs, Jobſen Topler ein 
halbe ſcheiben; Rewtheymern und Sartnern eyn vaß mit rauher war, Schon- 
ber over Smalengifch, die fum weis man nicht wol; Heinrich Spörlein 
s ein veßlein, dorinnen 11 pangzer und für 100 gülven faffran, ift pey 19 2%. 
geweft ; ſumma ift pey 150 gulden wert. actum in die animarıum anno ꝛc. 43. 


Item! die Wallenfelfer mit iren heffern haben Hanſen Löffelholez das 
dorf Wiefent? auf gepucht, alles vih und was die armen leut gehabt haben, 
genumen, zwen höf zu Wiejent auf dem perg verprant, 3 paweren gefangen 


10 und gejchaczt. 


[81.21 Item fie haben ven Loffelholcz auf 3 hofen zu Woßmanstorff? ges 
prant und aud) Dopey den Veit Melber auch ein gut doſelbs geprant, alles 


feria tercia an Nicolaet. 


Item mer haben fie den Toffelholez und dem jungen Melbel ix arm 
15 leut zu Wotzendorff angegriffen und geprantſchatzt. 

Item mer haben fie ven Loffelholez ix arın leut zu Dreung? angriffen, 
ir vih genumen und in umb 9 gulden wider zu löfen geben. 

Item mer haben fie dem Hanfen Loffelholez an ver Schmitgaßen ® ein 
dorf gancze abegeprent, daz ift genant Wyſint, am mitwochen wor Angneten. 15. Ian. 


16. Im Mic. ziemlich deutlich "Drenng'. 


hinzugeſchrieben. 


1. Die im Texte zunächſt folgenden 
vier Stellen find größtentheifs wörtlich 
einem Zettel entnommen, auf welchem 
Hans Löffelholz den Schaden verzeichnet 
hatte, der ihm zugefügt worden war. Die 
in Form eines Briefed gefaltete Aufzeich- 
nung, welche außen bie Heberfchrift: Deß 
Loffeiholez czettel’ trägt, war ohne Zwei⸗ 
fel für den Rath beftimmt und findet ſich 
in einem Hefte bed Fasc. ©. VII, 44, 1 
(im Nbg. A.) einliegend. Wir laffen fie, 
da fie urfprünglichere Lefearten giebt, dem 
Wortlaute nach folgen: 

Item Fri von Walldenfelß und 
fein bellffer haben dem’ Hanßen Xoffel- 
bolcz ein dorff, Wyſent genant, das im 
gancz czu ftet, gancz aufßgepucht und ge- 
numen alles vibe und waß fein arm lewot 
gehabt haben, und auch czwen boff mit 
ir ezugehorung, czu Wiſent auff dem perg 
gelegen, verprantt, und auch drey pawern 
gefangen und geichaczt”. 

‘Item auch fo haben fie dem Loffel- 


bolcz ezu Woczendorff auff breyen hoffen, 


geprant, und auch da pey dem Veit Diel- 
ber fein gute auch geprantt. und ber ob- 
geſchriben ſchad aller ift geſchehen am eri- 
tag vor ſaut Niclaß tag (3. Dec.) nehſt⸗ 
vergangen’. . 

‘Item darnach haben fie den Loffel- 


18. Die 2 folg. Abfäge wurben etwas fpäter 


bolcz aber an griffen ezu Woczenborff mit 
fampt dem Meiber und ir arm lewt ge- 
pranttichaczt”. 

Item darnach haben fie ven Loffel- 
holez an griffen czu Dreuncz und fein 
arm lewten ir vihe genumen, doch haben 
fie in daſſelb widerumb geben czu loßen 
umb 9 guid.’ — K. 

2. Wohl Wiſentgich (h. Wieſengiech 
unterhalb Scheßlitz, wo nach einer anderu 
Quelle die Löffelholz den Zehenten beja- 
Ben. Urbarbuch des With. Löffelholz v. 
c. 1460 im Bel. des Frh. W. v— Löffel- 
holz zu Wallerftein. Der Lage nach möchte 
man indeß noch lieber an Wiejentfels an 
der Wiefent oberhalb Hollfeld denken. 

3. Der Ort beißt gleich |päter md 
in der urfprünglichen Aufzeichnung (ng. 
A. 1) wie noch heute Wobendorf, einige 
Stunden norbiweftlich von Hollfeld. K. 

4. Es ſoll ohne Zweifel beißen: “ante 
Nicolai’ (3. December). Bgl. A. 1. Der 
Nilolaustag fiel in diefem Jahre auf ei- 
nen Freitag. K. 

5. Treunitz (b. Ober- und Unter⸗T.) 
an der Wiefent, nicht weit- von ihrem Ur- 
iprunge oberhalb Wieſentfels. K. 

6. Eine noch heute fo benannte Straße 
in Nürnberg am Burgberge. 


% 


2.Nov. 


(1444) 


78 IV. Der Zug nad) Lichtenburg. 


Item mer haben fie mortprent bey nacht den Schweider einen paur, 
bey dem Bummer! gelegen, ver ficzt hinder den karteufern, am freitag nodh24. 


Prifca. 


[81.6) Item do hernach ftet gefehriben die ung geraubt haben und herr Han⸗ 
5 jen und Friczen von Wallenfeld helfer fein, und wa® und von eim ydem 
zu wiſſen wirt. 


Herr Hans und Fricz von Wallenfels ſein bruder die reiten auf zu 
Lichtenberg, leit 2 meil wegs von Hoff und zu Warttenfels, leit ein gut meil 
von Kulmbach, dafjelb ift ausgepraut und fie Ligen zu ftund doſelbs zum 

10 pawern im vihhoff und unterftunden im gemeür; Do haben fie ein plochwerck 
aufgericht und ſie vermugen 50 pferd wol guter aufſiczer, wenn ſie reiten 
wöllen, dieß ligen zu Lichtenberck im mercktlein und zeren da. 

Item ſie haben groß fürderung und zuſchutz von allen von Dobneck, 
und ſein geſeſſen umb den Hoff. 

15 Auch haben fie fürderung von den Watstörffern, die gehören den von 
Plamwen zu. 

Item von den von Doberlicz, genant Hans und Yörg und Lemtolt, 
jein all des von Swanberd dyner. 

Item Thoman der jung vom Nepgenftein figt hinter mardgraf Jo⸗ 
20 hanſen. 

[7] Item wenn die Wallenfelſer herauß ſtreiffen wöllen, ſo haben ſie un⸗ 
terſtunden ein nyderlag zum Hawg, iſt ein perckheuflein zu nehſt unter 
Kulmbach gelegen, iſt auch ir. 

Auch haben ſie groß zuſchub von Friczen und Rudiger von Sparneck. 

25 Auch reiten fie hinein gen Hoffelt zum Lochner, ift ein wirt, und aud) 
zum Hennreder in der vorftat. 

Item und halten oft umb Senftenberd ? und umb Potenftein, Grefen- 
berg, Leupoftftein®, umb den Haugmort* und füren gemeincklich nyderlen— 
diſch Fleiver und grobe mentellein und furge feplein und ber merteil arm: 

30 pruft, und der Fritz reit gemeindlich ein groben hengft mit einem weiſſen 
. plejlein und furt ein krebß unter dem rod und ein groen hut auf und ein 
groen rod. 

Item her Hans hat vormals gemeindlich vot getragen und gefurt, was 
er. aber nun hin fur furt, weis man nicht eigentlich, und reit unterftunven 

35 aud) ein rot pleflet pferd. 


2, Tartewfer. 4. BI. 3—6 leer. 


1. Dorf Pommer (weſtlich von Grä- 4. Der jetst fog. Hauptsmoor(walb), 
fenberg), wo das Nürnberger Kartheufer- Hr von Bamberg. In dem ©. 77— 
kloſter begiltert. war. K. 1 angeführten Urbarbuch des W. Löf— 

2. Dorf ein paar Stunden ſüdlich felholz ift (BL. 274%) vom “czebentlein- 
von Bamberg. auff den moß vor dem Hautzumort' die 

3. Einige Stunden füdlic von Potten- Rede. K. 
ftein, bei Betenftein. Bgl. Bd. I,S. 126f. 


Beilage IV. 9 


Item fie veiten den merteil ped mit einander und haben pey 20 ober 
24 pferden, wenn fie ftreiffen wollen. 

Item fie ftreiffen auch vaft oben einher für den obern Beyrreuter vorft, 
wenn fie herein gen Grefenberg wollen. 

[7] Item und wenn fie gen Kulmbach wollen und- das es vaſt gefneit ift, 
jo weren fie gar wol zu betreten unter der Himelfron!, am Breffedel ge 
nant, hinter Schorgaft. 

Item und wenn man do hinauf ftreiffen wolt auf fie, jo wer gut 
nachtſeld zu haben zu Trodam? auf das nehft, wann neher wer e8 nicht gut, 
10 wann fie würden gewarnt und haben dofelb umb pawern. | 
Item wolt man denn auf fie halten gen Senftenberg oder gein Haut- 
mort wartz, jo wer nachtſel zu haben zu Memelstorff?, ift Bambergeriſch, 
hat ver Pöllinger innen, oder zu Letzendorff“ over zu Schetzlitz. 
Item die Streitperger und Auffefler fein mit in gefreunt, wolt man 
15 fur Holfelt hinauf, fo würden fie durch diſe gebarnt. 
Item wolt man hinauf fur Kulmbach vaifen, fo wer ein nachtſel zu 
baben zu Kafenvorff? und zu Snabelbaiv® und zu Pegniß. 


[5] Ott Müring ift ein jung gefel und ift edel und fein freund figen umb 

den Hoff und ift ytzund zu Lichtenberg, hat 1 pferd und hat ein lang kreuſlot 
20 har und in mitler leng. 

Walthazar von Watstorff, ein jung, lang, gerad gefell und ift auch evel, 
bat 2 pferd, hat lang har und fein pruder hat ein Sparnederin und zert 
ytzund zu Lichtenberg. 

Heing von Greffendorff ift ein Dinner, ſwartzer, gerader gejel, ein 

25 Menchner, hat 1 pferd und [ift] vor pey den Sparnedern zu Weiſſenstorff 
geweſen. 

Woffel Marſchalck iſt pey Hanfen von Redwitz gebeſen zu Weiffen- 
brun®, der hat in ertogen, hat 1pferd, ift [ein] gerad gefel, ftumpfellot unter 
den augen und leit auch zu Lichtenburg. 

[s] Hans von Streitperg der jung, Engelbart von Streitpergs fun, fitt zu 
Wildenberg, leit an der Radach hinab von Kulmbach 2 meil, ift eim jung, 
gerad gefel, hat 2 pferd. 

Jorg von Welditz will auch evel fein, iſt [ein] furg man, hat 1 pferd 
und ift hin und her doheymen. " 

35 Heintz Scheiding iſt ein jung, hübſch, friſch geſell, ein langer und dün— 
ner, hat ein pruder zu Francken und iſt nyndert doheim, hat 1pferd und zert 
zu bichtemberg 


3. Beyrrenter. 14. Auſſeſſer. 18. BL. 8 leer. 


Zoſter Himmelkron am weißen 5. Caſendorf, Marktflecken einige 
Mai K. Stunden ſüdweſtlich von Kulmba 
2. Dorf an der Putlach, 2 Stunden 6. Schnabelwaid, Markt und selon 
oberhalb Pottenſtein. wiſhen Fznit und Creuſſen. Bgl. oben 
3. Zwei Stunden öſtlich von Bamberg S. 6 


gelegenes Dorf. * Bi orf unterhalb Sparneck, un⸗ 
4. Ohne Zweifel Litzendorf, ſüdeſiig weit Münchberg. K. 
von bem eben genannten Memelsdorf. K 8. Südlich von Kronach. 


80 IV. Der Zug nach Lichtenburg. 


Jung Nidel von Dobened fit zu Snarchenreut! und ift der Dobneder 

pruber und hat 2 pferd, ift ein jung gefel. 
[9] Fridel von Dobeneck, ein pandhart, ein frifch geſel, hat 1 pferd und 
leit zu Lichtenburg. 
5 Erhart Rödver iftein eben gefel, hat krauß bay, ift edel, hat einen vater 
in der höfiſchen art, hat 1 pferd. 

Nickelaſcko ift ein pöswicht und ift herr Hanſen von Wallenfeld knecht, 
ein furger, dicker gefel, hat auch kreüßlot har. 

Fritz Reidartter iſt nod) pöfer, ein junger, langer, gerader gefel, iſt 

30 auch herrn Hanſen knecht, iſt von ver Radach? pürtig. 
[10] Hans Hofnan ift eins paurn fun von Rückendorff, em kurtz gefell, 
bat fein aigen pferd und zert zu Kichtenburg. 

Mertein Swob, ein dürr, plaicher gefel, ift von Swoben und ift pey 
Dem Thoman zu Reibenftein getveft, hat 1 pferd und ift zu Lichtenburg und 

15 iſt fur. 

Item der Preüß maint er, er fen ein furman gewefen vom Hoff und 
ein wirt zu Kogam? und ift ein gerad gefel. 

[10] Heing Wintter, des Clas Wintters fun, der Albrecht vom Wallenfels 
voyt iſt geweſt, ein jung geſell, iſt lam in einer hent, hat fein aigen pferd 
20 un iſt zu Lichienburg und iſt ein ſneider geweſt. 

Cuntz Michel iſt ein ſneider und ein groſſer posbicht, ein gerad gefel 
von Moorff* pärtig in ver Boytlant, und hat fein aigen pferd, was ein wirt 
zu Selb, hat lang gepodt, ift auch ein ſneider geweit. 

Hein Lehr ift ein furknecht geweſt, ift ein ebner gefel und ift pey kü— 

25 parn geweſt. 
(11] Dytrich Bart iſt ein flaiſchhacker geweſt und pürtig von Edelsheim ® 
und iſt auch ein ſeuverſneider und pockt zu fuſſen. 

Hans Kolbel, ein karrenmenel von Lichtenburg und iſt purger da und 
reit unterſtunden und furt auch mit dem karren. 

30 Gevatterhang, des Hein Roders knecht geweſen, ein ſtarck gefell, hat 
fein aigen pferd. 

Hans Drechſel ift des Drechſels fun von Kunreut®, ein jung gefell, 
hat weiß frauß har, was Albrecht von Wallenfels knecht, eim kurtz gefell, 
ift zu Lichtenberg. 

5 [1] Hans von Purg was Fri von Wallenfels venner vor dreyen jaren. 

Heing von Botzaw ſtet in der hzettelen, er maint aber, er heiß Heintz 
von Kotzaw, hat ein vater zu Lichtenburg im marckt, iſt ein art geſell und 
ein guter ſchütz und Fritz von Wallenfels pefter knecht 


16. ſtatt 'maint er’ iſt wol er maint', oder 'man maint' zu leſen, ſ. u. 36. — 36. Botzaw' 
corrigirt. 


1. Schmarchenent unweit Hirfchberg, 4. Am oberften Laufe der weißen 
ſüdlich der Saale. K. Eifter 


. Die len — ah Unter Ro. 5 die Eggolsheim, Markt unterhalb 
dach fiegen am Klüßchen gleichen Namens or 
Oberhalb Kronad. Schi oß und Dorf, 2 Stunden 


3. Dorf an der Saale oberhalb Hof. süböfitich von 1 Forchheim. 


. Beilage IV. 81 


Heing Halbwachs ift ein ebner gefel, hat 1 eigen pferd und zert fein 
aigen gelt zu Vichtenburg, man maint, ev hai Hans. 

12] Fritz Kyſweter, ein eins fnechtlein, ein guter ſchütz, ift des Fritz von 
Wallenfels fnecht, hat 1 aigen pferd, ift pürtig von Awrbach!. 

5 Hans und Clas die Hervegen fein gebruder, fein ſcheffer geweſen und 
fein lang zu Streitperg? gelegen une haben 3 pferd; der Clas hat frauß har 
und Der Hang ſlechtz har, und zeren zu Lichtenburg; auch haben fie noch einen 
pruder, der ift Fritzen von Wallenfels paufnecht, fein pürtig von der Radach. 

Hans Katz ift ein kurtz beſchorns knechtlein, ift lang pey den Zebitzern 

10 gewefen, hat plöd augen und zert zu Lichtenburg. 
12] Nickel und Urban und Heing vie Poſſecken jein edel und gerat leut 
und figen in dev Plauiſchen art gegen Czwickaw, fein beſloßt. 

Cuntz Möſch hat ein aigen pferd und ein langer, junger geſel und ſitzt 
zu Lichtenberg am perg, und het ein pruder hie pey dem Zolner und pey dem 

15 Fridmanthoffer, heiſt ver Wolff. 

Item Hans, des obgefchriben fun, ijt pey feinem vater und hat fein 
aigen pferd. 

Hans Henlein, ein gerad geſell, ſitzt im Ohorntal“, nahent pey Trockaw, 
iſt erberg. 

20 13) Item Görg Müring hat pferd, iſt edel, iſt ein ſtarcker geſell und hat 
ein ebne leng, iſt hin und her. 

Fridrich von Lantzſperck iſt ein ebner geſel und hat langs ſwartz har 
und hat ſein aigen pferd und ligt zu Lichtenburg. 

Caſpar von Greffendorff iſt edel und hat 2- pferd und iſt ein Dürgen 

3 und ligt zu Lichtenberg. 
Fridrich Plenckel iſt ein pock und get zu fuſſen und iſt hin und her. 
13) Görg von Walſtorff hat 1 pferd, ein dick, kurtz geſell und ligt zu 
vVichtenburg 

Cuntz Puſch hat unterſtunden 1 pferd und ift Hin und ber. 

30 Hans Rigel iſt vogt zu Yichtenburg und hat ein pferd und ift ein wirt 
der reitter doſelbſt. 

Stephan Althans ſitzt mit haus zu Lichtenburg, ein klein, dick man 
und hat kein pferd. 

/191 Heintz Völckell hat 1 pfert und iſt ein ebner geſel und zert pet den 

35 von Plaen. 

Cung Wild it herr Hanfen von Wallenfels geger und vogler. Nota. 
der obgeſchriben Cuntz Wild hat ſich mit der ſtat auß geſont und einen brif 
über ſich geben, das er nymmermer wider die ſtat thun ſchol, noch wider die 
iren und ſchol albeg recht hie nemen von den unſern; das iſt geſchehen von 

#0 pet wegen Paulus von Streitperd, der fur in ſchraib. 
Wetzel, ein purger zu Yichtenburg, pockt auch mit zu fuffen. 


6. Streirerg. 24. *Dürgen = Thüringer? 40. Nota — fchraib’ iſt nachgetragen. 
41. fuſſen' ft. ausgeftr. wiſſen'. 


1. Auerbach in der Oberpfalz. 3. Das Ahornthal liegt weftlich von 
2. Streitberg im Piefentthale unterr- Trockau. 
‚halb Muggendorf. 


Stadtechroniken. IT. 6 


82 2 IV. Der Zug nach Lichtenburg. 


Nickel Mardgraff ift zum Schawenftein! oder zu Bellein?, hat ein gut 
zu Bellein, ift ein junger ſchüſſerling und hat des Erhart Meinreich pruber 
weip. item er ift ein wagner, ift er nicht zum Schauenftein, fo ift er ye zu 
Bellein. 

5 fer.14] Fridel Laup hat 2 pferd und iſt em kurtz geſel und zert zu Lichten⸗ 


burg. 
Cuntz Apel. 
Albrecht Reaenſtein, maint man, er ſey des Poppenſteins bruder, der 
pehy dem von Swanbergk iſt, hat 1- pferd. 
10 Herman Hepp. 
Hans Sneyper. 
15] Dig Ortlein ift marefgraff Hanſen fleiſchhacker und hat 1 pferd und 
ſein weib ſitzt zu Kulmbach. 
Herman Raumenkaſten. 
15 Hein Holenpolg. 
Lehtz bat 1 pferd und ift hin und her.‘ 
Kubendunft. 


4 


[22] Siem was auf her Hanfen und Fristen von Wallenfel® und ir helfe 
gehandelt und beftelt mit funtfchaft und anderen fachen oder ausgeben wirt, —, 

20 das ftet hernoch gefchriben, und des fein derſelben ſach handler von Bere — ⸗ 
nus wegen des rats: Perchtolt Volckmayr, Paulus Gruntherr, Perchtol — 
Holczſchuher, Ulman Hegner, Erhart Schürftab, dy haben diß püchlein —— 
gevengt am freitag noch oberſten anno ꝛc. im 44. 10.3 


Item wir haben beftelt ein jungen flaſchnerknecht, ver bat ung fun 
25 [haft triben auf dem pirg 3 wochen, dem hab wir gejhandt fur zerunge 3 
und lon 4 gulden. 
Item der Hennenberger het erbeis fauft auf dem pivg, dem was zu U 
wiſſen worden, das Hans von Streitperck dy nemen wolt, jo er die wolt har —T 
füren, dorob (if wir halten 22 pferd pey Holfelt, dy vertzerten mitſamt den An 
30 Henberger pey 24 gulden. 
Item dy von Awrbach haben auch veintſchaft mit den Wallenfelſererc — 
und ‚haben und zu gejchriben, fie wöllen uns ix ftat öfnen tag und nacht. 
[22') Item wir haben den Kroppenfmid vor Lauffertor ſelbander geſanEni 
gegen Lichtenberg umb funtichaft zu treiben, wann er in der neh von danner —M 
35 plrtig ift, dy komen her wider anı 9. tag und den fehendten wir fur Ion un er ml 
zerung 6 gulden. 
Item wir haben beſtelt zu kuntſchaften des Friſen knecht mit eim rote en 


17. BL, 15 — 21’ Teer. 32. ‘Item d. v. Awrhach — tag und nacht' iſt nachgetrag — Fi. 
33. ſelb wander. 


1. Markt am oberen Laufe der Sel- den. Sollte die etwas entlegene St——dl 
big, rettlich von Hof. Belden gemeint ſein? K. 
2. Den Ort vermag ich nicht zu fin- 





Beilage IV. 83 


pertlein, den hab wir gejchendt I gulden; und ob wir ih von feiner funt- 
ſchaft wegen fchaften, dorumb ſchull wir im ein chend thun, dornod die 
ſach ift " 


Item wir haben den Oberndörffer, den ſoldner, gefant gen Salfelt in 

5 Meichfen von tzweyer knecht wegen, ein geraiſſiger und 1 paur, die ber Han⸗ 
fen und Srigen der Wallenfelfer funtichafter fein geweſen, die doſelbs zu 
gefendnus fein fumen von den pauren und auch befant haben, das fie funt- 
ſchafter fein, das er über fie fchol verpürgen und wir haben in glaubebriff 
geben von vat an dy von Salfelt, an vogt, an ſchoſſer und rat und au her: 

10 ven von Sachſen; aud) jant wir am nechſten tag dorvor ein lauffenten poten 
wege mit priffen an vogt, ſchoſſer und purgerimaifter, vat der ftat Salfelt, 
umb das jie uns rechtz Hilfen "231 zu den vorgefchriben unferen fchollen. 

Item es iſt hie geweft Dev nuunmgmaifter von Salfelt und begert, Das 
man hie ein nem an ſolt funfgig pferd guter gefellen der einfpenig, die be— 

15 gerten unfers dinft und weiten all der Wallenfelfer. gelegenheit und auf fie 
zu reiten. das hat man im verantbort mit erfamen worten, das man der zu 
diſen zeiten nicht bedürf, man woll fie aber anczeichen, ob man ix bedürfen 
würd; auch hat man in zu gejagt, wer fach, das fie her Hanfen over Fritzen 
von Wallenfel® zu gefendnus und in under gemalt prediten, alfo Das wir iv 

20 mechtig weren mit gefencknus, fo wolt wiv in geben von ydem 500 gulten 
und von yden iven helferen von einem iglidhen, Den fie uns alſo prechten, 50 
gulden, und von einem knecht oder heffer, ver unfer gefchollen wer, 25 gulten. 

Item Ulrich˖ von Augſpurck hab wir laſſen ftraiffen 4 tag mit 16 pfer- 
den und haben vergert pey 20 gulven auf dy Wallenfelfer. 

25 Nota. Die hernoch gefchriben begeren des folt mit 50 pferden: Herman 
Silberpürner von Salfelt, Heing von Ulftet zu Swarcz und ſitzt unter dem 
von Swargzpird und fein gejellen, Swarcz leit 10 meilen von Salfelt!. 

123°) Item der graff von Trüelling? hat begert unfers. vinft und belfer 
wider dy von Wallenfels mit 4 pferven, dem ift gedandt unt der vinft ab 

30 geſlagen. 

Item der Groß, der folner, ift gefertigt gen Ertfurt zu eim folner do- 

ſelbſt und hat im bepfolhen, müg ev ven beftellen over nıit anderen, das ung 

her Hans von Wallenfeld over Fritz fein pruder zu unferen hanten mit ge 


14. fungig. 21. yde. 27. Nota — meil. v. Salfelt’ am Ende ver Seite nacdhgetragen. 


I. Der Entfernung nad) müßte man 
am eheſten an das hennebergifche Schwarze, 
weftlich von Suhl, denken. Wahrſchein⸗ 
lich ift aber die Zahl 10 unridhtig und 
das nur eine Stunde nörblich von Saal- 
feld gelegene, zum Fürftenthiune Schwarz. 
burg-Rudolftadt gehörige Schwarza ge- 
meint. K. 

2. Sollte ein Graf von Truhendingen 
gemeint fein, welches Gefchlecht fich damals 
ſchon feit länger mehr nach Oberfranken 
gezogen hatte? Oder haben wir Graff' 
als Eigenname zu fafien? Die gemöhn- 


liche Annahme, es feieh die Grafen von 
Truhendingen im britten Jahrzehent bes 
15. Jahrh. ausgeftorben (ol. 3. B. Lang, 
Bayerns Grafſchaften S. 309,310; Men- 
jel, bift. Unterf. I, 85; und neuerlich 
Hopf, genealog. Atlas, I, S. 25) beruht 
auf einem Irrthum: ein Graf Heinrich 
von Truhendingen war bei dem burch Die 
Waldenfeljer verlibten Raubanfalle zuge- 
gen und entichuldigte fich deshalb beim 
Nürnberger Rath. Schreiben des letzte⸗ 
ren an den Grafen vom 22. November 
1443 im Briefb. Ar. 16, Bl. 1606. — K. 
6 % 


84 IV. Der Zug nach Lichtenburg. 


fendnus pringen und antborten, das wir fein geweltig fein, jo wöll man von 
ydem tanfent gulden geben, und man hat yn auch heiffen vertröften eim yden, 
der fie derzu precht, das er verzu folt haben ven ſolt fein lebtag, und wir 
haben dem Groffen geben zu zerung 10 gulven. 
5 Item wir haben geftraift auf dem pirg 4 tag mit 52 pferden und fie 
haben vergert pet) 40 gulden und was der Niclas Gries tr haubtman. 
Item wir haben geftraift gen Vorchheym mit- 32 pferden noch ber 
Wernher von Parſperck und Nidlas Muffel, als fie von Meichfen komen, 
do dy Wallenfelfer auf fie hetten gehalten. 
10 [81.24] Item Cuntz Goreyſen hab wir beſtelt, das er ſchol kuntſchaften und 
wir geben im einen tag zu lon 12 dn., und der ging hie auf am ertag noch 7. Ian. 
dem heiligen oberftag auf das pirg und wir gaben im zu zerung 2 gulven. 
Item ein vat hat uns gewalt geben, 50 pferd mer einräffer zu beftellen 
an folt, wen uns gut dunckt. 
15 Item die alten herren haben uns gewalt geben, ven Pinhart Mendel 
und Jacob Schopper an folt fehreiben und nemen, ydem mit 2 pferden. 
Item wir haben gefertigt von bephelnus wegen des rats gen Francken 
den Huter und den Klas Frey an die Altmül zu erfaren, ob icht ſamung oder 
fremder leüff im land ſey, am montag noch fand Erhartz tag, und man hat 13. Jan. 
20 in geben zu zerung 4 gulden. , 
Item es fom ein knecht her von dem von Jera am montag noch. Er= 13. Ian. 
hardi mit einem glaubs und füderbriff und ift ertailt in rat, das wir mit im 
uber ein fumen und aufnemen an ſolt. 
Item Herman Ber von Dipelstorff hat verſprochen, er wöll uns ant⸗ 
25 borten den Ditten Part her in die ſtat oder gen Grefenberck; und ob er das 
tet, dorumb ſchol man im jchenden 100 gulden, und dedit im 2 gulden zu 
teimdgelt. 
[24 ) tem Hans Hartman ift ausgeriten am freitag noch dem heiligen 10. Ian. 
oberfttag gen Payrreut umb funtfchaft und gaben im zu zerung 3 gulven. 
oo  Stem e8 kom ber Hanfen geger und vifcher her am juntag noch Er- 12. Jan. 
hardi und pracht ein priff an des Frieß weip und trug des mardgrafen püch- 
fen an. do warb ertailt am montag noch tiſch, man fcholt den in das loch 13. Ian. 
legen, das wir alfo beftelt haben, und das in die ſchöpfen zu ven fegen. 
Item e8 ift ertailt, einen ſoldner zu ſchicken gen Greffenberg zu Yin= 
35 hart Mendel oder ven Motter, in czu enpieten, das fie beftelten in dem holg 
Püchech, zwiſchen Greffenbeud und Züfprun, ob man gemacht laitteren dor- 
innen vind, dann einer dem Ulrich Haller gefagt hat, das er fie gejehen hab; 
und iſt gefertigt Mertein Swob. 
Item auch hat einer dem Haller gefagt, er hab geſehen gemacht laittern 
40 in Dem wald bey Aurbach. 
Item Engelhart von Streitperd het feinen fun Hanfen von Streitperd 
gern außgeſent mit der ftat hie und das er het ein wiberferung thun von 
dem, das im worden wer zu peiöt und er pot fid) das zu verdynen darzu mit 
feinen freunden, und das wolten die faufleut nicht willen und ward bem von 
rats wegen ab geſlagen. 


. | Beilage IV. 85 


[25] Item Herttel Wirfperger geng hie auf am famktag noch fand Erhartz ır. Ian. 

tag gen Trodam umb funtfchaft, und wir gaben um fein zerung. 
‚tem der Knoch von Schaunberd begert uns zu öffen Nordeck! und 
andere ſloß, die er hat, und man hat im enpoten pey feinem dyner, man wöll 
s zu im fenten gen Bamberd am montag vor Sebaftiahi einen erbergen 13. Jan. 
dyner in zu vernemen. 
Item herr Fridrich von Kinßperck begert ung zu dynen und feine floß 
zu] öffnen dy Snabelbaid und Steinach; hat her rang Rumel anpradıt. 
Item dy Groſſen auf dem pirg die begern unfers dinftz und wolten 
10 öffnen ire floß Tauchersfelt? und Trodam, hat der Kurt Efchelver anpracht. 
Item der Rabenfteiner begert unfers dinſts und fitt auf dem Poten— 
ſtein. 
Item Thoman vom Raitzenſtein begert unfers dinſtz, ſitzt 2 meil von 
Lichtenberg. 
LE Item der jung Hans von Aufſeß begert unſers dinftz, ſitzt zu Freyen⸗ 
fels®. 

[257] Item Klas von Prud hab wir beftelt, das er und ſchol Euntfcheften 
zu Brud? und zu Erlang und zu Payrstorff und zum Agelperg?, wer zu 
dem Weigel Strobel und von im wandelt, und dorumb hab wir im gefchandt 

20 2 gülden und er hat und den dinſt gefworen und man ift im nich ſchuldig, 
es wer denn fach, Das wir von jeiner funtjchaft wegen etwas ſchaften; und 
was wir im dorumb geben, voran ſcholt er ein genüg haben. 
Item wir haben dem Klafen mer gefhandt am ſamtztag noch oberften 
6 groj8 und was er des mols fagt, das ift verfchriben an einer zetlen. 
25 Item mein herr mardgraf Hans hat fi) begeben zu helfen, ob man 
fein begert, al8 der Baumgartner wol weis ꝛc., hat Herman Ned anpradit. 
Item wir haben an folt genumen des Kinſpergers fnecht und des Klas 
Freyen und den Pürdel und ven Binttenfchuh und ven Hartman Wirfperger 
“ und des Grieß Inecht und des Goltjlahers bruder, ir ydem mit einem pferd 
30 auf ven flechten folt. 
Item der von Weydach begert unfers vinftz, pracht an Nicklas Muffel. 

26] Item Linhart Mendel und Peter Motter hab wir gefertigt An bie 
Swobach, das fie der lantſchaft ſchullen vor fein und Haubtleut fein, und ob 
rauberen oder unfer veint fich Dofelb zu nehnotten, fo haben fie gewalt und 

35 ift in bepfolhen zu beftellen, allenthalben dy fturm zu leuten und domit dy 
lantſchaft von ftat an alle haubtleut mit iren untertan gegen Orefenberd zu 
zihen. auch ift in bepholhen, ob fie mit veinden zu Fechten fümen, daz fie 
ſchullen ftechen und ſlahen zu tod und nicht gefangen nemen, es ‘wer denn, 
das fie der veind als gar mechtig weren; und ob dy veint mit groffem geſchreh 

0 komen, das fie dorumb nicht flihen. 


34. under (u. fo öfter für unſer'). 


1. Bei Stadtſteinach. 3. Dorf und Schloß an der Wiefent 
2. Tiichersfelden in dem gleichnami- oberhalb Hollfeld. 
gen Thal, zwiſchen Pottenftein und Gös— 4. Brud an der Regnitz oberhalb Er- 
weinftein. langen. 


5. Ajelsberg unterhalb Erlangen. K. 


or 


u 
= 


or 


20 


2 


30 


3 


4 


Pet 


or 


86 IV. Der Zug nach Lichtenburg. 


Item an dem obgefchriben tag hab wir ausgefant auf das pirg den jun- 
gen Pibbracher und den Rüppel und ven Pürdel zu erfaren, ob dy Wallen- 
felfer mit ver famnung, die fie haben, auf uns zihen, oder wie e8 dorumb 
ein geftalt hab; und fein gefertigt auf dreh ort, dedit ydem zu zerung 3 gulden. 

"8. 28] Item am ertag vor ſand Prifen tag kom uns ein briff von Hoffelt 1a. 
don dem Ruprecht Kergel, dem foldner, pey einem paweren, der was geben 
zu Holfelt, und wir gaben dem paweren 5 ſchilling. und von fach wegen, 
als der Ruprecht jchreibt in dem felben briff, hab wir gefant von flat an Des 
tags ezwen puchfenmmifter den Nuremberger und maifter Paulus feligen 
ſwoger zu fufien gen Greffenberd, das fie dy wer Dofelbft und den zeugt zu 
richten auf der mawr unıb die ftat und etlich tag do pleiben. 

Item auch fant wir des tags zu roß aud) den Jerel, fmid; und ven 
Hafenneft, das fie von ftat an gen Grefenberck riten und doſelbs ſich ent⸗ 
hielten, untz ſie gevordert werden; und der hausknecht gab in zu zerung 5 
gulden. 

Item wir haben beſtelt und auf genumen an ſolt Herman Kobir, den 
der herr von Jera hat her geſant mit eim vorderbriff; und man ſchol im 
geben den gemein ſolt und man ſchol im ſchencken darzu 20 gulden und ſchol 
verpunten ſein 3 jar zu dinen. 


Item der obgeſchriben Herman geng hie auß zu dem von gera am — 
mittboch vor Priſca und verſuchte, ob ung der von Jera rechtz wolt helfen, _ 
wann er maint, wol 8 oder 10 in feinen fteten zu betreten on gelait; ud: 
maint er, einen gefellen over 2 zu im nemen und unſer gejcholl ein over Zu 
pringen mit im, dorumb ift ev vertröft, Das man im oder feinen gefellen ge — 
(ont und gedandt würd, auch möchten fein gefellen ſolch ſach handelen, maw 
nem fie aud) an den folt und man gab im an ven 20 gulden 6 gulven. 

37) Item der Uſmer tet zu wifjen, Das pey 40 pferden puberey zu Payrs — 
torff legen am mitboch vor Prifca, Do fant wir hinauß den Pockſtirn zu er— 
faren, wer fie weren. 
Item am mitbod vor Priſca pracht zu uns Caſpar Wirt czwen furmar— 
von Gera, die er wol fennet, dy fwurn, das einer haift ver Rubm, der audi 

pey der nam ift geweft, dy dye Wallenfeljer getan haben pet Kronach, unse 
das er fich] geren wolt außſünen und furpas hy Diner werden, do hab wi 
ven furleuten geantbort, fie mugen im wol fagen, precht er einen oder czwer æ 
von den, Dh pey der jelben nam weren geweft hy ezwiſchen und lichtmeß, un 


unſer geſchollen weren, oder in eim menet, ſo wolt man in auß für laſſer = 


— 


und dor zu ein ſchenck tun. 

Item auch haben jie gejagt, wy ein simerman (ange zeit pey den Bal- 
(enfelfern fei geweft und das floß Lichtenberck gepaut hat, haift maifter Cun — 
rad Ewllenfmid, der maint her zu fumen und ung zu raten wider die Wal 
fenfelfer und gert feins folg, denn es wer ſach, das man etwas ſchuff voz“ 
jeind rats wegen, alſo hab wir im gejagt, wir fehen in geren Tumen. 

Item am mitboch vor Prifca fom der Gareifen von Pichtenberd ur! 
der Klas von Pruck, dy zwen kuntfchafter, aber fie fagten ped nichtz treffellid — 


21. verjuchen. 31. dy fmurn: dy wurm'. 


Beilage IV. 87 


‚tem Clas Frey kom wider an dem obgeſchriben tag und weft von 
feiner famung zu jagen. 
[27] Item am pfingtag frid vor Priſca ward uns ein priff von Rüppel 16. Ian. 
mit eim lauffenten poten, der ward gegeben zu Weifchenfelt.- 

5 Item am pfintztag vor Priſca fom der Podftirn von Payrstorff und 16. Ian. 
jagt, das der jung von Swanberck, der Rauhenecker, Fritz von Sparned, 
Thomen von Sparned do fein geiveft. 

Item an dem obgeſchriben ftat fom ver Pürdel, fofoner, von Holfelt, 
er weſt aber in ſunderheit nidhg zu Jagen. . 

10 Item der Oberndorffer und unfer lauffenter pot komen her wider am 
pfingtag vor Priſca von Salfelt und fagten, Das fie des Wallenfeljerd dyner, 16. Jan. 

Die Do gefangen legen hetten, ledig gelajfen und das man uns nicht vechk 
wolt zu in helfen, wan ver herr von Sachſen dar verjchriben bet, .fie heiten 

wider in nicht getan noch fein geleit, dorumb holte man fie angeficht des 

15 ſelben briffs ledig laſſen. 

Item wir haben beftelt Heingen, Erhart Schürftabs Enecht, und Augu— 
fein, Ulrid) von Augfpurd knecht, umb den flechten folt und ſchullen antreten 
und gehorfam thun zu lichtmeß. 

[28] Item an fant Anthony tag do rait der Grieß felb acht, Pichtenberd zu 
© befchawen, got geb in glüd — item der Pöczling und der Enpres Vend, 

Zerrengibel. 

Item der Fritz Payr iſt gefertigt gen Grefenberck, das er ſchol heiſſen 
herein kumen auf morgen die drey ſoldner zu Grefenberck und Die zwen puch⸗ 
ſenmaiſter und den Linhart Mendel und fhullen da nbredyen, was fie vergert 

5 Haben, und der Motter ſchol der lantſchaft vor fein noch dem peiten. 

Item wir haben gefant den Cung Oareifen und den Gerſtner auf 
kuntſchaft auf das pirg und wir haben in geben zu zerung 5 gulven und fie 
gingen auf am jamcztag noch jant Anthonig tag; es ſchol Der Gerſtner nicht 18. Ian. 
herein fumen, er pring denn emen unfer geſcholen. 

30 Item der Leminger hat ven ſolt geſworen mit 2 pferden und der Cas— 

par Schopper mit 2 pferden an Dem obgejchriben tag, auch hat der Yeminger 
purgerrecht gefworen. 

Item der Krafshöfer hat pracht einen gefangen, den fie heiten gefan- 
gen zu Greffenberd, der. verzert 1 gulden. 

»„ #] Peter Smelter, Harttung Spigel die zwen werben umb ven folt hie, 
pen hab wir zu gejagt, wenn fie kuntſchaft von irr herſchaft pringen, yden 
mut einem pferd auf zu nemen. 

‚tem Eberhart Schön hat geborben umb ven folt dem Kammerer, 

einem Meiner, dem hab wir Das ab geflagen und haben ven Eberhart Schön 

10 gepeten, das er ſeim knecht verjchreib, Das er mit im red, möcht ev und der 

Ballenfelfer einen geantborten oder feiner mithelfer, dem ſcholt das wol ge= 
fone und gedandt werden und darfur möcht er im mol gut fein. 

‚tem wir haben gefant am funtag noch Prifca den Hafenneft gen Tro—- 19. Jan. 

dam zu dem Groffen, wolt ex ſich und fein floß beftellen Iaffen, fo möcht er 

5 wol ber fumen von ftat an mit dem Haſenneſt. 


7. Spared. 36. ydem. 40. verfdeib. 





88 IV. Der Zug nad Fichtenburg. | 


Item der Hafenneft hat gelt her wider pradit und das hat man geben 
den zweyen plchjenmaiftern, dy zu Grefenberck find gebeft, für wen Ion und 
ven gejellen, die ven gefangen von Eſchnaw pracht haben, alfo das ung nich 
uber ift worden. 

5 81.29] Item der Kemnatter und der Criftan Zenger bie werben umb den 
folt, hat ver Hans Erelbed anpracht. 

Item dy Willenftainer zum Willenftein! und Putenberger und zum 
Stain, do. dy Sparnecker ſitzen?, und der Lobenſtein die all ſind gelegen gen 
Pichtenberd i in der neh. 

10 Item dem foldner dem Kraftzhofer ift bepfolhen, ein kuntſchaft zu be- 
jtellen auf Ditrid) Part. 

Item wir haben den Yienhart Menlein gefertiget an ſant Vincentt tag: 

‚ an die Schwobach, daz er funtjchaft beftellen fol auf die mortbrenner noch 
ſeinem gutdüncke. 

X Item der Große und der Diener quam erwider von Erffort an ſen 
Angneßen tag und hot mit niemant nichs beſchloßen. 

Item der alt von Plawen hat geworben in unſerm dienſt, daz hat man 
im uf die Pa A erbern worten abgefchlagen und daz hat der Matheus von 
Megekreuth (sic) anbradit. 

20 Item der Johan Zolner auß Francken per Rotenfels?* hat begert un- 
ſen dinſts und iſt im abgeſlagen zu diſen zeiten. 

29) Item wir haben beſtellet Sittich und Hans die Großen gebrüder, daz 
ſi der ſtat diener ſullen ſein von liechtmeß ſchireſt uber drew jare mit ſechs 
pferden und ſchullen ſein wol gerüſt und redelich knecht haben und ſchullen 

25 ſchweren als ander unſer diener und ſchullen uns auch öffen ire zwey ſchlozer 
Drockawe und Dewchersfelt dags und nacht, wenne wir das begern in den 
drewen jaren zu alle unſer nötdorft; und wenne wir ein kuchen ſelber in den 
ſchlozen halten, ſo ſchullen wir in und iren knechten und wechtern die ſpeiße 
und futterung geben die ſelben zeit, were aber ſache, daz wir zehen oder fumf- 

30 zehen man zu röße oder zu füße zu in jenten in der obgenanten ſchloße eine 
und wir nit eigen füchen hielten, jo fehulten Die obgenanten Größen denfel- 
ben umb ein bejcheiden gelt ſpeiße un prand geben, fie fehullen uns aud 
jelber zu kaufen geben oder faufen und betellen, waz uns notdorftig ift und 
wirt, nod) dem neften und beten fie funnen. Wir ſprechen in auch fure fey- 

35 nen ſchaden, waz in gejchehen möcht, Do got vor ſey, an ven fchloßen noch 
andern ſachen, waz in gſche, darumb ſchult wir in gar nicht ſchuldig fein; fie 
ſchullen auch ire fchloße felber bemaren mit wachtern und auch mit alle anvere 
nottorft und auch ſelber baiden. 

'30] Item wir mügen in auch den dienft abe fagen als andern unfer dye— 

40. ner, wenne wir wollen, und fchullen ung verbunden fein als alle unfer die= 


12. Andere Sand. 20. Erfte Sand. 22. Wieder die zweite Hand. 39. untter dyener. 


Schloß Wildenftein liegt in einem nit, oberhalb Berneck, das die Sharnede 
Seitenthale nordweſtlich von Stabt- von den anurkgrajen zu Lehen trugen. K- 
ſteinach. K. 3. Rothenfels am Main zwiides 

2. Ohne Zweifel Stein an ber Oele- Lohr und Wertheim. 


Beilage IV. 89 


ner und ſchullen in alle jare geben zu folt und fur öffunge ver ſchloße 300 
gulvden landeswerung; und ift in dem rott alfo erteilt worden, mit in zu uber 
fummen. und wir haben in gefchandt bar 8 gulven, dar umb da fie gute ſtal⸗ 
fung bawen, und fie mügen ftellen zu Drodam bey ſechs und dreiffig pferd 

s und zu Dewchersfelt bey 15 pferd. actum am mitwoche in die Vincenti 22. Ian. 
anno 2c. 44°. 

Note. auch ift bereit worden, ob man die Großen herein fordert ın 
bie ftat oder iver pferde ein deyl, da; fie des auch ſchullen willig fein und 8 
tag uf ir engen zerung gebarten, und das worttzeychen der offung fol fein; 

10 fwr die lofjung. 
‚ Nota. wir haben der obgejchriben beredung einen [brief] von den 
Groſſen. 
zo]) Item Hans Groß unſer dyner hat beſtelt, das ein einſpenniger ſold— 
ner ſchol her kumen von Ertfurt, den hat er vertröſt des ſolds, auch hat er 
15 beſtelt einen kuntſchafter pey Banıberd, dem hat er geben 2 gulden, den hat 
er uns nicht wöllen nemen, den hat ev vertröft, köm her Haus oder Fritz von 
Wallenfels von feiner kuntſchaft wegen zu gefencknus, alfo das wir fein med- 
tig weren, jo fcholt [wir] im geben dorumb 400 gulden veinifch. auch hat er 
einen her vergilt, der wolt felb dritt hinem fteigen gen Lichtenberck und das 
20 auß prennen, der [hol auch altag her kunen. 

Item der Prünfter hat einen zu uns pradht von Kronach, der het im 
waydaſchen pracht, der hat geborben von einem, haft der Zimerman, ein 
raißig einfpenig gejel, der wolt gar mol nüg fein zu den Wallenfelfern; dem 
hab wir enpoten, er miig wol her zu ung kumen pey denselben von Kronad). 

25 Item der Mengersreuter ift beftelt mit 4 pferden zu dynen umb den 
jlechten folt hie in ver ftat, und fein flog Nigelsrenöt! ſchol unfer offen ſloß 
ſein und geben im dovon das jar funftzig gulden reiniſch und haben einen 
brieff von im. 

ſ31]) Item der Niclas Grieß der iſt geweſt zu Lichtenberck mit f pferd und 

»0 hat das beſchawt pey nacht und kom her wider am mitboch noch fand Angne—- 22. Jan. 
ſen tag und maint, das er das wol beſchaut hab und wol hinein in die ſtat 
kumen müg, wenn er wöll, und dorzu bedürf er 200 geraiſiger pferd, do— 
mit wol er wol wider auß dem lant kumen und dy ſach entten, oder 200 fuß⸗ 
gengel und hundert gereiſiger pferd; und wolt die erſten nacht ſein zu Gref⸗ 

35 fenberck, dy anderen nacht zu Mentzſeß?, dy dritten tag und nacht zu Lichten⸗ 
berg, und wer in notdurft, ein tail brots und tüchein pferdsperen und geiß— 
füß und peyhel mit zu nemen ꝛc. 

Item dy Großen von Trockaw riten hie anß an fand Paulus tag beke— 25. Jan. 
rung und wir haben in gewalt geben, kuntſchaft [zu| beſtellen gen Lichtenberg 

4 und auch gen Ebermanſtat, was das foft, das ſchüll wir im wider geben; 


11. Hier beginnt vie erfte Hank wieder, nachdem die 3 vorhergehennen Zeilen von britter 
Sand gefchrieben waren. 


1. Wohl das bereit in der Oberpfalz; Sollte Geſees unweit des weißen Mains 
an ber Fichtel-Wald-Nab gelegene Riglas⸗ bei Berneck gemeint oder (was wahrjchein- 
reut licher) Wonſees nördlich von Ho KB 

2. & hat deutlich die Handſchrift. zu vwerbeflern fein? K.- 


90 IV. Der Zug nach Fichtenburg. 


auch ſchullen fie ſpeys beftellen gen Trockaw und gen Taüchersfelt, und wir 
haben fie hie aus der herberg geloft. 
Item Görg von Willenftein hat hie geborben umb den jolt dem vom 
Piberſtein und eym Aychperger und eim anderen ꝛc. jo hat geborben ber 
5 Mengersreuter ſeim ſun und auch eim anderen, das hat man im abgeſlagen 
mit erbergen worten. 


ar. 31’) Item der Walch hat eingenumen [von] Perchtolt Volckmayr 8 gul- 
den und er hat verfprodhen 6 oder 7 anzufüren und zu übergeben ver gefel- 
(en, dy do rauben im Sulczgay und anderswo auf der ftroßen; und ob [er] 
10 Das alfo thut, fo ſchol man im darzu zu lon geben, was der Greffenöder 
ſpricht; und er ſchol auch dy weil nicht herein fumen in dy ftat, denn er hab 
das alfo zu weg pracht. actum in die Agnethe virginis. 21. Jan. 
‚sten der Mengersreiiter ift hin weck gerieten an fant Paulus tag be= 25. Ian. 
ferung, dem hat man her wider gilt auf unfer frawen tag lichtmeß ſchirſt. 2. Betr. 
15 Item wir haben geben herr Mertein Heiden gemalt, ein funtfchaft [zu] 
beftellen, und was das foft, Das ſchol man im wider geben; und ob dieſelben 
von feiner kuntſchaft wegen icht endotten, jo wolt wir in dovon Ionen. 
Item wir haben den Kraftzhöfer gemalt geben, ob er mit dem Wilden 
mocht eind werden, das er uns den Dittel Part verfuntfchaft, und köm er 
20 von feiner kuntſchaft in unfer gewalt, jo wolt wir in auf far laffen und wol- 
ten im gelt dorzu ſchencken. 


[32] Item Reüß von Plawen begert unfers dinſts und wolt uns öfnen fein 
ſloß; hat Hans Tegel anpracht, und fein ſloß ift genant Greutz, 4 meil von 
Lichtenberck. 

25 Item wir haben an ven folt genumen am montag noch fand Paulus27. Jan. 
tag given einjpennig ſoldner von Augfpurd, dofur pat der Kegel, dy waren 
vor am ſolt geweft zu Augfpurd. mer hab wir auf genumen ein einfpenigen, 
ift von Koburd, ven pracht uns der Würdel zu; all umb ven flechten folt, et 
juraverunt. 

30 ‚tem mer hab wir an folt genumen herr "Banfen von Wallenrats 
knecht, ver ift beftelt auf 3 jar; und man ſchol im ‚geben 27 gulven zu dem 
jlechten folt dye 3 jar, et juravit. 

Item al8 der Daum gelt hat genumen auf funtfchaft zu treiben und 
den nicht ift nochlumen, dorumb ſchol in der Perchtolt Volckmair zu gefend- 

35 nus pringen. 

Item am mitboch noch fand Paulus tag beferung do fhidt wir den 29. Jan. 
Hafenneft felb fehft zu den Groſſen gen Zrodaw und haben im empfolhen, 
in 8 tag allein herein zu reiten und vor alle ind abrechnen, und gaben im zu 
zerung 8 gulven; und gefcheh nu ichtz not und bedorft er mer pferd, Das 

40 fcholt er ung wiſſen laſſen. 

Item an dem obgeſchriben tag hab wir geſant 13 pferd entgegen dem 
Holtzſchuher zu ſtrauffen, als er kom von Oſterreich. 

[32] Die nachtſeld von hynnen gen Yiechtemberg ꝛc. 

Bon hynnen auf gen Amwerpad) und darnach gen Weyrenberg! i, daz iſt 


1. Ein paar Stunden öftlich von Bayreuth. 


Beilage IV. 91 


der Kinfperger, darnach gen Goltkronach!, darnach zu dem Gefreh und dar⸗ 
nach zum Helmbrechtz und darnach gen Rella und darnach am wafler hinab 
gen Liechtemberg. 
Item Görg Müring ift gefangen worden von unſeren faufleuten zu 
s Leiptzk. alfo fant wir Peter Weineügel hie auß am funtag noch fand Paulus 26. Jan. 
tag beferung mit glauböbriffen an herren von Sachſen und an den canczler 
und her Apel Ficzthum und an ber Iorg von Perenburd, und im ift bepfol- 
hen, mäntlich vecht zu voderen und geftaten zu dem geſchollen zc. 
Item dy Wallenfelfer, wenn fte von Pichtenberd her wark reitten, jo 
so kumen fie albeg fur Wernftein? hin, das ift der von Aufſeß. 


Item wir haben beftelt Cuntzen von Tetelpach an folt 3 jar mit 1 pferd 
und haben im geben 20 gulden uber ven rechten folt par dy 3 jar. 
‚tem wir haben gefertigt ben Fronhoffer an der pfingtag nacht vor 30. Ian. 
unſer frawen tag lichtmeß mit 14 pferden gen Irodam. 
ıs !33] Item der Jörg Trauttenberger hat tzwen knecht her gefant, die haben 
ſich begeben zu ſtellen noch dem Poppenftein und ven lebendig gefangen her 
zu pringen hie tzwiſchen und fant Walpurgen tag; wenn Das aljo gejdhiht,28.8e6r. 
jo hab wir zufprocdhen zu geben 300 gulven, andere ift man in nicht Ihul- . 
Dig. actum an unfer frawen abeht lichtmeß. 1. Bebr. 
N) Item ver Pintenfchu und ver Ruprecht Kergel viten hie auß am mon-= 10. gebr. 
tag noch Appolonia auf daz pirg umb kuntſchaft. 
Item wir haben bejtelt her Fridrich von Kinfperd mit 8 pferden an 
ven ſolt und er ſchol antreten am aſchermitwoch und ſchol uns öfnen Di26.Behr. 
Snabelbayd und dy ftat Steinach zu aller umfer notdurft; und wie all ſach 
25 berebt fein czwiſchen im und der fat, des hat er ung einen briff geben unter 
feinem infigel, und man gibt im ein jar vierhundert gulden. 
Item wir haben beftelt Cunrad Rebhar umb ven jledhten folt zu eim 
einfpenigen, dofür jchraib Walther Ehaymer von Ulm. 
Item mer hab wir beftelt den fwarken rigen zu eim eunrüßer. 
30 Item Eberhart, des Haus Kieter fnecht ift bepfolhen, ein kuntſchaft [zu] 
beftellen umb Yichtenberd mit. den fcheffern over fchefferfnechten. 
337] Item Ulrich Kantzler ift gewejen zu Yichtenberd umb potjchaft von 
des Keypers wegen und hat uns gar aigenlich unterricht, wy es im ſloß und 
in der ftat ein geftalt hat und fpricht, e8 ſey in ver flat on eins virgig heu- 
35 fer, 40 gereißig und fie vermugen in czweyen tagen 200 pferd; und er ging 
do auß am ertag nad) unfer frawen tag lichtmeß. 4. Bebr. 
Item wir haben beftelt 3 ſoldner von Augfpurd, ein|penig, unib ven 
ſlechten jolt, ven hab wir erlaubt gen Augfpurd zu reiten, alle das fie wider 
bie ſchüllen fein vor dem aſchermitboch. 26. Bebr. 


- 


14. XIIII corrig. fl. IX. 26. infivel. 


1. Südlich von Berned. K. 2. Bei Kulmbad). 


92 . IV. Der Zug nach Lichtenburg. 


Item wir haben gefant Peter Kaymen an dy Anfch zum Sedenpörffer, 
das fie kuntſchaft ſchullen beftellen auf Dytel Part. 


Item die hernoch gefehriben fein ver Wallenfelfer arm leut und füren 
unferen faufleuten oft gutt ber. 


5 Hans Hervegen figt zu Sparenberg im mardt! Hinter dem jungen 
Thomas von Keifenftein. 
Furleut: Beter Holer und Jacob Pütner ſitzen zu Rodach hinter 
Fritzen von Wallenfels. 
So ſitzen Hans Lewpolt und der Ouendorffer auch zu Rodach hinter 
10 dem pfarer von Warttenfels. 


‚sa] Item wir haben beftelt den Ewlenſmid von fand Peters tag flulfer 22.Behr. 
ung auf Bartholomey, das er uns ſchol dynen zu voß und zu Fuß, wie wir24.Aug. 


jein bebärffen; doch wenn er ung muß dynen zu roß, jo ſchüll wir im ein 


pferd fchiden und wir geben im das halb jar 15 gulvden. actum am pfincztag 20.gehr. 


15 vor fand Peters tag anno ıc. 44. 
Item wir haben auf genumen ein folpner von fwebifchen Werd und 


ein von Paubingen und ein Sranden am pfinktag vor fand Peters tag ſtul- 20. Febr. 


feyr, all umb den gemein folt. — 


18. Bl. 34 flieht mit Titelfchrift: "Anno dom. ıc. 44 circa purificaceionis Marie virginis 
bat man hienach verfehriben und begaichent, wer und wievil ein yever pferde hat. — Sebalbi'. 

— Aus leßterem Worte ergiebt ſich, daß vie Pferde, welche in ver Stadt fich befanben, aufs 
geſchrieben werden ſollten. Es geſchah aber an biefer Stelle nicht, denn alle folgenden Blät- 
ter find leer geblieben. 


’ 1. Sparenberg an der Saale unterhalb Hirſchberg, (heute preußiſche En⸗ 
elave. K. 


| 


V. 
Nürnbexg's Krieg 

gegen | 
den Markgrafen Albrecht Achilles) 
| von Brandenburg | 


1449 und 1450. 


Kriegsbericht und Ordnungen. | 


Zufammengebracht von 


Erhard Schürftab. 


Einleitung. 


Der Stäptefrieg von 1449/50 und insbejondere ver Kampf ver 

mächtigften Glieder beiver Parteien, des Markgrafen Albrecht von Bran- 
. venburg mit der Stadt Nürnberg, iſt ein fo bedeutendes Ereigniß in ver 
Gefchichte des 15. Jahrhunderts, daß man nicht anjtehen wirb, einem fo 
betaillirten Berichte über die Wechjelfälle diefes Kampfes, wie er bier 
vorliegt, ein großes Gewicht beizulegen. Techniſch lernt man freilich fo 
gut wie nichts daraus, denn man hat e8 damals verjchmäht, nach den 
ſyſtematiſch vorgezeichneten Regeln von Taktik und Strategif Pläne zu 
entiwerfen, die des Gegners zu durchkreuzen, in großen Schlachten Alles 
auf das Spiel zu fegen. Es war ver Heine Krieg, ver über ein Jahr 
lang weit und breit Alles zerftörte und plünderte, e8 waren lauter Heine 
Raub- und Streifzüge, die ven Feind auffchrediten over in feinen gleich- 
artigen Unternehmungen jtörten. Dieſe find denn da alle genau und 
forgfältig verzeichnet. Man findet wie Viele ausgezogen, wen fie ange: 
griffen, welchem Widerſtande fie begegnet, was fie an Gefangenen und 
Vieh erbeutet. Neben viefen Dingen handelt ver Bericht aber doch auch 
von den Urjachen des Krieges, von ven Verhandlungen, die während 
feiner Dauer zwilchen ven beiven Parteien geführt wurden, und giebt jo 
ein getreues Bild des bedeutenden Vorgangs. — 

Es find zweierlei Redactionen, in welchen der Bericht über ven ‚Sei 
erjten Markgrafenfrieg uns vorliegt. Die eine, welche fich in der über- tionen. 
wiegenden Mehrzahl der vorhandenen Codices findet — wir nennen fie 
A — ift einfach, kurz, bündig, wenn auch nicht völlig frei von ven Aus- 
wüchjen des Stiles, der vem 15. Jahrhundert eigen ift, eine Ausnahme - 
davon macht lediglich die Bejchreibung des wichtigſten Ereigniffes, das 
fich im Laufe des Krieges zugetragen, des Streites bei ven Pillenreuter 
Weihern am 11. März 1450: hier weicht die Diction volljtändig won 


96 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


jener des übrigen Berichtes ab; mit epifcher Breite und felbftgefälliger 
Ausführlichkeit werden die Anftalten zur Schlacht gejchilvert, die Reden 
der Anführer berichtet, die Details des Kampfes vorgeführt; das Ganze 
krönt eine emphatifche Apoftrophe an ven gefchlagenen Markgrafen, den 
ſein Stolz zu alle gebracht. Mit ver urfprünglichen Einfachheit und 

Ruhe fährt nach diefer Epifope der Kriegsbericht fort. Es ift das we- 
tentliehfte Merkmal ver zweiten Reduction, — wir bezeichnen fie mit B 
— bie in zwei Handſchriften und, gekürzt, abermals in zweien vorliegt, 
daß die Beichreibung des Pillenrenter Treffens in vemjelben Tone ge- 
halten ift, wie die übrigen Theile des Kriegsberichtes. Dieſen ſelbſt fin- 
ben wir im Vergleiche zu der erjten Redaction vielfach erweitert, durch 
Wiederholungen und Zautologien gevehnt, in der zweiten Hälfte freilich 
auch da und dort durch fachliche Abweichungen und Zufäge verändert. 
Der Zuſammenhang zwiſchen beiden ift jo eng, daß es unmöglich zwei 
von einander unabhängige Darjtellungen fein können, und doch ift ein 
‚ großer Theil der Abweichungen von der Art, daß man nicht wohl die 
eine als Vorlage ver andern zu bezeichnen im Stande ift. Man würde 
. allerdings eher annehmen dürfen, daß die fürzere Nedaction (A) der aus- 
führlicheren (B) vorgelegen babe, als umgefehrt, daß B von A benutzt 
und gefürzt worden wäre. Ein Autor des 15. Jahrhunderts würde nie 
aus einer weitjchweifig jtilifirten Aufzeichnung, an veren Faſſung er ſich 
doch im ganzen und großen, zuweilen bis auf ven Wortlaut, hält, eine 
fnappe, bündige Redaction gemacht haben, während es umgelehrt ganz 
dem Geiſte der Zeit entjpräche, wenn wir eine concis gefaßte Darjtellung 
eriveitert und mit überflüffigen Worten bereichert fänven. Aber was 
wir vorher als das weſentlichſte Merkmal ver Redaction B bezeichnet 
haben, ver Schlachtbericht tritt einer ſolchen Auffaffung auf Das entjchie- 
denjte entgegen. Wäre B eine Ueberarbeitung von A, fo ift es jchlecht- 
bin undenkbar, daß der ausführliche Schlachtbericht in A einer fo ein- 
fachen, ruhigen, in Form und Ton mit der übrigen Aufzeichnung jo völ- 
tig harmonirenvden Darftellung gewichen wäre, wie wir fie in B finden. 
Umgefehrt wäre ſchon ganz plaufibel, daß ver Nebactor von A, vem B 
vorgelegen hätte, vie Einfachheit des Schlachtberichtes der Bedeutung des 
Ereigniſſes purchaus nicht ebenbürtig gefunden und eine nach feiner An⸗ 
jicht ver Größe ver That angemefjenere Schilverung eingefügt hätte. 
* Diefer Annahme tritt jedoch die eben ausgeführte Unmöglichkeit entgegen, 
daß A aus B gefürzt fei. So wirt man fich denn wohl am beften einer 
pritten Vermuthung anfchließen, daß A und B eine gemeinfame Grunt- 
lage haben, einen furzen, bünbigen, officiellen Bericht, an welchen fich A 


Einleitung. . 97 


enger, B mit Erweiterungen und gelegentlichen Zufäben und Verbeſſe⸗ 
rungen anfchlieft, vaß ver Schlachtbericht, ver der Natur der Sache nach 
in einer officiellen Aufzeichnung nicht anders als die übrigen Vorgänge 
behandelt war, von B nur mit ven Veränverungen, die an dem Ganzen 
vorgenommen wurden, aufgenommen, von A durch ein eigenes Elaborat 
erjeßt worven ift. Diefe Annahme ſtützt fich außer den Gründen, die wir 
jo eben entwicelten, noch befonvders auf eine Notiz des Rathsmanuals 
von 1449. Dort heißt e8 (Fasc. 8. BL. 9") beim 20. Auguft: “Item 
alfe ding, bie fich yetzunt ergeen, mit fleyß bejchreiben’. Jobſt Tetzel 
und Niclas Groß find als die beiven Rathsfreunde genannt, welchen 
diefer Auftrag zu Theil wurde. Dadurch ift wenigftens conftatirt, daß 
eine officielle Aufzeichnung vorhanden war, eine Andeutung, mit der wir 
ung freilich, da weder im hiefigen k. Archiv, noch ſonſtwo fich eine Spur 
davon fand, begnügen müſſen. 

Der Redaction A find in allen Handſchriften noch andere Aufzeich- —.. 
nungen beigefügt, die fich auf ven Krieg beziehen: Verordnungen des nungen 
Raths, welche die Vertheivigung ver Stadt, die Ausrüftung zum Aus- Rarpe. 
marſch, die Verpflegung der Mannfchaft, die Sorge für die Einwohner 
zu Gegenjtänden haben, während B nur durch ein paar kurze Süße am 
Schluffe des Kriegsberichtes verräth, daß auch dieſer Redaction ſolche 
Ordnungen befannt waren. Hier ift es num ganz offenbar, vaß A eine 
officielfe Quelle benußt und zum Theil fogar wörtlich aufgenommen hat. 
Es läßt fich auf das genauefte bei der Partie, welche das Gefangenenwefen 
betrifft, nachweijen, deren officielles Original im hiefigen k. Archiv er- 
halten ift. Aus dieſem Gefangenenbuch ergiebt.fich denn auch mit Sicher- 
beit, daß dem Kriegsberichte gleichfalls officielle Angaben zu Grunde 
liegen, indem die Zahl ver hier namentlich aufgeführten Gefangenen in 
faft allen Fällen mit der dort angegebenen übereinftimmt. Wir wollen 
gleich hier das Intereſſe conftatiren, welches das Gefangenenbuch dadurch 
für uns hat, daß wir regelmäßig erfahren, mit welchen Summen die Ge- 
fangenen fich lösten, und daß die Namen ver Hauptleute bei ven einzelnen 
Erpepitionen, die im Kriegsberichte va und dort fehlen, bier regelmäßig 
angegeben find. Es waren nun verfchiedene Aufzeichnungen ähnlicher 
Art vorhanden. Don einzelnen läßt fich aus den Rathsmanualen nad)- 
weiſen, wann ber Auftrag, fie anzufertigen, ertheilt wurde. So heißt es 
3.3. im Rathsınanual von 1449, Fasc. 7. BI. 5° zum 15. Juli: “Item 
getrenbeorpnung machen. — Fasc. 12. BL. 7° zum 8. December: “AL 
fuchenfpeis und andere narung und notburft bie zu bejchreiben’. — Fase. 


13. Bl. 2° zum 28. December: “tem das die viertelmeifter durch die 
Staͤdtechroniken. 11. 7 


98 V. Nürnberg’ Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


bauptlüt beftellen alles getreyde und füchenfpeis befchreiben laſſen'. Ob 
diefe Ordnungen nun ganz felbftänvig gefertigt wurden, ober ob auch 
ihnen ältere Mufter worgelegen haben, vermögen wir nicht nachzumweilen '. 
Die Bermuthung, daß das legtere der Fall war, tft durch eine Notiz in 
dem Iahresregifter III, zum Iahre 1434, nahe gelegt, welche bejagt, daß 
der Rath damals °1 74. haller von einer fehrift in pergamen einem frem- 
ben fchreiber’ gab, die meifter Johan Glökner (von Zittau) gemacht hat 
von einer orbnung wegen, wenn bie ftat belegert wird’. Beiläufig mag 
gleich hier bemerkt werben, daß auch der Plan eines Lagers von vemfel- 
ben Meiſter entworfen worden war, wie eine Stelle des angeführten 
Jahresregiſters BL. 126° darthut: "Item dedimus 4 4. haller meifter 
Johan Glöfner für ein mufter an einem gemolten tuch eins veltkriegs 
over legers'. Leider iſt weder dieſer Plan, noch jenes Pergamentbuch er- 
halten. — Der Antheil, ven der Verfaſſer ver Redaction A an den darin 
enthaltenen Ordnungen hat, ift offenbar nur ver, daß er fie ſammelte, 
vielleicht da und dort, je nach Bedürfniß, Fürzte over ergänzte. Man 
fann nicht gerade jagen, daß er fie georpnet habe. Wenigitens ift e8 un 
nicht gelungen, in der chaotifchen Weife, wie fie neben einander ftehen, 
ein Syſtem zu entveden. Man bat fie daher in der vorliegenden Aus- 
gabe, indem man von der Reihenfolge ver Handſchriften vollftändig ab- 
ging, nach den verfchievenen Beziehungen, in denen fie zum Kriegsweſen 
jtehen, an einander geveiht. 

Es fällt auf, daß an der Spige einer dieſer , Ordnungen“, derjeni⸗ 
gen, welche die Zahl des in ver Stabt anweſenden Volkes und die Menge 
ber aufgehäuften Vorräthe überliefert, Erhard Schürftab ausprüd- 
fich und mit einem gewilfen geheimnißvollen Wefen umgeben, ale Ver⸗ 
fafler genannt wird. Nota. im anfant des krigs — heißt es da — do 
fein diſe noch geichriben din von mir Erhart Schurftab alle worlich in 
groffer heimlifeit und guter orbenung verfamet und verfriben worden 
und iſt niemans zu wiſſen worden, ven allein ven elteren herren des rate. 
Aus dem Rathsmanuale von 1449 (Fasc. 12. BL. 14°) entnehmen wir 
bie Betätigung diefer Angabe, indem wir ba beim 20. December Iefen: 
Erhart Schurjtab fol die leut hie, burger und gefte befchreiben und ſol⸗ 
lich die andern vierteilmeifter auch underrichten’. ‘Die Aufichrift ſelbſt 
aber führt uns wieder Zum Kriegsberichte und zu der Frage über deſſen 
Verfaſſer zurüd. Sie findet fich nämlich ganz in derſelben Form in Ab⸗ 
Ichriften der Rebaction A aus dem 16. Jahrhundert über ver rhetori- 

1. Doch wurden ſchon in der Zeit des orbnungen zu Nürnberg erlaffen, |. Band 
großen Städtekriegs ganz ähnliche Kriegs- I, ©. 167 ff. Note des Herausgebers. 


ı 


Ver⸗ 


faſſer. 





Einleitung. oo 99 


chen Daritellung des Pillenreuter Treffens ', fei eg, daß eine ältere, jetzt 
nicht mehr nachweisbare Trapition Schürftab lediglich als Verfaſſer 
Diejes Stückes bezeichnete, fei e&, daß die Abfchreiber ihre Beivunderung 
vesjenigen Abfchnittes, ver bei ihnen ohne Zweifel ven größten Beifall 
fand, dadurch zum Ausdrucke bringen wollten. Was die ältejten Hand- 
fchriften betrifft, welche die bezeichnete Aufſchrift nicht über dem Ab- 

ſchnitt von der Pillenreuter Schlacht haben, fo geben uns viefelben über 
Erhard Schürftab nur furze und verartig abgefaßte Notizen, daß wir 
Daraus nicht zu erkennen vermögen, ob fie ihn als Verfafler, als Bear- 
beiter oder nur als Veranftalter ver Aufzeichnung bezeichnen wollen. 
Am Dedel des Codex A ſteht: In dyeß buech hat herr Erhart Schürftab 
verzeihen laßen dye lewff und handelung gejcheben fo herrn und jtette 
mit einander Friegten anno domini 1449’. — A? melvet auf dem dritten 
Blatte: “Item das puch hat Erhart Schürftab der elter am marck bey 
dem fchon prunnen gefeflen gemacht und zufamen gefammet von 
ven ordnungen und ergangen fachen im Nürmberger frige im 1449. [jare] 
und hat deß en abfchrifft gefchendt in die lofungftuben’. Dieſe Bezeich- 
nungen fcheinen doch jedenfall® auf eine active Theilnahme Schürftab’s 
an dem Zuftandelommen ver Aufzeihnung binzumeifen und namentlich, 
daß er eine Abfehrift vem Rathe zum Geſchenk machte, muß dieſe Aunahme 
Unterftügen. In der pofitiven Weife, wie über dem Abfchnitte, der von . 
der Einwohnerzahl handelt, ift er freilich fonft nirgends als Verfaſſer 
bezeichnet, und überall, auch in der erweiterten und ausgeſchmückten Er- 
zählung von dem Streite bei ven Billenreuter Weihern wird von ihm in 

der dritten Berfon berichtet. Es wird dies erklärlicher, wenn wir iwieber- 
bolen, daß wir an das Jugrundeliegen einer officiellen Redaction glau- 
ben. Eigenthünlich bleibt baneben freilich noch immer, daß mehrere 
Erhard Schürftab betreffende Notizen erſt ſpäter in A eingetragen find 
und fich durchaus nicht in allen Abjchriften vorfinden. 

In früheren Zeiten, in denen fich vielleicht noch eher ein fefter An- 
haltspunkt zur beſtimmten Löſung diefer Frage finden laſſen fonnte, hat 
man fich mit Unterfuchungen jolcher Art nicht beichäftigt. Wir finven 

> da Schürftab einfach als Verfafler genannt, oder aber die Aufzeichnung 
benutzt, ohne daß überhaupt ein Autor namhaft gemacht wird. Das er- 
ftere ift ver Fall in dem offtciellen Bericht über den fogenannten „bayri- 
Ihen Krieg“ von 1504, deſſen Original im k. Archiv zu Nürnberg auf- 


1. In a” und in einem damit Übereinftinnmenden Coder Mic. Nr. 79 des Reichs 
archivs in München. 
7 % 


— 


100 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


bewahrt wird. Damals haben, heißt es dort BL. 10°, die Aelteren Herren, 
unter denen auch ein Schürftab war, “vie verzaichnus fo ettwo in ven alten 
triegsleuften, vie zwifchen gemainer ftat Nürmberg, der ſtet frieg genant, 
und margraf Albrechten geweſt jeien, nemlich im 1449. jar ... durch 
herren Erafmen! Schürftaben gemacht une in ain puch, das alt Triegspuch 
genant, gar orvenlich gepracht und gezogen worden ift, für hant genom- 
men und von artideln zu artideln in beifein ver hernach benanten bern 

in der Triegftuben bewogen, ermeſſen und ratgefchlagt 2.” Hier: ift 
allerdings zunächft von ven „Ordnungen“ die Rede, die damals wieder 
praftifche Bedeutung gewannen und nach deren Mufter- die Orbnungen 
des neuen Krieges mit größter Genauigfeit ausgearbeitet wurden; aber 
wenn man auf den innigen Jufammenbang fieht, ver auch äußerlich in 
ben älteren Handſchriften zwifchen Kriegsbericht und Ordnungen obwal- 
tet, wird man kaum bie für die leßteren fo pofitiv geltend gemachte Autor- 
Ihaft dem erjteren abftreiten können. Was bie fpäteren Chroniken, vie 
Kriegsbericht und Ordnungen zum Theil fehr ausführlich aufgenommen - 
baben, betrifft, jo nennen fie ſämmtlich Schürftab’8 Namen nur an der = 
Spite des Abfchnittes über die Einwohnerzahl, und Müllner befolgt das 2 
gleiche Verfahren. 

Bei diefen geringen äußeren Anhaltspunkten können wir hier nur 
wenn wir fie mit den inneren Gründen, die wir oben entwidelten, zu 
jammenbalten, bei der Annahme ftehen bleiben, daß Erhard Schürftibe 
ber Urheber ver Redaction A, ver wahrfcheinliche Verfaſſer des diefe 
Redaction einverleibten Schlachtberichtes?, der Sammler der „ Ordnun — 
gen“ ift. Weber benjenigen, dem wir die Redaction B verbanten, ift auch⸗ 
nicht die leifefte Vermuthung möglich. — 

Die Bedeutung ber Aufzeichnung hat man auch in früheren Sahr- 2 Be 
hunderten wohl erkannt. Wir haben zwei Notizen aus dem 16. Iahr- —* 
hundert, welche dies auf das deutlichſte darthun. Eine im Jahre 1502 
angefertigte Abſchrift (im Nürberger k. Archiv Nr. 268. Fol.) enthält 
einen Zettel von der Hand des Kriegsfchreibers Erasmus Rotenburger 
mit dem Datum: 13. Yuli 1566, der auf ven hoben Werth dieſes alten 
Buches aufmerkſam macht, das man unter dem Nachlaffe des Dr. Jobſt 
Bayer gefunden, und beantragt, ven Bormund von Bayer's Sohn, Marr 
Zucher, zur Ablieferung des Buches an den Rath zu veranlaffen, da daf- 


1. Der falſche Vorname ift wohl 2. Siehe jedoch das Vorwort be 
durch ein Berjehen in ben Text gekom⸗ Herausgebers zu dieſem Bande. 
men. Bl. 40% heißt es ganz richtig: Er⸗ 
hart Schurſtab'. 


Einleitung. 101 


Selbe unter anderm eine Aufzeichnung enthalte, welche vereint nur ven 
Aelteren Herren des Rathes befannt geweſen ſei und auch jett nicht in Das 
große Publicum dringen folfe, hingegen wohl würdig fei, mit der Be— 
fchreibung des bahrifchen und des zweiten marfgräflichen Krieges (von 
1552) zufammen in der Kriegöftube verwahrt zu werden. Bon ber glei- 
en Werthſchätzung des Buches zeugt dann auch der Umstand, Daß ſchon 
früher, im Jahre 1511, eine Abjchrift des 15. Jahrhunderts, die einem _ 
Schürftab’fchen Gefchlechtsbuche beigegeben war (A®), von einem Sebald 
Schürftab um zwölf Gulden Landeswährung! erfauft und in ver volunge- 
ftube aufgeftellt worden war. 

Ob wir nun aber Erhard Schürftab als Verfaſſer oder nur als Separt 
Sammler der wichtigen Aufzeichnung betrachten dürfen, jedenfalls fteht Rab u. 
er in jo enger Beziehung zu derſelben, daß wir die Pflicht haben, „feiner —* 
Perſon und ſeinem Geſchlechte unſere Aufmerkſamkeit zuzuwenden. Wir ' 
wollen vor Allem einige Worte über das Geſchlecht jagen, dem er ange- 
hörte, über veffen Herfommen und Weſen das von feinem Neffen Eras- 
mus Schürftab angelegte Gefchlechtsbuch, das, wie wir fahen, ſchon 1511 
aus dem Beſitze ver Familie in den des Rathes übergegangen war und 
nun im E. Archiv zu Nürnberg (Cod. 251) verwahrt wird, Auskunft 
giebt. Nach dieſem Berichte, der offen gefteht, daß er, was bie .ältefte 
Gefchichte des Gejchlechtes betrifft, lediglich auf mündlicher Tradition 
beruht ‚(wie Erasmus, was er erzählt, aus dem Munde feines Oheims, 
des älteren Erasmus Schürftab, vernommen bat, fo hat e8 dieſer von 
feinen Aeltern überfommten) ; nach dieſem Berichte wären die Ahnen des 
Gefchlechtes aus Siebenbürgen nach Nürnberg gezogen, von Herman- 
ſtadt, wo fie im Lande ſeßhaft waren und die von Trautenburg hießen. 
Bon ven Beinamen eines diefer Ahnherrn komme ver Name, ven fie 
jest führen und ber auch in ihrem Wappen angebeutet ift: Schürftab. 
Der gemeinfchaftliche Stammpater der in ver Mitte des 15. Jahrhun- 

derts lebenden Schürftabe war Leupold Schürftab (geft. 1300), ver eine 
Pilgramin zur Frau hatte und mit ihr zwei Söhne zeugte; der jüngere 
Seifried oder Seit (geft: 1338) gewann aus feiner Ehe mit einer Muff- 
lin zehn Töchter und drei Söhne, von denen Leupold (gejt. 1380) in zwei 
Ehen mit einer Nüslin und einer Streitbergerin (eins ritters tochter‘) 
wieder mit ſechs Kindern gefegnet war. Nun theilen fich die Linien; ein 


1. Im Jahresregiſter V im Nbg. A. 12 guldein landswerung für ein puch, 
um Jahre 1511 heißt e8: In der frag den alten Nürmbergifchen Erieg betreffent, 
n Martin Geuder und Hans Bollamer von Sebold Schürftab erfauft”. 
fern IV: poſt Santate: Item dedimus 


102 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


gleichnamiger Sohn des Leupold Sch. (gejt. 1408) zeugte, nach kinderloſer 
Ehe mit einer Forftmeifterin, mit einer Ebnerin noch ſechs Söhne und drei 
Töchter, von denen Sebald (geb. 1397, geft. 1433), mit Brigita, einer’ 
Tochter des alten Heinrich Zopler von Rotenburg, vermählt, ver Bater von 
Erasmus Schürftab dem Jüngeren, dem Verfaſſer des Gejchlechtsbuches 
wurde, außer dem er noch fieben Söhne und ſechs Töchter befaß. Einer 
‚ von Sebald's Brüdern war Erasmus Schürftab der ältere (geft. 1461), 

ver, wie wir ſahen, feinem gleichnamigen Neffen die Materialien zu vef- 
jen Arbeit an vie Hand gab, und von deſſen Sohne Mathes berichtet 
wird, daß er am kaiferlichen Hofe mit drei Pferden dem Kaifer Friedrich 
diente “in aln fein Frigen fuer im 1458. jar'. Dem jüngeren Erasmus 
geb. 1426, geft. 1473) gebar feine Gattin Dorothea, eine Tochter Erhard 
Haller’s, des Ritters, mit ver er ſich 1449 vermählte, ‘als mardgraf AL 
brecht und ander furjten Frigten mit der ftat Nurenberg und aln reich 
teten’, preizehn Kinder, von denen das ältefte eine Zochter, die der Mut-— 
ter Namen erhielt, geboren ward ‘1450 jar an dem tag als des groffen — 
kriegs ber frid einging, das was an fand Wylbolts tag 1450 jar, als etz — 
früe den garhauß flug, do die fün auff ging’. Einer ver Söhne, Sebald — 
ber mit einer Großin fechzehn Kinder erzeugte (geb. 1452) ift derjenige. 
von dem der Rath das Gefchlechtsbuch erfaufte. Der zweite Sohn ve 
älteren Leupold Schürjtab, des Namens Erhard (geſt. 1439), gewann 
aus feiner Ehe mit Klara, Berthold Pfinzing’s Tochter, fünf Rinder — 
von denen unfer Erhard das ältefle war. Wie fein Vater war er ne- 
Dienfte ver Stadt ungemein thätig; er wurde im Jahre nad) des Vater 
Tode, 1440, Rathsmitgliev und blieb es Zeitlebens; von 1454 an war” 
er immer im zweiten Jahre (1454, 56, 58, 60) ‘elector’ (Wahlherr)' 
1454 am 24. November wurde er Lofunger ?; er war Pfleger des neuer 
Spitals?, in ver Walvenfelfiihen Fehde 1443/44 erfcheint er unter vers 
Anführern des Zuges nach. Lichtenburg*, im marfgräflichen Kriege war 
er einer der ſechs Kriegsherren ver Stadt und zur Zeit ver Schlacht bei 
ben Billenreuter Weihern wortführender Bürgermeifter. Auch in ven 
Zeiten des Friedens erwarb er fich Verbienfte um feine Vaterſtadt. Wir 
willen 3. B., daß er 1459 den nachmaligen Baumeifter Endres Tucher 








1. ‚Bürgermeifterbud im E. Archiv ger Stabt- und Adels-Gefchichte Bo. I 
Nr. 188. Rathsgänge in der Bibl. des 5. 197. ſchich 


germ. Muſ. Nr. 5052: vgl. Band I. der 4. ſ. oben ©. 59 u. 65 Diefes Bandes. 
Nürnb. Ehron. Einleitung S. XXVI. 5. j. unten im Text ‘won dem ftreit 
2. Kalender der Lojungftube Eod. 80 bei dem weyer' und unter Den Ordnun—⸗ 


imNbug. A. gen Nr. 6 Nota von friegsherren’. 
3. Würfel, Nachrichten zur Nürnber— 3 


Einleitung. 103 


veranlaßte, eine genaue Beichreibung ver Brunnen und Wafferleitungen 
der Stadt nieverzufchreiben!. Was feine häuslichen Verhältniſſe betrifft, 
jo wiſſen wir, daß er drei Mal vermählt war: in erfter, Tinverlofer Ehe 
mit einer Stromerin, in zweiter, aus der ein Sohn, Erhard, entiproß, 
mit einer Schwefter. des jpäter jo unglüdlichen Niklas Muffel, deſſen 
Rataftrophe er jedoch nicht mehr erlebte, in pritter endlich, mit fieben 
Söhnen und vier Töchtern gejegneter Ehe mit Agathe Deichslerin. Er 
ftarb im Jahre 1461 und wurde im neuen Spital vor des heil. Geiftes 
Altar? begraben, wo die Grabjtätte des Gejchlechtes war. Sein Haus 
ſtand am Marktplatz, dem fchönen Brumnen gegenüber, etwa wo jet 
S.16 ift?. Das Stammhaus der Familie, „ver Schürftabenhof mit dem 
Diterfamm bei dem neuen Thor,“ ven Seit Schürjtab erbaut hatte *, 
zeigt noch in feiner jeßigen veränderten Geftalt (hintere Füll, jetzt Lamms⸗ 
gaffe S. 324)? durch den ſchönen Spitbogen des Thores und vie ſtolz 
gewölbte VBorhalle Spirren des einjtigen jtattlichen Anfehens. — “Das 
Schürſtab'ſche Gejchlecht blühte in Nürnberg bis zum Jahre 1668. 
Später ift noch einmal ein Prätendent des Namens aufgetreten, ver aber 
troß kaiſerlicher Reſcripte, vie feine Anfprüche fanctionirten, die Aner- 
fennung des Patriciates nicht finden fonnte®, 

Der Bericht über den markgräflichen Krieg ift mannichfach benußt Spätere 
worden. Die Chroniken des 16. und 17. Jahrhunderts haben ihn im tung. 
weitläufigen Auszügen bei ven Jahren 1449/50 eingereiht; auch ber 
Rathsſchreiber Müllner bat ihn feinem großen Annalenwerke eingefügt. 
Was davon früher durch Drud in die Deffentlichkeit am, 3. B. in Joh. 
ab Indagine (Falfenftein’s) Beichreibung der Stabt. Nürnberg, in 
Gundling's) hiftor. Nachricht von Nürnberg; Groß, Burg- und Mark 
gräfl. Brandenb. Kriegshiſtorie; Rentſch, Brandenb. Cedernhain u. a. 
iſt dieſen ſeuundären Quellen entnommen und gelegentlich mit Müllner'⸗ 
ſchen Zufägen bereichert. Aus viefen Bearbeitungen bat dann wieder 
Waldau im IV. Bande ver Vermiſchten Beiträge zur Gejchichte ver 
Stapt Nürnberg 1789 eine Darftellung des Krieges gegeben und viefe 
Eiaborate dienten den Erörterungen über ven Krieg, die wir in ven all- 


8. Endres Tucher's Baumeifterbuh Jahr 1338 als das ber Erbauung an—⸗ 
in Den Publicationen des Stuttg. literar. giebt, kaum richtig, da in dieſem Seitz 


Bereins Bd. 64, ©. 163. Schürſtab farb (Geſchlechtsbuch BI. 2°). 
2. Cod. 251. Bl. 9e, 11b. - Das Ofterlamm, das jeßt über dem Thore 
3. Baumeiſterbuch ©, 343. ftebt, ift nen. 
4. Cod. 251. Bl. 2e. 6. Demertungen und Erläuterungen 
5. ſ. Nopitſch, Wegweifer fir Fremde über die Nürnb. Staatöverfaffung ©. 15; 


im Nürnberg, 1801, ©. 152, ber da8 vergl. Nürnb. Chroniken Bd. I. ©. 89. 


104 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


gemeinen Gefchichtswerken finden, in der Regel zur Grundlage. In neue- 
ter Zeit hat Xochner in ven „Zeugniffen über das veutfche Meittelalter,“ 
Nürnberg 1850, Th. 2. ©. 153 ff. eine Stelle aus dem Anfange des 
Kriegsberichtes und in dem Gymnaſialprogramm: Bon Nürnberger 
Rayß, Nürnberg 1849, ©. 24, 25 die Schilderungen ver Gefechte von 
Abenberg und Repnig-Hembach nach der Nebaction A (doch ohne vie 
Handfchrift, ver er dieß entnommen, anzugeben) abdrucken Iaffen. Im 
Jahre 1860 endlich ift in vem 8. Bande ver Quellen und Erörterungen vor 
zur bayerifchen und deutſchen Gefchichte durch ven k. Archiv-Confervator 
Joſeph Baader eine Ausgabe veranftaltet worden, ein Abdruck des älte- 
ften im f. Archiv zu Nürnberg verwahrten Cobder (A), neben welchem 
jeboch feine andere der zahlreichen Handfchriften verglichen worben zu, 
fein fcheint. Auch ift einiges, welches dem Herrn Herausgeber weniger 
wichtig erjcheinen mochte, weggeblieben. Das größere Abfagenerzeich- 
niß wird mit Hinweglaffung der fchon im Kleinen vorfommenven Namen 
ber Fürften und Herrn und mit anderen Kürzungen aus einer Hand- 
Ihrift des Nürnberger Archivs (A*) unter vem Texte ©. 145— 165 
mitgetheilt. 

Bon den archivalifchen Hilfsmitteln, deren wir ung zur Erläute- Silfe⸗ 
zung des Textes bedienten, boten vor Allem die Briefbücher 19 und 20 mittel, 
des Nürnberger Archivs, welche die vom Rathe erlaffenen Schreiben und 
brieffichen Inftructionen aus ber ganzen Zeit des Krieges enthalten, eine 
reiche Ausbeute. Nicht minder das fchon erwähnte Gefangenenbuch, eine 
gleichzeitige Papierhandfchrift in rothem Lederband (klein Fol.; Nr. 254 
im Nbg. A.), welche die Berichte ver Stockmeiſter, das Verzeichniß ber 
Gefangenen mit Angabe ver Summe, durch die fie fich Löten, und bie ge⸗ 
ſammte hierauf bezügliche Rechnungsablage enthält. Am Schluffe erklärt 
Sebald Scheurer, einer ver Stocknteifter, daß er diß puch und rechnung 
in den furm geprocht und auf allen zetteln auf gefucht fleifiglich.2c., zu eren _ 
ben erfamen und weilen hern des ra zu Nürmberg feinen genebigen 
heren'. Rechnungsbücher und Jahresvegifter, von denen man fich viele 
Ausfunft hatte verfprechen dürfen, find von diefen Jahren leider eben jo 
wenig als Schenf- und Aemterbücher erhalten; der Cop. 296 des Nürn- 
berger Archivs dagegen: "Allerley beftallungen und fchulven ver loſung⸗ 
ftuben’ giebt namentlich über die Anwerbung fremder Adelichen und Ge⸗ 
lehrten (3. B. Reuß von Plauen, Martin Mayr, Gregor Heimburg) 
willkommenen Aufſchluß. 

Wichtiger noch als alle dieſe Aufzeichnungen ſind officielle Berichte 
über die während des Kriegs und nach demſelben von ven jtreitenden 





Einleitung. 105 


Barteien geführten Verhandlungen, welche in einigen Handſchriften des 
k. Archivs in Nürnberg aus dem 15. Jahrhundert vorliegen. Im diefen 
Berichten, welche uns die zahlreichen und von ben verſchiedenſten Sei- 
ten ausgehenden Verſuche, eine Verfühnung zwifchen den Barteien her- 
beizuführen, überliefern, find in höchſter Ausführlichkeit die zu dieſem 
Zwecke eingeleiteten Beſprechungen und Verhandlungen, nebjt den Cor- 
reſpondenzen, welche dieſe vorbereiteten und ihnen folgten, mitgetheilt. 
Sie geben, befonvers die wörtliche Anführung ver Reden ver Fürften 
und Gefandten, ein jehr genaues’ und lebenviges Bild der wichtigen 
Vorgänge, wenn auch die offtcielle Form der Relationen in ver Regel 
bie fubjectiven Anfchauungen ver Verfaſſer in ven Hintergrund drängt. 
Zunächſt fommt hier der Cod. 484 in Betracht, eine. Papierhandfchrift 
in ol. von 445 Bl. mit einem Pergamentumſchlag, der die gleich 
zeitigen Auffchriften “Hadrorum und: “Die fachen, hanndell und [ver 
furften und unfer] fehrifft unfer herren die marggravefi zc. [den herren 
von Heydek] auch ven rate zu Nuremberg antreffende' trägt. Die Hanb- 
jhrift ift von mehreren Händen gefchrieben und enthält werjchiedene, 
zwar auf venfelben Gegenjtand bezügliche, aber doch offenbar erſt nach- 
träglich zufammengeftellte Stüde in gleichzeitigen, für den Rath) gefertig- 
ten Copien. Mit Ausnahme ver die Tage non Heidelberg und München 
(Sanuar und April 1450) betreffenven, enthält er faft die ſämmtlichen 
während des Krieges und nach Beendigung veffelben gepflogenen Ver⸗ 
handlungen, bejonvers ausführliche Acten über ven im Jahre 1452 am 
kaiſerlichen Hofe geführten Proceß und die anderweitigen VBermittlunge- 
verjuche, welche nach dem Bamberger Friedensſchluſſe, um eine Aus- 
 gleichung der ſchwebenden Streitpunfte herbeizuführen, unternommen wur- 
ven, endlich auch einen Bericht über den Tag zu Lauf im Jahre 1453. 
Zwei lebendig gefchriebene Relationen über Unterhanplungen jtäptifcher 
Gefandten mit Markgraf Albrecht, welche am Schluffe von Beil. V. ab» 
gedruckt werben follen, Berichte, die unfehlbar im frifchen Eindrucke ver 
Unterredung mit dem bebeutenden Manne nievergefchrieben, auf die An⸗ 
ſchauungsweiſe und den Charakter des Markgrafen die grelliten Schlage 
lichter werfen, erhöhen ven Werth diefer Handſchrift, in der allein fie ſich 
finden. Im Allgemeinen übereinftinmend mit dem eben beichriebenen und 
zum großen Theile nur Abfchrift dejjelben ift der Cod. 485, eine Papier- 
handſchrift in Fol. aus ber zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von 
Einer Hand in Eurfivfchrift, nicht felten fehlerhaft gefchrieben, 370 ge 
zählte Bll., welcher mit ven durch Johannes Capiftranus herbeigeführten 
Verhandlungen, vie er noch vollftändig enthält, und den Vorbereitungen 


106 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


zum Wiener Nechtstage vom November 1452 ſchließt. Er euthält, wäh: 
rend andere fehlen, auch einige Stücke mehr al ver Cod. 484, vor Allem 
bie Berichte über die beiden dort übergangenen Zagleiftungen. Letzere 
find uns indeß auch noch in zwei andern, ver Zeit nach näher ſtehenden 
Codd. erhalten: der über die Verhandlungen des Heidelberger Tages in 
No. 258 des Nbg. A., eine Papierhandſchrift in Fol. von 78 BU. Die 
Hand, welche viefen Cod. gefchrieben, ift gleichzeitig, aber nachläßig und 
hält fich von Entftellungen nicht frei. Die Repaction, welche er darbietet 
und die von der in No. 485 vorliegenden da und dort abweicht, bridt 
mit der Befchreibimg des Tages vor dem König (Juni 1451) plötzlich ab. 
Ueber vie beiden in No. 484 fehlenden Tage berichtet ferner der Cod. 
256 (A*), wo nach dem großen Abfageverzeichniffe, BL. 166 bis gegen 
Ende, im Allgemeinen mit ven eben aufgeführten Codd. übereinjtimmend, 
bie Berichte über die Verhandlungen, namentlich über jene, welche ver 
Bamberger „Richtigung“ folgten, bis zum Tage von Lauf einfchließlich, 
ebenfall® vorliegen. Diefe „Nelationenbänvde” haben hauptjächlich das 
Material zu ver Abhanplung geliefert, welche als Beil. I. folgt. Einzelne 
Theile der Verhandlungen find auch in etlichen Handſchriften (wie in ver 
eben erwähnten, von ung als A* bezeichneten) dem Kriegsberichte beige- 
geben, jedoch durchweg ohne mit vemfelben in einer engern, deſſen Ne- 
daction ſelbſt beeinfluffenden Verbindung zu ftehen. 

Alle dieſe Actenjtüce erhielten noch fehr wejentlihe und überaus 
wichtige Ergänzungen und Erläuterungen durch einen Fascifel von 205 
Nummern im Bamberger Archiv (No. 377), ver eine beveutenve Zahl 
bon Briefen und andern Actenftücen enthält, welche fich auf ven mark 
gräflichen Krieg und was damit zuſammenhängt, beziehen. Es find da- 
runter Autographe von Markgraf Albrecht, Dr. Peter Knorr u. a.; 
Driefe des römijchen Königs, der Herzoge Albrecht und Siegmund von 
Defterreih und verjchievener anderer deutſcher Fürften, des Zitular- 
königs von Sicilien, Rene von Anjou; Schreiben der Eidgenofjen, eine 
Zahl Nürnbergifcher Briefe, die ohne Zweifel von ven Markgräflichen 
aufgefangen wurden; ein interejfanter Gejandtfchaftsbericht Martin's von 
Waldenfels; ver Urtheilsfpruch am königlichen Tage zu Neuftadt (14. Juni 
1451); außerdem Anschläge, Aufzählung des marfgräflichen „Zeuges,“ In- 
ftructionen für die Behandlung ver Gefangenen in Ansbach, ein Theil 
des großen Abfageverzeichniffes u. a. Auch dieſe Actenftücle find ver ſchon 
erwähnten Abhandlung vielfach zu Gute gefommen.! — Müllner’s An- 
nalen find nur an ein paar Stellen, wo bei überlieferten Notizen bie 
Zuverläffigkeit feiner Kritif nicht in Frage kam, zu Rathe gezogen wor: 
ven. Ich eitire nach dem officiellen Exemplar im Nürnberger Archiv. 


1 Wir werden einige berjelben in Beilage V. mittheilen. Anm. des Herausg. 


Einleitung. 107 


Die „Relationen“ Müllner’3 dagegen haben brauchbares Material zu ver 
Auseinanderjegung ver zwilchen ven Markgrafen und Heybed- Nürnberg 
ſchwebenden Streitfragen geliefert. — — 

Ueber die Handfchriften felbft, aus denen Dr. Lexer ven Text des 
LKriegsberichtes und der „Ordnungen“ hergeſtlit hat, wird dieſer ſeiner⸗ 
ſeits nähere Auskunft geben. 


Nürnberg, im Auguſt 1861. 


Dr. Friedr. v. Weech. 


Handfchriften. 


1. A. Papierhſ. dv. 15. Ih. Fol. Nr. 261 im k. Archivconfer: 
vatorium zu Nürnberg. Auf ver Außenfeite des Vorverbedels fteht von 
der gleichen Hand, die ven Kriegsbericht gefchrieben: “In dyeß buech hat 
herr Erbart Schürſtab verzeichen laßen dye lewff und handelung ge 
ichehen fo herrn und ftette mit einander Friegten, anno dm. mi mo cccc" 
quabragefimo nono’. Nach drei leeren Blättern fteht auf zwei Blättern 
das Regiſter dyetz buechs’, worauf mit 1° die Ordnungen beginnen: 
Ordnung der tor bie in ver ftat’; fie reichen bis 124°, worunter viele 
Seiten und Blätter leer gelaffen find. Bl. 87°—89° fteht der “zug für 
Lichtenburgf’; Bl. 100 u. 101 find berausgeriffen. Mit 125* beginnt 
ber Kriegsbericht: Hye nach. jteen befchriben vie leuft des kriegs anno 
bm. ꝛc. MP. zc. ı.me, BL. 177°— 178° fteht der Bericht über bie 
„Kreuzer“ von zwei andern Händen des 15. Jahrh. Der für die Aus- 
gabe in Betracht kommende Theil des Codex fchließt 183° mit Nr. 2 der 
Ordnungen (von beheltnüffe ver panyr'). Es folgt num ein eingelegter 
Fascikel von gleichem Format, der nicht mehr mit römifchen, Tonbern. 
arabifchen Ziffern folitrt ift. 184°—192 fteht von einer andern Hand 
bes 15. Jahrh. eine Ordnung für Beſetzung ver Nürnberger Thürme 
und Thore ohne nähere Angabe der Zeit. 193°— 194° von verfelben 
Hand Hiftorifche Notiz, die Zwietracht zwiſchen Herzog Friedrich, Pfulz- 
graf bei Ahein und Herzog Ludwig von Bayern betreffend. 195°— 197° 
leer. 198°— 209° wieder von anderer Hand, Ordnungen für die Be 
ſetzung der Thore und Zwinger ꝛc. DL. 211 enthält Inftructionen für 
bie Mannſchaft, worauf noch 11 leere Blätter folgen. 

Der Kriegsbericht felbft ift von einer Hand, ohne dazwiſchen ge- 
laſſene leere Räume gejchrieben und offenbar Abjchrift einer, wenn auch 
nicht viel älteren Vorlage over eines Concepts; auch die vorkommenden 

Schreibfehler, das Fehlen von Worten und die gleichmäßige, durch Cor- 


Handſchriften. 109 


recturen nicht entſtellte Schrift ſprechen dafür. Anders ſcheint es ſich mit 
den Ordnungen zu verhalten, die ganz den Eindruck eines Conceptes 
machen: die vielen leeren Seiten und Blätter ſollten offenbar für Nach⸗ 
träge dienen, die Schrift ift weniger jorgfältig, häufig corrigirt und von 
verfchievenen Händen, die ſich auch durch Sprachformen untericheiden 
(vgl. z. B. Nr. 10); auch finden fich hier ganz deutliche Nachträge (vgl. 
Schluß von Nr. 41 u. 47), die in die andern. Hanpfchriften übergegan- 
gen find (nur a macht eine Ausnahme). 

Die Orthographie diefer zu Grunde gelegten HT. A ift zwar nicht 
frei von den Imconfequenzen und Auswüchlen des 15. Jahrh., doc 
ftehen die Confonantenhäufungen (buntt, hiltten, helffen, wortten, unnfer’ 
xc.) weit feltener als die einfachen in dem Abdrucke vurchgeführten For⸗ 
men. ‘Der Eigenthümlichleit ver Sprache geichah weder durch dieſe noch 
durch die wenigen andern Abmeichungen von der HT. irgend ein Eintrag; 
fo fteht öfter ‘waz’ (fuit), dez' (Genit.), ‘gros’ neben ‘was, des, 
groß’; ftatt ft manchmal Bt: feßt, koßt, beweißt, geweßt'; ß na- 
mentlich im Auslaut öfter für 8: ſpeiß, voß, hauß' — in welchen 
Fällen ver richtigen und auch in der Regel vorlommenden Yorm ver 
Vorzug gegeben wurde. Aus und auß halten fich faft das Gleichge- 
wicht, ver Unterjchied wurde daher auch gelaſſen; bt erjcheint im Ganzen 
felten, e8 wurde nur da beibehalten, wo es durch ven Ausfall eines Vo⸗ 
kals entftanden. Der Vokal y wurde, da er ohne alle Regel auftritt, 
durch i wievergegeben, und wo er für te fteht, auch im dieſes aufgelöft, 
namentlich in fie, die, wie, wofür die Hf. ſie, fye, ſy' zc. hat. Ey 
erjcheint einigemal im Anlaute (czal, ezwifchen‘), in welchen Fällen ein- 
faches 3 purchgeführt wurde. 

Uebereinftimmenb mit A, nur daß bie Erhard Schürftab betreffen- 
den Stellen fehlen, ift noch die Bapierhoichft. des 16. Ih. im Nbg. 4. 
Nr. 260. Fol. 


2. A? Papierhſ. d. 15. Ih. Fol. Nr. 370 (Schwarz) in ver 
Nürnberger Staptbibliothef. Nach zwei leeren Blättern fteht auf dem 
britten von einer Hand des 15. Jahrh.: “Item das puch bat Erbart 
Schürſtab ver elter, am mard bey dem fchon prunnen gefeflen, gemacht 
und zufamen gefammet von den ordnungen und ergangen fachen im 
Nürmberger krige im 1449, und hat deß ein abjchrifft gejchendt in ‘vie 
Iofungftuben’. Auf zwei weiteren Blättern fteht das Regiſter, nach wel- 
chem mit 1* die Ordnungen, mit BI. 53° der Kriegsbericht beginnen, und 


110 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


zwar in gleicher Reihenfolge wie in. A. Nach der ‘richtigumg’ fteht auf 
99—100* die mehrfach purchftrichene Erzählung von ven Kreuzern, hier 
von Türken' überfchrieben; 102°—104° ‘ver zug für Lichtenburg'. 107° 
—108* handelt von ver Gefangenschaft Jeronimus Schürftab’s’, ver als 
Sohn des Berfaflers (Erhard) bezeichnet wird (vgl. AM). 108-109 
von den creugern’, übereinſtimmend mit ver Rebaction von A, worauf 


eine kurze Aufzeichnung über das münzen', womit eine andere gleichzeitige 


Hand begiunt, vie bis BL. 117 geht. 110°: “Item ob große herſchaft ber 
kom, die in der ftat hie ubel wolt furnemen, davon hab ich geratfleg (sic) 
alfo daß hernoch geſchryben ſtet' ... handelt von Belegung ver Thürme 
und Thore, und weiter von einer im I. 1460 (vo marfgraff Albreibt 
und ver bifchof von Mein; und ver von Wirttenberch und der Elein her- 
zog Ludbig von Feldnitz wider ven pfalzgraffen und wider herzog Ludbig 
von Beyren Frigen bolten’) aufgenommenen ‘erjuchung bes treig in ber 
pfar fant Sebolt und fanty Lorenty'. Der legte Abſatz (119°) ift wahr- 
jcheinlich von der Hand Erasmus Schürſtab's gefchrieben, ver wir in 
A? begegnen. 

Ein Zuſatz findet fich nur in dieſer Hſ. allein (A 1360): Item 
Erhart Schürſtab waz haubtman vor Altorff und Endres Stromer'; 
ein anderer von Erasmus Schürſtab's Hand (A 151" nad dem Abſatze: 
"item am ſamstag vor oculi — paiweren’) : “und gewunnen ber Fridrich von 

Wolfnitzhauß, ritter, jein ſlößlein da ab und verprenten daz und daz gang 
dorf, deß waz haubtman ver Erafem Schürftab Der junger’... fteht auch 
in A®, 

Bloße Abſchriften von A? find: die Papierhandfchriften im Nürndg. 
A. Nr. 269. Fol. (16. IH.) und Nr. 259. Fol. (17. 36.) 


3. As. Papierhf. d. 15. Ih. Fol. Nr. 251 im k. Archivconſer⸗ 
vatorium in Nürnberg; Lederband mit je vier Meffingbudeln an ven 
Eden geziert. Ein an der Außenfeite des Vorderdeckels aufgeflebter Pa- 
pieritreifen hat die Inſchrift (16. Ih.): Nuremberger krieg betreffende 
von Sebold Schürftab in auno 1511 erkauft', und von einer andern 
Hand beigefügt: gehört in die loſungſtuben'. Auf der Innenſeite des 
Deckels ſteht: “Das buch iſt Sebolt Schürſtabß, 1473 jar'. Nun folgen 1 
zwei Pergamentblätter mit Notizen über pas Schürſtab'ſche Geſchlecht 3 
von Erasmus Schürftab dem Jüngern, die fünf Generationen aufwärts S 
gehen. Auf ver Kehrfeite des erften Blattes ift eine bildliche Darftellungg 
nach Art ver Votivtafeln: unten Inien zwei Figuren, eine männliche un 


Handferiften. | 111 


eine weibliche, vor einem Chriftusbilde. Auf dem zweiten Blatte wird bie 
Aufzählung des erften wiederholt, dann folgt von anderer Hand: Item 
anno dm. MPımıCıxx2i jar an erittag negft noch oberften, daz waz ab 
7 jenner 1472, do legett man mir Eraſem Schürjtab zue jundfrawe 
Urfalla, herren Ludwig Pfinczing dez elteren vochter, mein andre hauß⸗ 
frawen’. Auf dem erjten Bapierblatte der HT. folgen dieſelben genealo- 
giichen Nachrichten mit Zuſätzen von Sebald Schürftab. Es wird ver 
Tod von Erasmus Schürftab, Sebald's Bater, 1473, erwähnt und dann 
fortgefahren: Ich Sebolt Schürftab het hochzent 1482, do legt man 
mir zu herr Niclas Großen des elteren lofungers tochter, junckfrawen 
Anna, die er het bey einer andren haußfrawen, was eine Holkjchiierin. — 
Anna Sebolt Schürftab ſtarb M'vC und vr jar, ligt zu dem newen ſpi⸗ 
tal neben des heiligen geift altar. Nach 6 leeren Blättern kommen auf 
9 und 10° wiever Familiennotizen von Erasmus Schürſtab's Hand, 
und dann nach zwei leeren Bl. 13— 30 die Familiengeſchichte ver 
Schürjtabe, ihre Herkunft, Heirath 2c. von Erasmus Schürftab, mit fpä- 
teren Zufägen von Erasmus eigener und von Sebald's Hand. 30°—31° 
find Nachrichten über Sebald Schürftab und feine Familie; ohne Zweifel 
Autograph. 

Nach fünf leeren Blättern folgt: Das reygiſter des trygopuch 
Nurenberg', worauf mit den Ordnungen eine neue Foliirung beginnt. 
Bon da ab ſtimmt der Cover mit A? überein und iſt wahrſcheinlich von 
dieſem abgejchrieben, da eine auffallende Uebereinſtimmung in den Feh⸗ 
fern und Abweichungen fich zeigt, und der Schriftcharatter von A? noch 
älter ift als jener von Ab!. Die im Allgemeinen flüchtige Abfchriftnahme 
geichah won zwei verſchiedenen Hänven. 96" beginnt mit ver 7. Zeile 
des „Streites bei dem Weiher” eine andere Hand und führt ven Kriegs- 
bericht bis 114° fort, von wo wieder bie erfte Hand eintritt. Nach ver 
richtung’ find zwei Blätter eingelegt, die von einer britten Hand enthal- 
ten: “Die berichtigung zwifchen burgraffen von Nurenberg ‚und ber flat 
Nurenberg, geichehen von hergog Friverih von Bayren 1386 jdr (am 
bonerstag vor ſant Egivientag)'. Hierauf wieder von der erjten Hand 
und übereinftimmend mit A? das Verzeichniß ‘ver erbern verftorbenen’ 
123°— 125°), und dann von der zweiten Hand: ‘ver zug für Lichtenburg' 
126—129), von Eraſem und Ieromimus Schurftabs gefenfnuß’, von 
den creutzern' u. ſ. w. in voller Uebereinſtimmung mit A? bis 148%: 
vom traid im Lx jar’. 


1. 81.123 jecundo (A) hat der Schreiber von A3 einige Worte ausgelaffen, die ge- 
nau eine Zeile von A’ ausmachen. 


112 V. Nürnberg’8 Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Das nun Folgende ift dieſem Codex eigenthümlich und von verſchie⸗ 
denen Händen in venjelben eingetragen. BL. 151 f.: Diſe nachgefchri- 
ben findt nydergelegen auf mjttiwoch vor unfer frawen tag vifitacionis 
anno 62, als der pfaltzgrave mit feinen veinden getroffen hat pei Seden- 
heim im felde. 153 f.: Diſe hernoch gefchriben fein nyder gelegen auff 
eritag vor fant Michels tag im 64, jar von des herren von Wirzpurks 
volke, dy im vielleicht ſünſt in das gelait wolten gefallen fein, und es was 
mercklich gut auff der ftroß von Srandfurt herauff ver von Nuremberg, 
und e8 ift geſchehen pey Ebrach pey Slußelfeld'. 154 f.: Dy richtigung 
von dem fung von Pehem zwiſchen berkog Ludwigen und margraff Al⸗ 
brechten im 61 jar (Prag, montag nach fant Niclaf tag)’. 156: “Anno 
im 64 jar fein vie hantwerd durch Erasm Schürftab und Gabriel Nütel 
befchieft worden und haben ein ordnung ver zelt halben gemacht nach be- 
velnus eines rats' (folgt die Orpnung). 157 f. eine Abfchrift der ſchon 
DL. 123 vorgelommenen Richtigung Friedrich's von Bayern. 159—163 
(nach 162 vier nicht numerirte Blätter): Nota hie hernach ftendt ge- 
jchriben dy pfarrkirchen, dp umb Nürnwerg in... . (Zücde) meil wegs'. 
163 — 168: Anfchließend an eine Bemerkung, daß vor alten Zeiten vier 
Städte als die vordreſten in tugenphaften herfomen’ gegolten hätten, 
nämlid "Rom, Trier, Cöln und Regenſpurg', wird eine fabelhafte Ge- 
Ichichte Karl des Großen und feiner Beziehungen zu Regensburg gegeben, 
der die Aufzeichnung des Regensburger Klofters St. Peter zu Grunde 
liegt, da es an einer Stelle (164) heißt, Karl babe fein Lager geſchla⸗ 
gen ‘auf den figpuhel, dorauf yetzunt dig gotzhauß fteet'. 169-184 fteht 
‚das ſchon mehrmals gedruckte Gedicht von der Sibylle: ‘Gott was he 
und ift immer und zergett fein wefen nimmer’ — (Schluß): “Das wir 
bich und dein liebes fint im ewigen leben finden fint. Amen. Stybilla 
batt ein end, ſweyg ftil’. Ohne eine bemerfliche Lücke geht nun die %o- 
liirung über auf 235: Warumb man dyſe hernoch geſchryben auß dem 
ratt hie zu Nurenberg und von alln yren amtten entſetzte anno im 67 
(undeutliche Hand, wohl die des Erasmus Schürſtab). 236: Verzeichniß 
der auf dem Reichstage zu Nürnberg 1467 Erſchienenen. 237 f.: Schrei⸗ 
ben des “verpanten’ Königs in Böhmen an die auf viefem Lage von 1467 
verfammelten Fürften (Prag, am frebtag poft octavam corporis Chrifti, 
unſers reich im zehenven jare2c.’). 238 — 242: Hernoch folgtt, waz dye 
pottfchafft auß Pehaym von der Fruftlichen Ianttherten wegen hie auff 
bißen tag hatt fürprocht wider ben verpanten kung in Pehaym'. 242°— 
246° leer. 247 f. Zejtamentarifche Verfügungen eines Schürftab, wo- . 
mit die Foliirung aufhört. Auf drei Blättern fteht nun eine Stiftungs- 








Handſchriften. 113 


urkunde von Herman Schürſtab, 1317 an ſ. Johannistag zu ſunbenten'; 
der Pfarrer von S. Lorenz zu Nürnberg, Meiſter Ulrich der Siechen 
Beichtiger und Pfleger zu Schweinau, erſcheint als Mitausſteller ver 
Urkunde. Nach 2 leeren folgt auf 11 Bll. von anderer Hand: “Aus be- 
felhnüs eines erberen rattes der ftatt Nüremperg hat Eraſem Schürftab 
verzeichent und auffgejchriben die gefchicht, ergangen zu Luttich der ftat 
und des lan bojelbit, als vil er des fich erfündigt und erfaren hat mügen 
mit allem fleis gethan’. Hierauf von anderer Hand auf 3 DI. ver Ein- 
ritt Raifer Friedrichs III. 1471, Auguft; und auf weiteren 3 BE. Ver⸗ 
zeichniß der auf vem Zage zu Regensburg 1471 Anweſenden. Dann von 
einer Hand des 16. Ih. auf einem DI. : ‘Item bye ftet gefchryben gar ein 
edell getrand fur den gruß oder jtein. Hierauf von anderer Hand 
des 16. 36. auf 6 Bll.: "Ein new gebicht. 

Da man anfieng und zalt furbar 

taufent 5 hundert und 4 jar, 

jo was ein geſchray in teutjchen land, 

das taucht die erberfeit ein ſchant'. 
Es jchließt dieſes ſehr verderbte Spottgedicht auf ven bayerifchen Krieg: 

"Noch eins das ich mit worten melo, 

ein loblich gericht hettens ym feld; 

Peter Weysweber jchultes, 

der jchoppfen namen ich nit weis, 

doch alle berumpt als ich verſtand, 

Friderich Babel woll gethan, 

ſeindt mir mit namen unbelfanth, 

damit die red fol haben ein endt'. 
Den Eoper ſelbſt fchließt eine kurze Aufzeichnung von zwei nur zur u Hälfte 
beichriebenen Seiten über den bayerifchen Krieg von Sebold Schürftab’s 
Hand. 


4. A*. Papierhſ. vom Enve des 15. Ih. Fol. Nr. 256 im. Ar- 
chivconſervatorium zu Nürnberg. Auf dem erften Blatte fteht: “Dis buch 
ift.auff dem ſäumarck liegendt gefunden und umb 1 fl. gefauft worden, 
12. juli 1653’. Nach vier leeren DI. jteht auf der Kehrſeite des fünf- 
ten: Hienach volget beichribenn vie gefchicht und tat in dem Nurember- 
giſchen Erieg wider marggraven Albrechten ergangen’; worauf das Re- 
gifter und 2—65° die Ordnungen folgen. Im Kriegsberichte 66°—1 16° 
fehlen die Erhard Schürftab betreffenden Zuſätze von A, wie überhaupt 

8 


Stäptechronifen. 11. 


114 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


(ſowie in a) jene Stellen, die in A erſt nachgetragen find. Auch der ng 
für Lichtenburg’ und die Nachricht von den ‘crenzern’ fehlt bier. Im 
Ganzen hält dieſe Hf. die Mitte zwifchen A und a und ftimmt in ven 
Barianten bald mit jenem, bald mit biefem und nur ein Paarmal mit B 
und C überein. Der Schreiber nennt fich Bl. 120°: Finitum kalend. 
marcii anno etc. LXXxxııı manu Nicolai Fleischmann’; die theilweife 
eurſiv gehaltene Abjchrift ift jchön, aber ohne vieles Verſtändniß ausge: 
führt: es fehlen Worte und Säße, und nicht felten hat der Schreiber aus 
feiner Vorlage falſch und widerſinnig gelefen. 

Nach einer Reihe leerer Blätter folgt dann auf 33 BI. Das große 
„Abjageverzeichniß", volfjtänbiger zwar wie in B, aber nicht ohne Lücken 
da manche Namen fehlen, denen wir in .B begegnen. ‘Die zweite Hälfte 
bes Cover füllen dann Berichte Über die Verhandlungen zwijchen ber 
Stadt und dem Markgrafen Albrecht. | 

Mit A* ftimmen ver Hauptfache nach noch ziwei andere Hanbichrif- 
ten überein, nämlich: Papierhf. des 16. 36. Fol. Nr. 268 im Nbg. A. 
und Bapierbf. d. 16. Ih. Fol. E. VI. 22 in ver f. Bil. zu Bamberg. 
Beide ſchließen mit ven Worten: “Am eritag vor ſandt Maria Magen 
lena tag ift das buch vollendt worden durch mich Johann Kulsner, anno 
1502 jare’. 

In ven Varianten find unter R. A (= Reihe A) vie. Hſſ. A A? A 
zu verfteben; A* wurde, als die Mitte haltend zwiſchen A und a, immer 
beſonders aufgeführt. 


5. a. Bapierhi. d. 15. Ih. Fol. Nr, 42 in der fürftlich Waller 
jtein’ichen Bibliothek zu Maihingen, für welche bie Hſ. im J. 1813 vom 
Fürften Ludwig von Dettingen-Wallerjtein käuflich erworben wurde. 
Aeußerlich unterfcheivet fich diefe Hf. von ver norhergehenven Reihe durch 
bie Anoronung, die entitanden ift durch falfches Zufammenheften ver 
Starken Bapierlagen; a? a? haben dann dieſe Ordnung beibehalten. Die 
Hi. beginnt, wie unfere Ausgabe, mit der Vorrede“, auf welche der Krieg 
bericht folgt. BI. 79 beginnt mit den „Ordnungen ber Thore“ eine andere 
Hand big BL. 117, wo mit dem “aufpietten der gereifigen’ wieder Die erfte 
Hand ericheint; viele von der zweiten Hand beichriebene Lage ift eben 
faljch hineingebunden und dadurch die neue Anordnung entſtanden. Von 
DI. 99° geht ver Text auf DI. 106* über, jo daß das Dazwiſchenliegende 
gleichfalls ſpäter eingebunden erfcheint. Auf DL. 100—102 finden fich merl- 





Hanbichriften. 4116 


würbiger Weife von einer britten Hand (wieder ausgeftrichene) Aufzeich- 
nungen aus dem Schulbenbuche einer Gejellichaft vom Jahre 1455 und 
1456. Mit DI. 146° fchliekt die Hf.: “Wer fich in Erieg geben wolt, dem 
‚ wer not, das er wol geſchickt wer mit ſpeis und zeug und leuten und funt- 
Ihaft und mit vil parem gelt. Laus veo 1453’. Zweifelhaft fcheint es, 
ob dieſe Abfchrift wirklich fchon 1453 angefertigt, over ob die Jahrzahl 
aus der Borlage herüber genommen worben ift; wabrjcheinlicher ift pas 
legte. In den Lesarten hält diefe Hf. die Mitte zwifchen A* und a, und 
ſtimmt mit jenem namentlich darin überein, daß die m A gemachten Zu⸗ 
füge und Nachträge fehlen. 


6. a?. Papierhſ. d. 16. Ih. Bol. in der k. Hofbibliothet zu München 
Cod. germ. 4995. Boran gehen 30 leere nicht paginirte Blätter. Dann 
folgt: Beſchreibung Conradi Celtis Protucij des mit Taiferlichenn henn- 
denn gelrönnttenn poeten, von urfprunng, gelegennhait, fitten unndt an= 
ſchicklichkaiten ver ftatt Nurmberg’. Darunter das Stadtwappen und 
auf der andern Seite ein Bild, welches die Ueberreichung des Buches 
durch Celtis an ven Rath varftellt. Mit BI. 76 endet das 1521 abge- 
ſchriebene Eeltis’fche Wert; B1.77—84 find leer. BI. 85: Künig Albrechts 
Rechtsbuch'; BL.100° ohne neue Ueberſchrift an das Rechtsbuch fich anfchlie- 
Bend: Hie hebt fich an das buch coronica genant unnd jagt da eigentlich 
von ben kaiſer und Funigen ꝛc. sc.’ — Endet mit dem Tode König Rus 
prechts. BL.121°: Hiehernach ftet gefchriben vie bull in teutſch des ablaß 
deß heiligenn concilium zu Bafel anno domini 1437’. Die Blätter 133* 
— 214 find mit Verhandlungen zwiſchen Markgraf Albrecht und ber 
Stadt Nürnberg angefüllt; am Ende derſelben nennt fich ver Abfchreiber 
Pancratius Artocephalus, 1521’. Nun beginnt nach einem weitläufigen 
Titel unfere Chronik mit der „Vorrede*, die gleiche Ordnung wie in a 
einbaltend, dem dieſe Hi. am nächiten fteht, ohne gerave davon eine Ab- 
fchrift zu fein, da fich in ven „Orbnungen” nicht ganz unerhebliche Ab- 
weichungen und auch Abfäge finden, die in a fehlen (4. B. Nr. 36 und 
37). Der Schluß ift wie in a, auch das Laus Deo’ fteht hier (371%), 
aber ohne die Jahrzahl. Bl. 372°— 376° fteht von anderer Hand ein 
Patqquillus von ven nürnbergifchen narren 1549’, worauf noch 12 Ieere 
Blätter folgen. Die Orthographie zeigt alle Auswüchfe des 16. Jahrh. 

Ein übereinftimmenber, vom gleichen Abfchreiber 1521 gefertigter 
Cover befinvet ſich im k. Reichsarchiv zu München, Papierhſ. d. 16. Ih. 
Fol. Manuſcriptenſammlung Nr. 79. 

8* 





116 ° V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


a°. Papierh]. des 16.95. Fol. v. Scheurl’iche Familtenbiblio- 
thek in Nürnberg, Cod. H. Ein Sammelband, in welchem vie Reihe ver 
auf ven Markgrafenkrieg bezüglichen Aufzeichnungen mit BI. 169* be 
ginnt, und zwar ftehen bier zunächſt die allen übrigen Codd. abgehenben 
Feindsbriefe' (Abfagebriefe) von einer Hand, die vielleicht noch dem 15. 
Ih. angehört. Nach BL. 171°, womit die Feindsbriefe fchliegen, ſpringt 
bie Blattzählung auf 220* über, ohne daß im Cod. eine Lücke bemerflich 
ift. Nun beginnt eine andere Hand des 16. Jahrh. mit ver „Vorree“, 
der dann die Ordnungen folgen, in genauer Webereinftimmung mit a?. 
Die drei legten Worte Bl. 287°: .. . und mit vil parem gelt, das 
merd woll' find dieſem Cod. eigenthümlich. Auch das Raus Deo’ fteht 
bier, die darauf folgende Jahrzahl 1529 ijt von Scheurl durchſtrichen. 
In den Varianten bezeichnet R. a (= Reihe a) die Mebereinftun- 
mung aller drei Hanpjchriften dieſer Claſſe. 


8. a. Bapierhf. des 15.35. Fol. v. Scheurl’iche Familienbiblio- 
thef in Nürnberg, mit Leder überzogener Holzband mit ſehr fchönen 
Meifingbejchlägen und Schließen. Auf der Innenfeite des Vorderdeckels 
ſteht: “Das ift raißpuch, das hat 44 ſextern'. Mit DL. 1 beginnt bie 
„Vorrede“, der ein Theil ver Ordnungen (bie andern find an werfchiebe- 
nen Stellen bes Kriegsberichtes nachgetragen) folgt, aber in anderer Rei⸗ 
benfolge wie in ven übrigen Hanpjchriften. Mit Bl. 130° beginnt ver 
Kriegsbericht unter dem Titel: ‘ver erft zug’; die einzelnen Abfchnitte tragen 
überhaupt Titel, oft nur Daten oder Schlagwörter. Auch der Kriege- 
bericht hat eine andere Anordnung; ver Anfang vefjelben in den übrigen 
Hff. (als der Frieg vergangen was’ zc.) fteht hier am Ende des Kriege- 
berichts oder vielmehr an ver Spike einer Reihe von Berbandlungen, 
bie nor dem Kriege und währen vefjelben gepflogen wurden; auch barin 
herrſcht eine confufe, unchronologifche Orbnung. Den Schluß derjelben 
bildet die richtung’ (556’— 564°). Dann folgt voy anderer gleichzeitiger 
Hand (565— 829°) : Hie heben fich an alle die Dörffer, die in ſechs mey⸗ 
len wegs umb Nurmberg ligen weht und prayt'. Am Ende der letzten 
Seite fteht: ‘Hanns Tuer am Milhmardt’. 

Der Text von « ift fehr fehlerhaft und ohne alles Verſtändniß ge⸗ 
ſchrieben; es wäre natürlich unmöglich und auch unnütz geweſen, alle die 
ſinnloſen Abweichungen unter die Varianten aufzunehmen; im Ganzen 
ſteht er der Reihe a am nächſten, ſtimmt aber auch oft gegen die andern 
Hſſ. mit ver Reihe A over bloß mit A überein. 


Handſchriften. 117 


9. a®. Papierhſ. des 16. Ih. Fol. Stadtbibliothek in Nürnberg, 
Schwarz 66. An ver Innenſeite des Vorderdeckels ift ein Wappenbild 
aufgeklebt mit der Unterjchrift: IIcivre xasaga Toig nadapoic“ (va8 
gleiche auf hebräifch und Iateinifch) und nem Namen: D. Hector Pomer, 
Praepoſ. ſ. Laur'. Es ift dieſer Cod. eine wortgetreue Abjchrift von 
e mit all den Fehlern deſſelben, nur daß die Orthographie verändert und 
manchmal falſch geleſen wurde. Durch einige Blätter hindurch find von 
anderer Hand Correcturen angebracht, wodurch auch Fehler von «& berich- 
tigt werben; es wurde bei der Herjtellung des Textes auch nur dieſer 
Theil ver Hf. benutzt. Am Ende des Verzeichnifjes ver Dörfer, vie ſechs 
meyl umb N. Liegen’, ſteht: Volendt anno 1528 mittwoch nach Gertrudis 
die 418 Marc‘, Weiterhin von anderer unbeutlicher Hand: Hunc li- 
brum excerpit partim minister meus Vulffgangus Hoffer de Ebe- 
ren, partim ego ex libro rubro coreo colligato tectaminis aurichal- 
cidis munito, in cujus libri priori pagina erat conscriptum a mar- 
gine’: “Das ift raißpuch, das hatt 44 fechftern’ (f. oben «). Eratque 
valde negligenter conscriptus codex ille adeo ut vel non satis col- 
luerit (?) germanam linguam aut egregie oscitans fuerit, ideoque 

.. non nunquam minus apte hunc librum conscriptum depre- 
hendere ne offendere et culpam prothotypi ... sino (?) — Nach 
einer Reihe leerer Blätter fteht auf der Innenſeite des Hintervedels: 
‘Colligatori dedi 84 dn.anno 1528 dominica judica diexxıx marcij'. 


10. B. Bapierhf. d. 15. Ih. Schmalfol. Ms. germ. Nr. 376 
(Nic, v. Ianeovich) im ungarifchen Nattonalmufeum zu Peſth. (Vgl. 
Berk, Arhiv, VI. ©. 150. Nr. 34 und Dr. v. Kern's Handſchriftenver⸗ 
zeichniß in den Nachrichten von ver hiftor. Commtiffion. Jahrg. 3. 1862. 
©. 145.) Pergamentband nach Art ver officiellen Codd.; die ältefte' 
Auffchrift findet ſich auf ver Rückſeite des Hintervedels: “Trigpüchlein‘, 
worunter folgendes Zeichen Hausmarke) fteht: 

Auf der Innenfeite des Vorderdeckels ftehen fpätere Beſitzer: 

x 1519 daſſz puechlein daß it deß Hang Voldmerwf (sic) pet 
dem Ehftetterhof’ und ‘1645 Hank Chriftoff Schlüffelfelver”. 

‚Die „Ordnungen“ fehlen dieſem und den noch folgenden Codd. — Seite 1 
beginnt das große Abfageverzeichnig: ‘Herr Albrecht marggrafe zu 
Brandemburg und burggrafe zu Nuremberg hat mit alle den nachgefchri- 
ben ven zu Nuremberg ire veintbrieff zu gejchriben’; es füllt Seite 1— 
106 (vgl. A). Hierauf folgt mit etwas kleineren, ſehr regelmäßigen, 


! 


118 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ber Mitte des Jahrh. angehörigen Schriftzligen der Kriegsbericht: “Als 
ber frieg vergangen waz tzwiſchen ven hern und ven reichftenten’ u. f. w. 
Den Schluß des Cop. bildet ver Abfak, ver am Ende von Nr. 53 der 
Ordnungen mitgetheilt wird: ‘Item bo fich der krieg alfo ie machen wolt 
— und ein prot umb ein haller’ (S. 278). Hierauf folgt von fpäterer, 
eiliger Curſivſchrift (Ende des 15. Ih.) der Vertrag des Bifchofs von 
Metz mit Pfalzgraf Friedrich vom Jahre 1463; leßterer entläßt ven Bifchof 
und feine Mitgefangenen ver Haft am Samstag vor St. Anthonientag. 

Ueber die Eigenthümlichkeit dieſer Nedaction wurde fchon in ver 
Einleitung gehanpelt: vom fprachlichen Standpunkte ans kann ihr eine 
Priorität vor ver Reihe A nicht eingeräumt werben, bie Weitläufigkeit, 
womit jo oft Die kurze Faffung von A umſchrieben wird, die Relativfähe 
ftatt der Appofition, das faſt regelmäßige “ver von Nuremberg’ ftatt 
unſer', ‘von’ oder ‘vor Nuremberg’ ftatt hie' u. f. w. fprechen durchaus - 
für eine jüngere, nach allzugroßer Deutlichkeit ſtrebende Faſſung. Aller- 
dings ſteht in B oft die richtigere Lesart, eine nähere Beitbeftünmung, 
genauere Ortsangaben, doch ebenfo oft ift das auch wieder in A der Fall, 
worüber die Varianten Auskunft geben müffen, bie, foweit fie in ſach⸗ 
licher over fprachlicher Beziehung irgend eine Bedeutung hatten, genau 
verzeichnet wurden. Auch die Orthographie zeigt eine weit größere Ueber: 
ladung und Inconjequenz, als jene von A. 


11. B?. Bapierhf. des 15.935. 4° im german. Mufeum zu Nürn- 
berg Nr. 4402; mit dem Eod. Nr. 4404 im modernen Einbande zu- 
fammengebunven. Dieſer legtere Cod. enthält einen Theil der Verhand⸗ 
lungen zwijchen dem Markgrafen Albrecht und der Stadt Nürnberg. 
Boran geht eine Relation, die aus den amtlichen Aufzeichnungen zufams 
mengetragen zu fein fcheint. Mit BL. 29 beginnt ein ausführlicher Be⸗ 
richt über ven Heidelberger Tag, gegen deſſen Ende die Hf. Bl. 71° plöglich 
abbricht. igenthümlich find Turze, roth gefchriebene Sätze, welche am 
Ende von Abfäten ven leeren Raum ver Zeile häufig ausfüllen, aber in 
gar feinem Zufammenhange mit dem Vorhergehenven ftehen, z. B. Sych 
zu — fpan auf dein armpruft — e8 wert fchier peſſer — ich lach — 
halt es in eyner ſtill — mir wer wol’ u. f. w., vielleicht Wortzeichen, 
Parolen, vie im Kriege gebräuchlich waren? Mit Bl. 72 beginnt der 
zweite Coder, ber ben Kriegsbericht enthält: ‘als ber krieg vergangen 


was’ x. Eine Art von Kapiteleintheilung, die zwar älter als ver Ein- 


band, aber jünger als die HT. ift, verbindet unmittelbar den Cod. 4404 


\ Handſchriften. 119 


mit dem Kriegsberichte. Sehen wir daraus, daß bie Verbindung ver bei- 
ven Codd. älter ift, als der Einband, fo belehrt uns eine Gerternzählung, 
die fih nur am untern Ende der Seiten bes zweiten Cob. (des Kriegs⸗ 
berichts) findet, daß deſſen Anfang 11 zmölfblätterige Serternen voraus: 
gegangen find, wie der Kriegsbericht felbft auf 7 zwölfblätterigen Ser 
ternen gefchrieben ift; e8 mag in dem verlornen Theile unter Anderm 
das weitläufige Abſageverzeichniß, wie es A* und B hat, geftanven haben. 

Der Text des Kriegsherichts ſtimmt im Ganzen genau mit ver Re⸗ 
daction son B überein, doch ift er Feine Abfchrift von viefem, wie bie oft 
nicht unbeveutenden Abweichungen, bie befjeren Lesarten und manche 
Worte zeigen, die in B ganz fehlen. Der Schluß. lautet wie in B; nad) 
demſelben findet fich noch von derſelben Hanb die Bemerkung: “Item 
nicht lanck noch dem kryg do kom ein groffe gufß und flofjet dy pruden 
alle werk und ging uncz herauf czu dem jchen prunnen und gefchach vor 
lichtmeß im virezehen hundert und in dem ein und funfgzigften jar'. Die 
Schrift ift flüchtig, der Charakter verfelben, fowie die Tinte wechfeln 
häufig. Der flüchtigen Schrift entfprechen auch die vielen Auslaffungen 
von Wörtern und ganzen Sägen, ſowie Die Schreib» und Lefefehler, 3.8. 
lantlicht' ftatt lantgericht', “perpotten’ ftatt ‘verbunden’ u. f. wm. Die 
Form ‘under’ ftatt “unfer’ fteht hier fo häufig, wie in B; auch fonft hat 
die Sprache viel mundartliche Färbung, fo fteht durchaus leidig, frem, 
freu’ für ‘ledig, früe', Alwercht' (Albrecht), reiſch' (reiche), leigt' (Kigt) 
und manches andere, das in den Varianten verzeichnet wurde. 


12. ©. Papierhſ. des 15. Ih. 4°. im ungarischen Nationalmu- 
ſeum zu Peſth, Ma. germ. Nr. 182 (Nicol. v. Iancovich). Vgl. Berk, 
Archiv, VI. S. 151. Nr. 35 und Dr. v. Kern's VBerzeichniß a. a. O. 
©. 151. Der Cop. jtammt aus der v. Ebner'ſchen Bibliothek (vgl. Ca- 
talog Vol.V. 114. Nr. 620) umd enthält außer Schürftab Ulm. Stro- 
mer; auf dem neueren Vorjeßblatte bemerkte eine neuere Hand: beibe 
Beſtandtheile feien das Autograph eines gleichzeitigen Verfaffers, was 
freilich ganz unrichtig ift. Seite 1 fteht bie alte Ueberſchrift: Nurmber⸗ 
gifche Friegshanblung anno ze. 1449’, ©. 3 begimmt der Tert: ‘ALS der 
frieg vergangen was’ 2c. Die Of. folgt ver Rebaction von B, mit der 
fie auch den einfachen Bericht über die Schlacht beim Weiher gemein hat, 
iit aber fehr Lüdenhaft, und namentlich in der zweiten Hälfte nur als ein 
Auszug zu betrachten. — An ven Kriegsbericht fchließt ſich danm noch 

bie Berechnung der Einwohnerzahl und biefe endet mit der Verzeichnung 


120 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ber Einwohner in einem ver acht Viertel, in welche die Stabt damals ein- 
getheilt war (1749 Männer, 1932 Weiber, 2778 Kinver). Hierauf folgt: 

“Item nach Chriftt gepurt taufent czwaihundert 92 jar da warden 
bie juden erjlagen czu Nuremberg und in Franden und funig Albrecht 
het jeinen hof czu Nuremberg deßſelben jarß'. 

Nach Chriſti gepurt 1338 jar umb ſant Lorenczen tag komen die 
heuſchrecken von oſten und flugen piß gen weſten, die waren groſß und jar 
vil; darnach uber 10 jar an ſant Paulus tag wekerung do kom ein erd—⸗ 
piden, der waß alß groß, daß er an etlichen ſteten perg und ſtet und purg 
umbkert'. 

Deßſelben jar an ſant Nicloß obent do wurden die juden ezu Nu⸗ 
renberg verprant. darnach deßſelben jarß komen die pußer, die ſich ſelber 
mit geiſelen flugen; ver waß in kurcz vil worden und fie namen den pfaf- 
fen ir gut und wolten darnach mit funig Ludwig von Franckreich uber 
mer faren. bie wurden alle erflagen pei Wien. nach Chrifti gepurt 1200 
(die Hſ. hat u2) jar do warb teuczfcher [orben] erhaben pei pabſt Inocencio'. 

An diefe zum Theil faljch zufammengezogenen Süße ver Nürn- 
berger Chronif aus der Zeit K. Sigmund’s (f. ven 1. Band) fchliekt 
fih ganz unmittelbar Ulman Stromer an: “Anno dom. 1349 jar da 
waren bie juben gefeßen’ ꝛc. Auf die Ulman Stromer’fche Chronik (in 
ihrer jpäteften Faſſung) folgen dann wieder Stellen zu den Jahren 1421, 
1422, 1424, 1437, welche mit (ven Zuſätzen) ver Ueberarbeitung Stromer's 
und ver Chronik aus K. Sigmund’ Zeit (vgl. Bd. I, ©. 325) ſtimmen. 


13. 02. Papierhf. Ende bes 16. Ih. 4%. Nürnberger Stabt- 
bibliothef Will. Nr. 435. Es fehlen mehrere Blätter in ver Hf., fonft 
ftimmt der Tert mit C bis auf unbedeutende Abweichungen überein. Am 
Ende des Cop. ftehen von anderer r gleichzeitiger Hand folgende Verſe 
Bl. 75): 

Hundert zwej jar genentt 

hatt ſich der krjeg vollentt, 

jetz wir darinnen ſtendt, 

Gott rejch unns feine hentt 

unnd dje noth von unß wentt, 

der allenn gbaldt zudrentt 
Amen. 


Rürnberg. M. Lexer. 


Lie 2 25 


Regifler dieß buechs. 


DOrDenung der tor. Lauffertor. fol. 1. 
rammentor. fol. 2. 
Pi talertor. fol. 3. 
5 Neurentor. fol. 3b. 
Ziergartntor. fol. 4. 
DOrDenung, wie ein ieds tor bewart fein fol. 
Bor türnlein am Viſchpach. |" 4 
afferturn. . 
10 Ordenung der fwibogen. 
Icher türlein. 
Sant Seboltz turn. fol. 5. 
er ordenung der tor. 
Ordenung ber büchſenmeiſter zu dem großen werd auf ven türnen umb Die ftat. fol. 7. 
15 Die püchſen georbent unter bie tor. Bi. 12. 
Demung in der kuchen. fol. 16. 
Vom beſchreiben der drabanten an folt. | fol. 18 
TDemumg von gefangen gereifigen. Ba 
Bon gefangen pawern. fol. 19. 
20 Bor den flodmeiftern. fol. 21. 
Vom ven unfern Die gefangen wurben. fof. 21 
TDemung vom wein. ** 
ddepung des walds in ſant Lorentzen pfarr. fol. 23. 
Borr der bolliden. fol. 28. 
3 Ordenung ber beute. fol. 29. 
TDdenung vom melb und brote. fol. 35. 
Bor melb. fol. 36. 
Orr ber gefangen eit, fo man fie teget. fol. 26. 
Der aid, als diejelben gefangen ledig wurben gelaßen. fol. 26b. 
Hidung des zeugs. KL 39. 
Orr ladung des zeugs. fol. 40. 
Om zeug der wagenburg. fol. 40. 
Orr ordenung der büchfen unter die tor. fol. 41. 
Orr ben zeichen ber büchfen. fol. 43. 
3 ST Denung auf ber veſten. fol. 45. 
Denung des flaiſch. fol. 46. 
Oxt der wart. fol. 48. 


1. Das „Regifter” nur in den Hff. ver Reihe A. 2. In den Hff. römifche Ziffern. 
5. Neuentor' von einer Sand des 17. Ih. nachgetragen, A. — fehlt ven übrigen. 8. Vis⸗ 
pach A. 11. Hirher A. 29. ‘Der aid — gelaßen’ in A. nachgetragen wie oben, fehlt ven 
übrigen. Darauf in A. "von behutung der mul’, was fpäter wieberfehrt. 32. wageburg A. 


(4 





in en ICH m end 
ge et zu N fen 2000 © ot. 108- 
— btd. 110. 
om den jgrandeit il. 113. 
Bon uonglung uichet ing es iel. 115. 
Dur gelte. int. 116. 
mung war ya gt. 11 
Bo tom [N 11; 


de ag re 
5 Don ver ihrigund: ist, 1. 
—— Des 1eio- in. 18 
„yon 





il. 39. 
gen —8 der tot bei nad. In 14. 
Bm a jo man 


(Bl. 53°) Ein vorred, ee fi der krieg an ving, wie ſich unwillen madet 
zwifchen marggraf Albrecht eins, dem von Zeidech und den von Mürm- 
berg des andern teils. 


Stem als es fich zu dem krieg ſchicket vor etlich zeit gab ſich unwil⸗ 
s len zwilchen dem marggrafen und bem von Heided. Fürklich was bie 
meinung, daz marggraf Albrecht maint umd fein fin ftund, bie von 
Nürmberg jolten ven von Haideck von in thun; dardurch er feinen willen 
befter baß mit im meint zu verbringen, und nam im faft vil fprüch zu im 
für, mer dann nach jar und tag, daz berfelb Kerr non Heideck bei in ix 
10 diner was gewejen'. umb folch fprüch bot fich ver vorgenanter herr von 
Heideck zu recht und wurden teg boran gemacht; daz half nicht. es warb 
auch durch befelhnus des römiſchen Fünigs ein tag vor dem pfalggraven 


Wenn in ven Varianten die Hfj. einer Reihe übereinftimmen, fo wirb biefes burch ein heus 
Buchſtaben ver Klaffe vorgefettes R. (Reihe) erfichtlich gemacht. Reihe A(R. A) ums 
faßt aber bloß A. 42. AP; A®. wirn befonvers aufgeführt (f. oben ©. 114). 


4. Die vorred' fehlt ven R. B. ©. 
‚ ven Codd. der Reihe a durchaus. 
auff maynung A*, Turk was daß die a. 


unbillen R. A. 
begab R. a. 5. und kurtzlich fo was das die a?. a?. 
8. mecht verpringen a. 


4. Die einleitenvden item fehlen in 


9. Für’ fehlt R. A. a. 


als derfelb R. a. mer — geweſen: nachdem und berfelb v. 5. mere dann jar und tag ir dies 


ner was geweft AP. 
4%. 11. es waren auch R. A. æ. 


1. Ueber die Beſtallung des Herrn 
Konrab won Heide giebt der Coder 296 
bes }. Archivs in Nürnberg: ‘Allerley be- 
ftallungen und ſchulden der loſungſtuben 
Aufſchluß. Dort heißt es Bl. 772: ‘Zu 
wiſſen, man hat den edeln herren Conra⸗ 
ten herren zu Heidecke beftellt, das er den 
burdern und ber ftat zu Nuremberg die 
Dec leelftigen 10 jare mit fein ſelbs leip, 

redlichen bieneren und 10 pferben und 
mit feinem floß und flat Heidede und ale 


10. vorgenanter' nur R. A, vie übrigen vorgenant'; bat fie — zu recht 


ler feiner berichaft und manfchaft dienen, 

ewarten und verpuuben jeyn und we⸗ 
—* dieſe 10 jar zu Nuremberg ſitzen 
ſol. darumb gibt man im alle jare die- 
er zeit 400 gulden landswerung, nemlich 
all goltvaften 100 gulden, anzutreten mit 
ber exften betalung penthecoiten ſchürſte, 
als das alles fein beſtellungbrieff auß⸗ 
weiſt. aetum ſabato ante kathedra Petri 
(19. Febr.) anno ze. 45!%,’ 





124 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


zu vecht geſetzt!, des verfelb pfalggrave ein verhörer und richter was und 
fein fölte, und warb da zu recht angefangen. alfo ließ ver pfaltzgrave baz 
alfo im rechten bangen und gab ven jachen fein ent, darinnen er geferbs 
verbacht ward, und daz nit unbillichen was; wann het er gewölt, er bet 
5 wol baß darzu getan. und ließ daz alfo in krieg wachfen. 
(81.53°) Item die von Nürmberg hielten fich alfo in ven fachen und puten 
recht von dem herrn von Heideck, wo und an welcher ftat er des billeich 
gen dem marggrafen über ften ſolt; e8 half alles nicht. nun daz die von 
Nürmberg ven von Heideck über ſolchs jolten in mit gewalt abbringen 
10 und von in treiben laßen, und an recht, verjtunven fie, daz fie daz mit 
recht, gelimpf und eren nit thon mochten, und meinten, ſolt daz fein, 
warn ein fürft oder herr im vehe zu iren bienern einem oder mer nem 
und wolt, daz man ben auß ber ftat trib und nicht recht von im nemen 
wolt, als pilfich were; fo ftelt nummer feiner zu in und wer in fchentlich, 
15 ſchedlich und unerlich, und fie mochten daz gen irn bienern nit verantwör⸗ 
ten. wann bie fprüch, die im marggraf Albrecht zu dem von Heideck für 
nam, waren nicht wert, ez was nicht, dann baz im zorn thet, daz ver adel 
fich zu den fteten macht, daz Doch nit newe herkam, funver afweg und ie 
geweſen ift, daz fie der vom abel zu dienern bei in gehabt haben; und 
20 were fach, daz er den herren von Heideck alfo mit gemalt von in brungen 
het, jo wer nicht minner geweft, er het bie andern bes adels, vie bei in 
waren, auch von in bringen: wöllen, und bet mit einem nach dem andern 
an gehaben. 
Item da marggraff Albrecht ſahe und merckt, daz im ſein wille nit 
25 ergen wolt, da klagt er?, wie er ſprüch zu den von Nürmberg het und 
könt der zu recht nicht brengen in manger zeit her, und het etwe vil bunt⸗ 
gnoßen von fürſten mit im, mit namen: herczog Wilhalm von Sachſen, 
herczog Otto von Bayern, [54 biſchove von Meintz, biſchove von Bam⸗ 


1. das derſelb R.a. ein verhoren 42. 42. 2. darzu R. a; warb das recht 4%. 4. alſo 
— ward: das ließ der pf. ungeendet hangen, deshalb ward er geverds halb bedacht 40. 

4. nit unbillen 42. 42. — urſprünglich mit unwillen'? 5. und liß alſo ein krig 
wachſen 4. 7. er das R.a. 8. üben und ſten ſolt R.a. 9. Die Codd. haben: 
eſolten haben in ven mit gewalt'; nur in a? iſt haben' und 'ven’ durchſtrichen. 10. ges 
fanden R.a. 11. thon wolten 4°. 12. einen R. A. 15. unredlich A2. 43. 17. wern 
R.a. 19. das fich a. 25. das klagt Ad. wieer ſprach 42. 26: und könt — her fehlt 
a?. a. 


1. In ben „Relationen“ ift nament- man bie bem Kriegsberichte folgende Ab. 
lich öfter won einem Tage in Mergent- handlung, im welcher bie diplomatiſchen 
heim bie Rebe, ohne daß über dieſen ſelbſt Verhandlungen, bie während ber ganzen 
nähere Angaben gemacht werben. Dauer des Krieges im Gange waren, aus- 

. Ueber diefe Vorgänge vergleiche führlich erörtert find. 


Vorrede. 125 


berg, bifchove von Eyſtet, lantgraff von Heben und fuft vil fürſten, gra- 
ven, freien und herrn, die im hulfen und ver ftat Nürmberg und andern 
reichiteten abfagten, als daz buch da Hinten am 128. blat clerlich auß⸗ 
weiſt. und reit von einem zu dem andern und beclagt fich vaft [unb] vaz 
s groß unrecht, daz an im gefcheht, und bracht für, wie die von Nürmberg 
in meinten zu vertreiben, und groß fach gab er auf und mant biejelben, 
im beifiant zu then. auch reit er mer zu andern fürften, bie im nit ver- 
punten waren, funder der etlich bei ven von Nürmberg und andern jteten 
bes reichs im bunt waren, die er auch ableitet, als hernach geichriben ftet. 
10 folch ſwer Mag gab er auf, der doch feins was; wann die von Nürmberg 
nicht begerten noch ander tete, ven adel, in over ander zu vertreiben, 
funder daz ſie und bie iren vor unrechtem gewalt beleiben und bes reich® 
ftraße in frid befteen möchte. auch was nicht war, daz er fie nicht zu recht 
bet mügen brengen, wann er fie nie für recht lud ober fürwendet, als 
15 darzu gehört, ſunder er meint, fie ſölten im rechtens fein vor ungeleichen 
und fundern, verdingten, fremden richtern und rechten, vie im barzu ges 
fügt hetten; des fie nicht ſchuldig noch pflichtig zu thun weren gewejen, 
aber an fteten, da fie im des pflichtig zu thun, im und einem ieden, als 
por dem römiſchen fünig oder feinem anwalde weren fie im und einem 
20 ieden, als vecht ift, williclich und gern rechtens geweſen. 

Item do die von Nürmberg nicht in verbingte vecht mit im gen wol- 
ten, do bracht er gelt auß zu lehen, verkauft [4°] und verfegt, und beftelt 
wein, traid, habern und vicht ſich vaft zu, als er Frigen wolt, und gab ba- 
bei auß, wie er barzır gebrungen würd, und thet daz auf den fin, daz er 

35 meint, ee die von Nürmberg mit im in ein Frieg gingen, in ir arme leut 
auf dem lant ließen verheren, daz anber, daz der faufman bei in feins ges 
werbs tiber lant nicht geraten mocht, auch der hantwerefman fein arbeit 
nit vertreiben jolt, darauf in groß verderben ftund: ee würden fie im 
ſeins willen vervolgen. und meinet fie domit zu fchreden und zu teiding 

30 [zu] brengen, dardurch im fein fürnemen erfült würd. 

Item do die von Nürmberg ſolch fein aufgeben von im gen ben für- 
ften, daz er tet und über fie clagt, auch ſolch gewerb und koſtung wider 


3. Diefes und die folgenden Citate find in 4%. AB. genau abgefchrieben, obwohl fie zur Fo⸗ 
liirung nicht pafien — 4%. und Reihe a laſſen vie Folio = Bezeichnung weg; R. « fehlen bie 
Derweifungen ganz. 4. 'reit’: bie Reihe a bildet das Practer. ver Berba der JKlaſſe ſchon 
auf nhd. Weile: *rit, fchrib’ ac. 5. des groffen unrechten A. 6. und gab groß fach für 
R.a. 10. chwer R. a; in viefer Reihe ift organifches | vor I, m, n, w fchon durchaus 
in ſch verbichtet. doch keine R.a. 11. ven abel oder in zu vertreiben R. a. ober ans 
dern A?. 14. fürwenet A. 19. 'und’ fehle R. A. u. 20. gern rechte R.a. 24. auf den 
fein 4®. 4%. auf ven ſchein R. a. 


126 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


fie auf iren ſchaden beftelt, auch etlichen fürſten in folch fein clag zu 
ſchreiben; da fanten fie ir raßboten zu denjelden fürften und verantwört- 
ten ſich und fagten iren gelimpf und waz die fache were, auch wie fie fich 
barinnen gehalten hetten, auch fich noch hinfür geren bielten, waz billeich 
5 were, 
Item nach vil red, reiten, verclagen auch verantiwörten fach marg- 
graff Albrecht, daz im feiner jache und fürnemen nicht wolt fürgen. und 
bo er fich jo faſt het beclagt, geworben und zugericht, daz er meint, fült 
ex mit den von Nürmberg in recht fomen an pillichen teten, er gewünn 
10 nicht vil 181.55") an feinen ſprüchen; auch folt er daz foren lagen, fo würd 
er zu fpot und man würd dabei vernemen, het er gerechtifeit nach feinem 
fürgeben gehabt, er hette recht von in genomen. und gab ſich alfo barein 
mit in zu kriegen. | 
Item vor eingang des kriegs macht man ein tag da zwifchen zu 
‚15 Bamberg, da warb ber fach etivaz verhöret. do buten im bie von Nürm⸗ 
berg recht an pillichen fteten und buten mer rechtens, dann fie pflichtig ze 
thun waren; und wolten im vor etlichen fürften, mit ven der marggrave 
verbunten was, unverzogenlich rechtens gewefen fein ümb waz fach er zu 
in bet ze fprechen gehabt. daz half alles nicht: er meint ie gelt won im ze 
20 haben ober fein mutwillen an in und andern ven iren zu verbrengen. 
Item die von Nürmberg wurden etwaz vaſt verfurkt in den fachen, 
wann fie fich verbunten hetten zu etlichen fürften mit namen: hertzog Al- 
brecht von München, bifchove von Wirczburg und etlichen mer, der fie 
ftch tröften. do dieſelben ſahen, daz marggraff Albrecht fie ie meint ze 
25 kriegen, da chomen der etlich von in, mit namen: herczog Ludwig, pfalgz- 
grave bei Rein, herczog Albrecht von München, und hilten nicht ir ver- 
tröftung, fo fie den fteten getan heiten, und ließen fich den marggraffen 
überreven, daz fie auß dem bunt fomen, und begunden der fachen gerut 
ſitzen. | 
0° Item ber bifchove von Wirczburg beleib bei in und verhieß in mit 
allen feinem vermügen zu helfen. aber do e8 darzu fam, thet er nichg 
darzu, ſunder ein anzal fant er [55°] den von Nürmberg, aber ander fein 
hilf und ver feinen was feine da, als er in verfprochen und zugefagt bet. 
- Item do man zu Bamberg auf dem vorgefchriben tag was und fie 
35 verſtunden, daz man ie gelt umbfünft von in und fein recht nemen wolt, 


1. elagen und fchreiben 42. clag und fehreiben 43. 2. fieiven 48. HeireR.a. 7. fein 
faheR.a. 8. und ſo er R.a. beworben R. a. 14. gen Bamb. R.a. 27. ven marg— 
Albrecht 49. 28. gerug A®. berut 49. in rue zu figen a?. ab. 


Vorrede. 127 


do gingen fie mit andern iren puntgenofen zu vat und meinten, leicht ob 
man weg möcht finden, ee mit einem beſcheiden gelt ab ze fomen, des man 
doch nit pflichtig noch ſchuldig was, wer Leicht beifer, dann fo in ein ſwe⸗ 
ven krieg zu geen. 

ss. tem af daz meinten ir buntgnoßen von andern fteten, funber in 
Swaben, daz folt nicht fein; wann folt man im alfo gelt wider got, vecht 
und ere geben, damit wer daz gank reich gejmecht und eivig ſchad hin für 
zu ewigen tegen und ſchant. Tagten ben von Rürmberg auch zu, mit leib 
md gut und allem irem vermügen ze helfen. auf fölchen iven großen 

10 froft fund] zufagen mit hilf, der fie in Feine theten va es darzu fam, 
wurden] verleitet auch verjaumt die von Nürmberg in dem Trieg. 

Item die von Nürmberg meinten, nachdem als fie bie fach ver gut 
jest an ben römiſchen Tünig bracht hetten, der auch dem marggraffen und 
andern fein buntgnoßen und ſünſt vil fürſten, die nicht bei im im bunt 

5 wa ren, ſchreib und recht von dem von Nürmberg bote, und ſich der von 
Icdurmberg zu recht miechtig macht; verbot auch im und ven atıdern Aber 
ſo Ich rechtbot, fo er von in thet, fie do über nicht ze kriegen noch zu ſcha⸗ 
den zu bringen weber bar. se") an irem leib noch gut. 

Item af ſöolich vechtbote meinten die von Nürnberg, fie folterr auch 

2 um Bekrigt von im auch andern fürſten, funber bei frid und fun und recht 
befzben fein; wann in auch ander fürften, zu ven fie fich, als vor gemelt 
iſt, gefügt nnd unterweiſt hetten, die mit dem marggrafen im bunt waren, 
gurte wort gaben und hinven nach alle fein helfer wurben und im feine 
un Techten wiſſentlich verhulfen; wann fie des auf den tegen, bie fie 

> mit einander hetten, laut unterweift wurden, daz ber marggraffe mut⸗ 
willen ſucht und nit recht weg vor im hett. 

Item als fich die von Rürmberg tröften aller vor gefchribmer nis, 
ir buntgnoßen zufagen von fürjten und fteten, auch hofnung [hetten], e 

gt fie nicht wider folich vechtbot, auch daz im fein buntgnoßen nicht 

»deg unrechten wider got als gröblich zu würden legen und verhelfen, auch 

daz ir etlich daz mit worten ließen erfcheinen, da man fich mer freunt- 


1. Teich 42. 43, lecht 49. fehlt R.o 2. daz man 42.43. R. a. 3. lecht 4%. villeicht 
Ra. 6. *got’ fehlt Ad. 11. ym dem A, in den a. im krieg R. «. 13. inven R. A. — a. 
auch ven A. 16. mechtig warb a. auch verbot R. A. 18. ſie do über — gut: ſ. d. ü. 
nicht ze Eriegen (zu bringen A.) noch ſchaden weder an irem Leib noch gut zu zihen noch thun 
ſoͤlt R. A. fie darüber nicht zu ſchaden pringen weder an irem leib noch gut R.a. Der 
ganze Abfay fehlt R. a. Die oben unterbrochene Eonftruction wird mit dem folgenven 
meinten’ wieder aufgenommen. 19. ſie' fehlt in den R. A. «. 23. “und in gute wort’ 
— alle Codd. — was nur flört, da *in’ ſchon oben fieht. 26. vor im hetten R. A. a. 
29. das erfte nicht’ fehlt R. a. 





128 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ſchaft bei verften mocht dann kriegs von im, auch daz fie irr ftet und arın- 
leut ververben würden anjehen und baz fie dem marggrafen wider fold 
recht und unverſchulten fachen nicht pflichtig noch ſchuldig weren zu helfen 
angefehen füniglich verbote, auch daz der marggrafe im anfang fülche 
s nicht angefangen het zu kriegen ſunder fie zu bedroen, als vor ftet: ver- 
leit fie, daz ſie fich als vaft mit geraifigem zeug noch mit fußvolck bewur⸗ 
ben, als hernach wol not het tan. fie meinten auch, wenn e8 gleich darzu 
köm und wann in ir buntgnoßen geholfen hetten mit halben, damit fie in 
troft teten, daz fie im ftard genung ‚wolten fein gewefen, als auch ge- 
10 ſchehen were. ver hülf ftund in alle ab, und do e8 zu krieg kam, do muften 
bie von Nürmberg ir vold andern teten [se”] zu hilf alweg ven gantzen 
krieg eins teils leihen, und in fein hilf getan ward. 
Item der marggrafe und fein helfer gingen gar binterliftiglich mit 
in umb; fie machten teg daran und wenn es fich dem tag nebet, fo ſchreib 
15 ber marggrafe den tag ab: ein weil nam er im für, er were nicht zu lant 
oder kranck und begert, man ſölt ander teg machen; bie machten dann bie 
andern fürften, und aljo verzohe e8 fich, biß daz man futrung in dem felb 
mocht haben. da ließ er nun ven.vorgenanten tag.zu Bamberg fürgen 
und verzohe bomit bie ftete auf, ſunder die von Nürmberg, baz fie ſölten 
20 gedencken, er Friget nicht mit in; wolt er frigen, er ließ nicht teg daran 
machen. und hoften, e8 ging von im und anbern fürften on geverbe in 
guten trewen zu, folich teg zu machen, man würd bie fache hin thun, wann 
bie heren wurden fehen und hören, waz bie fach wer. dardurch fie es, ale 
gar umb ſünſt und unreblich ſprüch, darumb in feinen Frieg nicht Tumen 
25 ließen, und beftelten fich auch vefter minner und meinten, es tet nicht not; 
wann jolch beftellen groß gut het koſt, das meinten fie zu erfparen. 
Item es ift auch wol zu gelauben, hetten fich die von Nürmberg be- 
zeit beftelt und leut geworben, als in hernach wol not het tan, wann daz 
nun gejchehen were, fo were ber marggraff ftill gefeßen, baz er wol het 
30 mügen than. wann bie, vie er beftelt het, ven gab er Fein folt; wann bie 
fürften und herrn, die im hulfen, bie ſanten im ir ritter und Inecht, auch 
ir burger und pauren zu, bie fie in iren landen hetten und in ümb fünft 
pflichtig waren zu dienen und nach zu raiſen: bie weren alle Die weil ftille 
und gerut gefeßen und hetten die von Nürmberg [57] die weil laßen ſol⸗ 


4. vebote R. A. 6. noch’ f. im Gloſſar. 8. halbem AI.R.a. 10. die hilff R. a. vom 
ift Genit. Blur. 12. gar kein gethon warb a. 15. ignama. 18. daz liß er 2. vera 
vergangen tag a. furgien 4%. 21. und hoften’ fehlt a. 22. ſolch zu machen A. folich zum 
machen R.a. 23. ‘es’ nur in a?. a®. dardurch fie gar alles umb fonft A. 26. das' fehL— 
R. 4. 238. bey zeit R.a. 30. mügen thun R. a. 4°. 


Borrebe. ' 129 


ben, wann er wol gewißt bet, daz fie mit im nit hetten angehaben ze 
friegen. auf daz wer in groß gut gangen. und im der zeit wer der marg- 
graff aber ümb geriten und [het] fich beclagt, wie man in mut het zu ver- 
treiben, und bet im des gen andern fürften ein glauben gemacht, mit 

5 folcher ver von Nürmberg ſamnung wie man in vertreiben ober wider 

. feinen willen befriegen wolt; die hetten des nicht gern zu gefehen ſölichs 
zu geftaten auf den fin: waz dem heut wieder ging köm zum andern an 
ir einen auch. mit dem bet er noch mer wider fie geborben und aufge 
brocht, und man het fie hinfür mutwilliger gefchekt. 

10 Item alfo wer vorhin den von Nürmberg groß gut mit folden auf- 
gangen und hetten damit gefeirt; und wenn fie nun des verdroſſen het 
und folch ſold wider ab hetten gefchriben, in der zeit bet fich der marg- 
graff auf gemacht oder darnach und het fie aber übereilt: ee fie fich wider 
geworben betten, fo bet er: feinen frumen gefchafft wider fie. mit dem 

15 wern fie umb zwifach gelt und koſt fomen und müften ven ungelimpf 
darzu gehabt haben; wann iederman geret bet, fie hetten fich beworben 
und dem ein anfang gemacht, vomit man in darzu bracht und geraitt het, 
daz er fich bet müßen beiverben und fürſehen, und wer alſo gemuft zu dem 
frieg ze kumen: betten aber bie von Nürmberg nicht fich gefterett und ge- 

20 borben, fo wer er auch till. gefeffen und wer ber ding mit dem krieg Feine 
ergangen. folich und ander ſchuld het man auf fie gelegt, damit mar fie 
het mügen verunglimpfen und pußfellig machen. 

Item und nach abfcheiven des vorgenanten tags zu Bamberg hat 
fih marggraff Albrecht mit etlichen fürften, herrn, rittern und Inechten, 

25 mit namen: herczog Wilhelm von Sachſen, bifchove [BL. 57°] von Bam- 
berg, biſchove von Enftetten, lantgraven von Heßen ꝛc peiworben und 
macht ein velt, ee und er in fein veintsbrieff zufant. auf ir güter legt 
er fih, in ir arm leut an leib und gut befchebigt, in auch ein haus mit 
namen angewan, daz fich Doch von niemant gepürt ze tun mit eren, er fei 

30 edel oder unebel, ee zu rauben, dann fein ere mit ablag zu bewaren; daz 
da nicht angejehen ward, es muft alles recht fein. > 

tem der bifchove von Bamberg, dem der. vorgejchriben tag bin 
beim ward gelegt, und der ber fach ein mitverhörer was und pever bartey 


2. werim A?. 3. mut bet in zu vert. A. R.a. 7. zu fletten A®. vie hetten — geftatten:: 
des hetten die nicht macht mit folcher zu geftaten gern geſehen R. «. heut zu ging wider: 
wertig R.a. 9. gefeht 42. mutwillig geſatzt a?. mutwillig geſchaczt a. 10. vorhin' 
fehlta. ver von Nürmb. 4°. 17. ger. heiten R. A. gereift bett 4%. 21. kains aufge: 
sangen R. a. 22. paufellig R. «. 23. "het fich’, alle außer A. 26. Eyſtet 42. 4°. Eych⸗ 
ſtet a.  Mantgraff’, afle außer A. 27. ſchlecht er fich a?, in a urfpr. “flegt’, das ſ durch⸗ 
ſtrichen. 29. angewunnen R. u. 30. abfagen R. «. 31. das voch nit a. 

Staͤdtechroniken. 11. 9 


130 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


geheim einnum, ber verbot und darnach fchuff ze nemen zu feinem gewalt 
alles, daz bie von Nürmberg zu Bamberg und allenthalben in feinen ge: 
bieten detten, und darnach in jein veingbrieff zuſant nach ergangen 
jachen, als gemelt ift. verjelb brieff auch nicht weiter unter andern mer 
5 worten innen hielt, dann daz er fich in marggrafen Albrechg frid und 
unfrid züg, der etlich tag ee, dann marggraf Albrecht abjagt, zugeſchickt 
warb, und bet fie vor beichenigt an merdlicher hab und auch darnach an⸗ 
griffen, ee ber marggrave veint ward, doran zu merden üt, daz derjelbig 
biſchove von Bamberg groblich wieder got, ere und recht gehandelt bat: 
.ıo in dem erften, daz er tever parte geheim einnam in vertrawens weile, 
[daz] er in ir gut nam, ee dann er in fein veinibrieff jant, auch [vo er) 
nach laut vejjelben veintsbriefs vor abſag marggraff Albrecht nicht zu- 
griffen ſolt haben, (nachdem als er fich, als vor gemelt [ss*] ift, in feinen 
frid und unfrid zogen und geſetzt het,) daz er in Das ir fchuff zu nemen. 
15 ‚Item darnach etliche tag ſant in marggraff Albrecht feinen veing- 
brreff und ander fürften, grefen, bern, ritter und knecht, purger, köch 
und kelner, waz er aufbracht, ire abfagbrieff auch, und mit raub, brant, 
mort, kirchenbrechen und mit allerlei deſchedigung teten fie als vil fie 
dann getan fonten. und flug fich für Heide und benätt fie mit teiding, 
20 daz im ſtat und ſloß an jturm von den haubtleuten und andern dariunen 
ward ein gegeben. darnach flug er fich für Lichtenam' und lag auch etlich 
‚ tag darvor, und daz warb im auch übergeben. aljo janten im die von 
Nürmberg auch iv abſagbrieff; denſelben boten -Hugen fie und namen im 
jein pfert, daz auch nicht recht und unfürftlich ift. und Damit zugen fie 
3; auch auß und branten und gewunnen im etliche heufer und den feinen an, 
als daz buch clerlich da hinten außweiſt, und veht fich an folio 125. - 
In dem nam fich berczog Heinrich von Beyrn darumb an mit an⸗ 
bern fürften: herezog Albrecht von München, bilchove von Augipurg, und 
jehriben beven parteien, fich init irer botſchaft zu in ze fügen von wegen, 


1. ein man 42. 4°, d. 5. die Geheimniſſe beid. ‘Barth. erfuhr. zu nemen und jein gemalt 
as. R.a.a. 3. warb inf. v. zugefant R.a. 4. mer’ fehlt R. a. 6. tzeug 2. frid — 
Albrecht' fehlt R. «. in m. A. abſag ſchlieg und mit zu gefchidt ward R.a. 8. angreiff 
R. 4. 10. zum erſten R.a. «æ. ein man Ad. 11. fein veintſchafft a. 15. etliche' in A 
über eine radirte Stelle geſchrieben. 17. keller a. und raubt R. A. auch raubten, pran⸗ 
ten, morten 4%. und raub R. a. auch mit raub R.a. 19. gethun unten R. a. 24. noch 
fürftlih a. 26. “und veht — 125’ Fehlt R. a. 27. in vemfelben nam 43. 


1. Veſte und Markt Richtenau — auf dem e8 1409 unter mehreren Borbehal- 
einer Inſel der fräukiſchen Rezat Stun- ten an das Nürnberger Rathsgeſchlecht 
den unterhalb Ansbach gelegen — wurde der Rummel überging. Vgl. 9. Holz 
‘1406 durch Herm Friederich von Heided ſchuher, Geſch. der Herrichaft icptenau 
an den Rath zu Nürnberg verkauft, von (Nürnberg 1837) ©. 22 u. 28. K. 


Borrebe. - 131 


domit ſolch Erieg auf beven teilen hin gelegt würd. daz in alfo vervolgt 
ward, daz der marggrane bie feinen etlich, auch die von Nürmberg ir 
ragbotjchaft var ſchickten, daz da zu beverfeit auch etlich clag und antwurt 
verhört warb. der teg wurden mer dann einer in herezog Heinrichs hoff 
s gelegt, aber ba warb nicht ent gemacht; wann bie weil der marggrane vor 
Heideck und Lichtenawe lag, in ber zeit waren bie teg und ward nicht 
eruftlich darzu getan, daz man frid oder richtigung zwiſchen in macht: 
alles [set] dem marggraven zu hilf und den von Nürmberg ze ſchaden; 
warm bie weil man teg jucht, bie zeit mocht iever teil den andern ſuchen 
10 and beſchedigen. aljo beiten die von Nürmberg aber hoffnung, angejeben 
ſölicher gemalt und unrecht, jo an in getan würd, wurden die obgejchriben 
fürften darein jeben darob ze jein, daz ſölich zwitracht hin getan würd, 
und beivurben fich auch deſter minner umb leut und waz in not were ge- 
weſen. in ber zeit gab fich Lichtenawe auch, und do er in nit mer weit 
15 an ze gewinnen und im frids not was, alſo ward ein tag zu Laubingen! 
aber durch die vorgejchriben fürften gemacht, do auch clag und antwort 
verbört ward. alfo was die meinung aber, die von Nürmberg folten dem 
marggrafen ablauffen, gelt leihen over geben. do daz nit fein wolt, bo 
bilt man ein commiſſion won bem römiſchen fünig beven teilen für, lau- 
20 tent auf den bifchove von Meintz, herezog Heinrich, biichone von Augſpurg 
auf meinung, daz fie fülcher zwitracht peder parteyen verhören und ge⸗ 
walt haben jolten, riehtigung oder friv an feiner füniglichen gnaden jtat 
zu machen und pieten, als daz dieſelb commiffion mit mer worten innen 
beit. und auf denſelben gemalt namen fich an der vorgenant biſchove von 
25 Augſpurg und herezog Heinrich außerhalb des von Meink ꝛc. wie e8 auf 
biefem tag ergangen ſei und denſelben frivbrieff vint man clerlich do hin⸗ 
ten folio 133 fecumbo. 
[s0*) tem kurcz dovon zu fchreiben, daz man verſten mag, daz follich 
fridbot ben von Nürmberg zu großem geferve erbacht und gemacht ward; 
so wann als fie nad) laut ber fchrift beven parteien von in gegeben warb, 
bie hielt innen auf etlich tag hinfür ein benanten tag, an dem ber friv 
eingen ſölt, und waz ein ieber teil nor und zwiſchen eingang bes frides 
gewunne und mit feiner foftung inne het, daz ſölt er den frid inn Haben, 
nützen und nießen von dem andern teile ungehinvert. nun het ber marg- 
9. fihen 4°. 4%. 11. *angefehen — wurden' haben vie Codd.: es wurd angef. f. g. und un⸗ 
recht f. a. i. g. würb und wurden. 12. und varob fein R. a. 17. gehort R. a. 22, “fols 


ten’ nur R. a. 24. hielt 4%. R. a. 27. 133 fecundo’ fehlt R.a. In R. «w folgt nun gleich 
der “fridbrief'. 33. gewunnen 42. R. a. gewonnen 4%. gewoͤne R. «. 


1. Lauingen a. d. Donau. 
% 9 % 





or 


— 
— 


— 
— 


132 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


grave daz lant alles, er und ſein helfer, inne und da verbrant allenthal⸗ 
ben; waz aber nicht verbrant was, daz het im gehuldet und muſten mit 
im raiſen. nun als der fridbotbrieffe außging, unterzohe ſich der marg- 
graff und die feinen, waz fie vor verbrant und nicht eingenomen beten, 
daz befegten fie, dörfer, heufer, weiler, brantſtutzen, und hielt daz biß zu 
dem tag, als ber frid eingen folt, und meint daz alfo zu haben und halten 
in obgejchribner maß. und mit dem het er die von Nürmberg aller ver 
güter auf dem lant entiwert, daz vil mer wert was, denn ber marggrabe 
ſeins eigen guß vermocht. alfo gar geferlich ven von Nürmberg zu geſetzt 
ward von biejen fürften, bie auch ire geheim eingenomen hetten, und ſich 
bie von Nürmberg großer trewen zu in verfahen, daz als nicht was; 
junder het man fie von eren und gut mügen brengen, bo wern fie zu ge- 
neigt geweit. es ift auch anders nicht zu glauben, dann ber obgenant 
frivbotbrieff mit feiner inhaltung von des marggraven reten in jeiner 
kantzley nach alfem feinem willen gemacht warb; warın er daz velt nicht 


‘mer vermacht zu haben und muft daz raumen, dann die im auß andern 


landen waren zu binft geriten vermocht er nit mer lenger bei im ze haben: 
baucht in, mit den feinen würd er [so"] zu frand und meint nun frid zu 
haben, wie es im fug wer geweſen, aljo würd man den aufnemen müßen. 

Item als der tag fom, do der frid ſölt ein fein gegangen, jchreib ver 
marggraff den von Nürmberg, und ver bot was domit an dem tor, ee 
man bie tor aufiloß, daz er ein wiſſen wolt haben, ob man ven frid hal- 
ten wolt. auch lag in vemfelben brieff ein abjchrift eins briefs, jo der 
marggrave meint, wie er herczog Heinrid) von Beiren ven mit jölchen 


5 worten het zu gejant. biejelbig zettel unter andern worten innen hielt 


auf meinung, wie er den frid halten wolt, und ob die von Nürmberg ven 


frid nicht hielten, jo ſölt herog Heinrich fein helfer werben; und begert, 


35 


daz er im den veintsbrief zufant, als er im daz zugefagt und verfprochen. 
dabei man wol verftund, daz er gern frid het in ver worgefchriben maß 
gehabt, und meint, die von Nürmberg mit folchen briefen zu erfchreden 
auf daz, ob fie zu dem frid alfo nit genaigt wern, daz fie fich auf herczog 
Heinrich müften bejorgen, daz ber fein helfer würd werden, und fie befter 
ee in frid gen würden. 

tem auf daz fchrieben im die von Nürmberg Turcz ir meinung, - 
waz in ze mut würd, wolten fie berczog Heinrich und dem von Augſpurg 4 
zuichreiben. 


3. raißen A. 6. behalten «. ‘zu’ nur a?. a?. 13. "gewefen’, alle außer A. 16. dann' num. 
R.a. 32, fein heffer A. 33. in friv gien A. Die Form ‘gien’ faft regelmäßig in viefewe= 
Hf. (vgl.B.1.©.307). 35. "und fehlt R.A. und ven a. und bem bifchoff von Augfp. a*. 0" 


Borrede. 133 


Item auf 4 tag vor, ee ber frid ein fölt gien, fomen bie öbern ftete 
auf 400 pferde ber und branten unter wegen mit ber von Nürmberg 
hilf, Die auch auf 600 oder mer pfert dabei hetten, als clerlish da hinten 
ftet folio 131 ſecundo. 

5 (60°) Und viefelben von fteten warn bie beit 14 tagen und ‚gingen mit ven 
von Nürnberg ze rate, waz nun hinfür in den fachen zu thun were; und 
were es nach irem willen ergangen, man het ven frid aufgenomen, wie 
ichentlich und fcheplich er ven von Nürmberg wer geweſen, warn fie noch 
in dem krig zu der zeit fein fchaden genomen, funder berut gefeßen waren. 

10 dabei die von Nürmberg wol verftunden, wie wol und vaft fie in zu krieg 
geraten und hilf verfprochen hetten, daz fie daz nicht beweiften; wann fie 
auch für fich weg riten und darnach nicht mer ven gangen krieg dahin 
fomen. dann aljo faßen der marggrave und auch Die von Nürmberg ge- 
gen einander gerut als auf 4 wochen. im ver zeit ſchickten ver herrn leut 

15 gen Nürmberg umb harnafch, püchjen, pulver und umb weu in not was. 
alfo verbot man, daz man ver Feind auß ber ftat verfauffen folt; da ent- 

- gegen verbot der marggrane, daz man nichg in die ftat füren folt. und 
wie e8 do im frid gehalten warb ftet geichriben folto 136. 


[BL 119°) Item ein anbringung an ein gemeine‘. 


20 Lieben freunde! nochdem wir euch vormals gelegenheit der fachen, 
wie fich die bi uff diefelben zeite zwifchen dem hochgeboren fürften und 
herrn bern Albrechten, marggraffen zu Brandenburg ꝛc. an einem und 
dem eveln herrn hern Conraten herrn-zu Heibed und uns an dem andern 
teil begeben, verlauffen und ergangen haben, alfo daz euch nicht not tut, 

25 von newen für zu halten ꝛc. venn als ir wol vernomen habt, daz wir 


1. geen 42. 4°. eingen folt R. a. 4. als — ſecundo' feheint in A nachgetragen. Die Zahl 
fehlt R.a. 13. daheym komen At. “Item auf 4 tag — na hin fomen’ fehlt R. «. “unv' 
fehlt R. A. 15. Der Inſtrumental ‘wen’ (= mhd. win) nur R. A. 4%; die übrigen 
‘umb was’. 18. 'und wie — 136’ ſcheint in A nachgetragen. Die Zahl fehlt R. a und «. 
19. von anbringen 42. ein anpringen R. a. o, in welchen Reihen viejer Abfat gleich nach 
der „Borrede“ folgt; fehlt RN, B. ©. 


— 


1. Der Beſchluß, dieſe Broclamation mit den untertanen auf morgen füllen 
an die Einwohnerichaft Nürnberg’d zu tum von bed marggrafen ſache, von Den 
erlaffen, ift nach bem Rathsmanuale von ergangen fachen und redhtpotten zu Bam- 
1449, Fasc. 6, BI. 8b vom 26. Juni: berg und von andern notbürftigen und 
‘Ein vorreb machen, als die oyrteilmeifter darezu dienenden Dingen’. 





134 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht ven Brandenburg. 


ieczunt zuleczt einen gütlichen tag mit demſelben fürjten zu Branpenburg 
geleift haben vor ven burchleuchtigen, hochwirdigen fürften und herrn 
bern Ludwigen, pfalczgraven bei Nein, herezogen in Bayern, hern An- 
thont zu Bamberg, hern Gotfriden zu Wirezpurg, bern Petern zu Auge 
purg und bern Iohanfen zu Ehftette, bifchoven. in verfelben gegenber- 
tideit nu der vorgenante fürft, marggraff Albrecht, feiner fprüche und 
anvorberunge etwe mennige und fünverlich unter andern in meldunge 
- des genanten bern von Haideck handels dargelegt und fauten hat laßen: 
zu fulchem und auch allen bargelegten fprüchen und fürbringungen unfer 
ratsbotſchaft volfumen und reblich antwort getan, und dabei von Des ge- 
nanten heren von Haideck, unfer und anderr der unfern wegen vor ben 
obgemelten fünf fürften als dann auch merdlich ſtucke und befiverung, 
boch deſterminner der fürjten verdriß dardurch zu vermeiden, bargelegt 
haben, darzu in doch nicht außtregenlicher noch volkumener antivort geben 
ift. unſer ratsbotfchaft hat fich da von unfern wegen volliclich und öf- 
fintlich erboten, daz wir dem mergenanten fürften, marggraff. Albrechten, 
ümb fulche feine furgelegte und gemelte fprüche und anvorderunge, alfo 
an ung getan, vor dem allernurchleuchtegiiten furften und herrn bern 
Fridrichen, römischen künige ꝛc. unferm gnevigiften herrn rechtens und 
billichs [Bi. 119°) außtrags phlegen und unfere fprüche, wie wol Die merc- 
lich und treffenlich weren, zu vem male ruwen und anfteen laßen. viefelb 
unſer botjchaft hat fich auch do des genanten herrn von Heideck gemechtigt 
und auch offintlich erboten, daz er dem genanten fürften, marggraff Al⸗ 
brecht, vor dem genanten unferm gnebigiften herrn dem römijchen fünig 
umb alle gemelte jache und fprüche eren und recht phlegen und fein folt 
und wolt. und wiewol derſelbe unfer gnebigifter herre ver römifch künig 
vor etlicher zeite dem genanten fürften marggraff Albrecht, vem obgenan- 
ten herrn von Haideck und uns in fein Füniglichen brieven verfchriben 
und ernftlichen geboten hat, daz wir beider teile unfer zwitracht und 
jprüche vor feiner Füniglich majeftat rechtlich mit einander auftragen und 
unfer einicher teile dem anbern feinerlei vehede, ſcheden noch anders au- 
Berhalben rechtens darüber zufugen noch tuen folten in feinen weg, bes 
benn berfelbe herre von Heided und wir geren gehorfam weren: dennoch 


Di 


1 


o 


1 


a 


2 


= 


2 


ot 


3 


o 


3. und hergog in B.— R.a. «. 4. Wurkpurg A. R.a. 7. etwe meinunge A?. 49, etwe 
meinng A®. 9. zu folhen R, a. *dargelegten’ in @? vurchftrichen und "vergleichen 
darüber gefchrieben. 10. verfomen A*. verfumen R. a. 14. anftregliche noch volfumne 
R.a. 16. ‘offentlich’, alle außer A. fo auch weiter unten. wir den R. A. 18. fprüde 
an fordern als umb uns gethan R.«. 25. und anfprühe R. a. ſache an fpruche 4°. 28. ge: 
ſchriben R. a. 31. *unfer zwitracht — teile’ fehlt a. unfer einer theil a?. a?. einfer teile 4°. 
veheR.a. 32. 90. "Fugen? ift ‘fragen’ durchſtrichen aA. dem dann R. a’ 


- 
| 
= 


Vorrede. 135 


ümb beßers gelimphen willen hat ſich dieſe unſere ratsbotſchaft deſſelben 
herrn von Haideck noch mere gemechtigt und erboten, daz derſelbe herre 
von Heideck dem dickgenanten fürſten, marggraff Albrecht, umb alfe ſache 
und ſprüche, die er zu im vermeint zu haben, es treff an leib, ere oder 
5 gut (außgenomen des berckwercks, darumb ſich außtrags vor küniglicher 
majeſtat gebür), rechtens fein und phlegen ſolt und wolt vor dem worge- 
nanten unſerm herren dem pfalczgraven, daz es denn vor in recht hieng, 
oder vor der nachbenanten fürſten einem, nemlich hern Heinrichen her⸗ 
czogen in Beyern, der des vorgenanten marggraff Albrechts nahe gebor⸗ 
10 ner freunt iſt, oder vor dem Albrechten auch herczogen in Beyern, herrn 
Gotfriden biſchoff zu Wirczburg, oder ver dreier ertzbiſchoff und geift- 
lichen kurefürſten einem anf dem Reine, oder vor ber erbern ritterſchaft 
ver geſelleſchaft ſant Jörgen ſchilts in Swaben, oder vor ber erbern rit- 
terſchaft der groſſeren vereinunge in Francken. oder ob demſelben 
15 [Si. 120°) furſten, marggraff Albrecht, ſullicher volliger rechtbote aller 
keins anneme fein wolt aufzunemen, daz doch ein unbillich verſlahen were, 
ſo ſolt und wolt derſelbe herre von Heideck die obgemelten funf fürſten, 
die do gegenwertig ſaßen, erkennen laßen, ob er icht mere phlichtig were 
darumb zu biten; und waz alſo von in erkant würde, daz ſolt und wolt 
20 er auch zu tuen willig fein. unſere ratfründe haben ſich darnach durch 
etliche unfer gut gunner und fründe, bie fie zu ben obgemelten unjern 
herren ben funf fürjten befcheiven heiten, noch mere erpieten laßen: ber 
genante herre von Heided und wir jolten und wolten dem genanten für- 
jten, marggraff Albrechten, vor venfelben funfen unfern herren ven für- 
25 ften umb alle obgemelte fache und fprüche rechtens phlegen und fein, allein 
bes hinzu geſeczt, daz bes genanten unſers gnebigiften herrn des römi- 
ſchen fünigs von der vorgemelten außgangen Tüniglichen fehrift und gebot 
wegen, auch darumb, daz derfelben jtüd und fachen vaft den merern teil -. 
füniglich regalia und küniglich lehen und gütere antreffen, verwilfigunge' 
30 darzu erlangt würde, des wir auch unfers teils ganczen fleiß tuen wolten, 
bie Füniglich großmechtigfeit demüticlich darumb anzulangen und zu bit- 
ten, in bofnunge, fo verfelbig fürft marggraff Albrecht vesgleichen auch 
tette, die fünigliche verwilligunge würde darzu erlangt. aber diejelben 


1. gelimpfs R. a. 2. noch mere' fehlt R. a. und auch offenlich erpoten R. a. 3. noch 
mere — Heide’ fehlt R. w. 4%. 7. da es dan vor R. a. das er denn vor R. «. 9. vorge⸗ 
nanten — der des’ fehlt 42. AB. 8. nachgeborner AP. a. R. a. nahentgeborner a?. a?. 
11. Wurczburg A. R. a. 12. "einem — Reine’ fehlt a. 14. ver groffen R. a. 16. anne: 
men 42. angenem R. a. 18. ob er recht pflichtig varumb R. «. ' 19. pietten R. a. 
20. frunde A. fründe 42. Die übrigen Hff.Ihier und unten: “freunde”. 25, allein das R. a. 
31. zu Bieten A. 33. verwillunge 4°. 4°. 


136 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


unfer ratsboten "haben nicht fünnen vermercken noch verfteen, daz ber: 
jelbe fürjt marggraff Albrecht ſulch vargelegte rechtbote, vie Doch von des 
porgenanten herren won Heideck und unjern wegen fo gar ftatlich und 
volliclich gefeczt fein, aufnemen ober fich ver genügen habe laßen wollen, 
5 junbern als wir veriten und geftalt ver ſachen zeiget, den genanten herrn 
von Heideck und ums mit gewalt und unvervolget alles rechten willeicht zu 
überzihen und ander denn bilfich fürzunemen meinet. darumb, lieben 
freunt, fo von ung, fo bie vor gnüglich erflert tft, von unferr felbeft und 
auch von des von Heideck wegen nicht allein für unfern gnebigiften her- 
so ren [120°] heren den römifchen Fünig, ver denn fein und unfer rechter 
natürlicher herre und orbenlichir richter ift, funder auch für Die andern 
obgemelten unfere herrn bie fürflen, wie vorgefchriben tet, zu völligem 
außtrag erbieten [getan warb], und [er] uns darüber und an alle redliche 
urfache unverbinter und unverjchulter ding ie unbillichen bringen, ver- 
15 gewaltigen und verunrechten will: jo laft ung got den almechtigen, fein 
bochgelobte muter unfer frauwen bie jundfrawen Mariam, vie lieben 
heiligen und bie gerechtigfeit zu ftenr nemen und uns mit irr hilf und 
beiftant gewalg und unvechtens nach allem unferm vermügen aufhalten, 
und feit darinne fee, willig und gehorfam, und laft uns unfern trawen 
20 in got ferzen, al wir billich tuen, in hoffnunge, fein gnade werde uns 
gnebiglichen fchirmen und fein götliche hant miltiglich ob uns halten. 


Bublicatum in vigilia Petri et Pauli appoftoforum. | es 


3. ftetlich 42. 4. genugen wollen laßen a. haben laßen wollen a?. a°. haben wollen laffen 
4%. 6. Sund unſern wegen — Heideck' fehlt R.«. unervollet R.a. 7. "alles — anders 
denn’ fehlt a. 8. gutlich erflert A. 11. und enlicher richter a?. unentlicher richter o. 
14. unbillicheit R. A und a. 20. were uns R. 4. a. 21. an uns R. 2 


(BT. 125°) Hienach fleen befchriben die leuft des kriegs anno domini 
1449. 


ALS der Frieg vergangen was zwifchen ven herren und ben reichiteten, 

ben man ben großen Trieg hieß, der da verricht ward als man zalt von 

s Criſti gepurt 1389 jar, daz ftund alfo an in frid wol 60 jar biß daz 
man zalt nach Erifti gepurt 1449 jar. als dann die von Nürmberg vor 
und darnach albegen allen fürften und herren und aller ritterfchaft und 
edelleuten zucht und eve beweiſt hetten und in allen fachen dem abel groß 
nachgaben darumb, daz fie und vie iren bei frid befeiben möchten: daz 
10 mocht fie alles nit helfen, ſunder die herrn und aller adel wurden fo feer. 
bewegt wiber bie ſtat Nürmberg und wiber all reichitet, und machten fich 
bie leuff fo wunderlich alfenthalben, daz fich die gemein reichftet in Swa— 
ben und die von Nürmberg zu einanber verbunden und etlich herrn zu 
in!. und do folche puntnus gefchehen was, daz was gancz wider bie 
ıs herrn und trachten tag und nacht, wie fie Die herren von ven jteten brin- 
gen mochten, des auch eins tails gefchahe, dann bie ftet beliben bei irem 
bunt. und do daz beichehen was, do ward marggraff Albrecht gancz be- 
wegt gen ber ftat Nürmberg, und waz im die von Nürmberg zucht und 


2. Die Ueberſchrift fehlt ven Reihen B. C.; fie lautet in a?: Hienach flein befchriben vie 
leüft nes kriegs zwiſchen deß vurchleüchtigen Hochgebornen furften und herren herrn Albrech⸗ 
ten marggraven zu Brannenburg purggraf zu Nurmberg auf einen, und dem edeln hern herr 
Chunrab herr zu Haideck und ver ehrlichen Hochberumpten und werden Eaiferlichen reichftatt 
Nurmberg auf den andern befchehen anno domini mecccxxxx (sic) jare. 5. bo fund es 
alfo A. R. a. im frive Ad. 9. pey recht und frid R. C. In C* ift vie untere Hälfte des 
erfien BI. herausgerifien. 12. ver-reichftet leuff R. a. und machtet fie pie reichftet leuf fo 
wunberlich 4%. 13. zu andern verpotten 32. 17. m. Alb. von Pranburg 3. von Pran- 
burg B2. von Branburf C. Brandenburgk C?. In 3? wechfeln vie Formen: Albrecht, Al⸗ 
werd und Alwercht. 


I. Am 22. März 1416; f. v. Stälin, Wirtemberg. Geichichte, Bd. III. ©. 464 f. 


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138 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ere beweilten und im groß nachgaben in vil fachen, darumb daz fie gern 
bei frid umd recht beliben weren: daz mocht fie als nit helfen, ſunder 
marggraff Albrecht fucht teglich groß urfach gen ven von Nürmberg und 
gen den iren mit mangerlei befwernüs an feinem lantgericht und an allen 

5 enten, da der von Nürmberg leut in feinem lant zu fchaffen heiten. aud 
ward ven Ffauflenten von Nürmberg groß gut und hab von faufmanfchat 
genomen in feins bruders margraff Hanfen Iant in feinem glait und in 
bes nicht wiberfert ward, des die von Nürmberg zu den zeiten nit beßern 
fonten. 

10 Darnach verclagt marggraff Albrecht groß, wie fie im groß gewalt 
und unrecht teten! an feinen vegalia und vetterlichem erb, lantgerichten, 
wilobanten, zölfen, gelaiten, lehenjchaft und [125°] nugen. darnach beclagt 
er fie umb ven ftainbruch zu dem Kornberg? und umb 3 clöfter in ber 
ſtat Nürmberg gelegen, 1 mansclojter und 2 frawenclofter, und von des 

15 gericht wegen zu dem Goftenhoff und von des walds wegen; und beclagt 
fie varnach von der müncz wegen: des fich die von Nürmberg albegen 
gen im verantwörten, wie all jach von alter herchomen was, daz er fülche 
vordrung unpillichen tet, als jie dann brieff und urkund hetten, und ba- 
ten in albegen, daz er fie bei jolcher ir gerechtigfeit bleiben ließ; wolt er 

20 aber nit, jo wolten fie im gern eins. rechten fein vor unferm gnedigen 
herren dem römifchen fünig. daz mocht die von Nürmberg alles nit ber — 
fen. marggraff Albrecht wolt ie neur gewalt mit in treiben und nicht 
recht, daz er meint, die von Nürnberg wurden im gelt geben, ee baz ſie 
mit im friegten. 

25 Darnach beclagt ſich marggraff Albrecht aber groß über vie von 
Rürmberg: fie hetten herren Conrat, herrn zu Haideck, zu einem biner 
wider in aufgenommen und ver wer ver fein; und zoch dem von Haibed 
jo große urfach von boßheit zu?, daz meniclich wol verftund, daz er dem 


4. an feinem lantlicht 3%. 8. auf dy zeit R. Bu. C. 8. nit beßers Eonten 4°. 10. klagt 
B?. verclagt fie R. a. die von Nurenberg groß R.B u. C. 11. lantgerichts B?’- 
12. wilpanten B. B®?. wildpanen R.au.C. 13. becl. er die von Nurenberg R. Bu. C- 
beclagt ev ſich 4*. Kurnperck B. 16. beclagt ih R.C. 17. gen im' fehlt R.C- 
18. forverung und Mag B. B*. C. clag und forberung (?. 21. ‘römifchen’ fehlt B*- 
23. dann er meint R. «. 25. beclagt fe R.a. 27. zuge a. zuge a?. zucht Ce. 


1. Vgl. die als Beilage I. folgende‘ (München, 1817) ©.65—100, u. Endr- 
Abhandlung. Tucher’s Baumeifterbuch (Stuttg. 1862) 

2. Ueber die Steinbrühe am Kom- S. 84 f. (Die erwähnte Abhandlung 
berg im Süden des Lorenzer Reichswal- Kiefhaber's ift an letzterem Orte irrig ci⸗ 
des vgl. ©. Kiefhaber, Geſch. d. Korub. tirt.) K. 
Steinbr. in der Zeitichr. f. Bayern u. d. 3. Unter anderm wurde ihm vorge 
angränz. Länder, 2. Jahrg. Bd. IV. worfen, er babe einen gewiſſen Katzenhirn 





Kriegsbericht 1449. 139 


von Haideck ungitlich tet, und meint, er wolt e8 dorzu bringen, daz bie 
von Nürmberg ven herrn von Haideck von in tun müften, ober er wolt 
fie darumb Friegen; wann der von Haideck der fein wer, und wolt in 
umb jein boßheit ftraffen, vie er an im tan het. nu was der von Haived 
swer Stat zu Nürmberg diner geweft mer denn jar und tag vorher, ee daz 
. marggraff Albrecht fälche meldung von fein wegen gen den von Nürm- 
berg ton het, und was zu Nürmberg in ber flat gefeßen geweſt. auch 
was des herren von Haideck vater und anherr auch vormals ber ftat Di» 
ner geweſt, wann die herſchaft zu Haideck ain freie herfchaft it. und die 
10 von Nürmberg baten in, daz er den herren von Haideck bei recht beleiben 
ließ; deucht in aber, daz er cheinerlei gerechtigfeit zu dem herrn von Hei» 
ded det, ſo folt int der von Haideck eins rechten fein vor unſerm gnedigi⸗ 
ſtem derren dem römifchen Funig. und waz marggraff Albrecht mit recht 
zu dem von Haideck brecht, daz im der von Heideck von recht wegen pflich⸗ 
15 fig und ſchuldig wer ze ton, fo wolten fich die von Nürnberg darinn hal- 
ten, daz fie hoften zu verantiwörten. daz mocht die von Nürmberg als 
nicht helfen, [st. 126") ſunder der marggraff Albrecht wolt ie gewalt trei- 
ben und nicht recht, oder wolt gelt haben von ven von Nürmberg. 
Darnach warb betedingt, daz der von Heided dem marggraffen des 
20 techten fein folt vor dem hochgeboren fürften und herrn Ludwigen, pfalcz- 
graven bei Nein, ver dann folch recht zu im nam. aber wie die fach un- 
terchomen warb baz weiß got wol, denn daz der pfalzgraff daz recht nit 
zu einem ent bringen wolt und doch ver pfalczgraff groß von ven von 
Nürmberg dorumb angelangt ward, baz recht zu volfüren; es wolt aber 
25 nit fein, 

Darnach ſchreib marggraff Albrecht allen kurfürſten und andern 
fürften und bifchoven, herru, rittern und fnechten, und beclagt fich aber 
über die von Nürmberg ſolchs groß gewalg und unrechtz, daz fie im teten 
AN den vorberürten ſtücken, und vil anderr unpillicher clag, und daz er 
" lines rechten von den von Nürmberg bechomen mocht. darauf dann der 

biſchoff von Meincz und anderr fürften und herren ven von Nürmberg 


4. vieeranimtet 42. 4%. 5. voree®. C. 9. wann die von Haideck R. Zu. C. (her⸗ 
ſchaft' fehle). 11. einicherlei R. a. |. ke in' im Gloſſar. 12. fo wolt C?. 15. wolten 
fies. 19. betevigt a. bebeivingt B. a?. bedeydigt B?. gededigt (2. 22. dan daz R. 2. C. 
‘az’ fehlt a. 25. aber yenita®. aber mit 2°. 29. an ven ftuden, vie dan vor gefchriben 
ſten R. Bu. C. Nach fen’ in C? eine Unterbrechung, va BI. 4 herausgerifien iſt. 


befterfe, den Amtmann des Markgrafen grafen, wenn fie zur befien Land- und 
M Landeck im Wirthshanfe zu Thalmäſ- Hofgericht reiten würden, niederzuwerfen 
RX zu ermorden, er habe ben Plan u.a. m. — Relationen, Cod. 485 des Nbg. 
gehabt, die Ritter und Knechte des Maul- k. Archivs BI. 21«, 


N 


140 V, Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


jchriben und ben von Nürmberg folch abgejchrift ſchickten da mit, wie in 
marggraff Albrecht über die von Nürmberg geclagt hete. darauf bie von 
Nürmberg allen berrn antwort fehriben, dabei fie wol verften möchten, 
daz in marggraff Albrecht gar groblich unrecht tet; wann im daz recht 
3 por unferm gnedigiſtem heren dem römifchen künig unverfpert was, und 
fie nie mit vecht fürgeforvdert het, und Die von Nürmberg doch mindern 
-Teuten des rechten vor unferm gnedigiſtem bern dem römiſchen künig ges 
weit wern, bie fie mit recht darzu pracht hetten, und puten bem marg- 
graffen aber recht für unfern gnebigiften berrn den römifchen künig gen 
10 allen fürften. aber marggraff Albrecht begert keins rechten und wolt ie 
gewalt mit ven von Nürmberg treiben oder wolt gelt von in haben. 

Item da fich daz alles ergangen het, do macht herczog Albrecht von 
Beyern! von München ein tag zwifchen marggraff Albrecht von Bran- 
benburg und der ftat zu Nürmberg auf ven funtag nach oberften anno 12. Jan. 

15 1449 gen Pfaffenhofen?. venfelben tag wolt marggraff Albrecht nit 
fuchen und fchreib ven tag wiber ab. 


[128°] Item darnach macht herczog Heinrich von Pehern® ein andern 
tag zwiſchen marggraff Albrecht und ver ftat zu Nürmberg auf ven fun- 
tag oculi in ber faften gen Ingelftat. benfelben tag wolt marggraff Al my, 
20 brecht auch nit fuchen und fehreib ven tag wiber ab. 


Item darnach macht ver bifchoff von Bamberg ain tag gen Bam⸗ 
berg zwifchen marggraff Albrecht und ver ftat Nürmberg auf ven funtag 
nach oftern. benfelben tag fchreib er auch ab und fchreib, er wolt den tag 20. Apr. 
ſuchen auf den funtag nach unfers herrn leichnams tag anno domini 15. Jun. 
25 1449. daz gaben im die von Nürmberg als noch, darumb daz die von 
Nürmberg begerten, daz e8 zu einem tag chomen folt, daz fürften und 
bern und meniglich hören folt ir gerechtigfeit und bes marggraffen 
gwalt, ven er mit in trib wider recht. 


1. und ina. und inen at. ſolch (folichs 2) abfchrifft (abſchrib C) vomit ſchickten R. 3 u. 
C. mit fchidten R.a. wie im R. A. *in’ fehlt R. a. 2. geclagt und geclagt A. gefchri= 
ben hete R. Bu. C. 3. antworten und fehriben a. antw. und in fohriben 3. 8. darzu prach⸗ 
ten AU.R.a. 9. *aber’ fehlt B?. 13. von Beyern' fehlt’C. 14. Branvburg A. 16. wider 
ab, daß auf dem felben tag nichez warb C. 20. mit 'nit fuchen’ beginnt ver Text wieder 
in (2. und ſchriben 2. widver ab, daß auch nichg darauß warb R. C. 23. ſchreib 
marg. Alb. R. Bu. C. und der marg. ſprach, er wolt R.C. 24. fuchen nach auf A. 
28. treib B. treb Bꝛ. 


1. Herzog Albrecht III. der Fromme nau, der ſich bei Neuſtadt im dieſelbe er- 
von Münden-Straubing. gie ießt 

2. Die zum Herzogthum Bayern⸗ Hz. Heinrich IV. der Reiche von 
Münden gehörige Stadt dieſes Namens ganbehın Ongolfiakt, geft. 30. Juli 1450. 
an der Ilm, einem Nebenflufe der Do- 





Kriegsbericht 1449. 141 


Item als nun der juntag nach unfers herren leichnams tag 144915. 3un. 
om, daz was an fant Veit tag, do fom marggraff Albrecht und bie von 
Nürmberg auf den tag gen Bamberg. auch kom auf den tag der pfalcz⸗ 
graff bei Rein und der bifchoff von Wirezburg und der bifchoff von Augs- 

5 purg und der bifchoff von Babnberg und der bifchoff von Eyſtet, und vie 
fwebifchen ftet und die von Negenspurg und ettlich ander ftet, und vil 
ritter und fnecht. und do mu die vorgenanten fürften, herrn 2c. dahin 
chomen waren, do trat marggraff Albrecht für die herrn und beelagt fich 
groß über die von Nürmberg gar vil und mangerlei clag umb bie vorge- 

10 nanten jtüd und vil ander clag. dorauf die von Nürmberg antivort tet- 
ten mit worten und mit brieff und figel, des ein gnung was zu ir gerech- 
tigfeit, wenn fie dobei bliben mochten fein: daz mocht fie als nit helfen. 
alfo traten die von Nürmberg für die vorgenanten fürften und herrn 
und fprachen: feint fie marggraff Albrecht bei ſölcher ir gerechtigfeit nit 

15 bleiben wolt laßen, jo puten fie im recht von der ftat wegen zu Nürm- 
berg für unfern gnedigen herrn ven römijchen fünig, der fein und ir na⸗ 
türlicher herr wer, dabei es pillichen beleiben folt. auch puten im die von 
Nürmberg recht von des herrn von Heived 8i. 127°) [wegen] für herrn 
Ludwigen pfalczgraven bei Rein !,; do es dann vor in recht ſtund: wolt 

20 er aber fein genung daran haben, jo folt im ver herr von Heideck eins 
rechten fein vor unferm gnevigen herren dem römiſchen Fünig ober vor 
ber dreier ergbifchoff aim am Rein, furfürften von Meingz, von Cöln, 
von Trier, ober vor herczog Heinrich von Peyrn, ver fein geborner 
freunt wer, oder vor herczog Albrecht von Peyern, oder vor dem bifchoff 

25 von Wirczburg, oder vor ver erbergen ritterfchaft ver gefellichaft ſant 
Jörgen fehilt in Swaben, oder vor der erbergen ritterfchaft ver einigung 
in Franken. daz wolt marggraff Albrecht alles nit aufnemen. 

Auch Liegen die von Nürmberg vor den herrn fürbringen, ob ſolchs 
rechtbietens von des herrn von Haideck wegen nit genund wer, jo woltn 

30 die von Nürmberg die fünf fürften, die zu Bamberg auf dem tag waren, 
erfennen laßen, ob der von Haideck icht mer pflichtig wer zu bieten. do 


! 


8. clagt fich groß von ven von N. vel und— C. clagt fih groß vor ven herren von ven von 
N. vill und— (2. 11. das ed genug was R.a. das inn genugig was C?. 14, feit fie A. a. 
B?. C?. ſey fie B. C. 18. wegen’ fehlt R. A. von dem bern von Heid. R. a. 19. do wolt 
era. 23. oder vor — Trier: ober vor den drei erkbifchoff hurfürften a. 24. für dem A. 
B. fur den B. 27. ver woltm. A. aller keins aufnemen R. a. 28. rechtbittenn 40. recht 
peitens B. 31. iicht' fehlt €. zu pitten AP. zu bitten A*. 2°. zu thun ober zu petten 6(2. 


⸗ 


1. Ludwig IV., geſt. 13. Auguft 1449. 


142 V. Nürnbergs Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


meinten bie fürften, die zu Bamberg auf dem tage warn, folt die fach ab- 
gen, jo müjt ie gelt do fein. auch meinten biefelben fürften, ob man in 
ber gütigfeit darein möcht chomen, unverbingtlich zu werjuchen; des bie 
von Nürmberg aber nicht abjlugen, und vie herrn unterretten fich mit 
5 paiden parteyen. alſo meint marggraff Albrecht, er het groß Darauf ge 
legt, er het umb koſt, tranck, ſpeis, getraid, futer und gezeng geben jechzig 
tauſent gulden; auch het er geben ven Pehemen, die er bejtellt bet, virczig 
taufent gulven; jo Bet er zu feiner notdurft bar und ber verzert zwaingzig 
taujent gulden: wolten im die von Nürmberg fölchen fchaden wider Teren, 
10 jo wolt er darnach mit in vechten. 

Auch het ver mardgraff gemutt, daz fie im ven herrn von Haibed 
gepunten und gefangen als ein mortbrenner. zu Nürmberg ftellen folten. 
folch8 vecht von im helfen und jolch vechtbieten von der von Nürmberg 
wegen und won des herrn von Heideck wegen, als vor gefchriben jtet, ift in 

15 als von marggraff Albrecht abgejlagen, dobei wol zu verſten ift, daz 
marggraff Albrecht fein gerechtigfeit geſucht bat, ſuuder er meint den von 
Nürmberg gelt und gut ab zu nöten, ee fie mit im Friegten. und alfo 
ſchied iederman von dem tag an ent. 

Item fürezlih darnach als man abgeſchiden was von dem tag zu 

20 Bamberg, do famen aber brieff von unferm herrn dem römiſchen Fünig, 
darinn er marggraff Albrecht und feinen brübern und andern fürften 
und herrn feiner einigung recht bot vor feiner füniglichen macht von Des 
herrn von Heideck wegen und von der von Nürmberg wegen, und [baz fie] 
den Bi. 127°] auvern ven iven kain feh, fcheven und bejwernüs aufferhal- 

25 ben des rechten zufügen, funber fich un recht vor feinen Füniglichen gena⸗ 
ven genüngen laßen. | 

Und über folch Tüniglich gepot und über ir vorgemelte rechtbot von 
des vorgenanten herrn von Haideck und der won Nürmberg wegen hat 
fich herr Anthoni, bifchove zu Bamberg, ver auf dem vorgemelten tag 

30 zu Bamberg der verhörer einer was, irer bürger, heuſer und babe, leut 
und gut in ber ftat zu Bamberg und auf dem land, die einer merdlichen 
ſum gelcz wert fein, vor und ee dann er in fein veintbrieff zugejant hat, - 


1. ‘die zu — warn’ fehlt a. _2. dornach meinten R.Bu.C. 3. gutlifeit 22. 8. ber under 
var R. a. xltaufent (2. 9. ſchaden außrichten R.C. 11. ver marg. begert R. C_ 
13. ſolch recht R. a. ſolichs rechten C?. 14. "und von — wegen’ fehlt B. 18. von dem ta 4 
von dannen on encz B. ieverm. von bannen on eng von dannen 3?. von bannen von der — 
tag on enz (entet (2) R. C. ungeend A®. 21. feinen bruder 42. 42. R. Bu.l. feinem brur_ mr 
ver R.a. 22. einigungen 4°. von feiner’ alle außer A. R. a. Die Codd. haben : ein — 
gung und bot in recht von feiner”. 25. ver rechten (2. vor fein R. A. vor feiner R 

32. fum guez R. B. 


Kriegäbericht 1449. 143 


unterwunden und in fein gewalt nemen laßen. er bat darnach ben von 
Nürmberg fein veintbriff zugefant, darin er des genanten marggraff Al⸗ 
brechten helfer ward, und hat die etlich tag vor gefant, ee daz marggraff 
Albrecht in fein veintbrieff zufant!. 

5 Auch hat der vorgemelt fürft marggraff Albrecht vor feiner beiva- 
rung, die er in tet, ftatlich beivorben, ein felt nit vil meil? von ir ftat 
gemacht, aljo daz er fie mit vil fürften, grafen, herren, rittern und Inech- 
ten und anbern, Die von Nürmberg und ven herrn von Haideck wider got 
und wider recht unervolgt und unerlangt aller rechten überzogen, ſwerlich 

10 beſchedigt, ftet, jloß, merdt, vorfer verprant, eingenomen, new ungewon⸗ 
lich uncriftenlich ding begangen, firchen und gotzheuſer auch verprennen 
laßen, ver von Nürmberg und des herrn von Heide und andern ven 
iven leuten zu unpillichen eiven und gelübven im erbshuldung zu ton ge- 
nötigt und ander grob ungepürlich fach geton. . 


15 8Bli. 128°] Zienach flen befchriben, die gen Hürmberg entfagt haben?. 


Herr Albrecht, marggraff zu Brandenburg und burgfgraff zu 
Nürmberg. 
Herr Fridrich der elter, marggraff zu Brandenburg, des heiligen 
roͤmiſchen reichs erczfamerer und burggraff zu Nürmberg. 
20 Herr Johanns und herr Fridrich der jünger, marggraffen ze Bran- 
. denburg und burggraffen zu Nürmberg. 


5. vor feiner weg wargnung (2. 6. die erim (%. fletlih 3. C. fletigelih C*. mit 
vier meil C?. 7. mit etwe furften 3. etwe vil furften 22. C. 8. und’ nur R. a. ie 
von N. — Haideck' if Arpofition zum vorhergehenden “fie. 9. unverfolgt B. R. C. 
unervolt a. unverlangt R. Bu. C. 10. new' fehlt 3%. 11. *und’ nurin B2. R. a. 
13. der iren R.a. unpill. enden 42. endten 4°. in erbſchuldung A. 42. A%. C?, erb⸗ 
ſchuldunge 4°. erbhuldung' die übrigen; iim' nur R.a. 15. In R. Bu. C lautet vie 
Einleitung zu dem Abfageverzeichnifie: “Item als der vorgefchriben tag zu ſant Weiez tag 
nu vergangen waß und der marggraff wie flat zu Aturemberg pen ſolchem recht pieten nit 
bleiben wolt laffen, als vor geſchriben flet, und ie gewalt treiben (laſſen — treiben’ fehlt 
D), da rait german von Bamberg cm eng heim. vo fammet fi) marggraff Albrecht mit 
altem feinem vold an ver Eyfch pei Lonerftat‘, und do ſelbſt fomen zu im ein teyl feiner 
helffer, als van do hernach gefchriben flet, vie ver flat auch von des marggrafen. wegen 
entfagt Haben‘. (Vgl. ven Abfag nach dem Berzeichniffe.) Die Abweichungen des Fleinen 
Abfageverzeichnifles in R. 2 find hier nicht berüdjichtigt; vergl. über dieſes die Beilage II. 
21. Die Berbinpungsftriche in ven Hff. bei mehreren Namen, venen die gleiche Appofition 
zufommt, werden hier durch und’ wienergegeben. 


%, Bgl. oben S. 129 u. 130. bei Höchſtadt im Aiſchgruude; |. Brief- 
2, Nur etwa zwei Meilen entfernt, buch  eilene I 


144 


V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Herr Erid, Wartisslaff und her Barnyng, alle herczogen zu Stetin 
und Pommern und fürften zu Rügen!. 

Herr Heinrich, herezog zu Meggelburg und fürjt zu Wenven. 

Herr Deinrih, herr Fridrich und herr Wilhalm, herczogen zu 


5 Brawnſweigk und zu Lünenburg. 


Herr Ulrich, grafe zu Zyle, zu Ortenburg und in dem Seger, pan 


in windifchen landen?. 


Herr Johanns, herczog zu Lymbach und grafe zu der Eyſeneyn⸗ 


burg ®. | 


Herr Dietrich, ertbifchoff zu Meint. 
‚ Herr Anthony, bifchoff zu Bamberg. 
Herr Johanns, bifchof zu Eyſtet. 
Herr Ludwig, Iantgraff zu Helfen. . 
Herr Wilhalm, herczog zu Sachien, lantgraff zu Doringen und 


15 marggraff zu Meichien. 


[s1. 128°] Herr Iacob, herr Bernhart und herr Karl, marggraffen zu 
Baden und burggraffen zu Spanhaim*. | 
Herr Albrecht, herczog zu Defterreich, zu Steir und zu Kärenten. 
Herr Steffan und herr Otto, pfalezgraven bei Rein und herczogen 


20 in Bayern, 


Herr Fridrich, pfalczgrave bei Rein, herezog in Bahern und graff 


zu Spanheim. 


Herr Frivrih und herr Iohan, heregogen zu Lüttringen, gebrüber®. 


1. Warning a. Warningen a?. 


2. Rügern R. A. Ruger 4°. 


3. Wenvern R.A. 


6. Segerpan A*. indem Eegerspan (von fpäterer Hand darüber gefchrieben Segspan') a. 


in dem Seger van zu wind. a. 
nenburg a?. 14. Düringen 42. 4°. a. 


in den Segerpan u. in a. 


9. Eiffendburg a. a. Eyſe⸗ 


19. herczog R. A. 23. In A von fpäterer Hand 


. beigefegt: "Summa ter obgemelten furften find 27’; und fo nach jevem Abſchnitt bie 


Summe ver Aufgezählten gezogen. 


1. Erich ift der vertriebene ſeandina⸗ 
viſche Unionskönig. Alle drei, Erich, Wra- 
tislaw und Barnim, gehören der Wol- 
gafter Linie an. K. 

2. Ulrich Graf von Cilly und Za- 
gora (in Kroatien) hatte 1421 die Graf- 
haft Ortenburg in Kärnten geerbt. Seit 
1443 (Chmel, Reg. Frid. p. 151) war 
er gefürftet, daher er hier unter den Für- 
ften aufgeführt wird. Seinethalben ent- 
fagte der folgende „Herzog von Limbach“ 
und bie fpäter genannten Grafen von 
Frangipan, ber von St. Georg und Pö- 
fing und Graf Nikolaus von Blagay. 
Bgl. unten und Beil. IL — K. 


3. Ein ungariiher Magnat, Ober- 


gelpan des Eifenburger Comitats; vergl. 


chwandtner, Script. rer. Hung. T.I. 
no. 8: Nuptiae Matthiae regis etc. (a. 
1476) p. 519: “Tum igitur dux de 
Limbach missus a Regina’ und p. 525 
sq., wo berfelbe noch zwei Mal als dux 
Limpachius’ vorlommt. H. . 

4. Bernhard und Karl find die Söhne 
des Markgrafen Ialob. 

5. Söhne Anton's aus der jüngeren 
Linie von Baudeniont, welche Das Her⸗ 
ogthum Lothringen Rene von Anjou 
— * machte. K. 


Kriegsbericht 1449. 145 


Örafen. 


Ulrich, grave zu Wirtenberg. 

Phylipps, grave zu Kaczenelenpogen. 

Heinrich, grave zu Swargzburg, berre zu Arnftet und Sunvers- 
arıoien. 

Heinrich und Fridrich, graven und herren zu Hennenpergf. 

Lienhart, grafe zu Caſtel. 

Ludwig, grape zu Lewtenperg und grave zu Hals. 

Albrecht, grave zu Kirchperg, herr zu Kranchfelt". 
2129) Heinrich, burggrave zu Meyſſen, herr zu Plawen. 

Yohan, grave zu Ziegenheym. 

Otto Wallraben, grave zu Walde ?. 

Dietrich, grave zu Sehne. “ 

Jörg von Seine, grave zu Wittichftein und, herre au Hamburgf®. 

Ludwig von Yſenburg, grave zu Budingen. 

Sigmund, grave von Gleichen. 

Adolf, grave von Gleichen, herre zu Dona?. 

Emich [der] jung, grave ze Leyningen. 

Dernhart grave zu Leyningen. 

Johan, grave zu Naſſaw. | 

Sigmund, grave zu Hohenberg. 

Heinrich, grave zu Fürftenberg, lantgrave in Barr, herre zu Haw⸗ 
u und im Kinczigental. 

Conrat, grave zu Tübing, herre zu Lichtenegk. 

Wilhalm, grave zu Lutzelſtain und herre zu Geroltzegk am 1 Waffogs. 

Reinhart, grave zu Hana, der jung. 


2. Wirteberg A. 4. Schwargenburg a. 10. Plafen R. a. «. in 44 “Plawen' aus Pla: . 
fen’ corrig. 15. Eyſenburg 4°. 16. von Greichen 42. 4°. 20. ‘zu’ fehlt A. 22. zu 
Fürſten R.A. «. in Bayın R.a.u 23. Yingigental 42. 4°. 25. Wilhalm — Waſ⸗ 
fog’ fehlt 42. 4°. 


1. Albrecht, Burggraf (wie er | im 4. Im großen Ablagenerzeihni rich⸗ 
"Ofen Abſageverzeichniß — vgl. Beil. II. - tiger ‘herr zu Tonna’. Vgl. Beil 
> Heißt) von Kirchberg (in Thüringen), an 5. Die Grafen von Fügelftein waren 
EUches damals vorübergehend die Herr- am Ende des 14. Jahrh. nach dem Aus- 
da Kranichfeld gefallen war. Dal Hopf, Sterben Der alten Herren von Geroldscd 
Erreal. Atlas ©.309 u. 148 am Wafichin (d. i. am Wasgau, fo ge— 
2. Es find die beiden Grafen Otto nannt zum Unteifhieh von Hohenge- 
zo Walram „Dolrath) ) gemeint. Vgl. roldseck) in den Befit eines Theiles Diefer 
eu. l. II. — Herrſchaft gelaugt. Schoepflin, Alsat. 
eerg zu Sayn in Homburg (H.  illust. II, p. 214 u. 619. — K. 
RU Regierungsbezirt Köln), Graf zu Witt- 
genſtein. —K. 
Staͤdtechroniken. II. - 10 


146 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Johans, grave zu Solems. 
Albrecht, grave zu Sultz'. 
Johanns, grane zu Eberftain. 
Rudolf, grave zu Sulg. 
5 Ulrich, Conrat und Ludwig, graven zu Helffenftain. 
Wilhalm, grave zu Werdenberg und fant Gans?. 
Urih und Wilhelm, graven zu Ottingen. 
[Bi. 129°] Fridrich, grave zu Zweybruggen und herre zu Bitjch. 
Mert von Frangiban, grave zu Seng, Vegel und zu Modruſt 
0 : Sigmund und Doym von Frangiban, graven zu DBegel u 
Modruſch. 
Laßlaw, graye zu ſant Jörgen und zu Poſing. 
Nyclas, grave zu Plagoy. 
Fridrich, grave zu Helffenſtain. 


15 Sreien und berrn. 


Krafft und Albrecht, herren zu Hohenloch. 
Philipp und Conrat, Schenden von Erpach. 
Michel, Herman, Jörg, Sigmund und Hanns, herrn von © 
czenperg und von Sawnsheim. 
20 [130° p.] Wilhelm, herre zu Neichenftein. 
Eberhart von Eppenftein, berre zu Künigsftain. 
Caspar und Heinrich von Dhonen, herren zu Strupps. 
° Hanns, Frivehelm und Bot von Wefinburg, herren zu Sch 
borf. . 
25 Leuchter, herre zu Cottebuß. 
Otto und Otto, gebrüber, von Kittlig, herren zu Sprengberg 
Batt von Hilpury?, herre zu Sonewalde. 
Michel, herre zu Pickenpach. 
Pucdpid, herre zu Elenawt. 
9. Dogel a. Segel R. a. 10. BogelR.a. 12. Pofin#. A 19. Echwartzbu 
20. Der Schreiber hat nach Fol. 133 wieder mit 130 zu zählen angefangen, und, 
Irrthum auszugleichen, zur Foliozahl der erftern vier Blätter primo, zu ber dei 


vier secundo gefegt, mas wir bier durch p. und s. wiedergeben. 22. Sturpps 
23. Wefingburg R. a. Weſenburg a. 25. Rottebus 40. 27. Senewalde8 


29. Puppid a. 

1. Sollte “Albrecht? nicht ein Berje- 2. Graf zu Werbenberg und Sı 
ben ftatt Alwig' und der ältere Bruder 3. Bobo von Slebug. 
des gleich nachher genannten Grafen Ru- 4. Im großen Abfageverzeichn: 


dolf von Sulz gemeint fein? Bgl. Stä- Beil. IE): Pzibick (Pribik) von € 
lin, Wirt. Geh. III, 695. — K. K. 


10 


20 


Kriegsbericht 1449. 


147 


Jorziko von Conſta, herre zu Bodeprad'. 
Spendo, herre zu Sternberg, öberfter burggraff zu Prage. 


Jan Zagintag, berre zu Conſtat. 


Alſch und Peter, herren zu Sternberg. 
Ulrich von Eyczing, herre zu Eyczing. 


Gotfrid, herre zu Eppenftein. 


Heinrih, Johan und Frivrich, gebrüber, herren zu Pirmud? und 


ze Erenperg. 


L 


Fridrich Griffentlo, herre zu Ippelporn. 
Fridrich, herre zu Schönberg und zu Shren. 
f1s0° p.] Walther von Eppftein, herre von Prupperg*. 
Burckart Schend, herre zu Zuttenperg. 


Ludwig, herre zu Lichtenperg. 


Attel Hanns von Krendingen, frei. 
Mertein, Ruprecht und Iacob, herren zu Stauffen, freien. 


Jörg, herre zu Ochfenftein. 


Wilhalm, herre zu Vinftingen. 


Dietrich, fon, zu Reineck, berre zu Proyck und zu Thunpurg‘. 
Ott von Sliwen, lantvoit zu Luſitz, mit allen mannen des lan zu 


Luſitzd. 


Item ſo haben uns und unſern helfern ritter und knecht und der⸗ 
ſelben knechte und diener in einer zale bei 7000 entſagt, die dann alle mit 


namen benent und beſchriben ſind. 


1. Jerziko 42. 42. ‘zu’ fehlt 4. R. 4. «c. 4. Alch R. 4. m. 9. Griffenkla a. Grieffenkla 


aꝛ. Greiffenklo a. 
43. Tuppenberg a. a. Tappenberg ab. 
R. a. Vinſtragen 46. 


11. Prugperg AM. Prugkperg a. Purgpergk a2. 
14. Eytel R. a. 
23. Der Schluß des Verzeichniſſet in R. B Inutet: "Summa tota, 


12. Tutenperg 42. 
15. Steffen a?. 17. Winftragen 


die der flat zu Nuremberg abgefagt Haben, machen in einer ſum: xır (xxıı 32) furften, 
geiftlich und werutlich, xxxvırı graffen und dern, sırIvıCzıı ritter und Enecht und allerley. 


1. ®eorg von Kunftabt, Herr zu Po- 
debrad, der fpätere König von Böhmen. 
Eben jetzt hatte feine Macht in dieſem 
Lande fih zu entfalten begonnen. K. 

2. Pirmunt (in der untern Mofel- 
gegend). 

3. Walther von Eppenftein zu Breu- 
berg, des oben S. 146 genannten Eber- 
barb von Epp. zu Königftein jüngerer 
Bruder. Vergl. Hopf, genealog. Atlas 
S. 105. — K. 

4. Es iſt der Sohn des Burggra— 
ien Johann von Reined, Miterben von 


Zomburg. Bgl. Hopf, geneal. Atlas 
©. 332 u. 293. — K. 

5. Otto von Schlicffen war wohl von 
Dtavtgrafen Friederich von Brandenburg 
um Verweſer der Landvogtei beftellt wor: 
en. Wabrfcheinlich ift es derfelbe, ver 
am 27. Juni 1450 dem Kurfürſten won 
Sachſen, mit welchen ſich der Markgraf 
eben wegen der erſt kürzlich pfaudweiſe 
erworbenen Landvogtei der Xaufig im - 
Streite befand, einen Abſagebrief Ichrieb. 
Bgl. Riedel, cod. dipl. Brand. II, 4, 
436. — K. gl. Beil. U. . 

10* 


148 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Stette. 


Die ftat Bamberg, die ftat Vorcheym, die ſtat zu Kronach, die ſtat 
zu Liechtenfels, die ſtat zu Koburg, die ſtat zu Alttorf, die ſtat zu Begnit, 
die ſtat zu Eyſtet. 


5 [131° p.] Item als nun der vorgeſchriben tag zu fant Veit tag vergangen 5. Sun. 
was und bie fürften und herrn, die von Nürmberg und ander ftet an 
eng abgefchiven waren, do ſammet fich marggraff Albrecht ſtarck an ver 
Ayſch und nam ein alle vörfer, die die von Nürmberg vafelbft hetten, 
und herrnheuſer. und die bauren muften dem marggraven fiveren, daz 
10 fie im bie gült zu ewigen tagen raichen wolten; darauf fichert er die bau- 
ren und ließ fie unverbrant, welch pawern im aber nit fweren molten, 
ben prennet er ab, waz fie betten. 
Item am pfincztag nach unfer lieben frawen tag vifitacionis anno 3. Iuti. 
domini 1449 zugen die von Nürmberg aus mit etwe vil fußvolks und 
15 ain tail geraifigs zeugs nach eſſens für daz flo Malmspach!. darauf 
waren geweſt etwe vil gejellen, die waren alle davon geflohen, und man 
fant neur darauf Heinrich von Freiberg, ritter, ift nit wol weis, und ben 
alten Tandörffer; und funden vil ſpeis und weins darauf. alfo prant 
man daz ſloß aus und brach es gancz nider und fürten bie zwen gefangen 
20 gen Nürmberg. 
Item Erhart Schürftab was haubtman vor Malmspach. 
Item am freitag früe nach unfer frawen tag vifitacionis was ber 4. Iuli. 
marggraffe Albrecht mit andern fürften und mit vem ganczen heer von 
der Eyſche ber gegen ver ftat fomen biß gen Prud, und prennet vil dor- 
25 fer ab von Prud biß herein gen Puch”; auch brennet er Puch ab. und 
9. Item — berrnheufer: Item do ſich marggraff Albrecht alfo an der Eyſch (Aifch) mit et⸗ 
lichen feinen Helffern gefammet bet, do nam er ein alle dorffer, die die v. N. an der Eyſch 
betten und herrenheufer. R. Bu. C. Bergl. ven Anfang des Abfageverzeichniffes. 10. ewi⸗ 
gen zeitten (2. ewigen zeitten tagen a. richten molten B?. 13. am freitag A. R.a. a. 
In letzterer Hf. beginnt der Kriegsbericht erft mit viefem Abſatze, der überfchrieben ift: ‘ver 
erft zug’. 17. Freiburg AU. R. ao... *ift — weiß’ (weis «) fehlt ven R. a. C. = nicht 
recht bei Sinnen? 19. und zerbrafch 232. 21. "Item — Malmspach’ in A mit bläfferer 
Tinte nachgetragen und überhaupt nur in ver R. A vorhanden (fehlt 4%). 22. frew 3°. fro 


C. ‘tag’ fehlt R. A- 23. mit den furften und mit feinem ganczen her R.B. und an⸗ 
dern f. und herrn mit dem — R. C. 24. vor ber flat Ayſch «. 25. berhein 2. 


Am linken Ufer der Pegnit, zwei Stunde nörblid von Nürnberg. Das im 

Stunden von Nürnberg ge egen | Lauf. Folgenden genannte Newenhoff' ift das 

2. Brud liegt an der Kegnit unmei Dorf Neuhof unweit des Flüßchens 
Erlangen, Buch (vgl. oben ©. 15) eine Gründlad). 


⸗ 


Kriegsbericht 1449. 149 


ber marggraff beleib die nacht zu Pruck und bet vejjelben tags alle pörfer 
abprent zwifchen Pruck und Puch an Grindlach, daz warb nit verprant, 
aber Elterstorf und Fach und Crafftshoff und Newenboff ward auf ven 
tag als verprent. 

5 Item am ſamstag nach unfer lieben frawen tag vifitacionis zoch der 5. Iuti. 
marggraff mit feinem ganczen heer von Prud und prennet daz dorf auch 
ab, und zoch an die Swabach! gen Eſchenaw werk und verprent denjel- 
ben grunt an der Swabach und alfenthalben darumb, wo fie zugen, alles 
daz ab, daz den von Nürmberg zuftund, und prenten ab Kalckreut, Erm- 

2 © rent, Eſchenaw, mardt und floß, und Grefenberg, Heroltsperg und alfe 
güter der von Nürmberg biß gen Rückersdorf?. 

131? p.] Item am mittwoch vor Margretbe was der marggraff mit fei- ». Juli. 
nem heer fomen burch ven walt von dem Herolczperg biß gen dem Zigel- 
hoff und hielt mit feinem ganczen heer vorn in dem wald bei dem Zigel⸗ 

15 boff?, biß fein wagenburg und zeug hernach chomen, und ließ verprennen 
Erlaſtegen, Spittelboff, Schefhoff, Zigelhoff, Schoppershoff, Egelborf 
ein tail*. da waren der unfern gereifingen ain tail hinaus geriten, bie 
ſcharmützelten mit in und fingen ain geraifing gefellen, hieß ver Scharpf 

Heincz’. alfo do ver marggraff da gehalten hett, biß die vorgenanten dör- 

20 fer verprant waren und fein zeug bernach chomen was, do 30h er mit 

Dem gangen heer an den wald ab biß gen Fürt; do ſchoß man gar vaſt 

anıs der ftat gegen feinem here mit großen und clain püchfen. und die 

weil er alfo hin zoh do pranten die fein alle dörfer ab hinter ver feiten®: 


2. ‘an’, d.H. ohne. 5. am fontag Ar. a. funtage. 9. Krumrewt, (2. 12. vor Marg. 
frow B. frew 22. fro C. früe (2. "16. Megelvorf R. a. «. Megelsporf (2. 17. under 
gfellen ein teyl B. unfer gefiel 32. unfer gef. eins tails R. C. 19. alfo das ver (2. 
21. an dem AI.a.R. B. an ven w. hinab a?. 


1. Das unweit Gräfenberg entjprin- 
Sende Flüßchen dieſes Nameys, welches 
Bei Erlangen in die Regnit milndet. 

2. Heroldsberg liegt zwei Stunden 
ordöſtlich von Nürnberg, Rückersdorf 
Am rechten Ufer der Pegnitz unterhalb 

auf. 

3. Heute Ziegelftein, -am ſüdlichen 
Ende des Sebalder Reichswaldes. Schwer- 
Läch iſt die früher Ziegelhütte. genannte 
Serrnbütte, welche etwas näher gegen bie 
Stadt herein liegt, gemeint. Die meiften 
Der in der Umgegend Nürnberg’s genann- 
ten „Höfe“ find. im Viereck eigenthümlich 

ebaute and iuf auch mit waſſerge⸗ 


üllten Gräben) befeſtigte ſchloßähnliche 


Häuſer. Viele derſelben haben ſich noch 
bis heute im Weſentlichen unverändert 
erhalten. — K. 


4. Das noch öfter vorkommende Egel- 
dorf (Megeldorf in ven Hoſchr. R. au. «) 
ift Mögeldorf am linken Ufer der Pegnitz, 
2/, Stunden oberhalb Nürnberg ; die vor- 
ber genannten Höfe und Ortichaften lie- 
gen alle zwilchen Ziegelftein und dem 
rechten Pegnitzufer. 

5. Heinez Scharpff wird auch im 
großen Abfageverzeichniffe (B, ©. 7) 
genannt. _ 

6. d. i. hinter der Burg zu Nürn- 
berg, nordwärts von der Stadt. 





150 


Großreut, Clainreut, zu Tan, Loe!, Malmashoff, Snepfenreut, Höff- 
leins, Wetzendorf, Suygling?, und pleib fein dorf biß gen Fürt denn Bop- 
penreut. und der marggraff legert fich die nacht bei Fürt an daz wafler 
bei Tanpach?. 

‚tem am pfincztag vor Margrete frü zobe ver marggraff wider ge: 1.3 
gen der ftat biß gen ſant Linhart*, und brennet alle dorfer ab biß gen 
fant Linhart: Großreut, Clainreut, Höfen, Geberstorf, Sinterspühel, 
Sweinawe?. Ä 

Item auch prennet die ftat ven Goftenhoff ab®. 

Item am pfincztag veffelben tags zoch der marggraffe hinter fich 
gen Kaczwang', do beleib er über nacht. darnach verprant er Kurnburg, 
Wenteljtain, Rötenpach?, Feucht und waz die von Nürmberg darumb 
hetten. und darnach zoch der marggraff für Heided, die ftat, und lag 8 tag 
por der ftat; do ergab fich die jtat und e8 geſchahe nie fein fturm an bie 
ſtat, und fie hetten koſt und zeugs-genung, daz fie die ftat wol lang ge 
‚halten [132° p.) beiten. wes bie ſchuld was: die haubtleut befchuldigten 
bie bürger, dann vie fach warb nit frümclich gehandelt, fo beſchuldigten 
die bürger die haubtleut. 

tem darnach legt fich ver marggraff für daz floß Heide und lag 
auch bei 8 tagen davor, und daz ſloß warb auch mit teiding übergeben als 


V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


or 


— 
a 


2 


= 


1. zum Tannloe B. (getrennt gejchrieben, aber vurch einen rothen Strich verbunven.) zum 
Tann loe B?. Tenaloe C. Döneloe C?. ven Tan, die Love. 2. Sniffling C. 4. Tam⸗ 
pach B. (2. 5. frew 3? (und fo immer). 9. allen ab 4%. felberab R. Bu. C. (in B Zu: 
fag von fpäterer Sand: 'mitwochen do vor’). "ab? fehlt 42. 4%. 10. ‘am' fehle R. A. am 
jelben pfinkt. «. 11. Kürpurg A. 42. Kurpurg 43. 4%. Kornburd B?. Kornberg (*. 
12. va umb ligen hetten R. 3. (2. vorumb ligen ©. 16. behalten AM. C. 17. gaben ven 
purgern in der die ſchult 3. Freuntlichen geh. A?. 4°. freuntlich 3. frewndlich C?. frunt⸗ 
lich gehalten a. frumblich gehalten a?. frumcklich gehalten 4%. 18. fo gaben vie b. ven h. 
die ſchuld 3. R. C. daz fie die tat — haubtlent’ fehlt 2°. 





I. Tan' ift das heutige Thon, über 
Lohe vgl. S. 20, A. 1 dieſes Bandes. 
Das folgende “Malmashof tin Endres 
Tucher's Baumeiſterbuch 204, 11: Meil⸗ 
manshoff') iſt das gleich nordweſtlich von 


Lohe geisgene Alınoshof. 
. 2. 


chniegling am nördlichen Ufer 
ber Pegnitz — Nürnberg und Fürth. 

3. Dambach jenſeits der Regnitz am 
Fuße der Alten Veſte. 

4. Kirche und Siechenhaus im Süd— 
weſten Nürnberg's. 

5. Dieſe Dörfer, unter denen Groß— 
und Klein -Reut mit den früher genann- 
ten gleichnamigen Orten nördlich von 
Nürnberg nicht zu verwechſeln find, lie- 


gen alle rechts von der Regnitz und füb- 
lich der Pegnitz. 

6. Dan jcheint fich ſchwer dazu ent- 
ichloffen zu haben. Obwohl im Rathe am 
8. Zuli j don angeordnet, muß der Befehl 
am folgenden Tage wiederholt werben. 
Rathsmanuale von 1449. Fasc. 6. Bl. 
23«, 24b, 


ni 


7. Er zog der Regnitz entlang auf- — 
wärts, an beren rechtem Ufer Katzwang = 


liegt. 


8. Das hier genannte Rötenbach ume 


Unterſchiede von 


en vielen anderen gleich⸗ 


namigen Orten auch Rötenbach bei St. — 


Wolfgang geheißen) liegt an der Schwar- — 


zach zwiichen MWenbelftein und Feucht. 





Kriegebericht 1449. 151 


die ftat, alſo daz auch Fein fturm da gefchabe; fo betten fie auch kein man- 
gel im ſloß weder an leuten noch an koſt noch an zeug‘. 


In der zeit pranten des marggraffen leut allenthulben umb fich ver 
von Nürmberg güter, waz fie erreichen mochten. 


Item in der zeit zugen zu Nürmberg aus etlich fußgengel gen Tann?, 


und brochten ein großen raub von vihe herein. 


Auch zugen etlich fußgengel bie aus gen Frawnaurach und brochten 


aud) ein großen raub herein. 


Auch zugen etlich fußgengel hie aus und branten das Dorf zu Amers⸗ 


= 


torf? aus und füft etliche pörfer und geiwunnen ven kirchoff zu Amers- 


torf und brochten gar ein großen raub von plünvern und allerlei hausrot 


und vil vihs. 


Item darnach zugen hie aus etlich fußvolck und ein tail geraiſigs 
zeugs und branten den markt am maiften zu Erlang aus und brochten 


Di 


ein groflen raub. 


1. und gefchach nye Fein fl. voran B. und detten nie E. fl. toran B®. 

gen Tham 2. 
10. Emersvorff O2. 

kirchoff — brochten' fehlt 2. 
15. vaub gen Nuremberg R. B. €. 


ſchrift: Nürmberger. 
— raub herein’ fehlt R. a. a. 
Amerst.’ fehlt R. a. «. 
das meifttheyll an d. m. (2. 


1. Der Herr von Heideck war nicht 
jelbft auf feinem reich8lehnbaren (vgl. 
Reg. boic. 1424. Feb. 14) Schloffe. Die 
Beſehlshaber der Nirnbergiihen Befa- 
bung in demfelben waren Konrad Frid- 
berßhofer (auch Fridprechtshofer) und Ul⸗ 
rich Krag. Am 16. Juli wurden ſie vom 
Rathe ermahnt, ſo tapfer auszuhalten, 
wie bisher; wenige Tage ſpäter, am 18. 
Juli, forderte je er Rath auf, gegen ven 
Ungehorfam ihrer Untergebeuen auf das 
ftrengfte einzujchreiten und ihnen zu dro⸗ 
ben, daß, im falle fie teiberfpenftig wãä⸗ 
ren, ihre Weiber und Kinder aus der 
Stadt gejagt werden würden. Am näm⸗ 
lichen Tage erließ der Rath an die „ ge- 
ſchworenen Schützen“ zu Heibed eine 


böchft energiſche Aniprache in biejem | 


Sinne. Brib. Nr. 20. Bl. 101b— 102%. 
— Bon dem Falle Heided’s machte der 
Rath am 29. Juli Erhard Schürftab, 
ber auswärts commanbdirte, Anzeige, a. a. 
D. Bl. 116. Der Markgraf felbft litt 
im Felde vor Heided Mangel. Ex jchreibt 
am 14. Juli an Martin von Eyb und 
begehrt jwd Wagen mit ‘prennel’, zwei 
mit "arbays und etlich pachen flaiſch', 


‘ 


5. In 0 die Ueber: 
6. von — herein’ fehlt 2°. 8. Auch zugen 
gewunden 2. 11. aus und — 
14. daß maftal an vem mardt C. 


Dinge, deren er ‘groß notturfftig’ ift, und 
am Tage darauf reiht er nach Brot, da 
bie angekommenen Borräthe zum großen 
Theil verdorben und verſchimmelt feien. 
(Briefe des Markgrafen, Orig. im Fasc. 
377 des Bamb. Arch. Nr. 45.46.) Aber 
troßdem ruhten feine Pläne nicht. Am 
25. Juli fohreibt er an Eyb und Gerlad) 
von Eberftein: “obald wir hie fertig wer- 
den, wellen wir “ Lichtenaw zu ezichen 
und furber uff die ſtete Rotemburg, Nord⸗ 
fingen, Dindelfpuhel und Hall, ung zu 
underftcen, ob wir uns ir hohmuts ein 
wenig erholen mugen’. (Nr. 47). — Bgl. 
Eifh. Art in Quell. u. Erört. II, 162 f. 
2. Tann', nicht zu verwechſeln mit 
bem oben genannten ‘Tan’ (= Thon), 
muß in ber Gegend von Altdorf gefucht 
werben, wo nabe bei einander die Orte 
Altentbann und Burgthann liegen. Letz⸗ 
tere8 war jeit langem burggräflich, und 
if wie fih aus ber Erwähnung bes 
chloſſes in fpätern Tertesſtellen ergiebt, 
bier vorzugsweiſe gemeint. 
3. Ammerndorf an ber Bibert, einem 
weftlichen Nebenfluffe ver Regnitz, ſüdlich 
von Kabolzburg. 


152 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Darnach rieten bie aus bei 100 pferden und brenten etliche dorfer 
ab umb Farnbach und Veitzbrunn!, und brochten ein großen raub von 
fihe herein. 

Item darnach rait her Reuß von Blawen, ver von Nürmberg haubt- 

s man, hie aus mit 150 geraifigen pferden an die Sebach? und brant gar 
bil dörfer ab. auch prant er daz floß zu der Newenburg aus und brant 
daz floß zu Weilfendorf aus und brocht ain großen raub von vihe. 

[132° p.) Item varnach hetten die von Nürmberg ain anflag und chomen 
für die ftat Czenn? mit etwe vil fußvolcks und ein tail geraifigs zeugs. 

10 aber fie konten nich da ſchicken auf Die zeit, wann ber marggraff bett vil 
geraifigs zeugs im feld; die ſcharmützelten mit ven unfern und fingen ben 
Fritz Zintner und fuft auch drei geraifig ver unfern, alfo daz fie an ent 
herhaim zugen. 

In der zeit prenten die von Nürmberg gar vil mül auf dem lant 

15 ab, wo fie mochten. | 

Item an ſant Maria Magdalena abent zu nacht zugen hie aus bei!— 
300 fußgengel, und an irm tag früe brenten fie ab daz dorf unter vem?2 - 
Hilpoltitain* und daz dorf bei Duesprunn und etliche dörfer und mül, 
und brachten ein groffen raub von füe, ros und fchaffen, bei 1150 haubt 

20 vihs. 

Und auf venfelben tag brenten auch die unjern geraifigen ab daz 
borf Kerspach unter Ofternohe? und füft andre börfer. 

‚tem an vemjelben fant Maria Magdalena tag zu nacht zugen zu2 = 


1. rieten vie von Nuremberg auß mit hundert pf. R. 2. C. 4. von Blawen’ fehlt 2. 
5. an bie Swabach B2. Swowach C. Schwabach C?. Soebach a. 7. von v. gen Nurem: 
berg R. 2B.C. 9. Czwenn A?. Czwein 4°. 10. nich daz A. da' fehlt 42. 11. mit 
ven underen C. 12. ver unver B. ver unvern 22. C. mit im ver nnfern (?. das die 
unfern ungebeuttet C?. herein zugen 42. 4°. 17. fußgengel mit armpruften,, puchien 
'und fpiefien R. B.C. frew 43. 32. 18. Düesprunn A?. 4°. Duelsprun 4%. Deus: 
prun R.2.C. 21. prenten (perenten B) anver ver von Nuremb. gereifig R. 2. C. 
22. Oſternoch 43. Ofternoe 3. C?. Ofterno 2°. | 


1. Burgfarnbach und Unterfarnbah im ber bayerifchen Oberpfalz gelegenen 
liegen nicht weit von einander am Flüß- Städtchen gleihen Namens nicht zu ver- 
Fig Farnbach, das unterhalb Fürth von wechſeln, liegt auf dem „Gebirg“ zwiſchen 

eften her in die Regnitz fließt, das Dorf Gräfenberg und Begenftein. Das fol- 
Beitsbronn von den genannten Orten gende Duesprunn' ift Thuisbrunn, nörd- 
nordweftlich im Thale der Zenn. lid von Gräfenberg; vgl. dazu Bd. I, 

2. Meftliches Nebenflüßchen der Neg- 43, 18 u. 157,4. 
nit, das oberhalb Baiersborf in diſe 5. Kerichbah am Fuße des Roten- 
mündet. Zum folgenden Neuenburg vgl. bergs, eine Stunde ſüdlich von Ofter- 
Bd. 1, ©. 158. nohe, zu unterfcheiden von dem gleidp 

3. Langenzenn. unten erwähnten Kerſchbach ſüdlich von 

4. Dieſes Hilpoltſtein, mit dem Forchheim. 


Kriegsbericht 1149. . 153 


Nürmberg aus bei 200 fußgengel und brenten am nechiten tag darnach 
ab daz dorf Pirpaum', daz ber Hanfen vom Wolffſtain was, und brach⸗ 
ten ain großen raub von plündern und bei 250 haubt vichs, eitel küe und 
pferd. 
5 stem an ſant Jacobs tag zu abent zugen hie aus bei 300 geraifiger 35. Auı. 
gefellen auf daz pirg und prenten da etliche dörfer; auch brenten fie ab 
bie dörfer Kerspach beit Vorcheim und Senvelbach?. 
stem am eritag friie nach Jacobi zoch man hie aus mit eim tatl29. Jul. 
geraifigs zeugs und mit fußvold und mit püchjen für daz floß Schön- 
10 berg?. vo kant man venfelben tag nicht ſchicken und man muft mer volds . 
zu roſs und zu fußen hinnach ſchicken und domit ein große püchfen, und 
man muft über nacht außen beleiben. alfo warb ver haubtman [133* p.] 
in Dem floß, genant Hittebed, mit einer püchfen gefchoßen, daz im bie 
bleifugel in vem kopf belaib; alfo ergab er daz floß in ver nacht, und 
15 marı brennet daz ſloß aus und warf daz gemeur berniber. 


In der zeit was dem marggraffen botfchaft chomen gen Haideck, 
warn er mit feinem here dennoch do lag, wie die Nürmberger zu Schön- 
berg legen vor dem floß. alſo brach ver marggraff vor Haideck anf mit 
aller feiner macht am mittwoch nach Jacobi und zoch her gen Nürmberg 30. Au. 
und wolt daz floß zu Schönberg gerett haben. und do er verſtund, daz 
eß gewunnen was und die von Nürmberg wiver heim warn, do zoch er 
mit feinem here durch ven walt gegen der ftat her und hielt mit feinem 
geraiſigen zeug vorn in dem wald auf ver ploßen Tauben bei dem Lichten- 
hofft, und fie torften nit baß her gegen ber ftat vor ven püchfen aus der 
tat, und fie triben etfich küe Hin vorn am wald. und alfo rant unfer 


1. fußgengel mit armpruften, puchfen, fpiefien R. B.C. 7. Kersp. und Send. bei Vor⸗ 
heim R. a. prenten va — Sendelbach: prenten etliche vorffer ab Sendelbach und andre 
vorffer und prenten Kerspach bey Forchem ab und zugen her wiver heym R. 3. C. 8. mit 
ain A. mit ein B. 10. Schunberg ©. kont man A. B. kunt man R. C. a. «. "und mit 
püchfen — kant’ fehlt 32. 11. hinauz ſchicken R.B.C. 13. Hütebed 42. Hittenpeck B. 
Sitenpef B2. C. Hindenweck C*. - 16. In @ vie Ueberfchrift: Marckgraffiſch'. 
18. Schonburg A*. vor Schonberck B. Schunenberg €. 21. gewonden B. 23. auf der 
plojen C. auf ver bleffe C?. (lauben' fehlt beiven Hff.) 24. vorfften (2. a. 25. alfo 
retten der von N. ſoldner hinauß C?. . 


ß 1. Pyrbaum, von Nürnberg ſüdöſt⸗ 3. Die auch im J. 1388 von den 
ih, ein paar Stunden weitlidf von Neu- Nürnbergern eingenommene Beite, am 
martt gelegen. Fuße des Moritberges ſüdlich von Lauf 

2, Das bier genannte Sendelbadh, gelegen. 
AU einer fpätern Stelle auch ſchon mit der 4. An einer Lichtung des Waldes bei 


heutigen Benennung Langenſendelbach Lichtenhof (eine Viertelſtunde ſüdlich von 
an geführt, Liegt unweit Baiersdorf. der Stadt). Vgl. Bd. I, S. 76. — K. 


* 





15 


154 


. V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


raifiger zeug hinaus und vil püchjenfchügen zu fußen und ſchußen ſich 
mit in und werten in auf den tag, daz fie nit herzu torften, wann fie 
wolten die dörfer vor Frawentor verprant haben, und warb auf ven tag 
nichg verbrant dann ein ftadel zum Weyrhaus!. aljo warb dem marg- 
s grafen auf ven tag von den püchjenfchügen vil geraifige volcks und pferb 
erichoßen, die man auf wagen fürt aljo tod; und vil pferd fant man des 
morgens in dem wald tot Ligen, die erfchoßen warn, und auch geraifig tot 
leut. auch ward des marggrafen biner einer gefangen von Augspurg, 
genant Hangenor?. auch wurden unfer püchfenichiigen auf ven tag bei 
10 5 erftochen, die fich verloffen hetten. alſo zoch der marggraffe im wald 
wider hinter gen Kurnburg und Katzwang und begruben vafelbft ir toten, 
» die in bie ſcheden heiten genomen, und legten 18 toten in ein gruben und 
hetten ir ſüſt auch vil in ein grab gelegt. alſo lag er da über nacht. 
Und Erhart Schürftab ift haubtman geweft vor Schönberg. 


Item am pfineztag früe nach Jacobi zoch er mit allem feinem hete 31. Jul. 


an der Rednitz von Katzwang gen dem Altenberg? zu und verprent bo 


8. des margg. gereifig (geraifiger) einer gef. R. B. C. 


9. Hanns Hangenor 42. Hagenor 


4’. der mas ein Hangenor (Hangemor C. Hangener C?. Hanenor B?.) von Augsp. R. B. C. 


unfern A. 


10. die zu fer (fern 3°.) Hin auz geloffen warn R. 2. C. 
men: die vor Nuremb. erfchoffen waren R. B. ©. 


12. die in —- geno= 
13. alfo — nat: alfo lag der marg> 


graff mit allem feinem here do felbft uber nacht (zu Katzwang 22.) an der (umb ver 2.) mit⸗ 


wochen zu nacht R. 2. C. 


14. und Erh. — Schönberg’ nur in A. 42. AP. — In 4 mit 


bläfierer Tinte nachgetragen wie oben S. 148. 


I. Wie eine Bergleihung mit ſpä— 
teren Stellen zeigt, ohne Zweifel Das 
nod) lange Weyherhaus' genannte Hal- 
lerihlößchen, Hftlich von Lichtenhof. An- 
dere Weiherhäuſer, die in der Nähe 
lagen, führt (Bundſchuh) Leric. v. Frank. 
VL, ©. 210 u. 211 auf. X. 

2. Wilhelm Hangenor, ein Sohn des 
Augsburger Bürgermeifters und Städte- 
hauptmanns Stephan Hangenor. Die 
fünf Stäbteboten, welche zu Ulm 
melt find, verwenden fich für feine Frei- 
laffung, worauf ihnen der Rath am 7. 
December antwortet: obwohl der Marf- 
graf Albrecht die gefangenen Nürnberger 
ſehr ſchlecht behandle, babe man doch den 
jungen Hangenor nicht in den Thurm 
gelegt, ſondern in ſeiner Herberge gelaſ⸗ 
ſen, bis er eines Tages, als einige Nürn- 
berger verwundet worden waren, dieſe 
von ſeinem Fenſter aus verhöhnte. Da 
wurde er auf zwei Tage in den Charm 
gefperrt, aber darauf, feinem Vater zu 
Liebe, wieder in feine Herberge entlaffen. 


4 


Die Städteboten würden einſehen, daß 
eine andere Behandlung unzuläffiy fet. 
Brfb. Nr. 20.91.2575. — Seine Gefan- 
gennahme wird in bem Getang nenbuch 
(im Nürnb. Arch. Nr. 254. I. Bl. 7a 
alfo erzählt: “Der nachgefchriben ift 
geanttiwort worden von Erhart Streden- 
part, herrn Pauls Gruntherrn knecht am 
mittwoch vor vincula Petri (30. Juli) 
anno ut f., an bemjelben tag waren bie 
feynd vor der flat Nürmberg mit großer 
macht, als fie von Haydeck abzugen, bo 
ward der gefangen am ſcharmützel, gab 
man 1 fohgulden. — Wilhelm Hangenör, 
eins burgers ſun Des rats zu Augfpurg, 
Die zeit marggraff Albrecht kamrer eyner, 
eier ward tag gegeben mit andern geray- 
igen’. 
3. So heißt heute nur mehr ein jüb- 
lich von der Alten Befte (f. oben ©. 150, 
A. 3) an der Bibert gelegener Weiler, 
früher bie genannte Befte jjelbft; vgl. 
Bd. I, 43, 10. — K. 











Kriegsbericht 1449. 155 


etlich hoffitet, vie vor bejtanden waren. aber fie wolten fich deſſelben 
tag8 ber jtat nit nehen, wann man bet ins. des tags vor mit den püchjen 
erboten, als vor gefchriben ftet, daz fie nit lüftig warn. er. 133° p.] und 
er hielt mit feinem geraifigen zeug ob der Rednitz nahent den ganczen 
;tag, biß jein wagen und fußvold hernach chomen, und legerte fich va auf - 
ber wiſen enhalb der Rednitz am weidach bei dem Altenperg. 
stem am freitag in die vincula Betri lag er mit feinem here an ı. Aus. 
der ſelben jtat und warn ftill und triben fein gerait gegen der ftat, dann 
waz er armen leuten tet ſcheden mit fütrung. und daſelbſt zoch der Iunt- 
10 grave von Heſſen von im gen Bairstorf und zoch wider haimwartz. | 
Item am famstag nach vincula Petri zohe er hinter fich, und zoch 2. Aug. 
für vLichtenawe! am funtag darnach und lag davor und tet groß ſchißen 
hinein und ſchoß alle-wer ab am floß. aljo traffen die im floß ein teiding | 
mit im am freitag vor Laurenti, daz es in frid ſölt ften biß auf den mitt- 8. Aug. 
1: woch nach Laurenti: rettet man daz floß in der zeit nit, fo folt daz ſloßis. Aug. 
verlorn fein. . aljo was daz floß ungerett und ward verloren, wann der 
marggraff mit aller feiner macht do lag. 


Item am juntag nach vincula Betri des nachg zugen hie aus bei 3. Ang. 
80 fußgengel und hetten 10 wagen und zugen in ein dorf, heiſt Lerſteten, 
»ligt enhalb Kurnburg, und pranten daz dorf aus und nomen, waz ſie gutz 


2. ims 42. 43. des nechfien tage R. 3. C. 3. nit mer luſtig R. B. C. 6. Alteny. 
an ver Rednitz do bliben fie die nacht R. B. C. 7. lag der marggraff R. 2. €. 9. auf 
ver futrung mit abfneivden, waz fern hin vann waz R. B. u. C. dan das fie abjchniven, was 
vor in van flund C?. 11. czoh der marggraff wider hinter ih R. B. u. C. 14. freutag C. 
15. die mitwodh 4%. 18. am freytag A. R.a. a. (in a? durchſtrichen und 'fontag’ dar: 
über gefchrieben.) am fambstag C?.. In «a die Heberfchrift: Nürmberger. 


„1. Dort befehligten: Jungel Doß, binfur zu bebelltuuß veffelben ſloß tun, 
Diltprand Redwitzer, Fritz Zenger, Conz alls ftrenngen, frumen Inten zu ftet und 
erngibel und Ulrich Weiß. Am 6. Au- ewer keck unerichrofen menlicheit erjchei- 

guſt jhreibt ihnen der Rath, er babe er- nen laflen, uf Das, das es mit dem ge- 
fahren, daß fie fih hielten als “rum bi- nanten floß nicht ergee, als e8 mit floß 
deriute und ſetzt auch fürder feinen Zwei- und ftat Heideck fo gar on all not ergan- 

ſel in fie. ‘So ziehen uns auch’ — fährt gen if’. — Am pämlichen Tage werben 

der Brief fort — ‘dic reichktette mit gar Die Schlügen zu Lichtenau gemabnt, ihren 

einem guten zeuge zu, bie dann nicht ver- SHauptleuten willig und gehorſam zur fein 

ter von euch vaſt heren und prennen; jo und fich zu halten, wie es frommen Ge— 

wollen auch wir nicht veyrn und haben ſellen zufteht, “uf das, das an euch nicht 

auch wege vorhannden, damit wir das erſcheyn enych unreblicheit, all dann an 

mit der hillff gotte® wegig machen“ etlichen andern zu Heybed erſchynen iſt'. 

und von ſtak pringen wollen. barumb Briefbuch Nr.20. Bi. 1236, 1256, 126%, 

* wöllet euch halten amd tun, als ked, Warum kein Entſatz kam, ſcheint ber 
ä ſrenng biderlut’. — Am 9. Auguſt wird Schluß des Abſatzes im Texte: ‘war... 
> Mt bisheriges Verhalten belobt und die ag’ zır erflären. Vgl. Eikh. Arktin Quell. 
Mahnung beigefügt: “ir wollet auch u. Erört. II, 163, u. oben S. 130. Nr. 1. 





156 ° V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


in dem Firchoff funden, und prachten ein großen vaub!. und auf-piefel- 
ben zeit pranten ander unfer fußgengel etliche pörfer ab bei ven Kamer⸗ 
ſtain. 
Item am montag nach vincula Petri des abentz zugen hie aus vil 4. Ausg. 
5 fußgengel mit püchfen und wagen und bei 70 geraifigen pferden, und am 
eritag früe gewunnen fie daz floß zu ver Püeg? mit fturm, daz des Goß- 
mans was, und prenten daz aus?. 
[130° s.] Item am eritag nach vincula Petri des abeng riten hie aus bei 450 5. Aus. 
geraifiger und riten daz pirg auf und am mittwoch früe erjtigen fie Die 6. Aus. 
10 Stat Begnig und pranten die aus, und alle die hab, die in ber ftat wag, 
verpran; wann fie nit wagen hetten, daz fie die hab gefürt hetten. und 
namen daz vihe daſelbſt, und die von Begnitz bürgten daz vihe wider aus 
umb 200 gulden. auch verpranten fie alle. dörfer umb Begnig ber ab 
wo fie riten. auch verprenten fie auf denſelben tag den mardt Perzen- 
15 ftain und chomen wider am mitwoch. 
Item am felben mitwoch_zugen zu Nürmberg aus bei 130 wagen 
und vil fußvolds und 100 geraifige pferd und chomen für Cabolezburg 
und pranten vil dörfer dafelbft umb ab und vil mül, und prachten deſ— 
jelben tags ein großen raub von küen, pferven, fchafen und getraid, daz 
20 fie beffer hetten an ver beut dann 700 gülven wert *. 
Item am freitag vor Laurenti zu mittag riten hie zu Nürmberg s. Aus. 
aus wol bei achtzig geraifig gefellen und namen einen großen raub füe 
vor Tarın und brachten Tie veffelben tags herein. | 
In dem riten etlich unferr geraifigen hie aus und ftraiften auf der 
25 ftroß; vesgleichen teten die marggraffiichen von PBairstorf, und komen 


2. zeit — etlihe: — zeit warn etlich fußgengel auß geloffen die pranten etlihe — R. B. C. 
5. mit puchſ. und armpruften und bei 2. "mit püchfen — pferden’ fehlt 22. 6. Püg 
42. a. Pug' (Bug) vie übrigen außer A 8. Ina durchaus die Form erchtag', in C? 
erihtag”. _ vincula' fehlt R. A. vesabent A. 9. geraifig A. gereifige pferd R.Z. 
u. C. und czugen das pirgauf R. 3. C. vaspirg hinauf R.a. 11. die hab mitin R. 
B. C. 12. porgten At. R.a. 14. umb Pegnig und von Pegnig herab Bu. R. C. alle 
vd. dorumb 32. 14. ein teil den mardt R. B. C. 15. Penczenftein 2. am mitm. gen 
Nuremb. R. 2. C. 16. mitw. nach vincula Petri nach mittag R. B. C. 17. und bey 100 
R. B. C. 19. vesfelben nachts R. B.C. getraid und allerley R. B. u. C. getr. und alles 
e. 21. vor mittag R. a. 25. dez felben geleichen ftraifften vez marggraffen gefellen von 
Peyerstorff auh Zu. R. C. 


I. Sri Rilmelein war Hauptmann; © 3. Hauptmann war, Fri Derrer, 
es wurden 6 Gefangene zur Stadt ge- "man machte 7 Gefangene. a. a. D. 
bracht. Gef.-Bud) I, Bl. 7b, 8a. Bl. 8,9. 

2. Bueg im Schwabachgrunde zwi- 4. Hauptmann war Nidel Grieß. 
ihen Eſchenau und Gräfenberg, von a. a. O. 31.9. 


Nürnberg norböftlic. 


- 





Kriegsbericht 1449. 157 


an einander und ftachen und bauten an einander. und ba fingen bie un- 

fern den Heinez von Kotzaw, ein Voitlender; jo fingen fie der unfern ein, 

ein Püchner, Heincz von Weirß genant. ‚ 

Item am freitag vor Laurenti riten bie zu nacht aus bei 200 gerai-8. Aug. 
s iger und pranten bei dem Regensperg! uncz gegen Vorcheim etliche dör⸗ 

fer ab. 

Item am ſamstag vor Laurenti zu mittag luffen hie bei 80 fußgen- 9. Aug. 
gel aus und ftürmten den Firchoff zu Püchenbach bei Pruc und namen 
groß traid heraus und allerlei, daz fie wol geladen prachten 9 wegen, 

und vihe und vil pawern ?. _ 

Stem am famstag vor Laurentit zu nacht zugen hie aus bei 80 fuß⸗ 9. Aug. 
gengel und brachten ein großen raub von blundern und küe und pfert, 
den hetten ſie genomen bei Münchaurach. 
ſisobs.) Item am ſuntag in die Laurency zu abent zugen hie aus bei 600 10. Aug. 

5 trabanten und zugen an vie Aisch bei 6 meilen von binnen, und brenten 
am montag vil dörfer und etlich herrenheufer herein gegen der ftat, und 11. Aus. 
brochten ein großen raub küe, fwein, fchaff und vil wagen mit allerlei ge- 
laden. alfo machten fich die von Vorcheim und Bairstorf und die Iant- 
haft an ver Aifch auf und eilten ven unfern nach biß gen Fach. alfo 

a jtelten fich die unfern zu wer und ſchußen in fie mit einer tarraßpüchfen 
MD mit clain püchjen und erjchußen etlich man und pferd, daz fie wider 
hinter ſich ruckten und fluhen, daz den unfern nie fain lait gefchahe, und 
chomen wol mit dem raub. 


tem al8 ver Frieg num gewert hett von unfer frawen tag vifitacio=2. Juri. 

mnis biß auf fant Lorenczen tag, daz was 5%, wochen, da het wir hie zu 10. Ang. 
Nürmberg dennoch nie kain hilf gehabt von den gemain reichſteten, die 
mit uns verpunten waren, und kam auch in der zeit nie niemant von iren 
wegen uns zu hilf dann die reichſtet, die bei uns im bunt waren, die 


1. die undern A. 4°. B. 2. H. von Kocze B. R. C. Katzaw 4%. 3. "Indem riten — ge⸗ 
nant' fehlt B2. 6. dorffer ab und komen am ſamstag (ſuntag 22) wider R. B. C. *ab’ fehlt 
4. 7. am freitag 32. 9. prachen A. daz fie wol geladen wegen prachten 42. 4°. daz fie 
wol gelaven mochten von wegen ( Nvon' aus vırıı entflanden ?) und vihe u. p. R. a. 4.. 
vırıı (xı 32%.) groſſ Taft wagen vol her prochten u. v. und v. gefangen pawern R. B. C. 
11. am funtag B?. 14. 600 fusgengel mit puchfen, armprojten, fpieffen- und zugen R. 2. 
uC. 16. berenheufel B. 19. ven undern R. A. B. 20. vie undern gegen in zu wer B. 
die undern gegen in B?. 22. ruckten' fehlt 4%. 4%. ven undern R. B. nyhe B. 24. mit 
d.r. ber heym B. R. C. und — raub’ fehlt 3%. 27. die pey ung im punt waren R. B. C. 


1. Burg und Dorf zwifchen Gräfen- mann, er erhielt als feinen Theil für die 
ng, und Forchheim. Ablieferung von 11 Gelangenen 11 Gul⸗ 
2, Hauptmann war Hans Fleiih- den. a. a. O. Bl. 


2 


zur 


=> 


a 


= 


158 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 
® 


ſchickten bei 500 geraifiger pferd gen Rotenburg und gen Dindelspühel. 
und verfelb zeug und die von Rotenburg und Dindelspühel die verbren- 
ten dem marggraffen und ven feinen gar vil und manig dorf und etliche 
berrenheufer ab umb Rotenburg und Waflertruhebing und umb Din- 
delspühel. auch verbrenten die von Windsheim dem marggraffen gar vil 
großer dörfer ab, die bei Winshaim gelegen waren, und ward auch bes 
marggraffen leuten gor vil raubs und vihs genomen von den borgenan- 
ten fteten. 

Nochdem und daz ergangen was, do ſchickten die reichftet etliche ge- 
raiſig pferd gen Weyſſenburg und anderswo, und bie chomen mit dem 
andern zeug ber gen Nürmberg, als hernach gefchriben ftet. und deſſel⸗ 
ben geraifigen zeugs was als bei 400 pferden, vie her chomen, und deſſel⸗ 


‚ben zeugs waren hanbtleut von aller jtet wegen ber Jörg von Gerolted, 


ritter, und Walther Ehinger von Ulem und Stephan Hangenor von 
Augspurg und Ieronimus Poppfinger von Nörlingen!. 


[131° 5.) Item am montag nach Yaurenti zugen hie aus am abent bei 40011. Aus. 


geraifiger und mit wagen und fußvolck und chomen gen dem Newenhoff 
bei Raterbach?, und auf den tag brenten fie den Newenhoff und füft bei 
18 dörfern ab vafelbft umb ‚gelegen und umb Czenn und Kadolczburg, 
und brochten ein großen raub von küen und pferden und fchafen bei 2000 
haubt vihs und vil gefangner pawern?. und auf denfelben zug chomen zu 
in bie fwebifchen ftet mit 400 pferven, als vor gefchriben ift; die waren 
deſſelben nacht von Rottenburg dahin geriten und hetten unter wegen 


1. viꝰ B. R. a. 2. "und derfelb — Dinckelsp.' fehlt A?. 5. umb D. waz fie mochten R. 
B. C. 6, gar und grofje 3. gar vil und vil groffe 32. 9. etlich reichftet AP. 13. ein rit- 
ter heyſt Her Iorg von Geralczeck R. B. Gerletzeck (2. 14. Walter Emger 32. 15. Ge 
rannimus C. Norpling 43. Nörling a. «. C. 17. ‘und’ fehlt R. a. und xx wagen mit 
fusvold und etlich wagen mit czewg und czugen gein dem N. — R. B. C. 19. Czenn' 
fehlt 3. “und umb — Kaboleyb.’ fehlt B2. 21. — zug do die unfern peu dem Newenhoff 
waren R. 2. C. 22. vie fweb. reichſtet R. 2. C. 


J 


1. Von ihrer Ernennung wird am 
25. Juli Niklas Muffel, der Geſandte 
Nürnberg's am königlichen Hofe, unter⸗ 
richtet. Es ſcheint faſt, als ob die Städte— 
hauptleute, nachdem ſie in Rotenburg 
angekommen waren, hätten strieg auf ei⸗ 
gene Rechnung führen wollen. Am jel- 
en Tage werden fie vom Nürnberger 
Rathe aufgefordert, fich fofort, ohne noch 
länger zu verziehen, in bie Stadt Nürn- 
berg zu verfügen. Brfb. Nr. 20.81.1096 
—I1le, 113% — Die Städte müffen 
überhaupt immer wieder von neuem zur 
Hilfeleiftung ermahnt werden, fo 3.8. 


Ulm, als nach dem Falle Heideck's Weij- 
jenburg bedroht ſchien. a. a. O. BI. 118. 

2. Neuhof am obern Taufe der Zen; 
die Dörfer Alt- und Neu - Katterbad) lic- 
gen Hftlich Davon. 

3. Die 12 Gefangenen, welche im 
Gefangenenbuch aufgeführt werden, be- 
zahlten 23 Gulden und blieben 35 Gul— 
den [a Davon erhielt der Herr Reuß 
von Blauen 7 Guld. 3 74, 18 du. und 
einen Anfprud von 28 Guld. 54 dr. auf 
die Forderung von 85 Guld. Gefmige- 
nenbuch U, Dt. 1b. 


Kriegsberiht11449. 159 
auch vil pörfer abprent. alſo zugen die unfern und die andern von Teich- 
teten herein am eritag nach Laurency. 12. Aug. 

Nochdem zugen teglich fußgengel hie aus und hrochten vil raub 
herein. 

5 stem an unfer frawen abent afjumpeionis do riten etlich geraifigsa. Aug.. 
gefellen bie aus gegen Lauff werk; alfo wurden fie gejagt von ven von 
Lerraff, und der unjern wurben 4 gefangen: ver waren 3 des von Blawen 
die ner, der vierd was burger, genant Gſwind. 

Item am funtag zu nacht nach affumpeionis Marie zoch ein großer 17. Aug. 

1 geraifiger zeug bie aus von ben unfern und ben fwebilchen fteten und 
pranten am montag früe ab den mardt Schnaitaich unter dem Roten- 
berg und füft etwe vil börfer daſelbſt umb gelegen, und chomen deſſelben 
tags wider. 

Item am mitwoch vor Bartholomei zoch ein großer gereifiger zeug 20. Aug. 

55 hie aus von den unſern und ven fwebifchen fteten und bei 200 trabanten 
‚und mit etlichen wagen, und pranten des andern tags früe daz borf Ha- 
berstorf! und raumten ven kirchoff und pranten umb ven Panhoff bei 

14- dörfern ab, und verpranten daz dorf Roßſtal unter dem berg gelegen, 
und brochten ein groflen raub von küen, pferben und fwein und vil wa⸗ 
gez mit allerlei wol geladen, und fomen wider am pfincztag ?. 21. Aug. 
Item am funtag an fant Bartelmestag zu mittag riten hie aus beizs. Aug. 
10 geraifiger und Iuffen mit in bei 50 trabanten und zugen für Swa— 
nach und namen vor ber ftat.mer ban 100 küe und chomen veffelben tags 
ider. 


2. alſo — Laurency: alſo czugen unſer lewt von Nuremberg und die reichſtet mit einander 
her gein Nuremberg am eritag noch Laur. 1449, und vorher waz niemant von den reichſteten 
hye geweſt B. R. C. alſo zugen ſy mit einander her gen N. und prochten ein groffen rawb 
B', 4. prochten rawb und fyh her R. B. nochdem — herein’ fehlt R. C. 7. von ven ge⸗ 
teifigen gefellen von Lauff 3. reifigen knechten C?. dez Rewſſen viner von Plawen 2. 
8. der vierb — Gſwind: und einer was (burger C.) hie hiefs ver Swind (Schwind C.) B. C. 
"Item an unfer — Gfwinv’ fehlt 3%. 9. am famdtag B. am montag C?. 10, ein grofl. 
czewg (zug C?.) gereifigs folcks R. B. C. 11. Schnaitach 42. 4%. 3°. Snaitach R. a. C. 
Sneittag B. 13. komen am montag B. R. C. "und homen — wider' fehlt 2°. 14. ge 
teifer A. 15. 200 fusfold R. 2. fußknecht R.C. 186. am pfincztag früe R. B. C. 
17. Pünhoff 4%. Punhoff 42. Ponhof R. B. 18. Roſtal R. B.C. 28. und namen v. 
d. ſtat' fehlt B. few 32, 24. "und chomen — wider' fehlt B2. — Der ganze Abfag fehlt 
(2. in «a fpäter am funtag nach f. B.⸗tag'. 


ie 1. Groß-Habersborf nördlich der Bi- tem Löjegeld, was zufammen 87 Gulden 

xt; der Banhof, heute Bonnhof, liegt in betrug und zum größten Theil baar er- 

Kuren jüdlichen Seitentbal deffelben Flüß- legt wurde. Reuß von Plauen erhielt 

bens gegen Heilsbronn. jedesmal ein Drittel der Summe. Ge— 
2, Dreizehn der Gefangenen bezahl- fangenenbuch II, Bl. 2 u. 3. 


160 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


[131° s.] Item am funtag an ſant Bartelmestag zu nacht zugen hie bei24. Aug. 
2000 trabanten und bei 40 geraifigen und mit etwe vil wagen aus, und 
am montag früe prenten fie enhalb ver Leinburg auf herczog Otten! bei 25- Aus. 
14 dörfer ab: zumEntenberg und zu Ofenhaufen und andre börfer?, und 

5 ftürmten ven Firchoff zu DOffenhaufen und gewunnen in mit gewalt und 
brachten ein großen raub herein, 57 wagen wol geladen mit allerlei gut, 
und brochten wol bet 300 haubt vihs, küe und pferd, und 40 gefangner 
pawern?. 

Item an demſelben ſuntag zu abent zugen hie aus die unſern und 

10 der ſwebiſchen ſtet geraiſiger zeug und hielten neben Bairstorf in einer 
hut und machten ein gerait und ließen etlich brennen bei Senvelbach auf 
daz, ob fich die .von Pairstorf heraus wolten laßen, daz die unfern gern 
binter fie chomen wern, warn marggraff Hanns auf die zeit. jelber zu 
Bairstorf was; aber niemant wolt fich heraus laßen, daz bie unfern am 

15 montag an eng ber heim riten. 

Und als fie wider chomen und chaum ein ſtund hie geweſt waren, 

do rait der von Plawen mit etlichen andern ver unſern für Swabach 
und namen mer dann 100 file daſelbſt und pranten die mül von Swa— 
bach ab und prachten etlich gefangen bawern von Swabach. 

20 Item am eritag nach Bartholomei Iuffen etlich trabanten hie aus 26. Aus. 
und namen mer dann 150 küe vor ber ftat zu Altvorf und brachten bie 
deſſelben abent herein. 


Item nachdem und der marggraff Lichtenaw gewinnen het, da ließ 

er fein here ligen umb Lichtenaw, daz fußvold, und zoch mit feinem gerai- 

25 figen zeug auf die von Winßheim und Rottenburg und brant in alles daz 
ab, daz er mocht, und zoch darnach mit feinem geraifigen zeug wider zu fei- 
nem here und zoch doch mit feinem gancezen here herwerg gegen Nürmberg 


1. dez abenez R. B.C. 2. In R. B. C. ftatt "trabanten’ immer *fußgengel’ oder fußvolck', 
und in ver Kegel mit vem Zufage: mit puchfen, armpruften, fpieffen. und wol 60 gerei= 
fige pferd R. C. 5. "und andre — Offenh.' fehlt B. 6. — gut, daz fie in dem Firchoff ges 
funven hetten R. B. C. 7. vierzehen baurn 0. 9. die undern R. A. &. des abencz zugen 
hie auz in der nacht (nach B.) ein grofler hauff gereifigs folks ver undern (unfern C?.) und 
von ven fweb. fteten R. 2. C. 14. die undern R. 2. 19. *bawern’ fehlt R. B. C. 
24. in demſelben grunt daz fußvold R. B. C. 26. zoch do mit R. B. C. 


Pfalzgraf Otto (I.) von Mosbach, und Offenhaufen öſtlich won Xein- 

der eben nah König Chriftoph’8 Tode burg. 

auch in Neumarkt gefolgt war. 3. Nach dem Gefangenenbuche wur- 
2. Bon den genannten Dörfern dem gegen 60 Gefangene abgeliefert; das 

liegt Leinburg ſüdlich vom Moritzberg Löſegeld trug der Stadt 153%), Guld. 3 72. 

zwiichen Lauf und Altvorf, Endenberg 13 du. ein. a. a. O. J, Bl. 21—22. 








Kriegsbericht 1440. 161 


und Yegt fich bei Koſtal, und zoch an tat.ıs2* s.).ver exitag nacht nach Bar- 26. Aus. 
tholomey umd legert fich-aber bei ECzyrndorf! an ven Altenberg. enhalb des 

Dehers der Rednitz. da lag er den gangzen tag, und am pfincztag früe 28. Aug. 
2 ftund vor tags brach er mit feinen here auf umd belaitet herczog Wil⸗ 


5 balın von Sachſen volck hinwec. 


In der zeit, die weil man alfo friget, do macht herczog Heinrich von 
Pehern ain tag gen Ingelftat auf fant Margreten tag, und meint den 13. JZul. 
krieg zu veyrichten?. auf ven tag kam beragog Heinrich und herczog AL 
brecht von Bahern und der pilchoff von Augfpurg und des murggraffen 

10 vett und. die von Nürmberg und vil ander leut. anf demſelben tag ge 
ſchah vil red und widerred und ward nichg gub gemacht auf dem tag; 
dann wolten die von Nürnberg vil gelg haben gegeben, des wern fie wol 
bechomen. und der tag was an entz. | 

Item darnach macht aber herezog Heinrich von Beyern ein andern 

15 tag gen Ingelftat auf den mittwoch nach Jacobi. da warb auch nich 30. Jul. 
guß gemacht und riten an eng von: dann. 

Item darnach macht aber herezog Heinrich ein andern unverbingten 
tag gen Lawbing auf unferr lieben frawen tag aſſumpcionis. auf den tag 15. Aug. 
chom berczog Heinrich und herczog Albrecht von Beyern und ver bifchoff 

20 von Augipurg und des marggraffen vett und die von Nürmberg und vil 
anderr fürften rett und ftet und ritter und knecht. da geſchahe aber vil 
rebe und widerred, des zu vil zu fchreiben wer; dann bie von Nürmberg 
betten hoffnung, herczog Heinrich und ander folten im die fach gangen 
fein nach gleichen und pillichen fachen, darinn fich dann die von Nürm⸗ 

25 berg alzeit redlich finden hetten laßen; dann herczog Heinrich und ber 
biſchoff von Augipurg-und anberr hielten den non Nürmberg für, fie fol- 
ten dem marggrafen gelt geben, oder folten im gelt leihen, ober folten im 
etliche ſtuck abfauffen. da bes nit gefein mocht, do ging herczog Heinrich 
und der bifchoff von Augfpurg in fein andre fach, liz20 s.) dann daz unfer 


1. leigt ſich 2°. legert ſich R.a. 2. Zernporff a. an dem 42. C?. 3. ven yanczen 

‚tag am mitwoh R. B. C. 7. nad "Marg.tag’ führt a fort: ‘ven vindt man aigentlich 
hinten im puch geichriben von wort zu wort, er was on eng’. 10. tag' fehlt A. 16. on 
endts von einander R. a. on ent ber wider heim R. 2. C. 17. "unvervingten’ fehlt a?. 
18. In a flatt ver folgenden Ausführung nur die Verweiſung: "tet auch hinten gefchriben”. 
25. — beiten laßen, waz pillich und recht wer geweft R. 2. C. 26. von’ fehlt A. 
29. der’ nur AU.R. a. 


1. Zirndorf, füdlich unter der Alten lungen, die bier nur kurz erwähnt wer- 
e. den, vergl. man Die als Beilage I, fol- 
2. Ueber bie biplomatijchen Berband- gende Abhandlung. 

Staͤdtechroniken. 11. 11 


162 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albredht von Brandenburg. 


berr ver römiſch fünig het in und dem biſchoff von Meintz einen brieff 
zu gefant, darinne er in volle macht geben bett, ven Trieg ab ze legen ober 
ein jtallung daran zu machen. des heiten fie ganczen fleiß gehabt und 
betten ein ftallımg daran gemacht, wie bie jach befteen ſölt, des hetten fie 
5 zwen brieff gemacht mit herczog Heinrich und des bifchoffs von Augs- 
purg anhangenven infigelen; des wolten fie ieder partei ein brieff geben. 
dabei ſolt e8 fürbaß beleiben pei ver pen, vie fie daruff gejett hetten. 
und daz was als gejchehen on. der von Nürmberg willen, willen und 
wort. aljo namen des marggraven rette iren brieff von ftund an und 

10 riten domit hinweck; aber die von Nürnberg wolten irs briefs nit nemen 
und fprachen, fie wern auf ein unverbingten tag gen Lawbing chomen 
und betten fein macht eins folchen ein zu gen. daz mocht fie als nit hel⸗ 
fen; alfo viten die von Nürmberg wider heim. alſo gab herczog Heinrich 
ben brieff einem jungen Schenden von Geirn', der folt den brieff einem 

15 vatt zu Nürmberg antiwörten. derſelb Schend veit mit unfern herren 
von Lawbing ber und was ir glaigman und antivort ven brieff; aber der 
tat wolt dorumb nit zufagen, daz fie ver fach aljo wolten eingen. und 
wie derſelb brieff laut von wort zu wort, den herczog Heinrich und ver 
bifchoff von Augſpurg verfigelt hetten, ftet hernach gejchriben. 

20 Auch als unſer gnebigifter herr der römiſch künig dem bifchoff von 
Mein die fach auch bevolhen het mitfampt herczog Heinrich und dem 
bifchoff von Augfpurg, und ver bifchoff von Meintz auf dem tag zu Law⸗ 
bing nit was, jo hetten fie es doch mit dem bifchoff von. Meing übertra- 
gen, daz er den von Nürmberg von ſtund an ein brieff jchreib, daz folcher 

25 ausfpruch, den herczog Heinrich und bifchoff von Augfpurg zu Lawbing 
geton heiten, babei er nit fein het mügen, daz berjelbig außſpruch fein - 
gangzer will und wort wer, als dann berjelb brieff ausweift?. 


[Bt. 133° 8.] Item hie hernach flet der feidbrieff, den herczog Heinrich und 
bifchone von Augfpnrg machten zu LSawbingen ®: 


30 Bon gottes gnaden wir Peter, bifchoff zu Augfpurg, und wir Hein- 


3. ober aufſchlahung R. a. "aufflag’ A*. aus "aufflagung’ corrig. 4. ein ftillung a. ein 
ftellung a. 10. heim wed 02. 13. “eins ſolchen — alfo’ fehlt 43. (entfpricht genau einer 
Zeife von A?.) 24. von ftunden an AP. fehlt C. 29. Item — Lambingen: Item wie der 
fripbrieff laut, den herezog Heinr. und ver b. v. A. zu Lawbing verfigelt hetten, ftet hernach 
geſchriben R. B. C. 


1. Die Schenk von Geyern find ein biſchofs von Mainz ift d. d. Alchaffen- 
noch blühendes fränkiſches Geſchlecht. burg, 29. Auguft 1449. Relationen 
Geyern, ihr Stammſchloß, liegt etwa 1 (Nbg. A. Nr. 485) BI. 137. 

Meile norböftlich von Weiffenburg. 3. Die Originalausfertigung für Nürn⸗ 

2. Der Berwilligungsbrief des &rz- _ berg befindet fih im Nbg. X. (VII, 60,4). 





Kriegsbericht 14149. | 163 


rich, pfalczgrave bei Rein und berezog in nidern und obern Bayern ıc. 
bekennen und tun kunt offenlichen mit diefem brieff, daz wir ein kunig⸗ 
Lichen befelhmüsbrieff lauten von dem. allerpurchleuchtigiften fürjten und 
herrn bern Fribrichen, römiſchen Fünig, zu allen zeiten merer des reichs, 
5 berczog zu Ofterreich sc. unfern gnebigften herrn mit ſchuldiger pflicht 
empfangen haben, der da laut von wort zu wort als hernach gejchri- 
ben jtet: 
Wir Fridrich von gottes genaden römifcher Tünig, zu allen zeiten 
ınerer bes reiche, herczog zu Dfterreich, zu Steir, zu Kernven und zu 
o Krain, graff zu Tirol ꝛc. befennen und thun kunt allermeniglich, wann 
unſer Füniglich gemüt algzeit darczu genaigt ift, daz frive und einigfeit in 
nem heiligen reich beftatet und zwitracht und unrat zwifchen unfern und 
Des reichs untertan unterjtanven und hingelegt werd, daz wir betracht 
amd angejehen haben in ven zwitrechten, fo dann zwilchen dem hochgeber- 
15 men Albrecht, marggraff zu Brandenburg und burggraff zu Nürmberg, 
unſerm lieben oheim und fürften, fein helfern und helfershelfern ains, 
amd den erfamen burgermaifter, rat und burgern ver ftat zu Nürmberg 
und dem ebelen Conraten, herrn zu Haideck, unfern und des reiche liben 
und getremwen, auch allen iren helfern und helfershelfern des andern teils, 
20 Die fich nu zu beven fetten zu offenen weinticheften und Eriegen gezogen 
Haben, daburch dem heiligen reich und gemein deutſchen landen groß un- 
xat, ſchant und ſchaden entfteen möcht, [133° s.] wo daz nit fürchomen 
wurd; und wann wir mit- andern großen und merdlichen gejcheften nit 
allein daz heilig reiche ſunder auch unferr erbliche und eigne fürftentumb 
25 antreffend belaven fein, daz wir uns ſelbs, als wol notburft wer, hinauf 
in daz reich nit fügen mügen, folch fwer Frieg und feintſchaft hin zu legen 
und die partei zu vereinen: dorumb fo haben wir ven erwirbigen Die- 
trich, erczbifchoff zu Meincz, des heiligen römifchen reichs in Germanien 
.  erezlanczler, unjerm lieben nefen und furfürften, Petern, biſchoff zu 
30 Augſpurg und dem hochgepornen Heinrichen, pfalczgrafen bei Nein und 
herczog in Beyrn, unferm lieben ſwager und fürften, unfern wollen ge- 
walt und ganze macht befolhen und gegeben, ‚geben und befelhen in bie 
mit dijem brieff, daz fie an unferr ftat und in unferm namen als unfer 
anwalde zwifchen ven vorgenanten parteien alles daz fürnemen, handeln, 
35 auch bei penen und unfern ſweren ungenaden gepieten, ſchaffen und tun 
Vüllen und mügen, daz fie bepunden wirt nüß und notdürftig zu fein, 


5. pfleicht 4. 10. Yu Steir — Tirol’ fehlt 3°. 11. fride' fehlt 42. AP. 16. bern 
obeim 3%. 17. rat’ fehlt 42. 19. und' fehlt A. 20. u’ fehle NR. A. 23. wann wir’ 
fehlt 22. 27. zu einen B?; *zu’ fehlt ven übrig. 32. gegeben hoben 42. 4°. 


J 11* 


164 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


damit dieſelben parteien gütlich mit einander. vereint und folche Frieg [und] 
veintjchefte gancz hingelegt oder verricht oder ein gütlich .beftant und fride 
auf ein zeit Doran gemacht. werben. und waz fie auch alſo hierinne han- 
dein, fürnemen, gepieten, tun.und befließen, daz wollen wir gefellig hal⸗ 
s den. wir wöllen und mainen auch, daz daz die vorgenanten partei ſtat 
halten und geleicher weife, ob daz durch uns ſelbs befchehen und volfürt 
were. mit urkund dieß briefs, verfigelt mit unjerm füniglichen anhan- 
genden infigel. geben zu Lewben! am freitag vor jant Maria Magva-ıı = = 
lena tag nach Erifti gepurt virczehenhundert und in dem neunundvirczi⸗ 
10 giften jar, unſers reichs in dem zehenden jar. 
Alſo haben wir egenant bifchoff Peter und wir herczog Heinrich vor 
dann uns des benanten unfers gnedigiſten herren des römischen künigs 
brieff geantwort ift mit hilf des hochgebornen fürften unſern befunvern 1 
(a1. 134°) lieben herren und vettern herczog Albrecht, pfalczgrave bei Rein 7 
15 und berezogen in Beiern ꝛc. einen gütlichen unverbingten. tag zwiiden == 
des hochgepornen fürften unjers lieben herren und obeims bern Albrecht, —_, 
marggraff zu Brandeburg und burggraven zu Nürmberg und feinen m 
parteien eins, und der erfamen, weifen, unfern liben befunbern der bur- ⸗— 
germeifter, rat und burger ver ftat zu Nürmberg und irer partei bs es 
20 andern teils gen Lawbing gemacht auf unfer liben frawen tag aſſumpceio 
nis nechjt vergangen. und wiewol wir mit hilf des benanten unfers lie— 
ben herrn und vettern herezog Albrecht und auch unferr rate und ander 
unferr freund und gunner rate etlich tage here zwiſchen den egenante — 
parteien nach genungfamer verhörung großen fleiß, müe und arbeit 
25 geton haben, ob wir die ſachen in beßern ftant und friven hetten gefegem — 
oder bringen mügen, dann die her geweſen fein, jo hat daz doch in veuumet 
gütifeit nit fein wöllen und [wir] darinne nicht zu ende, ride, richtigun u 
oder beſtand haben geton noch bringen mügen. und wann wir nun als 
gehorjam fürjten ves heiligen reich8 und des benanten unſers herren be 
30 künigs folcher feiner küniglichen commiffion und bevelhnüs, als wir banmen 
bilfich tarı, mit vemütigen fleiß angenomen haben, und ver erwirbigft e11 
got unfer befunver lieber herr und freunde, her Dietrich ergbilchoff Zt 
Meint, des heiligen römischen veichs in Germanien erklanczler, ve 


15.% 












1. Das zweite ‘und’ fehlt ven R. A. B. 3. gem. werden A.B.0?. 4. gefellig 42. fellige ——. 
gefilig 4%. geuillig 22. fehlt R.a. 8. Lauben C?. LambingB?. in B ‘Lauben’ aus “Lambi my’ 
eorrig. Lauging A. 10. unf. reifch 2%. 15. Üinverpunven tag R. 3. unverbonen «u. 
20, Laugingen A®*. Lauging B. 26. die bißher R.a. fo hat vits AB. 


auch aus Niklas Muffel's Briefen her or⸗ 


1. Leoben an der Mur in Steiermark, 
gebt); vgl. Chmel, Reg. Frid. p. 0. 


wo fi) der König damals aufbielt (was 





Kriegebericht 1119. 165 


dann mitfampt uns fölch Füniglich befelhnüs auch Laut, umb merdficher 
und nemlicher urjach willen bei uns biefer zeit nit hat fein mügen, und 
aber ver krieg und offen feintfchaft zwilchen ven egenanten parteien jo 
groß und mercklich ift mit namen, brant, heresfreften zu felde ligen und 
s andern feintlichen und heftigen taten ieber teil den andern beſchedigt, da⸗ 
durch auch daz Beilig reiche und gemeine deutiche lant feer geſwechet und 
verderbet, cldfter, kirchen und gotzheuſer verbrant und verwüſtet, man- 
flecht und totſleg von tag zu tage ergend, arm leut, wittiben und waiſen 
verderbt und vertriben, des heiligen reichs lantſtraßen verhindert, die 
10 erde geödet und ungebaut fıss*] und vil mangerlei kranck, hindernüs, ver- 
berben und irfal, jo dann baiven ftanten, gaiftlich und werntlich, daraus 
eritent, damit genivert und gemindert werben: dorumb mit guter betrach- 
tung und zeitigem rate, unfer und unferr freunt vate, fo haben wir als 
anwald in ven fachen des egenanten unfers gnebigiften herrn bes römi- 
ıs ſchen künigs bebechtlich ſölchs alles für augen genomen, und von befelh- 
nüs wegen des benanten unfers gnebigiften herrn des römifchen künigs 
und feiner füniglichen majeftat jo gepieten wir als anwalde an ftat und 
in namen feiner füniglichen gnaden, von unfers lieben herren und freunde 
des von Meincz und unfern wegen ven egenanten burgermaiftern, rate 
2 und burger der ftat zu Nürmberg, auch vem evelen Conraten, herrn zu 
Haideck, und allen iren heifern und heifershelfern und allen ven iren, 
auch allen ven, die irs teils der fachen verdacht und verivenet fein, von 
feiner genaden römischen Tüniglichen machtuolfumenheit ernitlich und 
vejtiglich mit dem brieff, einen fteten, flechten, veften und kriſtenlichen 
25 fride zu halden mit dem obgenanten hochgebornen fürften, unferm lieben 
herren und dheim marggraff Albrecht von Brandeburg, auch feinen hel⸗ 
fern und beifershelfern und allen ven feinen, auch allen ven, die jeins 
teil der Jachen verbacht oder veriwent fein. und meinen, ſetzen und wol⸗ 
fen, daz folcher frive eingien füll auf den pfingztag an ſant Auguftins tag, 28. Aus. 
30 nechft choment, mit der ſunnen aufgand [und] weren und befteen [Toll] 
uncz auf fant Michels tag fchierjt und darnach über ein gancz jar, daz 20. Sep⸗ 
nechſt chomend, zu ber funnen untergand, daz wirdet hincz auf ſant Michels vember. 
tag, fo man zalt von Erifti gepurt vierczehenhundert und in dem fünf- 
czigiſten jar, von beiden teilen treulich und ungeverlich gehalten zu wer- 


, 1. und merdlicher B. 2. und nentlicher C?. fehlt BU.R.a. 5. dem andern R. 4. B. 7. vers 
büftet haben 4?. 4%. 8. Das erfte und' fehle R. 4. 4. 9. ‘und’ nur in C?. 10. mangerl. 
drang R.a. krang A'. 12. auch domit C?. genidert und’ fehlt R. a. 4. 15. befellnüß A. 
16. ‘des rom. künigs — gned. herrn' fehlt AP. (Der Schreiber hat zwei Zeilen von A? über- 
fprungen.) 20. ‘ver flat’ fehlt 42. 29. *eingen’ alle außer A. 30. funnen anfang a. 
31. ſchierſt — Mich.tag’ fehlt R.a. 34, u’ fehlt R. a. 








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166 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ben. auch fullen alle gefangen auf baiden tailen inner eins monaß, des 
nechjten nach dato diß brief, ungeverlich betagt werden, daz egenant jar 
und zeit gancz aus ungemant [ar. 135°] beleiben, nentlich edel und gereifig 
auf ir aide oder gelübve, burger und bawern auf redlich gewißheit ober 
burgfchaft. auch fol auf beiven teilen all ſchatzgelt, prantichagung, fancknüs, 
ſchatzung und all ander unbezalt gelt, daz dor eingang des frids nit bezalt 
wer, auch daz egenant jar und zeit ungemant und unbezalt bleiben anges 
verlich. es fol auch iever teil, ob er. dem andern floß, veiten, ftet oder 
merckte in dem Frieg icht angewunnen, daz er ieczund mit feiner Foft und 
feinen leuten bejeget und inn het, ober vor eingang bes frides noch ge- 
wünn und daz alfo befeget und innen het, daz oder die inn haben und 
behalten mit fein over irer zugehörung den frid gancz aus oder hincz er 
mit recht daraus gevertigt oder mit der gütigfeit davon geteivingt wirt; 
waz aber ein teil dem andern verprent oder entwert hat, und ber daz 
getan nit innen hat fo vor geichriben tet, fol tebem teil und den feinen 
fein hoffitat mit ir zugehörung und waz da verhanden ift wider volgen 
und mag fich des wol unterzihen. auch ſol baiden egemanten parteien 
bie porten ber gerechtigfeit offen fein, und mag ietweder teil daz recht gen 
dem andern fuchen in dem frive, als recht ift und fich vechtlich gepürt. 
und darumb, daz ſolcher fride deſter replicher, ganczer und volfomenlicher 
von den obgenanten von Nürmberg, auch Eonraten herrn zu Haideck und 
alten iren helfern und helfershelfern, wie oben gelaut ift, gen der egenan- 
ten irer wiberpartei gehalten werbe, fo jegen wir als anwalde bes obge- 
nanten unfers herrn des römifchen fünigs an ftat und in namen feiner 
gnaben Darauf zu pen, ob die von Nürmberg ober der von Haideck obge- 
nant folchem unferm gepot ungehorfam wern und ven fride nit hielten in 
maß jo vorgefchriben tet, daz fte denn gen dem heiligen reich und unferm 
herrn dem römifchen künig alle ir genad, privilegia, freiheit und vecht, 
bie fie von dem reich und feinen genaden haben fullen, gancz und gar ver: 
morcht und verloren haben und davon mit ver [135°] tat der umge: 
borfam gefallen fein und darzu taufent marck golds halbs in fein künig— 
liche Eomer und halbe dem gehorjam teil unlaßlich zu bezalen, und darzu 
in fein fwere ungnab. wir haben auch dem andern teil folchen friv, als 
fich gepürt, auch gepoten mit anhang ber pen. und darüber zu waren 


1. in einem monat R.a. 3. ungenant B?. Das zweite'und’ fehlt A.R.a. 4. ‘oder gelühpe’ 
fehlt B?. 5. burgerſchafft a. 9. nicht angewunden 22. nicht angewonnen 02. 12. oder piß 
R. a. unger C?. 13. miteiner R.a. 15. dem feinen R. 4. R. a. 17. mol wider R. 2. 
und nach fich des wol verzeihen O2. 20. "ganczer’ fehlt 0%. 26. in R. A. B: 'mer’ und 
hielt‘. 30. verwurckt R.a. 02. 31. feld in fein 22. 








Kriegöbericht 1449. . 467 


- und veiten urkund jo haben wir als anwalde unſers obgenanten gnedigi⸗ 
ſten herren des römiſchen künigs an ſtat und in namen ſeiner küniglichen 
genaden unſerr ieder fürſte ſein inſigel an den brieff gehangen uns und 
unſerm ſtift und erben an ſchaden. und iſt der brieff geben zu Lawging 
s am eritag nach unſer lieben frawen tag ſchiedung, genant in latein aſ⸗19. Aug. 
ſumpeionis, nach Criſti unſers lieben herren gepurt vierczehenhundert 
und in dem neunundvierczigiſtem jare!. 


Und als num dem marggraffen ver fripbrieff ven feinen zu Lawgin⸗ 
gen geben was und ber frid folt eingin am pfinktag an fant Auguſtins 28. Aug. 
10 tag mit ver ſunnen aufgank, alfo ee verfelb pfincztag kam, do nötet ver 
marggraff umb bie fein und ber bilchoff von Bamberg und anver fein 
helfer alle die pawern, vie den von Nürmberg zuftunden, daz fie in hul⸗ 
den und ſwern mujften, furbaß in vie gült zu raschen und für herren ze 
haben; um welcher pawer baz nit ton wolt, ven fingen fie und namen im, 
ıs was er hett, und triben großen gewalt mit armen leuten. darnach am 
pfincztag, da ver frid nu ein folt fein gegangen, triben fie dennoch großen 
gwalt mit armen leuten, und was niemant ficher, und waz man ber ftat 
zufüren wolt, baz namen fie und wolten ver ftat nich zugien laßen. alſo 
wolten Die von Nürmberg des frids nit zufagen, wann fie groß mit ver 
20 verfchreibnüs verfürczt [B1. 136] warn, und jchriben herczog Heinvich den 
frid ab?. 
tem in der zeit hetten vil herren den von Rottenburg und ben von 
Eßling und andern reichjteten, die bei uns im bunt warn, abgejagt?. 
biefelben herren, die dann unfer feint auch waren, meinten, bie weil es 
25 mit uns in friv ftünd, fo müften wir ven frid alfo halten, fo wolten fie 
bie andern reichitet die weil überziben. alſo waz geraifigd zeugs von den 


2. fein R.A. 4. Lawging' aus Lawbing' corrig. A. Lauging A*. Die übrigen Laubing'. 
5. verſchidung C?. 8. beim margg. und ven feinen ber fridb.? Laubing, Zaubingen’ 
alle außer A. 9. eingien A®. Die übrigen eingen'. 11. ver b. v. B. und bifchoff von Ey⸗ 
ſtet R. B. C. . 12. — zuflunven, fie wern verprant ober nit verprant R. 2. C. 15. waz fie 
hetten R. B. C. 17. der ſtat hie R. B. C. 18. zugen' alle außer A. A. — Iafen, und 
triben vil mutwillen R. 2. C. 


1. Das Original dieſes Friedbriefes er vertragsbrüchig wird. Ansb. Arch. 
iſt im Nürnberger Archiv nicht mehr vor⸗ Zlrnberger Bücher’ Nr. 20. Bl, 83b— 
hanben, wohl aber in einem Eopialbuch 


bes ehemaligen Ansbacher Archivs, Das 2. 9. Septembe b 
dem Nürnberger einverleibt iſt, eine Co- 20. —* September. Briefbuch Nr. 


pie der ern ng für ben Markgra⸗ ſ. Stälin, Birtembergifche Ge⸗ 


fen, welche dieſen mit Verluſt ſeiner 
Reichslehen und Regalien bedroht, wenn (ie Sp. II. 6.477 ig 





168 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 
ſwebiſchen reichiteten hie was, bie riten: wiver beim am fawstag vor fantB0. Aug. 
Difigen tag. alfo ſtund es an, daz bie von Nürmberg gancz ſtill ſaßen 
und nich Triegten vom tag, als der frid ein jolt fein gangen, biß auf ven 
pfincztag vor fant Matheus tag, dann daz die von Nurmberg teglich auf eerı. 

5 die ſtroß ſchickten etlich gereifig vold, ob iemant die firoß rauben weit 
oder weren:wolten,: bez man nicht herzu füren folt, daz fie daz unter 
jtunden. 

In der zeit zohe der marggraff auf die von Rottenburg und Hall 
und auf ander reichftet, die im bumt warn, und brent fie faſt und groß, 

10 waz er mocht mit feinen helfern; und bie veichitet in Swaben werten fich 
auch faft und teten auch hinwider waz fie. mochten. alſo kam ber marg- 
graff für ein kirchoff in einem dorf, heiſt Ulßhoven, ligt bei Kirchperg 
[und] ift ver ſtet!; ba fturmt er ven kirchoff, und davor warb der marge - 
graff wunt und feiner Teut namen vil fchaben vor dem fircheff. und do 

15 er den kirchoff gewan, da ließ er wil leut ‘zu tot jlahen, bie in. dem kirchoff 
geweft warn, darumb daz fie in gewunt hetten. alſo zohe er gen Kreuls⸗ 
heim?. 

Darnach am freitag vor ſant Matheus tag anno 2c. 1449 zugen Pr 
bie von Nürmberg auf zu mittag mit 600 gereifigen und mit 2000 dra⸗ 

20 banten und brenten vil dorfer ab umb Swabach und umb ven Kamer⸗ 
ftain, und zugen, daz fie am famstag früe für die ftat zu Windspach 
chomen, und fturmten am famstag früe bie ftat und daz floß und gewun⸗ 
nen die bede und funden gar vil guß in beden, baz fie gar vil wagen mit 


1. ie’ fehlt R. A. 3. vom — gangen: von dem pfincztag an fant Auguflins tag R. 2. C. 
4. teglich in der gegt R. 2. C. 6. daz fie’ fehlt 42. 48. 10. mit — helfern: mit ander 
bern bilff, die den reichfteten auch abgefagt hetten R. B.C. 12. ‘Ulßhoven’ in A fpäter mit 
anderer Tinte über ein ausradirtes Wort gefchrieben ; — flatt des Namens eine Lüde in 42. 
43, A®; er fehlt ohne Lüde in B?. *heift Ulßh. fehlt R.a u. C. IIn B: heyſt nam’; 
der Name tft fpäter in die leer gelaffene Stelle Hineingefährieben. 16. 'darumb — hetten’ 
fehlt R.C. czoch der margg. alfo wunt gen K. R.B.C. 18. Mit dvarnach am f.’ 
wird in « ver Kriegsbericht inleber aufgenommen. 21. — fru vor fant Mathens tag R. B. 
22. die flat zu Winspach und auch daz flof6 do ſelbſt R. 3. D. 23. inn in beden A. in in 
42.43, und gewunnen — beven’ fehlta. In ven R. B. C. hier, wie fo oft, mit unge 
meiner Breite: "und gewunnen bie flat und das flof6 und funden vil guez in ver flat und in 
dem flofs'. 


1. Ilshofen (heute Stadt) ſüdweſtlich 
von Kirhbeg gegen Hall. 

. Die Erftürmung von Ilshofen ge⸗ 

ſ * am 12. September. Während der 

- Markgraf zu Crailsheim an feiner Wunde 

krank lag, fette fein Selbhanptmann 
Heinrich von Crailsheim den Krieg 

derſelben Weife fort, die fih am beiten 


mit den Worten charalterifirt, Die Bam- 
bergifcde und Würzburgiſche Rãth⸗ dem 
Markgrafen in den Mund legten: vdaß 
der prant dem kriege ziere, als Das magni⸗ 
ficat Die vefper’. Vgl. Stälin a. a. O. 
©. 475, 476 und Ludwig von Eyb’s 
Dentwirbigteiten , hgranege geben von 
Höfler, Bayreuth 1849. S.7 


Kriegsbericht 1449. 


169 


guten plundern, petten und allerlei luden, waz fie füren mochten, aljo 


[16°] daz fie dennoch nafelbft fo vil guß verbranten von getraid und ſüſt 


alterfei, Daz fie damit noch 200 wagen geladen heten, wann fie Die gehabt 

betten. und verbranten do ſloß und ftat gancz aus und brachten vil guß 

> herein. auch brachten fie wol 2000 haubt vihs, füe, fchaff und vos und 

40 gefangener burger von Winspach und etlich edel und geraifig, bie 

Winspach innen gehabt beten. und am heimzihen pranten fie aber vil 
verfer ab zwiſchen Winspach und. Swabach!. | Ä 

. tem am evitag vor fant Michels tag zu mittag zugen ‚fie hie aus 

10 mit vil gevaifigen wagen und fußvolds für vie ftat Altdorf und chomen 


deſſelben abent dafür mit püchfen und ſüſt vil zeugs, und am „mittwoch. 


früe fchuffen fie in die ftat zu: Altdorf und konten ir nit vil angewinnen 
init: ſchießen, dann daz fie mit feur einfchußen, und brenten vie ftat wol 


halbe aus und gingen darnach an ben fturm. ba- warn wil leut in ber, 
15 tat von: edelen, geraifigen und paurſchaft, und bie werten fich gar feer: 


um triben die unfern ab von dem ſturm, und wurden pie unjern vaſt 
wunt und etlich zu tod gefchoßen und geworfen. auch warb Endres 
Stromer, der haubtman einer, in ein pain gefchoßen, daz er darnach am 
14, tag ftarb?.. und. do. fich die fach alfo lang verzihen ward, daz man 


» lang da beleiben: muft, da ward daz gefchrei allenthalben, wie die von 


Nürmberg vor Altvorf legen, und ward allenthalben große ſamnung von 
den feinten, daz fie groß volf auf brachten und wolten vie ftat gevett 


5. vil — herein: und prochten die vorgefchriben wagen mit plunvern herheim R. B. C. 
6. nach *gefangener’ in A zwei Worte ausradirt, wie es ſcheint: purger vnd'. 7. und bie 
von Winspach her heym czugen R. B. C. 9. fie’ fehlt R. A. u. czugen vie von Nuremb. 
R. B. C. 10. mit— für: mit vil gereifigen pfernen und mit gar vil fusfolf, puchfien 
ſchuczen und armpruft ſchuczen und vil magen und czugen fur 2. C. Mit ähnlicher Breite 
in B?. C?. 11. mit vil czeugs von puchfen R. C. 15. von edeln lewten und gereifingen 
und pawrfolk 3. von edel Leuten und pawrfolt 32. von geraifen purgern und paursfold 


R. C. 16. die undern R. A. 2. 
eynem pfeyl in ein pein R. B. C. 
folks auff, daz man bie flat R. B. C. 


_ 1. Nach dem Gefangenenbuche belief 
ſteh die Zahl der bei Windsbach Gefange⸗ 
Rexz auf mehr als ſechszig; Die “Geraifi- 
gerr’ find: Konrad Stüber, Hauptmann, 
miät 2 Knechten, Hans Spengler, Frit 
dor Genkling, Pfleger, und ‘Sewbolt der 
alte, fein vogt', Hans Brünfter von Ra- 
Merken. —— „Schatzung und Atzung“ 
ußten die Gefangenen 398 Guld. 4 22, 
U dn. erlegen. a. a. O. J. Bl. 266—25b, 

2. Dieſe Angabe findet ihre Beſtäti— 
Yung durch eine Stelle in dem Buch von 


die undern R. 2. 
21. — famnung von den hern hie umb und prochten vil 


18. Cunradt Stromer a. mit 


Hanſſen Stromers herfumen und ennet’, 
Papierhdſchr. vom 3.1515. 4° im Freih. 
v. Stromer’ihen Archiv in Nürnberg. 
Dort heißt e8 Bl. 7b: Endres Stromer, 
Forgen june, mein anher ift des rot ge⸗ 
weſen und als ein veldthauptman vor 
Altdorf geſchoſſen, das er geitorben im 
1449, gott fey der fel gnedig, am tag 
Dionifif’ (9. Oct.). Genau berechnet 
ftarb er Danach nicht am 14., fondern am 
16. Tage nach feiner Verwundung. 


23. 
Set. 


24. 
Sept. 


ı70 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


haben. alſo zugen die unſern wider her beim an entz amt pfincztag vor 28 
Michahelis, und fie branten etliche dorfer daſelbſt umb ab!. Sen. 
Item nach dem zugen teglich hie aus ‚geraifig und brabanten bei 
eingzigen und brachten vil raubs herein und auch gefangen leut. . 
5 Bl. 137 Item auch brant der marggraff und jein belfer in ber zeit ver 
von Nürmberg leut, wo fie fonten und mochten, und fingen fie und namen 
in, waz fie hetten. 
Item an fant Michels tag branten der von Nürmberg etlich ges. ar. 
raifig und fußvold bei 7 vörfern ab. zwifchen Puſchendorf und Emf- 
10 firchen?, Hagenpuchen, obern und nievern Reichenbach und andre börfer. 
dabei gelegen, und brachten ein großen raub vihs. 
Item am mittwoch und pfincztag. nach fant Michels tag augen zug: gi 
Nürmberg aus geraifig und fußvolck auf 5 ftroß geteilt: ain tail waren 
ir zu dem Potenftein auf dem pirg und prochten pfert und gefangen her⸗ 
15 ein; ain tail waren ir zu Snaitach unter dem Notenberg, vie brachten ein 
großen raub von vihe; ain tail waren ir zu Haberstorf? und prachten 
ein großen raub vihs und branten daz dorf Vicenzenbrunn und etlich. 
mül ab; ain tail warn ir umb Kadolczburg in etlichen börfern und brach⸗ 
ten ein großen raub vihs herein; ain tail warn ir umb ven Newenmarckt 
20 und branten da etliche borfer ab und brachten ein großen raub herein, 


1. bie undern R. 2. an entz: und warb bie flat auff bie czeyt nit gewunnen R. B. C. 
2. ab umb Altvorff R. Bu.a. ‘und — ab’ fehlt C?. In 42 folgt nun noch ver Zuſatz: 
‘Item Erhart Schürftab waz haubtman vor Altorff und Endres Stromer'. 4. allenthal- 
ben pey eincz. R. 2. raybs her gen Nuremb. von fyh R. B. 5. pranten dez margg. 
lewt und bifchoff von Bamberg lewt und ander bez margg. helffer R. 2. 7. waz fie moch⸗ 
ten R. 3. ‘Item nachdem zugen — waz fie hetten’ fehlt R. C. 9. Puchenvorf a. A*. in 
C unveutlich corrig. 10. Hagenpuchach R.a. und andre borffer, die do zugehorten dem 
Sigmund (Sigmung 3) von Sedenvorff und zu dem abt von Munchawrach R. B. In 
R. C schließt ver Relativfak gleih an Emßkirchen an, das Dazwifchenliegenve fehlt. 
14. Potetenftein A. Podenſtain a. warn geweſt auf, vem pirg pey dem Pot. R. B. C. 
15. und — herein’ fehlt C?. — czugen gen Snait. R. B. C. 16. czugen gen Hab. R. 
B.C. 17, etl. mül und pranten umb Haberetorff auch ab waz vor beftanten waz R. 2. 
und prachten — mül ab’ fehlt R.C. 18. czugen umb bie Gab. in etl. dorffer R. 2. (Kadeſch⸗ 
burg 2%). in etl.— herein’ fehlt R.C. 19. ezugen auff herczog Otten gegen dem 
Newenmard (und peu Heinberg 3.) R. B. C. 


1. In einem Briefe an Niclas Muf- 
fel vom 26. September wird hauptſäch⸗ 
lich den ſtarken Befeſtigungswerken Alt- 
dorf’s die Schuld bes Mißlingens zuge⸗ 
ſchrieben: ‘und als die ftat gar em bide 
gute mawr bat, do hat unfer vold die ftat 
jo In sehn hicht er erobern mugen’. Briefb. 

Nr. 20 
2. Bufchendorf und Emslirchen (letz⸗ 


tered an der Aurach) liegen in der Rich⸗ 
von Nürnberg nad) Neuftabt a. d. 

as, Hagenbüchach zwiſchen beiden, Ober- 

und Uinter-Reichenbach mehr nörblich. 

3. Ueber (Groß⸗) Habersdorf vgl. 
oben ©. 159, A. 1; die beiden erften ber 
bier erwähnten Streifzüge richteten fich 
gegen Norboft und Often, biefer und ber 
folgertde gegen Süpweften und Eeſen. 





Kriegabericht 1449. 171 


Alſo daz alle vie partei brachten bei 2500 haubt vihs, tüe, ros, ſchaff 
und ſwein. 

Item am ſuntag nach ſant Franciſſen tag zugen hie aus bei 550 5. Det. 
drabanten und bei 50 geraiſigen mit etwevil wagen, und branten am 

montag früe daz Dorf Schelnberg, auch branten fie in vem mardt Newn⸗ 
Firchen! und namen und Inden wol 40 wagen und brachten plunvern, 
mein und traid und bei 400 haubt vihs von fen, roſſen ‚ ſchaffen und 
ſwein?. 

Item auf denſelben tag brachten ander der unſern vil vihs herein 

jo bei einczigen, daz fie anderswo genomen hetten. 

Item am eritag for? ſant Franciſſen tag 5 or vor tags reit der von 
Blawen aus mit 200 geraifigen und hielt am holcz vor Czenn, ob fich 
iemant von Kadolczburg over Czenn herans wolt laßen ober 9b fie daz 
vihe wolten heraus treiben; alfo wolt fich niemant herans laßen, auch. 

is fein vihe heraus treiben, daz die unfern nich ſchickten. 

[137°] Item am mittwoch nechft darnoch 3 or anf den tag rait ber von 
Blawen mit einem geraifigen zeug bie aus und rant für Altdorf und 
nam bafelbft daz vihe bei der ftat, mol 330 küe und füft vil allerlei vihs, 
rog, ſchaff, geiß, und fing 25 burger und pauren und chomen bamit deſ⸗ 

u felken tag8. 


3. $.tag dez abenez R. B. C. 5. daz dorff unter dem flofs Schelnberg R. B. C. ven mardt 
ab zu Newentirchen vor vem clofter R.B. C. 9. ver unfer A. and. vie unfern 42. 42. prachten 
der von Nurmb. lewt R. B. 10. "Item — hetten’ fehlt R. C. 12. reit — Ezenn: reit zu 
Nuremb. auz her Rewß von Plawen und het pey 200 gereifigs folks und reit daz er fur &genn 
fam vor tags und hilt am holcz R.B. 15. die undern R. A. B. Item ſchickten' fehlt 
R. C. Nady *fchicken’ (ſchicken konten) fährt die Reihe 2 fort: *in dez hetten die von Nurem⸗ 
berg vil folks zu fuſs und zu roſs auff gepoten und vil wagen und czewg und ſchickten daz 
ven Rewſſen von Plamen engegen, ob er ichtz gutz geſchicken mocht, und ee viefelben bin auß 
fomen, do kam in ber Rews engegen, alfo daz fie all on ent her wider heim czugen. 16. ‘3 or 
— tag’ fehle R. C. 18. Fund fü — geiß’ fehlt C?. 20. und fing — tags: und fingen wol 
25 (fuffzehen C?) man von der flat (vor der ft. MR. C) zu Altporff, burger und pawrleut, und 
prochten daz fyh und vie gefangen dez felben tag her heim. B. R. C.*) In 2? fehlt der ganze 
4 

ms. *) Derartige Erweiterungen aus den Reiben B. C werben von nun an, fofern fie ven 

Sinn nicht ändern, nicht mehr unter ven Varianten aufgeführt. 


1. Schellenberg und Neunlirchen (am 
Bram), ietzteres mit einem bier in ber 
ante der Reihe B. C. erwähnten 
Klofter regulirter Chorherren des Augu- 
ner» Ordens, liegen ein paar Stunden 
Rich von Erlangen, im Norden des 
wabachgrundes. K. 
- * Ulrich Krag, Ulrich Weiß und En- 
des Fennd lieferten 10 Gefangene in bie 
Stadt; 7 Davon waren in. dem Kloſter 
fangen. genommen worden (vgl. bie 


Bariante Der R. B. C.) und wurden 
darum von dem Rathe ledig gelaffen, dem 
dortigen Propſ zu Ehren. Gefangenen⸗ 
buch I, Bl. 1 

3. Ich ermuthe, daß „nach“ bier 
richtig wäre. Der Dienftag vor Fr. wäre 
der 30. September, während bier das 
Datum des Dienflags nad Fr. (7. Octo- 
ber) entichieden befler paßt. Daſſelbe gilt 
von dem folgenden Datum. 


172 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item am mittwoch nach Franciffi waren von hie außzogen gereifig s. Oet. 
[und] trabanten mit wagen und wolten fein in daz Solggaw'. aljo was 
die lantſchaft in warnung, aljo Terten die unfern wider und brachten bei 
40 küen mit in herheim. 

5 Item am freitag nach Dioniſy zugen hie aus etlich geraifig und fuß- 10. Det. 
volk und chomen für daz floß Tann und branten die mül ab unter Tann 
und namen ein großen raub ba von fen, pferden und fchaffen bei 300 
haubt vihs, und chomen wider an bemfelben tag. 

Auch auf venjelben tag brachten etlich ander ber unfern trabanten 

10 bei 100 küen; hetten fie bei Engeltal genomen. 

Item am funtag vor fant Gallen tag was vil geraifigs volcks gen 12. Oct. 
ver Kadolczburg chomen und am mantag früe kom berfelbig geraifig zeug 
herzu gegen ver ftat und ſchickten etlich geraifig herzu, und bie rieten im 
dem nebel herzu an die fchranden?, daz man nit weft, daz es veint waren; 

15 wann unferr gereifiger ein tail außen waren auf ver hut, und bie unter 
dem tor wenten, es wern bie unjern, biß fie an ben fchranden nach den 
leuten ftachen und flugen, und flugen daz vihe an vor Spitlertor und 
triben hin bei 300 küen und bei 1500 fchaffen und fingen etlich bauen 
auf dem feld und zumten etlich firo an zu dem Goſtenhoff. alſo rant ein 

20 großer raifiger zeug aus ber ftat und vil püchlenfchügen, alfo wolt man 
in nit nach eilen, wann fie hetten ein großen reifigen zeug und weren 
gern hinter die unfern chomen?. 

‚tem darnach teglich fingen fie unferr arın leut und baurn, wo fie 

konten oder mochten. 


1. von bin R.A.a. 2, und’ fehlt R. A. 4. Der Abfag lautet ind. R. B: ‘Item auff 
db. m. n. fant F. tag dez obencz czugen zu N. auß etwe fusfolls und gereifig und etwe vil 
wagen unb wolten in vem Solczgaw ein griff ton haben (ein ezw griff und haben 2%). alfo 
waz daz land in warung und waz zu beforgen, baz fie nich auz dem land mochten procht 
haben auff pn ezeyt und czugen ber wider heim und prochten bennoch pey ııı (1x 2?) küen 
mit in’. Der Abfag fehlt R. C. 14. in der dunckel R. B. C. 15. vort außen B. daſelbs 
auß 3°. fehlt C*. auff ver wart C?. 16. unter ven torn 42. 4°. do wolten bie unter 
dem dor men ez wern unfer gefellen R. 3. do wolten vie unfern dem thor hutten es wern 
unf. gef. 0?. 20. alfo dorſt man R. B. 22. werenger A. »alſo rant — chomen’ fehlt 
R.C. 24. ‘Item — mochten’ fehlt B2. R. C. konten — mochten: konten und auch auff 
die nacht a. konten oder mochten und auch auf pie nacht a2. 


1. & ift, mie noech deutlicher aus den bes vor den Mauern der Stadt und dem 
fpätern Erwähnungen hervorgeht, der dabei erlittenen Schaben wird am 14. 
alte nach einem nördlichen ebenfluff e October an Jörg Derrer, den Nürnber- 
der Altmühl benannte und beffen rain ger Abgeordneten beim Stäbtebund, be- 
umfaflende Sulzgau. gt Rudhart, äl⸗ richtet und dabei bie jan früher seihane 
tefte Geſch. Bayerns ©. 514. — K. Aufforderung wiederholt, fih zu bemil- 

2. Bgl. unten die Ordnungen Nr. 19. ben, daß das Stäbteheer, wenn es ſich am 

3. Bon dieſem Erfcheinen des Fein- beftimmten Orte gefammelt habe, Nirn- 








Kriegsbericht 1449. J 173 


fer. i38) Item am pfincztag an ſant Gallen tag! riten die unſern hie 16. Oct. 
aus mit 24 pferden und hielten in einer huet bei Schelnberg und ließen 
ein pourn 1 fuber heus laden zu einem fürlaz. aljo rant ver Hans Mot- 
ſchidler heraus mit etlichen gejellen und wolt ven pawern fahen; do ran- 
> ten die. unfern über in und ftachen in unter daz pfert und fingen in und 
gaben un tag im feld, wann die von Vorcheim gar ftard zu verfelben zeit 
im feld waren und fie bejorgten, ex wurd in ab gebrungen; alfo ftelt .er 
ih am freitag darnach. | | 

Item am freitag nach Galli des nach gingen hie etliche brabanten 17. Oct 

10 aus, bei 300, und chomen enhalb Altvorf in etliche pörfer und brachten 

em großen raub von küen, pferven, gaiß und fwein, mer dann 300. 

Auch luffen in der zeit teglich die unfern hie aus und brachten groß 
raub herein bei einzigen und auch vil gefangner. 

Auch ward der Concz Schütz von Erlang in der zeit gefangen von 

etlichen den unfern geraifigen un warb hereinbracht. 

Item am funtag nach Galli zu mitternacht zugen bie aus bei 100 19. Oct. 
gereifiger und bei 200 trabanten und chomen in der nacht für Kadolcz⸗ 
burg und branten bei ver kirchen unten etwe vil heuſer ab, und brachten 
bei 300 haubt vihs, küe, pfert, fchaff, fwein und etfich plundern herein. 

2 30 der zeit was vil gereifigs volds zu Kadolczburg, daz des nechften tags 
da vor hinein was chomen, die Iuffen aus dem floß und flugen und 
fingen ver unfern. „auch heiten die zu der Kadolczburg die ganczen nacht 
nit vil rue; alfo do fie fahen, daz die unfern mit dem vihe herein zugen, 
da was ber geraifig zeug daſelbſt und alfenthalben auf und eilten ben 

> umfern nach. alfo chomen die unfern mit vem raub an ſchaden herein,. 
und als fie neur herein chomen, da chomen die feint hernach wol mit 300 

1. noch fant Ball. 22, die undern A. B?. 2. — pferden hin auff pey dem flofs Scheln⸗ 
berg und hielten R. B. 4. Notſchidigker ver pfleger von Schellenberg 3°. 5. vie unvern 
R. A. B?. 6. gaben im tag herein zu ftellen gen Nuremb. wan R. B. C. 7. beforgten — 
gedrungen: hetten dy undern forg, man wurb in wiber ab eylen und prochten hengft und 
barnafch Herein R. 3. (InR. C fehlt: “hetten — ab eylen'.) 9. etlichen A. 12. die un⸗ 
dern R. A. 13. "auch luffen — gefangner’ fehlt C. 15. "Item am freitag — herein bracht’ 
fehle C?. Auch warb — her. bracht’ fehlt 42. Ad. 16. am freytag 02. 17. Karrelipurd 


BP. 22. und flugen — unfern: u. flugen etlich ver undern gar hart und fingen ir ein teyl 
fusfolks R. B.C. 26. herein fomen am montag früe noch fant Gallen tag R. 2. 


berg zuziehe, anbernfalls aber ſich ſammt ſeß an ihn hatte ergehen laſſen, nach reif- 
ei Eontingente der Stadt auf ben Heim- licher Ueberlegung mit feinen Räthen, 
sat begeben. Briefbuh Nr. 20, Bl. 1000 Dann zu Fuß und 200 Berittene 
88% (eg find mehrere BI. nad) einan- zu dem marfgräflichen Heere zu ſchicken. 
der 188 foltirt). Driginafbrief an Marlgraf Albrecht d.d. 
1. Um diefe Zeit verfprach der Bifhof Giech, 16. October 1449, in Fascitel 
don Bamberg auf eine Mahnung, die Nr. 377 des k. Archivs in Bamberg 
Markgraf Johannes durch Heinz von Auf- Nr. 87. 








174 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


pferven für Spitalertor und wolten daz vihe hin treiben, daz aus der ſtat 
gangen wer; da was dennoch Tein vihe aus der tat gangen. alfo chomen 
fie an vier wagen mit wein, waren ber teutfchen herren; alſo nanıen fie 
bie pfert und flugen ven faßen die pöven aus. indem kam daz gefchrei 
5 herein, wie die feint [138°] die küe wolten ‚hin treiben. aljo chomen vil - 
gereifiger und fußvolks hinaus für Spitalertor gegen den feinten, alſo 
bilten bie feint bei fant Wilbolg prünlein!, und die unfern ranten hinaus 
gegen in und zegten fich lang mit in, ob fie in icht mochten abbrechen. 
begleichen teten die feint und heiten ven unjern auch gern abbrochen; 
10 dann niemant mocht vem andern vil abbrechen, dann ber feint einer, ein 
gereifiger, warb gefangen und was ein merdijcher. alſo rudten die feint 
hiuter fich über die Rednitz an den Altenberg, und die unſern zugen in 
bie ftat herein. | 
Item als die unfern herein chomen uund geeken heiten, da waren 
15 etlich fußgengel an der vorgenanten funtag nacht hie auß gegangen ein 19. Oct. 
meil von Sulcgbach, heift zu Fürnriet, und heiten da umb brent und tri- 
ben ein großen raub von vihe herein. da kam potichaft, man het denſelben 
mit dem raub nach geeilt und het fie belegt zu Swaig?. alſo pot man am 
mantag, als die potichaft Fam, hie auf gereifigen und fußvold; und -alg 20. Det. 
20 fie hinaus chomen enhalben Egelvorf, do hom in botjchaft von ven un - 
fern, die auf dem birg bei Sulczbach geiveft warn, wie es in wol wer er- 
gangen und alles nit war wer. alſo zugen fie wider her, und. die traban- 
ten brachten wol 250 haubt vihs, küe, fchaff, ſwein und gaiß. 
Item alsbald viefelben und bie in entgegen zugen herein chomen 


2. 'daz — wer’ fehlt 32. 4. mit wein — pöben aus: mit wein gelaben vor ver flat (bie wa⸗ 
ren der teutfchen herrn 2°), vie warn von Sranden herauff gangen, do namen fie... . podem 
- auz (und verfchutten ven wein allen in daz kott B) R. B. 8. czetten B?. 9. ven unvern A. 
10. "dann — brechen’ fehlt 2°. 13. “auch hetten die zu ver Kad. — in bie ftat herein’ fehlt 
R.C. 14. die undern B?*) 15. tan — naht’ fehlt ZB’. 16. Sulpach B. Furreyt 22. 
18. gelegt 4°. 19. hie auf — fußvolck: zu Nuremb. auff allem gereifigem folk und puchſſen 
ſchuczen und allerley am montag nad fant Gallen tag zu mittag, daz fie zu Swaig retten 
{holten R. B. 20. Megelvorff R.a. a. 22. enhalben — war wer: enh. dem Egelvorff, 
da waz ez als nit war, daz man vie unfern belegt het R. B. 23. In ver Reife C fteht ftatt 
des ganzen Abſatzes nur: Auch waren ettlich fußknecht außgeloffen und branten ettlich dorf⸗ 
fer ab bey Furenreytt und brachten herr ein woll dritthalbhundert haubt vichs'. 


.N Die in ver Reihe A u. B vorkommende Form un der, die mit 'unfer’ ganz willfür- 
lich wechfelt, wird von num an in ven Barianten nicht mehr aufgeführt ıf. das Gloſſar). 


1. Wie ſich ſchon aus der unten Ord- mo in ber Note die Lage faljch „nordöft- 
nung Nr. 19 u. 25) näher bezeichneten lich“ ange eben ift. 
Lage ergiebt, Das heute jo genannte „Reur- 2. waig liegt am linken Ufer ver 
tersbränmlein“ im Weiten der Stadt, am Pegnitz zwiſchen Mögeldorf (“Egelborf’) 
Abhange des Linken Pegnigufers. Vgl. und Lauf. 
Endres Tucher's Baumeiſterbuch S. 159, 








Kriegsbericht 1449. 175 


umb veſperzeit an vemfelben mantag, do chomen bie feint wider gegen ber 20. Oct. 
ſtat und betten ſich gar feer gefterdt, daz man meint, fie heiten fich umb 
den Altenberg gefampt und daſelbſt geeſſen. alſo pot man in ver ftat auf 
geraifigen und fußvold für Spitlertor; die chomen hinaus und hilten 
5 aber gegen ven feinten und ſcharmüczelten mit einander, biß man die tor 
ſchir wolt zu fließen. alfo zugen die unfern herein, und bie feint zugen 
hinter fich und feczten etlichen baurn die pferd aus und fingen fie, die 
ruben und frant herein fürten. 
[Bi. 139°) Item am mittwoch nach ber 11000 maid tag in der vierden or 22. Oct. 
10 da chomen marggraff Albrecht und herczog Otto! mit einem geraifigen 
zeug gegen der ſtat durch ven walt bei Frawentor und chomen her auf 
dem weg gen Kurnburg, und do fie chomen im wald zum Lichtenhoff do 
ranten fie herzu und meinten, fie wolten ab brant haben Lichtenhoff, - 
Galgenhoff und waz vor Frawentor gelegen was. alſo ſchußen die vom 
15 Lichtenhoff gar faft unter fie, wann etwevil puchſenſchützen darinn waren. 
alſo ward man ver feint in ver ſtat gewar; da ranten unſer gereifig und 
daz fußvolck lieff aus ver tat, und die feint heiten anzünt neur ein haus 
zu dem eußern Galgenhoff, da man ünflit innen ausſmelcz, und prenten 
ab ein Haus zu dem Czerczagelshoff?; ſüſt warb auf ven tag nicht da 
20 verprant. und unfer geraifig fcharmücgzelten mit in, auch fchußen unfer 
püchſenſchützen faft in fie und aus ver ftat ſchoß man auch gar faft gegen 
in, daz ber feint auf ven tag vil ſchaden nam und auch gar vil wunt wa⸗ 
ren, die fie mit in bin fürten; auch beliben irr toten vil unteriwegen. 
auch brachten die unfern 3 reifige pfert und etlich geraifig tot man, wol 
25 angelegt mit harnaſch. und nach dem zugen bie feint am wald auf gen 
Egeldorf und branten do etliche heufer ab, und zugen gen Lauffenholcz 


2. — gefterkt und heiten mer folfs dann fie dez morgens gehabt hetten und man meint R. 2. 
5. mit einander, und ba ez abent waz da man ſchier die tor zu flieffen wolt do czog unfer 
folk gereifig und fusfolf her wider ein 3. und daz es abent warb do zoch unfer vold her 
.wyder ein 2°. 7. vie pferb' fehlt allen außer R. B und wurbe aus viefer Reihe ergänzt, , 
in der wörtlich fo flieht: "feczten den pawen etlich pfern auz die ruben und E. 5. f. und fingen 
etlich pawrn'. 8. "Item alsbald — fürten’ fehlt R.C. 10. Fund’ fehlt R. A. 12. gegen 
— zum Lichtenhoff: czu der flat vor Sramentor und waren durch ven wald komen auff bie 
firofs von Rurnburg herein und do fie vorn in ven wald komen pen dem Lichtenhoff R. 2. C. 
13, 'do ranten — Lichtenh.’ fehlt 4%. 14. Galqenhoff' fehlt 3°. 18. ‘zu dem e. Galgenh.“ 
fehlt 2%. C. (in OR vafür: "voor dem Frawenthor.) 19. Zerszagelshoff R. a. C. Gzernczu⸗ 
gelshoff ZB. 20. *zu dem eufern — verbrant’ fehlt 22. unf. geraif. zeug czett (zettet 2) 
fih und fcharmugelt mit in R. B. 21. ſüſt ward — faft in fie’ fehlt C?. 24. erberg wol 2. 
25. von harnaſch R. B. 26, Megelvorff R. a. a. 


1. ſ. oben ©. 1 
?. Berzabelshof eb R okelshof, eine Heine Stunde ſüdöſtlich von der Stadt. 


176 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


' 


und branten anch do. alſo zobe ber marggraff gen Lauff mit ben jein 
und berezog Otto gen Altoorf, und heiten unterwegen etifich pauren ge- 
fangen und etlich küe genomen. 
Item am pfingztag vor Symonis et Jude zugen hie etlich gereifig 23. oc. 
s und trabanten aus. und pranten ab ven marck zu dem Allersberg, der des 
Jacob vom Wolffftain was, und brachten ein rmıb von küen und pferben 
und etlich gefangen pawern. 
In der zeit waren etlich fußgengel hie ausgegangen und prenten fat 
enhalb Srefenberg. 
10 Item am freitag vor Simonis et Jude des abentz zugen bie aus 21.0. 
etlich gereifig und fußvolck und Iuden bei Schelnberg mer dann 30 fuber 
heus, bie der feint warn, und fürten baz herein. auf demſelben zug na- 
men fie 6 wagen mit wein, der warn 3 ber feint unb die andern 3 ber 
von Amberg; den gab man wider wagen und pfert und zalt in ben wein. 
15. [130°] Item auf venfelben freitag des abent waren etlich trabanten bie 
aus gangen, bei 40, und namen zu Rötenpach bei Borcheim! bei 50 hanbt 
vihs, küe, pferd und fwein, und brachten auch 2 wagen mit wein und 11 
gefangner paurn. 
Auch in der zeit luffen vil rott bie aus in bie dorfer umb Hails⸗ 
20 brunn, VBorcheim und andersivo, und brachten vil veub herein. 
Item am mantag vor Symonis et Jude 2 or auf den tag zugen 327. Oct. 
Nürmberg aus etlich gereifig und fußvold gen Effeltrich bei Vorchaim 
und ließen ettlich daz vihe daſelbſt anflahen. aljo Iuffen vie baurn heraus 
und wolten daz vihe ab geeilt haben, und ver unfern binterhut weiten fie 
25 nicht. alfo ranten unfer geraifig zu; da fchußen bie paurn in fie und 
werten fich gar faft, alfo daz fie der unfern ain tail wunten und in etliche 
pfert erfchußen. doch vanten die unfern in fie und ftachen und fchußen 
in die pawern, daz ir mer dann 14 tot lagen, und brachten ir 11 gefan- 
gen und mer dann 250 haubt vihs und chomen wol herheim?. 


2. Altvorff, do plegben fie die nacht R. ZB. 3. "und nad) vem — genomen’ fehlt R. C. 
5. gerelf. und ein teyl fusfolk und czugen in daz Solezgaw und pranten R. 3. Albers: 
yerg a. Albersberg im Sultzgey C*. dem' fehlt A. 9. enthalb B. ‘Inder zeit — Gre⸗ 
fenberg’ fehlt R. C. 11. pey dem ſloſs Schelnberg R. B. Schelmberg R. a. Schelberg 
4. a. . 20. Auch — herein’ fehlt C?. 22. Effeltereich R.3C. 23. etlich gefellen R. 
B.C. herauz mit werner hant R. 3. C. 28. mer dann vierezig 2. 


I. Röttenbach, drei Stunden ſüdweſt- altt Rechennberger und Albrecht Talichers- 
lich von Forchheim. törffer’ nad) der Stabt brachten, für de- 

2. Nach dem Gefangenenbud I. Bl. ven „Löfung mıd Atımg“ dem Rathe. 
31, 32 waren es II Gefangene, die ‘ver 35 Gulden 2 7/, 15 dn. blieben. 


Kriegsbericht 1449. 177 


Auch in der zeit warn etlich fußfnecht hie ausgeloffen und brochten 
ein großen raub von vihe, hetten fie genomen bei Amerßdorf. 
Auch warn etlich fußgengel ausgeloffen enhalb Weiſſennoch! und 
betten ein vaub an geflagen. bie wurden geeilt von ven pawern und etli- 
s hen geraifigen vom Hilpoltftein und von Negenfperg, daz die unfern 
kaum dovon famen, und bliben bei 3 außen, die gefangen und erftochen 
wurden. 
tem am pfingtag früe vor aller heiligen tag riten bie etlich ge-30. Det. 
reifig aus und hielten in einer hut neben Pairstorf. alſo waren etlich - 
10 geraifig von Bairstorf heraus auf die futrung geriten, der fingen fie 6 
und erjchußen ein, und prachten biefelbigen geraifigen mit pferden und 
5 paurn und etliche pawerpfert herein. 
(Br. 140°) Item am pfincztag vor aller heiligen tag des abenk 5 or in die 30. Het. 
nacht kam herczog Otten volck, ein großer zeug von raifigen und fußvold 
15 und mit vil wagen und einer großen puchfen für Fiſchpach? und prenten 
baz aus; darzu halfen im die marggrafiichen von Pairstorf. und bie- 
felbigen von PBairstorf zugen an aller heiligen tag wider haim und cho- 1. Nov. 
men für ven Neronhoff, bei Eſchenaw gelegen?, und verfuchten fich und 
wolten daz hans aufgeprant haben. alſo werten fich die gar kecklich und 
20 Ichußen in pferd und leut, das etlich tod lagen; alfo ließen fie davon. 
Item am funtag an aller fele tag zu abent zugen etlich prabanten 2. Nov. 
bie auß wol mit 40 wagen und luden bie wagen all mit hen und Fraut 
und foren enhalb ver Leinburg bet dem Entenperg. 
Item an bemfelben funtag vor mitternacht zoch herr Rewß von 2. Nor. 
25 Blawen bie aus und het mer dann 300 gereifige pferd, und waz er fchickt 
auf demſelben zug ftet hernach gejchriben. 
Item am eritag vor fant Linhark tag hielten unfer geraifigen bei 4.Nov. 


2. von vihe herein R. 3. vey Am. und anderswo B. 3. Weiffenah R.a. Weyſenach 
R. B. 7. Auch in der zeit — erftochen wurden' fehlt C?. 9. riten — Bairstorf: reyt zu 
Nürmb. auz ein gereifiger czeug und ritten auff daz pirg pey dem Hetzels (Gegelt 2) neben 
PBairstorff, und hielten, ob fie Hinter ymant gereifigs Fomen mochten over hinter ander ding 
R. B.C. 15. in dem wald (dem wal 2?) fur Fiſpach B. 18. fur day hawz zu dem Newen⸗ 
hoff R. 3. 20. In C? ftatt des ganzen Abf. nur: °— komen die feind hergog Otten vold 
und des marggraffen und brantten Viſchpach aus’. 22. und wol xı ler wagen R. B. Der 
Tert wird hier in C? unterbrochen, indem mindeſtens gwei Blätter fehlen. 25. Blauen 42. 
Blaumen 43. Plahen 3. *hieaus’ fehlt R. A. a. «. 


1. Weiſſennohe, Benediktinerkloſter 3. Dieſes Neunhof (das Dorf nebſt 
und Dorf ſüdlich von Gräfenberg. Vogteirechten und Halsgericht) hatte 

2. Fiſchbach, Dorf im Lorenzer Reichs⸗ Burggraf Friederich (VL) im J. 1405 
wald, 2 Stunden ſüdöſtlich von Nürn- an die Pirkheimer verkauft. Mon. Zoll. 
berg. VI, Nr. 270.—K. _ 

Stäptechronifen. 11. 12 


178. V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


12 in einer hust. aljo fam ein geraifiger zeug von Swabach gen Kadolcz⸗ 
burg und bie hetten zwen nachtraber; dieſelben 2 fingen die unfern, daz 
jein der zeug nie gewar ward, und prachten bie 2 herein: der 1 hieß 
Propel, 1 wirt zu Kabolezburg, ver ander 1 merfifcher. 

5 Item an vemfelben eritag zu abent zugen bie aus etlich gereifig a. Nor. 
und vil fußvolds mit püchfen und armbroften zc. und fomen am mitwoch 
früe für ven mardt Pairstorf. und in dem markt warn gar bil gerei- 
figer von rittern und Fnechten, und alfo fchußen die unfern und wurfen 
mit feur ein und gingen kecklich hinan; alſo ward der mark prinnent, 

10 und die ritter und knecht warven flihen in daz floß zu PBairstorf und 
prachten etliche pferd und auch anders in daz floß, waz fie mochten auf- 
flihen. auch fluhen ir ein teil auf ven kirchturn; alfo geiwunnen die un- 
jern die von dem firchturn mit gemalt herab; auch prenten fie ven mardt 
ans, alfo fingen die unfern in ver kirchen und mardt 35 evel [140°] und 

15"gereifig und prachten 43 gereifige pfert und bie gefangen herein. wer fie 
fein und wie fie genant fein ftet hernach gejchriben. auch fingen die un- 
fern wol 35 der von Pairstorf und prachten wol 300 haubt vihs, Te, 
pfert der pauen und fchaff und fwein. auch maint man, daz gar vil ge- 
reifiger pfert in dem mardt verprunnen. und als die unfern her heim 

20 zugen, da branten fie ab ein mül zwiſchen Pairstorf und Erlang. auch 
branten fie etliche heufer zu Erlang ab, die vor beſtanden waren. auch 
brachten die unfern vil panczer und anders harnaſchs und hausratz, daz 
fie da genomen betten. 

Hie ften gefchriben die gefangen von Pairstorf. 

25 Oswalt Rabenfleiner, Cong Sturmer, Hanns Tanporffer, Hanns 
Lengenfelver, Eberlein Grunwalt, Nikel Prantner, Hanns Flechßer, 
Heinez Heß, Hans Stammerstorffer, Linhart Haidnaber, Hanns von 
Haynnitz nent fich 1 herren, Clement Gogman, Hanns Reichart, Concz 
Pöglinger, Steffan Pötzlinger, Ot Grelner, Heintz Hurnig, Concz Pern- 


1. gereif. ezeug dez marggraffen lewt R. B. 2. die felben czwen nochtraber die wurden von 
unfern gefellen gefangen R. B. 4A. Pröppela. der wirt vonder Kad. B. 12. und alfo 
— fliden: alfo ſchußen die undern mit fewr (mit fewer pfeyl 22) in ven mardt und wurffen 
auch fewr ein, daz ver m. prennen warb. und bo fie in dem mardt gewar wurben, daz bit 

- von Nuremb. vor dem mardt warh, do fluhen vie evel lewt und ritter in daz ſloſs zu P. und 
prachten pferd — waz fie mochten R. B. und ähnlich in C. "auf flihen’ fehlt auch R. a. 
auch kamen vie undern in ven mare und gewunnen bie von dem fircht. R. 3. C. 20. Payr⸗ 
vorff 42. 21. auch branten — waren: auch pranten fie dem mardt zu Erlang etl. 5. ab 
waz vor beftunden waz, daz man vor nit verprent het R. B. ("day — het’ fehlt 32.) harnaſch 
4. 24. Item als vor gefchriben ftet, daz die undern von Nuremberg zu Pairstorff xxxv 
edel und gefangen Haben, die heiffen mit namen alfo R. 3. 25. Strumer 4°. Stromer 
B?, 26. Lengelfelver 3. Pranter 3. Blofcher R.a. 44. Fleſcher a. 27. Heiß R. a. a. 
Heiß At. Heydnaber B. 28. Gocznamen C. 29. Hürnig 42. Hornig A*. 








Kriegöbericht 1449. 179 


hart, Nikel Hiferlein, Eberhart Evelman, Concz Piverman, Pertolt 
Szollner, Jeronimus Krafft. 

Hie hernach ften die knecht bejcehriben: . 

Item Endres, bern Frivrich von Kingberg necht; Niclab, des Fricz 
von Sparneck knecht; Hanns [und] Albrecht, Friczen von Walnfels knecht; 
Diecz von Aderstorff, Fricz Koch, Hanns Klee und Francz des Heintz 
von Kotzaw knecht; Concz Wüſtenwald und Hans Wüſt des von Spar- 
neck Inecht. die find faft Voitlender'. 

[81. 141°] Item am pfingtag an ſant Linhartz tag zu abent zugen hie aus 6. Nov. 
etlich geraifig und vil fußvolcks mit etlichen wagen und chomen am freitag 
früe_für ven Rotenberg und gewunnen daz ftetlein und ven vorhoff, oben 
auf dem NRotenberg gelegen vor dem floß?, und prenten daz ftetlein und 
ben vorhoff gancz aus und namen, waz fie darinn funden von vihe und 


2. Corner 42. 


1. Nach dem Gefangenenbuche war 
Linhart Grolant, ‘die zeit vorftmeifter , 
Hauptmann des Zuges. Das dert I 
Bl. 34 aufgeführte Verzeichuiß der Ge 
fangenen weicht von dem im Terte gege- 
benen nicht unweſentlich ab. ‘Die nad- 
geichriben edel und geraißig find mit an- 
dern erbergen geraißigen getegt: Oswalt 
vom Rabenftein, Hanns Tanborffer, Lin- 
hart Heydenawer, Cunk Stürmer, Nidel 
Prandiner, Cunt Poßlinger, Steffan 
Potzlinger, Heintz Hell, Hanns Lengen- 
felder, Element Gotenam, Hanns Flechi- 
fing, Seronimus Craft, Cuntz Bernhart, 
Pertholt Zollner, berbart Edelman, 
Hanns Schmid, des Lichtenſteyners kneht, 
Frantz Koch, des Hafen Roders knecht, Dit 
von Oberstorff, Frank, Hanjen von 
Koczaid kneht, Hanns Kefjler von Koburg, 
Hanns Reichhart, Eberlein Grunmwalt, 
Ott Srellner und Steffan, ped bes Ra- 
benſteyners Inecht, Hauns Haus, des von 
Wönaw knecht, Peter, der Heſſen kneht, 
Nickel Heſerlein, des von Veyltſch knecht, 
Hanns Wüſt und Cuntz Wuſtenwalt, des 
lantgrafen (von Heſſen) kneht, Endres, 
herr Fridrichs knecht von Kindsperg, Rickei 
Voyt, des Spameders fucht, Cuntz Pi- 
derman, bes ZTobeneders Tncht, Hans, 
des Fri von Waldenfels knecht, Auͤreht. 
Fritz von Waldenfels knecht, Hans Gefat⸗ 
ter, des Roders knecht'. — Außerdem 
wurden noch 37 Öefangene gemacht. 
Dieje zahlten baar Geld ‘on ir ſchaezung 


3. Hie — beichriben’ fehlt 4°. 
8. Concz Wüftenm. — Boitlenver’ fehlt 2%. 


5. Waldenfels B. 6. Klae R. a. a. 


11. fußvorlds A. 


und aczgelt’ 117 Guld. und 52 dn.; da⸗ 


. von wurden 70 ‘fobgulden’ gegeben (der 


Lohn für den, der Die Gefangenen präjen- 
tirt) ; jo blieben 47 Guld. 52 dn. und ein 
Fuber Wein, das Ulrih Voyt von Por- 
dorf zu liefern batte verfprechen milffen. 
— Ueber die Eroberung von Bayersporf 
wird am 11. November an Jobſt Tegel 
berichtet, daß ber Marigraf ben Ort mit 
egen 350 Perſonen "guter leut' beſetzt 
hatte, mit Rittern und Knechten. In die- 
jem Berichte wird die Zahl der Gefange- 
nen auf 73, worunter bei 30 ‘Erbern’, 
angegeben. Unter der Beute wären wohl 
50 gefattelte Hengjte, über 100 Kühe und 
viele gut gemäftete und andere Ss ontveine 
geweſen. Brfb. Nr. 20. BI. 2 

2. Rotenberg, ſeit 1400 * shi. 
ſchem in pfälziichen Beſitz übergegangen 
(vgl. Bd. I. d. Nbg. Chr. ©. 365, 8 u. 
A. 5), war bei der Theilun ng der pfälzi- 
ſchen Lande durch die Söhne K. Rupredhts- 
an bie Linie von Neumarkt gekommen 
und Daher jeßt (vgl. oben ©. 160, 4. 1) 
ben Pfalzgrafen Otto untergeben. Bgl. 
C. L. Tolneri hist. pal. cod. dipl. 
p. 154 und Dazu Feßmaier, Verſuch einer 
Staatsgeſch. d. 9 erpfalz (Landsh. 1803) 
I, ©. 59. Ueber das heute 
ſchwuudene Städtchen vor der Burg ogl. 

I. M. Fuchs, die ehem. Bergveſte Ro— 
dat, im XIV. Jahresber. d. hiſt. Ver. 
f. Mittelfrank. S. 66. — K. 


12* 


anz ver 


180 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


allerlei; und gar vil traids warb darinn verbrant. auch ward der unfern 
bil wunt und etlich zu tot erfchoßen; und fie prochten vil wagen mit dem 
borgenanten raub und 200 haubt vihs von küen und pferben und vil ge- 
fangner pawern. 


5 Item am funtag vor fant Merteins tag des abent zugen zu Nürm- TE 


berg aus etlich gereifig und vil fußvolfs und chomen für Kadolczburg 
und gewunnen den mardt oben vor dem floß, den hetten fie fo faft umb- 
graben und verplandt und gefeftigt, daz er gar hart was zu gewinnen; 
doc) jchußen fie feur ein und chomen in Den mardt, und waz teglicher da- 

10 von mocht bringen, daz ließ man im, und brenten ven mardt aus. aber 
fein fihe mocht man dovon bringen von vergrabens und verjchrandung 
wegen; und daz vihe und füft vil guß verpran in dem marckt. auch ſchoß 
man gar faft aus dem floß, daz der unfern vil wunt und etlich tot ge- 
jchoßen wurben. | 


15 Item an jant Merteins tag zu abent zogen bie etlich gereifig up! 


und vil fußvolds mit wagen, und chomen für Ezenn und wolten Ezenn 
auch ausgebrant haben mit feur einfchießen, und brochten auch püchjen 
bofür. alfo wolt daz feur mit dem einfchießen fein gut tun, auch wolten 
bie püchſen nit laßen, daz fein unfer libe fraw vilfeicht nit haben wolt. 
20 alſo zugen die unfern an ent her beim, und am haimher zihen teilten fie 
fich bei Farnbach von einander, und ain tail zugen gen Frawnaurach zu 
und wolten do ein raub genomen haben, alfe daz fie an alle ordnung 
herheim zugen. 
Indem het ſich der marggraff geſaminet, als er gehört het, daz die 
25 unſern vor Czenn wern, und hielt mit einem großen reiſigen zeug in ber 
Hart? enhalb Fürt. und die unfern zugen bei einczigen her heim, das fei- 
ner auf den andern wartet, und ir vil waren einczigen von Fürt her 


1. auch wurden R. B.a. 8. geplandt B. 9. fchuflen ſy feint ein A?. 10. mit mocht 
bringen’ beginnt ver Tert wiener in C?. 16. Czein R. B. 19. auch wolten — wolt: 
auch w. d. buchfen fein gut thun, ven fie wolten nit laſſen 02. nicht gehabt wolt haben B?. 
21. Sarmbah 32. 21. Frawenaurbach 42. 43. 22. orgnung 4°. 42. 26. enhelb A. 
27. Indem Het ſich — von Fürt her: In dez do der margg. vernomen het, daz bie von 
Nurmb. vor Ezenn (Zein 32.) warn, va waz er auz (auf B2.) mit vil gereifigs volf zu Swo⸗ 
bach und Kadalczpurg und allenthalben va er dann fein volf het, und furczoch (verzoch 2°.) 
unfer folf und hielt in vem bolcz in ver Hart enhalb Fürt (Hilt in der Hart bei Fürt 2%), 
alfo vaz unfer lewt gen Swobach komen (gen Varnbach kumen 3%.). do warn der undern 
vor her vil pey eingzigen herheym «zogen, fusfolk und gereifig. und die andern czugen auch 
pen einezigen- herheym und ir feiner pleyb pey dem andern, und unders fusfolfs was pey 
einezigen vil von Furt her R. 2. 


Nach dem oben angeführten Briefe loſten. — Hauptmann des Zuges war wie⸗ 

an Zope wurden bei Diefem Zuge 17 Ge- der Linhart Grolant. (Gef.-B. a. a. O. 
langene gemacht, Die fich (nach dem Gef.-B. 2. Der „Hart Wald“ norböftlich von 
1. 81. 36, 37) mit 131 @uld. 322,17 dr... Langenzenn. 


- Kriegsbericht 1449. ' 181 


[141°] gegen ver ftat chomen. und do die marggrafifchen daz fahen, va 
ſchickten fie etlich gereifig bei ven Altenberg über die Rednitz her gegen 
der ftat biß gen fant Johans!, daz man wolt ween, ed wern unferr leut 
an dem herein zihen. und biejelben ferten wider umb und vanten ven 

s unfern entgegen hinaus, und waz fie unfers fußvolds anchomen, bie 
jlugen fie und erftachen fie. indem warn die unfern bie legern hernach 
fomen biß gen Fürt mit den wagen und gereifig und ein tail fußvold; 
und der gereifigen waren kaum bei 24, bie dennoch bei ven wagen waren, 
und bie andern waren alle anderswo geteilt, und ir warn ein teil vor 

10 herein geriten. aljo ranten bie feint auß ver Hart gegen unfern gereifigen 
und gegen den wagen mit dem zeug und gegen ven fußleuten, die dennoch 
bei den wagen waren; die waren zerſtreut und waren in feiner ordnung. 
alſo flohe teverman, geratfig und fußvold, überal aus, wo fie mochten, 
und chomen ir vil in daz waßer, daz villeicht etlich ertrunden fein. alſo 

15 ward des fußvolcks vil gefangen und die gereifigen chomen davon; auch 
ward ver fußfnecht und wagenleut wol 100 erflagen und erftochen. und 
fürten die gefangen mit in bin, ver warn 50 over mer eitel arm Ieut, 
pauren, wagenleut und ander vrabanten, und vie wagen mit püchlen und 
zeug und bil wagenpfert: und barunter was ein wagenpüchs, ſchoß ein 

20 ſtain als ein kopf, und 4 karnpüchſen, fchußen ftain als ein poßkugel?. 


1. und daz die R. A. 2. Rennycz 3°. 5. unfers volcks R. a. 6. vie lehten At. a. a. die 
legten hernach und kumen a?. 10. “indem — geriten’ fehlt R. C. Diefe Reihe giebt über: 
haupt von nun an ven Kriegsbericht nur auszugsmeife, fo daß nur das Fehlen ganzer Abfäpe 
angemerkt werben kann. 12. und waren R.a.u. 14. va villeiht R.a. das va villeicht a. 
16. erflagen und gefangen erftochen 42. 42. und fo urfprünglich auch in A. 20. In R. a. 
ſchließt biefer Abfag: "und auf den tag in verfelben flucht warn einer, Imhoff genant, An⸗ 


thoni, des Chriſtan Imhoffs jun bey fant Lorengen, erfchlagen bey Fürt'. 


1. St. Johannis Kirche und Kirch- 
hof, kaum 10 Minuten weſtlich von Nürn- 
berg entfernt. (Vgl. Bd. I, ©. 353.) 

2. Ohne Zweifel ift es Diefer Zug, 
von dem Ludwig von Eyb in etwas con⸗ 
fufer Weife (S. 128 f. der Ausgabe fei- 
ner Denkwürdigkeiten von Höfler) [pricht. 
Danach wäre der Borgang folgender ge- 
welen: Die Nürnberger zogen unter Reuß 
von Plauen und Kunz von Ka 
nach Zenn. Als die martgräflichen Haupt- 
leute Walter von Hürnheim und Ludwig 
von Eyb davon Kunde erhalten, beunru- 
bigten fie Die Nilrnberger von Kabolzburg 
aus, wo fie bei 100 Pferde ftehen hatten, 
und ſchickten den Zennern gerade noch zu 
rechter Zeit 40 bis 50 Mann zur Unter- 
flügung. Diefe trugen dann zu dem Re- 


jultate bei, das auch unfer Kriegsbericht 
meldet. Indeß penachrichligten bie Haupt» 
leute den Markgrafen, der zu Schwabach 
lag, und diefer fam im Eilmarjch heran- 

ezogen, traf Die Nürnberger auf ihrem 

üdzuge bei Fürth, zeriprengte fie, ſo 
daß ein Theil Über das Waffer nad) Dop- 
penreut, ber andere direct nah Nurn⸗ 
berg floh, verfolgte dieſe im fortwährent- 
den Handgemenge bis an den Stabtgra- 
ben und nahm ihnen Wagenburg und 
Geſchütz ab. — Der Rath berichtet über 
diefen Borfall am 13. November an Weif- 
jenburg: ‘als die unfern nit gern feyern, 
fein fie mit einem gereyfigen zeug und 
einer merclihen antal fußvolkes, des un- 
fern, an fand Dierteins tag zu nacht bey 
uns ausgezogen und mit guter ordnung 


182 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item darnach chomen des marggrafen leut über etlich unfer arm 
leut, die in den walt nach holcz furen, und über etlich arm vogler, und 
ermörten und erflugen fie. 

Item als vor gefchriben ftet, daz der herr von Blawen hie an aller 
jele tag zu nacht außrait mer dann mit 300 gereifigen: und am mantag2. —* 

3. 
früe darnach huben fie an zu brennen an einen dorf, genant zu Reten- 
dorf neben Hailsprunn!, und brenten neben Onolczbach daz Iant ein biß 
gen Winsheim, und verbrenten auf [Br. 142°) ven tag 13 große börfer 
und vil mül und fcheffhöff, und famen des abent gen Winsheim und be- 
10 liben da, und riten darnach, fie und die von Winsheim, gen Rotenburg 

und brenten auch auf dem rit vil dörfer ab. und riten doch bie unfern, 

bie von Rottenburg und die von Winsheim und brenten umb Kreulsheim 

bil dörfer ab und zugen da wider gen Rottenburg und darnach gen Wins- 

heim, und zugen darnach von Winsheim auß gen Kytzing? und verpren- 
15 ten umb Kytzing vil dörfer. darnach riten die unfern gen Heidingßfelt 
und riten auch gen Wyrczburg. alfo het der marggraff vil belt auf bie 
unſern beftelt, daz er meint fie niverzelegen; aljo riten die unfern von 
Heidingkfelt über Steigerwalt für Stüßelfelt unbeſchedigt her heim und 
fomen am montag früe nach Martini, und hetten auf dem rit umb Kytingır.=. 
in ven börfern gar vil weins verwäft und mer dann 70 große dörfer 
und mül verbrent. 


— 


2 


= 


7. huben die undern an zu prennen pey Halſprun R. 3. C. Anſpach 2?. C. Alerſbach C*. 
8. In A wechſelt vie Form Winsheim' mit Winßheim'. 11. und — nufern: und vo fie 
gen Rotenburg fomen do ritten die undern R. B. darnach riten fie zu Rotenb. aus 0%. 
12. dy von Nurmberg un dy von Winß. 4°. 15. Heydigsfelt 4%. Heydesfelt R.a. Hay: 
velfelt 2°. 17. geftelt 2°. geſetzt R. a. 1 8. Haivelfelt a?. Haidfelt 32. 20. erwüſt 4°. 
21. daz fie auff dem riet mer dann — verprenten R. 2. 





gevertigt worden und in berjelben nacht 
gerudt fur Zenn die ftat, drey meyl fon 
unfer flat, und wann di in biefelben ftat 
Zenn, doch den unfern unwiſſenlich, et- 
wievil leut komen waren, darumb fie als⸗ 
dann daſelbiſt ſo geheling nicht geſchicken 
mochten, ſunder als ſie ni darnach an ber 
mitwochen abzugen und biß gen, Fürt, 
ein meyl von unfer ftat unbeleidigt Ta- 
men, in me — daz ae nü ficher wern, 
trat unſer —5— auß ſeiner ordnung 
und geſchick und trantten ſich, alſo kamen 
die veynde wol mit virhundert pferden 
unter ſie gerannt und haben der unſern 
bey hünderten pawrsfolks und armer ge- 
jellen ‚erflagen und etwievil gefangen, der 
zal wir noch nicht wiſſen, bey virtzig wa— 
gen, vier karrenpuchſen und ein wagen⸗ 
puchſen uns da genomen und hingefuͤret. 


aber unſer gerayſiger zeug iſt von den 
gnaden 7 ots unverſeret wider zu ung fo- 
men. ſollichs wir ewrer weisheit im beſten 
verkunden, nachdem und die veynde die 
tat mit gefchrey vaft groß werden machen, 
daz ir denn des aljo von uns unterrichtet 
jeyet’. . (Mr. 97 im Fascikel 377 bes 
Bamberger Archivs. — Original auf Per- 
gament.) 

bro 1- Ketteldorf nordweſtlich von Heils⸗ 

ron 


— 
— 


2. Die Stabt Kitiingen (am Maine), — 
ſchon früher theilteile in burggräflichen * 
Beſitz, war ſeit 1443 durch pfanbweile—T 
Ermerbung des leiten wirzburgiihen an — 4 
Iheits ganz in bemjelben übergegangen- — 

Bgl. J. A. v. Schultes, Hiftor. Schrift. — 


I, ©. 158, 
Bit. d. preuß. Staats ©.19. —K. 


159; Lancizolle, Geſch. — 








Kriegäbericht 1449. 183 


Item am mittwoch an ſant Elfpeten tag va kam ein gereifiger zeug 19. Nov. 
von Swabach gen Lauff, und unterwegen fomen fie in dem wald bei dem 
Weirhaus heraus aus dem wald und verprenten etliche heufer zu dem 
Szernzagelshoff ab. alfo ſchoß man auf der Faleznerin hamer! und auß 

5 dem Weirhaus gar faft unter die feint und erichußen ein gereifigen, ben 
fürten fie toten mit in bin gen Lauff und fampten fich do, und brachten 
am pfingztag darnach an dem abent vil volds für daz haus zum Newn-20. Nov. 
boff, zu ros und zu fußen, und ein große puchſen; und daz felbig haus 
was neur ein Iufthaus, nit weit von Ejchenam gelegen. darauf waren et- 
10 lich gejellen, und do fie ven gwalt fahen, do ergaben fie fich, und daz haus 
ward außgebrant. 

In des waren etlich unjerr gereifig geriten gegen Erlang werk und 
brochten wol 54 haubt vihs, küe und pfert; auch waren etlich trabanten 
anderhalb und brachten auch ein raub küe herein. 

15 Auch raubten die feint die unfern und namen in küe und pferb und 
- fingen die pauren allentbalben wo fie mochten. 

[142°] Item am funtag zu abent vor Katerine riten hie auß etlich gesas nor. 

reiſig, bei 150, und hielten bei Lauff in einer but und ſchickten am mon- 
tag früe irer gefellen, daz fie folten brennen ob Lauff, ob ſich iemant gerai- 

20 ſigs von Lauff heraus wolt laßen, ob fie hinter fie mochten chomen. alfo 
hielten die unfern lang, aber niemant wolt fich herauf laßen; alfo chomen 
bie unfern am montag zu mittag her wiber. 24. Nov. 

In dem hetten ſich die marggraffen und ir helfer gar ſtarck geſam⸗ 
met und chomen an demſelben montag an ſant Kathrein abent zu mittenz4.Nov. 

25 tag und bielten neben Grindlach in dem wald mol mit 800 pferven, und - 
ſchickten etlich herein gen Buch, etliche heufer ba zu brennen, die vor be 

2. in den wald vor Frawentor pey dem Weirh. R. B. 3. in den w. bey dem Fronhoff her⸗ 

ausa. indem m. bey vem forhaus heraus A*. a2. u. etliche dorffer R.B. 4. Zercza⸗ 

gelhoff 42. A®. B2. Zerszagelshoff R.a. Zagelhoff u. Pfalgnerin a. nes Falczners R. B. 

5. ‘ver Falcz. — unter’ fehlt 43. (= einer Zeile von 42.) 8. Newenh. pey Efchenum R. B. 

9. und daz — gelegen: daz Eont feinem gewalt vor fein, warn ez newrt ein lufthaus waz R. 2. 

14. auch anderswo R. B. 16. "Item am mittw. — wo fie mochten’ fehlt R. C. 18. hut’ 

fehlt A. 19. folten prennen doſelbſt oben auff auf daz ob ſich N. 3. 21. lang in dem hald 

B. 23. vie marggrevifchen R. a. u. 24. In dem — homen: In dez hetten vie marggrafs 

fen vil folks zuſamen procht von irem folf und ander bern wolf, bie ir helffer waren, zu (by 


waren zu 3?) Forchaim und Pairstorffunn anderswo gelegen und vie komen R.B. 26. und ' 
etlihe R. A. a. und lieſſen doſelbſt zu Puch an czunden etl. heuſ. R. B. geftanven 2. 


1. Eine Vergleichung der verſchied⸗ am Anfange des 15. Jahrh. im Beſitze 
nen begüglicgen Stellen im Kriegsbe- Herdegen Falzner's vorkommende (vgl. 
richte (3. B. S. 186) und in E. Tucher's Würfel, Nachr. I, 40) Gleishammer, vom 
Vaum eiſterbueh (in letzterem beſonders Frauenthor eine fleine gelbe Stunde öft- 
©. 163 u. 216) ſcheint uns darzuthun, ich, zu verfteben ſei. K. 
daß unter der Faleznerin hamer' der noch 


x 


or 


1 


= 


— 
or 


2 


= 


2 


or 


30 


184 V. Rürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ftanden warn!, und etlich ftrohauffen, und triben do etlich küe hin. alſo 
kam daz gejchrei herein, wie die feint do außen weren, aber man weit nit, 
daz fie als ſtarck weren. und ver herr von Blawen und ander unjerr ge 
reifig ranten hinauß wol mit 400 pferden nahent biß gen Grindlach; 
alfo Liegen die feint unfern gereifigen vil fürlaß, daz fie gern hinter fie 
chomen wern. und bie feint ſchickten ein Flein zeug, die fich jehen ließen 
auf daz, ob die unfern mit in treffen wolten, fo wolten fie dann mit dem 
ganzen hauffen auf die unfern brochen haben. in des waren etlich auf 
der wart und die hetten ven großen hauffen erjehen und teten daz unjern 
kunt; alſo wenten fich die unfern wider gegen der ftat werk. ba baz bie 
feint erfahen, da ranten fie in nach mit dem ganzen zeug und jagten bie 
unfern mit gewalt herein in vie zeun vor Zirgartner tor in ber ftraße 
vom Tan?, und fie volgten in nach mit der ganzen macht. und do bie 
feint homen zu des Förchtels garten, der ieczund Peter von Was ift, da 
bliben die feint halten, wann fie vorchten vie püchſenſchüß aus der ftat. 
auch was gar vil fußvolcks aus der ftat chomen, vie fchußen gar faft in 
bie feint mit püchlen und armbroften; auch fchußen die feint gar vaft 
gegen unfern leuten. auch warden ber unfern gereifigen auf den tag 2 
erfchoßen am einher [Br. 143°) rennen; auch ward Con von Kauffungen 
auf ven tag mit einem pfeil durch ven leib gefchoßen, doch warb er geheilt 
und gejunt (der was der ftat diener, ein evelman) ; auch ward Wilhelm 
Haller auf den tag gejchoßen in ven leib, daz er am dritten tag ftarb. 
auch wurden ver unfern bei 5 gefangen, vie vilen am herein rennen, aber 


die pferd Famen am meiften herein; auch warb unfer feint einer gefangen, 


des bifchoffs von Eyſtett Diener einer, genant Appentefer. in dem als bie 
unfern und die veint herein ranten, da waren ver unfern trabanten vil 
auf ven goßader, in fant Johans Firchen und in daz pfaffenhaus gefo- 
men, bie ſchußen vaft in die feint; auch fchoß man gar vaft auf der ftat 
und vor der ftat in bie feint, daz der feint und irr pferd gar vil erſchoßen 
warben. daz wert alfo biß es abent warb und tundel. alfo zugen bie 


5. vil fürbas Ad. 7. treffen wolten haben B. 9. indes het ver Rews von Plawen etlich 
auff vie wart geſchickkt R. B. 13. pey vem Ton 32. 14. von Watt R. a. A®. des Peter 
v. Wat B. 19. herein rennen B2. Kuncz v. Kauffung 3. Kauffingen«. von Kauf B*. 


c2. von KRauffen ©. R. a. 25. Appoteler R. a. (2. 27. gogader geloffen 4. 4. — 


in dez pf.haus B. 


I. Bgl. oben ©. 148, 25. | letzteren Stelle, welche mit Baumeifter— 


— 


2. Vgl. über die Schranken, welche buch 213, 28 zu vergleichen ift, läßt ſit — 
man bier errichtet hatte, Endres Tucher's auch Die Lage des im Folgenden, genanı- m 


Baumeifterbuch 21-4, 3 f. und die unten tem Gartens deutlicher erfennen. K. 
folgenden Ordnungen Nr. 19. Aus der 


Kriegsbericht 1449. 185 


aımfern hinter fich in bie ftat, und bie feint zugen auch hinter fich und 

Yürten von iren leuten, die ſchaden von ven unfern genomen betten, vil 

Coter und wunter leut mit in bin, und begruben ver toten ein teil zu 

Stawnaurach und anderswo. und ber feint zugen ein teil gen Czenn, 

, zund ein teil gen Pairstorf und ein teil gen Vorcheim. und bo die gen 
Vorcheim fomen, da prachten fie etwe vil harnafch mit in, ven fie villeicht 
ven iren abgezogen hetten, vie ſchaden genomen hetten, und fprachen, fie 

beiten ven harnaſch der von Nürmberg leuten genommen, die fie niver 
"gelegt hetten, und peuten ven harnaſch. 

10 tem darnach und daz ergangen was, ba zugen bie feint von Swa— 
bad, Lauff und allenthalben herzu in dem wald teglich und warten auf 
unſer pawern, die auß ver ftat noch holcz furen; und wo fie bie fingen, 
fo namen fie in wagen und pfert und Icheczten dann die pawern, wann 
man in nit erwern Font, fie wolten ie hinauf faren. 

15 Auch zugen unferr gereifig und fußvolck teglich aus und brachten auch 
bil raub und treid und heu, wo fie mochten. 

Item am funtag an fant Enpres tag zu abent zugen hie etlich tra⸗30. Nov. 
banten aus an die Ayſch zu Keftel bei Dachßpach und brachten ein raub 

füe herein. 

n (tas?] Item am montag nach ſant Endres tag des morgens gar früe 1. De. 
da warn bie feint aber herzu fomen in dem wald vor Frawentor bei dem 
Lichtenhoff und hetten ein großen gereiſigen zeug und vil fußvolcks, und 
hetten auch hinter in im wald vil wagen mit püchſen und anderm gezeug, 
daz ſie meinten, ſie wolten an Werd! ſein, und meinten, ſie wolten 3 or 

3 dor tags dafür chomen fein. daz het ſich verzogen, daz fie erſt mitſampt 
dem tag ans dem wald chomen. und ir etlich ranten herzu biß zu der pa- 
piermül?: des warb man von ſtund an in ver ſtat gewar und kom vil 
volcks hinauß zu ros und zu fußen. alfo het man ven Lichtenhoff befeczt, 

der Falcznerin hamer und daz Weirhaus mit vil püchſenſchützen, die ſchuſ⸗ 

3 fen gar faft in die feint; auch die püchſenſchützen, bie auß ver ftat geloffen 


9. harniſch R. a. 11. allenth. pey einezigen in vem walt R. B. 16. Auch czuhen unfer 
etlich gefellen auch pey einczigen auz und namen auch etlich rawb, trayd und hew und fyh, 

wo fie mochten B. 18. Daspach B. Dazpach 32. 19. ‘und ver feint zugen ein teil — Füe 
herein’ fehlt R. C. *Item am funtag — küe herein’ fehlt «u. In R. a folgt nun noch einmal 
der Abſatz: "Item am funtag zu abent vor Raterine — biß: nahent biß gen Grindlach'. 
21. in dem wol B. 23. Hinten im wald B. 24. fie wollten Wertt gewunnen haben C?. 

fie wolten — fein” fehlt a. ſie [holten A. 29. ver Falcın. hauß R. a. «. 


1. Die jebige Vorfiadt Wöhrd. (öntie) vor ber Stabt; |. Bo. 1. d. Nbg. 
2. Ober leißmühle, unmittelbar Chr. S 


186 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


waren biß für den walt, ſchußen auch gar faſt in die feint. und dieſelben 
hetten rettung von den vom Lichtenhoff, und wenn in die feint zu nahent 
chomen, ſo fluhen ſie gegen dem Lichtenhoff; ſo ſchußen dann die vom 
Lichtenhoff in die feint, ſo wichen denn die feint wider hinter ſich, und 
5 daz ſcharmüzelen wert lenger denn 2 ftund. und unſer gereiſiger zeug war 
auch do außen und ſchußen ſich auch mit in. auch waren der feint etlich 
herab gerant nahent bei Werd, und die wurden auch gar hart geſchoſſen. 
und die feint zünten zum Czernzagelshoff aber etliche heuſer an. und daz 


wert alſo biß in die vierden or auf den tag: da zugen die feint wider hin⸗ 


10 ter ſich in dem wald, und die unſern zugen herein in bie ſtat. und ber 
feint wurden auf den tag gar vil wunt und zu tot gefchoßen; die fürten 
fie mit in hin. auch wurben den feinten vil pferb erichoßen, bie man in 
dem wald darnach fant. und der unjern warb auf ven tag nie feiner er- 
ſchoßen oder erftochen. : 

15 Item am pfineztag zu nacht vor Nicolay riten hie auß bei 11 gerei- 
figer und namen mit in etlich trabanten, und famen gen Tann! und 
ſlugen etlich vihe für ſich. da eilten in [pr. 144°) die von Tann und etlich 
pawern mit einem großen gefchrei nach; da flugen fich die unfern mit in, 
daz die unfern der feint wol fünf erflugen und eritachen, und brachten 

20 mit in eingefangen. und die weil daz feharmügelen wert in der nacht, da 
ſlugen die weiber daz vihe in ben grumt, baz bie unfern baz vihe nit Davon 
mochten bringen. 


In derjelben nacht waren etlich fußgengel von Lauff herzu geflichen 
und verbrenten ein hausſtadel zu dem Feielhoff?. 


25 Item am freitag vor Nycolay nach mittag chomen aber etlich feint 
berzu geriten in bem wald bei Egelborf biß zu ver Falcznerin hamer. ba 
Ihoß man aus dem hamer gegen ven feinten; va zugen fie wider hinter 
jich gen Egeldorf und zunten aber etliche heufer an daſelbſt und zu Lauf- 
fenholcz. alſo komen bie feint teglich bei tag und nacht herzu in dem 

30 walb und fingen und fürten etlich paurn mit wagen und pfert hinwegk, 
bie nach holcz furen. 

Item am famstag an fant Niclas tag in der nacht da fomen etlich ver 


1. dieſelben puchfenichurzen R. 3. 2. rettigung B. 6. ‘auch warven' A. 7. herab komen 
nabent pey Werd R. B. 8. Zerszagelshoff R.a. Zagelhoff w. Zerelzagelshof 32. 17. und 
namen das vich vor Than C?. 22. und vie weil— bringen’ fehle R. C. 24. Stavelhoff 2. 
26. Megelvorff R. a. «. 


1. Ueber dieſes Tann vgl. oben ©. 2. Beilbof am reinen Pegnitzufer 
151, A. 2. oberhalb ( der Vorſadt Wöhrd. 


4. Dec. 


5. Der. 


6. Dee. 





Kriegsbericht 1449. 


187 


- 


eint herzu und brenten ab ein haus am Küeperg! im weingarten, und 
g 


auch etlich weinſtecken verbrenten ſie. 


Item in der zeit luffen auch unſer fußgengel auß und prochten auch 


teglich reub herein. 


5 Ittem in ver zeit was herr Conrat herr zu Heideck hie von ber ſtat 
wegen zu Wehffenburg und etwe vil der unferen gereifigen mit im und 
warn etlich zeit da geweſt; alſo fehiekten unfer herrn des rat mer gerei- 
figer dahin. alſo zugen die unferen und die von Weyßenburg auß am 
freitag vor fant Endreſen tag und verbrenten daz dorf vor Absberg?238.Nov. 

10 und waz vor dem ſloß was; auch brenten fie ab etlich jcheffhöff und eins 
edelmans fig und füft wil mül und waz fie fanten zwifchen Absberg und 
Weyßenburg, und namen gar ein großen raub von vihe, wol 150 fie, 
900 ſchaff und vil pfert, und brachten ven vaub gar wol haim. alfo wa- 
ten bie feint alfenthalben auf und meinten, in den raub abzubringen; aber 

15 fie homen mit dem raub wol hin heim unbefchebigt. 


Aljo het fich der marggraff [144°] und fein Helfer allenthalben gefammet 
und am freitag vor fant Nyclas tag da fom er für Weiſſenburg wol mit 
600 pferden und hielt, daz man feins zeugs nit gefehen mocht, und fchict 
ein clein gereifigen zeug gegen ver ftat. alfo vant der won Heideck und 

20 Der gancz gereifig zeug herauf für die ftat und der von Weyßenburg fuß- 
vol? und wolten mit ven feinten gefcharmüczelt haben; alſo ranten die 
feint mit ganczer irer macht zu, und da wichen die wider in die ftat. bo 
ranten die feint biß in die zeun; und ven von Weißenburg ward ein fuß- 
knecht erftochen, füjt nam von ven unfern feiner ſchaden. auch ſchußen 

3 die von Weiffenburg mit vil puchfen gar faft unter vie feint, daz ir oil 


erſchoßen wurden auf den tag. 


5. Den 


Item am mittwoch zu nacht vor Lucie riten etlich gereifig hie auß i0. Der. 


2, weinftöd «. weinfhrenden R.a. 4. In der ſelben naht — reub herein’ fehlt R. C. 


7. *"unfern’ A. 
allen gen Weyſſenburg R. B. 


(auch 4*.) 


1. Ohne Zweifel ift bier forucht wie 
M einer fpäteren Stelle des Kriegsberichts 
nicht der heute fog. Kühberg unmittelbar 
Yinter der Befte, jonbern ber Rechenberg 
meint, eine Anhöhe, melde an ber 
Straße nach Lauf, eine Biertelftunde von 
berg entfernt, gelegen ift und an 

eren Fuße noch heute fich ein Bürgerſttz 
befindet. Daß der Name Rechenberg den 


10. auch ven vorhoff und fuft vil fchefhoff R. C. 
15. unbefch. gen Weyſſenburg R. 2. 
Die von Weyſſenburg und die undern (unſern 2°) herauß R. B. 


13. und triben den raub 
19. der von H. und 
24. unſern' fehlt R. A. 


älteren: Kileberg erft im 16. Jahrh. ver⸗ 
drängte, beſagt die in letzterem abgefaßte 
Topographie des Nürnberger Gebiets von 


Bonif. Nötel ( Hdoſchr. d. 17.3. im Nbg. 
A. Nr. 281,31. 446b). Vgl. auch (Bund- 


quh) Lexikon von Franken IV, 442. — 


2. Absber liegt zwei Stunden nord⸗ 
weſtlich von Weißenburg. | 





188 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


und prenten etwe vil mül ab zwijchen ver Newenftat! und Münchaurach 
und bei Reichenbach. 

Auch waren vefjelben nacht etlich fußgengel außgangen’und namen 
ein raub vihs zu obern Erbach? bei dem Negenfperg, wol 60 füe, 150 

5 fchaffe. 

Auch warn etlih ander drabanten deſſelben nacht außgangen und 
brachten bei 20 küen, 25 ſchafen; betten fie genomen zu großen Buch? 
bei Schelnberg. Ä 

Item am pfincztag vor Lucie waren etlich prabanten außgangen des 1 

10 nahe und wolten auch ein nam geton haben. da komen fie unteriwegen 
an 3 wagen mit wein, die wolten von Swabach gen Ambergk faren, und 
bomit gingen 6 drabanten von Swabach, der fingen fie 4 und brachten 
bie herein und die wagenleut und wein. aljo zalten unfer herrn ven von 
Ambergk den wein und gaben in wider die wagen und pfert, und ließen 

15 die furleut wider ledig. 

Item am freitag vor Lucie riten etlich gereifig hie auß und brachten 12 
ein raub von küen und pferven, hetten fie genomen bei dem Aczelberg 
zwifchen Pairstorf und Erlang. | 

An demfelben freitag zu nacht waren anderr unſer gereifig hie auß- 

20 geriten und brenten bei Emffirchen etliche pörfer ab [Br. 145°] und ein mil. 

Auch an vemfelben freitag des nach warn etlich fußgengel hie 
ausgangen und brachten ein raub küe; hetten fie genomen zu Sebach an 
der Sebach gelegen*. | 

Auch waren etlich fußgengel hie außgangen und brachten ein raub 

25 file am funtag früe; hetten fie genomen auf dem birg enhalben Willen + 
fels®., 

Item am montag nach Lucie des morgens hetten unfer herren etlih!?* 
gereifig hinauf in ven walt gejant bei dem Lichtenhoff, daz fie da warten. 
jolten, ob fich die feint indert herzu wolten laßen; warn e8 was warnung 

1. czwiſch A. 8. Schelmberg R. a. 10. ein ramb B. 11. die furen von Franden und 

warn zu Swobach dez obencz auz gefarn und wolten gein Amberg farm R. B. 15. wit 
heym faren B. 20. b. Emsk. und pey Prun R. B. — ein mül, und fie komen unbeſchedigt 


her haim a. 26. Willvfels 42. Wilvenberg a. Wilvdenfelt 4%. a. ‘Item am pfincztag vor 
Lucie — Wildenfels’ fehlt R. C. 


1. Neuftabt an der Aifch. Ueber das oberen Taufe des gleichnamigen Flüßchenẽ 
folgende Reichenbach vgl. oben S. 170, (vgl. oben ©. 152, U. 2), zum Unker- 
4. 2. | ſchiede von Kleinſeebach fo genannt, be} 

2. Heute Oberehrenbad. | unweit dem Einfluffe der Seebach in Di 

3. Großen-Buch oder Großenbug Regnitz liegt. 
nördlich von Schellenberg und öftlich von - 5. Wildenfels, Burg und Dorf, liegt 
Neunkirchen am Brand. öftlich von Hilpoltftein gegen Plech. 

| 4. Ohne Zweifel Großenjeebadh am 


| 





Kriegsbericht 1449. — - 189 


kumen, fie wolten berzu und bie pauren im wald binfüren, bie nach holcz 
hinauß furen. und an dem felbigen tag fomen die feint mit eim großen 
gereifigen zeug herzu, leicht 2 or auf den tag, und ber feint renten etlich 
herzu zu der ftat. und ba biefelben feint auß dem wald chomen, bo ranten 

s unferr gereifig, die hinauf gejchickt waren, hinten in viefelben und fingen 
verfelben feint wol 8, der brachten fie fiben herein mit hengft und har- 
noch; und der waren 2 wunt auf ven tot und der acht bleib tod Ligen 
auf dent flecken. in des warn unfer gereifig und fußvold auch auß ver 
fat domen und fehußen in die feint gar faſt, daz die feint auf den tag 

to nit vil gewins dovon brachten; und ber unfern yam auf ven tag nie fei- 
ner ſchaden. und die feint rudten hinter fich in den walt und zugen 
ham; und warb auf den tag nit anders begunnen. 


Item am eritag nach Lucie des abeng da chomen aber etlich feint 16. Der. 
herzu und prenten aber etliche heufer ab zu Egelvorf. und veffelben abentz 
15 waren etlich gereifig und fußvold hie ausgezogen und brachten wol 40 füe, 
beiten fie genomen bei Emßkirchen. 
Item am mittwochen vor jant Thomas tag zu nacht Luffen etlichen Der. 
trabanten hie auß und brachten ein raub füe, hetten fie genomen bei dem 
Rotenberg, und brachten auch damit ein wagen mit wein. 


» Item am pfingztag vor Thome des nacht gingen etlich trabanten 18. Der. 
bie u und brochten wol 50 küe und etliche pfert und ein teil gefangner 
paweren; betten fie genomen zwiſchen Rot und Küdorf!. 

[1°] Auch auf dieſelben pfincztagnacht warn etlich trabanten hie auf- 
gangen und brachten ein vaub füe, ſwein und geiß; heiten fie genomen 

Benhalb Reichneck?. 

Auch riten unſerr feint und gingen teglich herzu in dem wald und 
warten auf unſer pawern, die gen holcz furen, und ſüſt wo ſie die an— 
chomen, ſo fingen ſie die paweren und ſeczten die pfert aus und namen die 
pawern und die pfert und fürten bie hin. 


* Item am freitag vor Thome des nach zugen hie aus geraifig ‘und 19. Der. 


3, lecht R.a. 7. der prochten fie funff her ein gefangen mit hengft und harnafch und proche 
ten mer czwen mit h. u. h. die woren auf ven tod wunt R. B. C. 14. MegehorffR.a.«. 
16, ‘Item am eritag — Emßkirchen' fehlt 0?. 19. am Regenyerga. 25. Reicheneck R. a. 
“.B. 28. und pantten in vie pfert auß a. 29. pawern' fehlt R. A. und feczten in vie 
en auß und furten pawrn und pfert bin R. 2. ‘Item am yfinesztag — die hin’ fehlt 
.C. 


& 1. Kühdorf oder Kühendorf, eine 2. Reicheneck, eine Stunde fündftlich 
tunde nordweſtlich von der Stadt Roth. von Herabrud. Vgl. Bb. I, ©. 427. 


190 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


prabanten und brachten ein raub füe, wol 37 küe, hetten fie genomen zu 
dem Hetels'. 

Item auf venfelben freitag vor Thome zugen bie auß geraifig und 19. Der. 
fußgengel und chomen auf daz pirg und brenten, ab den mardt zum Plech 

s und etliche börfer und mül, und brachten ein großen raub von vihe, küe 
und ſwein, 200 haubt. 

Item am montag nach fant Thomas tag des nacht zugen bie aus 22. Dec. 
etlich gereiſig und fußgengel und zugen in daz Solczgaw zu einem dorf, | 
beift Ebenried?, und brenten daz dorf ab und flugen daz vihe für und tri- | 

10 ben es ber gegen der ſtat. alſo ward ein groß gefchrei pafelbft im lan, 

‘amd bie pawern daſelbſt umb und allenthalben die fampten fich, mit ei- 
nem großen gejchrei eilten fie den unfern nach biß herein gen Nöttenbach 
und meinten, fie wolten ven unjern daz vihe abeilen, und chomen gar na- 
hent zu den unfern. alſo ſchußen die unfern gegen ven feinten und ran- 

15 ten Do gegen ben pawern und ftachen in fie, und unferr trabanten Tlugen 
auch in fie und erjtachen und erflugen ir gar vil zu tod und fingen ver 
paurn 24, die auch gar hart wunt waren. und die unferen brachten bie 
gefangen und 300 haubt vihs, Elie, pfert und ſwein herein, und die unfern 
chomen unbeſchedigt davon *. 

20 [Bl. 136°) Item am eritag nach Thome da chomen aber etlich feint herzu 23. Der. 
in dem wald und fingen etlich pamwern, vie nach holcz gefaren waren, und 
feczten in die pfert auß und fürten auch etlich pfert und wagen hin. 

Item an demſelben eritag zu nacht zugen bie etlich trabanten auß 
und brachten ein raub her heim, 34 küe und 8 pfert, heiten fie genomen 

25 zu NRütterspach enhalb Swabach?. 

2. auff vem pirg zu dem Heczels R. B. C. zu Helgeld a. “Item am freit — Hetzels' fehlt 
4%. 4. zudem Pleich B. zu Pleich a. zum Pleih 4%. 6. “Item auf d. j. freit. — haubt’ 
fehlt a. 7. Item — tag: auff venfelben freitag vor Thome R.a. 8. Sulesgew C?. «. 
9. Ebenreid A?. Ebenreut a?. Obernreibt C2. und namen das wich do B?. 10. *e' nur 
in®R.a. 12. und die paurn warn da felbft allenthalben auff und famleten fich biß Herein 
gen Rottenbach R.a. gen Rotenberg «. Rottenburg 4%. 17. und unferen A. 19. unbeſch. 


hereina. R.B. 22. "Item am erit. — wagen hin’ fehlt R.C. 23. etlich auß trabanten A. 
25. Rutterpach B, a. Rütterbach a. Nottenpach a?. 


1. Hezlas oder Hezles, nörblich von ber jehaczung’ 98 Guld. und 16 Gr. Bon 
Neunlirhen am Brand, 1°, St. öftlih ben bezahlten Geldern blieb dem Rathe 
von Bayersporf. Vgl. oben ©. 177,Bar.9. an Schatung 53 Guld. und für Atzung 

2. Ebenricht oder Ebenried zwif en 11 Guld. Dabei heißt e8: ‘Bon der red- 
Feyſedtum und Allersberg. Vgl. obe lichen dhatt wegen bat man .. den hawbt⸗ 

172,4. 1 leuten die halbe ſchatzug (sic) föberlich 

3. G8 ift ohne Zweifel baffelbe Rö. geben; Die unbezalt ſchuld get unfßeren 
tenbah (an der Schwarzach) gemeint, bern ( d.h. dem Kath) an ivem beit abe’. 
weiches oben ©. 150 genannt wurbe. Sefangenenbuc) I, 81. 4 

Hauptleute waren Fritz Zeng er 5. Rittersbach, eine Stunde jilpweft- 
und "San Schynder, fie erhielten ‘zu hal- ich von Roth. 








Kriegebericht 1449. 


191 


Item am mittwoch am Griftabent riten bie etlich gereifig auß und 
brachten ein raub, 27 Tüe, herein, hetten fie genomen enhalb Herczog⸗ 
aurach; auch prachten fie 3 gefangner pawern. 

Item in der zeit und der krieg alfo gewert het biß her, in berfelben 
5 zeit ließen die von Nürmberg ein haus bie unter ber feften in ver ftat 
gelegen, was der Sedenvorffer, gancz ernider legen und ab brechen, und 
daz was am berg gegen ver ftat gelegen. 

Auch het der bifchoff von Eyſtet ein ſchön Foftenlichen Hoff wol durch⸗ 

‚baut hie in ver ftat gelegen auf ſant Diligenhoff an ver Koler haus; 
so denselben hoff Tießen unferr heren in ver zeit auch ganz ab brechen und 


dernider legen. 


Auch betten die münch von Hailsbrunn zwen koſtenlich höff hie in 
ver ſtat gelegen, koſtenlichen und wol durchbaut; dieſelben 2 höff ließen 
die von Nürmberg in ber zeit auch gancz ab prechen und dernider legen”. 

Item daz vorgejchriben ift alles geſchehen in dem jar, als man fchreibt 
anno domini millefimo cccc®oxLvie; und hie hernach ſtet gejchriben, 
waz gefchehen ift anno domini 2c. 1mo 3, daz man nent daz gnabenreich jar*. 


1. Criß abent R.a. 3. 
R.a. 7. gegen d. fl. herab B. 
hetten — legen' fehlt C?. 


Item am mittw. — pawern’ fehlt R. C. 4. in dem ſelben lieſſen 
9. des Kolers a. "auf — haus’ fehlt R. 2. 
17. Item daz — gnad. jar: Item do hernoch volgt (volgy B) daz 


14, Auch 


jar noch Criſti gepurt anno vom. m°ccccı daz man nent daz genaven reich jor, dann got 
geb uns dor inn und alwegen, waz uns nucz ſey an fel und leyb, amen (dreimal *amen‘ 2%) 


R. B. 


Der Eichſtaͤdter Hof war einſt ein 
gehen ber Herzoge von Defterreich gewe⸗ 
fen und wurbe (jeit 1371 gefreit) im J. 
1169 von Biſchof Wilhelm an Jobſt 
Tegel verkauft; vgl. Nachricht. von d. 
bift. Commiſſ. III. Jahrg. ©. 139. Bald 


darauf muß er (feit ber Riederlegung 


wohl kaum wieder völlig hergeftellt) vom 


Rathe erworben worden fein, da nad 


Müllner’S bier ganz glaubwürdiger Au⸗ 
gabe der im J. 1480/1 erbaute (bie Jahr- 
zahl 1481 fteht an einem Shore) foge- 


nannte Peftftadel an der Nordweſtecke des 
Egidienplatzes, gegen die Tetzelgaſſe bin, 
an feiner Stelle aufgefilhrt wurde. Bgl. 
auch —7— Don Nürmberger Ravß 
(Gymnaſialprogr. v. 1849) ©. 22. 

2. Vgl. S. 72, 9. | dieſes —* 

3. Das neue Jahr wurde mit dem 
Chriſttag begonnen. 

4. d. h. ein Jubeljahr, in welchen 
der große Ablaß, feit 1300 alle 50 Sabre 
ertheilt, vergeben wurde. 





[Bi. 146°] Wie kriegsleuft anno domini zc. ımo, 


Item an dem andern Criftag, ſant Steffans tag, zu nacht zugen 26. De. 
etlich gereifig und fußvold bie auß und brachten ein raub herein, wol 
100 haubf vihs, küe, pferd und fivein; bie hetten fie genomen zu PBrun, 
5 daz des Sigmund von Sedenborff tft‘. 
Auch deſſelben nachtz riten etlich gereifig, hie aus und namen vil vihs 
in ven dörfern bei dem Turm?, bei Vorcheim gelegen. und da fie daz 
vihe herein. triben, ba eilten in die pawern nach und meinten ven unjern 
daz vihe ab ze eilen; und da fie ven unſern nahent chomen, do vanten bie 
10 unfern in die pawern und erjtachen der paweren etwe vil zu tod und 
fingen ver pawern 4, die andern die fluhen. und bie unjern brachten bie 
gefangen und wol 60 haubt vihs, Füe und ochjen. 
Item vor weihennachten in dem advent zoh margaraff Albrecht mit 
feinem gereifigen zeug hinauf gen Swaben und meint die von Ulem und 
15 die andern öbern reichftet hart zu befchedigen mit der beren hilf in Swa— 
ben. alfo Fam ver marggraff auf weihennacht von Swaben herwider 
gen Swabach und bracht nit vil gewins mit im heim, dann baz fie ven 
von Ulem etliche dörfer abprent hetten und nit vil?. 
Item am mittwoch am jarsabent do fomen die feint früe 2 or auf 31. De. 
20 den tag aber für die ftat mit einem großen gereifigen zeug bei dem Lich- 
1. Die Ueberfchrift nur inR. A. a. 2. Sant St.tag’ fehlt 42. 42. u. R. B. C. 4. 3. Prun 


pey Emskirchen R. B.C. 14. gen Swobach B. 15. v. Ulm und die fwebifchen flet R. 2. C. 
18. etl. Meine dorfer 22. 


1. Das bier erwähnte, ſchon in ber 3. Um dieſe Zeit bedrängte eben wie- 
Bariante der R. BC nad) feiner Lage der Graf Ulrich von Wirtemberg bie UI- 
bezeichnete, Brunn, nad welchem ſich mer. Damit ftanb dieſe Erpedition bes 
einft eine Linie der Sedendorf benannte, Markgrafen in Zuſammenhang. Bl. 
liegt gegen zwei Stunden öftlich von Neu- Stälin, Wirt. Geſch. I, ©. 483; Eik- 
ftadt an der Aiſch. K. bart Artzt (in den Duell. u. Erört. zur 

2. Dorf und Schloß Thum, eine bayer. u. deut. Geſch. II) ©. Itib. 
Stunde ſüdweſtlich von Forchheim. 


Kriegsbericht 1450. 193 


tenhoff vor Frawentor. alſo kam vil volcks aus ber ftat von fußvold und 
gereifigem zeug und hielten bei dem galgen gegen den feinten, und die 
feint bilten in dem wald. und man fchoß gar faft aus der ftat gegen ven 
feinten und auch vor ver ftat mit großen püchjen; auch die püchlenfchügen, 

5 die hinauf waren geloffen und die, die zu dem Lichtenhoff waren und zu 
dem Weirhaus, jchußen gar fast zu den feinten, daz die feint auf ven tag 
ie nit vil gewins hinfürten. 

Und die weil das gereiß aljo Vi. 147°) vor Frawentor wert, waren 
etlich gereifig von Vorcheim durch den walt gen dem Ezigelhoff chomen 

10 und verprenten zum Czigelhoff etliche heufer, die vor beflanden waren !, 
und namen 11 füe und fingen 3 pawern bajelbit und fürten und triben 
daz mit in hin. 

Und do daz geraig vor Frawentor aljo ein weil gewert bett, va 
rudten bie feint wider hinter fich in den walt; do zohe unfer vold auch 

15 herein. und die feint betten fich ein weil enthalten in vem wald und 
waren nit weck und hetten fpeis mit in gefürt und heiten in dem wald 
geeßen. und als pald man in ver ftat geeßen bett, da chomen die feint in 
bem wald bei dem Xichtenhoff herwider und hielten aber mit einem großen 
gereifigen zeug da und ſchickten doch nichtz. alſo chom aber ein groß vold 

20 hinauß von gereijigem und fußveld und ward aber gar groß allenthalben 
gegen ven feinten gefchofjen, daz fie aber nit vil gewins davon brechten, 
dann etlich pawern waren nach dem erjten geraig in den walt gefaren 
noch holcz, die wurden gefangen und bin gefürt mit leib und gut. 
und bo bie feint hinwegk zugen, da teilten fie fich und zugen ein teil gen 

25 Borcheim und ein teil gen Swabach. 

In der zeit riten unſerr geveifigen 25 hie auß und verbrenten 6 mül, 
zwifchen dem Newenhoff? und mardt Erelbach gelegen, und verbranten 
vil getraids in ven mülen und riten auf dem rit gen Winsheim zu und 
riten darnach von Winsheim ber wider heim. 

30 Item am freitag nach dem jarstag waren etliche trabanten hie aus 2. Ian. 
gangen und namen ein großen raub, wol 116 fie, 50 fwein, hetten fie 
genomen zu Engeltbal (warn unferr feint vil vihs ein daz clofter hetten 
geflöhet) und brachten ven raub herein. alſo chomen viefelben clofter- 


5. "und die — waren’ fehlt Ra. 12. daz vich und dy paurn 2°. 16. nit weck zogen B?. 
17. geßen a. gegeffen DB. 21. prochten 2. 25. ein teil gen dem Herolczperg gen Forchem 
zu R. B. Item am mittwoch — Swabach' fehlt R. C. 31. auß gezogen AM. R. a. a. 
33. geflohent hetten R. B. 


1. Vgl. oben S. 149. Neuhof, eine Stunde ſüdlich von Markt⸗ 
2. Das oben ©. 158, 17 f. genannte erlbach. 
Städtechronifen. IL. 13 


10 Hanſen reifiger zeug gar ſtarck im feld; die riten von Pairstorf gen 
Czenn. alſo wurven die unfern veffelben zeugs innen, fo wurden bie 


20 


194 


frawen von ftund an hernach in die ftat gefaren und begerten, daz man 
in ir vihe wider gebe; alſo gab man den frawen ir vihe wiber, waz in zu⸗ 


V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


gepürt, und waz der feint was, daz behielt man. 
tem amt funtag nach dem jarstag zu nacht zugen etlich gereifig bie +. Jan. 
5 aus und verbrenten daz dorf Prunn, day des Sigmund von Seden- 


dorff ift. 


[147°] Item am felben funtag zu nacht warn etlich gereifig hie aus ge- 


riten, bei 60 pferden, und namen ein großen taub vihs zu Schawrbach 
bei Emffirchen!. und als fie ven raub herein triben, was marggraff 


feint der unfern gewar, und die unſern muften daz vibe ften laßen und 
fluhen dahin, und ward der unfern einer gefangen, des Tintners knecht, 
bie andern chomen ein teif ber heim und ain tail gen Winsheim unbe- 
15 ſchedigt. 


Item om freitag nach öberften zugen etlich gereifig und fußvold hie 


auf, und des was haubtman Erafem Schürftab der jünger?, und chomen 


gen Roßſtal und brenten daz dorf auß oben auf dem berg und daz haus, 


daz des Wolmantzhawſers was, auch daſelbſt gelegen. 
stem am montag vor Anthony riten etlich gereifig hie auß und vers 12. Jan. 
brenten ein mül zwilchen Czenn und Kadolczburg, uud riten ber wider 


heim. 


9. Jan. 


Item am mitwoch vor Anthony des nachg riten etlich gereifig hie14. Ian. 
auß und brenten 5 mül ab und riten gen Winsheim; und riten darnach 


4, am famstag 2. 
ab pey Emskirchen R. B. C. 
8. Schurbach 02. 9. treiben A. 


vor dem A*. a. a. (in a? ‘vorm’ in 'nachm’ corrig.) 
6. von Sek. was R. a. 
15. die andern — unbejchebigt: die andern ber fomen pey 


5. d. zu Prun 
7. am felb. famstag A. B. 


xxzıı her heym unbefcevigt, (unweſchedigt 22) fo komen die ubrigen gen Winsheim zu in 


die ftat und komen dornoch von Winsheim auch her heim R. B. fehlt R. C. 
18. Roftal’ alle außer A. a. 


— jünger’ fehlt R. 2. 
am freitag — her wider heim’ fh EN. C. 


1. Es kann mur das nahe bei Ems- 
firchen liegende Schauerberg gemeint fein. 
2. Der Berfaffer des Schürſtab'ſchen 
Geſchlechtsbuches (Nr. 251 des Nbg. N.), 


' dem eine Abjchrift des Kriegsberichtes 


'A®) beigegeben ift. Sein Bater Sebalp 

Schürftab und Erhard Schürftab waren 

Feſchwiſtertinder. Bgl. die Einleitung 
. 102. 


3. Vgl. oben S. 159, 18, und unt. 202, 
+5 ff. die Stelle des Kriegsberichtes über 
einen abermals nach Roßtal gerichteten, ang 


17. "und des 
19. Wolniczhaufers 3?. 22. "Item 


7. März ausgeführten Streifzug, wo ber 
unter den Varianten gegebene Zufat von 
A* und A® (abgefehen von einer beftimm- 
teren Angabe über den Befiter bes ver- 
braunten Schlofjes) genau le be⸗ 
ſagt, was unſer Text hier erzählt; es iſt 
jelber deshalb ebenfalls auf den bier in 
Rede ftehenden Zus zu beziehen. Die 
von Wolmarshauſen, von denen im gro- 
Ben Abfageverzeichniffe (B, ©. 5) Burl- 
bard und Hans genannt-find, hatten zu 
Roßtal eine ihrer Sauptbeftgungen. K. 





Kriegsbericht 1450. 195 


von Winsheim her heim und verbrenten aber ein mül und ein borf 
enhalb Roßſtall. | 
Item auf denjelben mittwoch zu nacht riten anderr unferr gereifig 

gejellen aus, die jolten auch etlich mül verbrent haben; die fonten auf die 

5 zeit nich ſchicklen und chomen gen Winsheim zu, und do fie her wider 
beim riten von Winsheim, da brenten fie 2 mül ab und wolten vie drit⸗ 
ten’ auch verbrent haben, die lag in einem grunt. ba betten fich bie 
pawern geſammet und fomen über ein bergf mit einem großen gefchrei 
geloffen, aljo fluben die unfern und einer der unfern ward gefangen. j 

jo Br. 148°) Item am freitag vor Anthoni gingen hie anf bei 70 trabanten 18 Ian. 
und namen ein raub vihs zu fee! enhalb Wilvenfeld. und do fie daz 
vihe her heim triben und chomen gegen dem Heroltzperg, da eilten in bie 
von Lauff nach mit einen gereifigen zeug ımb mit fußvold und flachen 
und ffugen in bie unfern und fingen fie; und ver unfern wurben 5 er- 

15 ftochen, und fingen ir wol 50, und die andern chomen davon. und alſo 
fürten fie die gefangen mit in und daz vich pleib ften, und Die peurin von 
Gſee heiten noch gevofgt, die triben daz vihe wider heim gen Oſee. und 
bo fie Die gefangen aljo binfürten gegen Lauff zu, do was her Rewß von 
Dlawen wol mit 200 gereifigen ongeverd Binauß gegen Lauff geriten 

20 und weit nichg von ven gefangen; und herr Rewß ſchickt auf die wart. 
und do bie feint gewar wurben, daz ünferr leut im feld waren, do gaben . 
fie von ftund an die Flucht und ließen die gefangen ften. alſo machten 
unferr gereifig unferr fußvolck ledig, die gefangen waren, und erftachen ver 
feint trabanten 3 und brachten 11 gefangen trabanten, die fie im feld 

25 und vor der ftat Lauff gefangen betten. auch brachten fie 3 gereifige pfert 
und ein gereifigen gejellen, hieß ver Flügler?. 

Item am montag nach Anthony do chemen die feint aber berzu für 19. Ian. 
bie ftat bei dem Lichtenhoff und fingen die pawern, die nach bolcz hinauf 
gefarn warn, und feczten in die pfert auß und zubadten in die wegen 


9. *Item a. d. mittw. — gefangen’ fehlt R. C. 11. Geſoe At. a. Gefe 32. zum ſehe C*. 
(ebenfo weiter unten). 16 ‘und d. v. p. ften’ wurbe zur Ergänzung aus R. B herüberge- 
nommen. paurn AI, R. a. a. B?. 19. do waß der Reuß von Plauen und Jobs Teczell 
die czwen haubt man ungeverb auf griten C. 23. leydig 3°. 24. derſtachen ver feint wol 
drew trabbanten 22. 


1. Wohl Großengſee, ſuüdöſtlich von 
Hilpoltſtein. Die Bezeichnung ſenhalb 
Wildenfels' ließe freilich mehr auf das 
(von Nürnberg aus) unmittelbar jenſeits 
des genannten Schloſſes gelegene Rei— 
persgjee jchließen. K. 

2. Im Gefangenenbuch II, Bl. 7b 


beißt e8: ‘An jant Anthonius tag bo der 
berr von Plawen die fußichuten rettet, 
die von den von Lauff gefangen waren, 
da wurben geantiwort . . .” 8 Gefangene, 
von deren Löjegeld dem Rathe 50 Guild. 
wurben ; diefer gab davon 16 Guild. 3 €. 
18 dn. dem Reuß von Plauen. 


13* 


1 


1 


o 


I 


a 


196 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


und fingen unferr gereifigen ein, des Laubers knecht. und die feint hetten 
ein großen gereifigen zeug; alfo ſchoß man gar faft unter die feint, alfo 
pliben die feint nit lang do und zugen wider wegk!. 

In der zeit reit ein gereifiger zeug mer dann mit 100 pferden bie 
auß und homen gen Weiffenburg; do folten zu in chomen die fwebifchen 
ſtet. aljo lagen die unfern zu Weiffenburg wol 11 tag, daz niemant von 
ben ſwebiſchen fteten zu in fom, dann die von Augſpurg chomen dar mer 
dann mit 100 pferden. aljo hetten die unjern gern etwaz begunnen umb 
Weiffenburg, do wolten in die von Augſpurg nich darzu helfen und 
Iprachen: wenn die von Ulem gen Weiffenburg fömen, [148"] waz fie dann 
iv oberfter haubtman hieß, daz wolten fie tum, fünft wolten fie nichg tun ?, 
aljo homen die von Ulm nit. und die unfern verbrenten etlich ſcheff— 
böff umb Geirn? und riten doch an ent her heim. 

Item in des waren etlich unjerr gereifig hie außgeriten und chomen 
gein Zabelftain* in Sranden gelegen, ver dem ftift zu Wirezburg zuge- 
bört; da ließ man fie ein und folt in ſüſt mer ftet geöffent haben darauf 
zu frigen. alſo namen fie vil veub und fingen vil gefangen und fürten 
und prachten daz alles auf daz Jloß, und brenten ein dorf ab, was des 
Tuch”. alſo do die unfern brennen wurden, do ward der bifchoff von 





1. Laubes A. 4°. 13. umb Gereig A*. umb Geritz a. Gereitzen a2. Geraig «. 15. Za⸗ 


bolczftain 2. 


1. Berthold VBoldamer, Jörg Derrer 
und Anthoni Talner, die Abgejandten der 
Stadt zu dem Heidelberger Tage, hatten 
in einem Briefe, den fie von dort am 23. 
Januar abgeſchickt und ben der Rath am 
27. Januar erhalten bat, berührt, ‘wie 
margraf Albrecht ein groß froloten habe 
von wegen des, das uns die fein vyl we- 
gen angewunnen und den von Dindel- 
ſpuhel vyl raiſigs zeugs nyderlegt und 
abgeprochen und ander mer gelangen ba- 
ben fü’. Nun thut ihnen der Rath zu 
wiffen, ‘das unfer wegen etwevil am mon- 
tag nach Anthonii gen walde gefaren wa⸗ 
ren, über Diefelben dann unjer wartlit 
orbenlich genug gejchieft waren, und alle 
diefelben unfer wartlüt der veynde gewar 
würden und die unſern zeitlich genug 
warnten, das fie wol on jchaden davon 
fomen weren, wollten fie fih daran nicht 
feren, und alfo fein bey zmeintig wegen, 
darumbter vaft armelüt pferde von gerin- 
gem ſchatz gewefen fein, jo fein auch bey 
30 armer paurn und hecker gefanngen, 
aljo das nicht groß daran ligt. denn von 


-fommen zu fein, über beren 


dem abprüch den von Dinkelſpühl gefche- 
ben ift uns furgehalten, wie ſy mit 8 pfer- 
den ıybergelegen und das ir burger einer 
darumbdter fey’. Dat. feria quarta (28. 
Yan.) poft converfion. Bauli!. Briefbuch 
Nr. 20. Bl. 3066. 

2. Mit den Augsburgeru fcheinen 
um diefe Zeit mehrfache Eonliete vorge- 

erlauf man 

doch aus den Briefbüchern fein Flares 
Bild gewinnt. Es mag die Sefangenfchaft 
des jungen Hangenor (f. oben ©. 154, 
A. 2) zu der Berflimmung gegen Nürn- 
berg beigetragen haben. Der Bater Han- 
genor tritt in benjelben Tagen von feiner 
Hauptmannsitelle zurück. Bei der Frage 
der Neubeſetzung ſchlägt Nürnberg den 
Herrn Konrad von Heibed vor, ſtößt aber 
auf ernftlichen Widerftand. Briefbuch Nr. 
20. Bl. 303 fg. Vgl. Beil. I. 

3. Geyern, zwei Stunden nordöftlich 
von Weißenburg. Vgl. oben S. 162, 4.1. 

4. Jetzt Ruine an den Nordweſtab⸗ 
hängen des Steigerwalds. 

5. Wahrſcheinlich deſſelben Jorg 


Kriegsbericht 1450. ' 197 


Wirczburg zornig, daz fie brenten, und do muften die ımfern alles daz 
wider geben, waz verhanten was, daz fie genomen hetten, und muften bie 
gefangen ledig laßen. alfo riten die unfern her wider heim. 

Item am pfincztag vor converfio PBanli riten unſerr gereifiger hie 22. Ian. 
wol 20 aus umd riten umb ftraiffen-auf der ftraßen. und do fie gen 
Farnbach fomen, do fomen fie am des marggraffen gejellen von Ravolg- 
burg, die ftraiften auf der ftraß als die unfern mit 15 pferden. do cho- 
men die unfern an fie und traffen mit in und flugen und ftachen An ein- 
ander gar faft, daz ir vil wunt wurden; und bie unfern fingen ber feint 
4, die brachten fie herein mit hengſt und harnafch, darunter was ein 
Schend auß ber foburgifchen art und ein Heßelstorffer von Rabolgy 
burg und ein Wahrawß und fuft ein gereifig gefell!. 

In der zeit het der marggraff eine große famnung zu Swabach und 
het vil volcks bei einander. alſo riten die unſern teglich auf die ſtroßen, 
ob ſie den feinten etwaz abbrechen mochten; deſſelben geleichen teten die 
feint, aber Bli. 149°] fie konten auf beiden feiten nit vil ſchicken. 

In der zeit zurait daz geraiſig volk zu Swabach am pfincztag vor 20. Jan. 
lich tmeſs und. kom des gereifigen zeugs ein teil gegen Fürt und Poppen- 
rewt zu, und verbrenten zu Fürt etliche heufer, die vor beftanden waren, 
MD zünten daz dorf zu Poppenrewt an, waz die von Nürmberg darinn 
hetten; wann daz dorf was den ganczen frieg unverbrant beliben, wann 
daz dorf am meiften der thumherrn zu Bamberg ift. alfo die weil ver 
marggraff dem dorf nicht tet, die weil tetten im die unfern auch nicht; 
urid als die feint früe da brenten, alfo fchieften unferr herrn nach eßens 
hirrans und ließen daz dorf ganz außbrennen. 

Item am pfincztag vor lichtmefs riten etlich gereifig hie auf und 29. Yan. 
ſtraiften auf dem birg und feczten etlich pferd auf falcziwegen und brach- 
tert 9 magenpfert und 5 gefangen furleut, und brachten ein gereifigen ge- 
farugen mit hengft und harnafch, ver was des Wolffram von Egloffftein 
diener. 

3. leydig B? — wie faſt immer in dieſer Hſ. ‘In der zeit — wider heim’ fehlt R. C. 

5. fireffen 32. 6. Farmbach 32%. Vornbach C?. 12. Karlipurg 22. Wahrauß von 

Augspurg R. Bu. C. und einer was von Nugsburg C?. Wahrawfer «. Wagrauß AM. 


17, zerait «. rait a. (in a? *zu’ purchftrichen). 25. ‘In d. zeit h. der margg. — außbren⸗ 
nen’ fehlt R. C. 27. und feczten etlich falezwegen auß R. B. C. 


duchs der ſpäter bei den Verhandlungen edeln', die eynzig umb die ſtat (während 

—* Bamberger Tages eine Rolle ſpielt, des ganzen Kriegs) gefangen worden: 

* — —— Hofmeiſters. Daher der Hanns Schenck von Sümring (ohne Zwei⸗ 
pille des Biſchofs. fel ein Schenf von Siemau EN Syman), 

& Im Gefangenenbuch werden am Apicz Kegel, Sewfrid Heczeletorffer, Hans 
übe (II, 81. 20) unter den ‘geraißig Waraliß’ genannt. K. 


198 V. Niürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item am-famstag vor lichtmeſs gingen etlich fußgengel bie auf und 31. Jan. 
brenten daz haus ab zu dem Agelperg' und waz umb daz haus was, 
ſtedel und ander fcheurn, daz des Weigel Strobels was. 


Item in ver zeit macht der pfalczgraff? ein tag auf font Lucas tag 18 Oct. 

s anno domini a nativitate milfefimo 449. gen Pretheim® ziwifchen marg- 
graff Albrecht und den von Nürmberg, und der warb nit gefucht. 

tem darnach macht ver pfalczgraff ein andern tag auf den funtag nach 16. Noo. 
ſant Merteins tag auch gen Pretheim; verjelb tag ward auch nit gejucht. 
Item darnach macht er aber ein andern tag aber gen Pretheim auf 

10 font Thomas tag; verfelbig tag warb auch nit gefucht. 21. Der. 
[140°] Item darnach macht herczog Ludwig, pfalggraff bei Nein aber 

ein andern tag gen Heivelberg auf den funtag nach oberiten anno Domini 11. Ian. 
milleſimo 450. verfelb tag ward gejucht, und auf Denfelben tag kom ver 
pfalczgraff, marggraff Albrecht, herczog Albrecht von Ofterreich, ber 
15 marggraff von Baden, ver von Wirttenberg und des marggrafen von 
Baden 2 fün*, ver bifchoff von Augſpurg, des bifchoffs von Meint rett, 
ber bifchoff von Wurms, der bifchoff von Speyr und vil herrn, vet und 
vil graven, ritter und Inecht, die von Nüymberg, die von Augſburg, bie 
bon Ulem und vil anderr-irer buntgnoßen, und die von Paſel, vie von 
20 Stroßburg, die von Speir und die von Wurmß, die von Meintz und vie 

von Cöln und vil anderr ftett leut. 

Alſo clagt marggraff Albrecht groß über vie von Nürmberg ein 
große lange red, daran er den von Nürmberg gar ungütlich tet gar mit 
pil und maniger clage, daz die von Nürmberg als verantivorten mit war- 
25 heit; dobei meniclich wol verftund, daz er den von Nürmberg groß gewalt 
und unrecht thet. auch clagten des bifchoffs von Meintz rett von des bi- 
Ichofs von Meing wegen, und der von Wirttenberg und der marggraff 
von Baden und ander fürften groß über die jwebilchen ftet, darauf hie 
jwebifchen ftett auch ir antwort fülliglichen tetten, dabei man wol ver- 
30 ftund, mer gelimpf over ungelimpf hett. darnach ſtund marggraff AL 


+ 


1. am funtag AH. R. a. ao. 02. 3. Weigels 44. R. B. C. (Wengles 3). "Item am famst, 
— Strob. was’ fehlt 42. 43. 5. Prethein A. Bretten C?. Perching 32. 8. Perdhing 2%. 
Item darnach — gefucht’ fehl ER. C. 9. Perhung 32. 17. Würmüs 42. Wurmicz C. 
Wormitz 02. 3, "ein große-— tet’ fehlt B. 29. follichen 42. 


1. Bol: oben ©. 188, 17. Neffen angetreten hatte. |. Kremer, Geſch. 
2. Friedrich der Siegreiche, der nach Friedrich's des Siegreihen ©. 7 fg. 

dem Tode feined Bruders Ludwig im 3. Bretten. 

Auguft 1449 die Regierung und Bor- 4. Karl und Bernhard. 


munbjchaft über feinen minderjährigen 





Kriegsbericht 1450. 199 


brecht auf ain höhe vor allermeniglich und verunglimpft die von Nürm- 
berg mit einer großen langen red und zohe ven-von Nürmberg fo vil 
übels zu mit worten und zelt in alles daz zu in übel, daz nor manigen 
jaren geichehen was, ee marggraff Albrecht geporen was und auch darnach. 
5 daz fonten die von Nürmberg nit beffern, denn daz fie ir antivort redlich 
und fölliclich darauf teiten, dabei man wol verſtund, wer gelimpf ober 
ungelimpf bett, denn auf bem tag warb nit mer Bi. 150°] gemacht, wann 
man ging in kain andre richtigung; denn wolten die von Nürmberg bem 
marggraffen ein große merdlich ſum geltz geben over wolten im etwas 
10 ablauffen, jo wurd die fach richtig: des wolten bie von Nürmberg nit 
thon, wann fie warn im nicht fchulpig, und puten im aber fölligfich vecht, 
wes er zu in zu ſprechen bet, als fie vormals auch albegen gethon heiten. 
babei wolt er fie aber nit beleiben laßen, ſunder gewalt wolt er treiben 
und nit vecht. alſo fchien iederman von dann an. ent wider heim bon 
is dem tag. 


Item am eritag nach lichtmeſs viten etlich gereifig hie auß und 3. Behr. 
ftraiften auf der ftraß und chomen an etlich trabanten bei Feitzbrunn, 
bie gruben ein weier ab. alfo flugen die unfern in fie; da werten fich bie 
trabanten gar ſeer und fchußen und ſlugen und ftachen in Die unfern und 

20 erjtachen ven unfern 2 pfert und mwurben ber‘ unjern etlich wunt. aljo 
ftachen die unfern in die feint und erjtachen ir fiben zu tot auf dem fled, 
und ber feint einer entlieff in und trug zwien pfeil in um wegf; und bie 
unjern brachten verjelben trabanten 2 gefangen herein. 

In des waren etlich unſer gereifigen geriten gen Winsheim, und bie 

25 von Winsheim und unferr gejellen riten gegen mardt Erelbach und hiel- 
ten do in einer huet und ließen etlich gefellen ein raub anflahen. alſo 
machten fich die von markt Erelbach auf und volgten in nach und meinten 
in den raub ab zu bringen. und als fie in nach eilten biß zu ber huet, 
ba brach ver hauf auß der huet und fingen ber von mardt Erelbach 33 

30 und brachten die gefangen gen Winsheim und 16 wagenpfert. und bes 
andern tags namen die von Winsheim und die unfern wol 700 fchaf bei 
ber Newenjtat und triben die auch gen Winsheim. 

1. auff hohe 42. hoch uf R.2.C. 7. dan man R. B.C. 13. do wolt er fie aber pey 
feinem recht piten pleyben loſſen R. B. C. (bei keinem rechten beleiben C?.) 18. alfo — fie: 
und flugen an ſye R. 3. 28. und wolten in ven raub wyder ab eyfen B2. 29. und do fie 


in etwe fer noch geeylt hetten, do prachen bie undern und die von Winsh. a. d. hut R. 2. 
31. Weinheim 49. 


1. Eine ausführliche Erörterung Über man nad) ben gleichzeitigen Protokollen 
die Verhandlungen dieſes Tages findet in Beilage I. 


200 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


(150°) Item am mittwoch zu nacht nach lichtmeſs riten unferr gereifigen s. Behr. 
bie auf, wol 200 gereifig, und riten hinaus an vie Swabach enhalb 
Scheluberg und hielten in einer but auf etlich weinwagen, bie in verfpeht 
waren. alfo do fie lang bilten, do felt in vie kuntſchaft, und riten an ent 

s wider heim. 

In des het ver marggraff ein großen gereifigen zeug zu Swabach 
bei einander, ber was gewar worden, daz die unfern außen waren. und 
am pfincztag zu mittag, alsbald vie unjern her heim chomen, von jtund 5. Behr. 
an darnach chomen bie feint hernach mit einem großen gereifigen zeug, 

10 und waren marggraff Hanns und Albrecht im feld, und chomen allent- 
halben an vem wald zu einander bei dem Ezigelhoff; und fie meinten, fie 
wolten die unfern fürlomen, ee fie herein fomen weren. alfo beliben vie 
feint halten mit einem großen gereifigen zeug bei dem Czigelhoff in dem 
wald und ſchickten ein clein gereifigen zeug herein zu dem Schoppershoff 

15 gegen ver lantwer!. alfo tom von ftund an vil volds hinauf zu ros und 
zu fußen und fchußen in bie feint, daz die feint auf den tag nit vil gewins 
dovon brachten, und rudten von ftund an hinter fih und warn faft ge- 
ſchoßen worben; und unferr gereifigen einer, eins ſoldners fnecht, ward 
auf ver huet gefangen. 

20 In der zeit branten unfer feint unferr armen leut heufer und ſtedel 

ab allenthalben, wo fie vie hetten, wie wol fie vormals mit in abgeteibingt 
hetten; daz half fie als nit. auch hadten fie unfern bawern ire hölczer 
ab und fürten daz holcz auf ire güter, daz fie meinten, wenn frid würd, 
baz fie ire güter damit bauten; auch brachen fie in ire heuſer und ftebel 

25 ab an etlichen enten und fürten daz zimer auf ire güter; auch hackten fie 
ben unfern ir baum ab an etlichen enten, wo fie vie hetten, und gruben 
in auch die baum auß: folcher ungimlicher fach begunnen fie gar vil. 

fer. 151°) Item am pfingztag vor herrnvaspacht komen bie feint aber12.8ebr. 
berzu gerant enhalb des Schoppershoffs und chomen auch von Lauff 

30 herzu und hielten enhalb des Küebergs?. alſo chomen unferr gereifig und 
fußvold für Lauffertor; aber fie wolten nicht herzu, daz man fie mit fei- 


3. Schelmberg R. a. und riten auff daz pirg enhalb Schelnberg R. 3. 10. Alwercht 2?. 
12. verfomen 32. 14. in den Shop. R.a. u. Schoppßersheff 42. 24. prachen fie der 
von Nuremberg pawrn ire hewſer R. 2. 26. pawm ab auff iren gutern und gerten R. 2. 
31. Loffertor 2?. 


1, Ueber den Czigelhoff' vgl. oben zu vwerftehen: fiehe E. Tucher's Baumei- 
S. 149, 9. 3; der Schoppershof liegt ſterbuch S. 210 und unten Nr. 19 der 
eine Biertelftunde wor dem Laufertbor „Orbnungen.“ K. 
gegen Nordoſten. Unter ber ‘lantiver’ 2. Bgl. oben ©. 187,2. 1. 
find die Schranten rings um die Stadt 


Kriegsbericht 1450. 201 


nern geichoß erreichen mocht. und do fie ein weil alfo gehalten hetten, do 
zünten fie ein haus an zu vem Ezigelhoff und ranten do an dem wald ab- 
hin gegen dem. Tan zu! und brenten zu der großen Rewt ein haus ab 
und ranten neben Peter von Watt garten hinauß big zu dem creuß en- 
s halb ſant Johanns?. und alfo was unferr gereifig und ettlich fußvolck 
berumb chomen und fchußen gar fast gegen ven feinten; auch fcharmütel- 
ten unſerr gereifigen etlich mit in und ſchußen fich gar faſt mit ven fein- 
ten, und warben ben unfern etliche pferd erjchoßen; auch ward ven fein- 
ten gar vil pfert erfchoßen, daz man ver feint pfert funfe tod im felo 
10 fant hinter den gerten und bei der fteinen prud®; und die feint gewunnen 
auf ven tag nit vil. alfo do die feint ein weil do hielten, do riten fie weck 
und riten ein tails gen Vorcheim zu und ein teild gen Swabach zu und 
auch in ander ftet. | | 

stem am montag nach herrnfasnacht da riten die feint aber herzi16.8ebr.. 

15 bei Dem Lichtenhoff: da ſchoß man gar faft von dem Lichtenhoff unter vie 
feint, alfo daz die feint auf ven tag nit vil gewunnen; und bie feint riten 
nit neher herzu und hetten doch vil volds, und pliben nit lang do und 
riten wider wegf. 

Item darnach zugen unferr gereifig bie aus und trabanten bei ein- 

2» czigen und brachten teglich veub und gefangen. veffelben gleichen tetten 
auch die feint teglich. 

Item am eritag an ſant Mathias tag zu nacht riten etlich gereifig 24-8ebr. 
hie auß und riten gen Allersberg und hetten beftelt ein boten, ver an 
Allersberg ſölt Hinlauffen, al8 er gen Nürnberg wolt; wann fie fingen 

3 die Boten all und namen in bie brieff. [ısı®| und bo ver bot zu Allers- 
berg fürfieff, pa hielten unferr gereifig in einer huet; alfo Iuffen die von 

ersberg herauß und wolten ven boten vahen. da ranten unferr gefellen 


4. von Watz 42.49. Wats 4. Wars a. Wacz B?. 5. enhalb fentigenhans 2°. 
13. gen Bor. — ftet: gen Forcham zu und dez marggraffn lewt zugen auch iren wei R. 2. 
14. die riten A. 17. *u. die feint — lang do’ fehlt a. 20. einczingen 42. 4°. 21. "Item 
am mittwoch zu nacht — die feint teglich’ fehlt R. C. 22. Matheus A?, 43. a?. «. Ma⸗ 
theis a. 23. Allerswerg 42. A?. 26. für loff 2. 


ki 1. Sie wandten fi in einem ziem- Felde (von ber Stadt aus) jenhalb St. 
ich weiten Bogen, die Nordſeite der Stadt Johannis zu verſtehen ſein. K. 
um ſchreibend, von Oft nach Weſt. . An eine Brüucke über die Pegnitz iſt 
t 2. Schwerlich ift hier Die heil. Kreuz- hiebei nicht wohl zu denken. Es wird bie 
apelle an der Straße vom Neuen Thore über den (füblicheren) Fanpgraben filh- 
Nach der Sohannisficche gemeint, denn rende kleine fteinerne Brücke unterhalb 
Nie befand fih innerhalb der Schranfen Thon gemeint fein, die fih auch in 
(dgl. unten Nr. 19 der Ordnungen), die ©. Tucher's Baumeifterbucdh 201, 7 !er- 
NRenbar im gegebenen Falle nicht über- wähnt findet. K. 
ſchritten wurben. Es wirb ein Kreuz im 





202 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg: 


zu und fingen ein jungen vom Wolfſtain, genant Conrad, des alten Jac 
vom Wolfftain fun, und brachten in gefangen herein, und fingen ſuſt 
pauren, die auch auß bem ſloß geloffen waren. 

Item am pfingztag zu nacht nach fant Mathias gingen etlich fuß 

5 gengel hie auß und brenten vie mül ab zu Lauff, an ber ftat gelegen. 

Auch an ver freitag nacht Iuffen etlich fußgengel hie und zu Werd 
aus und brenten etliche börfer ab neben Altporf und ein mül. 

Item darnach am ſamstag vor reminifcere riten etlich unferr gerei- 
figen ‚hie ans und brenten ab daz borf Faldenporf, bei Münchaurach ge 

10 legen, und brachten vil gefangner bauren und pferd und füe und wein: 
und auf diefelben famstagnacht verbrenten die unfern daz dorf Czirndorf 

Item darnach Iuffen unferr trabanten teglich auß allenthalben uni 
brachten veub herein, pferd, füe un felber, fwein und fchaf und gefangen 
paweren. 

5 Item am jamstag vor oculi riten etlich unferr gereifig bie auß unt 
namen ein raub fie zu Roßſtal, 59 küe und 8 wagenpfert und etlich heu 
und falcz und etlich gefangen wagenleut und paweren. 

Item am montag nach oculi waren etlich unferr auf Die wart geri 
ten vor Frawentor bei dem Lichtenhoff. fo waren etlich gereifig zu Ro 

20 außgeriten, bei 16, und wolten die pawern im wald fuchen, die nach bolc 
weren gefaren; und biefelben hetten ein vortraber, den fingen unje: 
[Bi. 152°] gefellen, ver was Euſtachius Schenden Inecht, und brachten ver 
herein mit hengſt und harnafch. 

‘tem am funtag oculi des nachg zugen etlich gereifig und trabanter 

25 hie auß und waren ber vil und betten vil wagen und zugen auf daz bir: 
enhalb des Rotenbergs und brenten daſelbſt ümb vil dörfer auf: Su 
mersborf, Gſee und Sittenbach? und fuft vil dörfer da umb gelegen un 
vil ſcheffhöff und ander einlutz Hoff und vil mül, und verbranten de 


4. Matheus 42. 42. Matheyesa?. 11. Zirinvorff 4°. 14. "Item am pfingztag — ge 
paweren’ fehlt R. C. 16. ıvuküc R. B. 17. *wagenleut’ fehlt 2. ‘nach yawere 
fährt A? (mit anderer Tinte) und 43 fort: "und gewunnen ber Fridrich von Wolfnigharz 
ritter, fein flößlein va ab und verprenten daz und daz gan borf, deß waz haubtman F 
Eraſem Schurftab ver junger ꝛc.“ Vgl. oben den Tert ©. 194, 16 ff. 26. enhelb - 
27, Gefvea. auf — dörfer’ fehlt 2. | . 


1. Die jebige Vorſtadt Wöhrd. Vgl. lichen Seitenthälern der. Pegnitz. Uele 
oben 185. ‘See’ (bier ohne Zweifel Großengjee) DE 

2. Sumersdorf' ift ohne Zweifel oben ©. 195, A. 1. Das im JolgnD 
Simmelsdorf, über 1 Stunde nördlich vom erwähnte Winterftein liegt jüdlih “0 
Rotenberg; unter Sittenbach haben wir SHilpoltftein, von Großenigfee eine bat! 
bier wohl Kirchfittenbadh, eine Stunde von Simmelsprif eine ganze Stunde er 
oftwärts won der eben genannten Belle, fernt. K. 
zu verftehen. Beide Orte liegen in nörb- 


Kriegäbericht 1450. 203 


vorhoff gancz zu Diterne; und brenten auch ab, waz umb daz ſloß zum 
Winterftain ftund; und brenten ſüſt allenthalben, waz fie darumb fun- 
ver, und brachten hexheim bei 60 küen und vie wagen geladen mit heu. 
und bie fußgengel brachten allerlei, waz fie tragen mochten, wann man 

siebem ließ, waz er tragen mocht. W | 


[S. 25. Don dem flreit bei dem weier.*)] Item am mitwoch noch. oculi Vii. 
1450 do hot marggraff Albrecht ver ſtat weyr pey Pilnrewt! dez nachts 
boweiwor abgraben laſſen, und am mitwoch frue reyt der marggraff 
mit einem gereiſigen czeug, wol mit 500 pferden, zu dem weyr und 

io lieſs den weier fiſchen, und raht aber herczu in dem wald pey dem 
tichhtenhoff; do ſchoz man gar faſt auz dem Lichtenhoff und pey dem 
galgen unter die feint. alſo pliben vie feint nit lang do und ruckten 
wider hinter ſich in dem wald zu dem weyr. im dez pot man in der ſtat 
yederman S. 226] auff zu fuſs und zu roſs, wer ez thon wolt, und ſchickt 
‚5 vil wagen hinauz. alſo kam ein grofs volf hinauz fur Frawentor, wer 
czi hen wolt, alſo daz pey 400 gereifig pferden hinauz fomen von unvern 
edeln lewten und foloner und jungen purgern und purgers Fnechten und 
pey 4000 fusfolfs mit armpruften, puchſen und ſpieſſen und ſamten ſich 
zey dem Lichtenhoff und machten do ein geſchick: und die gereifigen czu⸗ 
2» gen nor und daz fusfolf mit ven wagen dornoch, und bie gereifigen orbi- 
nivten ir geſchick, daz Cunrad von Rauffen? mit etwe vil pferden vor folt 
czihen, und wen er bie feint anfichtig wurd, fo folt er wider hinter fich 
flihen gegen underm hauffen; fo folt dann her Rewß von Plawen und 
der gancz geveifig hawff auff dy feint eylen und folt mit den feinten tref⸗ 
> fer, fo folten banır die fusgengel hernoch czyhen auff undern gereifigen ; 

. 1: vor dem flog zu Ofterno R. 3. C. Oſternach a. a. 10. wier B. 11. nach dem erften 

Lichtenhoff' in 3 mit rother Tinte durchſtrichen: “und pen dem galgen unter vie feint'. 
18. puffen B. 25. *fo’ aus ‘vo’ corrig. 2. 

*ı Diefer Titel findet fih nur in R. A; ver folgende Abfchnitt aber (bi S. 208, 14) iſt 

aus der Handfchr. ZB entnommen. S. die Vorrede des Herausgebers zu Anfang des Bandes. 


. I: Das (Auguftiner-) Nonnenklofter wurde. Das Klofter war fammt feinen 
— lag im Süden des Lorenzer nächſtgelegenen Zugehörigkeiten von Wall 
eichswalds zwei Stunden von Nurn⸗ und Graben umgeben, wie dieſe an ben 
berg und ebenfomweit von Schwabach ent- meiſten Stellen heute noch fichtbar find. 
Kent. Nefte von ben Baulichkeiten und In ben verjehiedenen kleinen Einjentun- 
Beieftigung des fon in Folge der gen, welche Die ganze umliegende, heute 
| eformetion eingegangenen Klofters ba- von Wald zum größeren Theil entblößte 
; n fi bis heute erhalten. Ste liegen Ebene charakterifiren, befanden fich noch 
2 uf einer won Often. ber vorjpringenden mehrere andere Weiher. Auch von ihnen 
; geringen Bodenerhebung, Die gegen Nor- Hat fich jetzt nur mehr das Andenken er- 
don dem erft in unterm Jahrhundert halten. K: 
, Noden gelegten Königsweiher begräntt . 2. Kaufungen. 
| 


41 


1 


2 


2 


a 


= 


a 


= 


[= 


204 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


dann die fach machet fich gar pald, daz die feint Eunrat von Kauffen an- 
fichtig wurden, und die feint hylten pey dem weyr. do fchoz fi) Cunrad 
von Rauffen mit in und went fich do wider gegen underm hawffen, als 
ob er flyhen wolt; alfo bet fich her Rewß von Plawen die wehl geſchickt, 
daz er mit ven feinten treffen wolt, und als pald ſich Cunrad von Kauf⸗ 
fer wentet, do eylten die feint gegen ven undern mit ehnem 6. 227] gro]- 
jem gefchrei und trumeten, und do rant her Reufs von Plauen mit dem 
gangzen hawffen in einen geſchick gegen ven feinten. do fluhen die feint 
von ftund an und die undern ftachen ver feint vil dernyder und wurben 
ver feint vil gefangen und erftochen, als dann hernoch gefchriben ftet. 
alfo do her Rewſs von Plawen alfo mit in traff, do bet marggraff Al⸗ 
brecht eyn groſs panyr und eyn vennfenlein und het herczog Otten folf 
ein panyr, dieſelben drew panyr wurden von ftund an dernyder geftochen. 
bo fam die flucht in marggraff Albrecht und in fein gereifigen czewg, und 
unfer gereifiger czeug folgt im noch piß gen Swobach on dh feranden, 
do entreyt er und kum gen Swobach hin ein und etlich gereifig mit im; 
und die andern fein gereifig folk floch yderman auz, wo er mocht, und an 
ver flucht verezetten fie fpiefs, ehfenhuet, renntarjchen, armpruft und 
allerley, und in dem flyhen ftachen die undern ber feint wil dernider. 
und die weyl daz geſchag do waz unſer fusfolf nit dopey und daz waz bie 
weh! hinnoch fomen und hielt pey dem weir; alfo fert unfer gereijiger 
czewg zu Swobach wider umb zu dem fusfolf. do hetten daz fusfolf die 
weyl ver gereifigen etlich erſſahen, die under gereifig abgeftochen hetten, 
und czugen bo unfer gereifig und fusfolf ber wider heym und prochten 
bie vorgefchriben preiv panyr mit in her heym, die hing man zu unjer 
liben frawen in die firchen! und jagt got und unfer liben frawen lob 
und danck?. auch [S. 228] procht man wol hundert gefangen herein; wer 

2. ven weyrn B?. 12. Die Hfſ. haben 'rennfeinlein’. 15. "on dy — gen Swobach' fehlt 2. 


16. mit in 3. 25. flatt drew' in B urfprünglich ‘pie pawren’; dieſe zwei Worte durch eine 
fpätere Hand ausgeftrichen und drew' pafür an ven Rand gefest. 


I. Meber die Aufbewahrung ber Pa- 
niere handelt Nr. 2 der umten folgenden 
„Orbnungen.“ Vgl. dazu den Schladht- 
bericht der R. A ın Beil. II. und die 
am Schluffe von Beil. I. mitgeteilt 
Unterredung zwiihen Markgraf Albrecht 
und Sobft Tekel. 

2. Die verjchiedenen Berichte Über 
diefe Schlacht find in Beil. III. zufam- 
mengeftellt. Die Freude Über den errun- 
genen Sieg war groß; noch bevor die Na- 
men der Erjchlagenen und Gefangenen 
ermittelt werden konnten, am Schlacht- 


furt, endlich an Niklas Muffel und 


tage jelbft verfünbet der Math die frohe 
Nachricht der Stadt Augsburg und Jorg 
©euber, dem letteren mit dem Auftrage, 
fie den verfammelten Stäbtehauptleuten, 
der Stadt Donaumörth und andern Gön- 
nern und Fremden mitzutheilen. Gleich 
oder ähnlich lautende Briefe gingen an 
diefem und dem folgenden Tage an den 
Biſchof von Würzburg, die Städte Ulm, 
Rotenburg, Windsheim, Weiffenburg, an 
die Erzbifchöfe und ſtädtiſchen Behörden 
von Köln und Trier, die Stabt rant 
ulus 











Kriegsbericht 1450. 


205. 


biefelbigen warn, ftet da hernoch geichriben, von eveln und uneveln und 


alle vley!. 


Item Heinrich von Rechperg, item Linhart von Newneck, item Eus- 
ſtachius Schenck von Geirn?, der ſtarb bie zu dem arczt; item Caspar 


3, Neueneck 22. 


Haller ab. Einigen diefer Schreiben ſchloß 
mart bereit3 folgende von Uebertreibung 
kei n eswegs freizufprechende Angaben liber 
die Sefallenen und Gefangenen bei: ‘Auch 
wifgt, das darundter etliche von Rechtperg, 
etfiche von Sawnßheim, etliche von Se- 
dererzdorf, etliche Schennten von Geyrn 
und Schennfenftein, etliche von Sparned, 
etliche von Wiſentaw, etlich vom Raben- 
fein, Kotzaw und Mengerfrüt, alles 
larırrtlüte und dabey gut ritter und fnechte 
vonn Swaben, Beyrn, Frannken, Heflen, 
Sachſſen, Düringen, auf der mark und 
auß Der voyt lande erſiagen ud gefanngen 
feirt, die wir in der eyle mit ſunderm na— 
mert nicht wiffen zu nennen, denn wir 
ger got lob und ere’. (Briefb. Nr. 20, 
BL. 3366-3378, 3398.) Niklas Muffel 
wird am 16. März geſchrieben, daß von 
Nürnbergiſcher Seite bei dem Treffen nur 


2 Mann Schaden genommen, 5 ober 6, 


nicht lebensgefährlich verwundet, etwa 4 
fangen genommen worden feien. (a. a. 
O. 1.3146.) Am darauf folgenden Tage 
berichtete der Rath ausführlicher über das 
Treffen an Augsburg und Ulm (vgl. 
Beil. III.) und anı 29. März wird auch 
an Die Eidgenoffen über das wichtige Er- 
agrrig gejhrieben. Die bei ihnen gewor- 
beten Truppen waren zur Zeit ber 
Schlacht noch nicht eingetroffen, fo daß 
das Lob, das ihnen Stumpf in feiner 
CHronit fpendet, mindeſtens zu ſtark auf- 
getragen jcheint. — Am Tage nach ber 
Schacht erging an den Markgrafen und 
den Pfalzgrafen Otto von Neumarkt die 
ufforderung der nürnbergifchen Ober- 
an führer Neuß und Tetel, diejenigen 
ihrer Leute, die geſtern ſich hatten ergeben 
müſſen und “auf ir trew und gelübde' 
waren freigelaffen worben, zu ermahnen, 
Ihrer Pflicht nachzukommen und fich ‘mit 
hengſt. harnaſch und anderm, in maffen 
fe Betreten find’, in der Stadt Nürnberg 
AMzufinden. So lange dich nicht gefche- 
en, folle feiner der jenfeitigen Gefange- 
nen zur Freiheit fommen. Bıfb. Nr. 20, 
l. 3356, 3406 (das Schreiben an den 
Jalzgrafen obne Datum). j 


1. Außer dem im Texte folgenden (jo- 
wie der Schladhtbericht B entnommenen) 
liegen uns noch drei andere Verzeichriifie 
ber bei Pillenreut Gefangenen wor; zu— 
nächſt das lückenhafte und nicht felten 
entftellte Nantensformen darbietende ber 
Hdſ. A, dann zwei vollftändigere, welche 
beide officiellen Urſprungs find: das erſte 
derfelben lag höchſt wahrjcheinlich dem 
Schreiben bei, welches der Rath am 
Tage nah der Schladht an den Ritter 
Paulus Haller (vgl. über ihn 3b. I, 
©. 218 u. 357) richtete, welcher in ftädti- 
ſchen Angelegenheiten auf einer Gejandt- 
Ihaft in Böhmen verweilte (Brfb. Nr. 20, 
Bl. 339 u.35 6): es ift nebft diefem Briefe 
(beide Stücke wurden, da fie fich im marf- 
gräflichen Archive fanden, ohne Zweifel 
aufgefangen) im Fasc. 377 des Bamb. 
Arhivs (Nr. 122) erhalten und entipricht 
in feinen 2efearten und nad feiner An— 
ordnung am meiften dem offenbar auf 
eine ähnliche Aufzeihnung zurückzufüh— 
renden ber Hbf. B, deffen Verſtäudniß e8 
bei feiner größeren Genauigkeit ganz we— 
jentlich erleichtert; das zmeite findet fich 
in dem jchon öfter erwähnten Gefange- 
nenbuch (Nr. 254 des Nürnb. Arch.): es 
enthält, ſeinem Zwecke entſprechend, meh— 
rere Angaben, welche den übrigen fehlen 
und weicht von ihnen in der Anordnung 
gänzlich ab, indem es von ben Gefange— 
nen jene zuſammenreiht, welche einem 
und demjelben Fürften oder Herrn „zu- 
ſtändig“ waren. Eine Bergleihung aller 
diefer Liſten läßt den richtigen Thatbe- 
ftand mit genügender Sicherheit erfennen 
und geben uns jo die Namen der Gefan- 
genen erwünſchte Belege fiir die Zufan- 
menfegung des markgräflichen Heeres bei 
dem in Rede ftehenden Feldzuge. 

Das Verzeichniß der Reihe A und das 
des Gefangenenbuchs werden in Beil. III. 
vollftändig mitgetheilt, aus der an Paul 
Haller überfandten Lifte (des Banıb. Arch.) 


ſoll in den folgenden Noten, was fie Eigen- 


thümliches darbietet, angemerkt werben. K. 
2. Des Markgrafen Hauptmann zu 
Rot; vgl. Beil. U. Daß gerade von den 


or 


206 


V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


von Weyrs, item Hans von Koczaw gab man -teg auff dem feld, item 
Jorg don Sedendorff, item Sebaftian von Sedenborff, item Hans 
Schend von Schendenftain, item Ulrich Pod‘, item Hans Gotford”, 
item Jacob Melinger, item Ruprecht. Weinen, item Ott Beronburg?, 
item Wilhelm Leminger, item Ruprecht von Mengersrewt, item Hans 
Enfteter, item Hans Hewbſcher“, item Heinz, Murrinf?, item Dit Senft, 


item Arnolt von Hirsfeft®, item Hans von Ezorba”, 


item Gebhart Peu- 


jcher, item Jorg Hennberger, item Cherhart Zriftram, item Jorg Raben- 
jteiner, item Caſpar von Cofpod, item Hans von Waczborf, item Tho— 
man von Wifentaw?, item Hans von Por?, item Thoman PBrunfter", 
item Hans Bulnbofer, item Cuncz Ebenhaufer, item Fricz Forſter von 
Wildenperg'', item Linhart von Thabor '?, item Reichart von Harteim _ 


1. Koczw B. 

5. Leiminger B2. 7. Corba 22. 
hervorragenderen Theilnehmern am Kamı- 
pfe mehrere gefangen wurden, erhellt aus 
einer Vergleichung mit dem Berichte über 
bie Schacht, wie die R. A ihn überliefert 


J— & war nach der Liſte des Gefan- 
genenbuch Herzog Heinrichs von Bayern- 

andshut Pfleger zu Köſching. K. 

2. In der Haller überſandten Lifte 
Hans Godefart ein During, des von 
Gleichen Diener, der hat bey 6000 guld. 
werbt’; im Verzeichniß des Gefangenen⸗ 
buchs "Hans Godefurt von Bottelftet‘ : 
ein Goettfardt oder Gottfurt von Buttel 
ſtedt. K. 

3. In dem Halker angelanbten Ber- 
zeichniſſe: Ott Pewneburg ein Heß', und 
ähnlich in der Liſte des Gefangenenbuthe. 
Ohne Zweifel ift es der im großen Ab- 
jageverzeichniß (vgl. Beil. II.) genannte 
Otto von Boyneburg. K. 

4. In der Lifte bes Bamberg. Arch. : 
‘Hans Hewbſcher Eberharten Triftrams 
knecht'; im DBerzeichniffe des Gefangenen- 
buchs heißt er: Hanns Besfler , in dem 
der R. A: Heuſcher'. K. 

- 5. In deran Haller gefandten Lifte: 
Heintz Mürring Wilhetm von Tobenecks 
knecht'. K. 

6. In der eben angeführten Liſte: 
Arnolt von Hirßvelt Rudolfs von Bü— 
naw knecht', und kurz vorher (wobei es 
übrigens nicht an Anzeichen einer Ver— 
wechslung fehlt): Jörg von SHirkvelt, 
bern Rudolffs von Bunaw diener'. K. 

7. Im Verzeichniß des Gefangenen- 


3. In B anfcheinend Gotfrivd'. 
9. Coſpad B. 


4. Meylinger BP. Weünwurck Be _ 


12. Tabor BR. 


buchs wird 9. v. Zorwa' den Leuten ds 
Markgrafen Johannes zugeteilt. Er wi 
mwohl identifch mit dem ‘Hanns von Jarr- 
wern’, der im großen Abſageverzeicht ĩ ß 
unter denen aufgeführt wird, welde arm 
bes genannten Markgrafen willen Der 
Stadt entjagten (vgl. Beil. II). K. 
bisher Genannten und von 
den: — Cuntz Ebenhawſer des 
Beſtenackers knecht' ſind in der an Paulus 
Haller zugeſandten Liſte als die gefange— 
nen ‘erberen’ bezeichnet, alle im Terte 
weiter Aufgeführten, mit Ausnahme dee 
Ebenhanfers, dann Frit Forfters und ber 
vier zuletzt Genannten, als ‘die gefangen 
knechte'. Unter den letzteren find hier (ent- 
ſprechend der Terminologie im fleinen 
Abfageverzeihniß der R. B) offenbar bie 
Dienftkrrechte im Gegenfate zu den Edel⸗ 
knechten zu verftehen, wobei jedoch ven 
diefen einige wenige irrthümuch der zwei⸗ 
ten Klaſſe —58 — ſein dürften (R.v. 
Hartheim, der ſicher zu den Edeln gehe 
fehit in der fraglichen Liſte ganz). 
9. In der Haller —E gift: 
Hand von Bor, Rudolfs von Bünaw 
knecht' — wohl ein Bora. K. 

10. Er war nad) deir beiden officielen - 
Berzeichniffen des Pflegers zu Rt, W 
brecht Klad, Knecht. 

11. Die beiden sfficilfen &iften nen⸗ 
sen ihn unter dem Fußvolk. Bol. miten 
S. 208,4. 7. Der Ort ift wahrſchein⸗ 
lich Weiler Witdenbergen weſtwaͤrts ve 
Schwabach. 

12. In der "Ste des Bamberg. Ar: 





wa. 


‘ 


Kriegsbericht 1450. 207 
itenn Clos, Jorg BVeilstorffers knecht!; item Fritz Schultheys, Heincz 
Eberlein, Peter Steinmicz, all 3 dez Jorg von Seckendorf knecht; item 
Peter Lentersheimer, Kuncz Reiff, peyd her Sigmund von Lentersheym 
hecht; item Hans Morcher, dez Ulrich Fronbergers knecht?; item Jorg 

»Lur, dez Henpergers knecht; item Seyfrid . 220) Renner, dez Michels von 
Kreulsheim? knecht; item Hans Coppenczeller, dez Stephan Schencken 
knecht; item Clos Albrecht, Clos Fiſcher, peyd dez Mewsbachs knecht; 
tem Paulus Seldner, Hans Graw, Moricz Wildenporn, all drey her 
pernhart Vicztums knecht; item Erhart Wolfel, dez Hafen Roders 

1 mecht?; item Hans Schimel, dez Wildners fnecht’; item Cuncz Walther, 
hans von Seckendorfs Fnecht®; item Walther und Paulus, margraff AL 
frech trummeter; item Cuntz, margraff Albrechg marftaller; item Hans 
Apel, margraff Albrecht diner“; Thoman Heutfcher, herczog Otten biner; 
term Henslein Schram, Heincz Jeger, peyd Cuncz von Seckendorfs fuecht; 

item Heincz Nar, dez Hanßen Kromers fnecht; item Ulrich Smid, dez 

Rudiger von Sparned knecht; item Iorg Kop, dez Wilhelm Hofers knecht; 


1. Weyelftorfers 22. 2. ftatt *P. Steinm.’ in B?: Petter Schulthens’. 3. Reyf B?. 
4. In ven Hoff. eher Morther' zu lefen. Wir haben jedoch die den officiellen Verzeichnifſen 





entfprechende Lefung vorgezogen. 
ſo immer. Fißer B?. 8. Selner B?. 


5. Luer 2°. 
9. dez dez Hafen B. dez Hanßen 2°. 


7. Alwercht 32, und 
14. Schran 


6. Coppenczell 2. 


B. 15. dez Hanßen B?. vez Heinczen B. Die Lefeart von 3? entfpricht der Haller über- 
fandten ((Hanſen Kramers E.’) und der Kifte des Gefangenenbuche. 


enbart vom Thaber, Hannfen von Ober- 
nitz knecht'. Vgl. das Verzeichniß des Ge- 
ſangenenbuchs in Beil. III. — K. 


1. So aud in dem an Haller ge- 
Wicten Verzeichniſſe: “Clas, Yorgen 
Beilstorffs knecht'. In dem Verzeichniffe 
der R. A heißt er ſohne Beiſatz) Clas 
Jörg', in jenem des Gefangenenbuchs 
ſcheint der bloß mit dem Vornamen auf- 
eführte Knecht Sigmund's von Lenters- 
im zu entſprechen. K. 


2. In ber Haller zugeſandten Lifte: 
dans Marcher, Ulrich Freudenbergers 
knecht. Dagegen hat das Verzeichniß des 
fangenenbuchs ebenfalls Fronberger'. 
m großen Abſageverzeichniß kommen 
ußer Ulrich Fronberger zu Fronberg 
auch Ulrich (und) Heintz Frodemberger 
unter denen wir wohl eben Freudenber⸗ 
' N verftehen haben) vor ; Hanns Mar- 
er' wird bort im Gefolge zweier Heinrich 
Tonberger genannt. K. 
3. Die beiden officiellen Berzeichnifje 
Haben Wilhelm von K. mas ohne 


IN 


Zweifel das Richtige iſt; ein Michel von 
K. wird überhaupt nicht genannt. K. 
4. Haſſe Rover’ wird im großen Ab- 


ſageverzeichniſſe unter denen genannt, Die 


Markgraf Johannes wegen entjagten (vgl. 
Beil. U.); dem entjprechend wird in Der 
Liſte des Gefangenenbuchs Erhart Wolff- 
lein' unter den Leuten des genannten 
Markgrafen aufgeführt. Die Haller über- 
fandte Lifte hat: Erhart Wölffel des 
Haßenroders knecht'. K. 

5.,%ır der zulett a. Lifte: ‘Hans Schy- 
mel, Frivel Wilder knecht'. K. 

6. In der eben angeführten Lifte: 
“Cünt Walther, Frigen und Hannjen von - 
Sedendorff knecht'; im Verzeichniſſe des 
Gefangenenbuchs ift dann nur ber erfte 
von biejen beiden Sedendborf genannt. K. 

7. In der Haller zugefandten Lifte: 
“Hans Apel von Münchberg marggrafen 
Albrecht Inecht’. In dem Berzeichnifje 
des Gefangenenbuchs wird er dagegen 
unter denen genannt, welche dem Marf- 
grafen Johann „zuftunden”“. K. 


5 


© 


I, 


208 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


item Heincz Altjch, dez Mandels Inecht; item Heincz Drebifch knecht!; 
item Hans Eromer, dez Hans von Waldenfels fnecht; item Heincz Tre- 
bifch, dez Apel von Tetten Enecht?; item Heincz Link von Swobach, item 
Herman Reyff, dez Walthafar Uffings Fnecht; item Herinan Prem, dez 
von Hohenftein knecht; item Jacob Krel?, dez Hans von Koczaw knecht; 
item Erhart Beheim, dez Hans Seybers knecht; item Eberlein Lorkes, 
bez Michel von Sainshaim Inecht; item Heincz Seauf, dez von Gleichen 
Inecht, item Sixt Stodel, dez Erhart von Melding knecht; item Clos 
Egen, dez Clein [S.230] Fridels Inecht *; item Hang, dez Kun Fnecht?; item 
Lukas Fewrer, dez Sorgen Rabenftainers fnecht; item Heincz Slewfinger, 
dez Ulrich Rumels® Inecht; item Hans Lanczhut”, item Heinz May von 
Waßerungenaw, item Concz Pinczenſtock von Swabach, item Heincz 
Metner von Wugzvorff, und fuft etwe vil purger von Swobach. 
[A 81. 158°] Die vorgejchriben gefangen find ein teil marggraff Albrecht 
leut, ein teil marggraff Hanſen leut, ein teil herczog Heinrichs? leut, ein 
1. Alſch 32. 2. dez Hans’ fehle 2. Mit B ftimmt das Haller überfanpte Verzeichniß, 
das übrigens audy Hier Kramer' Tief. 3. Heinez Trebifch’ fehlt 2%. 4. Herm. Bent 22. 


uffings' fehlt 3°. üffings' pas Haller überfandte Verzeichniß. 6. Pehem. Sewiers 
Bꝛ. Fewlers' das Haller überfandte Verzeichniß. Lorkez 2°. Die Haller überfannte 


Lifte: *Rorkeis’., 7. Sanseins B2. 8. von Melde 3°. "bern Erb. von Mellpingen’ das 
Haller überfandte Verzeihniß. 9. d. Klein Frydel 32. 10. Fewer 32. 11. Mey Ba. 
12. Piczenſtock 2°. Wauczeldorf 2. 


13. Meutter' oder Mentter' 2°. 


1. Es ift vielleicht „des H. D. Knecht“ 
gemeint. Da aber bie übrigen Berzeich- 
niffe nicht8 davon enthalten, liegt wahr- 
ſcheinlich eine Wiederholung (vgl. den 
zweitfolgenden Namen im Zerte) vor. K. 

2. In der Haller überfandten Lifte: 
Heintz Trebiih Apel von Tetten unb 
bes Triſtrams knecht'. K. 

3. Die anderen Sergeichuiffe baben 
übereinftimmend Kreb'. 


4. Uebereinftimmenb fer Haller zu- 
eſandte Lifte. Im Berzeichniffe des Ge— 
angenenbuche wird Egen nicht, in dem 
der R. A ohne Beifat erwähnt. — ‘Klein 
Fridel' wird im großen Abjageverzeichniß 
(B, ©.58) nach Apel Vitzthum zu Tanıı- 
roda aufgeführt. K 
5. In der Haller überfandten Liſte: 
Hans Kün, ded Kün knecht'. Vgl. das 
ereichui des Gefangenenbuchs (in Beil. 


M m Berzeichniffe des Gefangenen⸗ 
buchs ift er Pfalzgraf Otto's Leuten bei- 
gezählt, wie denn Ulrich Rummel im gro- 
gen Ablageverzeichniffe unter denen ge= 


nannt wird, die um jenes Furſten willen 
entſagten (vgl. Beil. M 

Die Folgenden nebſt dem im Terte 
friiher genannten Forfter find in der B. 
Haller itberfandten Lifte unter der Auf- 
ſchrift: Pawren und trabanteı’, ebenfalls 
am Schluſſe, ſolchergeſtalt aufgeführt : 
Hand Lantzhüt von Katwang ; Heint 
May von Waffermungnam; Fritz Förfter 
vom Willdemberg; Cüntslen des Pinten⸗ 
ſtocks fünlein von Smwabad) ; Heinrice 
Mettner ein ſchuͤler'. — Im Verzeihniß 
bes Sefangenenbuchs fehlen fie, im dent 
der R. A Stehen wur die Namen ohne 
Beiſatz. 

8. Es iſt wohl das nahe bei Pillen⸗ 
reut gelegene Worzeldorf gemeint, das 
urkundlich Woczelndorf' (vgl. die Bar. 
von B?) genannt wird (Würfel, Geſch. d. 
Kloſt. Pillenreut, S. 18); jonft könnte 
man noch au — nördlich von 
Windsbach, in deſſen Nähe auch das frü- - 
per genannte Waſſermungenau liegt, den- 
en. K. 

9. Heinrich | des Reichen) von Bayern⸗ 
Landshut. 








Kriegsbericht 1450. 


209 


teil herczog Otten leut; ein teil biſchoffs von Eiftet leut, ein teil bifchoffe 
von Bamberg leut, ein teil graff Sigmund von Gleichen leut, ein teil 
Bernhart Vitztum' leut, ein teil des von Hohenloch leut, ein teil der von 


Sawnßheim leut. 


Auch ſind der feint vil erſtochen und erſlagen; die fürt man ein teil 
bei nacht gen Swabach und ein teil anderßwo, der namen man noch nit 
wiſſen kan. auch brochten die unſern bei 150 gereiſigen pferden und gar 
vil platharnaſch und panczer und eiſenhüt und renntartſchen, armbroſt 
und glefen, und brachten auch etlich wagen mit fiſchen, die die feint gefan- 
10 gen hetten, und die fegen und ſchaff brachten fie auch. auch wurden unfer 
gereifigen auf ven tag 4 gefangen und wurden ver unfern zivei gefchoßen, 
die fturben darnach; fuft nam der unfern auf den tag feiner ſchaden zc. 

[1ss?] Item darnach riten und luffen die unfern teglich auß und brach- 


ten küe und pfert teglich herein?. 


4. Senshaim a. Schwashaim a?. 
ein t. b. n. gen Sw. furen R. 2. C. 
ein teil nit w. k. R. a. a. 


ſchen 42. 4®. *eifenhüt, rennt. und armb.' fehlt: R. a. a. 
10. "und die — auch' fehl ER. 2. C. 


R. B dafür: "und allerley'). 


5. erſchoſſen 44. R. a. a. 
7. fann man noch nit gewiſſen AP. der namen man 
pey ı und xu R. B. woll hunvert virzehen C*. 


6. die ließ der marggr. 


; 8. renntar⸗ 
9. “glefen' fehlt R. 2. C. (in 
11. gefangen, vie ſich 


verritten R. 3. C. 14. prachten pey einczigen küe und pferd herein R. B. 


1. Der Marihall Ritter Bernhard 
Vitzthum hatte der Stabt mit den thü- 
ringiſch⸗ſächſiſchen Herren um Herzog Wil- 
helm's von Sachen willen entfagt. - Bgl. 
Beil... — K. 

2. Während es hier längere Zeit zu 
keinem größeren Zuſammenſtoße kam, er⸗ 
rangen die Städtiſchen auf einem andern 
Schauplatz einen neuen Erfolg. Am 17. 
März (feria 30 poſt letare') ſchreibt ein 
mit den Buchſtaben H. K. Unterzeichne⸗ 
ter aus Dinkelsbühl an Johann Plater- 
berger d. Jüng. (wie fein gliönem! er 
Bater feit 1445 ebenfalls Ratheichreiber 
in Nürnberg — Beftall. d. Lofungft. 
Nr. 296 d. N. A. Bl. 133). Nachdem 
vorher fhon von dem dem Grafen Wil- 
beim von Oettingen durch die ftäbtifchen 
Truppen auf ihrem Zuge von Donau- 
wörth nach Nördlingen und während ih⸗ 
res Stanbquartierd an den genannten 
. Orten zugefligten Schaden berichtet wor- 
den, beißt es: ‘Item mir ift gejagt, wie 
ber ſtẽt zeibg, als fie won Norbling gen 
Dindelfpubel rieten, das in die von Din- 
ckelſpuhel mit irem zeibg unberwegen fom- 
men fein zu einander ob 1200 mannen 
und haben fich unberftanden zu arbeiten 

Staͤdtechroniken. 11. 


einen margkt genant Aüffirchen, ber dann 
graf Wilhelms von Dting befte Heinot 
geweſen ift und ven von Dindelfpühel 
teglichen ſchaden beweift bat. ben haben 
die ftet erobert und zit gründ aüß gepren- 
net, on anber ſcheden, dem felben von 
Sting und den korherrn zü Oneltzpach 
deſſelben tags beweilt. das ift HAAN 
an eritag nach letare und fein herlich mit 
macht gein Dindeljpuhel kommen die ſel⸗ 
ben nacht’. Indem er das Treffen bei 
Pillenteut meint, fährt dann der Schrei- 
ende fort: “Item von ber nydderlag bes 
marggrafen haben alle flöte gern vernom- 
men und frewent fich des fere und hoffen 
gettet gnade werde fih mit Tetigteit fur- 
aſs zu in’ naigen, den wir pillich loben 
und eren fullen’ — er bittet dann um ge- 
nauere Nachrichten über den Hergang. 
Gegen Ende des Schreibens heißt es end- 
ih: ‘Item ben fteten ift warnung kom⸗ 
men, wie fich ber marggraf von fein fteten 
und merglten zü roß und zu fuß vaſt be- 
werbe und —* ſamnung zit Oneltzpach 
hab; was ir in den ſelben dingen erfürt 
oder innen würdet laßt mich ſrderiq 
wifjen’. Orig. im Fasc. 377 des Bam 
Arch. Nr. 127. 


14 





210 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item am freitag vor jubica des nacht riten etlich unferr gereifigen 
hie auß ftratffen auf der ftroßen. alſo komen fie gen Reichenbach enhalb 
Haberstorf gelegen?; do funden fie 7 wagen, waren der feint, Darauf 
was wein geladen auf 5 wagen und 2 mit habern geladen: alfo flugen 

5 fie den faßen die pöden auß und verfchütten den wein und verſtrewten 
(ben habern], und namen 31 wagenpferb und brachten vie herein ?. 

Item am montag nach jubica brachten etlich unferr gereifig ein raub 
füe von Ror enhalb Swabach, bei 20 küen und etlich pawernpfert und 
etlich gefangen patvern. 

10 Item auf denfelben tag brachten etlich ander unjer gereijig wol 28 
fie und 80 fwein; betten fie zu Lauff an der ftat genomen. 

Auch auf venjelben tag brachten etlich ander unfer gereifig wol 
20 füe und 200 fchaf und etlich pawernpfert und etlich gefangen pawern,. 
bie hetten fie genomen zu Czenn an der ftat. 

Bar; Item an derſelben montagnacht gingen hie etlich trabanten au 
und brachten wol 40 fie, hetten jie genomen in den vörfern gegen ven 
Newenmardt werk. 

Item am eritag nach judica riten etlich unfer gereifig hie auß un 
brachten wol 90 küe und etlich fwein und pfert und gefangen bawerm 

20 hetten fie genomen bei Haberstorf. 

Item am mittwoch nach judica zugen zu Nürmberg auß des nacdyt 
mer dann 600 gereifig und 3000 trabanten, und hetten wol 60 wager 
und zugen gen Hailsprun Bi. 159°] zu und brenten gar vil börfer großer 
und clainer umb Hailsprunn und fcheffhoff und mül, und brenten daz 

25 dorf zu Petersaurach ab und ftürmteri den kirchoff und brenten ab vie 
börfer Weiterdorff, Weiffenbrun, Tetelsaw? und ſüſt vil anderr vörfer, 


2. auz ftraifften B. und ſtrayften 4%. B2. Reichelpach a. Rechenp. 32. 5. “verjchütten 
den habern’ alle außer 2. 'und verfhütten — verftrewten’ fehlt 32. C?. ‘und verfirew 
ten’ nur R. A. - 7. vor judica 2°. 8. bey x füena. 14. Ezen (Gzein 22) vor ver Hat 
R. B. 17. Newnerck B. Newerck B?. 20. Nach Haberstorf' folgt in 42. 42. ver Ab⸗ 
fchnitt "beheltnuß ver panyr’ (Siehe die, Ordnungen“). 23. Hoſprun B. 24. Holfprun . 
236. Winterdorff 42. Winterstorff 4°. Weittersvorff A*. a. Widersdorff a?. Witterdorf 3. 


1. Oberreichenbach, eine Stunde nord⸗ auch ven Biſchof von Würzburg und meh⸗ 
weftlich von Großhabersdorf, von dem rere Mitglieder des Schweinfurter Rath 
früher genannten Orte gleichen Namens —— angeht. d.d.19. März. Bf. 
zu unterſcheiden. K. Nr. 20. Bl. 34106. oo . 

2. Aus diefer Zeit ift ein Brief des 3. Weiterndorf in unmittelbarer Rabe 
Rathes an Schweinfurt, in welchem er von Heilbronn, die andern genannt 
bittet, dem Markgrafen nicht, wie Diefer Dörfer ſüdlich von letzterem Tetelbab 
e8 verlangt bat, “mit taufent malier — vgl. die folgende Aum. — ift ohne 
melbs, auch villeicht mit wein, habern Zweifel Neubetteldau, wo ſich ein Ritter 
und anderm zu ftatten zu fommen’, eine fit befand und von dem der Weiler Alt⸗ 
Bitte, um deren Untertügung der Rath dettelsau nicht weit entfernt liegt). E- 


1 


15 


Kriegsbericht 1450. 211 


alfo daz fie verbranten wol 16 dörfer, und brachten vil vihs herheim: 
wol 500 füe und Telber und 1600 fchafe und lemmer und 100 und 80 
fmein und wol 40 pawernpfert, und wol 33 gefangner pawern und vil 
wagen mit allerlei gelaven!. - | 


Iten am freitag vor dem palmtag riten etlich gereifig bie auf, und a. 


mit in gingen etlich trabanten auf daz pirg und chomen an ziven wagen 
mit falcz geladen und eifen und dl, und brachten die wagen mit bem gut 


und pferd herein. 


Item am felben tag zu abent gingen etlich umferr trabanten bie auß 
und chomen gen Bodstorff? bei Vorcheim gelegen und brachten 68 fie, 


40 ſwein und 30 pawernpfert. 


Auf denſelben tag gingen etlich ander unferr trabanten hie auf 
und namen ein raub vihs auf dem pirg zu Erhenbach?, und brachten wol 


30 küe und 40 ſchaf. 


N 


Auch deſſelben abenk riten etlich gereifig hie auß und brenten 4 
mül ab an ver Aurach* enhalb des Kamerftain. _ 
stem am ſamstag vorm palmtag viten etlich gereifig hie auß und 


1. dörffern A. 10. ſechzig küe C?. 
14. zxxıııı FÜeR. 2, 


1. Reuß von Blauen und Jobſt Tetzel 
hatten ben Zug angeführt. Dem Rathe 
blieben (ohne das nicht ſogleich ausgerich- 
tete Gelb) aus der Löſung ber Scang- 
nen 94 Gulden baar, wovou Reuß von 
Plauen 31 Suld. 54 dir. erhielt. Gefan- 
genenbuch II. Bf. 10, 11. — Ueber bie- 
jen Zug fchreibt der Rath am 27. März 
an Niclas Muffel: Heilsbronn ſelbſt babe 
man, wie au Abt dem Kriegsvolte 
entgegengefchict und gebeten habe, fein 
Klofter zu ſchonen, nicht bejchädigen 
wollen, obwohl dort dem Feinde ſtets viel 
Vorſchub geleiftet werde. Man babe da- 
gegen Tettelsawe den mardt und vorhof 
am floß, die etwas wol beweftigt waren’, 
geivonnen und bei 22 Dörfer, Weller und 
etwievil güter millen’ ausgebranut, bei 
30 Gefangene gemadt und ‘063000 haupt 
vichs' nach der Stadt gebracht, nebft vielen 
Wagen mit ſweynin pachen, jmalß, plun⸗ 
dern und anderen Dingen’. Gleichzeitig 
waren etliche andere aus ber Stadt ge- 
gangen und brachten 2 Hirſche und ande⸗ 
res Rothwild zurüd, wohl erwünſchte 
Beute, da der Proviant nicht immer allzu 


reichlich zufloß. (Brfb. Nr. 20, Bl. 3526, 


353.) Beiläufig mag bier der Spuren 


13, ECherenpach a. Erenpach B. Erheimpach 2°. 


von damals üblicher Chiffrirung Erwäh⸗ 


nung geſchehen. Dieſer Brief wird be- 
zeichnet als Antwort auf Muffel's Schrei⸗ 
beit p und q, und beigefügt iſt eine ‘ce- 
tula’: ‘auch die briefe alle mit iven zaichen 
und buchſtaben, von den bu meldung ge- 
tan baft, wol geantwort worben’. An- 
dersivo, BL. 3416, wird dem Muffel “Über 
l und m’ geantwortet. Und Bl. 370%, 
371 ſtehen zwei Briefe an Jorg Gewder, 
der einen Schwefeltraneport escortiren 
foll, in dem alle Namen Hiffrirt find, und 
zwar mit Zablen. Hier ift beſonders ei- 
genthümlich, daß die Chiffrirung auch im 
Concept vorliegt. 

2. Borbort über eine Stunbe ſüdlich 
von Forchheim, näher bei Bayersdorf. 

3. Ober- und Mittelehrenbadh, norb- 
weitlih von Gräfenberg am Ehrenbach, 
(an das ſchon im Thale der Wieſent gele- 

ene Kirchehrenbach ift bier nicht zu den⸗ 
en) find nicht weit von einander entfernt. 
Bl. oben S. 188,4. — K. 

4. Nicht der befanıntere, weiter nörb- 
lich zufließende, fonbern ein gleichnami- 
ger, Roth gegenüber mündender, ebenfalls 
von Weiten kommender Mebenfluß ver 
Rednitz. 

14* 


28. 
Maͤrz. 


212 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


namen aber vihe vor Lauff an der ftat, küe, fchaff und pfert und etlich 
gefangen pawern; und an berfelben nacht riten etlich ander hie auß und 
namen vihe bei dem Bonhoff', küe, kelber und fwein, und brachten etlich 
gefangen pawern. 
s [150°] Item am eritag nach dem palmtag riten etlich gereifig bie auf Man. 
und namen ein vaub küe vor Tann, 34 fie, und etlich gefangen pawern, 
6, und etlich pfert?. ü 
Item am mittwoch nach dem palmtag riten etlich gereifig bie außı.Apeir. 
und brachten wol 44 fwein und etliche pferd; hetten fie genomen zu 
10 Frawenawrach. 
Auch deſſelben tags riten etlich gereifig hie auß und namen ein 
raub küe enhalb der Selingporten? in dem Solczgaw, 50 küe, 20 pfert 
und 10 gefangen pawern; und auf venfelben tag warb unfer gereifigen 
einer auf der wart gefangen, eins burgers fnecht, enhalb Sweinaw. 
15 Item in des waren etlich gereifig bie außgeriten und brenten etlich 
hemer ab nit weit von Aurbach * gelegen. 
Auch warn etlich trabanten in ver zeit hie außgegangen und broch⸗ 
ten wol 30 küe; hetten fie genomen zıf Hohenſtat enhalb Herſpruck. 


Item am ofterabent riten etlich gereifig hie auß und riten gen Pir- 4. Apr. . 


20 pawm und gewunnen daz floß zu Birpamm? und brenten daz auß und 
namen, waz fie barinnen funden, und brachten daz herein, und brochten 
36 füe und etlich gefangen. 

Item auf denfelben tag riten ander unferr gereifig hie auß und riten 

für Altdorf und brachten 15 küe und 3 gefungen pawern. 

23 ° Item am andern oftertag zugen etlich trabanten hie auß und bradh- 6. Apr. 
ten 59 küe; betten fie genomen zu dem Regenſperg vor dem floR. 
ſBi. 160°] Item am mittwoch noch oftern riten etlich unſerr gereifig hie 8. Apr. 
auß und brochten 40 füe und vil fwein; hetten fie genomen zu Herczog- 
aurach. 

30 Item auf denfelben mittwoch zugen unferr gereifig und fußvold bie 


3. Banhoff B. 7. 6' fehlt R.a:o. 9. pfreb 2? (eine Form, bie in biefer Hf. zum mins 
deften fo oft vorfommt als ‘pferv’). 12. felbingen portten 4°. Seligenporten «a. 15. in 

-dem 42. 16. Aura a. 18. Hocflat R. a. 09. 22. xxvi fiwe B?. Mach ‘gefangen’ in 
B von fpäterer Hand: ‘Zenger tetz'. 26. Regelfyerg A. R.a. a. 29. ‘Item am ofler- 
abent — berczogaurach fehlt C?. 30. mittw. zu nacht R. 2. 


1. Vgl. oben S. 159, A.1. ‚ben Sulzgau vgl. oben ©. 172, A.l. — 
2. Sauptleute bes Bugs waren Se- 
bald Stard und Sigel Lantwüſt. Gefan- 4 Ohne Zweifel Auerbach in ber 
genenbuch I, Bl. 566. Oberpfalz. 
3. Das Ronnenkiofter Seligenporten 5. Das Dorf war ſchon früher nie- 


zwiſchen Allersberg ud Neumarkt. Ueber bergebranntn worden; vgl. vben ©. 153, 2. 


Kriegsbericht 1450. . 213 


arı$ und auf daz birg gein Egloffftein? und brenten die heufer auf dem 
berg vor dem ſloß ab, und brachten ein raub vihs herein, wol 60 füe und 
viL jwein, pfert und geiß und etlich gefangen. Ä | 
tem im freitag nach oftern riten etlich gereifig hie auf und brach-10. Apr. 
s tert 15 küe; hetten fie genomen zu Erlang. 
Item am ſamstag darnach brochten etlich unferr gereifig 12 küe; 11. Apr. 
hetten fie genomen zu dem Marolfftain?. 
Und am montag vor dem heiltum? brachten etlich unfer gereifig 13. Apr. 
12 füe; hetten fie genommen zu Grunfperg bei Altvorf. | 
10 Item am eritag vor dem heiltum waren aber etlich unferr gereifig 14. Apr. 
bie aufgeriten gen Grunfperg und brenten ab den vorhoff daſelbſt und 
waz vor dem floß ftund, und brachten aber von Grunfperg bei 35 Füen*. 
Item auf venfelben eritag waren etlich unferr gereifigen hie außge⸗ 
riten und brenten zu Rangenfenvelbach und zu Effeltrich®, und brachten 
ıs wol 50 küe und fwein. 
Auch auf denfelben tag brachten ander unfer gereifig wol 30 füe, 
hetten fie genomen zu Sebach®, und 20 ſwein. | 
Item am mantag nach veminiscere in der fasten ſchickten unferr2.Mär. 
herrn bie auß bei 100 gereifiger gen Weiffenburg; und ir haubtman was - 
» rg Geuder. und riten da gen ſwebiſchen Werd; daſelbſt folten die 
ſwebiſchen und ander reichftet, die im bunt waren, hin komen: alſo cho⸗ 
men die von Augipurg, von Nörling, von Hall, von Rotenburg, von 
Winsheim und die obern ftet, und [B1. 160°) brachten all zufammen bei 600: 
pferden, und zugen ba gen Nörling und verbrenten etliche pörfer im Rieß, 
S und zugen bo gen Dindelfpühel und zugen do gen Winsheim. da waren 


6. *famstag’ in 'funtag’ corrig. w. 14. Effertrich 42. 4°. Effeltereih R. 2. 16. waren 
etlich unfer gereif. gefellen hie auz geriten an die Sebach und prochten R.B. 17. ‘Item am 
freitag — 20 fwein’ fehlt 0°. “Item auf venf. eritag — 20 fwein’ fehlt a. 19. haubman 
4. 21. daſelbſt — fomen: do felbft folten ver reichftet folk gemeinclich zu einanvder komen 
R.B.C. 22. Nach Noͤrling' in R. B. C. noch: ‘von Dindelfpuel (Dindelfpuhel)'. | 
25. zugen doch A. A?.at.a. zugen doch A.R.au. “und z. d. g. Winßh.' fehlt 42. 43. 


1. Der Stammſitz des gleichnamigen nur eine halbe Stunde ſüdweſtlich ent- 
Adelsgefchlechts, zwei Stunden nörblih fernt, war nach Will, Geſch. von Altborf 


N Gräfenberg in einem Seitenthale ver S. 335 'sgl. dazu Delic. topog. Nor. p. 
in 


teient. 50.1. v in ven Verhandl. d. oberpfäl- 
2. Heute Marlofftein, eine Stunde ziſchen bift. Ber. V, ©. 89). damals (als 
Nordäfttich von Erlangen. pfälziiches Lehen) im Befit der Freuden⸗ 


... % D. 5. vor dem Tage, an welchem berg, welches Gefchlecht auch im großen 
ſährlich die Reicheheiligthümer dem Volle Abfageverzeichniffe durch mehrere Glieder 
geiviefen wurden. Dieß geſchah jebesmal vertreten ift (vergl. Beil. IL). K. 
m zweiten Freitage nad Oftern. Bl. 5. Beide liegen öftli von Bayers- 
oben ©. 45, A. 3 dieſes Bandes. dorf. Ä 
4. Schloß Grünsberg, von Altdorf 6. Vgl. oben ©. 188, 22 u, U. A. 





214 v. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


etlich wagen mit wein und putern von Tranden gen Winsheim 
jolt man ber gen Nürnberg gefürt haben. aljo lub man Die mag 
Winsheim ab und ließ daz da ligen, und ver gereifig zeug aller zoh 
hinter fich gen Rottenburg und belaitet aljo die lern wegen wider 

5 fich heim wer&, die ven wein und putern gen Winsheim getragen | 
und befeiten etlich [wagen mit] wein von Rottenburg gen Dindel| 
und riten do von Dindeljpühel mit dem gereifigen. zeug allen geı 
und brenten unter wegen etliche dörfer ab, und zugen bo wider gen 
deljpühel. und zugen zu Dindelfpübel auß am.eritag vor dem hı 
10 und welten gen Winsheim zihen und folten ven von Nürmberg au 
und wein helfen mit gewält füren. aljo beliben die von Ulem am n 
und etlich nom den obern fteten wol mut 150 pfexden zu Dindelf! 
alfo zugen vie von Nürmberg und die andern ftet [auß] und hett 
bei 450. pferden und wolten gen Winsheim zihen; und zugen in den 
15 bei Lewtershawſen und brenten etwe vil dörfer ab vafelbft umb ' 
brenten gar ein groß dorf ob, heift Awrach, und namen gar vi vil 
ſelbſt. alfo was ver marggraff auf zu Onoltzpach und allenthalbe 
ben fein gereifigen und fußvolck?, va er vie fewer fach aufgien? ur 

. bie unfern; alfo muſten bie unfern daz vihe laßen fien, und betten 
20 vechte ordenung und geichid, wann iede ftat für fich felbs da was 
beiten: kein. öberſten haubtman, bem fie gehorfam wern; und warb d 
übe gehandelt. alſo traffen etlich mit ven feinten, etlich gaben bie 
und ſcharten Hinten davon. alſo mit folcher unordenung lagen d 
dernider und [ts1’] wurden ir mer dann 200 gefangen von allen 


5, hinter ſich' fehlt 42. dye uns den wein R.B. 8. doch wider R. Au. 1 
Reichenpach R. B. 17. Onoltzſpach A. Onelſpach 2. Anſpach B2. Almſbach C*. 


1. Das Heer hatte ſich in den obern 
Altmühlgrund gewendet, an welchem 
Flufſe Leutershauſen liegt. Aurach if 
1, Stunden ſüdlich von Lentershanfen 
entfernt. — Die Stelle, an welcher bie 
im Folgenden erzählte Niederlage ber 
Städter geſchah, wird genauer von Eifh. 
Artzt (Duell. u. Erörterungen zur bayer. 
u. deut. Geſch. IE, ©. 167 u. 168) be- 
eichnet. Es war ber Brünft oder Brün- 

er Nutzung genannte, zwiſchen dem Klo⸗ 
ſier Sulz und dem Weiler Brünſt gele⸗ 
gene Wald, won. Leutershaufen etwa */, 
Stunden filbwefllih. K. 

2. Zum Zweck der Vertheilung ber 
Beute (“Die pewt der gefchtcht amı montag 


vor ſaut Jorgen tag ergangen’ lautet die 


Aufſchrift) wurden Diejenigen aufgezeich- 
net, welche von markgräflicher Seite an 


dem in Rede ftehenden Zuge Th 
nommen hatten. Es waren nel 
Grafen Sigmund von Gleichen uni 
von Hehnftern (*Hoenftein’) gege 
reift tbäringifche und —* 
und Knechte, von erſteren viele 
und mehr, Hilpolt von Thüngen 
mit 14 Pferden. (Jerg DR: 
Bappenheim' war mit 6 Pferden eb 
zugegen.) Fase. 377 des Bamberg. 
Nr. 175. — K. 

3. Rah Eikhart Artzt (a. a. O. 
der Markgraf, 800 Pſerde ſtark, a 
heranziehenden Schweizer gehalten 
ihm die Nähe des ſtädtiſchen Heere 
kündet wurde. Vgl. unten ©. 2h 
den Rotenburger Bericht im XXIV 
rest, d. hiſt. Ber. in Mittelfrant. | 


on 


Kriegebericht 1450. 


215 


bie vor genant fein, von tetlicher ein teil'; und ver unfern wurden mol 
52 gefangen, barımter was Jorg Geuder ver haubtman, Francz Pircka⸗ 
mer, Jobs Fronhoffer und ein Ezenger und ein Grieß und ein Rechen⸗ 
berger, die andern waren Hecht ſoldner und burgersknecht. um die gefangen 


wurden all gen Onolczbach gefürt?. 


3. Pirdeymer B. 5. Ofnfbach 3. Anſpach 22. C?, 


1. Im Fascik. 377 des Bamb. Arc. 
(Nr. 172 u. 173) find zwei „Oefange- 
nenzettel“ erhalten, weiche ſich, wie ſchon 
aus ber Vebereinftimmung der Namen 
hervorgeht, auf die hier erwähnte Nieber- 
Inge der Stäbter bezichen. Beide gleich- 
zeitig (je 4 BU. in fol. obl.) ſtimmen fie 
doch in Zahl und Reihenfolge der Namen 
nicht voßllerumen übereir, nur Das Eine 
(Nr. 173) unterfcheibet die „Ehrbaren,“ 
unter denen wir hier Ritterbürtige zu 
verfteben haben, von Bürgern, Sö 
und Knechten, beibe führen fie inbeß bie 
Angehörigen der einzelnen Städte ge- 
trennt anf. Damadı entflelen auf Niten- 
berg: 65 (Nr. 172: 70), worunter als 
Erber: Jobſt Fronhofer, Melchior Re- 
cheuberger, Parecziſal ger (6 feiner 
Knechte wurden ebenfalls gefangen), Ul- 
rich Awer, Cuntz Amer, Cuncz Pircker, 
Uri Heymhauſer, Waltazar Laugenber⸗ 
ger, Hans Hofer, Göcz Grieß, Arnolt 
Hirſperger, Bartelmes Tieffenbacher, Ni⸗ 
del Kopp, Michel Kegler', als Bürger au⸗ 
fer Geuder und Pirkheimer noch Friez 
Dintner' und Cuncz Hupfauf' hervor⸗ 
gehoben werben; auf —— kamen: 
69 (68), worunter die Erber: Claws von 
Langenlor, Johann von Langenler fein 
fun genant Klendheimer (“Klindheimer’ in 
Kr. E72; vgl. Ludw. v. Eyb, Deulw., 
herausg. von H 
Markgraf felbſt mit ihm kämpfte), Con⸗ 
rat von Waltkirchen, Waltazar Hofrew⸗ 
ter, Rudolf Dietheimer', und mehrere 
Bürger (zumeiſt ſolche, die gegen Sold 
dienten); auf Um: 28, darunter der, Ehr⸗ 
bare” Jobſt von Schina (Schinaw)', auf 
Mrdlingen: 15(17), unter ihnen der „Ehr- 
bare⸗Steffan Spet', dann Hans Berger’, 
Jorg Olhafen, Wilhelm Rigler burger 
zu Augſpurg, Hans Langemautel von 
Augfpurg, Franez Graf burger’, auf Ro- 
tenburg: 17 (18), darnnter die ‘Erberr: 
Kart Zebel (vgl. Eikh. Art a. a. DO. 
©. 168), Connz von Haczſtein, Craft 
Halber, Henn Hohenberger', der Bür- 
ger Jorg Schefer, auf Ravensburg: 


„S. 129, wonad der 


3 (Ottinar Zwick von fant Gallen’ 
nebft zweien feiner Knechte), Mem- 
mingen und Dinkelabühl je 4 (unter er- 
fteren Dex Ulmer Bürger Peter elter), 
Smünd: 3 (Caſpar von Üdingen, Swab- 
beincz Waltuer, Henflein in ber purger 
marftal’), und auf Windsheim 4, wor- 
unter Peter Zolner burger mıd baubt- 
man’ und Burckhart ſich befand. 
Die Aufzählung, der betheiligten Städte 
bei Eifh. Artzt bebarf Ken) ine Be- 
ricgtigung. Seine Angabe Über die Zahl 
ber Gefangenen, welche in der angeflibr- 
ten Ausgabe, wie man glei) fieht, falſch 
ift, Rebt richtig in ber Mone'ſchen Edition 
Badiſches Archiv II, S. 230). — Zwei 
von den Nürnbergiſchen Gefangenen 
wurden, wie es ſcheint ſogleich, gegen 


ſolche ausgetauſcht, die bei Pillenreut in 


die Hände der Städter gefallen waren: 
Albrecht Tawchersdorfer gegen Geb- 
harten Peüſcher, Heintz Meinczer ... ge⸗ 
gen Cunczen Reiffen herr Sigmunds 
(von Lentersheim) knecht Bamberg. Fase. 
Nr. 173; vgl. oben ©. 206 u.207.—K. 
2. Ueber dieſen Zuſammenſtoß — 

ten ausführtich noch: Eilh. Artzt Quell. 
u. Erört. I, 167, 168), der übrigens 
den Tag des Kampfes irrig a Dienstag 
vor Duaflmmobogeniti beine, und Lud⸗ 
wig von Eyb a. a. O. ©. 129, 130 (bort 
ift Fälfehlich 118,120 gedruckt, und im ber 
Anmerkung 17 der Tag des Pillenreuter 
Treffens rrrig ale St: Georgi Abend [22. 
oder 23. April] ſtatt St. Gregorit Abend 
(ti. März) angegeben). Unter den Fein⸗ 
den der Stabt war große Freude. Ein 
ig, den Eyb mittheilt, beweift dieß im 
ehr anſchaulicher Weile. Es ift auch der 
Brief erhalten, in der der Markgraf Ia- 
kob von Baden ferien Eidam, Markgraf 
Albrecht zu dieſem Erfolge beglückwünſcht; 
er lautet: Unſer fruntlich dienfi und alles 
guͤt zuvor, hochgeborner furft, lieber fün; 
ung iſt von uch bewiſet liebe und frunt- 
ſchafft an verfündung, bie iv uns hand 
Be der geſchicht, die uch widder uwere 
ynde ven gnaden "gotte® glucklich ift zu⸗ 


216 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item am funtag nach dem heiltum riten etlich gereifig hie auß umb 1. 
brachten 12 küe und etliche fwein und bawernpfert; hetten fie genomen 
zu Amerstorf. _ 

Auch deſſelben tags gingen etlich trabanten bie auß und brachten 

5 15 füe; hetten fie genomen in ven dörfern bei Winspach. 

Auch auf venfelben funtag ritten etlich gereifig hie auß und mit in 
gingen etlich trabanten und chomen für daz floß zu Tann! und zebten 
fich mit in; die weil Iuffen die trabanten in die mül unter dem floß gele- 
gen und zünten die an und verbrenten bie, und namen ein wagen mit 

10 wein vor dem ſloß hart an der bruden und brachten ven wein herein. 

Item an demſelben funtag zu nacht riten etlich unfer gereifig bie 
auß und gingen mit in etlich trabanten und hilten auf etlich wagen mit 
wein, die jolten gen Lauff zu gen. do waren die wegen mit dem wein gen 
Lauff in die ftat chomen, ee die unferen in ven halt chomen; alfo brentem 

15 bie unjern vor Lauff etlich heuſer und ſtedel ab. 

[Bi. 182°] Item am montag nach dem heiltum riten hie etlich gereifig au 
und chomen an 4 wegen mit wein geladen nit ferr von dem Stain?, unz> 
lungen auf 2 wagen ben faßen die böden auf und fpanten die pfert alle 
an bie andern 2 wegen, und triben bie wagen mit bem wein und ein gro— 

- 20 Ben raub vihs herein wert. des ward der marggraff gewar zu Swabach 
und eilt nach mit einem großen gereifigen zeug, und e8 was nun aberıt 

3. Ammernvorff R. a. ao. 5. Windelspach 32. Der Abſazt fehlt ina, er ſteht in R. Bovor 


dem vorhergehenven. 6. funtag zu nacht Ad. a. 7. ‘zu’ fehlt A. 10. "hart a. d. brucken 
fehlt R. 2. 14. ee unfer lewt hin auz komen R. B. 19. mit ven A. 


eftanden uff dinftag nach dem fontag Qua⸗ 
mobogenit, nechftvergangen (14. Apr.), 
des wir mit uch fien erfrawet, dem al⸗ 
. mechtigen, des lobe, ere und band fagend 
und fin gottlich gnade bittend, das er hir 
baffer mit glüdfamer ſchickung uch und 
alle, die mit uch zu den ſachen find ge- 
wannt, die wolle fligen zu freudenrichem 
ende, das zu ewiger felideyt fürbere’. 
Dann nah Mittheilungen, welche fich 
auf die Tage zu Tübingen und Mengen 
beziehen: “Wir wifjen anders nit, dann 
den von Nuremberg fiend nu geantwurt 
unfers fwagers von Ofterrich8 vehbebriefe 
... geben zu Baden uff donrſtag nad 
dem fontag Subilate (30. Apr.) anno ıc. 
50mo, Jacob von gott? gnaden marg- 
graff zu Baden und El zu Spanheim’. 
(Original mit den Spuren des Siegels 
in einem die Streitigfeiten Albrechts von 
Brandenburg betreffenden ascifel bes 
German. Muſeums zu Nürnberg.) — 


[4 


Der Rath hebt in einem vom 17. April 
datirten Schreiben an Niklas Muffel und 
feine andern Botjchafter auf dem Miünd- 
ner Tage das Lob hervor, welches ber 
Markgraf jelbft den Nürnbergiſchen Strei⸗ 
tern ertbeilte. Die Schuld bes Mißlin⸗ 
ens mißt er dem Abziehen der Heferen 
ei, die ‘nicht nach geſchoben hant, funder 
... ſewberlich abgetrabt fein’. Weiter 
heißt e8 nach Angabe der ftäbtifchen Ber= 
Iufte: Sunder ıms ift mer anneme, das 
fe mit ern nibergelegen fein, dann das 
ie mit ſchannden geflohen weren’. DIE 
Gefandten follen, — 1 der Rath, duch 
dieſen Schlag fich nicht einfchlichtern laſ⸗ 
fen. Briefb. Nr. 20, Bl. 374b, 31. 
1. Burgthann; vgl. ©. Stieber, hit- 
u. topogr. Nachricht von dem Filrftentd- 
Brand, - Onolzbach S. 267, umb oben 
S. 151, A. 2. — X. | 
2. Dorf Stein an ber Rebnitz, ein 

Stunde ſüdweſtlich von Nürnberg. 


Kriegsbericht 1450. 217 


und nacht worden, daz bie unfern ben raub in bem wald muſten laßen 
ften, und er eilt fie herein biß an die fehranden bei ver lantwer!. alfo 
waren bie ſchneller verfpert, und die unfern muften abvallen und zu fuß 
durch die fchranden chomen, und ließen etliche pfert ften; etlich fluhen 
s auß wo fie mochten; alfo daz der unfern auf ven tag fünf gefangen wur⸗ 
den, und verluen 11 pfert, die in genomen und erichoßen wurden; auch 
ward der feint einer gefangen, hieß der Windhetzer. 
Item in der zeit beiten unferr herrn des rag zu den Sweiczern 
gefant und hetten ir beftelt bei 1000 ümb folt, und gaben aim zu fuß ein 

10 manet 5 gulvden. bie zugen ber gen Nürmberg und waren her chomen gen 
Rotenburg auf die zeit, do die niverlag am eritag vorm heiltum gefchahe?, 14. Apr. 
und zugen do von Rottenburg gen Winsheim. alfo het marggraff Al- 
brecht groß ſamnung und meint Die Sweiczer dernider ze legen, ee fie her⸗ 
ein chomen; alfo beliben fie zu Winsheim biß auf ven ſuntag nach ſant 26. Apr. 

15 Jörgen tag. bo 30h man bie mit gewalt auf, gereifig und fußvold, und 
zugen den Sweitern entgegen biß enhalb Ezenn; do chomen die Sweiczer 
bergegen von Winsheim biß enhalb Czenn und komen do zu den unſern 
und zugen bo mit gewalt herein?. 

Item am eritag vor Walpurgis zu abent zugen hie auß bei 550 ge⸗ 28. Apr. 

20 reiſiger und vil fußvolds; auch zugen die Sweiczer mit und betten vil 
wagen und farnpüchfen, und zugen neben Swabach hinauf [162°] gegen 
Abenberg zu. do bet fich der marggraff auf gemacht und was auch gar 
ftard im feld mit einem großen gereifigen zeug. do machten bie unfern 
ir geſchick und wolten mit im getroffen haben und fchußen mit karnpüch⸗ 

25 fen gegen feinem zeug; aber ver marggraff wolt ir nit erpeiten umb waich 
hinter fich, dann etlich fcharmügelten mit ven unfern und wurden ber 
feint etlich gejchoßen. und die unfern zugen für fich und brenten auf ven 
tag gar vil dörfer ab enhalb Abenberg: Mitteleſchenbach, Waſſermunge⸗ 


1. — der margg. gewar, ber waz gen Smwobach Eomen mit i110 pferben, ber macht fich auff 
und eylt die undern, wann ez way am obent und nacht worden R. B. 2. er jagt fie 49. 
3. lantwer — abvallen: lantwer vor frawentor, und bie ſchrancken warn zu gefloffen, war 
ez waz naht und finfter, daz die undern ab fielen an ven ſchrancken R. B. 5. auf das felb 
mal A®. gefang. w. purgersfneht R. B. 6. erftochen 42. 48. 7. Windheczel B. Ven⸗ 
niczer 3%. ‘Item am funt. n. d. heiltum — Windhetzer' fehlt C?. 8. ‘nes’ fehlt A. 10. “und 
gaben — gufpen‘ in A von ver gleichen Hand über ver Zeile; fehlt R. B. 12 u. 18. zugen 
boh A. 42. R. a. 21. und etliche karnp. B. C?. 24. ein geſchick 42. 25. wolt nit an vie 
unbern und waih R. B. 28. Ebernberg 02. Mitterefchelpach 22. 


1. gl. oben S. 200, 4: 1. Beziehungen Nürnberg's zur Eidgenoſ⸗ 

2. Bgl. oben ©. 214,9. 2. fanſchaft vgl. unten Beil. I, und die Bei⸗ 

3. Ueber bie Anwerbung ber ſchwei⸗ Tage VII in der Ausgabe Baaber’s. 
zeriihen Soldtruppen und die damaligen 


— 


1 


© 


15 


218 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


naw und daz borf unter Wernfeis und Kücher), daz dorj mb herrnhaub, 
und ſüſt vil dörfer!. und der marggraff was ftetz im. feld und muft de 
zuſehen. und do fie ven tag alſo brent heiten, bo zugen fie gegen dem 
abent her heim wertz und heiten vil vihs zufamen getriben in den dörſern 
doſelbſt umb, do fie gebrant heiten, und triben daz vihe mit im herein. 
und do bie unſern herzu kemen an ein furt au ver Retnytz, bo hielt ber 
marggraff mit feinem gereifigen zeug ob bem furt an einer hübe im einem . 
geſchick und bet gar vil gereifig® zeugs. do machten bie umfern auch ir 
geſchick und wolten aber mit in getroffen haben; do wolt ber marggraff 
nit an fe und waich wider hinter fich. alfo zugen bie unjerm burch ven 
furt und chomen wol ber heim mit dem vihe und brachten wol 450 tie 
and eilich pfert und 500 ſchaf, 62 gefangner bawern; und brachten auch 
13 pantzer, hetten fie genomen anf einem wagen, ber wolt gen Abenberg 
fein gangen?. 


Item an fant Walpurgen tag waren etfich unferr gereifig und tra- }. Mai. 


banten hie aufgezogen und chomen auf daz pirg enhalb des Rotenpergs 
und Ofterno, und brachten ein raub vihs, 119 Kite, 30 ackerpferd [wt. 163* 
(in A fatf$ 153)] und vil fwein und geiß und [6 gefangen pawrn. 


Item am montag noch fant Walpurgen tag 1450 zugen etlich unfer 3. Mai: 


6, an den furt B. an 
11. 350 küe Ad. a. e. 


1. Waffermügnam R. B. Bernfelda. herrnheuſer R. a. a. 
vom f. 3°. C®. an einen f.a.u. aneinem f. a. 8. ein geſchick 42. 
400 füc a. 14. ner welt — augen’ fehlt A*. a. 


u jchidien. Briefe. Nr. 


1. Die gen ver legen alle 
l. —* En dem Eintreffen der 


ſüdweſtlich on Dem 3 —æxX* gehöri⸗ 


gen Städtchen Abenderg, nur Kühborf 
(ogt. oben &, 180, X. t) nerböftlich von 
bemjelken. K. 

2. Am t. Mat fehrieb man von 
Nürnberg an den Biſchof von Würzburg: 
am. letztem Mittwoch hätten bie Nüruber- 

r ben Feind um Abenberg, Spalt und 
Bernfels geſucht und ermftlich beſchädigt; 
ber Markgraf babe fi mit bebeutenber 
Macht gezeigt, jei aber vor den Nürnber- 
gern zurüdgewichen, ſo daß biefe “in ſei⸗ 
ner gegenwertifeit und auch in feinem 
anfchamen” bei 23 Dörfer und Weiler ab- 
gebrannt und über 1300 Haupt Bieh’s 
in die Stabt gebracht hätten. Trotz bie- 
fer Erfolge un ob der nur eben erft 


weizertrupyen glaubte 
ugel au Punniceft zu ha⸗ 
ben unk bat ben Biſchof, ſabald als mög⸗ 
lich ein guten merklichen wolgeruſten 


dem 


Schein, bie bei dieſem Zuge zuerft vor 
Feunde verwendet ungrben, wird mit 
dem Berichte Über die Expedition an Ni- 
Mas Muffel geſchrieben. Der Rath nennt 
jene ‘... enndlich, keck, reblih und ge- 
ſirenng leute. aa. DO. BL 3861 

In dem Gefaugenenbuch (IL, UL. 116 — 
13) fteht angerherlt, 9— 60 Gefangene 
eiugeantwortet wurden, von denen man 
58 fohgulden' gab. 40 derſelben, deren 
Löſung 208 Gulden eintrug, werden mit 
Namen aufgeführt, von den übrigen wird 
Beloat, baß etliche arme Leute ee 


eien, ‘die man umb fuft hat lauffen Taf 
ſen', ein Theil fei im Gefängniß geftor- 
ben, während wieder andere dalagen, bis 
ber Friebe ‚eingiug. Die Herrn vom Rathe 
traf von jener Loͤſung 164 Guld., Reuß 
vor Plauen 36 Oulb. weniger 54 dn. 


Kriegebericht 1450. 219 
gereifig une trabanten ang und proditen 30 füe und 20 fven und etlich 
gefangen pawrn, beten fie genomen auf dem pirg zu dem Heels] '. 
tern. am mittwoch nach Walpurgis riten etlich gereifig bie auf und 6. Mai. 
brachten ein gereifigen gefangen mit bengft uub harnaſch; was bes Gotz⸗ 
s mans Inecht von der Büg. 
Item am pfincztag nach des heiligen creuß tag invencio waren etlich 7. Mai. 
gereifig hie aufigeriten uud brachten 38 küe; heiten fie genommen kei Hoch- 
ftet an dev Ah. 
Item am montag vor dem anffertiag riten etlich gereifig bie auß 11. Mai. 
10 um brachten wol 25 fie; heiten fie genomen bei dem Hilpoltftein und 
Winterftein?. alſo eilten in die pawern sach ung wolten in daz vihe 
abeilen, und erichußen den unſern ein pfert; und bie unfern erftachen umb 
erfehußen der paurn 4 und brachten daz vihe herein. 
Item am pfincztag am auffarttag riten etlich gereifig gejellen hie 14. Mai. 
15 quß und chomen an etlich wagen mit falcz, ven Ipanten fie die pferd auf. 
und chomen darnach an zwen wagen mit wen, die bruchten fie herein mit. 
wein und pferven; und bie weinwegen beiten fie genomen nit weit von 
Emßkirchen, und ver pfert waren aller 22. 
Item an demſelben pfincztag zu nacht waren etlich trabanten Bien Mai. 
20 außgangen und namen etlich fie bei Allerſperg. alfo eilten in die von 
Allerſperg noch und wolten in daz vih abgeeilt haben; do ſchußen die ums 
jern in diefelben paurn und erjtachen ir ain, auch warb unjer trabanteı 
eier ertchoßen. und die unſern brachten daz vihe herein; des was 16 küe. 
- Auch auf denſelben abent waren etlich unferr gereifig und trabanten 
25 en geweſt und brachten etlich gefangen und trabanten, bie bie frawen 
teglich auf der ftraß raubten, fo fte ver ftat zu [1es®] tragen wolten, und 
brachten gefangen pauxn und paurnpfert. 
Item am freitag noch dem auffarttag riten etlich gereiftg hie anfıs.mai. 
2. Das Eingelammerte ift nach B gegeben. In ven R. A. a. a. find vie beiven Abfäge, ohne 
Zweifel durch ein Verſehen, in eimen zuſammengezogen, indem vort, während der zweite 
fehlt, ver erſte Abſatz folgendermaßen ſchließt: und ettlich gefangen hetten fie genomen zu 
dem Hegels’. 5. von dem pirg B?. 13. *hetten f. gen. zu dem Hetzels — daz vihe herein’ 


fehlt C2. 20. Allerſpach a. 22. und arſtachen den (ver 2} richter zu Allerſperg R. 2. 
26. beraubien A.R.n wazfeverfi.R. B. vie ber fl. zu trugen a. 


1. Daß in R. A, deren Pelung am 
biefer Stelle nicht, in den Tert aufgenom- 


tigt, wonach am Walburgen Tag Albrecht 
Tauchersdorfer 6 Gefangene (aus der 


men wurbe, ein Verſehen des Schreibers 
vorliegt, in Folge a ein Abjat über- 
jprungen ift, und daß an beiden Stellen 


die R. B im Ganzen wie im Einzelnen . 


den Wortlaut giebt, wird durch 
die Angaben des Gefangenenbuchs beftä- 


Umgegend bes Rotenbergs) ablieferte. 
(Einer berjelben wurbe dem Herzog Hein- 
rich von Bayern - Landshut, dem er wohl 
zugeftanben jr außgeben'.) K. 

2. Vgl. oben S. 202, A.2 


220 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


und brachten 22 paurnpfert und etlich gefangen paurn; hetten fie geno- 
men enhalb Kabolezburg. 

Item an demſelben freitag zu nacht waren etlich trabanten von hin-13.Mai. 
nen gewejt bei dem Regenſperg ımb zu dem Hetels, und hetten gebrent 

s vor dem vorhoff zu dem Regenfperg, und ward unfer trabanten einer 
erichoßen. 

Item am famstag nach dem auffarttag waren etlich unferr gerei-ıs.Mmai. 
figen geriten und brachten wol 80 fmein und 12 küe und etlich paurn⸗ 
pfert; heiten fie genomen enhalb Pairstorf. 

10 Item auf venjelben tag waren etlich unferr gereifig geriten und 
brachten ein raub, 78 küe, 24 pawernpferb und etlich geiß und 8 gefan- 
gen pawern; hetten fie genomen zu dem Hilpoltftain und zu Düeßbrumn. 

Item am montag früe vor pfingften zugen hie auß vil gereifiger und ıs.Mai. 
fußvolds mit wagen und chomen über ven walt bei dem Crafftshoff‘. 

ıs und bo fie über walt chomen, do Liegen fie die fußgengel enhalb des walds 
mit der wagenburg ftill halten; und ber gereifig zeug reit fürbaß gegen 
Vorchaim werg in ein huet, und ſchickten etlich gereifig von in, die folten 
daz vihe vor Vorcheim anflahen und jolten daz vihe treiben gegen dem 
gereifigen zeug, auf daz, ob man zu Vorcheim nacheilen wolt, daz [164°] bie 

20 unfern gern hinter fie wern komen; dann die unfern flugen etlich küe vor 

Vorcheim an, und die von Vorcheim eilten in bie küe wider ab und fingen 
der unfern 3, warın unfer gereifiger zeug hielt zu verr von in in der hut, 
alfo daz Die unfern auf den tag daſelbſt nicht ſchickten und zugen an ent 
ber beim. . 

25 Item am eritag zu nacht vor pfingften zohe man hie auf mit vil19.Mai. 
gereifigs zeugs und fußvold und Sweicgzer, und betten vil wagen und 
karnpüchſen und zugen gen Emßkirchen zu, und chomen am mittwoch früe 
bar und branten daz borf auß und ftürmten ven Firchoff; bo werten fich 
bie pawern gar faft und wunten der unjern etwe vil und erſchußen etlich 

so zu tod. aljo gewunnen bie unjern den kirchoff und flugen der pawern 
etwe vil ze tot. und etlich von den paurn waren auf dem firchturn, bie 

2. Rarlepurg 3°. 6. ‘Item an vemfelben pfinezt. — erfchoßen’ fehlt C?. ‘Item an nemfelb. | 
freit.— erfchoßen’ fehlt a. 7. am funtag R.a.u. am montag (?. 8. achtzehen ſchwein C?. 
11. fiebzehen küe und vierzehen bawren C?. 12. Deußprunn A®. Dewsprun R. B. 16. in 
fill 49. 20. gern hinter ven gereifigen czeug komen wern, ver zu Borcheim lag R. B. 
24. "Item am montag — heim’ fehlt C?. 28. do warn etlich pawrn in bie (in ber 2) fire 
Ken und auf den Firchturn kumen und werten fich FAR R. B. 31. alfo — firchturn: alfo ko⸗ 


men bie unvern in bie firchen und erflugen ver pawrn etwe vil zu tob in ber kirchen, alſo 
warn etlich dennoch auf dem kirchturn R. B. 


1. Kraftshof (ſchon oben S. 149, 3 erwähnt) liegt 1% Stunden nördlich von 
Nürnberg. 





Kriegsbericht 1450. 


221 


wolten fich nit ergeben. alfo hießen die unfern ven pfarrer auftragen, 
waz zu der firchen gehört, und zünten do bie firchen an und brenten fie 
aus. und namen waz fie da funden von plunbern, hausrot und etliche 
vaß mit wein, und Inden daz und fürten es herein, und flugen etlichen 
5 faßen bie pöden auf in ven felern. auch verbranten fie auf ven tag gar 
vil vörfer umb Emßkirchen gelegen, und zugen do her wider beim und 
brachten mer dann 300 küe und 100 fwein und etliche ſchaff und etlich, 


gefangen pawern'. 


2, zünten voh R. A. a. 


3. und namen waz fie guez in der kirchen funden und namen (in 
namen B) waz fie gucz in dem dorff funden R. B. 


6. zugen doch R. A. a. 7T. und prodh- 


ten daz vorgenant dinglach (dinglich 2?) mit in ber heym, auch prochten fie vil foh Her heym 


mer dann R. 2. 


1. Der Rath erzählt diefen Vorgang 
ausführlich und in interefianter Reit in 
einem vom 21. Mai datirten Schreiben 
an Berthold Boldamer, Niklas Muffel, 
Konrad Baumgartner und Anton Tall- 
ner (die „Rathsfreunde“, welche man zum 
Bamberger Tage abgeorbnet hatte), in- 
dem er an allgemeine Klagen über die 
vielen Angriffe und Beihäbigungen, 
welchen man während der Dauer von 
Verhandlungen jederzeit ausgeſetzt je 
anknüpft: 'So haben auch die von Einbp- 
firchen in bifer wochen den unjern unſer 
offenbar veynde babe an wein, wich und 
efangen zu friiher tat abgebrungen, und 
A auch in diſen Friegsleuften gen ung 
und ben umjern anders dann fich nad) 
pillicheit gepiirt, gen uns und den unfern 
gehallten, darumb wir dann al® durch 
recht urjach bewegt die unfern wider fie 
geſchickt haben, fie darumb zu ftraffen. 
unb nachdem nu die unfern ben mardt 
u Embßlirchen on groß verferung der 
inwoner bafelbft eroberten, das volk in 
kirchhof, lirchen und floß gewichen, und 
ir die unſern gerne gefchonet betten, jchidl- 
ten unfer haubtlut zu in an den firchhof 
begernde, das ſie ir ſelbs ſchonen und fi 
in gnade ergeben folten follich merckli 
madıt die in vor augen were und der fie 
auch nit wiberften mochten an geſehen; 
fo wolten fie fy mit iren perjonen Sichern 
und ben markt vor prannbe verjorgen. 
follih8 nu die genanten von Embflirchen 
frevenlich veradhteten, die unjern mit fre- 
ven, ſmehen und untuchtigen worten 
bewegende. alfo uber folliche hochmütige 
verbanndlung ſchickten unfer hawtlute (sic) 
iren eigen pfarrer zu in werbenden, das 
fie nochmals irjelbs ſchonen und den grof- 


fern unrate mit bem mynbern vermeyden 
und fi gutlid ergeben wollten, fo folten 
fie inmaffen vorgemelbet ift gmebiclich 
aufgenomen werden. das aber nicht allein 
von in verachtet warde, ſunder hetten fie 
bie unfern davor mit worten ſmehlich ge- 
halten, do fetten fie bie werle alſdann 
dartu und fchuffen der unfern funf, ber 
etliche nur geftorben fein: und wiewol nü 
die unfern durch follichen frevel nit un- 
pillich bewegt wurden, wolten fie ſich Doch 
darumb nit vereylen und patten iren 
pfarrer vorgenant, das er in die kirchen 
geen und das facrament und ander hei- 
ligleit daruß tragen und bie bemaren wolt, 
das derjelb Pfarrer dann erfamclich alſo 
getan bat. und wann nu kein güt an in 
nicht furtragen noch gebelffen mocht, be- 
ten ſich die unfern zum flurm gerichte 
und den kirchhof mit gewalt erobert, und 
etlich in der firchen erflagen haben (und 
etl. — haben’ nachgetragen), barumb 
dann der von Embßkirchen etwe menicher 
in den thurn wichen und fich nit ergeben 
wolten. deßhalben nu die unfern als 
bewegte, und als die, Die vor auß dem 
kirchof, kirchen und turn verletzt, gejchof- 
jen, verwundt und geworffen warn, ſtro 
in die firchen tragen lieffen in meynun 
bie vom thurn ſich zu ergeben mit van 
und Dampf zu notigen, daburd dann die 
liche angangen und außgepranndt ſey. 
jeliche wir euch zu willen tun uf das, ob 
ie ding anders an euch wachſſen wurde 
(sic), das ir uns daruf wißt zuwerant- 
wurten’. Da man von den Seinden keine 
Schonung erfahren, fei e8 der Rath den 
Seinigen jhultig, ebenfalls rückſichtslos 
vorzugehen. Briefb. Nr. 20, Bl. 401, 


402. (Der Rath juchte, wie man fieht, 


arm 


na, 


2932 V. Nurnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item am freitag vor pfingſten nach mittag chomen die feint mitz.2_ 
einem großen gereifigen zeug herzu biß gen fant Linhart! umd wolten 
villeicht küe hin haben triben. alfo was daz vihe hinn in ber lantwer; 
alfo mas tederman von ftund an in ver ftat auf und eilten hinauß für 
Spitalertor und zugen ven feinten noch biß zu dem hohen creucz enhalb 
Sweinaw. bo eilten die feint über daz waffer zu Reichelstorf? und wol- 
„ten der unfern nit erpeiten; alfo zugen fie wider Kerein. 
[Bi. 165) Item amı pfingjtabent riten etlich gereifig bie auß und brachten” | 
9 küe, 17 aderpfert; betten fie genomen zu Neichenpach und zu Keſtel bei = 
Münchaurach? und brachten 7 gefangen pawern. 

Auch waren etlich anderr gereifigen aufgeriten zu Weiffenburg, die 
bie unfern warn, und brachten 17 küe; hetten fie genomen bei Heydeck ir 
einem borf auf der ftroßen und brachten die herein. 

Item darnach jagt man hie, wie marggraff Albrecht vil volds He, 
in einer wagenburg bei Swabach, und hette auch vil gereifigs volcks. ala, 
zoh man hie auß amı eritag nach pfingiten mit macht, gereifigen, fußvol{ fx 
und wagen und mit püchlen, und zugen hinauß und ließen bie magenbumeg>, 
mit dem fußvolf bei Siwant*, auf daz, ob der marggraff mit feinem fu 
volk zu in zihen wolt, fo wolten fie es mit im genomen haben. und un er 
gereifiger zeug vant für Rot und namen daz vihe vafelbft und triben [e8] zu 
unferr wagenburg zu. bie weil hetten unfer drabanten etliche heufer zu 
Swant abbrent. alſo zugen die unfern her wiber heim, und des marg- 
graffen volck mit ir wagenburg was enhalb des waſſers gen Swabach 
und torften zu den unfern auf ven tag nit chomen. und die unjern brad- 
ten herein mer denn 300 küe und wol 50 pawernpfert und 9 gefangen 


pawern?, die fie vor der ftat Rot all genomen betten®. 
3. do waz B?. binnen 4°. 9. Kaftel 4°. 11. bie außger. A. A2, in A hye' durchſtrichen. 
auffen geweft 8. B. 13. “Item am freitag — herein’ fehlt C?; auch ver folgenve Abiah 
nur in ganz furzem Auszuge, beginnend: ‘am ertag nach pfingften‘. 14. Mit ‘Item bar 
nach’ beginnt in Aꝰ wieber vie erſte Hand. 17. bie auß 42. 19. m. fein. folk R. B. mit 
in 42. AB. 25. und vırı AP. 4%. M. N.a.c. 

ben Beichwerben zuvorzulommen, welche 2. Reichelsdorf liegt am rechten Ufer 

man auf bem Samber er Tage in der ber Rednitz, zwei Stunden fübreli 

That über diefen Zug erboh,. Vgl. Beil. von Nürnberg. 

L) NRenf von Plauen und Jobſt Tebel 3. Bgl. oben 8.170, 4. 2 und 19 


1 


© 


1 


Du 


2 


= 











2 


>, 


waren bie Hanptleute des Zuges, von 18, 188, 2. 
welchem man zehn Gefangene in die 4. Schwand, zwei Stunden fübäfl! 
Stadt brachte. Acht derfelben bezahlten von Schwabach, am Hembach. j 
für ihre jung Baar 35 Guld. (wovon 5. Diefelben find im Gefang.- 
17‘, an den Rath, 5 Gulb. 4 77. 15 dr. i 
an Reuß von Plauen fielen) und blieben und bezahlten für ihre Löſung baar 
17 Guld. ſchuldig; ‘wen pettler iR man Guld., wovon der Rath 19, Reuß 
lauffen’. Gefang.-Buh II, Bf. 13d u. Plauen (der nebft Jobſt Tegel den 
14°. — K. anführte) 6 Guld. 51 dn. erhielt. 
1. Bgl. oben ©. 150. 6. Der Bericht des Rathes an 


Kriegsbericht 1450. 93 


stem am mittwoch nach pfingften riten etfich gereifig bie auß unb27.Mai. 
brochten 46 küe; hetten fie genomen zu Pirpawm bei Dachspach an der 
Ayſch gelegen‘. 
Item am pfincztag nach pfingſten zugen unſerr gereifigen ımd tra⸗ 28. Mai. 
s banıten hie auß und brachten 13 küe, 14 ackerpfert, 9 gefangen vawern;z 
hetten fie genomen bei dem Rotenberg und Oſterno. 
[165] Item auf denſelben pfincztag riten etlich gereiſig hie auß und na⸗ 28 Mai. 
men vor Kadolczburg 67 küe, 220 ſchaff zu nechſt an dem ſloß, und tri— 
ben die her gegen ver ſtat. do machten füch die von Kadolczburg auf mit 
10 vil gereiſigs zeug und eilten den unfern nach biß gen Fürt an daz waſſer. 
do hetten die unjern bie Fire über daz waſſer bracht und muſten bie jchaff 
ſten laßen; do triben die feint die fchaf wider werk. alfo kam daz gefchrei 
heran in die jtat, wie die feint die unfern eilten: do was von ftund an 
iederman auf zu ros und zu fußen und eilten ven feinten nach biß geu 
5 Kadolczburg an die fchranden; und die feint muſten die ſchaff ſten laßen, 
und die unſern brachten die füe und ſchaf und 3 gefangen paurn, die bie 
unjern vor geeilt hetten?. 
Item auf denſelben pfincztag waren etlich gereifig hie außgeriten 28. Mai. 
auf daz pirg und brachten 80 küe, 25 wagenpfert und paurnpfert, 30 geiß 
. AUMD etlich gefangen pawern; heiten fie genomen zu Brunn?, ein meil von 
Pegnitz. 
— Item am ſamstag vor trinitatis riten etlich gereifig hie Aus und 30. Mai. 
3 Namen ein raub küe bei Höchſtet au ver Ayſch in den dörfern. 
| Item an demſelben ſamstag waren etlich unfer gereifig bie ausfge-30. Mai. 


— re 


rw 
rn 


Stiten und brachten 13 küe und etlich geiß; heten fie genomen bei. Lauff. 
Auch an demſelben ſamstag riten hie 8 gereifig auß auf Die wart 


6. und Ofterno’ in A nachgetragen. "Item am mittw. — Ofterno’ fehlt C*. 


— betten’ fh ER. 2. 


ga ©. 221, X. 1 namhaft gemachten) 
Gefendten bei dem Bamberger Tage 
mit dem des Textes in der Haupt- 

ſache überein. Wagenburg und Fußvolk 
Warteten ihm — ‘uf ben reiſigen 
Fe, wie es demſelben zuften wurde 
durchſtrichen), das fie einander, 

Hi das not tuı Wrbe, weiten zufatten 
men’. r Markgraf im Felde 
Nee, — Die Nürnbergifchen nach dem 
erfahren, als ſchon die 

Reiter das —8* Bieh der Wagenburg 
zu trieben. Sie hätten dann länger als 
Mei Stunden vergeblich auf ihn gewar⸗ 
tet, ‘aber er wolt fich mit den unfern nit 


17. *und 3 


22. am ſuntag A. R.a, «. und fo auch die beiden folgenven Male. 


befumern ober fich ſtreites mit in under⸗ 
ſten'. (Schreiben vom 27. Mai im Brfb. 
Nr. 20, Bl. 405b, 4062.) K. 

1. Das bier genannte Pirpawm' ift 
Birnbaum, %. Stunde ſüdöſtlich von 
Dacebao 
2. Nach dem Gefang.⸗Buch (IL, Bl. 
150) wurden ‘am pfinttag cc) Urbani 
anno ꝛc. 50mo, do man die von Cadolts⸗ 
purg und Zen eylet', zwei Gefangene 
abgeliefert. K. 

3. Diele Brunn, son dem früber 
genannten zu unterjcheiden, liegt zwifchen 
Betzenſtein und der Stadt Pegnitz 


1 


1 


2 


— 


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224 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


gegen Swabach werk, und riten ferrer und wolten pawern vahen; aljo 
kamen bie feint an fie und fingen der unjern 2 und fürten die mit hengſt 
und harnaſch gen Swabarh. 
gr. 166") Item am montag vor unjers herrn leichnams tag des abent 1. Sun. 
zohe man bie auf, 500 gereifig und vil fußvolcks mit vil wagen und farn- 
püchjen, und kamen am eritag früe in den grunt enhalb des Gnadenbergs 2. Sun. 
zwifchen Hainburg und dem Newenmardt' und verbrenten gar vil großer 
börfer und weiler und höff und vil mül; und brenten daz vorf Bergen 
ab?. und barinn ftunden 2 jlößlein oder herrenfig, und gewunnen daz 
ein gar pald. alſo waren bie pawern in daz ander haus chomen und 
werten fich gar faſt darauß, und betten unferr gereifigen ein in daz haus 
gefangen, der het fich verriten; den heiten fie gewunt biß auf ven tot. 
alſo ſchickten unſerr haubtleut zu dem ſlößlein, ob fie fich wolten ergeben, 
fo wolt man fie des lebens fichern; des wolten fie nit ton und handelten 
bie unfern gar faſt und übel. alſo gingen die unfern mit gewalt daran 
und gewunnen und erjtigen daz haus und flugen all die zu tot, die dorinn 
waren, der waren bei 19, und erflugen ven unfern gereifigen, ben bie 
pawern vor hinein betten gefangen, und brenten daz dorf und heufer auf 
und luden bie blundern, bie fie funden in der firchen und in den heufern; 
und zugen her beim und brachten 250 füe, 200 fwein, 300 jchaf, 20 ge⸗ 
fangen pawern und etlich pawernpfert®. | 

Item am mittwoch an unfers herrn leichnams abent do brenten die 3. Sun. 
von Altvorf daz dorf zu Otenſos zwifchen Lauff und Herkprud und zün- 


‚ten der von Nürmberg güter an; do brann daz dorf am meiften als ab 


3. ‘Item am famstag — Swabach' fehlt C?. 7. des Newenmardi A. und Newenmardg 
42. 43. und des Newenmarks AH. R. a. «. 11. in daz flog B2. 18. bei 19 — auf: pey 
xvıuı, dan ein jungen liefien fie leben, und flugen ven auch domit zu tod, ven fie von ven 
undern hin ein gefangen hetten und brenten daz hauſs und dorf ab R. 3. 19. ven plun= 
dern, ven fie 42. 23. Herspurgk 43. 


Zug warb vom Rathe am 8. Juni an 
Jorg Derrer berichtet. Es wird ihm er- 
zählt, daß zu Sindelbach Sundelbach') 


1. Es ift der Grund der vorderen 
Schwarzach, welcher ſich von Neumarkt 


nah dem (ehemaligen) Klofter Gnaden⸗ 
berg zieht, gemeint. Heimburg liegt auf 
einer der rechts das Thal begränzenden 
Höhen. K. 2 . 

2. Berg füblih von Heimburg am 
linten Ufer der Schwarzach. 

3. ‘Am eritag vor Erafmi, do man 
Berg und bie dorffer dorumb in dem lan⸗ 
gen tal :oftwärts von Gnadenberg) auß- 
prennt’, waren Reuß und Tebel Haupt- 
leute; Gefangene wurden 14 abgeliefert. 


Gefang.-Bud II, Bi. 16. Weber diejen 


und zu Berg (Pergen') die Kirchhöfe wer- 
brannt wurben, unb im Ganzen 20 Dör- 
fer und 8 Müblen. Bon dem Herrnfiße, 
ber fih fo lange bielt, erfahren wir, daß 
er mit Waflergräben, Zwingern und Er 
nen wohl befeftigt war. Auf dem Küd- 
zuge wurden bie Nürnberger dur den 
falichen Lärm erſchreckt, daß bie von 
Schwabach mit-einer Wagenburg und zu 
Roß und zu Fuß gegen fe herangezogen 
fämen. Briefb. Nr. 20, Bl. 413°, 








a 


2, 


Ariegsbericht 1450. 225 
und bie firch und firchturn, und verbrann groß gut in ber firchen un 
vil vihs. und daz borf ift am meiften herczog Otten und feiner ebel Teut 
und der frawen von Engeltal. 

Item an vemfelben mittiwoch waren die von Rotenburg aufgerites 
und ftürmten ein firchoff; do hetten wir und bie gemein reichftet ein ge- 
reifig zeug zu Winsheim mit 60 pferven, Püchner, pie waren auch bei 
den von Rotenburg. alfo lagen die von Rotenburg auf venfelden tag 
erniver wol mit 90 pferden, darunter waren ber vorgenanten Büchner 
ernider gelegt 17, und verlorn 35 pfert!. 

Item am freitag nach unfers herren leichnams tag riten etlich ge= 5. Jun. 
reifig bie auß, bei SO, und namen ein raub zu Dachspach und Gerolg- 
bofen? an ver Ayſch und triben ven raub her gegen ber ftat; do was 
man allenthalben zu Dachspach und zu ver Newenftat und anderswo auf 
und eilten ven unfern nach. alſo fingen die unfern 3 gereifig, daz ein 
was ein evelman, genant Iacob Truchſeß, und figt zu Dachspach?, um 
2 Inecht; und brachten bie gefangen und 134 Hie herein und 17 aderpfert 
uud 6 gefangen pawern. auch ward unferer gereifigen einer gefangen. 

Item am famstag nach gotzleichnamstag riten etlich gereiſig bie auf 6. Jun. 
und brachten 40 fie; hetten fie genomen enhalb Erlang zu Mernporft. 


2. am mainften A?. 4°. 3. — Engeltal und ander lewt und auch der von Nuremberg 
R. B. Der Abfag fehlt C?. 5. ein firchen 4°. 6. mit L oder x pferd puchner (puchen 
B?) viewarn R.B. 8. mitıxıxpf. 4°. mitxıpf.«e. 15. zu Dachsp. und ber ander 
waz Walther von Hurnhein Enecht, der dryt waz auch ein gereifig gefell, und prachten R. 2. 
Cc. 17. audy wurden unfer gereifing auch wol drey gefangen, purgeröfneht R. B. 19. Mer⸗ 


dorff 42. A®. A%. a?. co. Mordorff a. zu Obernvorff und Merndorff R. B. 


1. Eine ausführliche Erzählung von 
dieſer Schlappe der Städte giebt der von 
Benfen im XXIV. Jahresber. des hift. 
Ber. v. Mittelfrant. (1855) veröffent- 
lichte Rotenburger Bericht, S. 70 u. 71. 
Ihm zufolge waren Die Stäbter nad) ei- 
nem Gefechte an der Renbacher Brüde 
zwilchen Rotenburg und Krailsbeim in 
den Kirchhof des benachbarten Dorfes 
Brettheim geflohen, wo dann bie Mart- 
gräflihen vollkommen Sieger blieben. 
Als Anführer ber Nürnberger wird in 
biefer Erzählung ebenſo wie in ben 
Daten, welche das Briefbuh (Mr. 20, 
Schreiben an ihn Bl. 415, 421, 423) 
giebt, Hans Beldprecher genannt. Die 
Tagesıngabe des Textes ftimmt mit 
den im Rotenburger Bericht zu Anfang 


(we ‘Bonifacii’ zu leſen ift) gegebenen 


Zeitbeftimmungen überein (am Ende 
jol es dort offenbar “ante ftatt “poft 
Städtechroniken. II. 


corp. Chriſti' heißen umb wird Durch 
Natheichreiben an Windsheim unb Ro- 
tenburg im a. Briefb. Bl. 4212, 4238 
unterftüßt (man hatte in Nürnberg am 
8. Juni unfichere Kunde, am 15. Juni 
aber noch immer feine genaue Nachricht 
über das Ereignif erhalten). K. 

2. Diejes Geroltzhofen' ift Das heu 
tige Gerhardshofen (auch Geritzhofen) 
nicht weit oberhalb Dachsbach. 

3: Bu Dachsbach ſaß eine Linie ber 
Truchſeß von Wetsbaufen. Bal. 3.8. 
Gauhe's Adelslexikon es. v. Tr. v. W., 
und Salver, Proben d. deut. Reichsadels 
S. 379. — K. 

4. Möhrendorf (auch Mehrendorf und 
Mohrendorf), wie das in der Variante 
ber R. B genannte Oberndorf liegen zwi: 
Ihen Erlangen und Bayersdorf am lin- 


ken Ufer der Regnig. — Man brachte 


von dieſem Zug auch 3 Gefangene beim, 
15 


996 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item in der zeit zünten unfer feint ven walt an umb vie ftat gegen 
Zauff werg, gegen Altporff, gegen Swabach und allenthalben'; un riten 
bie feint allenthalben in dem wald herzu und namen etlich pawernpfert 
auf der waid und fingen die pawern bei den pferden, fo fie der pfert auf 
s der waid hütten. | 
[167°] Item am montag nach gotleichnamstag riten unferr gereifigen 8. Sun. 
bei 200 hie auß auf daz pirg gegen Felden werg und wolten küe bringen; 
und am eritag früe ſchickten unferr herrn ein großen reifigen zeug binnach 9. Sun. 
und wol 2000 trabanten, Sweiczer und ander, die folten halten enbalb - 
10 bes walds, ob man bie 200 gereifigen icht eilen würd, daz in bie zu Hilf 
femen. aljo fomen fie all an ent, wann die pawern daz vihe hetten gefld- 
het, dann daz fie 2 hemer, bei Felden gelegen, un etlich höff und ftevel 
unter wegen abprenten?. 
Item an font Veit tag zu abent zoh man bie auß mit vil gereifigs 15. Jun. 
15 zeugs und mit vil fußvold, und betten vil wagen und püchfen. und zugen - 
enbalb Herkbrud und ließen do die wagenburg und fußvolck zwiſchen 
Herſchbruck und Hohenjtat an dem waſſer; und ber gereifig zeug teilt fich 
in 3 teil: ain teil riten ir für Sulczbach, bei 300, und dieſelben namen 
daz vihe vor Sulczbach und trieben e8 zu der wagenburg und brenten 
20 von Sulczbach herab zu der wagenburg vil dörfer ab und mül; auch wa- 
ren etlich ander geriten und namen vibe zu und umb ven Künigftein und. 
brenten den marckt Küngſtain? und vil pöffer ab, und zugen und triben 
daz vihe zu der wagenburg. bie weil hetten bie trabanten vie firchöff zu 
4. bei d. pferven’ fehlt 42.43. 5. fo fie — Hütten’ fehle R. 3. 13. It. am famst. — 
abprenten’ fehlt ?. 17. czwiſchen Happurd und Hohenſt. R. BC. 21. Nach 'zu’ in 


Aꝛ. Ad eine Lüde, wie für einen Ortsnamen gelaflen. “zu und’ fehlt Ra. "auch waren — 
Künigflein’ fehlt R. BC. 


bie man Hanſen Schurftaben in fein 
haws betegt’. Gefang.⸗Buch II, Bl. a a 


1. Darüber wird den Rathsboten in 
Bamberg am 5. Juni gemeldet, daß bie 
Feinde ‘geftern und ben vorbern tag un- 
jer welde gar an vyl und menichen enn- 
den beftellt haben an zu feworen, die dann 
gar Tcheblich prynnen und auch mit wol 
zu lejhen fein, und meynen ye, das es 
ber fürften meynung nit ſey, nachdem und 
es ein gemeiner ſchad iſt und die iren alls 
wol berirt, alls uns und die unſern; dar⸗ 
umb wer uns wol gemeint, das ir folliche 
yrgen einem biderman fürhielt, durch ben 
das an bie flrften gelanget, ob fie villeicht 
jollich übel abſchaffen molten, gemeinen 

landihaden und and verprenmung irer 


A bamit zu vermeyben’. Brfb. Nr. 
0 

2. u zwei Gefangene brachte man 
herein ‘do man für Fellden rant’; Diefel- 
ben löften fich gegen Sicperftellung von 

5 Guld. Schatungsgeld aus. Die ge- 
nannte Summe wurde (nad Abzug ber 
‘2 fohgulben’) zwifchen Albrecht Tau⸗ 
chersdorfer als eym pewtmeiſter' und dem 
Rath zu gleichen Hälften getheilt. Vom 
Antheil des letzteren erhielt dann noch 
Reuß von Blauen 15%, Gulden. (Gef.⸗ 
Bud D, 81. 17) K. 

. Der ihon im großen Stäbtelrieg 

bes ia Jahrh. verbrannte (ngl. Bd. I, 
43, 23 u. 159, 6) Markt Königftein, von 
Hersbrud um Häbr gleichweit wie Sub- 
bach in me tlicher Richtung entfernt. K 





2 


oa 


2, 


= 


Kriegebericht 1450. 2237 


Hagburg! und Hohenftat geraumt und betten abbrent bie dörfer Hohen- 
ftat und Pomelsbrunn, und luden vie wegen und zugen bo her wiber 
beim. und hetten auf ven tag verbrent mer denn 40 dörfer, und brachten 
mer dann 700 füe und vil fwein und aderpfert und vil fchaf und geiß?. 


[B1. 168°) Item am freitag vor ſunbenden des abeng zohe man bie auß19.3un. 


mit vil gereifigs zeugs und fußvolds und mit vil wagen und karnpüchſen, 


und chomen am famstag früe in daz dorf Gmünd, bei Spalt gelegen ®,20.3un. 


und ſturmten ven kirchoff pafelbft, ven wolten die pawern nit geben; und 
gewunnen den mit gewalt und erflugen 15 paurn darinn. und gewun- 
nen in einem andern dorf auch ein Tirchoff, daz Heift Ezell*, bei Gmünd 
gelegen, den wolten die pawern auch nit ergeben; do ſlugen fi auch etlich 
paurn zu tot, und zugen darnach für Spalt und legerten fich dafür. die 
weil bet matggraf Albrecht ein große ſamnung allenthalben im lant, und 
chomen die feint wol mit 400 gereifigen pferden in vie ftat gen Spalt, 
alfo daz fie die unſern hinein ſahen reiten. und die unfern jahen wol, 
daz es nit ze gejchehen wer, und zugen wider wegk hinter fich und brenten 
bie vorgenanten dörfer ab,-darinn fie die kirchöff geftürmt hetten. vie 
weil was der marggraff mit dem gereifigen zeug, ven er zu Spalt het, 
wider herauf chomen und reit zu feinem. gereifigen zeug und zu feiner 
wagenburg; die het er ligen an ver Rednytz, und meint, er iwolt bie un⸗ 
jern da beftreiten und der unfern fein ber heim laßen chomen. vie weil 
zohe unfer vol mit der wagenburg und gereifigem zeug in einem geſchick 
von Gmünd hernach; und do fie chomen bei Hennbach? an die Rednytz, 


ba het der marggraff ein große wagenburg und vil fußvolds enhalb ver 


Pomelprun B. Has 
16. daz er nit 42. 4°. alfo 


1. Sappurg B. Haſpurg 32. Sagenpurd a. 2. Bochenſtein 4°. 
melfbrunn 2. zugen doch R. Au. 6. wagen wagen A. 
waz ez nit mer zu gefchehen R. B. 


1. Happurg liegt Hohenſtadt gegen- 
über am linfen Ufer der Pegnitz, eine 
halbe Stunde von letzterer entfernt am 
Eingang eines Seitenthalee. Mit Rüd- 
ſicht auf die Lage ber beiden genannten 
Orte ſcheint aud oben die Lefeart der R. 
BC vorgezogen werben zu müflen. K. 

2. Ueber dieſen Zug berichtete ber 
Rath am 16. Juni kurz an Jorg Der- 
rer; Briefb. Nr. 20, Bl. 427. Die Ta- 
gesangabe des Kriegsberichtes wird durch 
dieſes Schreiben beftätigt, während das 
fpätere Datum (17. Juni) des Gefange- 
nenbuchs (II, Bl. 176) ſich nur auf bie 
Zeit der Ablieferung der Gefangenen 
(nach Rückkehr der Truppen in die Stabt) 
bezieht. Bon letteren wurben 7 gegen 


Erhart 


Löſegeld ausgegeben; Heintzel Seitzſtorf⸗ 
fer von Sulczpach ein gerayſiger und 
ettelpawm' ſiellten ſich Kunz 
von Kaufungen, ‘der gab in tag’... Haupt⸗ 
leute des Zuges waren Reuß von Plauen 
und Sobft Tekel. K. 

3. Heute liegen in der Gegend bes 
—— der fränkiſchen und 
chwäbiſchen Rezat in unmittelbarer Nähe 
beiſammen die drei Orte Georgens⸗, Pe⸗ 
ters⸗ und —— — 

4. Waſſerzell an der fränkiſchen Kant 
zwifchen Spalt und Gmünd, näher bei 
erfterem. . 

5. Rednitzhembach, am Einfluffe des 
von Often kommenden Sembaches in bie 
Rednitz, %/, Stunden unterhalb Rot. 


15* 


228 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 
Rednytz! und hielt wol mit 800 gereiſigen auch da und wartet auf die 
unfern. alſo ſchickten fich die unfern und ruckten in nach big über baz 
waſſer und fchußen gar faft in des margraffen gereifigen zeug mit großen 
und clain püchſen; und von ftund an gab des marggraffen wagenburg bie 
5 flucht und flohe [168°] eileng wegf. und des marggraffen zeug rudt auf 
ein höhe und zeczt fich mit ven unfern; do fchußen die unfern gar fait in 
fie. die weil flohe fein wagenburg ummer dar wegk und der marggraff 
flobe mit feinem gereifigen zeug auch wegk; und e8 mas nu nacht worden, 
daz die unfern nit nachuolgen mochten. und ber feint wurben vil erjcho- 
10 en und auch.irer pfert oil. da zugen bie unſern ber heim und brachten 
ein gereifigen gefangen und 4 gereifige pfert und mer dann 100 füe und 
400 ſchaf und etlich gefangen pawern?. 
Item am montag vor ſünbenden zu abent viten etlich gereifig hie22. Jun. 
auß und brochten 28 aderpfert; hetten fie genomen an ver Ayſch bei dem 
15 Newenhauß?. | 
Item am fünbentabent riten etlich gereifig bie auß und brachten 3023. Jun. 
füe und 8 aderpfert; heiten fie genomen for dem ſloß Schelnberg. 
Item am pfincztag nach jünbenvden gingen etlich trabanten hie auß 25. Jun. 
und brenten ab ein hamer und ein hernheufel, genant in vem Hirsbach *, 


1. xiiꝰ gereif. R. 2. 
hoff 2. 


1. Am linten Ufer. 

2. Das Gefangenenbudh fagt über 
diefen Zug II, Bl. 18: ‘Capitanei: herr 
Heinrich Reuß herr zu Plawen ꝛc. und 
berr Zobft Teczel des ratd ze Nilrmberg. 
— Amfamsdtag vor fand Johaus ta 
fünbenden anno 2c. 50mo, al8 man 9 
für Spalt, do was marggraff Albrecht ge⸗ 
ſammet mit großer macht zu roſs und 
füß, auch mit wil wegen an eyner wagen⸗ 
purd. do die hauptlewt der ftat Nurm⸗ 
berg der feynd gewar wurden, zugen fie 
gegen in 'mit molbebachteın mut an Das 
maffer, do fi) dann der marggraff als- 
dann für fie gefefitet bett, und ſchuſſen 
troftiich zu in. bo ward ber marggraff 
mit den feinen weichen und fliben zu rofg 
und zu fuß, bo von er kleynen frummen 
entpfing ꝛc. do wurden geantwort...’ 10 
Gefangene. Dieſes Scharmützel, das letzte 
größere des Krieges, ift von Hans Nofen- 
prüt befungen worden. Es ift von den 
brei Gefechten, die er in feinem Gedichte: 
„Bon Nürmberger Ray“ (herausgeg. v. 


3. in der marg. R. A. 
unter bar 39. imer var A*. a. ymer mer a. fehlt a2. 


7. umber dar 42. 4%. umedar wedt 2. 
11. gerereifigen A. 15. Newen⸗ 


Lochner, Nürnberg. Oymnafialprogramm 
1849) jchildert, das fette und am aus- 
führlichften behandelt, wohl deßhalb, weil 
ber Dichter dabei jelbft im Feuer war, 
(vgl. 3.8. Vers 217, 261, 262, 265, 267 
u. a.). Wie man früher das Gedicht für 
eine Verherrlihung des Pillenreuter Sie- 
ges halter konnte, ift ſchwer zu begreifen, 
da, nachdem defſelben und eines Gefechtes 
bei Abenberg flüchtig Erwähnung geiche- 
ben” ift, der Dichter zur Beſchreibung 
unferer Schlacht einen neuen, gewaltigen 
Anlauf nimmt ımb die Ortsbezeichnung 
gar nicht genauer gewünfcht werben kaum: 
# Hempach an des waßers fluß’ (Vers 
268). 


3. Neubaus, eine Stunde jihhäftlich 
von Höchftabt. 

4. Das Thal des Hirfchbache, in dem 
das gleichnamige lang ausgebehnte Dorf 
liegt, mündet, von Norboften kommend, 
bei Eſchenbach an ver Pegnitz. Nach dem 
Gefangenenbuh (I, Bl. 68“) wurben 
‘als fie (das Nürnb. Kriegsvoll) den ha⸗ 





Kriegsbericht 1450. 22% 


auf dem pirg gelegen enhalb Ejchenbach, und brachten etlich gefangen 

parmern. Ä 

Auch waren etlich gereifig bie aufßgeriten und brachten 9 aderpfert; 
hetten fie genomen zu Grunßberg. 

5 Item am freitag vor Petri et Bauli riten etlich gereifig hie auß und 26. Jun. 
brachten 40 füe, 200 fwein, 30 aderpfert und etlich gefangen; hetten fie 
genomen zu [ar. 169] Perengaw bei dem Newenmardt?. 

tem am funtag vor Petri et Pauli riten etlich gereifig bie auß28. Sun. 
und brachten 18 aderpfert, 8 küe; heiten fie genomen zu Brunn, bei 

10 Em ßkirchen gelegen. 

Item an ſant Peters und Pauls tag riten bie 5 gereifig auf die 20. Jun. 
wart bei Katzwang; da fomen fie an 2 gereifig, vie fingen fie und brach- 
ten fie herein mit hengft und harnaſch, die warn bed herr Walther von 
Hünrnheim knecht. 

15 Auch brachten unfer trabanten in ber zeit vil reub herein von küen 
und paurnpferben. 

Auch brenten unfer feint unfern armenleuten vil ab, das vor ven 
ganczen Frieg beftanden was, und die mit in vor ab gebingt hetten umb 
gelt; daz half fie als nit. und unferer gereifigen riten ein teil gen Weif- 

» fenburg; alfo chomen ir feint, gereifig und fußvolck, bei nacht für die ftat 
und verherten in ir getraid auf dem feld und wuften in ir gerten und 
was in den gerten wuchs. 

Darnach an unfer frauen tag viſitacionis chomen die feint aber für 2. Jul. 
Weiſſenburg mit vill wagen und fußvolck und wolten aber umb die ftat 

3 daz getraid verwüften; alfo ruckten unfer und ver von Weiffenburg ge- 
Yeifig auß der ftat und namen ben feinten wol 50 pawernpfert, und 
tachen in bie feint und erftachen ir bei 16 zu tob und fingen ir bei 14 
und flugen ir gar vil wunt, die bie feint alfo wunt mit in hin fürten. 

Item im ver czeyt hetten under hern von Nuremberg- beftelt ven 
"bon Swanberg? und etlich pemifch bern, vie folten uns helffen wider 


1. Nach Eſchenbach' in A noch einmal "gelegen’. 
3°. 20. alſo homen ir feint' fehlt R. 2. 
fehlt C?. 30. Smwanwerd 2°. 


8. am famstag B. amifuntag noch Pet. 
28. Item am montag — mit in hin fürten” 
yennifch 3. pemyß 2. 


Mer im Hirßpach außpranten' 4 Gefan⸗ 

ne eingeliefert, die ſich alle zufammen 
m Guld. löſien. 

v Berngau, %, Stunden ſüdweſtlich 

a PH Fritz Zennger’, heißt e® 

M Sefangenenbud (I, 31. 665), hat do 
as fih zu —**— nam’ 4 Öefangene 


- fen hatte; 


eingeanttoortet, bie um 16 Guld. auöge- 
geben wurden. 

2. Hynek Kruſchina von Schwam⸗ 
berg, mit dem man bie betreffende Ber- 
ein arung am 20. März 1450 abgefchlof-- 
l. die „Ordnungen“ Nr. 57. 
Diefe böhmischen Herren waren Glieder 





230 


under feint. 


V. Niürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


alſo ſchickten die nit vil, dan an unſer lieben frawen obent 1. Jul. 


viſitacionis 1450, ee daz der fride dornoch einging', teten fie ein czug auff 
herczog Otten vor dem Pehemer wald und prenten auff denſelben unſer 


frawen tag wol 22 dorff ab, die herczog Otten und dez Pflugs? und 2. Sur. 


s ander feiner edel lewt waren.] 


Don der richtigunge. 


Item in der zeit vor fasnacht anno domini millefimo cecMme Lmo 
Ihidt unfer herr der römiſch Fünig fein vette herauf: den bifchoff von 
Kyemße, herr Hanfen Neiperger und meifter Ulrich Riedrer, und gab 
10 denſelben reten und dem bifchoff von Salzburg und herczog Albrecht 


von München ganczen vollen gewalt, die fach ze richten ?®. 
ein tag gen München 8 tag noch oftern. 


bie machten 


borgenanten fürften und rette; auch chomen bohin ver bifchoff von Seda, 


bijchoff von Paſſaw, bifchoff von Freyſing, marggraff Albrecht bottſchaft, 
15 die von Nürmberg und anderr ſwebiſch reichjtett des pundes und vil an⸗ 


derr ritter und knecht. 


Auf dem tag geſchahe vil red und widerrede; doch ward nichtz da 
geendet, dann ſie machten daſelbſt ein andern tag gen Höchſtet an die 


4. xxirii 32, 


1. ſchicken 2%. 


5. Der eingellammerte Abfag finvet fich nur in ver R. 3 C. 


In a fchließt ver Kriegsbericht: “Item die veind gruben und zugen auch alle weyr ab, vie - 
der ftat zugehörten, wa fie die an komen, und vifchten die, das yn doch zu zwahen malen gar 


ubel bekom'. Vgl. Ordn. Nr. 54. 6. Die Ueberſchrift fehlt R.BC. 9. Kemſe 2. 
14. biſch. v. Secka — Freyſing' fehlt 2°. 


R. a. 0?. River 3°. 


des Stralonicer Bundes und hatten in 
der Zeit, won welcher bier Die Rede ift, 
durch Beenbigung des Krieges mit dem 
Bunde Georg’8 von Podebrad mehr freie 
Hand betommen. Dgl. Palady, Geſch. 


v. Böhmen IV, 1, 238, 239. Ueber bie - 


Stellung ber böhmischen Parteien zu den 
kämpfenden Teilen im Stadtetrieg ſ. im 
Allgemeinen Beil. II 

In einem vom Fr Juni (alfo 
mebrere Zage nad Ausfertigung des 
NRichtigungbriefes) datirten Schreiben be> 
nadhrichtigte der Rath den genannten 
Herm von Schwamberg, daß man 'nach 
clerlicher laut der anlajbrief darliber ge- 
geben’ auf rechtlichen Austrag Durch den 
König gerichtet fei und daß am Freitag 
nah Bifitac, Marie der Friede eingehen 
folle, von welhem Tage an er alle um 


Rieder 


der Nürnberger willen unternommenen 
Seinbieligteiten einzuftellen gebeten wird. 
Da übrigens, heißt es weiter, 'nli ettlicher 
Inden halben noch zmeifel darinne a öb 
ſollich richtun ng Turgangt geroynme’ wet. 
den Tert am Schluffe des folgenden Ab- 
ſchnittes, S. 238), jo werde man ihm |pä- 
ter Genaueres ſchreiben. Das geſchah dann 
am 6. Juli, wobei die obige Aufforderung 
wiederholt ward. (Brief. Pad 20, Bl. 
4336; Nr. 21, BI. 2b.) 

2. Sehaftian Pflug m Schwarzen⸗ 
berg (bei Rötz im Landgericht Waldmün⸗ 
hen) hatte der Stadt (zufolge dem gro- 
Ben Abfageverzeihniß; vgl. Beil. IL.) 
unmittelbar um bes Dtartgrafen willen 
Ieinen Fehdebrief gejchrieben. K. 

3. Vgl. Beilage I. 


auf denfelben tag komen bie 12. Apr. 








1 


1 


or 


o 


Richtigung. 231 


Aifch auf ven freitag nach unfers herren auffartag: bo folten die fürften ı5.Mat. 


und herrn ſelbs perfönlich hin fomen, die die fach mitfampt dem marg- 
grafen antreffent wer, und die reichftet; auch folten unfers herrn des rö⸗ 
mifchen künigs rett auch auf den tag fomen. 

Alſo do man da hin auf ven tag Tom, do vereinten fich die fürften 
und die herrn und bie reichftett und legten ven tag gen Bamberg, und 
zugen dohin auf den tag von Höchftet gen Bamberg!. und chamen auf 
den tag unſers herrn künigs vette vorbenent, marggraff Albrecht, marg- 
graff Hanne, bifchoff [ar. 171°) von Wirczburg, herczog Otto von Payrn, 
bifhoff von Bamberg, bifchoff von Eyſtet, pfalgzgraff bei Rein, ver 


deutſch meifter, des biſchoffs von Salezburg rette, herczog Albrechg von 


A 


München rette, und vil ritter und knecht, und die von Nürmberg und die 
andern reichſtette des punds. ba geſchahe aber vil ved und widerrede und 
e8 verzohe fich gar langk?; doch ward ein friv befloßen in maßen als ber- 


nach gefchriben ftet®: 


Bon gottes gnaden wir Gotfrid zu Wirczburg, Silvefter zu Kyemſe 
biſchoff, und wir Friderich, pfalczgraffe bei Rein, herczog in Peyrn, vor⸗ 


6. d. tag g. Bamb. wann man zu Hochſtet nit gerawms gnunck het fo vil folls R.C. 8. Die 


Namen ver Räthe in R. B wieverholt. 


1. Nach der betreffenden Relation im 
Cod. 184 des Nbg. A. (BI. 216°) wurbe 
der Tag von unbequemlicheit wẽgen ber 
flat und bejunder von abmejens wegen 
unfers berrn von Wirtzburg, der nit per- 
fonlihen dahin komen wölt gein Bam- 
berg geſchoben'. K. 

2. Ueber den Gang diefer Verhand⸗ 
(ungen ift im Allgemeinen Beilage I. zu 
vergleichen. Nachdem von Seite der ver- 
mittelnden Fürſten, von den königlichen 
Räthen, von ben ftädtiichen Botjchaftern 
abwechſelnd mehrfache Entwürfe zu Tage 
gefördert worden, legten bie „Mittler“ 
am 5. Juni eine Notel vor, an welche 
fih die Nürnberger im Allgemeinen an- 
ſchließen zu können meinten. Sie ver- 
langten jedoch mehrere Aenderungen und 
drangen vor Allem auf möglichtte Prä- 
cifirung des Ausdrucks. Wir heben zu 
den betreffenden Stellen der Urkunde ei- 
nige der dabei berührten Punkte in den 
Anmerkungen bervor. Sie legen Zeug- 
niß ab von der mißtrauifchen Vorficht, 
mit der man namentlich von Seite der 
Stäbter jede Wendung und jedes Wort 
der Compromißurtunde abwog. Nicht 
Alles vermochten Die Nürnberger in bie- 
fer Richtung durchzuſetzen und immer 


16. Gottfr. zu Meng AP. 


17. biſchoue Or.⸗Urk. 


hätten ſie die letzte Notel, welche mit 
theilweiſer Berückſichtigung ihrer Forde⸗ 
rungen abgefaßt war, und die nun dem 
Friedbriefe zu Grunde gelegt wurde, “ge- 
ren etwas leutrer gehabt’. Relationen- 
band Nr. 184 des Nbg. A., Bl. 229b, 
Die berührten Verhandlungen alle fteben 
auf Bl. 226—229. — K. 

3. Die Originalausfertigung biefer 
Urkunde für Nürnberg (auf Pergament) 
befindet fih im Nbg. A. S. VII, 8. 129, 
B. 8. HO.D. 43. Die Siegel ber vier- 
zehn Mittler (in gleicher Ordnung, wie 
fie am Anfange der Urkunde aufgeführt 
Im) und nad) diefen jene des Markgra⸗ 
en Albrecht, Konrad's von Heided und 
der Stadt Nürnberg hängen an Perga- 
mentftreifen. Grün fiegelten ber Bifchof 
von Wirzburg, Jorg —2* Talheim, 
Roſenberg, Menkenauer, Püttrih und 
Konrad, Herr zu Heided, alle übrigen 


- roth. Die erhebliheren Abweichungen 


biefes Originals von dem Wortlaute un- 
jeres Tertes wurden unter den Barian- 
ten notirt. Ein Vidimus der Urkunde, 
vom Abte Georg zu St. Egidien in 
Nürnberg am 29. October 1450 ausge- 
ſtellt, findet ſich der Originalausfertigung 
im Nbg. A. beiliegend. K. 


332 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. | 


mund gc. und wir bie hernach geichriben: Hanns von Neiperg, meifter 
Ulrich Rieprer, [vet] des alferpurchleuchtigiften fürften und herren bern 
Friderichs des römifchen künigs, zu aller zeit merer bes reiche und 
herczog ze Ofterreich, unſers gnedigſten herren; graff Jörg von Hennberg 
s Jörg Fuchß zu Sweinshambten des vorgenanten von Wirczburg hoff- 
meilter,; Jobs von Vennigen, meifter denffch ordens in deutſchen und 
welliſchen landen; Heß, graff zu Yeining; Peter von Talheim, hoffmei— 
jter, und Ufrich von Roſenberg, marjchald des egenanten herczog Frid— 
richs; Johanns Dufter, tumprobft zu Breßlaw, des hochwirbigen im 
10 gott vaters und herren hern Fridrichs ergblichoff zu Salzburg; Dtm 
Penczenawer zu Kempnaten und Jacob Putreich zu Reichartzhawſen, ves= 
hochgepornen fürften herren Albrechg, pfalezgraff bei Nein und herczos 
in Peyren ze. rette befennen und thun kunt allermeniglich, daz wir vom 
wegen des egenanten unſers allergnebigijten herrn bes römiſchen Fünig, - 
15 auf heutigen tag von fülcher zwitrecht, krieg, vehde und veintſchaft wegen 
wie fich die bißher zwifchen dem hochgebornen [ırı?) furjten, herren ML 
brechten, marggrafen zu Brandenburg und burgraffen zu Nürmberg 
eins, und des evelen Conrads, herrn zu Heydeck, des andern teils, und 
aber zwifchen dem teßgenanten marggraff Albrechg eins, und ber erfo- 
20 men, weiſen burgermeifter, rate und burgere ver ftat zu Nüymberg, des 
andern teils, helfer und beffershelfer, ver iren und aller ver, jo in vielen 
ſachen zu baiven feiten verbacht oder geiwant fint, erhebt, verlauffen und 
begeben, berept und beteivingt haben in hernach begriffner forem und 
maß, nemlich umb alles, daz der egenant marggraff Albrecht und Conrat 
25 von Heide mit einander zu fehiden haben, darumb füllen fie vor dem 
egenanten unferem gnebigften herrn dem römifchen künig unverbingt 
recht nemen und geben, geben und nemen als recht ift. item duch umb 
alles, daz Die egemelten marggraff Albrecht und vie von Nürmberg mit 
einander zu fchiefen haben, darumb. fchüllen fie vor unferm allergnedig- 
30 ften herrn dem römischen künig unverbingt recht nemen und geben, geben 


1. Neitperg Or.⸗Urk. 2. Riedrer ıc. Or.⸗U. Nietter a?. Das Wort ‘ret’ finvet ſich nur 
in ver Copie des Relationenbanves 185, BI. 244 b hineincorrig. 3. zu allen geiten Or.=U. 
4. hertzogen Or.⸗U. Hennemberg Or.⸗U. 5. Eweinhaupten O.⸗U. von Smweinsh. 4. 
6. Vennyngen Or.zU. Vennygen B. Veinügen A?. Weingen B?. 7. Leyningen O.⸗U. 
8. Rofemberg O.⸗U. 9. Duftier O.⸗U., aber auf dem Siegel gleichfalls "Dufter”. 11. Pien⸗ 
.genamer zu Kemnaten O.⸗U. Puttrich zu Rihartspaufen D.:U. 12. pfalggrauen b. R. 

“u. bergogen O.⸗U. 14. *allerpurchleuchtigiften alle außer A u. D.sU. 19. Albrechten 
O.⸗U. 20. burgermeifters O.⸗U. u. R. A. 21. ir helffer O.:U. 22. waiderfeitt O.⸗u. 
gewont DO.:U. 24. *helfer u; helfershelf. — nemlich umb' fehlt 32. 26. marggraff — 
egenanten’ fehlt 42. 4?. egemelten u. allergnevigiften D.:U. 29. vor demſelben unf. 
DU. 


Richtigung.- 233 


und nemen als vecht ift!. item marggraff Albrecht füllen beleiben zu 
feinen handen die hernach geichriben ftat und flog, mit namen: Heideck 
floß und ftat, Lichtenaw, Pruckperg?, Ultfelt und Lonrſtat? mit iren zu⸗ 
gehorungen ongeverlich zu außtrag* bes rechten, jo fich vor dem egenan- 
sten unjerem allergnebigften herrn dem römiſchen künig darumb ergen 
wirt in vorberürter maß ungeverde. item waz ſuſt außerhalb der vorge⸗ 
nanten floß und der jelbigen zugehorung, floßer, heufer, ligender güter, 
aigen oder leben mit iren zugeborung, wo und wie bie gelegen und genant 
ſind, die ein teil oder ir helfer und helfershelfer dem andern in biefen 
1 [Bi. 172°] kriegen angewunnen over fich der unterzogen het, zu venfelben, 
wie fie iego find, fullen die entjeßten on einrede wiver an iren befej8° 
fomen und dorzu unverzogenlich gelaßen werden on geverde. und bie ir 
leben vor ir iedes vehde, fie weren burger, helfer over diner, zu beiden 
teilen aufgefant hetten, ven fullen veu wider gelihen und bie felbigen dar⸗ 
55 zu unmwerzogenlich gelagert werben on geverbe. item waz auch marggraff 
Albrecht und ver von Nürmberg burger und inwoner, die von vemfelben 
Marggraff Albrecht lehen haben und vie nit aufgefant hetten, mit ein- 
ander zu fchiden haben, darumb fullen fie zu entlichen außtrag vor un- 
ferem alfergnebigiten herren dem römischen fünig recht nemen und geben, 
2° geben und nemen als recht ijt®. item ob auch iemant von den obgemelten 


1. Albrechten O.⸗U. 2. Heydegk O.:U. 3. Liechtenam O.-U. +. ongeuerdlich O.⸗U. 
6. In A ſteht vor vngev.: onuerbingt’, aber unterftrichen, mas mohl als durchſtrichen zu 
nehmen ift. 7. zugehorungen D.=ell. ligunder D.=U. 8. zugehörungen D.⸗ U. 10. uns 
terz. hiete O.⸗U. 11. amir beſeß D.-U. 12. und die, die O.⸗U. 17. Albrechten O.⸗U. 
18. das zmeite zu' nur in ver O.-U. entlichem O.⸗U. 


1. Hier follte nach dem Entwurfe gemünfcht, aber nicht erreichen Können. 

dom 5. Zuni das Wort “ungewaigert” Angef. Relat. Bl. 225%. — K. 

folgen. Auf Berlangen der Städter wurde 5. Im Entwurfe vom 5. Juni hatte 
ortgelaſſen. K. ‘gewer’ geftanden; die Städter verlang- 
2. Brudberg, ungefähr 3 Stunden ten, man ſolle ftatt deſſen beſeß' fegen. 

nordöſtlich von Ansbach. Das Schloß Nach dem jolgenten unverzogenlich' 
x gleich den im Texte vorher und, wie wollte man “unbeſwert' eingeſchaltet wiſ⸗ 

ſich ſchon aus dem Zuſammenhang er- fen, was gleichwohl unterblieb. Angef. 

giebt, auch den nachher genannten wäh- Relat. Bl. 227°, 228°. — K. 


rend des Krieges vom Warkgrafen ge- 6. Die beiden Artikel über die Lehen 
Kommen worden. Vgl. die „Orbnun- find zuletzt erft im diefer Weife feftgeletst 
gm“, Nr. 26. — K. worden. Ju dem am 5. Juni worgeleg- 


A 3. Uhlfeld oder Uehlfeld liegt an der tem Entwurfe (a. a. O. Bl. 2270) hieß 
sich zwifchen Dachddach, und Höchftabt, es nur: ‘Dec die ire Lehen von bifer 
ume tabt in berjelben Gegend zwiſchen kriege wegen auffgeſandt hetten, ven jul- 
blfeld und Höchſtadt (vgi. auch Ord⸗ len fie wider gelihen und dartzu komen 
ung. Nr. 26). und gelaflen werden’. Diele Lchensver- 
f 4. Nürnbergiſcherſeits hatte man hier hältniſſe machten dem Rathe noch unmit- 
(gende Einfhaltung: “inmaflen ale Die telbar vor dem Abfchluffe Bedenken. Man 
it innegebabt haben, den fie [von] inen habe, heißt es in der betreffenden Relation 
ert worden fein, ung zü außtrag’... (a. a. O. 81.2296) die fraglichen Artikel 


\ 


234 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


parteien ober iren helfern und helfershelfern zu erbshuldung over andern 
pflichten gebrungen over eingezogen worden wer, der ober bie alle ſchul⸗ 
len ver frei und lebig fein und ledig gefchaft werden, außgenomen bie 
jenen, die zu der vorgenanten ftat und floßen, die in marggraff Albrecht 
5 handen beften und befeiben ſchullen, gebörent, vie füllen in des ietzgenan⸗ 
ten marggraff Albrechg huldung beleiben zu außtrag des rechten, als vor 
“ berürt ift, alles ongeverlich. item waz vor datum dicz briefs aufgehebter 
zins, nücz oder gulte von aigen, leben oder pfantjchafft, von welcher_par- 
thei oder iren helfern bie aufgehebt werben, bie ſchullen zu bever ſeit 
10 nachgelaßen, werden; waz aber verfallener und unaufgehebter zins oder 
gült weren', vie füllen iren herrn, die fie vor diefen Friegen inn gehabt? 
hetten, bezalt werben und ben felbigen volgen. item es fol auch vie ber 
richt und teibing an leipgebing, ewigen gülten, pfantichaft oder andern 
verbrieften oder wiſſentlichen ſchulden pederſeit einem ieven unvergreiffen- 
15 lich und fein gerechtigfeit behalten? fein ongeverde. [172°] item waz auch 
in viefen friegen und dovor einig parthei oder die iren in der andern 
partbei ſloß, ftett oder merdt in gutem gelauben hab, gut, brieff ober 
anders, wie oder waz daz wer, iemant zu getrewen hanven zu behalten 
geflöhnet over eingeantiwort het, daz alles, nicht außgenomten, fol einem 
20 iedem over fein erben on eintrag wiber volgen und nachgelaßen werben. 
item waz totfleg, prant, name und verwüftung* in dieſen friegen bejche- 
hend find, die jullen unberechtet beleiben; wolt aber iemant ver partheien 
oder irer helfer icht in fribbruch zihen oder baz die vor dieſer vehede be- 
ichehen weren, daz fte zu erfentnüs des rechten und bejchehe darumb waz 
25 recht ift. doch daz folche ftüd als dann nit weiter dann für jlechten fcha- 
ben dargelegt und berecht werten. dann umb die name, brant und tot- 


1. erbhuldungen O.⸗U. erbfchuldung R. Au. 4, die yhenen R. A. zu ven O.⸗U. 
7. ongeuerblih D.:U. 8. pfannptfchefften O.-U. 9. weren D.:U. 13. diſe berichte 
D.:U. leibgedingen D.sU.  pfannptfchafften O.⸗U. 15. vorbehalten R.a. 16. eynigch 
4. 22. bejhehen D.=11. R.a a. befchehenvnen Ad. 23, ſölh ſtuk icht O.=U. 26. werbe A. 


lange erwogen, ‘wann darinnen fere zu Nürnbergifcherfeits, daß pas erftere Wort 
beforgen ift, daz die unferem vwibertail ‚fortfallen folle. U. Rel. 31.2276, 2286. 
vaft zu nüß und uns zu ſchaden gejetstt K. 
fein’. K. 3. ‘und — behalten’ hatte in dem 

1. Im Entwurfe vom 5. Juni hieß Entwurfe vom 5. Juni noch nicht geftan- 
e3 weiter: ‘und fünfticlich gefallen wür- ben, es kam erft auf Verlangen der Städ- 
den’; die ee verlangten, es fole ter hinein. K. 


“ober Fünfticlich” beißen. A. Rel. DI. 4. Die Einfchaltung des Wortes ‘ver- 
2276, 2266. Wie man fieht, ließ man wäftung’ und der Worte ‘irer heifer’ hatte 
nun Beibes fort. K. man von Seite Nürnberg’s ausdrücklich 


2. Im angeführten Entwurfe: ‘ge- gewünſcht. K. 
noffen und inngehabt’; man begehrte 








Richtigung. 235 


flege zu Emflicchen, Roßſtal, Veitzbrunn und Swant, der von Nürm- 
berg halben ietzo bejchehen ', fol marggraff Albrecht fein anſpruch nach- 
laßen; und da entgegen fullen vie von Nürmberg vorverung der erfta- 
tung ſolchs abgangs ir gülte, fo fie auf den gemelten pfantfcheften und 
s börfern haben, marggraff Albrechten auch nachlaßen, ob fie folchen ab- 
gand nach laut ver verfchreibung darüber zu vordern hetten?. "item als 
alle totflege, name, prant und verwuftung in vorberurter maße gancz ab 
und unberecht beleiben füllen, fo mag doch verfelbigen ſtück iede parthei 
gebrauchen zu kreftigung anderer irer ſprüch. item all gefangen von be- 
10 den partheien oder iren helfern, die diefer krieg halben [Bi. 173°] gefangen 
worden fein?, fullen auf ein alte getwonliche urfehde, wann fie des nach 
datum dieß briefs begern, unverczogenlich ledig gejagt und gelaßen wer- 
den, doch daz ein ieber gefangen fein agung bezal. item e8 fol auch alle 
unbezalte ſchatzung und brantſchatzung ab und auf beiden teilen nachge- 
laßen werben und die burgen dorumb ledig fein. item es iſt auch nemlich 
beredt und beteidingt worden, daz bie vorgemelten parteien darauf ge- 
flicht und gericht und folch vorgemelt krieg und vehbe gancz hin gelegt 
und ab fein füllen, und fol diefe bericht und verjönung in vorberürter 
moß eingen am freitag nach unferer lieben frawen tag vifitacionis ſchierſt 3. Juli. 
künftig mit aufgang der ſunnen ongeverlich*. des zu urkunt haben wir 
-obgenant teivingsleute und mittler unferer ieder fein infigel an diſen brieff 
gehangen. und wann nu diefe bericht und teiding, wie vor gejchriben ftet, 
mit unferer vorgemelten marggraff Albrecht und des von Heideck und ber 
von Nürmberg willen und wiſſen zugangen und bejchehen ift, als wir 


2 


© 


9. befrefftigung D.:U. 11. gewonplih D.=U. 
item waz auch margg. Albrecht und d. v. 
23, Albrechte O.⸗U. 


1. Roſtal D.:U. 2. anſprach O.⸗U. 
15. werden' fehlt O.⸗ U. vporgen O.⸗U. 
Nurmb. burger — ledig fein’ fehlt B2. 20. vngeuerdlichen O.⸗U. 
auch d. v. Heydegk O.⸗il. 24. zugegangen O.⸗U. 


gedrungen würden, ſich auf marfgräfli- 
hen Gütern niederzulaſſen. Relat. Bd. 
Nr. 484, Bl. 156". K. 


1. Vgl. den Kriegsbericht oben 159, 
18; 194; 199, 16ff.; 220; 221; 222. 
2. Unter den Klagen, melde bie 


Nürnberger auf dem erften Bamberger 
Tage (im Juni 1449) vorbrachten, be- 
fand fi) auch die über Beeinträchtigung 
Rürnbergifcher Bürger, denen “ettliche 
ber herſchafft dorffer und güter nemlichen 
Emſſkirchen, Swannt und Roſſſtal' theils 
als Pfand, theils als Leibgeding mit al⸗ 
leinigem Vorbehalt der Erhebung einer 
„gemeinen Landſteur“ überlaſſen worden, 
deren Hinterſaſſen aber von den Amtleu⸗ 
ten des Markgrafen mit völlig ungerecht- 
fertigten Anforderungen beſchwert und 


3. Dieſer Zwilchenjat wurde ebei- 
falls erft auf Beranlaflung der Rürnber- 
ger eingefchoben. Angef. Relat.Bd, BI. 
228. Solche, die bei anderen Gelegen- 
beiten (3. ®. bei gewöhnlichen riebene- 
brüchen) gefangen wurden, jollten aus- 
geichloffen bleiben. K. 

4. Wie man aus ben letten Stellen 
des Kriegsberichtes (oben S. 229) ſieht, 
wurden die Tage, welche noch der Krieg- 
führung geftattet waren, bi8 zum letzten 
benutzt. . 


936 V. Nürnberg’ Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


auch die in craft diß briefs veriwilligen, fo befennen und gereven wir 
marggraff Albrecht bei unfern fürftenlichen eren und wirden, und wir 
der egenant von Heide und wir burgermeifter, rate und bie burgere 
gemeinclich ver ftat zu Nürmberg bet unfern waren trewen an eives ftat 

5 dife bericht und teiding für uns und zu beven teilen unferer helfer und 
helfershelfer, vie unfern und alle, die auf bever feit darunter verbacht 
oder gewont find, an allen ftuden, pundten und artifelen, barinn begrif- 
fen, treufich und vefticlich zu halten, alle argeliſt außgeſchaiden, und haben 
den auch zufampt der egemelten teipingsleute infigel unfer infigel an 

. 10 difen brieff gehangen. bejchehen und geben zu Bamberg ſ1730 am mon- 
tag vor ſant Johanns tag zu fünbenden nach Erifti gepurt vierczehen-22. Zun. 
hundert und in dem fünfgzigften jaren. 

Item auch ift zu Bamberg beteidingt worden die zwitrecht und krieg 
zwifchen ven andern fürften und herren und ven fteten des pundes; und 

15 wie daz beteidingt und geflicht ift, ftet da hernach gefchriben. 

Item ber bifchoff von Meint ift bericht mit den von Rotenburg 
und Hall von des ſſoß Newenfels! und anderer fach wegen, daz bie jelbi- 
gen reichftett vor dem römischen künig oder einem furfürften des reichs, 

dem ber fünig die fach bevelhen wirt, ſchüllen eins rechten fein; waz zu 
20 recht gefprochen wirt, fol von beiden teilen aufgenomen und dem nachge- 
gangen werben getreulich und ungeverlich?. 

tem herczog Albrecht von Ofterreich ift gericht mit den von Ulem 
und andern reichjtetten, die des zu thun haben, umb Rotenburg, Horb, 
Vinczendorf und Schonberg, dieſelben pfantſchaft antreffend, daz ſie im 

25 chomen ſüllen für herczog Fridriche, pfalczgraven ꝛc. und ſein erberg rett 
auf einen genanten tag, den herczog Fridrich darumb zwiſchen hie und 
ſant Barthelmes tag beſcheiden ſol; da ſchullen [fie eins rechten?] ton 24. Aug. 
von der ſelben pfantſchaft, und waz der pfalczgraff und ſein erbere rett 

3. !wir’ fehlt D.-U. 7. gewonet O.⸗U. s. "unferer helfer — begriffen’ fehlt 22. alle 
— haben’ fehlt B?. 9. und haben des auch D.:U. teydingsleuten inſigeln O.⸗ll. 11. ſun⸗ 
nenwennven O.⸗U. 12. vnd varnad im f. O.⸗U. 13. Die folgenden Richtigungen fehlen 


in C?. 15. und dorauf gefligt B. 20. und’ fehlt R. AB. 24. Bintzend. 4°. Wingenp. 
R.au. pantſchafft B. Horb — antreffend’ fehlt 3°. 27. thun R. B.-«. fehlt a. 





Nenfels über dem vechten Ufer der 
Kupfer zwiſchen Rupferzell und Forchten⸗ 
berg. Ueber die Rechte, welche bie Erz- 
biichöfe von Mainz an dieſem Schlofie 
hatten vgl. 3. Albrecht, Burg Nenfels 
im le für hohenloh. Bel. I ‚ beion- 
ders ©. 195 f. 

2. der Ehbifeof Dietrich von Mainz 
und mit ibm 86 Herren hatten am 31. 


Auguft 1449 den Städten Rotenburg 
und Hall abgejagt, weil diefe ihm ben 
Schaden noch nicht erfetst batten, der ihm 
durch Die Zerftörung von Neufels (Ende 
März 1441) erwachten war. Vgl. Stä- 
lin ®8d. IT. ©. 453, 475; Benfen, bi- 
ftor. Unterfubungen über bie Reichsfſtadt 
Rotenburg S. 217. 





Richtigung. 237 

nach beber teil fürbringung und verhorung in der. güfifeit mit wiſſen nit 
mag [r. 174°] abgetragen, darumb jullen fie die partheien mit irem 
rechtlichen ſpruch entſcheiden; und waz do gejprochen wirt, fol von beiden 
teilen aufgenomen und gehalten werben getreulich und ungeverlich‘. 

5 Item herczog Albrecht ift gericht mit den von Rotweil umb ven 
brant und fpruch an dem floß Hohemberg und umb bie zwen erflagen 
knecht der von Billing zu rechtlichen außtrag auf ven-pfalgzgraffen und 


fein erbere rett, ver zwifchen bie und fant Barthelmes tag fchierft teg2:. Aus. 


darumb befcheiden fol; une waz nach beiver teil fürbringen und verho- 
rung zu vecht gefprochen wirdet, fol von beiden teilen aufgenomen und 
dem nachgangen werben getreulich und ungeverlich. totfleg und brant 
ſullen für ſlecht fcheven berecht werden?. | 
Item herczog Albrecht ift gericht mit den von Schaffhawjen umb 
daz Ttetlein zu Rinaw, daz floß Balmen und die. fmehe an der wittiben 
15 dort Sulcz ꝛc. begangen? auf außtrag des rechten, als vor gefchriben ftet 
mit Den von Rotweil. 


Item herezog Albrecht ijt gericht mit ven von Schaffhawfen und 


7. Billing’ fehlt 4%. a. a; in A*. a dafür eine Lücke gelaffen. Winlling 2. 
and waz — teil: von beiven teilen ®. Aa 2. 
Palman R. aa. Balmon 2°. 


Um ton — beicheiven fol’ fehlt a2. 
12. verricht B2. 14. Reinaw 43. 
San ven’ die übrigen Hſſ. 


1. Herzog Albrecht hatte den Vertrag 
vom Sanuar 1450 hauptſächlich abge- 
Hoffen, um fich des Beiftgndes der Für- 
fen gegen „Rotweil, Schaffhaufen, Zell 
am Unterſee, Ulm und andere, welche mit 
denfelben den größten Theil der Herr- 
haft Hobenberg (Rotenburg am Nedar, 
Horb, Schömberg, Binsborf) von Oeſter⸗ 
wich zum Pfand hatten und die Löſung 
dieſes Pfandes nicht geftatten wollten. “ 
In ben vollen Beſitz des fraglichen Thei- 
les Diefer Herrichaft gelangte der Herzog 

och erſt nach langen Streitigfeiten im 
Jıdre 1454. ſ. Stälin Bb. III. ©. 483, 


2. Die von Rotweil hatten die Burg 
dohenberg zerſtört, die Jobſt von Horn— 
kim Yon Herzog Albrecht zu Lehen trug. 
Diefer ihidte ihnen darum mit 62 Edeln 
md den Städten Freiburg und Villingen 

en Billingern waren bei der Erftürmung 
vobenberg’e zwei Knechte erichlagen wor- 
Pi am 23. April d. 3. 1450 Abjage- 
riefe. Bollftändig ausgeglichen wurde 
Pi Streit erft auf einem Tage zu 
euftadt am 20. December 1453 unter 
ermittlung Markgraf Albrecht's von 


9. va ſchul⸗ 


an der witwein 2°. 


Brandenburg. f. v. Langen, Beiträge 
zur Geſchichte der Stadt Rotweil, 1827. 
©. 215— 223; Stälin Bb. II. ©. 480, 
484, 489. 

3. Die Schaffhaufener hatten Rheinau 
und Schloß Laufen (am Rheinfall) ein- 
genommen, besgleichen die Burg Balm 
(am Rhein, jchräg gegenüber von Ahei- 
nau) erobert, von wo fie Die Befiterin 
Urſula von Habsburg-Laufenburg, Witwe 
des Grafen Rudolf von Sulz (die auf 
diefe Burg ‘geweift’ und ‘mit irm leyb 
und gut’ in des Herzogs Schirm geweſen) 
gefangen (betwungenlichen’) nach ihrer 
Stadt führten. Deßhalb hatten Herzog 
Albrecht und feine Verbündeten am 24. 
April 1450 Schaffhauſen abgejagt. Vgl. 
Chmel, Material. zur öſterr. Geſch. PP, 
©. 313, Nr. 147; Reg. Frid. p. 268. 
Den bier in Rede ftehenden Bamberger 
Bergleich zwifchen der Stadt Schaffhau- 
jen und dem öfterreichifchen Herzog ſ. bei 
Chmel, Mater. a.a. O. ©. 318, Wr. 
150. Der Einnahme von Schloß Laufen 
wird in Diefer Urkunde, entjprechend dem 
Berichte unferes Tertes, nicht befonders 
gedacht. K. 





238 


V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Czell am Unterfehe von der huldung wegen, die er an fie begert bı 
fie mit einander ein gütlichen tag fuchen auf fant Michels tag f 
und waz fie unfer herr ver fünig folcher fach in der gütifeit nit ver 
mocht, fol iever partheie ir gerechtigfeit vor behalten fein‘. 
5 [17° Item margraff von Baden ift gericht mit ven gemein rei 
umb ain gelaigbruch und totflag an feinem fchultheißen von Hohe 
von der ftet volf varinne gefchehen; darumb füllen fie im vor den 
ſchen fünig zu recht ften zu entlichen rechten biß zu außtrag der fa« 
‚Item der von Wirtenberg ift gericht mit den von Eßlingen, 
10 new neiverung des zols aufgehebt fein und nit gebraucht werben, 
dann burch die von Eßling mit pillichen rechten aufgetragen ?. 
Item des von Wirttenberg rette nicht hetten macht dieſe rid 
zu befigelen. nu waren bie brieff gefchriben und hingen alle infigel 
außgenomen des von Wirttenbergs. bat fich der pfalczgraff mi 
15 dem von Meincz und des von Baden reten erhaben, gen Marbad) ; 
von Wirttenberg zu reiten und fein infigel an ven brief ze bringen 
wann daz daran gebracht würd, jo gen die richtigung alle an am 
nach vifitacionis Marie mit aufgang der funnen; würd aber bi 
Wirttenberg nicht verfigelen, daz doch nicht zu beforgen ift, jo we 
20 richtigung alle entzwei und ftünden die fache offen als vor *. 
Item auch hat ver von Wirtenberg verfigelt?. 


10. gepracht 32. 20. die richtig A. 21. ‘Item auch — verfigelt’ in A fpäter ein 
Ueber das in ven Codd. der R. A, a, B. nody Folgende vgl. Ordnung. Nr. 5. 


1. Später wurbe dieſer Stadt für bie 
Huldigungleiftung an Oefterreich ein güt⸗ 
licher Tag gejetst; fie antwortete darauf, 
indem fie fi) an die Eidgenoffen anſchloß, 
am 1. Juni 1454. ſ. Stälin 3b. III. 
©. 484, 489, 490. 

2. Den Schultheißen hatte ein Knecht 
aus Rotenburg a. d. Tauber erfchlagen. 
ſ. Stälin II. ©. 478, Anm. 1. 

3. Die Beranlaffung des Streites 
war bier der Zoll gewefen, den die Stabt 
mit Erlaubnig König Friedrich's 1447 
erhöht hatte. Gefchlichtet wurde die An- 

elegenheit erft am 29. Auguft 1454 zu 
Ansbach unter Markgraf Albrecht's Ver- 
mittlung, als ERlingen fich bereit finden 


ließ, den 
thun. ſ. Pfaff, Geſch. v. ERlinger 
©. 341—351; Stälin Bd. II. 
488. 

4. Hierauf ohne Zweifel be 
fih, wenn der Rath von Nürni 
28. Juni noch ungewiß ift, ob d 
densvertrag in Ausführung 
werde. Bgl. oben S. 230, 9. 1 

5. Wegen der Richtigung ül 
vgl. man Stälin Bd. III. ©. 48 
— In A“, Bl. 2176 ff. finden 


oll durchaus und gar 


- pien ber jämmtlihen am 22. | 


Bamberg ausgeftellten Vergleich 
en. 


Orbnungen. 239 


Vorwort zu den Ordnungen. 


Die folgenden Aufzeichnungen, welche in den Handſchriften der Rei— 
ben A, a und « dem Kriegsberichte zur Seite ftehen und die auf den 
Krieg, bezüglichen Vorkehrungen des Raths, die getroffenen Einrichtungen, 
ſowie einzelne auf die ganze Kriegsdauer ſich erftredende oder den Frie— 
densſchluß berührende Vorkommniſſe behandeln, find, wie die Handſchriften 
fie ohne allen Plan auf einander folgen laffen, in ihnen eben nur zufam- 
mengereiht, nicht zu einem Ganzen verarbeitet worden. i 

Es wurde bereits angedeutet, daß die Ordnungen“ nicht bloß 
zum überwiegend größten Theile auf officielle Schriftftüde zurückzuführkn 
find, fondern diefe felbft häufig einfady wiedergeben. Der Tert der ein- 
zelnen Stüde ift hiebei fo wenig verändert worden, daß wir in mehreren 
derſelben verſchiedene Berfaffer in erſter Perfon redend auftreten ſehen 
vgl. Nr. 36, 38 und 49), in anderen ſogar Verweiſungen finden, die auf 
feinen unferer Codd., ſondern auf den dem Originale in feinem urſprüng— 
hen Zufammenhange folgenden Theil Bezug nehmen (Nr. 15). Unter 
dieſen Berhältniffen darf es nicht auffallen, daß bei den einzelnen Stüden 

nur ſelten eine Bezugnahme auf einander hervortritt!, daß häufig in einem 
von ihnen mit andern Worten dafjelbe gejagt wird, was weitläufiger oder 
kürzer ſchon in einem der Übrigen fteht. Es entjpricht endlid nur der 
Natur der ganzen Sammlung, daß auch die Abfafjungszeit ver einzelnen 

Theile eine fehr verfchienene ift. Wir begegnen Anordnungen, die ganz 
oder theilweife genau in diefer Form vor Beginn des Krieges oder in ver 
erſten Beriode feiner Dauer erlaffen wurven (vgl. z. B. Nr. 1,20, 26, 27, 
41), anderen, die erft gegen Ende oder nad Abſchluß des Krieges (vgl. 
j. 8.15, 28 ff., 47, 48, 49 ff., 55, 56, 57, 60 ff.) nievergefchrieben find. 
Die letzteren dürfen wir als die zahlreichften bezeichnen, und fie namentlid) 
find von dem freilich in gewiffem Sinne bei der ganzen Zufammenftellung 
maßgebenden Grundgedanken durchzogen, daß man in diefen Aufzeichnun- 
gen dort, wo die Anordnungen und Einrichtungen fid) bewährten, eine 
Richtſchnur, in den andern Fällen aber, wo ſich Uebelſtände bemerklich mach— 
ten, eine Warnung für die Zukunft finden ſolle. 

„Die Anordnung, welche wir hergeſtellt haben, weicht von der ganz zu⸗ 
fälligen und unter fi verjchienenen, welche die Codd. darbieten, vollfom- 
men ab. Der maßgebende Gefichtspunft hiebei war, das Zufammengehörige 
zuſammenzuſtellen und wo e8 fid) thunlich zeigte, auch das urſprünglich frü- 


„I. Auch wo fie fich findet, bleibt fie Wir haben uns deßhalb bei der von uns 
Jrift äußerlich und ſieht man leicht, daß getroffenen Anordnung der verjchiedenen - 
e vom Rebactor hinzugefügt worden, Nummern nicht durch fie beitimmen 

Ne den Text banadı umzugeftalten. laſſen. 


. 240 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 

her Gefchriebene dem fpäter Abgefaßten voranzuftellen. Die Gliederung in 
einzelne größere Abjchnitte, um der Meberfichtlichkeit willen geboten, bean- 
fprucht nur eine allgemeine Geltung, da die in faft allen Fällen ſchon in 
den Handſchriften vorliegenden Ueberfchriften ver einzelnen Nummern nicht 
immer den Inhalt des ganzen, wenn auch. urjprünglich bereits zuſammen— 
gehörigen, fo doch oft jehr verſchiedene Gegenſtände berührenden Stüdes 
richtig bezeichnen und außerdem mande der letzteren bei der Vielfeitigfeit 
oder Unbeftimmtheit ihres Oefammtinhaltes ebenfo gut dieſer mie jener. 
Gruppe zugezählt werden fonnten. . 

Unter ven Hilfsmitteln, welche zur Erklärung und nähern Erläuterung 
diefer „Ordnungen“ herbeigezogen wurden, nimmt das ſogenannte Raths- 
manual die wichtigſte Stelle ein. Es enthält, oft nur in funzen Schlag: 
wörtern, die Angabe eines jeden Rathsbeſchluſſes, in der betreffenden Raths— 
ſitzung felbſt ſummariſch protokollirt, und giebt ſo ein überaus lebendiges 
und unterrichtendes Bild von der unabläſſigen und ausgebreiteten, neben 
den wichtigſten Staatsangelegenheiten auch das kleinſte Detail der Rechts- 
pflege, der Verwaltung und Kriegspolizei umfaſſenden Thätigkeit des Raths. 
Bei jedem Befehl ſind die mit der Ausführung betrauten Perſonen ge— 
nannt und werden wir auf dieſe Weiſe auch mit dem vorwiegend auf die 
Glieder des kleineren oder größeren Raths beſchränkten Kreis der Regie— 
renden näher bekannt. Einige Schwierigkeit in der Benutzung veranlaßt 
die Kürze der Ausdrucksweiſe und die nicht ſeltene Wiederholung deſſelben 
(oft vielleicht zuerſt einer Vorberathung unterzogenen) Beſchluſſes nach kurzen 
Zwiſchenräumen, endlich das zuweilen kaum unterſcheidbare Nebeneinan— 
derſtehen von allgemeinen Anordnungen und ſpeciellen Vollzugsmaßregeln. 
Theils deshalb, noch mehr aber, um die Anſchaulichkeit zu erhöhen, wurden 
die für unſere Zwecke beſonders wichtigen Rathsbeſchlüſſe (die natürlich nur 
einen geringen Theil von jenem reichen Material bilden) meiſt nach dem 
Wortlaute des Manuals mitgetheilt. Dieſes iſt uns nun leider nicht für 
die ganze Zeitdauer des Krieges, ſondern nur für die Periode vor dem 
Kriege und bis zum 22. Januar 1450 in 13 Original-Fascikeln (von 
denen jeder den vier Wochen der Amtsverwaltung zweier Bürgermeiſter 
entſpricht) im Nürnberger Archiv erhalten?!. .Bei der, wie die Natur der 
ganzen Aufzeihnung e8 mit fi brachte, ftreng chronologiſchen Eintheilung 
des Ganzen ſchien ein Citiren nach (reducirten) Daten zu genügen. 

Auf die einzelnen der den folgenden Ordnungen entſprechenden Ein— 
richtungen und Anordnungen im Städtekrieg ver Jahre 1388/89 iſt, ſoweit 
letztere im erſten Bande ver Nürnberger Chroniken zum Abdruck gelangten, 
am betreffenden Orte hingewiejen werben. 





Nürnberg im Juni 1863. 


Verſchieden von dieſen Mannalen 
find Die ausführlicheren Rathsprotokolle, 
welche zuerſt für das J. 1441 aufbewahrt 
find, aber während des Krieges nicht fort⸗ 

eſetzt wurden. Es heißt an ver betref⸗ 
Fenben Stelle (um Oftern 1449) im 


Dr. Theodor v, Kern. 


Rathsbuch von 1441 — 1461 (Nbg. 4. 
Nr. 952) BL. 211: Notandum, a8 von 
datum der obgemelten dat. in diß puch 
nit geſchriben ift, von menigveltiger ge- 
* fchefte wegen, die einent rate furgevallen 
fett 2c. underwegen beliben’. 








Derzeichniß der Ordnungen. 


Bon einer warnung gejchehen vor bem Frieg. 


DD Am U N 


J. 
Heer und Kriegsweſen. 


. Nota von kriegsherrn. 
. Son dem zujaß, ven man den amptleuten tbet. 


berſt haubtleut ber gereifigen. 


. Bon aufpieten den gereifigen. 

. Bon den gereifigen pferden ber burger. 

. Bom beichreiben der trabanten an den folt. 
. Bon dem muftern. 
- Bon wagenburgin meiftern. 

. Bon dem zeug ber . 

. Orbenung der ſchickung des zeugs. 

. Bon der ladung bes zeugs. 

. Bon amptleuten und werdleuten, jo man zu veld zeucht. 
. Orbenung des aufpietten und ber peute. 

. Ordnung, wie mans gehalten hat mit ben raifing, die her gefangen warn. 
. Ordnung, wie mans gehalten hat mit den gefangen pawern. 
. Item ber gefangen eit, jo man fie teget. 

Ordnung, wie man es gehalten hat mit ber flat armen leuten, fo bie gefangen 


wagenburg. 


wurden. 


I. 
Bertheidvigungsanftalten. 


Bon verhbawung bes walds. 

. Bon den fchranden. 

. Ordnung ber tor [und Thürme] bie in der ftat. 
. Bon dffenung der tor bei nacht. 

. Orbenung auf ber feiten. 

. Die nad) iſt verzaichent Die orbnung ber püchſenmeiſter zu dem grofjen werd auf 


den türnen umb die ftat. 


. Bon ordnun tag —* unter die tor. 


. Bon den zaichen ber püchſen 
.Ausrüſtung und —325 — feſter Plaätze.] 
. Bon der wart. 

II. 


Berpflegung der Stadt und des Heeres. 


- Vom korn und harnafch. 
. Item ordnung des getraibe. 


. Orbenung vom melb, baden und vom brot. 
Staͤdtechroniken. 11. 16 


242 Berzeichniß der Ordnungen. 


. 31. Bon behütung der mäl in ber ftat. » 
32. Ordenung des flailche. 
33. Ordenung in ver kuchen. 
34. Vom jmaltz und pechem fleifch. 
35. Bon der pubenhütten und pubenvater. 
36. Item Fricz lelerfnechts ordnung vom wein. 
37. Item bie ftet gejchriben waz gehört zu ſpeiſen 2000 perfon auf 8 tag. 
38. ven Br anfand bes krigs fo fein diſe noch gejchriben bind von mir Erhart 
ab ꝛc. 


Ä IV. - 
Kriegsfteuer und Kriegspolizei. 


39. Bon der lofung und ſteur⸗ 

40. Bon den jüden. 

41. Der eibe der gefte und hantwerd und anberr knecht. 
42. Bom feur. 

43. Bon der ſchiltwache. 

44. Bon ber loſung bei nacht auf der gaßen. 

45. Bon der polliden. 

46. Item fo potichaft bei nacht kam und von ven briffen. 
47. Ordnung des walds in ſant Lorenczen Pfarr. 

48. Item vom holten, daz man der ftat tet. 


V. 
Kriegsgebrechen und Kriegsſchäden. 


49. Von mercklichen gebreden, die fürbaß zu verchomen weren. 

50. Item bie ſteen vermerdt die dingk an den mangel ift geweſen in dem frieg. 
51. Bon den dingen, Die aus der fat den veinten wurden zugetragen. ' 

52. Bon befchebigung der bruden umb die ftat Über die waffer. 

53. Bon dem zaichen der veint. 

54. Bon der unfuer des kriege. 


VI. 


Allgemeine Anordnungen und Vorkommniſſe während bes Kriegs 
und nah Beendigung defjelben. 


55. Bon dem auffenten der leben. 

56. Item vom fehreiben unferm heiligen water dem babft, dem römifchen künig und 
allen hoben ſchulen. 

57. Bon den von Swanberg und Ryſenberg. 

58. Bon der erung, die man ben thet, die rebliche tat begingen. 

59. Von 'der ftat ertten im krieg. 

60. Bon ber vertigung ber gefte. 

61. Bon procefien bie im krieg gefcheben. 

62. Bon dem beiligtum. 

63. [Bon Dingen, die einen Schaden genommen im Krieg. ] 

64. Anno dom. 1449 do bern und ftett mit einander friegten, bo ſturben bie von 
den erbern ꝛc. \ - 

65. Verkündung der richtigung. 

66. Bon beheltnüſſe der panyr. 


Die Kriegsanftalten nach Reihe B. 





[BL 80°) Don einer warnung gefchchen ver Dem krieg. 


tem ain jar vor, ee fich der krieg anving, warnet man iederman, 
baz er fich fürſehe mit allerlei, daz da gehöret zu der weer, und mit ges 
traid und fuchenfpeis; man pot auch den lenten, als daz puch außweiſt!, 


s pfert, foren, falg und harnaſch. 


Item man warnet auch die pawern und riet in, alle ir pefte hab 


herein ze bringen. 


Item ee fi} der Frieg anving, do gab man den paurn hinhaim, daz 
ir ieber möcht fliehen zu der ftat Nürmberg oder zu tren ſloßen; und 
10 muften fweren, doſelbſt zu befeiben und den haubtlenten geborfam zu 
ſein?. und wie e8 mit den floßen ging ftet do hinten im puch gefchriben?®. 

Item mar tet auch ein vermanung, daz man ntemant beherbergen 


foft, denn den man wol Tennet*. 
11. do vorn R. a. 


1. Vgl. unten Nr. 5 und 28. Von 
dem Gebot, auch Salz in Bereitſchaft zu 
balten, beifen am lettangeführten Orte 
nicht gedacht wird, wie von der Sorgfalt, 
mit welcher man über ber Ausführung 
aller der im Terte erwähnten Anordnun⸗ 

en wachte, legen mebrere Stellen des 
—a S von 1449 (die Manuale 
aus ben vorhergehenden Jahren fehlen) 
Zeugniß ab. Als man am 8. Mai be- 
Ichloffen hatte, den Genannten eine ‘tref- 
fenlid warnung frembbileit der lewſt' 
halben orgupalten, erneuerte man bie 
fraglicgen Gebote insgefammt. (R.-M. 
zu Diefem Tage; vgl. auch 7. Mai: ‘Item 
pferd, — korn und ſalcz, daz yder⸗ 
man gejeczt iſt worden, fleyßig beſchawen, 
ob man es hab: die, die vor dar über ge⸗ 
ſeezt find oder der mererteil’.) 


2. Die 'armenlut auf dem lannd’ 
wurden mehrmals in der angegebenen 
Weife gewarnt; R.-M. von 1449, 12. 
April (und auch ſchon I. Februar, mit 
den Berbote: “ich nicht prantfchaczen zu 
Laflen’), 5, 6, 10, 16 (vie armenlüt umb 
Erlanng ꝛc. warnen’), 28 und 30, Juni 
u. f.w. Am 21. Juni berietb man über 
eine 'ord ’, welche für Die 'armenlüt, 
bie in ber flucht fein’, gemacht werben 
follte. — Deu Eid, welden die Bauern 
Ihwören mußten, vgl. unten bei Ar. 49. 


3. Siehe Nr. 236. 


4. Das betreffende Ratpagebot erging 
em 5. April 1449 an die Biertelmeifter 
und Gaſſenhauptleute. Angef. R.-M. 


16* 


244 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


I. 
Heer= und Kriegsweſen. 


[Bi. oi] 1. Nota von kriegsherrn. 


Item von der gepurt Erifti ein taufent vierhundert und im 49. j. arı 
5 in ber wochen nach Petri et Pauli fein die hernach gefchriben din ge 
jchehen und angefangen worben zum kriege. 

Item des erjten gab man auß dem rate fünfe und einen von Der 
gemein, die ob den hernach gefchriben fachen nach und vor tifche ſaßen zu 
einer bejündern ftuben auf dem rathaus!. 

10 Item die obgenanten Frigsherrn beftelten kuntſchafter auf dem arzl - 
und in ber ftat, frawen und man, und fie hetten auch auf den genantere ’ 
etlich bejtelt, vie viefelben funtichafter verhörten und! außfanten weht 
fie gut daucht. 

Item mer ward einer des rates gejeßt zu einem oberften haubtma 1 

15 über ben gereifigen zeug; berjelb was auch vor und nach tiſch bei de? 
kriegsherrn und bejtelt auch die funtfchaft und verhörte die. 

Item dieſelben kriegsherren hetten auch beftelt, daz man Fein rot, 
weder reittent noch gient, nicht hinauß ließen die haubtleut und hietet 
unter den toren?, e8 wer denn, daz diefelben rott hetten ein wortzeiche 13 

20 von in oder von einem burgermeifter. und in warb auch allıvegen vo 11 
ven frigsherren befolhen, daz fie gehorfam und menlich fein fülten n> 
bei einander beleiben, und daz fie ſchonten der Firchen und geiftlicher st 
und ber freunt*. | | 

Auch ward in ftatlich bevolhen, daz fie den genfen und hünern net 

25 folten nachlaufen, oder man wolt fie ftraffen an leib und gut. 


4. vierhunder A. xıLjareR. Aa. 10. die obgefähriben obgenanten 42. 43. obgefhre>” 
ben R. aa —; in folgt viefer Satz gehöriger Weife erft nach Aufzählung der Kriegs 
herren. 13. wohin fein 4°. 18. giend A*, vie übrigen außer A “gent'. 19. warzeihe®# 
R.a. Ar. 24. beftetliche bevolhen 42. AB, (in A? die Silbe ‘be’ durchſtrichen). 


1. Der betreffende Rathsbeſchluß, wo- Waldenfelfifchen Fehde im I. 1444 ge 
durch die in unferm Terte fpäter nament- troffen, vgl. ©. 63 und 82 Diefes Bandes — 
lich Aufgefliheten mit “beftellung des kriegs 2. d. b. aus dem größeren Rat>- 
und aller orbnung des kriegs' betraut Bel. Bd. I, S. XXIV. 
wurden und hiezu ganntz macht’ erhiel- 3. Vgl. unten Nr. 20. 
ten, datirt vom 3. Juli. R.-M. von 4. Im R.-M. von 1449 heißt e® 
1449. Am 5. September werben dann beim 17. Juli: ‘Item zu beruffen, das 
die “die vor zum frieg geweſen fein’ nad die unfern fein kirchen anfürn fullen’ —- 
berfelben Duelle ‘aber ernftlicd gepeten Ueber Nichteinhaltung bes Gebotes wirD 
fleiß in den Friegsleuften zu tun’. — Eine in dem Berichte von merdlichen gebrechent 
ähnliche Einrichtung wurde fchon bei der (Mr. 49) geklagt. 


Ordnungen 1. 2. 


245 


sa!) Item die bernachgeichriben waren die krigsherrn: Karel Holg- 
yacher, Bertholt Voldmer, Erhart Schürftab, Conrat Baumgartner 
r <lter', Ulman Hegnen und der Talner?. | 
stem Jörg Haller was etwelang von rat wegen öberfter haubtman 
3 gereifigen zeugs; darnach ward gejeßt zu haubtman ver gereifigen 


Bft Tegel?. 


Item es befanten auch die kriegsherrn etlich redlich Teut von bur- 
er und ebelen, jo man anfleg wolt machen, und hetten iren rate. 

Item e8 warb auch bevolhen 6 genanten, daz die allenthalben im 
at kuntſchaft beftellen fölten; und die kuntſchaft gieng vaft durch frawen. 

Item man het vil frawen beftelt, vie teglich kuntſchaft triben, bie 
an teglich außſant auf daz lant und in die ftet. 

Item man beftelt auch Funtfchaft durch jüben. 


[Br. 78°] 2. Don dem zufaß, den man den ampilenten thet. 


Item es ift auch zu wiffen, daz man dem zeugmeifter ziwien von ben 
nanten ze hilf zu gab, daz der zeug noch ordnung und notvurft auß⸗ 


teilt und verfehen würde‘. 


2. Boldamer AMô. a.ad. Volckmeir a. Boldumer a. 


3. ‘ver elter’ flieht in R. a nad 


‘Segnen’. Hegner w. 15. "zwen’ alle außer A; ebenfo weiter unten. 
8 . 


1. Der „Aeltere“ beißt er zum Un- 
ſchiede von feinem (1406 geborenen) 
ichnamigen Sohne; vgl. die S. 5, 9. 1 
ſes Bandes angeführte Aufzeichnung. 

2. Anton Talner, der offenbar das 
ı fünfen ‘auß bem rate’ igegebene 
»ſte Mitglied des Kriegsraths von ber 
rein’ ift, befand fich feit 1437 unter 
T Handwerlern des Raths (Rathsliften 
8 der Mitte des 15. Jahrh. in Nr. 5052 
© Bibl. des German. Muf. u. Schwarz 
iPſ. R der Stabtbibl. zu Nürnberg). 
- war (nach den angeführten Ouellen 
m Jahre 1438) ein Kürfchner und an 
8 oben ©. 16, A. 7 dieſes Bandes ge- 
mnten, 1436 verftorbenen Kefchinger 
telle getreten. — Die beiden zuerft auf- 
führten unter den Kriegsherrn waren 
Bft dem wohl hauptſächüch als Loſun⸗ 
© thätigen Ulrich Haller Die verfaffungs- 
Aigen Oberfthauptleute der Stadt; 
U. unten Rr.20 u. Bd. J, S. XXVI. 
3. Bgl. unten Nr. 3. Im R.⸗M. 
ißt es beim 29. Juni: “Item ber von 
lawen hawbtmann zu fein mitjampt 
Orgen Haller uber den reifigen zeug und 


wazu man in geprauchen wurde. Die 
Angelegenheit war ſchon am 27. Juni im 
Rathe zur Verhandlung gelommen. Nach 
der letzteren Notiz follten die Beiden her⸗ 
borragende Bürger (ber ftändige Kriegs- 
rath war noch nicht geichaffen) in wichti- 
gern Fällen zu Hathe ziehen: “Item in 
anlegen und reten zu in ziehen, fo bes 
not tün wurd, ber Srannten (Rummel), 
bern Paulus [Haller], ©. Krel, Eichen- 
lober junior mitfampt den andern, Die vor 
ob ven fachen fein’ (am 25. Juni waren 
neben den bier wieder genannten Frantz 
Rummel und Paul Haller und außer 
Jorg Haller: Tetzel, Hegnein und Erhard 
Haller den Edelleuten zu gelegenheit des 
kriegs zu raten’ beigeorbnet worden). 

Am 29. November trat dann Tekel 
an Hallers Stelle: “Item Jobſten Tetzl 
pitten zu dem von Plawen zu der haubt⸗ 
manichaft’ (ang. R.-M.). 

4. Bal. unten Nr. 11 ‘von der la⸗ 
dung des zeugs’. — Am 16. Mai 14149 
hatte der Zeugmeifter auch ben Auftrag 
u ‘ein zeugbuch’ machen zu lafien 
(R.-M.). 


10 


246 


V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item e8 wurden auch iedem firteil zwien von den genanten zu ge 
geben, die den firteilmeiftern beholfen weren, baz fie alle fach vefter vol⸗ 


fumenlicher aufrichten. 


Item der elter purgermeifter muft alweg wartent fein auf bie 
s kriegshern, ob man eines va bevürft, daz er den machet!. 
stem es warn auch etlich beſchiden zu dem jungen purgermeifter, 


bie den hader alle tag aufrichtent. 


Item man meret auch die ftatfnecht mit 4 redlichen gefellen; ver 


gab man einem ain tag 2 grofe. 


Item man thet auch ver kantzley einen zuſatz. 


tem wo man in ber ftat weft frand und prechenhaftig Haubtleut?, 


dohin ſetzt und beftelt man anderr. 


Br. 1026] 3. Öberfl haubtleut der gereifigen. 


Item herr Reuß von Blawen was öberfter haubtman von den eve - 
ıs Ien?, und Yörg Haller was etwelang auch öberſter haubtman mit verm 
herrn von Blawen; darnach ward an feiner ftat Jobs Tegel, die vonn 


Tate waren. 


4, warten fein e. gewarten fein R. a. 
wegen R. a. 


1. d. 5. zufammenberiefe. 

2. Es find die Gafjenhauptleute ge- 
meint. pl Bd. J, ©. 164 u. 173. 

3. Heinrich der Jüngere aus ber Linie 
Plauen - Greiz. Zugleich mit ihm trat 
auch fein (eiönamiger älterer Bruber in 
den Dienft der Stadt. Im Beftallungs- 
buch der Loſungſtube (Nbg. A. Nr. 296) 
heißt e8 (Bl. 156): ‘Zu wiflen, das man 
bern Heinrichen den eltern und bern 


SHeinrichen den jungern die Rewſſen von 


Blawen bern zu Greut beftelt hat, das 
fie den burgern und der flat Nuremberg 
jelbvierundzweintigft wol erkeugt und 
wol gerüft dienen jullen von liechtmeß 
—* uber breid gantze jare die nechſten 
nad einander ſchierſtlunftig; und man 
gibt in yglichs jars befunder 300 gulden 
landewerung, halb auff Walburgis und 


halb auff Michaelis, nach innhalt irs be⸗ 


ftallungbriefs. actum feria 5° ante An- 
tony (16. Jänner) anno 49°’. Heinrich 
ber Aeltere ift wohl nur als Barteigänger 
mit herbeigeno en, und weil beide Seren 
Greiz als (f Efches) Geſammtlehen be- 
jagen; vgl. Zimmer, Gef. d. Voigt. II, 


16. ‘fat’ fehlt A. 


17. die — waren: von rea t⸗ 


766. Auf dem Kriegeichauplage ift er, 
foniel wir wiffen, nicht erfchienen, wäh- 
rend Dagegen Heinrich dem Jüngeren ge- 

en Ende bes J. 1452 der Contract Für 
fh allein ganz zu dem gleichen Bedin⸗ 
gungen, wie fie bier für beide Brüder ſti⸗ 
pulirt find, auf weitere 3 Jahre verlän- 
gert wurde (a. a. O.). 

4. Bol. oben Nr. 1,245, 4—6 und md 
2b. I, ©. 383, A. 1 über den Haupt 
mann „von Des Raths wegen“ bei aut 
wärtigen Feldzügen gejagt ift. Es han 
beit ſich bier um eine analoge Einrid- 
tung, die aber der ganzen Sachlage nad 
auch jehr wejentliche Verſchiedenheiten von 
der dort erwähnten aufmweift. Blieb bed 
dem Rathe die Möglichkeit unmittelbaren 
Eingreifens bier ungleich leichter gewahrt 
und war burd die Aufftellung eine 
Kriegsrathes („der Kriegsherren”) vielem 
bie oberfte Leitung des Ganzen, ſoweit ft 


‚nicht (was, wie das Rathsmanual dar 


thut, ſehr häufig und oft in geringfügigen 
Punkten der Fall war) Durch den vo 
Rath gelibt wurde, ausdrücklich übertre- 
gen. Ueberdieß ift in unſerem alle ber 


Ordnungen 3. 1. 247 


Item Conrat von Rauffungen! was haubtman ver armbroftichügen 


und der Cottwit was haubtman der fptjer, und ber was des herrn von 
Blawen diner. 


5 


Stem man bet hie beftelt bei 500 foloner zu ros. 
Item es was auch geraten von des peften wegen, daz man ven ſold⸗ 


nern gab zwifachen folo und kein ſpeis, alſo daz fich ieder felber muſt ver- 
legen, denn allein im veld gab man im koſt, narunge ıc. und man gab 
einem anf ein pfert ain monet 6 gülben. 


Item fo etlich außriten und peliben außen '/, monet ober ein gank 


10 monet, fo warb im neuren halber ſold gegeben, wann man muft fie alweg 
verzeren; und es was einem befolhen, der barauf merdt und daz an- 


ſchreib. 


[Bi. 50) 4. Don auſpieten den gereiſigen. 


Hem wenn man dem gereifigen zeug wolt aufpieten, fo hette ber 


15 öberſte haubtman bes gereiftgen zeug®, ver einer des rak was, einen 
fchreiber, ver im zugeben was; derſelb hette bie ſoldner alle angezaichent 
an 8 over 9 zettelein, minder oder mer, darnach und man fie in kürcz 
wolt aufbringen. und viejelben zettelein gab der egenamt öberft haubt⸗ 

man ievem ftatfnecht oder pütel eins, ver muft denn ven, bie an feiner 

20 zetel gejchriben ſtunden, aufbieten und beißen bereiten, zu welcher ſtund 
man fie wolt haben; und bie befcheb man an ven Mardt, auf die Schüt 
over Newenbamwe ober in einen tivinger. 


Item wenn man dann feint blies, aljo daz e8 zu gach was, daz man 


1. Rauffingen a. Rauffen R.a. 2. Kottbig 4. «. 7. in 'narunge' ift wol zu verbefiern das 
nage' ver R. A, woraus R. a ‘genug’, R. a 'nagel’ und Herr Baader nach’ gemacht haben 
(vgl. mb. kast und spise). 10, newer 42. newr Ad. a. nur R.a. 11. verzereren A. 
33. Dom ausbyten AP. ver gereif, a. 19, muſt denn bie a. dann vie 4%. feinem zetel 
A. a. 21. beſchaid a?. a?. a. beſchied a a. fehlt A?. 22. *zwinger alle außer 4. 
23. gauch A®. gech a. goch a?. aP. j 


Birfungstreis bes fraglichen Hauptmanne Dienſte ‘mit fein ſelbs perfon und 24 red- 
auf das berittene Kriegen s8volk befchräntt licher gefellen und 25 pferben’, und man 
t 


und erſcheint auch feine 


ellung zu dem ſagte ihm ben gewöhnlichen Sold ‘auff 


Hauptmanne „von den Edeln“ nt als yglichs pferd', dazu koſt, futer, nagel und 
dieſelbe. An ber militärifchen Leitung ba- eyſen', ober für Alles zufammen zwei⸗ 
genen bat er, wie fih aus zahlreichen fachen Sold zu, —*5** jedes Jahr 200 

tellen in Tert und Noten des Kriegs- Gulden. Nah Ablauf ſeiner Dienſtzeit 
berichts ergiebt, einen weit größeren im 3. 1452 wurbe der Contract unter 


theil genommen, als jener Sanptmann gleichen Bedingungen auf weitere 3 ST 
„von des Raths ober der Stadt wegen“, erneuert, nur daß man ihm (flatt ber jä 


Cs 


dem wir in ben Huffitenzügen begennen. lichen 200, alfo 600) jetzt 800 Guild. zum 


1. Der belannte Kunz von Kaufun- voraus haar bezahlte (Beſtallungsbuch d. 


* vgl. über ihn unten Nr. 48. Ertrat Loſungſtube im Nbg. A. Nr. 296, BI. 
m Juni 1449 auf 3 Jahre in ber Stadt 1608). 





Ö 
he jolkte- 
TUE Eee 
\ 


. a’. 
andern „a um ‘ N 
(pen ba urnet 4 ve. moT. (A ad der XX .46 


5 


v 


’ Ordnungen 5. 6. 249 


breu pfert, einem 2, einem 1, einem ein halbs pfert, aljo daz ie zwien ein 
pfert haben muften und einen knecht; und als manig pfert einer het ale 
manigen fnecht muſt er auch haben, e8 wer denn fach, daz einer jelber 
wolt reiten. 

Item unferr herrn vom rate fetten baubtleut über dieſelben gerei- 
figen auß den purgern. und wenn man auß wolt reifen, jo thet man daz 
kunt einem haubtınan; verfelbig pot in denn fürpaß auf, zu welcher ſtund 
man fie haben wolt. und die gereifigen fampten fich gewönlich auf dem 
Marckt over auf fand Diligen hoff oder auf dem Newenpawe oder auf 


io ver Schüt. 


15 


- Item die purger hie hetten bei 500 gereifiger pfert; dieſelben muſtret 
man zu zeiten, und welcher dann nit tügelich knecht und pfert het, muſte 
anderr ſtellen!. 


„fer. 18?) 6. Dom beſchreiben der trabanten an den foll. 


Item es ward gehalten in dem frieg, daz man fchraib purger und 
geft, welch tüglich warn zu ber weer von trabanten mit püchlen und mit 
armbroften?. daz ward einem bevolhen aus dem ratt, der bett der an- 
bern ratt daran, hantwerckleut und ander, vie biefelben kanten. dopei 


1. ‘zwen’ alle außer 4. 5. von A. 'g Bilgen Hoff 44. R. a. 13. beftellen A?. AU. R. a. 


anftellen a. 
diefer Hf. fehr oft wiederkehrt). 


pferb wegen in ber ftat fleyßig nachezu- 
geen’. Als man am 8. Mai dieſes Gebot 
nebft andern erneuerte (vgl. bie eben angef. 


Anm.) ließ man biebei “die vordern zaich⸗ 


nüß der pferd fürnemen'. Strenge wachte 
man über der Ausführung der einjchlä- 
gigen Befehle; vgl. die folgende Anm. 
1. Im H.-M. von 1449 beißt es 
beim 24. Mai: Es fol keiner jein pferbe 
auß leihen oder ſelbs aufreiten denn mit 
willen jeins haubtmans, und das auch 
der haubtmann nit verrer erlaub dann 2 
oder 3 tag und 6 meil’.. — Durch den 
Rath felbit wurden die Einzelnen ohne 
Rüdficht des Standes gemahnt, wern fie 
ihren Ser pflihtungen nicht nachgelom- 
men waren. So werben 3. B., nachdem 
am 9. Juni die “ungehorjamen leiwt von 
ber pferd wegen’ auf den folgenden Tag 
vor den Fat geforbert worden, am 10. 
Juni mehrere Bürger aus den Rathsge⸗ 
ſchlechtern durch Androhung von Strafen 
oder Setzen einer Frift angehalten, die ih⸗ 
nen auferlegten Pferde und Knechte zu 


14. Von befchreibung’ alle außer A. 


16. mit pugfchen a. (welche Form in 


ftellen. Später (23. Juli) forderte man 
von den Säumigen Schabenerjat in Geld 
für bie abgelaufen Zeit; am 18. Sep⸗ 
tember verlangte man ftatt jeben nicht 
gelieferten Pferdes die Woche einen Gul- 
den, und am 11. Oftober fetste man ben 
Tag 1 44. Haller ‘zu pen’. In der That 
wurde auch, wie einjchlägige Notizen im 
R.-M. zum 28. November ergeben, von 
Einzelnen Geld ftatt der bemannten Pferde 
erhoben. Solche, die “furnemen, das fte 
ire pferd zu halten nicht vermugen’, muß- 
ten darauf einen Eid ſchwören. Andere - 
hatten bis gegen Enbe fich fäumig erwie- 
fen, wie denn auch unten (Nr. 49) geklagt 
wird, daß die Bürger fich nicht mehr ‘an- 
griffen mit pferden zu halten’. 

2. Hierauf bezieht fich ohne Zweifel 
die folgende beim 18. Juni eingetragene 
Stelle des R.-M. von 1449: It. ber 
hanntwerk gezelt aufilaben, ein pannyr 
ausfteten und ſchutzen jchreiben: Pfin- 
ing, Gewder. — it. des rats gezelt auch 
ufllaben’. 


250 


V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


was, daz man fie albeg über 6 oder 8 wochen muſtret ainmol mit irem 
ſchießen mit püchfen und armbroften: und welcher dann ımtügenlich was, 
ben verwarf man und fchraib im ven folt ab. dieſelben fchüten hielt 
man, wozu man ir beborft, und gab ie 10 einen haubtman. 

Derfelben bauptmanfchaft legt man drei auf ven Lichtenhoff und 
brei zu ber Falcznerin hamer und zwu zu dem Weirhaus!, bie muften 
tag und nacht bo wachen mit abbechſeln, vie befchebigten vie feint gar 
faft; dorumb gab man einem zu folt 1 wochen drei pfunt. 

Auch waren alle tor? mit ven obgefchriben ſchützen beftalt, die in 
10 ſumma waren bei 1200°; do warn gefchriben zu ieglichem tor fünf 
- baubtmanfchaften, die wachten albeg halb tag und nacht zwiſchen ven 
toren und vor den toren, bie giengen auf den gräben und vor den toren 
bie jchiltiwach all nacht; porumb gab man einem 2", 7%. die wochen. 

Auch leget man fte gen Werd bei 6 oder 7 haubtmanfchaft und oft 
15 bei zehen, darnach die leuft waren, die wachten auch tag und nacht mit 

abbechjeln; ven gab man einem die wochen 3 €. on Ä 

Auch Teget man derſelben fehügen 5 haubtmanfchaft gen der Wei- 
denmüel“, 3 enshalben des waßers und 2 herdishalben des waßers, bie 
ftunden auch tag und nacht und hetten die fchiltwach innen heroben bei 
20 ſant Johanns und hinüber bei dem Wilbolg Brunnen; des warn fie ver- 
punden all nacht zu thun, darumb gab man einem zu Ion ain wochen 3%. 

Item waz denn der andern fehügen warn, bie nicht an ber wach 


7. beſcheidigten 42. 
doꝰ ac. 


I. Diele drei im Südoſten ber Stabt 
ziemlich gleichweit von einander gelegenen 
befeftigten Häufer (vgl. oben ©. 149, 
U. 3) beberrichten den der Stabt uge 
wandten Theil vom Nordrande des Lo⸗ 
renzer Reichswaldes. Im Kriegsbericht 
werden ſie an mehreren Stellen (ſiehe 
B. 185, 28 ff.) genannt. Ueber die bei- 

en letzten vgl. noch ©. 151, A. 1 und 
183, 4. 1. 

2. Bgl. unten Nr. 20. j 

3. Es fcheint bier bie Beh aller be- 
foldeten Bjichfen- und Armbrufl-Schligen 

emeint, jo daß ber größere Theil des im 

olde der Stabt ſtehenden Fußvolks mit 
Hellebarden und Spießen bewaffnet ge- 
weſen wäre. Wollte man die Zahl nur 
auf die Schüen unter ben Thoren bezie- 
ben, fo müßte 200 gelefen werden, was 
der Angabe, daß e8 5 Hauptmannichaften 


10. ‘Auch waren — bei 1200’: in 42. A’ nur “auch warn bey 1200, 
18. 3 aushalben 4°. auſſerhalb a?. a®. aufferhalben a. 


20. der warn 4°. 


(50 Mann) an jebem Thore waren, aber 

nur dann entſpricht, wenn man das |pä- 

ter verfperrte Neue Thor abredinet; vgl. 

unten Nr. 20, wonach zuerft an den 

— Thoren nur je 30 Mann die Wache 
tten. 


4. Die zwei im Weſten vor der Stadt 
(am Ende der Hallerwieſe) zu beiden Sei⸗ 
ten der Pegnitz gelegenen Weidenmühlen 
waren 1431 (in dem über den Fortbe⸗ 
ſtand der „Neuen Mühlen“ geichlofienen 
Bertrage; vgl. S. 29, A. 3 dieſes Ban- 
des) aus dem Beſitze Des deutſchen Orbens 
in den bes Rathes übergegangen. Müll⸗ 
ner an dem S. 29 angeführten Orte und 
nach ihm Waldau, Neue Beytr. II, ©. 82. 

5. Bol. oben ©. 174, A. 1, wo mit 
Nr. 25 auf diefe umfere Ordnung ver- 
wieſen werben jollte. 


Ordnungen 6.7. 251 


waren, ven gab man einem 60 vn. Die wochen; bie nüget mon, wo man 

ir bin beborft. | 

Es warn auch die zwen fwipogen in ver ſtat! beſetzt, auch mit fünf 
haubtmanſchaft; die ftunden auch tag und nacht, ven gab man auch einem 

>53 ZZ. ain wochen. 

[1s®] Item man nam auch auf und fchraib nach egerifchen geſellen?, ver 
fomen bei 100, ber. man einem die wochen 4 @. und zu efen gab. bie 
nüßet man, wo man ir hin beborft; Die waren vom erjten endlich und Fed. 

“ Item die obgefchriben ſchützen all ze mal hielt man ven krieg aus 
p und aus. 

Item man het auch zu ven trabanten 4 aufpieter, unb wenn man 
auf ſolt bieten, fo buten fie neur den haubtleuten; und waren allweg bei 
der zalung, fo man ven trabanten ven folt gab. auch muft ver aufpieter 
einer oder 2 alweg mit, fo man mit macht aufzog, und fteß all nacht 1 

sauf Dem haus Ligen. auch muft einer alle wochen 2 oder 3 nacht vor dem 
tor fein und bo eben merden, ob die vorn torn recht ſchiltwachten. und 
it [on was einem 1 wochen 3 &. 


[81. 79°] 7. Don dem muflern. 


Item man muftret auch zu zeiten die wegen, bie am jold waren, und 
vanderr wegen der pawern und purger. - 
Item man muſtret auch alle monet die püchjen und armbroftichügen, 
und welche untügelich worn, die verwarf man; darumb mujften fie fich 
Neten und gehorfam fein. Ä 
Item als die Sweiger ber chomen, als das puch da hinten auf- 
3 weiſt?, po muftret Heinrich Stoßer von Bern, ver Sweitzer haubtman, 
leg fußvolck hie, purger, pawern und trabanten, und orbent, baz fie 


3. fwigepogen «. 8. won erſten 42. 43. 4%. a?. a?. am erſten . 9. allzuhant male. 
18. muſter 4. «. 25. !als das — außweiſt' fehlt R. a. 


1. Die Bogen, durch welche die Stadt⸗ —* wirklich “durch eynicherley bewegung’ 
mauer heim Ein- und Ausfluß der Peg-⸗ Nurnbergiſche Diener 'aufgehalten' habe, 
nitz fiber dieſe geführt war. Bel. unten fo werbe fte doch auf dieſes Schreiben bin 
r. 20, won) in unferer Nummer auh dem Rath “diefelben on eintrage gutlich 
bier ein verftärkter Anſatz angenommenift. volgen und zulomen lafien’. Briefb. Nr 
2, In einem Ratbeichreiben vom 27. 20, Bl. 67. 
ni 1449, das an bie Stabt Eger ge- 3. Damit ift auf den Kriegsbericht 
Ulhter ift, wird Plage geführt, daß, wie Bezug genommen, dem in A ber größere 
mar vernommen babe, die von Eger ‘et- Theil der Ordnungen voranfteht. Bal. 
liche (zu Niürnberg’s Dienft beftellte) unferen Text S. 217. Heinrich Schlofler 
trabannten und ſchutzen wider hinder ſich wurde nach Beendigung des Krieges auf 
Ftriben' hätten, hierauf die Bitte und längere Zeit im Dienfte der Stadt feftge- 
ttung ausgefprochen, wen Die Stabt halten; |. unten Nr. 60. 





252 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


betten kurt gewant und daz ein teber bet ein gut armbroft, püchfen oder 

heimparten, und darzu ein gut lang meßer ober fivert oder peihel an ver 

jeiten bangen; auch verbot er in ze tragen klein pös fpies, lanten, Tap- 

pen, fernier und anderr ſeck und mentel, ver wolt er gant keins haben 
‚5 zu veld. 


[Bi. 39°] 8. Don wagenburgmeiflern. 


Item es waren % öberſt wagenpurgmaifter, vie die wagenpurgk re- 
girten, und die hetten ander 6 unter in, die alle waren dorob, daz bie 
wagenpurgt recht zugieng, und die waren alle zu ros 20. bie oberiten 

10 magenpurgmeifter warn Hanns von Nechenberg und der Weyß'. 


- (Bi. 40°) 9. Don dem zeug der wagenburg. 


Item darnach ftet gefchriben, waz man wegen und karn mit geno- 
men hat, die zu der wagenburg gehören, wenn man ausgezogen ift?. 
Item man hat zu dem erjten mitgenomen 2 wagenpüchfen, die Wi- 
15 verfteinin genant®, darzu 50 ftein, die. hat man geladen auf 3 wegen und 
tamfail darzu; und an die zwen püchfenwegen 16 pfert und an ain ieben 
ftainwagen 4 pferd. 
- Item mer bat man mit genomen 3 wegen, barauf da lagen 3 püch⸗ 
fen mit einem kreucz und auf ietlichem wagen 15 ftain; an ietlichem wagen 
20 4 pfert. | 
Item mer hat man mit genomen 2 farrenpüchien mit zweien creu- 
zen, an einem karen 3 pfert, und zu tetlicher püchlen 25 jtain, die fol 
man befunver legen auf einen wagen und 3 pfert daran. 
Item mer hat man mit genomen 7 farnpüchlen mit eim creucz, und 


3. er' fehlt A. klein protfpieß A2. 4°. 4. Karnier A. karnir «. 
6, Nr. 8 fehlta. 10. warn? fehlt R. Au. 12. wegen ober foren A®. 
4%. danſail a?. tanfail a?. fpanfail a. 


gar keins a. 
16. tonfeil 


1. Hans von Nechenberg war fchon 
im J. 1415 mit 3 Knechten und 4 Pfer- 
den unter der Bedingung, baf er in ber- 
jelben wohnen folle, in ben Sold ber 
Stadt genommen worben und blieb auch 
nach dem Kriege noch in ihrem Dienfte. 
Nbg. A. Nr. 296, Bl. 78 u. 161. Der 
in den Anmerkungen zum. Kriegsbericht 
ebenfalls öfter genannte Wlri 
wurde zuerft am 8. Juli 1419 nebft ei- 
nem Knechte (beide zu Pferde wohl ge- 


Weiß 


rüftet) um 170 Gulden Landewährung 
jährlich zum ftäntifchen Kriegsdienit be⸗ 
ftellt. Angef. Cod. Bl. 162. 

2. Bgl. zu dem Folgenden bie ent- 
fprechenden Angaben in ver Beichreibung 
ber Heeresausrüftung im großen Stäbte- 
frieg bes 14. Jahrh., welche Bb. I, ©. 177 
—189 mitgetheilt ift. 

3. Ueber die Namen und Zeichen ber 
Büchfen vgl. unten Nr. 25 lund Nr. 23 
gegen Ende. 





Ordnungen 9. 958 


an ain ietlichen karn 2 pfert, und zu tetlicher püchfen 25 ftain, bie ſol 
man beſunder legen auf ain wagen und 4 pfert daran. 
Item mer hat man mit gefürt 2 fchermpüchfen auf karen, zu ietli- 
chem karn 20 pleilugeln, gezaichent mit 2 ftrolen, bie fugeln in irm 
5 trüchlein; an ievem karn 3 pfert. 
Item mer 4 farn mit pleipüchjen, vie jchießen pleikugeln als die tau= 
benaier; an ietlichem karen 2 pferd. 
Item wer aber, daz man her raifen wolt, mit brennen oder beit zu 
ſlahen, fo hat man nit als vil zeugs genomen als vor; funder der püch- 
‚ten Fol man deſter minner nit nemen, ob es an ein treffen ging als vor 

Spalt, aber ver ftein hat man am halbteil genung. 

[Br. a") Item zum erften bat man mit genomen 2 wegen mit pulver und 
hauspfeil und feurpfeil und feurfugelen, und an einem wagen 4 pfert. 
Ittem ain wagen mit pafejen und daran 4 pfert. 

1 Item zwen wegen mit laitern, lang und kurcz, bei 7, und an eim 

Wagen 4 pfert. 

Item 2 wegen mit maurpenden, an einem wagen 4 pfert. 

Item man hat auch einem ietlichen gefchriben wagen geben ain feten 
bi 1%, cloftern fang, ob man wolt ein wagenpurg fließen; und bie Feten 

vbeſchreib man, wen man fie leicht, daz man fie wiß an im zu vorbern. 

Item man bat auch einem ietlichen firtelmaifter hin heim gefent von 
der Stat zeug 25 fpieß und 25 helmparten, daz fie die iren haubtleuten 
antworteten und lihen, ob man auszug, daz einer eim ein weer lihe, der 
leine het over gehaben möcht, als vor gefchriben ift?. 

u Item mer was beftelt zu einem ieden wagen ein große plahen, und 
wenn man aufßzohe, daz man vie mit füret, ob fein not gefchehe, daz man 
darein lüde. 

Item mer het man beftelt zu ievem wagen, ber an dem ſold was, 

„an große lagelen; und wenn man außzohe, fo muft fie der wagenman 

en mit waßer und auf den wagen legen, wann der wein was gar teur. 
"ce was bei einem ieven wagen ein hawe und ein fchaufel. 


3. ſchirmpuchſen' alle außer A. 4. iniren R.aa. iniren trülein 4%. 6. fchuflen A®. 
10. minner mit nemen 4?. 4°. 4%. minner nit mit nemen a?. a?. 17. maurpeden A?. 43. 
19. fleyßen a. 20. wen man 42. AP. at. a. wann man 4°. anin 42. AB. a?.a?. an fie 
4%. 22. hermparten 49. At. helnparten a?. hellenparten a’. 26. 'man außzohe daz' fehlt 
a. 29. wagman A. furman A?. 4°. 


- 


Es ift der Zug nad Spalt ge⸗ 2. Hier iſt auf die im Coder (A) ver- 

meixn;, welcher mit dem Treffen bei Reb- hergehende, in unferem Texte unter Nr. 
ie bembad „Semi 1450) endete. Vgi. 13 folgende “Orbenung bes aufpietten 
ten ©. 2 und der peute’ Bezug genommen. 





254 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item diefelben wegen ſampten fi) am Marckt und ven bott auf ver 
Buchner und die aufpinger: 
Item mer bett man beftelt breter, und wenn man außzoch, fo muften 
fie Die breter an die wegen hencken!; und welcher fie nit anbing, dem gab 
s man biejelben wochen fein jolt. 


Item e8 ift auch zu merden, baz im Frieg beftelt waren zwifchen 40 
und 60 wegen, bie ver ftat teglich wartenp waren; der gab man einem 
ain wochen auf 4 pfert 8 v4. alt, und wenn man außzohe, jo gab man 
einem auf 1 pfert tag und nacht 2 grloſs]. auch wenn ein großer zug 

10 was, fo pot man allen gejchirren auf, daz man zu zeiten bei 200 oder 
300 wegen oft bet; und jo gab man auch auf ieds pferd 2 gr[ofs]. 


[B1. 39°] 10. Ordenung der fhichung des jengs. 


Item zum erften hat man daz gehalten: wenn man einen anjlag 
machet, jo teten bie aufpieter, die dann darzu geferzt warn, dem püchjen- 

15 maifter?, ver zu einem karn oder wagen gejeczt ward over gehöret, zu 
willen, daz er feinen karrn ader wagen zurichtet in ſtille mit pulfer und 
ftein und ladzeug, ver darzu gehöret; auch fol er ſich beivaren mit guten 
ladzeug und pulfer. 

Item es fol ein ietlicher püchfenmaifter fein püchfen beiwaren, daß 

20 er wiß, waran er fei, daz im fein züntloch verflagen werd, wann es ligt 
nit ein cleines daran. 

Item mer es fol auch ein itlicher plichjenmaifter ein zivirel oder 3 
haben, wenn er auszihen wil, ob im ein züntlöch verrent oder verſlagen | 
würbe, daz er möcht ein anders machen. 

25 Item mer bat man diſe bernach gejchriben ordnung gehabt: wenne 
man auszihen wolt, daz fich daz volck ſamnet, e8 wer auf ver Schüt oder 
auf vem Newenbawe oder bei ven 12 prübern?, fo füret man dohin bei 
100 (X) guß hantpüchſenpulvers und bei 2000 hauspfeilen, und ſchicket 
ain darzu, der daz außgab, einem püchſenſchützen mit einer hantplichſen 

30 bei 6 ſchüßen und aim armbroſtſchützen bei 4 pfeilen. 

2. Item diefelben — aufbinger’ fehlt a. 3. heiten man A. 4. brieter A. 11. Der Icpte 


Abfat von ‘Item es iſt' angefangen, ift in A nachgetragen und fehlt a. 15. ober wagen- 
püchfen a. 22, zwirln a?. a?. 


Sie follten dazu dienen, fih im gang ber Berhefegef) denke ift dort 
Kette durch dieſelben decken zu tönen. der 9. Roſen⸗ 
2. 3. Bel. unten Ar. 23. pliltꝰs * vom "räcer, pemausg. 
i. auf dem Plate vor dem von Lochner, © 23.) 
Denbel’ihen Smäkibrüberons {am Ein- 


Ordnungen 10. 11. 255 


‚tem man orbenet auch, zu welchem tor man außzihen wolt, darun⸗ 
ter füret man 2000 bauspfeil und gab einem reuter bei 5 pfeil. 
Item mer hat man georbent: wenn man efwas für hant wolt ne- 
men, daz man außzihen wolt, jo haben die aufpieter, die darzu gefeczt find, 

5 ven haubtleuten der püchjenfchüßen zu wiſſen thun, daz fie fich zurichten 
folten mit pulver und plei; dem [haubtman] bat man geben ain zaichen 
an den, der daz pulver und plei ausgab, und hat im geben 10 &. pleis 
und 4 dZ. pulvers, daz er daz unter fein gefellen tail'. 

[39°] Item mer: wer aber, daz einer feinen haubtman het und für fich 
10 ſelbs auszüg, dem haben bie aufpieter befunder zaichen geben an ven, ber 

- plei und pulver ausgeit. 

‚tem man gab auch ven obgefchriben püchſenſchützen gut pulver, 
domit fie bewart waren. 


[Si. 40°) 11. Don der ladung des zeugs. 


15 Item darnach tet gefchriben, wie man einen zeug aufladen fol, er 
fei groß oder clain, ein ietlichen wagen nach feinen ftaten; darob fol ein 
zeugmaiiter fein. 

Item zum erften, wenn man ein Freftigen anflag machet auf 6000 
man, als vor Windspach?, over ander mechtig züg, als die Sweiczer her 

20 chomen?, darnach fol man fich richten mit dem laden, als hie gefchriben ift: 

Item zum erften fol man laden auf 4 wegen geteilt 12 zentner pul- 
vers, auf einen wagen 3 zentner, und darzu 2000 hauspheil und 150 
feurpfeil und 200 feurfugel und ftabflingen darzu, domit man wirft, und 
bie wagen gezaichent mit fenlein und boran gemalt, waz auf einem itli- 

25 chen wagen leit umb des willen, daz man wiß ven zeug zu fuchen; und 
bei einem &. züntpulvers zu ttlichen wagen. mer fol man zu ven 4 we- 
gen 4 man bejtellen, ven zu trawen fei, daz fie des zeugs warten, umd 
dann an ein wagen feßen 4 pfert. 

1. man orbeniert a. 5. den hauptman 42. ven püchienfch.” alle außer ad. a?. 11. aus⸗ 
yibt A®. a. ausgab a?. a. 15. aufeinen zug laven A. zugla; die übrigen außer « “auf 


einen czeng laden'. 19. ‘mechtig czeug' alle außer 4. a. 22. wagen 1110 und A. 24, ger 
czachent A, 42. 
1. Es traf auf einen Schützen ein zufolge dem Kriegsberichte die ins Feld 
d Blei, da über je zehn derſelben ein gezogene Truppenzahl nicht fo groß, wie 
auptmann gefetst war. Vgl. oben Nr. 6 Bier angegeben ift. Bgl. oben S.168, 169. 
. 250,4. 3. Man zog ihnen am 26. April 
2. Es kann bier nur auf Die Erftür- 1450 mit Heeresträften entgegen, 
mung von Windsbach (20. Septbr. 1449) um fie ficher in Die Stadt zu 'geleiten. 
Bezug genommen fein. Dabei war aber Bol. oben ©. 217. 





956 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item mer bat man geladen auf 2 wegen 31 fehaufel, 60 hawen, 
60 pidel, 8 gaißfüß, 7 bebeifen, 40 ftainert, eiferein Teil, eiferein flegel; 
und zwen man barzu, die des zeugs warten und aufheben, und an einem 
wagen 4 pfert. 

5 Item 2 wegen mit 120 pafeſen, halb geevert und halb von pretern 
gemacht, und zwen man barzu, bie bie pafelen aufheben; an 1 wagen 
4 pfert. 

Item 4 wegen mit ferztarghen, auf einem bei 10, und find von bre- 
tern gemacht; an ieden wagen 4 pfert. 
10 Item 4 wegen mit fteiglaitern, lang und kurcz, und an einem wagen 
4pfert. 


[Bi.3]) 12. Don amptleuten und werleuten, fo man zu veld zeucht. 


Item wenn man aufßzeucht zu veld, fo gepürt fich zu haben mar- 
ſchalck, Füchenmeifter, feiner, protgeben, köch, fpeifer, ſchencen, fütermei⸗ 
15 ſter ꝛc. 
Item man hat beſtelt etlich hantwerckleut mit irem zeug. umb ben 
jolt als die fußfnecht, als hernach gefchriben ftet. 
Item man bet beftelt umb folt 6 flaifchhader und gab einem den 
jolt als einem fußknecht, darzu hetten fie auch alle heut won dem vihe, 
20 daz fie ſchunten im feld. 
‚tem man bet auch beftelt einen wagnerfnecht umb denfelben ſolt, 
der muſt auch mit gen veld ziehen. 
Item man hette auch beſtelt 2 ſmid umb den ſolt; und wenn man 
außzohe, ſo muſt albegen einer oder ſie ped mit zihen und ſunderbar mit 
25 dem gereiſigen zeug reiten. 
Item man bet auch beftelt 40 zimerleut und maurer, die luffen auch 
mit mit iren waffen umb den egenanten folt. 
Item man bet auch beftelt einen priefter und einen münich, bie mit- 
zoben, wenn man außzohe, und bie leut peivarten, 


30 [81.20°) 13. Ordenung des aufpietten und der peute. 


Item in dem krieg nam man aus den genanten etlich und gab bie . 


zu hilf ven firteilmaiftern, die. fchuffen denn mit venfelben, waz not was 


2. eifener 4°. 4%. eiſne a. ad. eyſſener 4. eifne ad. ah 5. geodert AM. u. 8. ſetz⸗ 
targahen A®. ſetztrahen 40. ſetztartzſchen a. feßtartfchen a®. a?. fehtarzien a. auß einem 
4%, 42. 18. flaifchader A. a. 20. die ſie R. a. fehlt«w. 24. ſunder war 42. 4°. 29, die 
feut bewaren muften, wenn fein not geſchach R.a. 30. ‘des aufpietten und’ haben nur a?.a°. 


U 








Ordnungen 13. u 257 


ben baubtleuten in demfelben firteil’ zu verkünden, daz fie in daz ze wiſſen 
tetten und dann die haubtleut dem fürbaß nachgingen. 
Item wenn man aus wolt ziehen mit einem großen zug, fo bott 
man auf ven haubtlenten und dem geraifing zeug, auf welche or man 
5 dann bereit folt fein, daz die an dem Margkt fich famten. venfelben rai- 
figen ließ aufpiten ver haubtman, ver aus bem rat gefeczt was, ver het 
biener, die daz dem raifing zeug ze wißen tetten?. 
Item darnach warn ander geornt von der ftat, die ben gefivoren 
fußfnechten aufputen, fich an einer andern ftat zu ſammen, Die gemein- 
10 clich auf der Schütt oder auf dem Newenbawe genant was; und bo 
fampten fich alle drabanten, vie folt hetten, und die, den man aus ben 
firteilen aufbot, und die, Die mit wolten zihen auf gleiche beut®. 
Item und wenn es not tet, daz man mer leut muft haben dann bie 
an dem ſold warn, dann fo fehufen die firtelmaifter mit den genanten, 
15 die in zu warn geben, baz die durch ir firteil, in dem fie dann geornt 
warn, gingen zu allen haubtleuten und fagten ven, daz bie in irn haubt- 
manfchaften aufpüten ven burgern minner und mer, darnach man ir 
haben wolt, etwe 15 man, etwen 25 man, etwen 50 man, etwen 100 man. 
[29°] Item man het auch ausgerechnet, darnach ain haubtman vil pur- 
20 ger bet in feiner haubtmanſchaft, darnach was im aufgeſeczt aufzepiten; 
wann etlicher hat zwir als vil volcks weder der ander unter im in feiner 
haubtmanſchaft, verjelbig muft auch mer haben dann ver ander, alfo daz 
man ie die aufgefaczten zul aus einem firteil nam. 
Auch welcher purger folt het von ver ftat, verfelb muft mit, wo man 
2 fein beborft; und wenn e8 an in fam in ber haubtmanfchaft, daz man den 
burgern aufbot, fo muft er denn ain an fein ſtat ftellen, der für in zoch, 
bomit muft er auch ein mitleiven haben als ain anderer burger. 
Item unferr herren vom rat hetten geben in ivem virteil heimbarten 
und lang fpieß von der ftat were; die felben wer gaben dann die genan- 
30 ten, die den firtelmeiftern zugeben waren, den baubtleuten in den firtei- 
len. und dann, wann die haubtleut aufputen, jo kamen dann diefelben, 
2. furpaßer a. 3. großen zeug 49. a2. ad. u. 4. fo bott — zeug’ fehlt. 14. an ven 
ſold lagen 42. 43. an dem velb waren «. 17. mynder oder mer «. vil oder wenig a2. a®. 


18. etwem 100 A. 21. als ver ander R.a «. 29. weren A. von ber fl. wegen «. 31. und 
wenn denn die haubtl. a. 


Hier wie unten find wieder bie 3. Es wird bier das im Solde fte-- 
Saffenbnuptlente zu verftehen, und ift zu- hende Fußvolk, das ſtädtiſche Aufgebot 
nächſt vom Blrge auſge vote die Rede. (von welchem gleich weiter im Texte be- 


Sol, hiezu Bd. I, ©. 181. richtet wird) umd der Zuzug von frei- 
Bgl. oben Nr. 4: von aufpieten willigen, die ſich jeweilen anſchloſſen, un- 
den —S terſchieden. 


Staͤdtechroniken. 11. 17 


258 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


den man aufgepoten bet, zu ven baubtleuten, wann fie ausgin wolten, 
bie bejchauten fie dann mit irer weer, und welcher dann nicht ain püchfen 
oder armbroft, ain helmparten oder ain guten langen ſpies het, der es 
vermocht, mit dem ſchuff ver haubtman, daz er daz haben muft; wer abe 
zu arım was und baz nicht vermocht zu laufen, dem lehe er daz von der 
obgejchriben waffen. und wann dann diefelben wider chomen, fo mufte- 
fie diefelben weer, die man in gelihen hat, ven haubtleuten von ftund ax 
wider tragen und antworten, alſo daz man hinfür ben andern, den ma 
aufpot, auch zu leihen het in obgefchribner maß. 

10 Item warn denn die haubtleut ieder fein vold het, fo fürt er f 
dann dem genanten zu, ber jein firtelmeiftern zu was gegeben. wam 
bann bazjelb firteil pei einander was, jo fürt [s1. 30") fie dann der genan 
an bie ftat, dohin man boten het, zufammen. bo warn dann 3 panier 
aufgeftect: an aim ain püchs gemalt, zu beim gingen dann bie plchfen- 

15 fehligen; an dem andern was gemalt ain armbroft, zu dem gingen die 

armbroftichügen; an dem dritten was gemalt ein helmpart und 1 ſpies, 

zu dem gingen die mit venfelben weren. 

Item fo waren dann brei aus den gnanten darzu geben, bie zu ros 
riten, wann man dann fich gancz gefammet het; der nam ieder ber vor- 
geſchriben panier ains und fürt daz, fo gingen im dann dieſelben mit rer 
weer unter demſelben panir nach in die reis aus und ein, wo man dann 


hinzohe. 


Item fo hetten die Sweiczer ir ſunder haubtleut, die gingen dann 
auch ſunder in irm geſchick unter der ſtat venlein, was rot und weiß. 

25 Item fo waren dann alle wagen do, bie folt von ber ftatt hetten 
jo bot man darzu auf, wer wagen bet, daz der fie gin ließ. und die paurn, 
bie in der ftat waren, muſten auch ie halb ausziehen. wer dann ˖ ſüſt art 
gepot mitlaufen wolt, ber mocht auf fein abentewer mitzihen, den ſahe 
man auch gern. 

30 Item man het auch geornt, daz ein iever wagen het ein eifnein ven- 
lein, an dem was ein zaichen gemacht, dobei man venfelben wagen mocht 
erfennen, waz darauf lag; auch die leut, die venjelben wagen zugejchaffert 
warn, mochten erfennen im velve bei demſelben gemerd, ob ein tagen ist 
dem feld wer umb gefallen over beſteckt, daz bie in wider gelevigt unt 

35 aufgehaben hetten. 


I. auögein 42. angien a. außgeen a. 20. ver vorgefchribner A. 26. gen ließ 42. 4?.a. = 
‘pen paurn’ alle außer a?. a?. 33. gemerdt 4°. 34. ‘bei — feld' fehlt a?. 35, uffgehewil 
ten A®. aufgehalten «. 


1. Bgl. oben Nr. I1: ‘ver der ladung des zeugs' ©. 255, 24 ff. 


or 


2 


= 


Orbnungen 13, on 259 


[30°] Item wenn man alfo auszoch, jo bet man unter die tor beftelt 

Pin und brot; und wer brot nemen wolt und pfeil beborft, dem gab man 

3‘. aud fürt man alweg pfeil, pulver, pfei und waz not mas auf war 
en mit, 

5 Item man gab ven geraifing auch albeg zaichen, daz einer den an⸗ 
dern mocht erlennen: daz warn pinten, ein weil rot, ein weil weiß, ein 
weil ploe, nicht ain weil von varben als die anpern, auf daz, Daz bie veint 
binnach nit pesgleichen von farben machten und fich darnach richten. 

Item fo hetten die fußfnecht alle- weiße creutz, von tuch gemacht, 

0 hinten und vorn an fich geneet, daz fie auch am einander weiten zu er- 
fennen. 

Item zu den wagen waren auch ſunder haubtleut; und Die wegen 
betten feten, domit man fie zuſammen mocht pinben, wo fein not hette 
tan, und preter außen daran gehangen, varhinter man fich veden mocht?. 

5 tem auch Betten gemainclich albeg 10 fußfnecht unter in einen 
haubtman, die an dem fold waren; und wenn man denn den haubtman 
zalt oder im aufbot, ſo was ſein genugf, und der ſagt denn das den an⸗ 
dern zu, 

Item man ließ auch niemant auf die wegen ſitzen, er wer denn als 

mio oder kranck ıc. 


Or. 31 Item wenn man dann wider haim zoch und fürten plündern, 
der waz raub man bracht, und gefangen, fo macht mau auf dem feld, 
ee man zu der ftat kam, peutmaifter: jo gab dann ver von Plawen und 
der non Kauffungen iever ain aus fein. gejellen darzu; jo gab ver haubt⸗ 

man vom rat und ver ftat alt ſoldner iede partei einen darzu; jo hetten 
die Sweiczer ain dabei; ſo feczte dann der rat ein darzu aus dem anbern 
fußvolck. ver waren dann aller 6, bie muften dann ſweren, getrenlich 

MD gerecht domit umb zu gen. und wenn man ben raub zu ber ftat 
bracht, fo waren dieſelben peutmeifter, die auf dem feld gefeczt warben, 

®d9 unter den toren und nommen etlich vom rat zu fteur und aus ben hü- 
tern der tor, und befehauten daz vold nach einander, daz einging; und 


” 24. bett thun a, die übrigen außer 4 "gethan’. 17. genunfa?. ad. ac. 18. In A von ber 
gleichen Hand nachgetragen folgt hier: ‘Item man gab auch auff ein yds wagenpfert pewt 
als einem fußknecht und dezgleichen gab man dem furman'. Diefer in a fehlende Satz, ver 
offenbar nicht hieher gehört, befagt genau vaffelbe, was gleich unten an ver rechten Stelle 
folgt. 39, es wer Ad... 20, It. m, ließ — kranck' fehlte. 21. heimb 309 das man 
plundern over was raubs (raubt a?) m. pracht a?. a®. 


med; Bel. oben Mr. 10, ©. 255, If. u. 2. Bol. oben ©. 254, 31. 
Merz die Ordnung vom Brot (Nr. 30). 3. Qgl. oben Nr. 6, ©. 251, 11 ff. 


17 * 


260 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


wer icht trug, daz an die peut gehört, dem nam man daz; und waz ma 

bracht von plundern, traid oder petgwant, ſmalcz, Hausrat, welcherlei bi 

was, daz tet man in den zwinger und verjloß daz, und barnach fürt me 

daz auf den mardt und-verfauft daz einem iedem, der am maiften da 
s umb gab’. 

Item daz vihe, daz man dann bracht, daz flug man in den ftatgr: 
ben, und welche frawe kam und bracht ain pürbe grafs. vem fihe zu ehe 
bie lies man, der küe melden, füft feine, bie nichg bracht, domit man d 
vihe vor hunger ernert?. dieſelben küe und ander vihe, wenn man d. 

10 pracht, jo was der zehent teil der ftat, die man venn nam bavon?. | 
gab man dann dem von Blawen als dem öberften haubtman auch darver 
2 over 4 oder 8 oder 12 küe und des andern vihs, als ſwein oder ſchaf, 
in die füchen minner oder meer, darnach des vihs was. darnach gab 
man dem von Kauffungen, aber nicht als vil; darnach der ftat haubtman 

15 aus dem rat auch ein beſchaidens davon, darnach iedem panierfürer ain 
fue, dem geraifing jchüßenmaifter ain kue; den fürern in die lant ain hie 
oder 2 oder 3, in allen, darnach ir vil warn und ber raub gro8 was, 

Item warn dann unferr herren daz vihe felber haben wolten, ſe 
gab man in daz umb ain beſchaiden gelt über haupt, als wor gejchriber 

20 ift. die ließen e8 dann ſſahen und. ver gemain geben, als weit bie ſta 
was, armen und reichen, wer fein begert; und ain tail ſlugen fie fein uni 
ließen daz einfalegzen, ob fein not geſchehe; ain tail [s1P) Fugen fie fein in 
bie gemein fuchen, die der tat was, da fpeiften fie dann ir fußfnecht, als 
vor gefchriben ftet von ordnung der Fuchen*. 

25 Item wenn man dann daz gelt aus der hab Löst, fo befchraib mus 
alle die, die nach der hab außen waren geweft. darnach flug man dam 
dazfelbig gelt an und gab einem geraifing zwir al® vil als einem fuß 
fnecht, und einem wagenknecht als einem fußfnecht; und als vil pfert eine 
bett in einem wagen, als oft.gab man auf ein pfert als vil als einem fuß 

30 knecht. fo gab die ftat denſelben wagenleuten tag und nacht auf ain pfer 
2 gr[of8] zu dem ſold, ven fie füft beten von ver ftat; und wenn maı 


8. der füe milch 4%. a. ad. a. 13. in der fuchena?. ad. 22. und liß R. A “und ai 
tail — gefchehe' fehlt a. 27. “als vil’ fehlt 42. 4°. - 


- 1. Ein ähnliches Verfahren in Bezug gemeine ftäbtifche Küche, welche man wäh 
auf die Vertheilung ber Beute ift ſchon rend ber Dauer bes Kriegs errichtet hatt 
in ee Y4 1388/9 bezeugt. Vgl. even. Vgl. die Ordenung in d« 

176, 20 
2. Vgl. unten Nr. 32 die Ordenung 4. Dieſe von uns eben angeführ 
des flaiſchs. Ordnung, welche im Coder (A) vorhe 
3. Dieſes Vieh diente dazu, die all- geht, folgt unten Nr. 33. 


Ordnungen 13. 261 


ben andern und den pawern auf mit iren wagen pot, bie nit an ber ſtat 
folt waren, jo gab man auch ir aim auf ain pfert tag und nacht 2 
selofe]'. 
Item ee man viefelben beut gab, fo jeczten die beutmaifter einen tag 
sumd fingen des ain zetel an an ven ſtock bei dem ſchonen brunnen. bie 
zetel hielt innen: welcher auf dem tag im feld mit und bei dem raub ge- 
weſen wern, e8 wer zu ros, zu fußen over mit wagen, ber jolt fumen auf 
ben tag in daz haus? und mit im bringen, ob er icht het noch innen, 
daz an die beut gehört, und da beutrecht thun und fich fehen laßen; und 
Io welcher nit köm zu rechter zeit, dem wolt man hinfür nicht ſchuldig fein, 
auch ob einer meint, er het innen beßer, dann im zu beut möcht gefallen, 
und durch daz nicht homen und fweren wolt, und meint, er müſt daz 
geben an vie beut, und belieb alſo geferlich außen: wo man daz erfür, fo 
wolt man dem daz nicht vertragen, ſunder ven umbjlahen, als vecht beut- 
steht wer, und ain rat barinnen zu hilf nemen. alfo laut die felbig zetel. 
Item man fat zu einer beut 3 fehreiber. und wenn daz vold kam 
und beutrecht tet, fo muſten fie auf einem jwert fweren, und gab [ieber] 
am erften fein trew, dann fwur er alfe: 
[8t. 32"! Die trewe, die ich geben han, daz ich auf ven tag im felo vor 
der ſtat oder dem floß, wie daz genant was, und [bei] dem raub geweſen 
bin, waz ich beut, daz ich daz zafen will, und waz ich weiß, daz ich daz 
melden wil getreulich und an alles geferve, als mir daz got helf und all 
heiligen zc. 
Item alfo muften die geratfing am erjten, darnach die fußfnecht und 
5 Wagenfnecht alle nach einander fweren. und wann te dann gefivoren het⸗ 
ten, fo fchraib man fie dann mit namen an und fragt fie dann, ob fie icht 
innen hetten bei vemfelben aid, daz fie daz prechten. darnach fragt man 
fie aber, ob fie icht weften, vaz ander innen hetten, daz an bie beut ge⸗ 
hört, daz fie daz melden folten. waz fie dann fagten, daz beichraib man 
*bdann und ſchickten dann nach venfelben und ſaczt fie zu red, und bie 
muſten daz fagen bei vem aid, ven fie gefworen hetten; hetten fie aber 
nit geſworen, fo muften fie noch fiperen. mit dem pracht man fil heraus; 
daz hieß man aus der rug zettelen. 
tem wann denn die fußfnecht ſwuren, ber was bil, und ſölt man 
* iedem den aid ſunder geben haben, het lang weil genomen; do tet man 


6. welch aufa?. ad. den tag 42. aꝰ. a. 19. geben hab a. 20. und ven raub 42. A?. in 
tem raub 4%. a?. a?. u. 


1. Bgl. oben Nr. 9, ©. 254, 8 ff. 2. Das Rathhaus. 


252 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


denn alſo, daz man 10 zu einander nam, waz von purgern aufpoten was 
oder daz an pot mit liff von pawern ober wer bie warn, bie nit ſold het- 
ten. und diefelben 10 machten ain haubtman unter in, welcher in 
dann darzu gefiel; die fwirren dann mit einanber. fo beichreib man dann 

s denſelben haubtmann allein mit dem namen, alfo: “Item Concz Pöll felb 
10 et cetera’ in bie beutzetelen, jo was dann der ander fchreiber, per gab 
denſelben zehen ain funver zetteln, varan was der haubtman zu öberft 
und bie andern 9 darnach ieder funder mit namen gefchriben, wie ber 
hies; vemfelben fchreiber gaben fie all zehen 2 on. und dann ſo trug 

10 ver haubtman vazfelb zevelein mit im und bebilt daz bis auf den tag, daz 
man bie beut auszalen wolt. 

Item die, die folt hetten von ver ftat von fußfnechten, die hetten 
ſelbs albeg 10 over oft mer ain haubtman!; bie ſwuren denn auch mit⸗ 
einander und namen zevelen in obgejchribner maß. 

is [32°] Item wenn man alles vol zu ros, fuß und wagen aufgefchriben 
und gerechnet het, waz eim ieden, ex wer zu ros, zu fuß ober wie e8 ge- 
nant wer, zugehört in maß als vor gefchriben ift, fo flug man aber ain 
zedel an, daran ftund: alle, bie auf dem tag da gewefen find und peut- 
recht thun haben, bite fumen auf ven tag, fo will man iedem jein beut 

20 geben; und feczt ven ain tag. 

Item wann man dann fam, was einer geraifig, jo fragt man nach 
feinem namen und fehaut dann in die peutzettelen, ob er allein oder mer 
pfert unter im het, darnach zalt man in. man ſchaut auch in die rugzet- 
telen, ob er icht gerügt wer, daz melt man auf in; hett er dann icht in- 

35 nen, daz muſt herfür oder man gab im der beut nicht. wann mar dann 
ain alt, fo thet man in aus. 

Item wann dann die fußknecht homen, fo fam neur der haubtman, . 
ver gab fein gettel var; daz befchaut dann ver fchreiber, ver e8 gefchriben 
het, ob e8 fein hantjchrift wer. fo las man fein namen und wie vil er 

30 unter im bett, fo ſchaut dann ver fchreiber in dieſelben peutzetelen, wo er 
in fant: ftund e8 dann gleich, fo nam man die zettelen von im und behielt 
bie und gab im dann fein beut auf als fil als er unter im bet, und tet in 
auch ab; aber daz man die zettelen behielt daz was darumb, daz ainer 
icht ain faljche zetteln precht und zu dent andern mal föm und zwue beut 

35 einnem, daz man in mit der erften zedel möcht überzeugen. derjelb haupt⸗ 

-. 2. oder daz ain pot A?. 4°. 4%. 42. ad... mit folt hett. A?. 11. außzelen wolt A®. auf: 


zelen folt over wolt A%. ar. ad. a. 22. nach feinen R.a. 23. hinter im beta. 26. einen 
zalt, fo thet man in auß ver zeteln «. 33. und gab — behielt’ fehlt a?. a®. a. 


I. Vgl. oben S. 259, 15 ff. 











r_. 
— 


1 


5 


Ordnungen 14. 15. 263 


man ber gab dann ven andern, bie in unter in gemacht beiten, ir beut, 
daz die beutmeifter nich mer Jchuldig waren zu verantwörten. 

Item man ftroffet auch die gar hart, die die peut abtrugen. 

Auch wenn man bracht hab, Die geijtlichen leuten oder den freunten 
zugebört, jo kamn man mit in ab, fo man nechſt mpcht, ober gab in bie 


"hab wieder !. 


[Bi. 33") Item fo ettlich pöfe puben, wann ſölchs nit frum leut thuen, 
beranbten gotzheuſer, es wer an püchern, kelchen oder anderer gezird, fo 
muſten ſie daz wider geben und wurden darzu hart geſtraft?. 


14. Ordnung, wie mans gehalten hat mit den raifing, die her 
gefangen warn. 


[Bi. 18°] 


Item waz man gefangen fing vom geraifing zeug, bie hilt man all 
erberclich und teget fie all in die herberg zu den wirten und gab in ie tag 
von einem auf den andern; die hielten fich auch veblichen und tr feiner 
ward nie gefchatt. 


[81.1] 15. Ordnung, wie mans gehalten hat mit den gefangen pawern®. 


Item der frig ging an anno domini millefimo quabringentefimo 
quadrageſimo nono an unfer lieben frawen tag viſitacionis; des tags ko⸗ 
men die feingbrieff von marggraff Albrecht. 


3. bie peut entrungen (entrugen a?) wo man fie erfur a?. a9. vie p. haymlich abtrugen a. 
4. hab bracht a?. a. 9. "Item man ftroffet — hart geftraft” in A von ver gleichen Hann 
nachgetragen, fehlt a. 10. ven raifigen A. R. a. geraifigene. 12. waz m. gefangner 
bracht von gerenfigen a?. a. 16. Die Varianten ver dieſem Abfchnitte zu Grunde liegen- 
den Aufzeichnung des Gefangenenduchs im Nbg. U. bezeichnen wir mit Ar. 18. an un: 
fern A. 


Viele einzelne Fälle dieſer Art, 


ginne, nach dem ben Coder einleitenden 
in welihen ber Rath energiſch auf Rüder- 


Worten: ‘In dem namen gotes amen. 


ftattung des Raubes drang, ober Scha- bye fein verzeichent bie form und hanbel, 
denerſa leiſtete, finden ſich im R.⸗M. ſo in dem krieg der herren und ſtet von 
von 1449 erwähnt. allen gefangen, die gen Nurmberg wiſſent⸗ 

2. Auch hiefür lieſert das angeführte lich komen ſind ꝛc. ergangen ſein ꝛc.', 
R.⸗ 3 Einzelbelege. Vgl. noch unten ſieht. Nur dorthin paßt auch der in un⸗ 


Der folgende Abſchnitt iſt, wie 
ſchon eine ganze Faſſung verräth und bie 
in beiden Texten enthaltenen Verweiſun⸗ 
gen (vgl. oben &. 239 u. unten S. 265, A. 


‚266, A. 3) unwiderleglich darthun, aus. 


dem von Sebald Scheurer zufammen — 
tragenen. Gefangenenbuche Nbg. A. 

254; vgl. oben ©. 97 u. 105) genom. 
men, wo er (ohne die Aufſchrift am Be⸗ 


ſerem Zuſammenhange ganz unmotivirte 
Anfang bes Seiten. 

Im RM. heißt es bei diefem 
Tage: ‘Item die veindöbrief fein hwt 
umb die andern ſtund geantwort'. Es 
ſollte ſogleich im Rathe darüber verhan- 
delt werden, wie denn das Abſageſchreiben 
der Stadt auch vom en Tage da- 
tirt iſt. Vgl. im Uebrigen Beil. IIu.V. 


2. Zul, 


264 _ V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item darnach am nechften famstag beftelten die erfamen, fürfichtt- 5. Jul. 
gen und weifen herren vom rat der ftat Nürmberg zu ftodhmaiftern 
Hannſen Tracht und Sebolten Schewrer, ir burger". 

Item zu dem erften ift ze wiffen, daz die gefangen am maiften ge- 

5 legt fein worden in den turen hinter fant Kathrein am waſſer?, wann ber 
was am gelegjten zu ver gemain fuchen. 

Item die ſpeis gab man den gefangen aus der gemain fuchen, bie zu 
ber zeit auf der Schütt bei vem Wiltpad ? georvent und gehalten warb. 

Item der innwoner auf dem genanten turn trug den gefangen vie 

so |peiß, und gewonlich was der ſtockmaiſter einer dabei, der fagt den fuchen- 
maiftern zu, wie manger zu fpeifen wer. 

Item dem turner oder inwoner auf dem turn gab man auch die ge- 
wonlichen koſt und feinem weib, und ein gefangen 12 dn. zuflißgelt, vie 
e8 anders zu geben hetten; derſelb turner muſt auch allen unflat aus 

15 dem turn von in zihen. 

tem darumb daz bie Ichatung, fo von den gefangen gefiel, als mu- 
nigen tail hett, daucht die ſtockmaiſter geraten, daz fie in ſunderheit bie 
agung nemen von den gefangen, doch nach gnaden, nachdem und die jach 
und daz vermügen was *. | 

20 [1°] Item einem ieven, der es vermocht, vechet man daz mol umb 8 dn., 
und borumb fo vil, wann manger umbjuft und eglih an atung- aufßge- 
laßen ward; ettlich fchuffen unfer herrn an entgeltnus los, Die den freun- 
ben zuftunden, etlich, die umb andern, bie unfern herren zuſtunden und do 
außen in gefencknus lagen, ledig geben wurden. 

25 Auch femlich Hirten, dinftfnecht, und do man wol verftund, die nicht 

3. Schewrern a?. Schowern a?, in A* ſtark corrig., feheint dort urfpr. Schreyner' gehei= 
Ben zu haben. 6. gelegenften A%. at. a’. gem. kuchen auf ver Schütt a?. a; 13. gefans 
ger A?. AP. a. gefangner a?. a?. und ein yder gefangen Ar. 17. als als manger teil het⸗ 
ten A®. als mancher tail beten «. doch bie ftodm. A®. a. wart durch bie ſtockm. geraten 
a2. ad. 21. ‘wann’ fehlt 4%. «x. 22. außgel. wurden Ar. unſern herren A. . los 


fehlt A?. a?. ad. w. 23. !etlich, die — zuſtunden' fehlt a?. a. 25. auch veintlich Hirten «. 
Auch der feind hieltten dienſtk. «?. auch ver feind hietten dienſtkn. a°. ueſtund A. 


I. Im R.-M. heißt e8 beim 7. Juli die ‘gemain kuchen’ wird unten Nr. 33 
‚fer. 2 poft Udalrici’): ‘Item aufnemung gehandelt: " 
und ordingren die gefanngen, und ſich Ein heute noch beftehendes Bad 
en umb fennknuß: Hanns Tracht im äfticen, der Stadtmauer zugelehrten 
und (S.) Schewrer; dartzu ein genanter Theile der Inſel Schütt. 
JuBertigen. die ſechs die über den krieg .„Schatzung“ und „Atzung“ wer⸗ 
geſetzt ſein'. Die voilmacht “die gefann- den her auch bei Aufählung Ber von 
en zu Ichagen’ erhielten Tracht und - ben einzelnen Gefangenen erhobenen Gel⸗ 
Scheurer nebft Hajenneft erft acht Tage der im Gefangenenbuch, aus dem mehrere 
jpäter. R.-M. zum 14. Juli. einſchlägige Stellen in den Anmerkungen 
2. Vgl. Bd. I, 357,4,9. 2umd E zum Kriegsberichte mitgetheilt wurden, 
Tucher's Vemaſerhuh 136, 15. Ueber immer unterſchieden. 


Orbnungen 15. 265 


hatten: jo man ven tag gab, fiouren fie agung zu geben und zalen, ver 
vil außen pliben ift. 
Item einem ieden, er jet edel ober nit, helfer, diener oder purger, 
geraifig over fusknecht, die oder verfelbig, ver bejunder anfleg furnam 
s mit laub und wißen unfer bern: waz bo gefangner pracht und ben ftod- 
maijtern geantwort wurd, die fchriben fie einem haubtman deſſelbigen 
anſlags aigentlich zu; wolten fie dann ver ſchatzung peiten, daz jtund zu 
in: fo fchegt .man ſölch gefangen mit irem willen, und waz do bezalt 
ward, richtet man die jenen lauß, ven fie als dann zu gerzaichent warn!. 

10 Item welch aber ver fchagung nit erpeiten wolten, namen bie fahe- 
gulden, fo hetten fie an folchen nit mer. | 

Item wenn auch etlich vermerdten, daz tr gefangen wenig ober gar 
nichg zu geben hetten, bie boberten ir fohgulden: die muſt man in geben, - 
der vil verlorn iſt. 

15 Es iſt auch wol zu ſchulden chomen, daz der herr von Plauen, der 
dann im krieg der ſtat helfer und haubtman was, ober Concz von Kauf- 
fungen, der auch die zeit helfer und diener was, gefangen hetten, dovon 
in halb ſchatzung zuſtund?, fo gros anlangen hetten und einen rat fo ſeer 
überluffen durch ir diener, daz die ſtockmaiſter gehaißen wurden, daz ſie 

20 in irn tail außrichten, ee er gefiel; und der ain tails noch unbezalt iſt, als 
do hernäch aigentlich in dem puch geſchriben ftet?, do fie daz fih vor 
Altorf namen, zu Zenn und Caboltpurg. 

Item fte prachten auch zu weg, daz man irn bienern bie fahgulden 
gab von ungeteilter ſchatzung ꝛc. daz hernach in allen großen zügen für- 

25 ganck hett. | 

[Bi. 20°| Item wenn man mit macht ain großen zug für hant nam ꝛc., 
waz do gefangner ven ſtockmaiſtern geantwort warden, zaichenten fie einem 


. 


1. das fie nicht hetten ad. aä. 3. ydem R. A. ein yebera. 5. was basa?. 6. geäntw. 
wurden Ar. einem yden baubtm. Ar. 7. erpaitten Ar. 8. fo ſeczt man A?. 9, richtet 
m. yhenen R. A. r. m. die yhenen Ar. reichet man ye einem, vem fie... a2. a°. rechet man 
ye einem, ven.. A*. a. ven fie dann alfo Ar. 10. Welcher aber ver ſchatzung nit erpeit- 
ten wolt oder mocht at. ad. welcher ver fh. n. erp. mocht c. 11. an ſolichem 4°. a. a. 
14. ‘ver — iſt' fehlt Ar. verfelben gulven find vil verloren a?. ad. 22. zu langen Zen a?. 
ad. namen ıc. Gzenn Ar. 27. worden A?. Ad. a. wurden ad. ad.a. zaichenten feinen 
yden AP. a. fie’ fehlt a. eynen iven zu ſeynem gefangnen Ar. 


1. Sie erhielten ihren Theil an der gehabt hat’, im lib. II. bie, ‘voran er ge- 


begahiten Schatung. retitet bat’. Vgl. 3. 16, X. 3 auf der 
Das Sefangenenbudh ſcheidet die folg. Seite. 
fämmtticen Gefangenen nad) zivei Kate- 3. Diefe Verweifung gebt auf ben 


gerien: im lib. I. werben jene aufgeflihrt gweiten Theil des Gefangenenbude. Vgl. 
doran der herr von Plawen keynen tayl Dazu ben Kriegsbericht ©. 171 u. 173. 


266 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


teen zu feinen gefangen, ver in do pracht und gefangen bett; dem ober 
benfelben gab man die fohgulven. 

Item und biefelben halben ſchatzung, Die do geftel von den gefangen, 
bie zu felve gefangen wurden, ift man pflichtig ben peutmaiftern der ge- 

5 wunnen hab vefjelben zugs ein rechnung, fo fie fein begern, und vie fche- 
gung in eingeben an ein gleiche peuth'. 

Item do hernach in dem puch ift aigentlich verzaichent, welche peut- 
maiſter halbe fchakung genomen haben ober welich fie unjern herrn zu 
geriven haben? . 

10 Item waz gefangner, die auf den zügen, bo der herr non Plawen 
bei im feld geweſt iſt oder ſein diener von ſeintwegen, die do geſchatzt ſein, 
waz dann der ſtat Nürmberg zuſtet oder geſtanden iſt irstails halben von 
bezalter ſchatzung in ir kamer, dopon hat man dem herrn von Plawen 
einen drittail zugerechent und bezalt; daz haben die ſtockmaiſter gethan ee 

15 fie ſölch gelt in der herrn kamern geraicht haben ꝛc. als daz in dem puch 
in des von Plawen rechnung? aigentlich geſchriben ſtet. 

Item welch aber in ſteten, merckten, gemeur und plancken betreten 
oder gefangen fein als Windspach, Bayerstorf und Erlang ꝛc., an ſölchen 
gefangen hat niemant keinen tail noch recht, ſunder allein die fohgulden 

20 den zu geben, die fie gefangen und ven ſtockmaiſtern geantwort haben. 

Item do nım der fachen fo vil warn mit ven pürgen und ſchulden 
und fich die leut nit finten wolten, ſonder man fie juchen und an in for» 
bern muft: bo namen bie ftodmaifter einen auf, genant Concz Rumpler, 
bem gaben fie 30 pn. die wochen und des tags ainft die jpeiß aus ber 

25 fuchen, ver ging zu den pürgen und pracht fchult ein jo er peſt moht. -. 

Item es ift zu ſchulden chomen, daz ein anzal paurn aus einer ge- 
gent gefangen waren, bo bie ſtodmaiſter nit aigentlich konden wiſſen ir 

3. halben' fehlt A*. a?. ad. a. , 5. deſſelb. krigs 42. AP. deſſelb. zeugs A*. a?. aꝰ. iſt man 
— zugs: iſt man pflichtig ven yeutmaiftern halbe ſchatzung gewonnen Halb des felben zeugs «. 
halbe ſchatzung und ein rechnung a?. aP. eyner rechmung Ar. 6. vie halb ſchatzung Ar. 
(*Halb’ nachgetragen). ſchatzung inem geben alnem gleiche peuth a?. inen vorgeben an ein 
g. peut ad, 7. “ind. puch' fehlt at. a. ahgentlicher Ar. 9. gerieven Ar. geritten a?. 
a? zugeaigent a. in AP ſtark eorrig. 11. von feinen wegen niver gelegen a?. a?. 12. wan 
van at. ad. 'waz’ fehlta. 16. eygentlicher Ar. 19. pie roch gulpena®. 21. "purgern’ 


alle außer A. a und Ar. 24. eineft a2. ad. eins A2. a.a. 25. gemayn kuchen Ar. pur: 
gern A’. a. a. 


Die Summe der ausgetheilten Schatung an bie Einbringenden verab- 
Shatung jollte ihnen angegeben werden, reicht und bemgemäß abgerechnet worben 
um fte bei der gleihmäßigen Vertheilung - oder nicht. 


ber Beute mit in Rechnung bringen zu 3. Nemlich im 2. Theile des Gefan⸗ 
können. nn. ; vgl. oben S. 265, X. 2 und 
"2. Es ift bei jedem einzelnen Kalle 3; 159, 4. 2; 195, 9.2; 


im Gefangenenbuch bemerkt, ob die Halbe 211, 


Orbnungen 15. | 267 


gelegenheit; fo namen fie einen aus in und veriprachen den umb juft aus 
ze laßen. ver jelbig gab venn zu erkennen daz vermügen ſeiner nachpawvern. 
[20°] Item auch ſind etlichen tag gegeben und etlich auch ganczlich los 
gelaßen, vie fich unterftunven kuntſchaft zu geben; aber es iſt wenig ver- 
fangen geiveft zc. femlichen hat man mol gelt zugeben. | 

Item waz gel von den gefangen unfern bern zugepürt und zu-⸗ 
ftund, daz trug ie der ftocdlmeifter einer ven herrn in bie lofungjtuben, 
ie bei fünfgzig gulvden, etwenn hundert gulven, etwen zwei, etiwenn drei 
hundert gulden, darnach und verhanven was 2c. als dann daz in dem 
puch in der rechnung eigentlich verclert ift. - 

Item waz pöfer puben gefangen wurben, die do nit ſchatzmeßig 
warn, als pöd, die bie framwen hetten aufgezogen, ließ man herdurch in 
dem tod mit gepunven henven, daz fie mit dem leib ſwebten; man fregt - 
auch Die und ander in folcher form, man fant aber nie nich an ſölchen 
ereifchen, da auf zu halten wer. 

Item und waz fölcher pöck und puben in fendnüs chomen fein, bie 
fein in ein funder gefendnüs und nit zu den andern gefangen gelegt 
worden. | | 

Item etlich paurn, die zu geben betten, daz wiffenlich was, von den 
man mit worten nit pringen mocht', die wurden gejchaßt in dem ftod 
mit aufpunben benven, daz fie mit dem leib jwebten. 

Auch ift zu wiffen, daz große müe und arbeit ven ſtockmaiſtern ge- 
weſen ift, auch forgfeltigfeit mit orvenlichem verzaichen und einem iedem 
wiffen antwort ze thun umb fein gefangen, auch umb vie fchagung, daz 


» man bie mit wißen außgeb, wann eim ieglichen, der an ſölchen gefangen 


teil hat, two dem zu kurtz von feinen gefellen gefchicht, wil ex an ven ftod- 
Maiftern zufomen; und besgleichen, daz fich die obgenanten ſtockmaiſter 
nit albeg erfarn konden von ven herrn des rag in vil fachen, waz ze thun 
oder ze laßen iſt, unmuß halben, großers gefcheft zc. ?. 


2. gab dann a?. ad. 5. verfendlich ar. ad. ſoſlchen hat man a?. a?. a. ‘m’ in Ar 
durchſtrichen. 6. zugehört 49. a?. ad. a. 10. engentliher Ar. in d. p. von ver rech⸗ 
nung vorhanden ift a?. a®. in d. p. ber rechnung verzaichent iſt 4%. a. 12. als ped vie vo 
frawen 4°. Tieß man hernach in ven ad.a®. 13. in den m mit aufgepunden Ar. 
14. Eont 4. 42. ad. kunt a. 15. an folchen erforfchen a?. ad. 21. fwelten A. 29. un⸗ 
maß R.A.a. in maß e. unmaß haben großers geſetz 42. 42. Das Zeichen 'ıc.’ fehlt R. A. 
Ar fährt dann fort: dorumb fie groß müe und fleiß gehabt haben, wie fie on Flag auf recht 
ob ven fachen weren, das den herrn ver flat Nürmberg fein unratt dorauß entflünd, nach⸗ 
dem und die ftodmeifter im anfang fein unterweißung hetten’. 


1. d.h. von denen man, ob man 2. Doch finden fih im R.-M. von 


gleich wußte, daß fie nicht ohne Bermögen 1449 mehrere Stellen, wonach der Rath 
waren, Die Summe befjelben nicht erfah- auch bier in Einzelfällen Beſchlüſſe faßte 
en Tonnte. RR 





268 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Auch find ſtockmaiſter geweſen Hanns Tracht, Sebolt Scheiwrrer. 
[aı. 21") Item zu lichtmeſs vor dem aingang des frids do warb ben 2. Bebr- 
ſtockmeiſtern geraten, ſie mochten in wol zu ftunben 1 ſtockgulden bingen, 
warn daz in allen kriegen recht wer, daz in bie ftockmaifter mochten würk, 
s parchant oder armproſt ꝛc. dingen; bes haben fie nicht gethan noch begert, 
‚ funder fiver ver obgenanten zeit haben fie in zu zeiten ain ſtockgulden 
gedingt!. 


[81.267] 16. Item der gefangen eit, fo man fie teget*. 


Item zum erften, daz ir keinerlei jagt, meldt noch beteutet, waz ir 

10 vormals und vor und ietzund hie in der ftat gefehen, gehört, vernomen 

oder erfarn habt, von welcherlei daz fei, keinerlei aufgenommen, daz der 

jtat Nürmberg, iren helfern und ven iren zu fchaden und übel, und marg- 

graff Albrecht, feinen helfern und den iren zu nug und frommen fomen 
möcht, ſunder daz gang verjwigen halten. 


2. Item zu — frips: Item in vem anfang haben die ftodmeifter kein wiflen nit gehabt, mas 
fie umb ſolch iren fleiß und mü haben folten anders, dann angefehen eyns rats gnaden, und 
ennicherley andre zueygnung zu thun von eynem noch keinem gefangen als lang piß zu licht⸗ 
meſs vor dem eingang des frivs, do warb in geraten. ..Ar. 7. gebingt von ven ſchatzmef⸗ 
figen Ar. In Ar folgt die Bittever beiven Stodmeifter an ven Rath, fie entſchuldigt zu halten, 
wenn fie irgendwie ven Anforverungen vefjelben nicht entſprochen Hätten, und vie Verſiche⸗ 
rung, daß fle nach wie vor mit Fleiß und Treue ihren Dienft verfehen würten. Dann in 
Gurfiv wohl von Seb. Scheurer’3 eigener Hand: "Item es ift auch wol zu ſchulden komen, 
das etlich von purdichaft wegen in ven thurn gelegt fein worden, befunder außlenvig, alß 

vawern, und kein purger nicht. doch find ir nicht fil alfo umb burgſchaft eingelegt, ange 
fehen vil nochreb zu vermeiden’. . 

‘Item auch ift zu wifen: wen vie flocfmeifter vie aczung.nicht hetten alfo in ſunderheitt 
ein genomen, das mein bern gar winig beflanden wer an der ſchaczung nach dem und fo fil 
do von aufgeben iſt worben, wan befunber. ift zu wiffen, was dem von Blawen und von 
Kauffung oder irnn dinern zuftund, das geichag was, wolten fie irn teil haben, es wer zalt 
oder nit, wan wol zu ſchulden komen iſt, das ettliche ſchaczung halbe wezalt warb: wen fie 
des gewar würden, jo muft man in ir anzal geben, ob wol meiner bern theil nimer geftlle se.’ 
(Bgl. oben ven Tert S.264, 16 ff. 4.265, 15 ff. Die Sefammteinnahmenes Rathe betrug, ohne 
Abzug der Koften, nach Gef.⸗B. 11, Bl. 19: 2764 Guld. 3@%, 23 vn.) Nun folgen erllärenve 
Bemerkungen zum Berflänpniß ver hiemit eingeleiteten beiden Theile des Gefangenenbuchs. 
8. Nr. 16 fehlta. 10. vormals uber und ytzund a?. ad. 11. wann welderlei A*. a. 


ober die Stockmeiſter über ihr Verfahren 
zur Rebe fetste. 

1. Ganz analoge Angaben wie die- 
jer Abfchnitt giebt in kürzeſter Faſſung 
ber ſchon oben ©. 225, A. 1 erwähnte 
Rotenburger Bericht (XXIV. Yahresber. 
d. bift. Ver. in Mittelfrant. S. 68) in 

Bezug auf diefe Stabt. 
' 2. Diefer Eid findet fich in kürzerer 
Form und mit etwas veränderter Anorb- 
nung im Gefangenenbuch gelegentlich des 


Pillenreuter Sieges (II, BI. 9b) angege- 
ben und wird daraus in Beilage III mit- 
getheilt, ver Darauf folgende fteht Gef. B. 
U, 81.21 verzeichnet, wo er mitnachftehen- 
den Worten eingeleitet ift: ‘Alle die, bie 
auff den frid ledig gejagt find, haben diſe 
nachgeſchribne jlechte alte urfehbe getan, 
fo hernachgeſchriben ftet, es ſeyen ritter, 
ebel und geraißig, auch fußlewt un 

pawern’. 


, 


Orbnungen 16. 11. 269 


Item daz fich ewer ieber ſtellen wölle her gen Nürmberg in fein 
berberg uff ſant Jacobstag vel zc. fchirftlünftig ungeverlich, und auß der 
berberg nicht ze fomen, denn mit des burgermeifters und rag zu Nürm⸗ 
berg willen und gumft. 

5 Und ob man euch innen ber egemelten zeit ee manen würb, daz ir 
euch denn auch alfo ungeverlich ftellen wöllet, und do würb man euch 
ſolich manbrieff gen Swabach an daz tor Ichiden, do fol ein ieder bejtel- 
fen, daz diefelben manbrieff da aufgenomen und im verfünth werbe, ſich 
aljo willen zu ftellen. 

10 Item day auch eur iever der von Nürmberg, irer belfer und ber 
iren leib und gut unfchepfich fein wöll heimlich und offenfichen; auch we- 
ber pfert, Inecht noch harnafch auf iren ſchaden leihen ongeverbe. 

tem daz fich auch eur ieder bei feinem rechten namen genennt hab, 
als man in pfligt zu nennen. 

5 [26°] Auch fo wöllet alle und ewer iever durch marggraff Albrechten 
oder anderr die feinen bei demſelben aid beftellen, daz euch daz on verzi- 
ben zu wifjen getan werbe, ob und wenn marggrasf Albrecht ober die fei- 
nen der von Nürmberg leut, die fein gebangen fein, ir einen oder mer 
über furg oder langk in ver obgefchriben zeit fich zu ftellen manen würde, 

20 daz ir euch denn auch alle auf venfelben tag und zeit an alle verzihen in 
obgeſchribner maſſe wider her ſtellen wollet ongeverde. 


Der eit, als dieſelben gefangen ledig wurden gelaßen: 


Von ſölcher fengknus wegen, darein ich denn als des hochgeporen 
fürſten, meins gnedigen herren, marggraff Albrechtz von Brandemburg 
25 helfer chomen pin, daz ich dieſelben fencknuſſe und waz ſich darunter ver⸗ 
laufen und ergangen hat gegen den von Nürmberg, iren helfern, helfers⸗ 
helfern, dheinen den iren noch iemantz von iren wegen darunter gewant 
in argem und unfreuntſchaft nit anten, effern noch rechen ſol noch will 
in dhein weis an alle geverde und argelift, als pit zc. 


- 


30 [81. 21°) 17. Ordnung, wie man es gehalten hat mit der flat armen 
leuten, fo die gefangen wurden. 


tem es find ziven von den genanten geornt geweſen, To die unſern, 
bie gefangen gewejen warn und aus chomen, daz fie denfelben zwein ge- 


2. ſchirſtk. unverzogenlih 40. R. a. unverzagenlich w. 6. aljo unverzogenlich A. R. a «. 
14. als man ir pflicht ®. 17. unverzigen 40. unverzogenlihe. 21. "an alle — wider" 
fehlt R. aa. 27. keinen ver iren «. dheynen ver i. Ar. noch nymantz a’. noch vor: 
mals von iren wegen ad. 29. *alspit' fehlt a?. als pit mir ad. alfo pit ich mir got zu 
helfen und all heiligen a. 


270 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


nanten, Hanns Rieter und N. Pömer, muſten jagen bei irn aiden, wie 
fie geſchatzt weren worden und wie fie in gefengknüs gehalten weren wor — 
ben, und ob man fie icht gemartert bett, und ob man fie icht cheineri 


angemutt bett, feur einzelegen oder verretherei ze treiben, oder ſüſt he, 
5 nerlei ꝛc.'. 


II. 
Bertheidigungsanftalten. 


[81. 110) 18. Don verhawung des walds?. 


Item Hanns Hawg vieng an den walt zu verhawen zum erſterr an , 

10 dem Rohenhoff? und verhieb den walt uncz au die ftraßen, die gen Mei 
chelstorf get, und verhieb in uncz an bie wifen, die Sebolt Grolant iſt 
bie in dem Steinnach liegt; diefelb wiſen het ein graben ze ringe umb. 
und hub oben an der wiefen an und verhieb den walt big an den Kunige- 
prugf weier*, der der ftat ift; und hub aber an oben an demſelben weier 

15 und verhieb ven walt biß an den Kurnberge?, do es an dem Höhelftain 
heift. und hub an an dem Kurnberge und verhieb den walt uncz an bie 
jtraß, die gen Wenteljtein geet, hergeßet des Kornberge von Wentelfteiner 
ftraß; und verhieb den walt uncz auf Röttenpacher ftraß®, von Rötten⸗ 





1. Pimer 42. Ir. Poner 4%. Sebolt Pemer a. Iorgen Pömer a?. ad. a. 2. geſchatz ẽ 
werben worden A. 42. geſchatzt worden 42. geſchatt wurden A%. a?. 42. a. geſch. worde 88 
weren a. gehalt. werden worden A. *und wie — worden' fehlt 42. 42. a. weren wor“ 
ven’ fehlt A®. 5. fonft einicherley a®. ad. 8. verhawhung R. A. 10. an ven Lohenhoffe## 
4%, 13. und verhielt 4%. 14. an ned Kunigspurgk weier A. Kunigsperg At. R,d 


15. Kornberg R.a a und fo auch unten. an den Höh. R.A. Hohenſtein 4°. Holſtain æ 
17. der genſſet «. . 


1. Aus emem nach ben Kriege (44 berte man 20 Schäiken zu bieder Arbit— 
September 1450) erfolgten (beftätigen- (R.-M. von 1449.) 
den) Rathsbeſchluß erfahren wir, daß 3. Lohhof am rechten Ufer der Red⸗ 
ſchon früher ‘ein gefeß gemacht und in nit, eine Strede unterhalb Reichelsborf - 
unfer ftat puch verjegriden wurde, wo- - 1, Stunbeu (ſüdweſtlichſ von Nͤrnbers 
nach fein gefangener Bürger “hoher dann entfernt. 
umb 13 haller’ gelöst werben follte. 4. Es ift der von uns ſchon oben © - 
Rathsbuch im Nbg. A. NL. 952, Bl. 2156. 203, A. 1 erwähnte Königsweiher nörd — 
Es iſt bier ausdrücklich auch von Bürgern dich von Piklenreut. Bgl. den Bericht per 
die Rede; in Bezug auf die Söldner fin- Reihe A Über ven Sieg vom 11. März 
den wir genau biejelbe Summe ſchon in 1450 in Beil. III. 
ber Söldnerordnung von 1356 genannt. 3. Bgl. oben ©. 138, A. 2. 
Bgl. Bo. Id. Nbg. Ehr. 171, 12.. . 6. Es ift die Straße ach dem ſchon 
2. Am 29. Jumi wurde ‘dem Bfin- im Kriegsberichte erwähnten Röttenbad 
- Bing, Groland und Hawgen gewwalt geben, bei St. Wolfgang (vgl. ©. 150, 9. 9) 
die weld zu verſlagen'. Am I. Juli beor- gemeint. | 





Ordnungen 18. 19. 271 


pacher. ftraß biß an des Halbpachfen weier, vom weier biß auf Feuchter 
ftras. 
Item Ludwig Pfinging vieng an ben walt zu verhawen bergegen 
als ver Rötenbach! in die Pegnik get, und verhieb in uncz gen Neideck?, 
5 und Neideck was auswendig auf ein adlerleng; und von Neibed ung an 
ven Birntan?, und der Pirntan was auswendig, und‘ die ftraß, bie von 
Altdorf herein get, was gar wol verhawen; und vom Pirntan ung gen 
der Ronlach was e8 wol verbawen, und von der Ronlach biß auf dag 
Swarczwaſſer“, und bon dem Swarczenwaſſer biß auf Feuchter ftraf, 
10 und Feucht mas auswendig: alfo ift der walt verhamen von ber Renuik 
vom Lohenhoff ung an die Pegnit, als ver Rötenpach, ver pach, darein 
geet; alio was ver walt verbawen an beim ent. 
[1100] Item e8 ift aber nimmer zu raten den walt zu verhaiven, darumb., 
dann wann unſerr gefellen außen waren umb ein nam getban betten, fo 
15 weiten vie veinbe wol, daz fie neur auf der ftrafen herein muften, und 
verluffen in vie ftraß und trungen in bie nam zu zeiten ab. 
Auch fo verhielten fie zu zeiten die ftraßen, wenn unjerr gejellen 
hinaus zugen, und wurfen fie erniver; wann fie weiten wol, daz fie neur 
zu ver ftraßen hinaus muften. auch fo vaumten bie veinde zu geiten baz 
20 geheim oder geheg auf, und machten in ven weg dardurch und triben vihe 
und leut hinauf, und wenn man in die ftraßen verlief, jo triben fie zu 
demfelben gereum hinauß; alfo daz eß nit vaſt nut ift, dem walt zu ver- 
hawen. 


[Bi. 111") 19. Don den ſchranchen?. 


26 Item Hanns Hawg fing an mit den fchranden zu machen an vem 


1. Rotenwecler R. A an beiten Stellen. Rotenberger ſtraſs 4%. . Halbwachien R. a «. 
4, ſtatt werhieb im’ haben alle Codd. verhieben. 6. an vem A. gen dem 4%. 49. 8, uns 
ben Ronlach u. 16. Regnig A. Rednitz R.au. 11. Vengnig A. 14. ein man AP. 
16. dann ye zu zeitten gang ab @*. ad: 20. gehew over’ fehlt R. a. ‘ven’ fehlt A. 
22, zu venfelben geraumpten wegen (flraßen I R. a a. 


1. Dieſer Rötenbach mündet, von 3. Birnthen, drei Stunden ſüdöſtlich 


Süden kommend, eine Stumbe unterhalb 
Lauf (bei einem mit dem vorhinu genann- 


ten nicht zu verwechſelnden gleichnamigen 
Orte) in die Pegnig. Die Arbeiten wur- 


den vom re Ufer ber Rednitz und 
‚vom linken Ufer der Pegnit aus einander 
entgegen geführt. 


Dieſes Reidech, das Mn von dem 

bite Brunn gelegen haben muß, 

i Abe nicht mehr belaunt und finde ich 
es auch fonft an feiner Stelle erwähnt. 


von Nürnberg, gegen Alto 
4. Diefe Bäche, ii nige der —* 
genannten Punkte, finden ſich auch auf 
den älteren Karten nit angegeben. 
5. Dieſer Abſchnitt iſt —* dem ent⸗ 
ſprechenden, wenig ſpäter abgefaßten und 
viel ausführlicheren m Endres Tucher's 
peiſiczvuch (S. 210 — 216) zn ver⸗ 
glei Die „Landwehr“ (ein Auabrud, 
wei er für die Schranlen um die Stabt 
Ion oben ©. 200, 15 und regelmäßig 


— 
o 


1 


Du 


— 


272 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


meurlein an des Slüßelfelders weier, der der Snödin geweſen iſt!, und 
macht ein reiden auf dem weg, der gen der Thulnaw get, und verſchrencktz 
biß an den Dürnhoff? an den zaun. und hub an genhalb an dem zaun 
und verſchrencktz biß an den ſiechgraben, und daz ſiechhaus was außer⸗ 
balben?, und fürbaß biß auf ven weg, ver gen Feucht get, da macht er 
aber ein reiben; und verfchrend& biß an ven Viſchpach auf daz nechft. 
und verjchrendig fürbaß auf dem Vifchpach biß zu dem öbern Galgenhof; 
bo macht er aber ein reiven, und ver Vifchpach was auswendig. und ver- 
ſchrencktz aber fürbaß biß auf den untern Galgenhdff* auf daz öber haus, 
und der Vifchpach mas aber außerhalb, und macht ein reiden auf dem 
weg, ver nen Kornburg get. und hub aber an und verfchrendg auf ber 
mitten zwijchen dem übern und unteren Galgenhoff und verſchrencktz biß 
anf ven graben, ver vafelbit gen fant Linhart in ven wiſen geet”; und 
macht aber ein reiden auf dem weg, der gen Kornburg geet. und hub auf 
demſelben graben an und verfchrendg auf demſelben graben biß an den ' 
Sintersbühel® an den zaun, do des Nuczelg haus ftund; und macht aber 


3. Turnhoff 42. 4°. 
10. Biss 


2. Slußelders A. SiIuffelters A. Sleißelfelder 2. Snöpig A. 
R.aa. geinhalb 4°. jenbalb R.a. 6. verſchrentz A. 9. Sangenhoff A. 
pach A. 12. bißan 42. ung auf A. R.aa. 13. in vie wifen 4. 


den erwähnte Thulnau liegt am felben 
Ufer weiter oben, eine Biertelftunde von 
der Stadt entfernt. 


im Baumeifterbuch vorfommt) findet man 
auf Grimbriffen der Stabt noch im vori- 


gen Jahrhundert eingezeichnet, was aber 
nur im Allgemeinen zur Orientirung die⸗ 
nen kann, während h begreiflicherteije 
im Einzelnen manche Abweichungen fiu⸗ 
den. Die befte Auskunft in Bezug auf 
bie alten Dertlichfeitsbezeichnungen geben 
ein kreisförmig gehaltener Holzichnitt, 
welcher dem in ber Mitte des 16. Jahrh. 
verftorbenen Erhard Etzlaub zugeichrieben 
wird (f. Will, Bibl. Nor. I, p. 12, Nr. 
26 und €. ©. Müller, VBerzeichn. Nbg. 
topogr. = bift. Kupferſtiche und Holzſchn. 

. 8), und eine jüngere in der Amber- 
ger’ichen Sammlung der Nbg. Stabtbibl. 
(Norica- Kupfer Nr. 32, Verzeichn. d. 
Grundr. ©. 15, Nr. 4) aufbewahrte, von 


Chr. Ludw. Kaul gefertigte Handzeich⸗ 


nung eiher Karte der Stadt und ihrer 
nächſten Umgebung. Ein allgemeiner zu- 
gängliches Hilfsmittel genäht ber 1732 
in ber Homann'ſchen Offtcin erichienene 
Grundriß. 

1. Man begann im Oſten der Stadt. 
Vgl. Baumeiſterbuch 210, 26 ff. Danach 
ift der im Zerte genannte Weiher ber jüb- 
ich vom linken Pegnitzarm im fpäter ſog. 
Bogelögarten befindliche; Die im Folgen⸗ 


2. Der Dürnbof, nur wenige Minu- 
ten vom genannten Flußarme in jüdlicher 
Richtung entfernt, fteht bereit® auf ber 
Höhe des Heinen Abhaugs, welcher fich 
dem Pegnigtaufe entlang binzieht. 

3. Es ift das Siechhaus von St. Pe- 
ter gemeint. . 

4. Ober- und Unter Galgenbof find 
auf den Karten (3.8. auch auf ben 9.5 
zu vor. Seite angeführten Grundriß von 
1732) häufig verkehrt angegeben. Richtig ift 
ihre gegenjeitige Lage, ine Terte und 
dem Laufe bes Fiſchbachs entiprechend, 
auf der Etzlaub'ſchen Karte bezeichnet. 

5. Der Landgraben, welcher au St. 
Leonhard vorbei, parallel dem Laufe ber 
Pegniß, fich der Rebnitz zu wendet. Man 
fieht bei näherer Betrachtung des Tertes 
leicht, daß an dieſer Stelle doppelte 
Schranfen gezogen wurben. Endres Tu- 
cher (Baumeiterb. 211, 31 ff.) befchreibt 


" nur mebr die Äußere Linie. 


6. Das auch im Kriegsbericht (150, 
7) ſchon erwähnte Sünbersbühl liegt eine 
Biertelftunde fübweftlig von Nürnberg. 








Ordnungen 19. 273 


ein veiden auf dem weg, der von der zigelhütten in den newer walt get, 
den man nent den zigelwegk!, und macht ein cleine reiben auf dem weg, 
der von dem Stainpübel? durch die wifen in den newen walt get, und 
macht ein reiven auf dem wegf, der vom Stainpühel gen Maya? get, und 
s macht aber ein reiven auf dem weck, ver von ver fiat gen fant Linhart 
geet. und macht ein reiven auf dem weg, der durch den Sinterspühel 
get, und do was ein zaun und graben von derſelben reiben herein gen der 
ftat auf ein aderleng; do macht man [111°] ein graben von vemfelben 
zaun und graben auf daz nechit an die Pegnig öberhalben des Wilwolg- 
iv hrünlein*, und macht 2 veiden auf den wegen, ver ein von Fürt und ber 
anderr von Höffen herein gent®. | 
Item fo hub man aber an unterhalben ver Weydenmül? und grub 
an ben garten, der ieczund Peter von Watt ift und vor Pauls Förchtels 
ſeligen geweſt', und fant Johanns kirchoff was inwendig, und macht ein 
' reiden auf den weg bei fant Johaus. item fo hub man neben dem gar- 
ten an und grub an ven garten, der bei den fiben creugen ftet; derſelbig 
gart het ein zaun uncz auf den weg, der von ber ftat get gen vem Ton; 
und macht 2 veiden auf vem weg, der von ver ftat zum Ton geet?. item 
ſo was e8 hinumb verzeunt mit den zeunen vor den gerten biß auf ven 
"weg, der von ber ftat gen dem Schoppershoff get'!®. item fo waren bie 
2 clein weg, der ein von der clein Rewt get und ber ander von ber Xoh, 
- 4. und m. e. cleine reiven — auf d. wege’ fehlt a. Maya R.a. 9. Pengnitz A. 
11. get R.a. 13. an dem 42. 43. 16, San vem’ vie Hhfchr. außer R.a. 17. und auf 


dem wege a?. a?. a. *'uncz’ fehlta. vem weg 4. a. 18. Than Rau. 20. dem weg 4. 
21, Loe Ra. gen der Loe «. 


I. Der 'newe walt’ ift ohne Zweifel 6. Bol. oben Nr. 6 der Ordnungen 


derſelbe, welchen man 1368 in dieſer Ge- S. 250, . 5. 
had angepflanzt hatte; vgl. Bd. I.- der 7. Bgl. oben 184, X. 2; 201, 4. 
bg. Chr. 76, 1f. (Während des Krie- 8. Bei den „fieben Kreuzen“ (eine 


ges ging er zum größten Theil wieder zu Benennung, die fi) noch auf dem Me- 
de; vgl. unten Nr. 47:) Die, obi- rian'ſchen und dem Grundriſſe von 1732 

"4 Annahme volllommen entjprehende eingetragen findet) hieß ein (heute mit 
Ichtung des Ziegelmeges beftimmt fih Anlagen bepflanzter) von der Erlanger 
genau aus dem Folgenden und aus Bau- Straße (dem Wege nah Thon) durch⸗ 
meiſterbuch 212, 9 ff. Auf der Kaul’ichen ſchnittener Platz 5 Minuten außerhalb 
Karte (vgl. ©. 271, U. 5) findet er ih des Thiergärtner Thors. Verſchiedene 


uch eingetragen. Wege laufen dort zufanımen, unter denen 
2. Im Süden von Nürnberg zwi- ber von Südweſten kommende noch auf 

den Galgenhof und Sünbdersbüht. dem Merian’fchen Grundriſſe als bie „alt 
3. Maiach, eine Stunde füdlih von Land gewehr” bezeichnet ift. Vgl. hierzu 

*ürnberg im Lorenzer Reichswald. Baumeifterbndh 213 u. 214. 
4. Vgl. oben 174, A. 1 (mo ftatt 9. Bol. oben ©. 184. 

Kr. 25: Kr. 6 zu leſen ift). 10. Gegen Norboften. Vgl. oben ©. 
5. Letzteres (f. oben 150, 7) % 200,4. 1. 

Stunden weftlich von Nürnberg. 


Staͤdtechroniken. U. . 18 


274 V. Nürnberg’ Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


bie warn zwifach verfchrendt. fo waren bie gerten zwifchen ben wegen, 
bie vom Schoppershoff und von fant Jobs! gent, mit guten zeun ver- 
zeunt. jo grub man ein graben von venfelbigen gerten ung, an vie Pepg- 
nig oberhalben Werd mit einen guten graben und macht ein reinen auf 

dem weg von Egeldorf und ein reiden auf dem weg, der von Schoppers⸗ 
hoff herein get?. 

Item ſo het man ain beſtelt von rat wegen, der die fehrenden alle 
morgen berait, ob man ichg daran verbaut oder verfert het, und daz muft 
er von fund an einem jüngern burgermeifter und zweien des rats fagen, 

10 ee der rat auf ſtunt, daz bie ſchrencken richt verbaut noch verfert waren. 

(Bi. 112°) Item fo macht man ain graben von bem graben, ber umb 
Werd get?, uncz auf den Rennweg an den garten, ber ieczund Hanns 
Grolant ift*; und von dem graben grub man hinauß uncz an ben abge: 
ſchriben graben®. 

15 Item fo waren bei ieder reiden 10 fchüßen beftelt, die alle tag dabei 
muften fein und warten, und die auf und zu muften thun bie reiben oder 
jchneller. daz waren am erſten arınbroft und püchfenfchügen; und als 
ber krieg etwe lang gewert het, da nam man boch eitel püchſenſchützen 
zu ben reiden oder ſnellern und fein armbroftichligen. 

20° Item bie reiden oder ſchneller waren alfo gemacht: es was ein holcz 
28 fchuhe langk, 18 ſchuhe langt reichet e8 über 2 farwegen und do mas 
es in einem ftoc gemacht, und die 9 ſchuhe gingen hinten hinauf, bie 
waren befwert mit einem andern holcz, daz man mocht auf und zu thun. 
und bei bem ftod was ein ftuben gemacht mit eingraben planden, varinne 

25 ſtunden die jchügen, bie bie reiven auf und zu tetten, wenn fie wolten, 
aljo daz man fie nit ſchießen mocht und ficher darinne ſtunden, und dar- 

2. 'gent' fehlt a. 4A. Pengnytz A. oberhalben und a. Werd — graben’ fehlt R. a. 
5. Egelvoff A. Megelvotff R.a. Egeldorf — weg’ fehlt. 7. ſchrancken' alle außer 
A, ebenfo unten. 8. verhawen R. a «. 9. von flunven einem A2. 4°. 14. an d. obge⸗ 


nanten AI. R.ae. 18. etwa lang wereta. 24. mit eim graben penden 4%. mit einem 
graben und pencken R. a. mit einem graben panden a. 


Kirche und Siehhaus, 1, Stunde Wöhrd fehr energiih eingriff, beweift fol- 
sn von üruberg am rechten Ufer ver gende Stelle des R.- M. von 1449: 28. 
Pegnitz. Dctbr. Item dem graben umb Werd 
2. d. h. herein gegen Wöhrd; von vollen nachgen und auf iglichem hawe 
ber oben genannten Straße nad) Schop- bie em mentſch dartzu leihen; bey einer 
pershof zu unterſcheiden. BVgl. auch Bau⸗ pen 20 bır.’ 
meiſterbu⸗ 214, 26 ff. 4. Es iſt hier von einer innern Linie 
3. Wöhrd war, abgeſehen von den die Rede. Der Rennweg find die Häuſer 
ben Stuff en Seiten, ganz mit unb Öärten —— vom Kaufertdor. 
Gräben und Schranten am ogen (vgl. 5. d. h. den oben im Texte 3. 3 ff. 
Saumellerh. * 4f.). Daß der Nirm- erwähnten Graben. 
berger Kath auch bei ber Befeftigung von 








Ordnungen 19. 20. 275 


ein waren ſchießlöcher gemacht; und wenn die feint unfer gefellen bexein 
drungen, jo mochten fie ven fehneller auf und zu thun, alfo daz fie ftun- 
den ficher varinnen. 
‚tem wenn man holezen wolt oder jo warnung kom, baz bie feint 
s für bie ftat wolten rennen, fo pot man auf 300 ober 400, oder wie vil 
man ir haben wolt, [hüten zu dem &algenhoff, zu dem untern und obern, 
und bie hetten ie 10 einen haubtman unter in und bie warten, wenn Die 
feint chomen, daz fie ſich mit in ſchüßen, biß daz der geraifig zeug und 
daz ander vold auß ver ftat komen. item jo gab man in ein haubtman 
10 von rag wegen, und wann beim Die veint chomen, fo muſten ſie alle auf 
in warten und im gehorſam ſein. 
(112°| Item ven drawanten, die zu deu reiden oder ſchnellern warn be- 
ftelt, gab man einem 1 wochen 2 24, und zu effen.auß der Fuchen, als vor 
bejchriben ftet'. 


15 [81. 1") 20. Ordnung der tor [und türue) hie in der flat. 


Lauffertor. 


Die ordnung und beſetzung des Lauffertors tag und nachtz. actum 

feria quinta Galli anno dm. 14492. 16. Det. 
Zum erſten ſo ſüllen die nachgeſchriben mit namen Albrecht Kreß, 
20 Mertein Haller, Ludwig Haller, Görg Pfintzing, Erdemprecht Coler und 
Anthoni Tucher, ir ieder ein wochen des nachtz in dem vorwerck des wor- 
genanten tors ſein und ligen, und alſo auf heut pfintztag zu abend zu 
dem garauß anfahen und antretten, und ir ieder ſein wochen alle nacht 
ordenlich volbringen. darnach ſol denn der ander mit ſeiner wochen der 
25 nacht antretten und darnach der dritt, und alſo nach einander, biß ir 
ieder fein wochen alſo volbringt. darnach fol denn der erſt wider anfa- 
hen mit ſeiner wochen, und ſol alſo in der ordnung zechet umbgeen, als 
I. und fiher — gemacht' fehlt 42. 42. 4. holczeu ſolt A. R. a. ac. II. mup in 42. 
12. trabenten a. trabanten' vie übrig. außer A. 14. geſchriben 42. 42. «. fehlt R. a. 
15. Die *oronung d. tor’ bis ord. von unferen heren’ (279, 11) in A von einer zweiten 
Hand, bie auch in der Schreibung einige Eigenthümlichkeiten hat: °6’ erſcheint uur im Aus 
laute, im Inlaute immer ‘ff’; auf vie organifch Langen e' (ae), felbft auf ee' fett ber Schreiber 
zwei Punkte, um, wie es fcheint, dadurch die Ränge des Vocals zu bezeichnen: ‘geen, fleen, 
vernem’:c. Ebenſo findet fich in das, des, was, als, alfo’ immer nur einfaches 6', wähs 


rend von ber erſten Hand häufig vafür ‘3 ' geſetzt wird. 24. volbrengen A?. 48. 25, der⸗ 
nach antreten 42. 4°. 26. volbrengt A®. 


Bgl. die (in A Bl. 16 u. 17 fte- fo, wie fie erfaffen worben, hier Aufnahme 
henbe) “Ordnung in der fuchen’ unten gefunden hat, zeigt fich deutlich genug aus 
Nr. 33. der ganzen Faſſung des Textes. 

2. Daß die folgende Ordnung gerabe 


18* 


276 V. Nürmberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


fie hievor nach einander gefeßt fein und das alfo mit Iofe unter in felbs 
angevangen haben. und fol ir feiner, welicher unter in alfo in dem vor- 
werd ift, des morgens nit abgeen, es fei denn der hauptman, ver bes 
tags unter dem tor fein fol, vor kumen. 
5 Und welicher hauptman alfo in dem genanten vorwerd des nad 
_ ober des tags fein wirdet, der wirt bei im haben bie hernach gefchriben 
drei püchfenmeifter mit dem grofjen werd, mit namen Contzen Gewman, 
Symon Santman und Congen Kanplgieffer', und, die nachgefchriben 
hauptleut [1] mit iren unvertanen, püchfen und armpruſtſchützen?. mit 
ıo namen fo füllen Ulrich Gewman mit fein neun gefellen und Albrecht 
Boldwein mit feiner hauptmanfchaft halber auf fampstag am morgen 
zu dem garauß in dem vorgenanten vorwerd fein und antretten, und ven- 
felben tag und die nacht gang bi am funntag am morgen zum garauf 
da beleiben und dem hauptman, der des nachts im vorwerd ift, umd auch 
15 dem hauptman, der des tags unter dem tor fein wirvet, gehorfam fein 
und der ordnung, als hernach gejchriben ift, getreulich nachgeen. 

So füllen Jörg Lochner mit fein neun gefellen und Albrecht Vold— 

wein mit dem anderen halbteil feiner hauptmanfchaft an dem Junntaugg 
am morgen zu dem garanf, jo die vorgefchriben abgeen wöllen, antrette a 
20 und denjelben tag und die nacht biß am montag am morgen zum garau 
da bleiben und dem hauptman, der des nachts im vorwerd tft, und auch 
dem hauptman, der des tags under dem tor fein wirbet, gehorfam ſeüm 
und der ordnung, wie hernach begriffen ift, nachgeen. und alfo füllen Die 
obgenanten hauptmanfchaften ir ordnung mit ab und angeen haben, alſo 
25 daz ir dheiner dennoch nach feiner gefetten zeite nit abgeen fol, es ſei 
denn der ander teil mit fein gefellen da. 

Zum erjten füllen auß denfelben 15 ſchützen allweg bes nach zwen 
inwendig am ftattor fein und beleiben und da fleifftclich wachen, ob man 
botfchaft herein oder hinauf tun wölt, daz fie darzu gefliffen und gehor- 

30 ſam fein. 

Es füllen auch auß venjelben 15 ſchützen alle nacht ſechs vor dem 
tor und vorwerck auſſerhalb ver prucken in ven ſchrancken? fein und = 
leiben, dafelbs fleiffig zufehen und ir wach wol in acht haben; und ob 
feinerlei botfchaft heran köme oder fie fuft ich vermerdften, daz füllen fe 


3. vorwerdt 4. 11. Woldwein R. a a. fo auch weiter unten. 25. “ir orbnung -dhei⸗ 
ner’ fehlt 42. 31. 15 geſellen 42. 


1. Bgl. Ordnung Nr. 23. 3. d. h. wohl: innerhalb der Schran⸗ 
2. Bgl. oben Nr. 6. ten. = 








Ordnungen 20. 977 


fircbaß den, bie im vorwerd fein, ze willen tun; viefelben denn das für- 
ba ß herein zu willen tun füllen. 
(ax. 2) Derfelb hauptman, der des nacht alſo im vorwerck iſt und bie 
üPB rigen 7 jchügen bei im bat, ver fol fleifficlich beftellen auß denſelben 
;7 3wen ſchützen, die da geen auf die linden feiten' in zwinger, und zwen 
ſchützen, die da geen auf die rechten feiten in zwinger ie zu zeiten bes 
nachts, und über die greben hinauf ſehen; und ob bie ichg vernemen ober 
vermerdten, das jolten fie demſelben irem oberften hauptman im vor- 
werd zu willen tun, ver das fürbaß, ob des not tett, pringen und eim 
ı barrgermeifter zu wiſſen tun folt. 

Sehe oder vernem aber der hauptman oder bie andern ſchützen bei 
irrt oder bie vor dem tor in ven ſchrancken, daz man die ſtat beſleichen 
oDer fich füft iemant mit evnfte oder anderm deßgleichen davor erzeigen 
wölt, da folten der hauptman, auch die püchjenmeifter- mit dem groffen 

5 werck und die anderen fchügen fich mit fehieffen und anderm zu der wer 
ge Hörnde ernftlich Dagegen fegen und fich emfficlich weren, und das ben- 
Noch unvergogenlich eim burgermeifter oder den oberfien hauptleuten? 
oDer ir einem, nemlichen berrn Ulrichen Haller, herrn Karin Holtzſchu⸗ 
her over herrn Berchtolten Volckmer zu willen tun. 

u Item fo fol Con Pfnürr, der des tags hauptman unter dem Lauf⸗ 
fer tor ift, allmeg des morgens zum garauß unter dem tor fein und des 
abends zum garauß dennoch nit abgeen, es ſei denn der hauptman, ber 
des nachts im vorwerd fein fol, fumen. 

2 Derſelb hauptman des tags unter dem tor fol mitfampt ven 15 - 

»ſchützen, die er bei im bat und die vor benennt fein, daſſelb tor des tage 

wol und in guter acht haben und fleifficlich zufehen, wer auß oder eingee, 
und es damit halten, als fie des denn unterjchiven fein und werben. 
[2°] Und alfo und mit folicher ordnung, hauptleuten, püchfenmeiftern 
und ſchützen, wie vor gejchriben jteet, find bie anderen vier tor ir ieglichs 
 befunder auch beſetzt worden, als denn die hauptleut und plchjenmeifter 
zu ieglichem tor gehörnde hernach gefchriben fteen. 


Frawentor. 
Item die hauptleut des nachts im vorwerck unter Frawentor ſind 
5. und in zwing. a. im zwing. A%. a. a. 6. die da — ſchützen' fehlt a. in den zwin⸗ 


ger @. im zwing. A%. a2. a?. 19. Volckmeyr a.a?. Volckhamer a. 27. unterſcheiden 42. 
43.0. 29. ir itliche 42. 4°. 


1. Des Thores nemlidh. genen WSemeinwejens ftellte, gemeint. 
2. Hier find bie 3 ftändigen oberften —— Bd. J, S. XXVII u. oben ©. 245, 
Hauptleute der Stabt, welde bie Nürn- 6. 
ergiiche Berfaffung an die Spibe des 


278 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. — 


bie mit namen: Conrad Pfifter, Wilhelm Rumel Wilhelms Inn, Jacob 
Awer, Lienhart Hirkvogel, Herman Sterneder, Peter Tyntner. 

Item die püchjenmeifter mit dem groffen werd unter Frawentor 
find die mit namen: Hans Sneprer, Clas Püff, Hertel Püttner. 

5 Item die hauptleut der püchfen und armpruftfchigen unter Frawen⸗ 
tor find die mit namen: Andres Frawnberger mit fein 9 gefellen [und] 
Herman Ortel mit fein 9 gefellen, püchfenfchüten; Peter Golfer mit fein 

O geſellen, armbroftfchüßen. 

Rem ſo iſt hauptman des tags unter Frawentor der Heckenhofer. 


10 | gt. *] Spitalertor. 


Item bie hauptleut des nachts im vorwerd unter dem Spitller — 
tor find die mit namen: Hanns Smidmayr, Ott Haiden, Stephan Bol —: 
meir, Fritz Meüffellein, Ulrich Pennynger, Seig Trawtskircher. 

Item fo find das die püchſenmeiſter mit dem groſſen werd unter Ze, 

15 Spitalertor mit namen: meifter Conrat Steinmitz, Seitz Keß, Rude 
Wagner. 

Item ſo ſind das die hauptleut der püchſen und armpruſtſchützer 
unter Spitalertor mit namen: Iörg Criſtan mit fein 9 gefellen (un) 
Ulrich Wigel mit jein 9 gefellen, püchjenjchügen; Sebolt Künig mit je: 7, 

20 9 gejellen, armpruftichügen. 
Item ſo ift hauptman des tage unter Spitalertor Hanne Meihiener. 


fs] Nemwentor. 


Iten die hauptleut des nachts im worwerd unter dem Newentor 
find die mit namen: Peter Pfinging, Fritz Kammermeifter, Berchtolt 
25 Kraft, Hanns Loffelholg auf der Füll, Erhart Frey, Thoman Reid). 
Item jo find daz die püchjenmeifter mit dem groffen werd unter 
dem Newentor mit namen: Herman Kaw, Hanns Kammacher, Hartman 
Unverprofjen. 
Item jo find das die hauptleut der püchſen und armbruſtſchützen 
zu unter dem Newentor mit namen: Hanns Salman mit fein O geſellen 
[und] Sebolt Flafchner mit fein 9 gefellen, püchjenfchügen; Weigel Ob: 
nant mit fein 9 gefellen, armpruftichügen. 
Item fo ift hauptman des tags unter dem Newentor Marquart 











hr. | Xiergartnertor. 
35 Item fo find das die Mauptleut des nachts im vorwerck umter | 
— 7. Orter 42. 12. Smidmer 42. 13. Trautzkirchner 4%, Ad. a.a. 15. Stein 


en .. 


— Srichr. außer 4. 4. 27. Hannſen A. 33. tag 4. Marg. Vitz a2. Wit a? 


Ordnungen 20. 279 


Tirgartnertor mit namen: Heintz Sporlein, Hanns Löffelholg an ber 
Smidgaſſen, Fritz Amman, Hanns Voyt, Hanns Hölgel, Andres Imhof. 
Item fo find das die püchfenmeifter mit dem groſſen werd unter 
dem Tiergartnertor mit namen: Brit Storr, Fritz Keym, Fritz Weigel. 
Item fo ſind das bie hauptleut ber püchfen und armbruftichligen 
unter dem Xiergartnertor mit namen: Heinrich Vorfter mit fein 9 gefel- 
fen [und] Hanns Vorjter mit fein 9 gefellen, püchjenjchügen; Ulrich Kefer 
mit fein 9 gefellen, armpruftfchügen. 
Item fo ift Heing Helmreich hauptman bes tags unter dem obge- 
nanten Ziergartnertor. | 


[4] Ordenunge von unferen berrn des rates gefegt, wie 
. ein iedes tor verwart fein fal. 


Zum erften mit einem heuptman', einem fchreieber, einem pawer⸗ 
pütel, der bie leut kennet. 

5 Einem heuptman feint zu gegeben fumfezig geſellen?; ver haben alle- 
wege zehen ein heuptman, ver gehen fumfundzweinkig an ein tag und ein 
nacht und des andern tags aber fumfundzweingig, alfo das fie ein tag 
und nacht miteinander abwechſeln. 

Item ber obgemelte heuptman, fchreiber und pawerpütel fullen en 
ꝛd tag allewege da - fein biß man bes nachtes zugefpert bat, unbe venn alle 
tage frü wiber da fein, wenn man das tor anffperret. 

tem zwenn buchfenmeifter auf iedes vorwerg, die tage unbe nacht 
‚m fulfen ſein?. 
stem zwenn buchienmeifter für das tor, wenn das not tut. 


Türnlein am Fiſchpach?. 


Item in dieſem türnlein, als der Fiſchpach herein fleust, im zwinger 


2. Veit 49. Roitz ar. 4. Störr 42. 49. Stoer a. Stoir At. a. 10. tor’ fehlt A. 42. 
12. Diefer Abſatz biß 'Tärnlein am Fiſchpach', ver fich (aber nur in A) auch fprachlich von 
ben andern unterſcheidet, won einer dritten Sand. 26. In wief. zwinger «a. Fiſpach A. 
„ twinger A. a. "im zm.’ fehlt «. 









. Wie fih aus dem Kolgenben er- 
, iſt bier der Hauptmann „des Ta- 
int 


gemeint. 

. Im en find nur 3 
tmannfchaften (= 30 Mann) für 
r fünf (Haupt⸗) Thore angenom- 
Die bier gegebene, offenbar auf eine 








Berein 
Srüher waren für jedes Borwert 


beri Büchſenmeifter angeſetzt; in dem un- 

r Nr. 23 folgenden Verzeichniß der 
—E an Thoren und Thuͤrmen 
iſt die Zahl derſelben auch bei den Haupt⸗ 
thoren eine wechſelnde; zumeiſt erſcheint 
ſie viel yöber gegriffen. 

4. Der Thurm an der Sübfeite der 
Stadtmauer, durch welchen noch heute 
der Fiſchbach in die Stadt geleitet wird. 
Bol. unten Nr. 23. 


x x 


280 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 
waren zwen beftelt, einer ver bo wachet vor mitternacht, ber ander nach 
mitternacht. 


Woafferturn!. _ 


Item im vorwerd bei dem neuen turn im waßer do warn zwen 
5 wachter beftelt, der ain der wachet vor mitternacht, ber ander darnach. 


Drdenung der fwipogen?. 


Item auf ievem fiwipogen ober und unter ber ftat warn 4 man be- 
ftelt, die do zumwarten tag und nadıt. 
Item unter iedem fwipogen warn 8 man beftelt, die do zumarten 
10 tag und nacht. 


ar. 5) Neuentor und Öyrhertürlein®. 


Item Nemwentor und Hirhertürlein, bie zwai warn ben ganczen 
frieg aus verfpert tag und nacht *. 


Sant Sebolg turn. 


15 Item auf fant Sebolg turn fein befchieven 6 genant, der mnit ie 
einer noch dem anbern 6 tag auf dem turn beleiben und ördenlich darob 
fein, daz die turner ördenlichen wachten, und fo fie feur in ver ftat ſahen 
aufgen, daz fie daz von ftund an dem burgermaifter und feurmaiftern ® 
zu wilfen teten; auch vorften fie nit plofen noch anjchlahen, es wer denn 
20 ein gar groß feur, jo möchten fie wol ainſt anflahen oder plofen. 
Auch müften fie des tags fteß in daz felt fehen noch ven feinten auf 
7. auf dem fmip. 42. AP. a2. «. In A* immer chwinbogen’. 


bertürl. a. a®. a. Srertürl...a?. Hyrhertürnlein 4. 
18. den burgermeiftern «. . 


11. !und’nurina. Ir⸗ 
15. befcheiven 4°. AP, a?. a®. 





1. Richt der fpäter jogenannte Waſ⸗ 
jerthurm an der alten Stadtmauer, jon- 
bern ber im 3. 1422 erbaute Schleier⸗ 
thurm am Ausfluſſe der Pegnitz qus der 
Stadt. Bgl. Bd. I, ©. 371,%. 

2. Dur wel e bie Stadtmauer 
über die Begnit geführt wird. Es find je 
zwei am Ein- und Ausfluffe, daher es 
ganz den folgenden Angaben entjpricht, 
wenn nad) dem R.-M. von 1449 am 
2. Zuli ‘zu den vier fchoßgattern 32 
ſchuezen' beftellt wırden. - 

3. Srhertürtein, das heutige Haller- 
tbörlein. 

4. Das Neue Thor hatte man am 
12. Septbr. ‘wider öffnen’ und wie Die 


andern beftellen laffen. Am 5. Dechr. 
ließ man. es ſchließen und fortan en 
halten. R.⸗M. von 144 030 ang. Tg 

5. Bon ben beiden ichthilrmen ; zu 
St. Sebald und zu St. Lorenz wurde je 
einer, (der, auf welchem fich Die Uhr⸗ Iınd 
bie Sturmglode befanden) auch in Frie⸗ 


Fa als Wachtthurm gebraucht. 


I, 268, 38; 273, 1, 3; 274, 1, 
5: wie an der letztern Stelle find die frag. 
lihen Thürme auch in allen folgenden 
Stabtrehnungen umter der Jubrit Tur⸗ 
tes civitatis et caftri’ aufgefüh 
6. Ueber ee euermeifter bil. Endres 
Tuchers Baumeiſterbuch S. 140. 





Orbrrungen 20. 281 


all ent, und wo und werm- fie feint fahen, fo pfifen die turner feint und 
fteckten dann ein fib an einer ftangen gegen vemfelben ent, do die feint 
wWarn, ze öberſt bei ver horgloden binauß, und ob feint auf ziveten oder 
Dreien enten einranten, fo ftedt man fo viel fib auf biefelben ent; alfo 
rant dann ber raifig zengf und die drabanten luffen gegen denſelben torn 
gegen ben feinten. 
Auch was den genanten bevolhen, daz ſie die ſturmglocken bewarten, 
Daz Die nit geleut würd und nit domit teten, fie würden denn bon ven 
Sberften haubtleuten geheißen?. 


Sant Lorentzen turn zc. 


Item desgleichen ward beftelt auf ſant Xorengen turn, auf dem in- 
rrern Laufferturn, auf dem weiſſen turn? und auf fant Margreten tuen®, 


Item auf den vorgefchriben türnen warn die fieb auf ieder feiten 

eins an ein lange ftangen gepunden; diefelben ftangen ftieß man auß und 

ıs ein, wenn man wolt. alſo waren biefelben ftangen eingezogen und bie 
ſieb hiengen hart an ven mawern, biß daz die vorgefchriben türner oder 
genanten feint fahen: denn fo ftießen fie vie fib hinauß und bliefen vie 
feint an, fo riten den die geraifigen und lieffen vie fußfnecht 2c. ut prius. 


[$?] Item mer ordenung ber tor. 


» Item mer zwen püchfenmaifter für ieves tor, wenn daz not thut*, 
und 2 püchfen auf karn für daz tor füren und fo lang bo fein, biß man 
fie heiſt abgen. 

‚Item mer ber vorgenant ſchreiber ſol anſchreiben alles fremdes volck, 
wie ſie heißen und von wann fie fein, und bie ſchreiben, wer für fie ver- 

5 Spricht, und befchreiben, waz not tut over geheißen wirt®. 

8. und nichts domit a?. ad, «. 10, Die Ueberſchrift nur in «. 12. "und auf — turn’ fehlt a. 


18. fo riten — prius: fo was man dann auf als vor gefhriben ftet a?. a°. ‘Item auf ven 
— prius' fehlt a. 25. oder heißen A. 4%. a. "oder — wirt’ fehlt a. 


Diele Anordnung wurde am 12. 
Juli 1449 getroffen; a. R.⸗M. 

2. Beides Thorthürme der alten 
Stabtmauer, der eine dem (äußern) Lau⸗ 
fer», ber andere moch i in der Stadtrech⸗ 
nung von 1442 als “Inmerfpitalertor’ be- 
zeichnet) dem Spittlertbor entjprechend. 

3. Der Thurm über den ‘Doppel- 
fapellen auf ber Reichsveſte. Nach ber 
aus Müllner entnommenen Angabe bei 


Murr, Merkwürd. 2. Aufl. ©. 53, Anm. 
war a früher (bis 1566)  böher als jetst. 
4. Bol. oben ©. 279, 2 

5. Die am Saufertbor ( (vom 1. Zuli 
1449 bis 30. Juni 1450) ſolchergeſtalt 
ejertigte Lifte der hereingefommenen Per- 
onen bat ſich im Nbg. A. (Mr. s02. 
gleichzeit. Pap. hoſchr. in fol. obl.) n 
erhalten. Der „Berfpredher” (vgl. unten 
283, 1) oder Beherberger des Ankömmlings 


282 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item mer ain paiwernpütel, der daz pawersvolck dent, daz auß und 
ein get und unfern herren und den purgern in ber ftat zuftet. 

Item ver obgefchriben 25 gefellen! ver fein vier des nachtes in dem 
vorwerck und bie anbern alle vor dem tor. 

5 Item ben in dem vorwerck gibt man zu alle nacht ain genanten oder 
jüft ein reblichen man, ver einer leit ain wochen in dem voriwerd; ber 
fein 6 man und get von aim an ben andern ?. 

Item mer fein zwen wachter in ver ftat an daz tor beftelt, und waz 
pottfchaft außen an daz tor fümpt, daz fie daz von ſtund an einem bur⸗ 

10 germaifter zu wifjen thun füllen ®. 

Item fo ift auf den türnen beftelt bei 24 genanter oder füft erber- 
ger purger, ver ift einer ftet8 vier tag und nacht darauf, und wechfeln ab 
ie einer nach dem andern; die füllen die turner manen und felber umb⸗ 
ſehen nach notburft. | 

15 Item mer 2 puchjenmaijter füllen auf dem turn fein, wenn man 
fich beforgt*. 

Item der haubtman, ver des tags unter dem tor ift, dem tft bevol⸗ 
ben, daz er fein gefellen darzu halt und er felber dorob fei, daz niemant 
in bie ſtat. kom, der, er ober fein herr, feint ber jei, on wiſſen eins bur- 

20 germaifters, e8 wer denn fach, daz er ver ftat zufüret ober trüg, daz der 
jtat notdurft wer, fo fol er in hinein laßen und fol ein feiner gefellen mit 
im ſchicken auf den mardt und in laßen verfauffen und in wider aus der 
ftat ſchicken. 

Item waz aber unferer pauern wern, die hern in der ftat heiten, oder 

25 ander leut, bie nit feint ber weren, bo fol der haubtman ir treu von in 
nemen, [daz ſie dvem rat der ftat und ver ganzen gemein unfcheblich wöl⸗ 
len fein, und fol darnach ein feiner gefellen mit im in bie ftat fenten zu 

5. ven’ fehlt a?. ad.u. 6. Teuta?. a. 15. Die Lesart des Tertes geben A®. a®. aꝰ. u. auf 


d. tor R.A u. a. 19 das er a. feint fein @. feint ſey 40. fein — wiſſen: ſein Herr 
feind fie on wiflen a?. a®. unwiflent «. 25. ber warenau. *"in’fehlt A. a. a. 


(im den meiften Fällen wohl ein und di⸗⸗ ımten Nr. 46. Auch für den Fall, daß 
jelbe Perſon) findet fich bei faft allen lateiniſche Briefe anlamen, we man 
Namen. Eine entſprechende, aber ganz Vorſorge; im R.⸗M. von 1449 heißt es 
Inge Aufeihnung in Bezug anf das beim 15. Oktober: “Item beftellen unter 
Möhrberthörlein liegt obiger Handſchrift den toren, baz fie feinen latynifchen brief 


bei. eynnemen, bie botten bebalten und nach 
1. Bgl. oben S. 279, 15 ff. Die fol- einem fchreiber ſchilen, bie zu verhören'. 

gende Anordnung weicht von den bezüg⸗ 4. Die in den Tert aufgenommene 

lichen früheren Beitimmungen (S.276) ab. Leſeart ift, wenn man bie früheren Anga⸗ 
2. Vgl. oben 275, 19f. ben (vgl. oben 276, 5 ff.; 279, 22 ff.; 


3. Weber die befonderen Vorſichts- 281, 20) und bie unten (Nr. 23) fol- 
maßregeln, welche getroffen waren, wenn gende Ordnung ber Büchjenmeifter in 
Botfchaft bei Nachtzeit anlangte, banbelt etracht zieht, für die richtige zu halten. 





Ordnungen 20. 21. 22. 283 


irm herren ober füft zu aim andern piderman, daz er für in ſprech, bay 
fie unfcheblich wällen fein in obgeſchribner maß. 
(Si. 6") Item waz aber leut, es wern purger ober geft, aus ber tat 
geen, do fol man aigentlich beſehen waz fie tragen, und fie bejuchen, ob 
s fie ichts tragen ober füren, pulver ober harnaſch ober besgleichen, daz 
wiber bie ftat ift!. 

Auch fo fol man niemant hinaus wegk laßen gien, es fei fraw ober 
man, e8 hab dann ein pollicken?; e8 hab dann ein gute kuntſchaft, daz es 
ver ftat unſchedlich fei und recht fach für. 

10 Item auch fol man befehen, waz bie paurn in dem mift aus ber ftat 
fürn und mit langen ſpieſen vurchftechen, daz fie icht fürn, daz ber ftat 
fcheblich ſei. 

Auch fol man die laib zufchneiden, das fie icht geferliche fach dar⸗ 

- innen bin auß tragen ®. 

15 Item mer der haubtman fol kainen trabanten aus lapen laufen, 
fie haben dann laub von friegäherren und fagen dem haubtman ain wort- 
zaichen. 

Auch ob ain raub Kim, fo fol in der haubtman nicht in bie ftat 
laßen, es fei dann mit wifjen eins bürgermaifters*. 

20 Item mer ift georvent gewefen, daz man unter ein tetlich tor bei 
funfczig ſpieſen und bei 25 helmparten getan bat und die gezaichent, daz 
man fie fenn, und die hat man dem oberiten haubtman bevolhen. 

stem ob man leut begriff unter ben toren, es weren man ober 
framen, darauf man arckwan het, die jolt man füren für die kriegsherrn. 


25 [81. 74] 21. Don öffenung der tor bri nadıt. 


Item fo man die tor bei nacht öffnet, dobei muft fein ein burger- 
meister, ber bie torflieffer hieß aufſlieſſen; fo hette man beftelt ein merd- 
lich vold, die dobei waren. 


(81. a5) 22. Ordenung auf der feflen. 
30 Item Sebolt Kreß? ift auf der feften beliben, fo er allermaift ge- 


13. die laib prot «. 16. von friegs wegen«. 17. "wars (wors) zeichen’ alle außer A. 
24. ‘Item ob — kriegeheren’ fehlt a. 


I. Man vermochte ni tom zu ver- 3. Bgl. unten Ar. 51. 
binbern, daß letzteres geſchah. Vgl. unten 4. Vgl. oben 259, 260. 
5. Er war (ätifcher) “amptman auf 
Fu ‚gl. unten Nr. 45: ‘Bon dev des reiche veften’, wie fein Titel im gleich» 
polliden’. zeitigen Aemterbuch (Nr. 2 im Nbg. A.) 


284 V. Nürnberg’8 Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


mügt hat, von feurs und fürzihens wegen; und fo er ſolchs vernomen 
hat, fo hat er es zu wißen geton ben öberſten haubtleuten. 
Item er hett auch auf fant Margreten turn 4 fieb an langen ftan- 
gen zugericht, und wo bie feint für die ftat ranten, jo ftießen bie turner 
5 daz fieb gegen demſelben tor weit hinaus, aljo daz der raifig zeug und daz 
fußvolck fich darnach weiten ze richten, | 
Item er beftellet auch mit feinen turnern und wachtern, daz fie tag 
und nacht gar fleißig muften fein mit irer wart und wach, und die vor 
oder nach wachten, bie muſten bei ver nacht alle ſtund melden, und waz 
10 fie vermerditen von feur oder von cheinerlei, daz teten fie dem Kreßen zu 
wißen, ver tet e8 denn ven öberſten haubtleuten ze wißen und ven öber⸗ 
iten friegberrn. Ä 
Item dem Sebolt Kreßen fein von den vberften haubtleuten zuge 
ſchickt und bejchiden worden von ven genanten mit namen: Heincz Ka⸗ 
ıs mermeifter, Heincz Topler, Thoma Hübner, Kuncz Halbpachien, Peter 
Helchner, Lorenz Storr. die ſechs waren ir ietlicher 4 tag auf ver 
veften und hulfen zulugen nach dem pejten, und lagen des nach bo oben, 
und wechjelten 45°} ab nach einander; und wenn ein gerenn für die ftat 
chom, fo chomen fie alle auf die feften. | 
20 Item auch muſten die zwen toriwarten in großer befunnenheit fein, 
wer auf die fejten ging aus und ein, aljo daz das felbig ampt auch ge- 
treulich verforgt fei. 
tem er hat auch zu zeiten 6 püchjenfchügen in bem zwinger gehabt, 
bie wachten halb vor mitternacht und halb nach mitternacht; und dieſel⸗ 
25 ben füllen frum un ftille gefellen fein. 


15. Halbwachſen R. a a. 20. torwarter 42. 43. torwartner o. befunverheit 4%. 


beim 3. 1445 lautet. Im ben Stadtrech-⸗ d. kaiſ. u. Reichs⸗Landvögte zu Nürnberg 
nungen (Sahresregifter III.) heißt er wie (1787) ©. 19 u. 20. Daß es die Aufgabe 
in End. Zucher’s Baumeiſterbuch ‘burg- der brei oberften Hauptleute, denen wir 
graf’, feine Vorgänger auch ‘pfleger’. Vgl. Kreß untergeben fehen, war, bie Burg im 
in Bezug auf dieſes Amt die freilich feine Vertheidigungsftand zu erhalten, gebt 
näheren Belegftellen barbietenden Anga- auch aus Baumeifterbuch 134, 8 f. hervor. 
ben in v. Ebner's Fragmente zur Geſch. 











5 


10 


Orbnnungen 23. 


285 


[81. 7°) 23. Hie nach iſt verzaichent die ordnung der püchſenmeiſter zu dem 
groffen werd auf den türnen umb die flat‘. 


Alt Nürmberg?: Hanns Prenttel, Zeigenhenslein, Hanns Pfannen- 


fmib, 
Luginslant?: Fricz Appel. 


In dem tiwinger* auswendig des Yuginslants im andern turn: 


Heinz Wilhelm, Hanns Staub. 


Im dritten turn: Michahel Grym, Peter Böglinger. 
Im vierden turn: Sebolt Golnhoffer. j 
Im fünften turn: Hanns Meaifter. 

[7°] Im fechften turn: Fricz Aichelperger, pedjlaher. 
Im fibenvden turn: Hanns Doren. 


Im achten turn; Fricz Maier. 


2. grofien werden a. 


1. Ein analoges Berzeihniß aus et- 
was fpäterer Zeit, in welchem großentheils 
diefelben Berjonennamen und zwar faft im- 
mer mit Angabe des Standes — e8 waren 
meift Rothichmiede — wiederlehren, fteht 
im Cod. A, Bl. 184—192. Einige Büch— 
fenmeifter von Sa die dann insbeſon⸗ 
dere bie Herftellung von Geſchützen zu 
bejorgen hatten, finden wir jederzeit im 
Dienften ver Stadt, namentlich aud) Aus- 


- wärtige, beren Kunſtfertigkeit gerühmt 


war. Sie erhielten neben ihrem gewöhn- 
lichen Lohn einen bejonderen Sabresfolb, 
ber nach der Fähigfeit des Einzelnen und 
nach den Zeitwerhältnifien verfchieden war. 
(Im Allgemeinen ſchwankt er zwilchen 10 
und 40 Gulden; auch wird ftatt feiner 
einem Auswärtigen zumeilen Das Bilrger- 
recht ertheilt.) Mehrere derartige Con⸗ 
tracte ſtehen im Beitallungsbuch der Lo⸗ 
jungftube (Nbg. A. Nr. 296), wo fich 
(31. 105) auch der ‘plichfenmeifter aybe’ 
eingetragen findet. Er lautet: Es fol ein 
yeglicher plichfemeifter fweren zu got und 
den heiligen, daz er der flat und ben bur- 

ern getreulichen diene und gewartt mit 
Piner funft, was im empbolhen wirbt 
von bes rats wegen, und, wenn man fein 
bedarff in der ftat zu pilhien, pulver oder 
andern Inden jo fol er den burgern ar- 
beiten umb einen gleigen Ion, wenn man 
aber fein aufferhalb ber ftat bebarff, fo fol 
man im bie wochen zu I geben 1 €2. 
balfer über ſein samt e koſtung und 
uber feinen gewönlichen jarsſold, und fol 


8. Porlinger 4°. 


11. peckſlaher' fehlt 40. 


auch von der ftat nicht ziehen, bieweil er 
beftellt ift, on des rats urlaub ongeverde. 
Zuſatz einer fpätern jedoch noch dem 
15. Jahrh. angehörenden Hand:) und ob 
man fie yemants lihe, es wer furften, 
berren oder fteten, fo fol man in nicht 
ſchuldig fein zu geben von ber flat wegen 
dann ein beftimpten iar ſolde ongeverbe. 

2. Der fünfedige Thurm auf der 
Befte, welcher die Reichsburg, zu der er 
noch gehörte, einft gegen jene bes Sup 
grafen abgränzte. Den Namen "Alt Nü- 
temberg’ ihr er auch in Endres Tucher’8 
Baumeiſterbuch: derfelbe beftätigt ebenfo 
wie Die Bauart des Thurms die An- 
nahme, daß er Nürnbergs älteftes Bau- 
denkmal fei. 

3. Der hohe und ſchöne Thurm, wel- 
hen die Stabt (mie fidh bei einer ſpätern 
Gelegenheit genauer wird nachweifen 
laſſen) gegen das Ende des 14. Jahrh. im 
Diten der durggräflichen Burg hatte er- 
bauen lafien. 

4. Unter den Thürmen im Zwinger 

d in dieſer Ordnung durchweg jene an 
er äußern, unmittelbar über dem Gra- 
ben fich erhebenden Mauer zu verftehen. 
Dagegen unterjcheibet ein ebenfalls noch 
dem 15. Jahrh. angehöriges Regiſter aller 
Schlüſſel zu den Stabtmauern (Nbg. A. 
Nr. 792. Pap.hdſchr. fol. obl.) den 
Zwinger (d. i. ben Raum zwifchen beiden 
Mauern) von der 'ewſſer' und von der 


hoch ſtatmaur'. 


—— 
ug j 


286 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Im neunden turn: Hanns Gewman. 
Auf dem turn an der ftatmaurm!... 
Im ailften turn: Endres Pedjlaher. 
Im zwelften turn: Peter Smauß. 
5 Auf dem Fröfchsturn?: Bartholmes Gutpier, Marquart Gutpier. 
Im turn dobei: Fricz Kniſtling, Endres Doner. 
Auf dem Laufferturn: Eberhart Echkſtein. 
ſBi.se) Auf dem vorwerk vor Lauffertor: Hanns Fuldner, Symon 
Santman, Concz Franck, Concz Heutz, Hartman Unverdroſſen. 
10 Unter dem Lauffertor zum groſſen werck: Concz Gewman, Hanns 
Suepprer?. 
Im ziwinger neben dem Laufferter herab gein Werbertürlein, in—y 
erften turn... 
Im andern turn: Herman Prücher. 
15 Im dritten turn: Herman Wersgern. 
Auf dem Werberturn*: Hanns Gerftner, Fricz Kaltenhawſer, Ja» 
Gerſtner. 
Im zwinger neben dem Werdertürlein hinab gein ver Pegnitz, im 
erſten turn: Haincz Strolock. 
20 [s} Im andern turn: Eberlein Heutz. 
Im dritten turn: Ludwig Stör, Heinez Tampach. 
Im türnlein auf dem waffer: Cuncz Mülich, Hanns Singer, 
Auf des Mollen turn’: Thoman Henn. 







2. In « mit dem Folgd. zufammengezogen: "auff vem xı tum an per flat mawr'. — Ver 
Name des Büchfenmeifters fcheint zu fehlen. 6. Rnifchling A. 9. A, BI. 19a offenba : 
verfelbe C. Henntz, rinckenmacher'; vgl. unten. 13. Der Name fehlt. 14. In' 4. 16.9- 
Groſtner Ad... 20. A, Bl. 187a Eb. Henng, ringfmyd’; vgl. oben. 21. Tanpah A- . 
23. Th. Heyn a. j 


1. Nemlich an der hohen Stadtmauer, 
im m Gegenfaf zu ben Thilrmen bes Zwin⸗ 


Der Thurm hat ſeinen Namen 
(„ —— “, bis heute bewahrt. Er 
liegt öftlih von dem in unferen Tagen 
neu ‚wusgebvogenen Martbor. 

3. Hans Sneperrer (A, BI. 185. ein- 
fach als Rothſchmied bezeichnet ; früher — 
vgl. oben 278,4 — am Srauenthor poftirt) 
war 1144 al8 Büchienmeifter mit einem 
Jahresſold von 20 Gulden in der Stabt 
Dienfte getreten. Beftall. d. Loſungſtube, 
Nög. A. Nr. 296, BI. 31°. Will man der 
Meinung beipflichten, daß Rejenplüt nur 
ein Dichtername fei, fo dürfte Die Ver— 


muthung, es jei der am Kriege thaͤtigenc 
Antheil nehmende Dichter Hans Schnep⸗ 
perer (wie er ſich zweimal nennt) und 
unſer Büchienmeifter eine Perfon, einigt 
daltpuntte immerhin darbieten. * 
Thurm am Wöhrber Thörkan, 
er Sohn Stadtmauer” (Reg. d. Schliß 


8.53 

5 A, Bl. 185% ‘auf des Miollen tig 
in dem waſſer': er muß noch am rei 
Ufer der Pegnitz geſucht und das vop 
gehende ‘türnlein’ der äußeren M 
(dem Zwinger) beigezählt werben. 
ben Namen führt der Thurm al 
dem Bierteilmeifterbuch für das B 
am Salzmarkt (Pergamenthbichr. j 











Orbningen 23. 2387 
Auf des fchütmeifters turn: Berchtolt Dürer. 
Auf dem turn hinter dem wilpad: Hanns von Steten ?, 
Auf dem gang bei vem wilpad®.... 
Auf dem turn hinter ſant Kathrein*: Eberlein Henlein. 
5 ‚Im zwinger vor der Pleih’: Hanns Ruprecht, Hanns Kanvel- 
gießer. 
[81.9] Auf dem turn hinter fant Kathrein mit vem biven ff*: Erhart 
Maier. 
Im zwinger Hinter fant Kathreien, [im erjten tum]: Hanns Smauß, 
10 Hanns Knylein. 
Im andern turn: Hanns Maller. 
Im dritten turn: Cuncz Pfeilſmid, N. Sneivenwint. 
Im vierden turn: (Concz Sloßer), Hanus Bamberger, Criſtan 
Drechſel. | | 
15 Auf dent Frawenturn: Dietel Schreiner. 
| Im vorwerd vor Frawentor: Cuncz Ratmann, Claus Buff, Eras⸗ 
uns Guldenmunt, Heinrich Heberlein. 
Zu dem groffen werd unter dem Frawentor: Hanns Hertenftain, 
Ukich Maienſchein. 
20 ſob] Im zwinger neben dem Frawentor, im erſten turn: Fricz Singer, 
Hanns Prügel. 
Im andern turn: Diecz Swind, Heincz Prophet. 
Im dritten turn: Hanns Jacob, Hanns Prackenloer. 
Im vierden turn: Michel Stainprucker, Peter Petzenſteiner. 
25 Im fünften turn: Heincz Petenfteiner, Herman Bayer. 


1. Berht. Dürr a. Berdt. Turn a?. 0°, a. Dura A®. 
vnterkewffel'. 2. wildvad R.a. 3. Der Name fehlt. 7. plobena. 11. Maler 42. 4°. 
a.a. 13. Concz Sloßer' in A. A? unterfirichen, wahrfäheinlich fo viel ale getilgt. Ger 
Bamberger R. A. außer 4°. Concz — Bamb.’ in A? unterfirichen. 16. Clauß Brieff 
«a. Priff 4%. 17. Guldemut a?. 19. ‘Ulrich’ nurina. 20. Stinger A. «. 


In A, BL 185b; Betz Dürr, 


im Nbg. A. Nr. 548 mit dem voran- 
ftebenden Datum ‘Anno 49 zu Jünben- 
den’), wo (31. 10%) ) feine Ausrüftung, Die 
ſehr Berk erfcheint, angegeben wird. 


End. Tucher's Baumeifter- - 


(91. 10) wird dieſer Thurm nur al® 
je “turn anf der Pleiche' bezeichnet: er 
Pe ein ſteinpuchß auf einem boben 

erußt” —. . 

i 2. In dem ©. 285, 9. 1 angef. 
Verzeichniß aus etwas Ile Zeit heißt 
er ‘ein ſnytzer' (A, Bl. 1856 


Pe 5 =” Im angef. Vierteilmeifter- 


3. Wohl ber Gang auf dem über 
den füdlichen Arm ber Pegnik führenden 
Bogen. 

4. Bgl. Bd. I, 357, 4. 

5. d. 5. im Zwinger zwilchen ben 
beiden Armen der Pegnitz. Die Bleich 
bezeichnet den nördlih vom Wildbad ge- 
legenen, öftlih au die Stadtmauer grän- 
zenben Theil der Inſel Schütt. 


6. Alle Thlirme der Stadtmauer ' 
waren (und find zum Theil noch) mit 


verichiebemfarbigen Buchftaben bezeichnet. 


288 V. Nürmberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Im fechften turn: Götz Neitter, Cuncz Smid. 
In dem fibenvden turn: Heincz Sonner, Concz Flock. 
[81 10°] Im achten turn: Heincz Hirkvogel, Erhart Hofman. 
Im neunden turn: Fridrich Sweyczer, Herman Newmeiſter. 
5 Im zehenden turn: Claus Kaltenhawſer. 
Auf dem turn in ber ſtatmaurn am Viſchpach!, do das bloe y an⸗ 
Herman Wernlein. 
Auf dem turn darnach, do daz bloe z anftet: Niclas Peſſler. 
Auf dem turn hinter ven carteufern: Hertlem Viſcher, Hanne 
10 Gewman. 
Auf dem turn, do daz grün E anftet.. 
Auf dem -Spitalerturn: Hanns Freiberger. 
[10°] Unter dem euffern Spitalertor: Hanns Hamer. 
Auf dem vorwerd vor Spitalertor; Rudolf Wagner, Erhart Za— 
15 pfenmacher, Seht Kefs, Herman Elein, Heincz Fridman, Hanns Kalten⸗ 
hawſer. 
Im zwinger neben Spitalertor hinab gein der Begnig, im erfen 
turn: Hanns Frid. 
Auf dem turn hinter des Peslers ſtadel?: Hanns Weyß, Fig 
20 Pfanſmid. 
In dem andern turn: Fricz Brunner. 
Im dritten turn: Michel Siawerspach. 
Im vierben turn... 
[Bi. 11°] Im underften turen: Concz Gabler, Hanns Mard. 
25 "In dem zwinger auf dem Newenpawe gegen dem Thoman Mülner?: 
Sebolt Gerftner, Hanns Stödlein. 
5 In dem turn nechſt noch des Künigs turn: Steffan Prophet, Fricz 
rtel. 
Der [ander] turn nach des Künigs turn: Hanns Kaltenhawſer, 
so Eberhart Funck. 


2. Im dem A. Senner 4°. Sönera. C. Folck 4°. 
drich' nur in a. 6. Vispach R. A. 15. Seitz Keiß A. 
ſtrichen. 26. Greſtner A. a. 29. ander' fehlt allen Hoſchr. 


1. Bgl. ©. 219. A. 3 u. Bd. 1, 400, 4. 4. Der Zwinger 
2. Wie A, DI. 1886 ausdrücklich lag mithin noch am linken Ufer der 
befagt ift, befand fi diefer Thurm an Pegnitz. 
der Bohen Stadtmauer. Die Zählung ber 4. Hier beginnen offenbar wieber bie 
Thürme im Zwinger geht mit dem fol-_ Thürme au ber hohen Stabtmauer, wie 


ſtet: 


4. In dem newen turn A2. „Fri⸗ 
G. Fridman' in 4. 42 unter⸗ 


genden weiter. 

3. Thoman Müllner war Müller 
auf der Neuen Mühle in Loren enger Ma 
Baumeifterb, 122, 3. ; vgl. o 


bieß auch eine Vergleihung mit dem 
urn ſpäteren Verzeichniſſe in A Dar- 
t 





5 


10 


15 


Ordnungen 23. 


289 


Auf ven dreien türnen neben bem ſpital' in des Rumels viertail: 
Lienhart Newburger, Herman Hof, Ullein Kaltbenhamfer. 
Im vorwerk neben dem großen turn in ver Begnig?: Heincz Pfu- 


rer, Lienhart Peheim. 


[11°] Auf dem groſſen turn in der Pegnitz und vorwerck dabei: Heincz 
Hamer, Herman Manrieder, Dietrich Sloßer, Ulrich Kawer. 
Auf dem Newentor und vorwerck davor: Sewolt Wagner, Her- 


‚mann Rab, Hanns Kammacher. 


Im ziwinger bei dem Newentor hinab gein ber Pegnitz: Fricz Senf- 


tenberger, Haincz Mayher. 


Auf des Ewlnſmids turn: Fricz Bayer, Ulrich Ernſt. 
Unter dem Tirgartnertor: Fricz Stör, Ulein Mayher. 
Auf Tirgartner vorwerck: Fricz Keim, Fricz Weigel. 
(Bi. 12°] Auf Tirgartnerturn: Concz Slemm. 
Im turn im zwinger: Jacob Kurcz, Haincz Hornrichter. 
Im zwinger der veſten: Claus Weigel. 
Auf des künigs veſten in dem halbſimbeln turen im zwinger: Her⸗ 
man Ernßt, Hanns Peringer, Prokiſch. 


[12°] Zu den farnpücfen unter die tor: Heinz Widerolt, mai- 
20 fter Pauls, fehirmmaifter, Claus Stör, Heincz Hawendoren, Ulrich 
Springling, Hanns Windler, Concz Payer, Gilig Hoppel, Concz Stegel, 


Herman Graſer, Hanns Freiburger. 


Item daz find die pühhfen? georvent unter die tor: 
Item die größer Vilcherin* unter Tirgartnertor; item bie clain 


2. 'Ullein’ nur ina. 4. Pfnurr a. Pfinrera. Pful aꝛ2. In A, BI.189: ‘Hein Pfnürr, 


wagner", 
Klein a?. ad. a. = Friglein 4°. 
AB, Hornmacher a?. a®. a. 


18. Pinger 49. Preniger 4%. ao. Preninger a? a?. 


maifter a. 21. Widler 49. 

.1. Es muß bier das alte Elifabeth- 
fpital neben dem Deutſchordenshaus zu 
verftehen fein. Die Degeihmung bleibt, 
ba Doch fchlechterbings nur Thuͤrme ar 
der Stadtmauer gemeint fein können, 
gleihwohl ungenau. “ 

2. Es ift der Schleiertburm. Vgl. 
oben 280, 4. 1. 

3. Es find Wagenbüchien, die bier 
aufgeführt werben. Ihre Namen trugen 
fie, wie am beutlichften aus der Ordn. 

Stäptechroniten. I. 


Pehein 42. 8. 5. Kammerer 4*. a?, ab. o, 
14. Slen 42. 4°. Slemmen ao. 
17. in dem halben finbeln a?. ad. nyderhalb fonbeln turn =. 


11, Ewilfmine 42. 4°. 13. 8, 


15. Hornwachter 4°. 


Prokiſtus a? fehlt ad. 20. ſchir⸗ 


Nr. 26 (zu Anfang) hervorgeht, von den 
Büchjenmeiftern, welche fie verfertigt hat⸗ 
ten. Da jeder ber letzteren vorzugsweiſe 
eine‘ Art von Geſchützen liefern mochte, 
ſehen wir in Nr. 25 die Namen auch auf 
beftimmte Kategorien der Büchſen über- 
tragen, wobei das unterſcheidende Merk⸗ 


mal bauptjächlich wohl im Kaliber zu 


ſuchen ift. 
4. Benannt nach dem Büchjenmeifter 


Hans BVilcher, welcher 1441 zuerft in . 


19 


290 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Bifcherin unter Lauffertor; item bie wagenpüchſen in eiſnen ring gegoßen 
unter Framwentor; item bie Wrichin unter Spitalertor; item bie püchfen 
in eifnen ring gegoßen in einer laitern ımter dar Newetor; item bie groß 
Grönweltin, die fün genant!, in ben ziwinger unter den Newentor uf | 


5 die linden hant. 
[B1. 11°] 24. Bon ordnung der püchſen unter die ter. 


Item darnach ftet gefehriben, wie vil man püchfen unter ein ietlic) 
tor geftellet hat ongeverlich, und wie vil pferd darzu gehörend fein. | 
Item es ift unter einem ietlichem tor gejtellet worden ain wagen⸗ 
10 püchjen, fcheußt bei 36 &, 
Stem mer 2 farnpuchjen mit zweien kreuczen bezaichent. 


Item fünf farrenpüchfen gezaichent mit aim kreucz. 
Item ain ſchermpüchſen auf einem karn mit 2 ftrolen gezaichent 


kreuczweis?. 
Item ain karren, darauf ligen 18 hockenpüchſen. 
Item man fol unter ain ietlich tor zu einer ieglichen püchſen ftairw 


ain notburft füren, vie gerecht find, und 100 [2%] pulver®. 
Item man fol auch zu einer wagenpüchſen beitellen 4 pfert bei berwr 


tor, ob ſein not gefchehe, daz man bie-anfegzt. 

Item man fol auch unter ein ieglich tor 3 pferd beftellen zu ven 
farren mit irem futer, die dorauf warten, ob fein not fett, hinaus zu 
füren. 

Item mer, wenn man feurpfeil ausgeit over heimliche feur, fo ſol 
man fie leuten geben, die darmit fünnen und wifjen zu prauchen; man fol 

25 auch wiffen, wen man fie geb. wer auch, daz man ber nicht gebraudt 
het, fo fol man fie wiver vordern an ben, dem man fie geben hat, daz er 
fie wider antivorte, wann ir vil in biefem krieg verloren fein worden, 

ber man kain gebraucht hat; wann es tut not, daz fie nit in anderer leut 


hent chomen als ſchir ber feint als ber freunt. 


5. ‘Item daz find — Linden hant’ fehlt at. 8. gehört find 
. 10.37. 4%. 02.aod.a. 11. ‘2 farnpüde 
13, ſchirmp. 43.02. ad.a. Statt ‘fr 
23. ausgibt a’. d. 
27, an ven — 


15 


20 


3. unter Frawentor 42. 43. 
4*. a. gehorten a?. ad. georbent fein 42. A? 
fen’ Iefen 4. Ra. Die Reihe A hat ‘Il karren'. 
Ien’ Haben vie Hff. 'ſtolen, tollen’. 17. einen zentner pulfers A*. a. 
ober’ in A? purthſtrichen. 25. wenn man 4°. wen man fle gibt a. as. 


worben’ fehlt A*. « 
äbtifche Dienfte trat und -1449 — wohl 2. Die (in ben Text aufgenommen) 
* * im Felde — ſtarb. Beſtall. richtige Leſeart ergiebt ſich aus einer Ver⸗ 
d. Loſungſt. Nbg. A. Nr. 296, Bl. 118. gleichung ber folgenden Ordnung. 
1. BVal. Bd. I, 181, 26f. 


_ Orbmungen 24. | 291 
[B81. 42") Item darnach ftet gefchriben, wie mans vor einen tetlichem tor 
gehandelt Hat mit den großen werden und gelegert igliche püchjen nach 
irem ftaten und zugehorung, mit irer laitern und ftain, die darzu gehd- 
ren. auch mer tjt anf ein tgliche püchſen gefchriben, twie fie mit namen 

5 heiſt, daz man fie dabei wiß zu ſuchen. 

Item mer, es tft auch ein igliche ſtainpüchs in beſunderheit gezai⸗ 
chent, fie fei gros oder clain!; und wenn bu bie ftain fuchen wild, fo fihe 
oben auf ver püchten nach beim zaichen umb und gee an die ftat, do bie 
ftain ligen: des gleichen vindeſtu die zaichen ob ben ftainen als auf der 

10 püchfen, die darzu gehört. | 

Item welliche große püch8 unter ietfichem tor zugericht und geordent 
ift geweſen, fint man geſchriben nach ver ordenung ver büchfenmaifter zu 
dem groffen werd auf ven fürnen won dem plat an dem breißigften plat 
da vorn?. 


15 Item darnach fol man ein teglichen zeug laden nach dem als ber 
anſlag geſchicht!, er ſei clain oder gros, darnach ſol man ſich richten und 
laden. 

Item iſt der anſlag gros, ſo ſol man die wegen meren mit pulver, 
hauspfeilen, feurpfeilen, feurkugeln, paveſen, maurhacken, laitern, hawen, 

20 ſchaufeln und exte und püchſenſtain; an den dingen allen fol man fein 
veriparung haben und ieglichs ain notdurft laden, daz zu dem ernft ge 
hört von red und notburft wegen. 

Item wer aber, daz man atn beſchaiden anflag machet, fo mag man 
wol dieſer vorgefchribner ſtück minner nemen als: pulver, hauspfeil, feur⸗ 
25 pfeil, feurkugelen, paveſen, hawen, ſchaufelen und laitern. | 

Item es ift auch mer geornt ain tetliche pleipüchfen *- mit irem zat- 


2. gehalten hat 42. 4%. 3. nad) iren a?. a?. a. zugehordung u?. mit der irer a. 
6. es' nur A. Aꝰ. a. im bejund. A. 9. Nach 'vindeſtu' in As “auff ven püchfen’ durch 
Unterftreichen getilgt. 10. geboren A. 14. d. 5. auf BL. 12, wie es in A auch flimmt; 
pas Citat haben 42. A? genau nachgefchriben; ina: ‘von dem plat au dem plat da vorn’; in 
a?. ad: "als das vorn an dem plat gefchrieben flet’; in a: "am xxx plat da vorn’; in A* eine 
Züde. 16. gefhit 4°. 19. maurpenden A. a. maurlaitern a?. a°. a. 4%. 21. erfparung 
at. ad, ſparung o. 22. ftatt "von rev’ in a2. ad: vorrat'. 


1. Bgl. die folgende Nummer. bie Rede, jo baß der Anſchluß an das 
2. Siebe oben ©. 289, 23 ff. Vorhergehende ein ziemlich Außerlicher if 
3. Wie fi aus bem Folgenden und und bier nur weiter ausgeführt wird, was 
einer Bergleichung mit Ar. 9 und I ex- im ben genannten Orbnumgen (ogl. be 
iebt, iſt hier nicht etwa von einem An⸗ ſonders S. 253) ſchon angedeutet war. 
lag auf die Stadt, ſondern von einem 4." Bgl. oben ©. 253, 6. 
Auszug des nürnbergifchen Kriegsvolkes 


19* 


292 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


chen, fie ſei gros oder clein, fo ftet daz zaichen auf ver püchlen umb des 
willen, daz man wiß, waz ein ietliche püchs fchies, ietliche nach ihrem 
mobel. 
[42°] „Item mer nim daz zaichen von ber pleipüchen, fie fei gros ober 
s clein, und gee uber bie truhen an bie ftet, bo fie Ligen, fo vindeſt du ob 
einer ietlichen gattung ir zaichen, daz auf ben büchfen ift. 


[81.43] 25. Don den zaichen der püchfen. 


Item bernach ftet geſchriben von ven zaichen ver püchſen, wie man 
fie erkennen fol und wie fie genant fint!. 

10 Item daz erſt zaichen auf der püchſen mit einem ganzen ſtrol daz iſt 
die notpüchs, die Gronwaltin genant. 

Item die ander iſt gezaichent mit zweien ſtrolen kreuczweis überein⸗ 
ander, mit namen geheißen die Widerſteinin?. 

Item die drit, genant die Steudin?, iſt gezaichent mit dem halben 

ıs ſtrol. 

Ittm die vierd, bie Windspacherin genant, gezaichent mit dem a 
und ain kreucz darhinter. der ſind etlich auf kerren und pocken. 

Die fünften ſind gezaichent mit dem a, der ſind etwe vil auf den 
türnen und ſind kurcz und ſind in holcz gefaſſet. 

20 Item die ſechſten ſind gezaichent mit dem b, der iſt auch etwe vil 
auf den türnen in holtz gefaßet und ein teil in eiſen geſmidt, und heißen 
notpüchſen. 

Die ſibenden find gezaichent mit dem c, find hockenpüchſen. 
Die achten ſind gezaichent mit d, ſind hockenpüchſen. 

25 Die neunten find gezaichent mit e, find ſimbel hantpüchſen und ain 

tail hockenpüchſen. 


18. mit dem b At. ad. a’. a, 
22, in holtz — note 
finbel 


3. mobeln 43. 11. Growaltin 42. 43. Grunwaltin 4°. 
woran dieſe Hff. gleich ven zweiten Theil des folg. Sates fchließen. 
püchfen’ fehlt 42. 42. 23. vie fechsten A®. 24. die ſibenden A®.’ 25. bie achten A®. 
a. .26. Die achten’ bis zu Ende fehlt a°. 


1. Bgl. oben ©. 289, 9. 3. 
2. Herman Wiberfiein, einer der am 


J. 1460 ließ man ihn nicht ziehen, jon- 
bern beftellte ihm noch einmal auf 14 





bäufigften genannten Bilchjenmeifter, 
wurde als folder am 4, November 1449 
gegen einen Jahresſold von 36 Gulden 
vom Rathe aufgenommen. Nach Ablauf 
diefer Zeit wurde fein Contract auf wei⸗ 
tere 9 Jahre verlängert, fein Solb auf 
50 Gulden Landswähr. erhöht. Auch im 


Sabre. Beftall. d. Sofunaftube, Nbg. A. 
Nr. 296, DI. 155 u. 

3. Wohl nach dem ben. 285,7 ge⸗ 
nannten Büchlenmeifter Hans Staub, 
welcher A, BI. 1840 (vgl. ©. 285, 4. 1) 
näber, bloß als Roth chmied bezeichnet 
wird. 





Ordnungen 26. 


293 


26. [Ausrüflung und Gefehung fefler Pläpe*.) 


[B1. 156°] Nota. dieſe hernachgejchriben haubtleut, einroſſer und ſchutzen 
ſchullen diefe hernach geſchriben floß, ftett und armen feut getreulichen 
beiwaren und ieverman ordiniren noch feinen jtäten dartzu er beſchiden 


2 were, das aljo in einem ratt ver 
poft Viti martyris?, 


laffen und beflofien ift 2c,; actum feria 2" 
_ , 16. Jun. 


- Heideck?. 
ſBi.i22))] Nota. hienach ſtett geſchriben, waz wir gein Haideck gelihen und 
geſchickt haben anno dm. 1400 und im 49mo.. 
1. Die acht Abſchnitte von Nr. 26 finden ſich in R. A an verſchied. Stellen bes Kriegeberich⸗ 
tes zerſtreut, und zwar in A, wie es feheint, von gleichzeitiger Hand wieder durchſtrichen; 


ins Regifter aufgenommen wurden fie nur von AP. AP. Die N. au haben bie zerftreuten 
Stellen zufammengefchrieben (Heideck' fehlt viefen zwei R., ſowie A*) und nach vertigung 


"der gefte' (in a nach "orbnung bes waig') eingereiht. 


6. Auf dieſe Stelle folgt in A (wo 


allein fie fich findet) BI. 157a der auf Lichtenau bezügliche Abfag. Vgl. unten. 9. gefhid A. 


‚1 Man vr zu dieſer Abtbeilung 
bie analogen, übrigens mehr nur ben 
Stand und die Verpflegung ber Befatung 
betreffenden Anordnungen, welche man 
im Stäbtelrieg von 1358/89 in Bezug auf 
die Schlöffer Veſtenberg und Schönberg 
traf: Bd. I. d. Nbg. Chr. S. 182. — 
Setzt hatte man bei nahender Kriegsgefahr, 
theilmeife ſchon am Beginne bes 5 1449, 
auf bie Vertheibigung wie Heidecks fo 
auch der verjchiebenen Nürnberger Bür- 
gern zuſtehenden Schlöſſer Bedacht ge⸗ 
nommen, kam aber noch vor dem Falle 
der beiden wichtigſten (Heideck und Lich⸗ 
tenau) zu der Erkenntniß, daß eine zu 
weite Ausdehnung dieſes Schußes leicht 


eine gefährliche Zerfplitterung der Streit- 


träfte zur Folge haben könnte. Auf fol- 
dien Motiven beruhte ohne Zweifel ber 


eihluß, welchen und (nachdem bereits. 


am 6. Juni ‘von ber floß wegen uf bem 
lannd, welliche zu behalten fein’ Rath 
gepflogen worden) folgende beim 26. Juni 
eingetragene Stelle des Rathsmanuals 
von 1449 zu erlennen giebt: ‘Item von 
der dryer floß wegen Heydeck, Liechtnaw 
und Grefenberg, das man dartzu tim ſüll 
und wöll als das man müg, ob man bie 
behalten müg; denn umb die andere ſloß: 
wer das fein zu behalten getram, der mug 
das tin, denn ber rat wöll über Das, das 
man in vor zu benfelben flofien zu ſtewr 
eben ˖und zugejagt habe, nicht mer bar- 
egen. 


2. Das Datum ſteht mit jenem ber 


L 


Abfendung von Schüben nad) Fichtenan _ 


in Uebereinftimmung, wie auch der bie 
letztere betreffende Abſatz in A auf biefe 


Stelle zunächſt folgt. Im Ratbsmanual . 


findet fich ebenfalls nur eine auf Die Aus- 
rüftung und Beſetzung Lichtenaus bezüg⸗ 
lihe Stelle beim 15. Juni (dominica 
Viti) eingetragen. Da Übrigens im Fol- 
genden vorzugsweiſe mit die Ausrüftung 
der fraglichen Plätze ins Auge gefaßt wird, 
eigt fich Die Meberfchrift auch in der In⸗ 
— * abe nicht genau. 

3. Schon beim 31. März heißt es im 
ang. R.-M.: ‘Item Haydek flofs und 
fat mit grapfigen, puchſen und armbroft 
Ihüczen fterfen auf unfer cöft auch mit 
unferm zeig’. Dean batte fünf ‘zu ben 
bingen gefetgt’, welche Die Zufendung von 
Kriegsmaterial und Truppen bewerfftel- 
ligen, auch zeitweife ben Plat in Augen- 
ſchein nehmen follten (R.-M. 5. Juni). 

Jedoch nicht ohne Entſchädigung Dachte 
man dem Bundesgenoſſen äftige 
Unterftügung angebeihen zu laflen; beim 
5. Juni lefen wir im R.-M.: ‘It. was 
man furbaß auf Heibed mit zeüg, toft, 
pewen und anderm legen wurde, zu einer 
ſchulde machen und auf Heidel ſlahen'. — 
It. ein verjchriben gewalt von dem von 
Heydek nemen’. Und beim 7. Sumi: ‘St. 
dem von Heybed nach feiner begerung 
nichts abrechen. auf bie verfehreibung 
umb Heided baß gebemulen’ — 


294 


V. Nürnberg’ Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


[122] Item zum erften 2 fcherembüchien, eine, bie ver Holtzinger hat laf- 
fen machen und die andern ver Widerftein!, auf einem gerüft mit rederen. 
tem 2 tunnen pulvers, bei fechs zentner; item pet 75 bleikugelen; 

item mer vier taufent pfeil; item pei zehen pfunt pleis; item pei 20 pfunt 


® süntpulver®. 


Item am freitag vor trinitatis haben mir mer dargelihen 3 fehe- 6. Sun. 


rembüchſen, Whperftein, auf gerüften; item fechs zentner und 36 pfunt 
gutz pulvers; item taufent pfeil; item 200 pleifugelen. 
Item mer haben wir gejchidt 15 püchf enjchügen und 5 armbruft- 


10 ſchützen auf den vorgefchriben tag?. 


Item: mer haben wir geſchickt meifter Hennicken, den zimmerman, 
und zwen gefellen mit im; item 2 maurer. 


(21. 125°) Item auf ven funtag trinttatis haben wir gein Haideck gefchickt 8. Jun. 


| 4%, fuber weins und ſechs virteil und den gekauft umb bern Derhtolt 
15 Volkaymer ie ein fuder umb 18 gulvein. 


Item mer ein Frieg mit failen®. 


A) 


Item fo haben wir beftellet ein wundartzt, mit namen meiſter Pau- 
fus, und den gein Haideck geſchickt; und fullen im alle wochen 1 gulven 


geben, die weil er zu Haideck ift. 


2 Item 4 hackenpüchſen, 4 Iabeifen, 4 trichter dartzu und 200 minus 
breier bleifugelen und 50 kugelen mit eim creug zu darraßpüchſen, am 


freitag nach corporis Chrifti. 


13. Jun. 


Item 45'/, eimer weins gekauft am freitag noch corporis Ehrifti 
zu 6 @%, und 4 vaß ie ein vaß umb 4 glroſs), und den geſchickt gein 


25 Heideck. 


Item als ſlos und ftat ergeben wurden“, do warb auch ver vorge⸗ 


fchriben zeng verlorn. 


3. thunen 4. 11. Hennicken' in A unbeutlich corrig. 


4. um gr⸗ 42. M. 


Daß dem aber noch eine weitergehende 
Abficht zu Grunde lag, verräth uns bie 
Ieigenbe am felben Tage eingetragene 


S 

Auch umb Heybed an ums zu pringen 
wol gebennten’. 

Am 23. Juni beit e8 dann: ‘It. des 
reychs panyr zu Haydeck nicht aufſtecken 
— eine Stelle, die freilich zwei ganz ver⸗ 
ſchiedene Deutungen zuläßt, eber aber 
doch für ein Fefthalten an jenem Blane 


ſpricht. 
l. oben S. 289, A. 3. 
Die Nürnbergiſche Beſatzung auf 


15. Boldmer 42. Aꝰ. 24. 1111 90 


dem Schloſſe war natür rei 
5 Rathsmannal "hat man ef 


am 18. Juli ſchickte man ehe Ähnliche 
Berhärtung ab (R.-M. a. a. T.). 
Im R.-M. heißt es beim 

8. gan: ‘It. dem von Heyded ſchicken 
zwen ertzt und ein kriegen'. Ueber die 
Bedeutung des letzteren Worts an dieſer 
Stelle ſ. Bu Glofſar zu dieſem Banbe. 

4. Es geſchah Enbe Sul 1449; vgl. 
oben ©. 150 u. 151, 9. 1 

















Odnungen 26. 295 


[8.157] Lichtenaw. 

ZItem wir haben bern Frautzen Rumel, ritter', geliben und wii 
gein Lichtenaw als hernach gejchriben ftett; 

Atem zwu ſchermbuchſen bes Wiperfteins mit zweien gerüften, zwu 

s echq, 4. ab, 100 pleifugeln, 1 lanunerbüchſen mit einem kreut gezeichent 

und 3 famerbuchlen auf eim Tarren, 100 ftein, 2 vaß mit pulver, die wo⸗ 
gen 25 &, und 6 zentner. 

Item jo haben wir von rates wegen geſchickt und gelihen gein Lich- 
tenaw Cungen Zerrengibel und 12 plchfenfchiägen am montag noch Viti 

10 marigris?. 

tem bo fich bie anf dem Floh und daz Haß ergaben", ha mark ver» 

lorn ber vorgeſchriben zeug. 


16. Jun, 


[gr. 101) Prudpergt. 
Item Wilhelm Haller haben wir geliben ein ſchermhüchſen, bes 
15 Stauden, 50 pleifugelen, 50 pfunt pulfers, 500 pfeil. 
stem fo haben wir gefchickt und gelihen von rats wegen Jorgen 
Ereldeden und zwen ſchützen gein Pruckperg am montag noch trinitatis®. 9. Jun. 
Steyı als daz ſloß verlorn waxp ®, da ward Der zeug auch perlorn. 


1. Der Abfag Lichtenaw' fehlt 42. 42. 4. 4. ein puchien des Widerſteins R. a. It. zum 
erſten puchſen des Wid. 4. 5. eſche A. A. 86. tamerbuchſen' in A flavl abgekürzt. 
3 tarn (karren a) R.a. T, wagen R.a, 9. Zersengidel 49. Zorngibel a. Boreng.g*, Zor⸗ 
eng. a®. 13. Purgkpergk a?. ad. 14. ſchirmbüchſen 4%, R. a a (u. fo immer). 16. wir’ 
fehlt R. A. 47. Erlbeck' aus Erlbach' corrig. 49. Grelleden 4%. Grolbeden a. Grel⸗ 
boden er. oꝰ. Pruchpergt⸗ 2 ab. 


Siehe über ihn Beilage I. Er 


Juli), fo daß die Beſatzung eine viel grö- 
war Befibe r der Beſte; vgl. oben ©... 


1%, A. t und Eikh. Ärtst One. u. 
 Erörterun I) &. 163. &s bezieht 
ß ohne See auf bie Rechte, welche 
ih ber 
gejichert hatte, wenn wir im Rathsma⸗ 
* von 1449 beim 29. April leſen: 
“Item bie brief Über Liechtnawe ſuchen 
und hörn'. — Schon om 7. Februar 
batte man (nachhem über Tegel beauf- 
tragt worden zu "beihawen, wes da not⸗ 
burfit jey zu ber were’) beſchloſſen, Frantz 
Rummel ‘an dem pawe zu Liechtnawe 
wit hundert gulden in zuftatten’ zu 
kommen. thsbuch Nr. 952 im Nbg. 
A., DI. 209°; (Hatheman. zum 30. Jän⸗ 
ner 1449). 

2. Später: gewährte man Rummel 
weit beträchtlichere Zuzüge von Schüten 
(Ratheman. 11., 16., 22., 26. u. 31. 


ürnberger Rath in Lichtenau: 


here war, als im Zerte angegeben ift; 
vgl. auch eben ©. 1 .1. 
3. Am 13. Sun. "al. oben ©. 155. 
4. Bgl. oben ©. 233, X. 2. 
5. Im Rathsmanual findet ſich der 


betreffende Beſchluß beim 3. Juni am 
— 


merkt. Ebenſo wie Brudcberg und 

nau (ugl, Die jolg. Seite) Mala man 
auch Deinſchwang (Eenufwangen 

ſchen Altdorf und Kaftel in ber Oberp ab, 
weiches Schloß im 14. Jahrh. ay bie 
Balzner Tonnen wor (vgl. Bavaria IL, 
1, 918, : Am 14. 


an gu Eyſch nl undertzogen —* 
berichtete ber Rath in den erſten Tagen 


296 


V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


[81. 164] PBertelstorf. ' 
Item Sigmund Snoden haben wir gelihen 1 fehermbüchien, 50 fu- 


gel, 50 pfunt pulvers, 500 pfeil. 


Item fo haben wir geſchickt und gelihen gen Bertolstorf von rats 


5 wegen ven Geftel, ein einroffer, 
tatig !, 


und zwen fchligen am freitag vor trini⸗ 


Item als daz floß verlorn warb 2, do ward auch verlorn ber zeug. 


[8.10] Eſchenaw. 
Item bern Erhart Haller? haben wir gelihen 500 pfeil, 50 pleiku⸗ 
10 geln zu des Stauden ſchermbüchſen, 50 pfunt pulvers in einem faß. 
Item gein Eſchenaw haben wir geſchickt von rats wegen Gebhart 
Stören, doſelbs das ſloß zu beivaren mitfampt andern, bie im zugefchidkt 


warden. 


Item als daz jloß gewunnen warb und dem marggraven ergeben *, 


15 do ward auch der zeug verloren: 


far. 170] Greffenberg. 
tem bern Ulrichen Haller jentori® haben wir gelihen 2 fteinpüch- 
jen mit einem kreutz auf 2 farren, 60 ftein dartzu; item mer 24 hant⸗ 
büchfen mit dem e gezeichent, und darzu 2000 kugeln, 500 pfeil, 1 zent- 
20 ner 35 pfunt pulver in einem faß und in einem ſtübich. 
Item in die ſancti Viti do ſchickten wir gein Greffenberg meifter 15. 3un. 
Herman Herttenftein®, büchjenmeifter, mit einem groffen werd‘, doſelbs 


bie ftat und daz ſſoß zu bewaren. 


2. Schnöven R. a c. 
aus wurden' corrig. 
17. U. Gall. vem eltern a. 


42. a, 


bes September an Jorg Derrer. Briefb. 
Nr. 20, Bl. 147. 

1. Schon am 7. Februar dachte mar 
daran, VBerchtoleztorff (wohl ohne Zwei⸗ 
fel das zwiſchen Windsbach und Schwa⸗ 
bach an der Aurach gelegene) zu ſchützen 
(ang. R.⸗M.); hinſichtlich der Sen- 
dung, von welcher unſer Tert berichtet, 
heißt es im R.⸗M. beim 7. Juni: 
It. des gleichen Berchtoldsdorf auch mit 
etlichem zeug furſehen; wer zu machen mit 
den 40 gulden, nemlich ein —— 
ein tarraſchpuchſen, */, zennten pulvers, 
500 pfeil und 2 ſchutzen'. 

2. Bgl. Anm. 6 auf der vor. Seite. 


5. Caſtel 4°. Koſtel a. Tegel a. 
16. Greffenburg a (u. fo auch unten). Die Ueberſchrift fehlt 40. 
18. auf — barzu: und auff 11 fure fleine darzu AI, R. a a. 
22. Hertenfteiner 4*. a2. a®, «. SHartenflainer a. 


bufgenmeifter 4. 23. daz' nur in 


3. Die Haller hatten während bes 
ganzen 15. Jahrh. einen Theil von Eſche⸗ 
nau inne; vgl. Lang im IV. Yahresber. 
des hift. Ber. im Reyattreis &. 67. 

4. Am 5. Iyli. Vgl. den Kriegs- 
bericht 149, 10. 

5. Ulrich Haller, wie ſchon erwähnt 
mit ben höchtten Aemtern ber Stadt be- 
traut (vgl. oben ©. 245, A. 2), war 
Hauptbefiger von Gräfenberg, das feit 
längerer Zeit bereits in feinem Geſchlechte 
vererbte. Vgl. Lehmus, Geſch. v. Gräf. 
im Arch. f. Geſch. u. Alterthumskde. v. 
Oberfranf. III, 3, ©. 59. 


13. werden R. A, in « ‘werben’ 


6. Jun. 


6. Er war zu Anfang des $. 1449 





Orbnungen 26. 29% 


tem am montag nach Vitt bo ſchickten wir Digen Wirt, den hant-16. un. 
büchfenjchüken gein Greffenberg umb ven gemein jolt. 
Item fo haben wir beftellt und geſchickt gein Greffenberg von rats 
wegen Peter Moter, ven Lengenfelver und Hannſen Pogner mit 8 pfer- 
s den am bonerstag vor trinitatis'. 
Item als man daz floß und mardt ergab ?, do wurd verloren ber 


5. Jun. 


vorgeſchriben zeug. 


[ar. 17°) Marolfſteinꝰ. 


Item Michel von Ehenheim und Ludwig Haller, feind hauptleute, 
10 die fein außgeßogen von binnen an fant Johanns obent Baptifte*. 


Item Cuntz Gewmann, ratſmit, püchſenſchütz ift mit 10 fchügen ge- 


vertigt worden geim Marolfftein jabbato vor Sohannis Baptifte. 
Item 20 gulven hat man vem Ludwig Haller geantwort, ſpeis dar⸗ 


umb zu faufen. 


2. It. a. montag — ſolt' fehlt 40. R. ac. 


4. Mötter A. Merte 4%. Moton a. Mots 


ten a?, ad. 7, ‘Item ald — zeug’ fehlt 4%. 10. ‘Baptifte' fehlt R. a a. 4%. 11. pufchens 


fhug A. 12. Marolftein A. 


. gegen einen Jahresſold von 32 Gulden 
vom Rathe der Stabt (derem Bürger er 
war) in Dienft genommen worben. Be⸗ 
fall. d. Lofungft. Nbg. A. Nr. 296, Bi. 
155. Ende Juli wurde er — vielleicht 
aus Verdacht der Verrätherei — auf eine 
ed gefangen geſetzt. R.-M. 26. 
uli u. 7. Auguſt; Beftall. a. a. O. 

1. auge dem Rathsmanuale (22., 
23., 27. Juni, 1. u. 4. Juli) fandte man 
fpäter noch eine viel anſehnlichere Beſat⸗ 
zung nach Gräfenberg. 

2. Wie Ejchenau am 5. Juli 1449. 
Bgl. oben 149, 10. Im Rathemanual 
heißt es beim 6. Juli: It. Ulrich Haller 
jagen, Orefemberg beſtellen außezuprennen 
und.davon zu bringen was man mag’. 
Eine Ähnliche Anftruction ertheilte man 
gleichzeitig dem Erhard Haller in Bezug 
auf Eſchenau. 

3. Marlofftein (vgl. oben ©. 213, 
A. 2), das unter Bambergifcher Lehens⸗ 
hoheit ftand, hatte zu den ausgebehnten 
Befitzungen der Valzner gehört (Wilrfel, 
Nachricht. 8 Nbg. Stadt- u. Adelsgeſch. 
1, 37; Collectaneenbd. H d. v. Scheurl'⸗ 
ſchen Bibi BL. 470) und ift aus biefem 
Erbe wahrjcheinlihd an Ludwig Haller 
übergegangen. Jakob Kraftshofer fchreibt 
(wie ein gleichzeitig abgeſchickter Brief des 


Raths an Haller darthut, auf Anordnung 


am fambstag a. an fant Joh. obent Baptiſta a. 


bes erftern) am 24. Jumi an ben Bilchof 
Anton von Bamberg, er werde ed nad 
Vorſchrift des Ludwig Haller (von bes 
wegen mir baffelb floß furbter bevolhen 
if) mit dem Marlofftein halten nad 
außweifung jollicher verichreibung’, Die 
von dem Biſchof und Domlapitel audge- 
gangen feien (Brfb. Nr. 20, Bl. 61, 62). 
Am 25. Juni inftruirte ber Ratb den 
Ludwig Haller: ‘ob ymands an dir erler- 
nen wolt, von wes wegen bu den Arnolf- 
ftein (sic) innhabſt, das dann dein ant- 
wurt fey, das bu den von beinjelbs und 
nicht von unfern wegen innhabft und es 
auch damit halten mölleft nach außweiſung 
der verfchreibunge darüber Tautende’ — 
(a. Brfb. BI. 65). Die BVerfjchreibung 
verlangte nach Anficht Des Raths, das der 
bifchoff von Bamberg wiber uns und wir 
uns wider in darauß (aus dem Schloffe) 


23. Jun. 


21. Jun. 


und darein nicht bebelffen ſullen'. (Schrei- 


‚ben an Kraftehofer v. 8. Juli im a. Brfb. 


Bl. 92.) 

4. Nach der betreffenden Stelle des 
Rathsmanuals (22. Juni) feheint unfer 
Tert in Bezug auf Haller hier einer Be- 
rihtigung zu bedürfen: “Item Ludwigen 
Haller ein haubtmann zum Marolfſtein 
und im mit zeugen und anbrer notburft 
zuſchicken'. Vgl. auch die vorige Anm. 


298 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


[8.10] Lanerftatt'. 


Item wir haben geſchickt Cuntzen Haller gein Lanerftat am doners⸗ 
tag octava corporis Chriſti bei 50 pfunt pulvers, 30 pfunt pleies und 21.3u 
püchſenſchützen?. | | 


5 [B81. 48") 27. Don der wart. 


Item Sigmund Ejchenfelvder dem ift die wart bewolhen worden ven 
frieg auß und die hat er alfo beftelt: - 

Item zum erſten hat er gehabt 2 man zu Megelvorf in dem Tird- 
turn, und bie haben aufgeftoßen zaiger, daz waren groß koſten; und wenn 

10 die die feint fahen, fo ließen fte die zaiger over koſten fallen. 

Item des geleichen hat er auch 2 man gehabt zu Poppenreut in bem 
kirchturen. 

Item mer hat er beſtelt 1 man in den kirchturn zu ſant Linhart. 
und in fünfen gab man zu Ion ir iedem ain wochen 3 &, 

15 Item er hat auch ein frawenpild beftelt zu der großen Rewt? had 
oben in einem ftavel; viefelbig fraw het Fein zaiger, und wenn fie fent 
ſahe, fo Lieff fie von ftund an zu fant Linhart und fagt daz demſelben 
wartman, und ber ließ denn fein zaiger fallen, und berjelben frawen 
gab man zu Ion ain wochen 3%, d4 | 

20 Item er bat auch gebabt ein knaben gar auf einem reichen pfert, vet 
bat alle morgen früe die fürt an der Rednytz müßen bereiten und be be 
ſehen, ob die feint icht Darburch in ver nacht weren geriten, 
Item er hat auch unter im gehabt 4 Inecht, bie bie weld feer wol 
haben gewift zu reiten, ver hat er alle tag 2 gefchickt, daz die hielten und 

25 faben gen Swabach in die tor, waz auß over ein kom; und fo ver ug 
kurcz was, fo muften 2 ven ganszen tag do halten, und do ver tag lang 


1.2. Lonerſtat R.a. 6. Eſelfelder A. 42. ad. a. 15. geftelt 42. 


1. Den Burgftall zu Lonerftadt be- mit Leib und Gut in Die Stabt herein zu 
faßen feit Beginn des 15. Jahrh. die ziehen, jeht könne man ihnen die Hille, 
Rummel als böhmifches Lehen (Originale welche fie begehrten (‘eim follichen groſſen 

lehensurkt. beim Magiſtrat zu Nürnberg’. zeuge in ewerm brief benent’), mit ge 

2. Beim 24. Juni heißt e8 im währen, fie möchten fich daher flüchten, 
R.-M. v. 1449: ‘Item gen Lonerftat wohin fie wollten, nur nicht zu ber Stadt 
noch 2 ſchutzen hinauf fehiden und ſuſt Feinden. Briefb. Nr. 20, Bl. 78. 
den kirchof laſſen rawmen'. Am 1. Juli 3. Wie fi ſchon aus dem — 
ſchrieb dann der Rath den hawbtluten, ergiebt das . Stunden wefſilich vs 
dorfmeiſtern und armenluten zu Lonrſtat'. Nürnberg geiogene Groß Reut. Bl 
man bätte ihnen früber ftet8 gerathen, oben ©. 150,9. 5. 


Drbnungen 27.28, 209 


word, fo riten zu mittem tag 2 an nub bie anbern 2 ab, alſo daz fie 2 
Do waren. ber ievem gab man ain meuet 32 6. 
[48°] Item man ſchickt im auch alle tag 15 oper 16 pfert für die tür, 
vie hat er geteilt, daz fie haben müßen Halten auf 4 drten nor ber ftat 
s bort außen. ber erft ort ift gewejen on dem hohen berg am wald hinter 
‚dem Lichtenhoff; daz ander ort ift geweſen auf der höhe bei dem Spitel- 
hoff bei dem Katzenloe!; ver dritt ort ift gemelen neben Poppenrewt auf 
einer höhe, do man auch weit umb sung geſehen; ber viert ort ift geivefen 
zumechit bei Rötenbach? auf einem pühel, genant auf ber Hawg. une ver 

10 Sigrmmp Eſchenfelder Bat sach alle tag müßen reiten auf bie 4 ört und’ 
zu den vorgenanten türnen und wartleuten und bo beſehen, ob bie ir 
wert recht innen hetten in maß als er in bevolhen bett. . 

tem als ver tag nun Inngl warb, bo mechfelt man alle tag zu mit- 
ten tag und riten auber an unb bie vordern ab. 

35 Item mer het er unter im 43 ſchützen, fußknecht, die bie weld all 
wol weiten zu gien; und biefelben gingen ftraifen auf vie böck, bie feint 
waren, und verbrenten such nrül und börfer, und warzu man tr berorft 
ſo muſten ſie ſein bereit. 


III. 
20 Verpflegung der Stadt und des Heeres. 


[B1. 113°) 28. Bom korn und harnaſch. 


Item vom korn und harnaſch, wein, kuchenſpeis, habern, hew und 
waz zu dem krig notdurftig wer, folt ſich ein ieder wol verſehen, daz er 
ein jar oder 2 ein auskomen bet; daz ſaget man ein jar vor, ee ſich der 

25 krieg erhub®. 

Item ein jor vor dem krieg do feket man ben leuten korn, daz ein 

ieder, der 200 gulden wert het, 1 ſümer korns folt ſchüten auf fein poden; 


2. monet s.a. monat aꝰ. aꝰ. 5. geweſen iſt R. A. 6. Inc iſt ner 4. als ver 1. und vieſer 
ale ver 4. Ort geſezt. der ander a. 7. bat dritt ad. aꝰ. u. 8. das viert aꝰ. aꝰ. 10. Eſel⸗ 
felder A*. Eſchelfelder a. 14. zu die — ab’ fehlt o. 16. ‘gen’ alle außer A. A. at. 


bock A. 21. harniſch R.a. 23. ein yder vor mit verfehen A40. R.a. vor verfehen es. 
27. der 200 g. vermocht a. 
1. Nach Chmel, Reg. Frid. J, Nr. 2. Es laun bier nur das eine Kleine 


1695 hieß der vom Spitalhof nur wenig Stunde fübweltlid von Nürnberg, un- 

entfernte ſchon oben 149, 16 genannte) weit Stein an der Rednitz, gelegene Röt⸗ 
fhof Kaczenloch'. Die Höhe kiegt in tenbad emeint fein. 

ber Nähe beider Punkte. i oben S. 243. 


300 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


und welcher 400 gulben wert bet, folt 2 ſumer ſchüten; und welcher 1000 
gulden wert bet, jolt 5 ſumer jchüten und zu eim man harnaſch haben; 
und welcher 4000 gulden wert bet, folt 20 fümer forns fchüten und folt - 
zu 2 mannen harnafch haben. und muſt ein ieder felber fagen, waz er⸗ 

5 fchüten wolt; und welcher über 4000 gulden wert het dorft nit mer ſchüsæ 
ten denn 20 ſümer forns. 

Item man bejchreib alles korn vor, waz ein iever het, von ratz we 
gen, Hanns Tucher und Jörg Gewber, ee und fich ver krieg erhub un 
anving; und galt ein ſümer korns bei 1 gulden und der wait bei 7 = 

10 und ber habern bei 8 @&%, und ver hirß bei 12 @%,, und fuchenfpeis maus 
etwas gar teur. 

Item als fich ver trieg erhub, da ſeezet man daz korn und habern 
1 fümer umb 10 &%.” und ſüſt allerlei getraid und fuchenfpeis®. 

Item daz foren wolten die leut nit hingeben, alfo ward Jörg Gen 

15 der und Peter Rieter darzu geben*, daz fie vie leut, die die großen hau- 
fen korns heiten, fcholten 1 firtail heißen hingeben und darnach ain drit 
tail®. item darnach vor weirtachten® [113°] do muften die fiertelmeifter 
umbgen mit den haubtleuten zu iven untertan von haus zu haus, und 
muften befchreiben und ein ieden fragen auf feinen ait, den er ber ftat 

20 geſworen het, daz er ein warhait fagen wolt, wie vil er het von allerki 
getraids und auch von Fuchenfpeis, und auch wie vil man und frawen, 
finder, fnecht und maid in feinem brot wern; und daz muft man alles or 
benlichen befchriben geben und darnach ain ſum zu ietlicher haubtman- 


3. foren A, fehlte. 8. das erſte und’ fehlt R. Aa. 9. *undanving’ fehlte. korn 4. 1.m$ 
etwas teurer a. 17. vreitail AR. 43. 23. ‘ordenlichen befchreiben und’... alle aufr .c— 


Es find bier und Npäter immer 
„Pfund alt“ zu verſtehen; vgl. Bd. I, 
248, 23 f. Ueber die Getreibepreife in 
früheren Sahren ſ. ebda ©. 256. 

2. ©. die folgende Ordnung. Das 


jar. Zufolge dem R.-M. von 1449 (8 
Dechr.) follte von jedem Meten, ber uu 
einen — 28* Preis verkauft wurde danc⸗ 
er geſetzt iſt, der Mehrgewinn und I 
Pfenn. als Strafe eingezogen werben. 


Gebot, weiches jpäter mehrmals, am 29. 
October unter Andrehung einer Strafe 
von 1 4. neu für jedes höher verkaufte 
Simmer jowie ber Einziehung ded Mehr- 
gewinns, neu eingejchärft wurde, ift in 
Betre 1 des Haber8 am 27. Juni und 
hinſichtlich — Korns am 5. Auguft 1449 
ergangen. (R.-M. zu den angef. Tagen; 
vgl. auch 5 und 28. Octbr.) Für das 
Korn glaubte man zu Anfang des Krie- 
ges noch einen etwas niebrigeren Anja 
fefthalten zu tonnen, denn beim 24. Juli 
findet ſich a. a. bemerkt: ‘Item das 
forn binfür umb 3 #4..geben’. 

3. Ueber bie Tagen ſ. das Gloſ⸗ 


4. Der Auftrag wurde ihnen am 
4. Deebr. 1449 ertheilt. Vorher (28. 
Novbr.) hatte man ſchon ben Meſſern 
eine bahin zielende Weifung gegeben, wo⸗ 
bei fie “an dem rat anheben', d. h. von 
deſſen Mitgliedern zuerft den Bertauf des 
Viertels verlangen ſolln RM. zu 
den angef. Tagen.) Bgl. die folgende 
Ordnung. 

5. Nach der folgenden Orbnung han- 
delte es fich auch das ziweitemal um ei 
Viertel. 

6. Die betreffenden Rathebeihläfie 
wird Herr Prof. Hegel in Beilage 


mittbeilen. 





Orbnungen 28. 


301 


ſchaft ſeczen, und auch an ver lecz des gangen virteils, wie vil man, 
frawen, kinder, knecht und maid und auch Toren, habern, hirß, waig und 
kuchenſpeis wer in dem ſelben virtail!. 

Item darnach ward Hans Koler und Peter Rieter darzu geben, daz 
s ein ieder koren hingeben ſölt, waz er übrigs het über 1 jar fein notdurft?; 
und daz wert biß zu dem newen rat?. und darnach muſten aber vir alt 
genant* umbgien in ver ſtat und muſten ein ieden fragen auf fein ait, 
den er der ftat getan bet, daz er wolt jagen ein worbeit, wie vil er leut 
bett und allerlei getraids; daz beſchraib man gar örbenlichen in maß als 
10 die firteilmeifter dann vor getan hetten, und gab und bieß bie weil bie 
jüden und gotzheuſer, die auch Toren von ber ftatt wegen gefchütt heiten 
und daz in auch gefeczt wa8®, auch hin geben, al8 biß die püchlein gemacht 
wurben®. darnach warb Peter Nieter und Hans Voldimer darczu geben 
mit folcher ordnung, daz man eim ieden becken zivei jümer melbs gab von 
15 ber tat Faften, und gab ie aim 5 firteil geftrichen für 1 ſümer korns'. 
fo muft Peter Nieter und Hans Volckmer mit ven leuten reden, bie 
übrigs Toren hetten, daz fie eim ieden bedfen nach dem melb 2 fümer korns 
„ gaben und fchaften®. und man ließ auch ietlichem nit mer für ain per- 


1. des genanten virtelE R. a. 


fehlt a. 
R.ac. 


13. Boldmair R. a. '14. eim ied. b. eim zwei fümer A. einem zwei füm, «. 


4A. 18. ‘fchaften’ fehlt a. 


1. Bgl. Ordn. Nr. 38. 
2. Bgl. die folgende Ordnung. 


3. Der neue Rath (deffen Wahl da- 
mals Igon um die Ofterzeit ftattfand) 
trat im 3. 1450 am 8. April feine Wirk⸗ 
famleit an. (Brfb. Nr. 20, BI. 362.) 


4. Bgl. Bd. J. S. XXVI. 


5. Wie man den Klerus mit zum 
Tragen von Kriegslaften beranzog, hatte 
man e8 auch nicht unterlaffen,, ſich feiner 
Treue zu verfihern, und ihm wie ben 
übrigen Nicht ärgern eine Eibesleiftung 
auferlegt. Man bezog fich babei auf die 
entfprechenden Anorbuungen im Städte- 
frieg des onrangegangenen Jahrhunderts; 
vgl. Bd. I. der Nbg. Chron. 174, 32 ff. 
Im R.-M. von 1449 beißt es beim 29. 
Juni: ‘Item nad tifch das buchlin ber 
ordnung des alten kriegs von ber geift« 
licheit wegen born’. Und an bemfelben 
Tage 'poft prandium: Item die geiftlicheit 
alle laſſen ſwern mit iren undertanen ut 


2. oder maid A. 

als vorn gar clerlich in vem puch geſchriben ſtet a. 
10. in maß — hetten: wie dann vor gemelt a. 
12. biß die püfchlein 4%. R. a. (in a? aus "püchlein’ corrig.) biß bie garben a. 


korns haberns 4°. 43. 3. ind. f. virt. 
5, feiner nottorft a?. ad. 9. allerlei’ 
“und gab’ fehlta. und ließ 


16. Vockmer 


in antiquis diſſenſionibus. Hanns Tucher 
und Baumgartner”. , 

6. Der Sinn ift wohl ber: Bis die 
Aufzeichnungen (“püchlein’) über den Be- 
Rand in den einzelnen Stabtvierteln voll- 
endet waren und danach der Anſatz der 
abzuliefernden Getreidequoten gemacht 
werden konnte, forderte man vom Klerus 
und den Juden, welche beſonders gezählt 
worden waren, ihr Beitragsquantum ein. 
Bol. im Uebrigen Ordn. Nr. 38. 

7. Zu dem feftgefetsten Preiſe; vgl. 
unten 302, 8 und bie folgende Orbnung 
unter „Korn.“ 

8. Das Verfahren wirb etwas beit- 
fiber in der Orbnung Nr. 30 unter 


„Melb“ befchrieben. Nach einer Berglei- 


Kung der einichlägigen Stellen gab’ das 
Duantum, welches der Bäder vom ftäbti- 
Icen Mehlvorrath zu Kauf erhielt, ven 

aßftab für jenes, welches ihm bie Bilr- 
ger zu dem feſtgeſetzten Preiſe überlafien 
mußten. 


30% V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


fon, {st. 114°] die er in ſeim brot bet, venn ain fümer korns oder 1'/ auf 
daz matft', und daz übrig muft er alſo ven becken zu Lauffen geben noch 
dem melb in vorgefchribner maß; und welcher mefler daz korn hinmaß 
ber muſt denn zu dem Steffan Schuler gien und muſt im ab laßen Tchrei—— 
s ben an feinem korn, wann ber Steffan Schuler die rechnung Davon hielt. 
Item man bedorft alfo ven becken alle wochen bei 300 fümer melbe 
und korns, daz fie alfo puchen zu verlaufen. und ver Niclos Köler was 
zu dem melb geben von ber ftat wegen zu verkaufen, und ver gab albeg 
bie pecken gejchriben dem Peter Rieter und Hanſen Voldmair, bie denn 
ı0 melb genumen  hetten?; vie gaben denn ven meſſern pie zettelen und 
weiften fie, wo ſie daz korn fünden und hinmeßen jölten ven becken und 
anch den armen leuten ze ſümern und ze virteilen. alſo hört ver kriez 
bomit anf am freitag nach viſitacionis Marie; und ce bag vier wochen ; F 
bin chomen im frib, da galt 1 fümer orns 7 «X, ain flimer weiß 2 gu 
15 den, der habern 1 finmer 9% &. 
. Item man fand korns gemung den gangen krieg und auch haberns 
als hinnach gefchriben ftet, aber weit was etivaz mangel; darumb fo mul 
man hirß zu muesmel als hinnach auch gefchriben ftet von dem weit?, 


[Bi. 117°) 29. Item ordnung des getraids *. 
20 Habẽrn. 

Als nun der krieg etwe lang weret und der habern gemindert ward, 
da beſched man zwen, Mertein Holtzſchuher und ven Tucher, daz fie vers 
raiſing zeug habern beſchiden und etlichen geſchriben furleuten; und gabers 
ie aim auf ain pfert ſümer, und wenn er niemer het jo fam er wiber- 

25 Item wir namen den burgern ven übrigen habern, vie fein heiter 
- über ir notborft, und den, die nit pfert hetten, ven-namen wir ten haberrs 
auch; doch ließ man einem ein wenig; aber ben, die gaftung hetten, namen 


3. und weldder — hinmaß' fehlt 42. 4°. 7. puchken A. 10. dem mefl. A. die weiften 0. 
14. korn 4. 15.81, WR. au. 20. haber 42. 4°. 22. befcheid A*. beſchied a. beſchide 
aꝰ. ad. BGoltſchuer R.a. 27. aber ven gaftgeben namen w. nichts a. 


1. Was für ein Jahr ausreichen follte ; aim 15. Juli 1449 ausarbeiten; wir leſen 
vgl. ge „folgende Ordnung. bei dieſem Tage im R.⸗M.: ken zuneE 
‘die peden, die denn melb getreybe ordnung machen: Peter Mendel⸗ 
gan. Die folgende ‘die’ bezieht ſich auf Pfinking’. Unſer Tert giebt bier ne 
und Boldamer. nad dem Kriege gemachte Zuſammenſtel⸗ 
3. Beide Verweifungen gehen auf die Yung ber betreffenden, wie bas ange. 
folgende Ordnung. Mannal veftätigt, meift unmittelbar vom 
4. Eine allgemeine anf dieſen Gegen- Rathe ausgegangenen Anordnungen. 
fand bezügliche Norm hieß der Rath fhon 





Ordnungen 29. 


303 


wir nichg. und wir muften aim wochen bei hundert ſümer haberns 


haben. 


Item ber haber warb geſetzt ya verkaufen ain fümer umb 10 , 
und nit höher?, und man bett fein ain gute notborft ven krieg aus und 
aus; ſolt aber der krieg etwe vil lenger gewert haben, jo wer mangel 


daran geworden. 


[17] Korn. 

Item als ver Trieg bie zu Nürnberg anging unb bo mar ber ftat 
nit mer von getraid zufüren mocht?, alfo het man in ber ftat korns ein 
10 große gnüng unter ven purgern: do fegten unfere herren des vats, daz 
man daz forn nit höher geben Jolt dann ain fümer umb 10 4., und gepot 
ben burgern, daz ieverman den vierden tail von feinem korn verlaufen 
jolt, wenn e8 am einen köm und im gepoten würb*; und do verfelb virtail 
von dem korn verkauft warb gerings herumb in ber ftat, darnach bot 
15 man aber ain firtail zu verlaufen. und bo bie zwei firtail alfo verkauft 
Wurden, do nam mar für fich, daz iederman verlaufen folt, waz er an 
korn bet, und folt im fo wit behalten, daz er und fein geſind ein jar ge 
nung in jeinem Hans hetten®. in dem het ver Trieg alſo ain gancz jar 
geivert, baz dennoch iederman vil korns bett; auch heiten bie pawern, bie 
20 her in die ftat warn geflohen, dennoch vil forns und Fuchenfpeis. | 

‚ Auch hetten unfere herren bes rats der ftat kornpöden dennoch nie 
kain anfgethan zu verlaufen, denn daz fle etlich korn malen Tiefen, und 
wenn bie pecken nit zu packen hetten, oder daz man nottigs prot beborft, 
jo gab man ven pecken mel zu kanfen, daz man ungefaumt was®. 


‘ 
1. habern A.R.a. 10. ven’ fehlt R. A. 14. gerings rumb a. ger. umb a. 


batt man 


R. A. 15. tzwie firtail A. "16. und do — wurden: und dig viertail auch verfaufft wur⸗ 
den a. 17. jar: *gar’ A. 19. vil koren A. 21. ımfern A. 23. pachen 49, 40. ur, ad, 


1. Mar fuchte Haber von Seite der 
Stadt auch auswärts anzulaufen. So ift 
in einem Rathsſchreiben an Weihenburg 
vom 26. Septbr. 1449 die Bitte ausge- 
ſprochen, man möge dort 500—600 Sim⸗ 
mer, oder foviel man befommen Tönne, 
zu erwerben juchen. (Brfb. Nr. 20, BI. 
177.) Die Ausfuhr von Haber hatte man 
ſchon am 13. Mai des gen. 3. verboten. 
(RM. zu Diefem Tage.) 

2. Bgl. oben ©. 300, U. 2. 

3. Diein die Stadt geflobenen Bauern 
hatten vieles Getreide mitgebracht. — 

bgeichnitten war die —5* indeß 
such ſpãter nicht. Im R.- Dt. von 1449 
heißt e8 3.8. beim 24. Juli: “Item ver» 


gundt das getreyde herein zufurn, wer es 
anders undter obdach pringen mag’; beim 
15. Auguft: Item wer zu ber ftat eſſend 
oder ander ding fürt ober bringt ben fol 
man fichern, er wölt denn kuntihaft trei⸗ 
ben'. Natürlich begünſtigte man die Ein⸗ 
fuhr ſo viel als —2 mehrere Stellen 
des R.⸗M. geben hiefür ausdrücklich 
Zeugniß; vgl. auch oben ©. 282, 20 ff. 

4. Bel. oben ©. 300, 14 ff. 

5. Bel. oben ©. 301, 


6. Bgl. oben ©. 301, 302 und den 


Schluß der folgenden Ordnuug, ei 
diefe Einſchränkung Doch nicht umerhebli 

war. Nadı dem Rathsmanual von 1449 
I&heint ferner auch (ungemablenes) Korn 





304 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Waitz. 
Item man bet nit vil waitz hie; do verputen unſere herrn, daz ma__ 
kain waigen prot pachen folt, darumb, daz man den wait ven pfragnex 
(geben?) het und waigen meel daraus machet und daz meel verfaufez 
5 alfo daz man, bie weil der Frieg weret, waitzenmeel het ain notdurft; u, 
ben waig borft man nit höher geben venn 1 fümer umb 16 @&'. 
[81.118°] Item die linfen wurden gejegt 1 meße umb 60 dn., item bie arber 
Ben 1 metzen umb 6 gr[of8], item ven haniff 1 megen umb 2 on. ; item 
den hirß 1 meßen umb 1 &., und des fant man ein große genung um 
ı0 fein warb auch vil gemalen zu muesmelb für waig, wann großer mangel 
was an waig. item die geriten umb 40 pn. 1 meben, 


[21.35] 30. Ordenung vom melb, baden und vom brot. 


Item am erften, als manig fümer forns man gen müle faßet? ſo 
zalt man davon den hernach gefchriben Ion: 

15 Item dem meßer zu meßen vom fümer 1 dn., item dem trager ein 
zufajlen und ze tragen 2 dn., dem mülner furfnecht hin und her zu füren 
vom fümer 1 dn., item dem mülfnecht vom fümer 1 dn., item dem mil 
boßler zu fegen vom fümer 1 haller. 

Und wenn man daz melb ven beden haim fürt, fo gab man in für 

20 alfe arbeit, beuteln, holcz, baden und Inechtlon vom fümer 35 on. 

Item man fol nun merden: am anfang des Friegs do buch man zu 
mangen armen beden bin und her in ber tat, wann bie reichen wolten 
ſich fein nicht unterwinten; einer buch vil der ander wenig, einer buch 
400 brot ver ander 500 brot aus einem fümer, ainer machet brei der 

25 ander 4 mehen Hleien aus aim fümer, und ging wild zu, wann man mull 
von in nemen waz fie gaben; man muft in varüber getrawen, fie buden 
in iren beufern, man kant kain ordenliche rechnung von in gehaben. 

[35°] Auch ift zu wiſſen, daz die bedfen ftalen und vertrugen bie jed ſe 
3. den pfragnerin 42. 42. 7. in 42. Ad. a. immer metzen'. 8. erbeis A4. R. a. hannff “. 


R.ac. 10. vermalen 4*. R.ac. 12. bachen 42. 42. 20. holcz, pecken a2. ad. holczhaden 
a. 24. Die Zahl in A nicht ganz deutlich, eher iiijC (350) zu leſen. 27. kont a?. 4ꝰ. um ® 


(nur nicht zu einem niebrigeren al® dem jedes Simmer). R.-M. vo. 1449 zum 
allgemein — Preiſe) aus den 28. Nov. Früher (5. Auguſt) war Mi 
Kornhäufern der Stabt verkauft. worden Preis des Waitens auf 12 angeſcht 
u fein (30. October) : ‘Item ein hundert worden; R.-M. zum ang. T., vgl. oben 
mein von unjerm podem auftün und ©. 300, U. 2. 

zu 10 . tzugeben, und unfelb8 darnach 2. Es iſt im Folgenden, wie men 
auch angreiffen und bingeben’; vgl. Teicht fieht, von dem für die Kriegsmann⸗ 
28. Juni: “ein bodem auftuun 200 fumen ſchaft auf ftäbtifche Koften bereiteten Brod 

1. Bei Strafe von 1%. Haller (für Die Rebe. 





Ordnungen 30. 305 


jelb8 aneinander, und wurden auch vil herrnſeck! verloren; und waz der 
becken jede verlorn wurden, die muft man in zalen von rag wegen, wann 
ber rat wolt nit leiden, daz iemant claghaft wurd überal. - 
Item do es nun fo wild zuging, do fing man an zu paden? in vem 
marſtall* und zu ven parfufen und ftelt fremd becken von dem lant dar⸗ 
ein, und bie hetten auch ir aigne verlegnus mit allen dingen; und ben 
gab man den obgeichriben lon vom fumer 35 bn., und ven lech man 
herrnſeck, vie muften fie wider verrechen; die herberg heiten fie enpfor. 
Item auch ift zu merden, daz diefelben becken flugen albeg aus einem 
ſumer 5 oder 6 meßen Kleien, nachdem und daz korn gut und wolgemalen 
was; und jo gab man dann ain megen umb 5 dn. am anfang bes frigs* 
und am end umb 6 dn., und man fammet fie all wochen zufammen und 
gab fie hin am famstag armen leuten, einem 2 oder 3 meßen. 
Auch ift zu willen, daz diefelben becken puchen foverlichen aus ainem 
‚ jümer 600 prot, ver wug ains am taigk 22 oder 24 lot, und gebachen 
wugen fie bei 18 und 20 Ioten, und was gut veft brot von wol gearbei- 
tem taigf als man zu fodern hauslaiben nimpt; und ver brot ains galt 
gern 1 baller, ver becken hallerwert warn ven nit gleich°. 
‚tem wenn die brot nun gebachen waren im marftal, jo bet man 
> beftelt ain armen man, der trug daz brot auf den boden, und der ging 
bei ven beden aljo umb. wenn man brot wolt laden, es wer in bie 
fuchen ® ober in bie reis, fo fürt man die wegen over bie karn unter ven 
boden und [B81. 36] lub Durch ein rören von dem boden als vil man fein 
beborft, und ging aldo gar behent zu; waz man aber zu pen parfußen 
s puch, daz ſchütt man in ein kammern in der pfiftrei, und wenn man fein. 


8. entpfor 43. entpfar a2. a?. empfor A*. a. 
vet R.au. 17. vordern ad. a?. u. 


12. man fumet o. 
nymp A. 19. gebaden A. «. 


16. gut veßtz A. gut 
22. den karn R. A. 


1. D. h. der Stadt (dem Herren Des 
Raths) gehörige. 

Ä 2. Schon am 8. Juli 1449 im R.-M.: 
‘ofen anrichten und baden laffen’ — 

3. Diefer war ſchon damals gegen- 
über St. Katharinen gelegen; vgl. Yau- 
meifterbuh ©. 188. 

4. Der Preis wurde noch am 14. Dec. 


den (an einer andern Stelle — 29. Dec. 
— das prot zujneiden) und Das prot in 
ſpital geben und muſſen dartzu veirn. 
Item fo iſt den frembden pecken vergundt 
auch (auf ihre eigne Hand — vgl. oben den 
Tert 3. 6) zu paden’. Daf der Rath wäh- 
rend der Kriegszeit immer wieder auf’d 
Neue Beranlaffung fand, das Verfahren 


1449 und I. Januar 1450 zu 5 Pfenn. 
vom Rathe angefett. R.-M. zu d. ang. 
Tagen. 

5. Im R.⸗M. v. 1449 heißt es beim 
10. October: Item den becken ift ernſt⸗ 
lich geſagt, das ſie redliche pfennwert und 
hallerwert packen ſüllſlen], und welliche zu 
clein packen, den wöll man on gnad jnei- 

Stäadtechroniken. 11. 


der Bäder zu überwachen und ihnen Zu— 


-rechtweilungen zu ertheilen, davon legen 


zahlreiche Stellen des angeführten R.-M. 
Zeugniß ab. 

6. Die für die Kriegsdaner errichtete 
allgemeine Stadtküche; vgl. unten bie 
‘ordenung in der fuchen’ (Nr. 33). 


20 





| 306 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


bedorft fo muſt man e8 heraus tragen in den marftal, und daz ging gar 
landjam zu; aber waz man lud aus dem marſtal, daz ging gar behent 
und haimlich zu. 
Item mer man het beſtelt ain karnman, der fürt alle tag früe und 
5 fpat, wenn man fein beborft; und dem gab man zu eßen aus ver kuchen 
und gab im die wochen zu trindgelt 8 oder 10 on. und beweilen nicht, 
nachdem und bie arbeit gro8 was. 

Item auch ift zu willen, als der krig nun etlich zeit lang gewert het 
und amt legten ward holcz und ander ding teur werden, und bie beden 

10 mochten mit dem worgefchriben Ion nicht wol zuchomen; do fom man in _ 
zu bilf mit eim trindgelt, nachdem und die arbeit gro8 was, wann bie 
herrn des ratz verlißen, daz man meniglichen feiner mie und arbeit un- 
gelonet nit lies und meniglich feiner müe unclaghaft hielt, newer daz es 
replich und aufricht zuging. 

15 Item auch ift zu merden: am anfang bes krigs wenn man ie aus- 
zoch, fo lud man oft 8 oder 12 wegen mit brot, und daz ging denn alles 
auf; und am leczten wenn man auszoch, fo fürt mans unter daz tor: 
was dann ber zug fern und fwer, fo gab man aim 2 brot, was aber ver 
zug nit aufs ferft oder wert, jo gab man aim ain brot. item oft muſt 

20 man haben 3500 brot, oft 6500 brot, nachbem und der zug was; und 
daz volck was twilliger und ging geleicher zu, dann in dem velbe. 


[se] Vom melb. 


Auch ift zu merden: als nun der frieg etlich zeit gewert het und 

man niemer herein wurd füren und etlich niemer korn hin wolten geben, 

25 do fur der rat zu und gab melb hin!; wann fie hetten etwe vil melbs für- 
gemalen auf fürforg. man gab daz melb ven beden nach anzal aim 2 
oder 3 jümer, 1 fümer umb 10 &%; auch gab man es ven armen leuten 
bei megen und firtailn, daz was ein gros hilf armen leuten. 

Auch ift zu wiſſen, daß man albeg maß des melbs ie fünf geftrichne 

30 firtail für ain fümer.. 

Auch iſt zu wiſſen, als manig ſümer melbs ain beck nam, ſo beſtellet 
man, daz im albeg von den burgern hin und her ſo vil ſumer korns 
muſten geben werden?. 

6. bei weilen a. und weilen a?. ad. 9. ‘werben’ fehlt a2. a?. “18. meniglich: "nemlich’ 


alle außer R.a. 14. aufgeriht R.a. 15. anfag A. 18. der zu vorn und ſchwer a?. a°. 
19. ‘ferft oder’ nur a2. a?. 20. "oft 6500 brot’ fehlt a. 32. korn R. A. ebenfo weiter unten. 


1. Bgl. oben Nr. 29, unter, Korn,“ 2. Vgl. oben 301, 13ff., 302. 
©. 303. 

















Ordnungen 30. 31. 307 


Item die mülner bielten fich aljo: wenn man in haim faßet 10 fü- 
mer korns, des fein 20 ſeck vol, fo brachten fie albeg 21 jed voll für aus- 
malung; und wenn man dann aljo nach anzal vil oder wenig melbs ver- 
faufet, fo maß man aber aus 10 finnern föverlichen 11 oder 11%, füimer, 

5 als vorgejchriben jtet ie 5 firtail für 1 fümer. 

Item mer fol man wiljen, wenn man forn gen mül faßet, jo gab 
man albeg tragern, mejjern und mülfnechten ven vorgefchriben' lon; und 
wenn man nun daz melb aufichüten wolt, fo gab man ven tragern von 
einem jümer 2 pn. aufzutragen und auszufchüten; und wenn man es 

10 verfaufet, als obgejchriben ftet ie 5 firtail für ain fümer, fo gab man 
bem mefjer vom ſümer 1 dn. 

[Bi. 37") Item auch ift zu merden, ob man hinfür meer melbs fürmalen 
wolt, e8 wer auf teurung ober frieg, wenn man daz melb außſchütt, daz 
man e& über acht tag nit unzelegt oder ungewent laß, e8 verbürbe anders; 

15 wann wenn man e8 ausjchütt, jo vellt es knollet heraus, und in venfelben 
Inollen wachjen dann würm, die verderben es. auch fchol man es fchüten 
an ein ent oder ort, daz kain trupfe darauf vall, und fol deſter ofter 
darzıı warten; wann es verdirbt gar leicht, wenn man fein nit wart. 

Item auch ift ze wißen, daz unferr herrn des rag albeg auf ein für- 

20 forg hetten bei 1000 fümer melbs; und fo man ie ein teil verkauft und 
verbuech, jo ließen fie ander forn malen und daz meel wieder aufichüiten, 
alfo daz e8 nit geminvert ward. 


fer. 38") 31. Don behütung der mül in der flat. 


. Item in ieder mül in ber ftat ward beftelt ein frumm nıann, ber 
25 jteß do bitten muſt, daz niemant die mül bejchebiget. 


2. das feina?. a?. 12. vermalen 4*. 14. unguleget 43.4. *gewennt’ alle außer 4°. 15. knol⸗ 
lat A. 16. würmen a. 17. k. tropfe. 22. Der legte Abfas, in A von ver gleichen Hand 
nachgetragen, fehlt ina. 23. Bon behaltung A. R.a«. Nr. 31 fehlte; ift in A durch⸗ 
ftrichen une von anderer Hand Folgendes darunter gefchrieben : ‘Item vie müle waren alfo 
beftelt,, das zu itlicher mül warn geben vir manne: alfo wenn zwen abgingen, vas bie ans 
dern zwen aufgingen, aljo das albeg zwen auf itlicher mül fein muften. und wenn viefelben 
auf der mül alſo nit funden würden, fo gab man in urlaub, wann man ander gnug fand; 
und gab einem vie wochen zu Ion 10 grofch. auch die der mül hutten, dorften in vie mül 
nymant laffen vann ven fie fennten. auch wann man forn oder ander ding in die mül pracht, 
fo muft man das alles außfchütten zu beſehen, ob ycht varinne verporgen wer, davon die 
müle enzundt werben mocht. auch muften die der mül hutten willen alle nacht, was die lo⸗ 
fung was, das fie vermerden mochten, was leutt da umbgingen, 


1. Zu Anfang diefer Ordnung. 
20 * 


ot 


1 


a 


V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


- 


308 


far. #6") 32. Ordenung des flaifchs. 


Item als fich ver Isieg anhub, do was am erfien des flaiſchs ein 
genüng und man gab ein pfunt flaifch umb 1 on., und umb 3 baller, 
und umb 2 on. auf daz höchit, won ver zeit an, als fich ver krieg erhub, 
uncz auf weihennachten !. 

Item von weihennachten biß auf fasnacht was merplicher bruch an 
flaifch, und man gab daz flaiſch 1 &. umb 3 on. und umb 4 dn. 

Item darnach zu oftern pa beftellet der ratt, daz man alle fie und 
Ichaf, die die reuter und trabanten brachten, jolt der ftat kaufen; und 
man gab für 1 fue 3 gulven und für 100 ſchaf, die ungejchorn warn, 
32 gulvden, und für gefchorne fchaf gab man 22 gulven, und zu zeiten 
fomen die lemmer barein. 

Item waz man Tüte pracht, davon bett die ftat die zehenden füe umb- 
ſüſt in ir kuchen?. | 

tem unferr herren des raß beftelten etlich. fremb flaiſchhacker, vie 
daz vihe dernider flugen; und man wug daz flaifch auß auf dem Newen- 
bamwe bei vem Hiferlein?, und man gab daz @%. umb 5 haller, und man 


beſtelt ven flaifchadern leut zu, die daz gelt einnamen und eim ratt ant- 


20 


worteten. 

Item es ward daz gedreng jo groß umb baz flaiſch, daz man bie 
gemein an einer ftat mit flaifch nit gefpeifen mocht, und ez kom ein ratt 
daran, daz man die gefiworen meifter von ben flaifchadlern* bat, daz fie 
dem ratt daz flaifch aufhieben; des warn fie willig, und man trawet in 


umb daz gelt ein zu nemen. und ver gefivoren meifter waren 6 unter 


1. flaifh A. 42. a4. 2. ‘ve’ fehlt 4%. des flaifch A- 4°. R.a. 3. genüngen 43. genug 


a, a9. genũg ae. 9. Nach 'folt’ in A noch einmal 'man’ eingefähaltet. 19. antwmortten a. . 


antmwurtten «a?. a?. antworten thet «. 


1. Die Fleifchpreife wurden jeberzeit 
vom Rathe feftgefebt; vgl. Niimb. Boli- 
zeiordnung., herausg. v. Baader ©. 226, 
227. Bereitd zu Anfang bes J. 1449 
(R.-M. zum 31. Jänner, 31. Mär u. 
30. Mai) hatte man das Fleiſch um 4 
Haller (2 dr.) zu verlaufen erlaubt, da⸗ 
gegen lejen wir beim I. Juli im R.-M.: 
Item den gejworn meiftern der flaifch- 
haker jagen, das fleiſch, hemlin und rint- 
fleiih, geben umb 3 haller: Pawmgart⸗ 
ner’; und ähnlich beim 8. Juli; am 
6. November find e8 dann wieder 4 Hal- 
ler: ‘Item den flayjchafern ift ernftlich 
gefagt: das flaiſch hiezwiſchen und Andree 
(30. Nov.) umb 4 haller und der gemeyn 


23. trewet 4°. 


gutlih tum. — Vom Schweinefleifch 
wurde am 23. Auguft erlaubt 5 Haller 
zu nehmen: ‘doch auf des rats wider- 
ruffen’; am 4. December wurde e8 zu 
6 Haller angefekt. 

2. Bol. oben ©. 260, 9f. und bie fol- 
gende Ordnung. 

3. Der Hiferleinbrunnen lag auf dem 
Neuenbau Lorenzer Seite; vgl. Bd. I, 
©. 276, X. 1 und ©. 400, M: 5. 

4. Weber die „geſchwornen Meifter” 
unter den Jeigghaugn vgl. Nürnb. Po⸗ 
lizeiordn. S. 223. Sie werden auch in 
den Aemterbüchern der Stadt zu jedem 
Jahre namentlich aufgeführt. 


« 











Ordnungen 32. 309 


ben alten benden und 4 unter ven newen [46’] penden, domit warb daz 
volck wol gefürbert und außgericht an gebreng. 

Item den fremden flaifchadern gab man einem zu Ion 2 gr[ofs] 
1 tag und in ver ftat kuchen zur eßen, wenn fie flugen oder aufhieben. 

5 Item den gejwornen maijtern-gab man ir iedem ain wochen für fein 
müe und arbeit mit fampt feinen Tnechten gülden, daz fie daz flaiſch 
aufbieben; und bie fremden flaifchader flugen in daz vihe albeg dernider 
auf irer flahpruden, und ven gab man zu Ion als vor gefchriben ftet. 

Item fo hat man alle famstag durchauß zu fpeifen bevurft bei 120 

10 küen; wenn man aber auch fchaff ftach, jo bedorft man als vil deſter min- 
ber füe. und man beborft füft die andern tag all in ver wochen auch wol 
als vil. 

Item als unferr heren daz flaifch zu 5 hallern Tiefen geben, do font 

man nit zulomen, aljo daz verluft dobei was; do ließen fie e8 geben umb 
15 3 dn., domit mocht man wol zufomen an verluft. 

Item wenn man groß merclich züg tet, alfo daz man mit der wa- 
genburg außzoh: wenn man denn berbeim kom, fo gab man von vak 
wegen den dreien haubtleuten, daz warn der püchjenfchügen, armbroft- 
ſchützen unb ber |piefer, ir ievem ein tue; und fo riten auch 3 des raß 

20 mit denfelben haubtleuten, gab man ir ievem auch alweg ein kue'!. 

[Bi. 47") Item man het daz vihe alweg bei Frawentor im graben?. und 
fo het man etwe vil nüung von wifen in ver lantwer? kauft, do traib 
man baz vihe des tags Darauf und bes nach gab man in im graben gras 
oder Fraut, daz brachten arm frawen für milch; wann welche frawe bie 

25 küe wolt melden, die muft des nach& bringen ein pürb grafs, die 5 pfen- 
ning wert was, jo ließ man fie Des nachg und des morgens dofür mel 
den. und dovon ward Frauß und graſs genung, daz man keins kaufen 
borft. 

Item wenn man zu vil vichs het, jo gab man te die guten milchfüe 

30 hin den purgern in ber ftat. 

Item wenn man groß merdlich haufen vihs brocht, fo Tießen unfer 


2. gefudert A?. 49. gefuttert a2. a. 6. ‘gulven’ in A? nachgetragen, fehlt 4°. 11. all’ 
fehlt 4?. A®. 18. daz warn diea. warn dan die a?.a®. 19. *armbroflfch.' fehlt 4°. a?. a. 

1. in w fland urfprünglich: “hauffen vifch’, daher über dem Abfag die Ueberfchrift ‘von 
vifchen’; fpäter durchſtrichen und an die Stelle von vifch küe' geſetzt. 


1. Nemlich aus der Beute. Vgl. oben meifterb. ©. 123 u. 292, 3f. Am 28. 
©. 259 und ©. 260. September 1449 batte ber Rath dem 
2. Im" Stadtgraben links vom Stabtbaumeifter befohlen: das rotwilb 
Frauenthor hielt man in Friedenseiten im graben abtun’; a. R.- 
damals Wild; vgl. E. Tucher's Bau- . D. h. innerhalb ber Landwehr. 


310 V. Nüruberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


heren ven flaifchadern auf dem hantwerck zu zeiten ein britteil oder ain 
firteil widerfarn in dem gelt, als fie es gefauft hetten!; doch muften fie 
gereden, daz fie eg als jlahen wolten und der gemein mitteilen in dem 
gelt, als es in gefeßt was, und daz fie es firteilmeis nit verkaufen wolten. 
5 Item jo gaben euch unjerr berrn zu zeiten, wenn man groß züg 
auß gethan bett, in die klöſter, pfarrhöff, in fpital küe durch go willen. 


(Er. 16] 33. Ordenung in der kuchen. 


Item zum erjten warb einer des ra mit namen her Jobs Tetzel 
öberjter fuchenmaifter gemacht und noch im zwen kuchenmaiſter Yaurenz 
1 Memminger und Hanns Sammenhamer, die teten dem obgenanten Tetzel 
alle vir oder acht wochen, nachdem und fie.muß hetten, rechnung; und 
biefe zwen unterfuchenmaijter hetten alle wochen irn folarium, iever 4 

pfunt, ie dreißig pfenning für ain pfunt ze rechen?. 
Item mer ward gemacht auf der Schüt bei dem waßer und Wildpad 

15 ain füchen mit zweien laden, do man außhin daz volck fpeifet, nnd vor 
ievem laden ein geheus mit zweien türen, zu einer tür [ward] daz volck 
ein, zu der andern aus gelaßen; und zu dem din laden Twurven] aus ge- 
jpeift frawen und fint, zu dem andern man, umb daz, daz frawen und 
fint nit genrungen würden. 

20 tem bei difen vier türen und ven femmerlein vor ben laden bei 
iedem türlein ain man, ver einließ daz vol, der ander ließ auf; und bie 
hetten nit mer dovon zu lon denn bie ſpeis. 

Item mer in dieſer fuchen ain foch, der het alle tag 2 griois; zu 
fon und het 2 Inerht, ver het iever alle tag 1 gr[oj8] long, und mer 3 

25 Inecht, die dinten umb die ſpeis in der fuchen, und zu zeiten warb in kauft 

von den kuchenmaiſtern hemd und fchuch. 

tem mer bei diefer Fuchen nechft am waßer warb ain ſlahaus ge- 
macht, dorinn man als vwihe zu der Fuchen notburft flug, und dobei 2 
flaifehhader und ain fnecht; gab man iedem maifter ain wochen 60 pn. 

30 und dent Tnecht 4 grſoſs], und fie aßen teglich in der ftat Fuchen. und 


2. *ein viertail ober ein halbs viertel! «. 7. küchein 4%. 9, burgermaifter 4%. 10. Sa⸗ 
menhanmer a. Summenheimer a?. a?. 11. muft hetten 4°. 12. dyeſze A. dyeſelben zwen 
4A?. 43 (in A? aus dyeſe' corrig.). im folta. 17. auß zn laßen a. 19. gedrengt a?. a?. 
20. vier’ fehlt a. und dem A?. 43. vier femerlein und türen a. durnen und ven kem. 
a?. a. 


1. Bgl. Die folgende Orbnung ©. 2. Bgl. binfichtlih der Münzangabe 
311, 13 ff. Bd. I, ©. 238. 











Ordnungen 33. _ 311 


waz man aus intum löfet, was ber vierd dn. ver 2 flaifchader ver maifter, 
und alle berezen, biren und adern warn ir. 

Item am anfang des kriegs nam man von allem vihe, daz zu eßen 
bocht und lebentig her geprocht ward, daz zehent haubt in vie Fuchen, und 

5 daz muft man geben an widerred; und wenn der zehent des vihs geant- 
wurt ward den füchenmaiftern, fo gab man denn allen trabanten, bie 
nach demſelben raub geweft warn, ainmal aus ber jtat fuchen zu eßen: 
iedem ain jtüc flaijch von '/, pfund und auf ain feivel gefochts hirs und 
2 brot. darzu gab man venfelben trabanten auch alweg zaichen von plech 

10 gemacht zu der fuchen, wenn fie daz zehend haubt vihs gaben, darumb, 

“dag nit mer kömen und kojt holten denn ir aus geweſt waren, und daz eg 
kein unrechter für ven rechten nem. und den reutern gab man kain fpeife. 
[16°] Item mer am anfang fauft der rat daz vihe zu der füchen von ven 
beuten ain rind umb 1 gulven, darnach ain rint umb 2 gulven, auf bie 

15 le fauft der rat als vihe, befunder alle rinder, zu dreien gulden und all- 
weg 2 falben für. 1 fue; und bet ver rat flatjch vail der gemain ven krieg 
lang 1 &. umb 5 haller, auf die leg 1 &. umb 3 pn. ', und man gab fein 
ber gemain genund und die flaifchader feirten. und dietz flaiſch ließ der 
rat vail haben am erften auf vem Newenbaw in einer hütten, was do 

20 vor ain Fuchen, und auf vie let ließ mans vail haben unter den penden 
gejworen maifter auf widerrechen ?. 

Item mer am anfang waz jchoff und |wein ver ftat von penten ge- 
vilen, die verkauft man wider ver gemein aljo lebentig, te funfe für 1 
gulden; und man gab ie einer perfon ain ſchoff zu kaufen und nit mer. 

25 darnach kauft der rat die fchoff alle, wenn man fie herbracht, daz hundert 
umb 25 in 30 gülden; und man bejtellet fcheffer und lies fie zu feld gin, 
und man ftachs alle ſamstag gemach ab und wugs der gemain aus, ie 
ain &%. umb 3 dn. 

Item alle fchofffel die wurden von ftund an verfauft aim ledrer ains 

30 umb 15 dn. "auch neher, noch der zeit und die fel wollen hetten. 

Item mer wern man außzoch mit aim reblichen zug und wider kom, 
jo gingen die füchenmaifter und namen zu in brei ober vier für daz tor 
an bie fehranden und hetten von plech gemachte zaichen und gaben ivem, 
ver aus was geweſt, ain zaichen zu ver Füchen umb ſpeis; und wenn bie- 

1. intun 43. auf dem inthum over ingerait:a?. auß dem futen over ingeraiv a’. flaiſ⸗ 
bader A. der fleißhader a. ver flaiſchacker u. ‘ver maifter’ fehlt a?. ad. 2. und andern o. 


14. von d. leutten a?, a. 16. ein falben aꝰ. aꝰ. wo. 18. flaifhader A. 26. ‘fie’ nur a?. aP. 
29. alle fcheffvel (aus ‘ichefflein’ corrig.) a. 


1. Bgl. oben ©. 309, 13 ff. 2. Bgl. oben ©. 308, 309. 


312 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ſelben zaichen zu der kuchen procht wurden, den gab man denn ein ſtück 
fleiſch von Y% «4. und prüe daran, und moß gekochts hirß und 2 prot; 
und man ſpeiſet neur ainmol umb 1 zaichen!. 

Item mer ſo was einer pei der küchen, der nam dieſelben zaichem 

s alle ein und gab teglich prot und ſpeis zu ven leben dem volck hinauf, 
und antwort die zaichen fürpaß den fuchenmaiftern mit ver zal; dem gab 
man alle wochen 6 groſs zu Ion. 

Item mer fo fpeifet man ven krig allen bei 100 und fechgzig egeriich 
gefellen? alle tag aimft und [gab] ievem ain ftück fleifch und hirs und 

10 2 prof, und man gab in darzu alle wochen 4 einem. 

Item mer am anfang des krigs gab man den, die an der wart waren 

zum Lichtenhoff, zum Weirhaus, zum Hamer?, zu Werd und unter der 
torn, an fnellern*, bei den fchosgattern, der was aller mer bern 200° 
ivem alle tag fein ſpeis als ven egrifchen, und 60 pn. ſolds darzus. 

15 Bi. 17) darnach gab man ven allen 2%, &. die wochen für koſt und folt; 
daz bejtund alfo ven frieg aus. 

Item mer fo fpeifet man aus ber füchen alle gefangen, bie in ven 
türnen lagen”, alle tag des morgens aim ain ſtück flaifch® und r mod 
hirs und.2 prot, auf ven abent hirs und 1 prot. 

20 Item mer fpeifet man alle wunt leut alfo: ieder, der wunt war, 
ber muft von dem arczt, der in pant, ain zaichen bringen auf aim papir 
zu der fuchen; bo nam man ims benn und gab im von plech gemacht 1 
zaichen, daz fant er all tag noch ber fpeis. und die Füchenmaifter gingen 
alle 14 tag oder 3 wochen zu ben erczten und namen der wunten namen 

25 geichriben; und [von] welchem ver arczt |prach, ver der foft nit mer not 
bürftig was und gehailt was, demſelben nam man denn daz zaichen im ber 
füchen und gab im der |peis nit mer. 


2. 1 ſeidell hirß o. 7. vıgulden zu lonn 43. 12. Weirshauß 4°. 4°. 15. ii @, 49. 
49, 4°. a. iiii &.a?.a°. 19. "Item mer fo was einer pei ver füchen — und 1 prot’ fehlt 4. 


20, alle veint leut A*. uw. ber veint warb At. u. 21. von dem arczt,in dem pant 4°. 
von d. argit in dem pant 4%. In AM. a. a2. ad nur: ver muft Jen ven erczten ain zaichen 
bringen’. 


1. Diefer Abſatz wiederholt zum Nr.19,9.274, 15 ff., wonach der Schützen 
Theil daflelbe, was eben früher 311, 6ff. an den genannten Punkten mehr al dop⸗ 
gelagt wurde. pelt fo viele waren. 


2. Bol. oben ©. 251, 6ff., wonach es 6. Nemlich alle Wochen; vgl. oben 
_ nur, 100 geweſen wären. 275, 12ff. 
Es ift „ver Balznerin Hammer“ 7. Bol. oben ©. 261. 


8. Am 14. December 1449 orbnekt. 
der Rath an, man folle den Gefangenen 
. Den Durchlaſſen an der Land⸗ “neiür drey tag {in der Woche) flaifch ge 
re J Nr. 19: Bon den Schranken. ben!. R.⸗M. a. a. X. 
gl. oben die Ordnung Nr. 6 u. 


(Sriammer ) gemeint; vgl. oben ©. 





Drbnungen 33. 313 


Item mer [was] bei der küchen zunechft ain fammer, barein man 
holcz und alle notdurft ver kuchen von weg leget, und darinn tifch auf 
gemacht, darauf affen Sweiczer und ander frum ber ftat heifer umb ix 
gelt; Darpet ein alt man, ver teglich holcz hadet zu der fuchen, ver hett 
stein folt ſunder die ſpeis und zu zeiten won ven Füchenmaiftern 1 hemd 
und ſchuch. | 

Item als prot, daz in difer kuchen verfpeift warb, enpfingen bie 
fuchenmaifter von dem Niclos Koler! altag mit der zal, und fehriben bie 
zal an. | 

u Item alle putern wurd genomen aus dem rothaus, und bie Fuchen- 
maifter enpfingen.es mit der wag an ber ftat wog. 

Item mer auf fürforg ward in dieſem krieg im herbſt in weinfeßer 

geſalczen bei 200 rinvdern, und in rauch gehangen auch bei 150 rinvern; 
und daz flaifch warb behalten und nit werzert biß des krigs ende. 

1 Item die fuchenmaifter gaben nach mittag alle tag bei der Füchen 
im ſlahaus der Sweigzer wirt flaifch: al8 mangen Sweiczer einer het, 
als manig &. flaiſch auf ain tag, zu breien pn. 1 X; daz weret den Frieg 
aus 2, 

| Item in diefem frig was, gar vil hirs hie in ievermans hant, day 

»ain metz genewens hirs galt 26 und 28 dn.? und zu mitten bes krigs 
ding man an und fochet hirs, alle tag den frieg aus, der gemain; ieder⸗ 
mar, der in holet, vem gab man 1 moß* hirs wol gefocht umb 1 vn. und 
! jeipel umb 1 haller; und man thet alweg in ain.meßen hirs 2 @%. pu- 
ten, und man fob ven hirs in waſſer. umb man gewann in dem hirs 

5 verfaufen almeg in 20 meßen bei 20 pfunden, ie 30 dn. für ain &% zu 
then. und man gab ievem zu aim halferwert hirs ain ober 2 prot, 
I prot umb 1 Haller; und dieſelben prot waren gepachen 1 fümer korn 
ug gg. | 
[7®] Item mer al hole, baz in ber fuchen verprant warb, Fauften bie 

x ichenmaifter an ftößen und fehröten wo fie mochten. 

7. auß od. kuchen a. 8. N. Köeler A. Koeler a. Koller a?. ad. 11. enpf. fiea. 13. auch 

bei 11° rindern 42. 4°. 14. by des fr. A2. bey d. frigs 43. 17. zu dreyen tagen on. 1 &L.«. 


20. genewes A?. geneweng a. geneut a?. a?. geneutz «. 25. an 20 mekena. «a. 28. auf 
ix dn. 42, 


Il. Bel. oben ©. 302, 8. Ein Simmer gelnäuter Hirfe hatte zu 
‚2. „au im Felde wurden bie ſchwei⸗ Nürnberg menigftens jpäter) 16 glatte - 
FXtiſchen Soldtruppen auf Koften der Getreidemeten. S. Murr, Merkwürd. 
Stadt ernährt ; vgl. den Vertrag mit ven- 2. Aufl. ©. 625. 
Slten in Baaber’3 Ausgabe S. 260 u. 4. Der Meten enthielt 16 Maß; 


Mur a. a. O. 
3. Vgl. oben S. 300, 10 und 304, 9. 


314 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


stem mer als vihe, daz der rat ließ flahen und ftechen, baz tettey, 
als fremd flaiſchhacker, und wugens auch fremb flaiſchhacker aus am erftey, 
und nit purger!. 
Item mer jo het ver rat bei der Füchen ir aigen keßeldrifüß, der wa— 
s ren fteß 20; und Löffel und wes man bedorft het bie ftat als jelber. 
Item von allem vihe bie heut die hingen die flaifchhadler auf bei ber 
jtat Füchen und verten die ven fumer am Luft ven winter in einer ſtuben 
im Wildpad; und wenn die heut an ir rechte ftat gevert wurden, benn fo 
antwortens und ließens füren die Fuchenmaifter ins rathaus in ein ham⸗ 
10 mern, und albo wurden fie an ſchaden mit guter wart ben frieg aus ın= 
verfauft gehalten. Ä 
Item als unjlit, daz von den rinvern gefammet ward, daz multen 
bie flaifchhader ausloßen, und ir (on darumb warn bie griben; daz unjlit 
verkauften die fuchenmaifter und aigenten daz gelt dem rat und ver ftat 
15 zu in ir rechnung einnemen. | 
| Item mer fo warb alle fuchenfpeis ven Frig aus kauft von ben 
pfragnern und paurn und von ber ftat pöden nit genomen. 


[31. 77°) 34. Dom ſmalß und pechem ſleiſch. 


Item unferr herrn hetten eingefauft fmalg und pechen fleiſch, unt 

20 daz verfaufte man wieder armen leuten, einem 1, 2, 3 oder 4 pfunt um 

barüber nicht; und man gab in daz umb 1 gleich gelt, daz ſmaltz etwe 

lange 1 &%. umb 7 on. und an der leg umb 10 vn. ?, und daz pechen 
fleifch auch darnach und es fich gepürt gegen dem fleifch ze rechen. 


bar. 106°) 35. Don der pubenhütten und pubenvaler?. 


25 Item am anfang des Friegs hette man auch ein pubenvater gemadt 


2. flaishader A. (fo auch an ven folg. Stellen). 9. "antworten’ alle außer a. 13. geryben 
a. griebena. 14. kuchemaiſter A. 15. einemens a2. a?. 18. pechen A?, 4°. a. böchem 
A». pachen R.a. 19. pachenfleifh R. a. u. fo auch unten. . 


1. Bal. oben ©. 308, 15 ff. reben von eins bubenfaters wegen reiten 
2. Derdebtere Anja galt bereite am und laffend: Groß’) und am 25. un 
1. Zänner 1450. R.-M. zuma. %. . beichlofien (a. a. O. ‘Item einen buben⸗ 


3. Der Hauptzwed bei Errichtung vatter'; vgl. 27. Juni u. I. Juli). Vit 
einer „Bubenhltte” war ohne Zweifel die ſich aus eier Stelle des Rathsman. zum 
gemeinfame Belöftigung ber Knappen. 26. Juli (wonach ihm werfünbet wur, 
Die Aufftellung eines „Bubenvaters“ daß man ‘feine ſpils noch pleg nit X 
hatte man am 23. Juni zuerft in Aus- unnen’ wolle) ergiebt, hatte er beſonders 
fiht genommen (R.-M. v. 1439 zum m Aufrechthaltung der Disciplin zu Ir 
ang. Tage: “Item mit den ftatfnechten zu gen. Am 12. October wird ihm aufge 





Ordnungen 35. 36. 315 


und bette ein panier aufßgeredt in einem ftabel bei der Weydenmüel!; 
ba komen hin bei 300 puben, ven gab man koſt. man lies [es] aber bei zeit 
abgien, wann man verſtund wol, daz es nit nüß und gut was; wann bo 
hetten fich Tuntfchafter, die unfern feinten zugeftanpen weren, mügen zu⸗ 
5 flagen ꝛc. 


(er. 21°] 36. Item Sriez kelerknechts ordnung vom wein“. 


Item ver Fricz felerfnecht gibt gefchriben alfe feine hantirung, die 
er gehabt hat als von der fiat wegen, wie er es gehalten hat mit vem 
wein, funderwar mit den, die do wunt fein worden in ber ftat dinſt: 

so ven hat man geben einem ain moß, dem andern ain feivel nach der erczt 
rat; und benfelben erczten han ich geben zaichen, daz fie diefelben zaichen 
ben wunten leuten gaben an mich, und ich gab venjelben wunten, leu- 
ten andre zaichen in die Füchen; und ich hab die zaichen all acht tag ab- 
gewechjelt. 

15 tem als ich gehaiffen pin worden von rag wegen ven edelen leuten 
wein zu geben, mit namen bem von Plawen und dem von Kauffungen, 
den man geben hat all vierezehen tag 1 aimer weins, und jüft etlichen 
bes tags einem 1 mof. 

Item fo hab ich geben armen Eintpetterin des tags einer ain moß 

20 weins acht tag, und auch vesgleichen andern krancken leuten; und ich hab 
geben zaichen ven hebammen an vie fintpetterin, daz fie mir dieſelben zai— 
hen widerumb antiworten, baz ich weft, went ich den wein gab. 


8. vom A. 9. fonverbar a?. a?. funverbar A*. « 
noch mit dem unbeftimmten © man’ (flatt 'ich”) fort. 
Fritz kellerknecht a?. a?. 


11. at. ad fahren in viefem Abſatze 
12. ‘an mich' fehlt a?. ad.a. 15. ich 








tragen, mit den Buben ‘zu wachen bey der 
Weydenmül'. Bon ‘ver proben kuchen’ ift 
noch am 27. September die Rebe. Da- 
gegen hatte man eine, wie es ſcheint fir 
ausgedehntere Zwecke, am Anfang des 
Kriegs errichtete kuchin zur Weydenmul' 
bereit8 Mitte Juli wieder eingeben laffen; 
R. m von 1449 zum 19. u. 19. Juli. 
. Bergl. oben S. 250, 9. 4. 

3 Auch in Bezug auf die Herbei- 
Ihaffung der filr ben öffentlichen Ge— 
brauch nöthigen Weinvorräthe ergriff man 
energiiche Maßregeln, . allerdings erft, 
nachdem der Krieg bereits ein halbes Jahr 
gedauert hatte, umd, wie die Klagen in 
dem unten Nr. 49 folgenden Abjchnitt 


‘von merdlihen gebrechen’ darthun, zu 
jpät, um verhüten zu fünnen, daß cin 
empfindlicher angel Al ſchließlich gel⸗ 
tend machte. J d. heißt es nach⸗ 
dem man —* October “in den 
feleren ſchawen' hatte laffen, wievil weins 
noch bie jey’) beim 26. November 1449: 
Item bey den carteröfern vier fuber weins 
beftellen: DM. Gruntherr. — Item vou 
ben prebigern zwey fuber weines beftellen ; 
und wer uf wein bie bat, uber 1 fuder, 
der flat zu iren handen nemen; und yber- 
man empfelhen mit feinen weinen nicht® 
zu tun, denn mit des rats willen: Michel 
Gruntherr'. 


316 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


tem den köchen und füchenmaiftern gab ich alle tag iedem ain moß 
weine. 


(81. 108°) 37. Item hie let gefchriben, waz gehört zu fpeifen 2000 
perfon auf 8 tag‘. 


8 Item zum erſten 2 föch und 4 knecht zu der kuchen. item flaiſch⸗ 
ader mit allem irm zeug. item 2 parten, 2 ftüchmefjer Tullen fie auch 
haben. it. 2 ftard pend füllen fie auch haben, darauf man in ver kuchen 
flaifch, Fraut und ander ding had und anricht. 

Item 2000 hofffchüßelen, und 50 fehüßelen für die erbern; it. Agroß 

10 Feßel, da in iedem keßel bei 600 ftück fleifch ein gien; it. 4 Feel, die etwas 
cleiner fein, zu ver kuchenſpeis; it. aber 4 keßel, die etwas minner fein, 
für die erbern; it. mer 4 clein keßel, die cleiner fein dann bie vorigen, 
da man fweinen fmalcz und ander ſmalcz darinnen zufmelez; it. zu den 
feßeln gehören 16 drifüß, da man die keßel auffeg. item 6 gros pfannen, 

15 it. 2 durchfleg, it. 1 mörfer, it. 2 par großer Fochlöffel, vo mit man 
ſchaim und flaifch außhebt; it. 6 par eifner Fochlöffel, it. 6 par hadme]- 
jer, it. 2 vöft, it. 2 pratfpieß, [ıos®] it. 4 züber zu ven waßer, it. 4 
ihaff, it. 6 multer, it. 4 waßervaß, damit. man waßer zu ver Tüchen 

fürt; it. 4 ſchuffen, damit man waßer in die vaß fchöpft. 

20 Item 4 centner ſmalcz, it. 2 centner pachenfleifch, it. *, Tümer ge 
renvelter arbeiß, it. 1%, ſümer ganger arbeiß, it. 1 fümer geneutz hirf, 
it. 1 ſümer geneuter gerften, it. 1 fümer habermelbs, it. 2 fcheiben falg. 

Item 100 ftodfifch fitr die erbern, it. 1000 aier für ain ſamstaß 
ben erbern, it. 1 tunnen geſalczner fiſch ven erbern, it. 4 ſeck mit zwife 

25 len, it. ain tunnen eßigs, it. 30 keeſs, it. 1 tunnen krautz, it. 1% &. jr 
frans, it. 2 /4. ingwers, it. 1% 2%. negelein, it. 2 @%. pfeffers, it. 1 
ziminrörn. als den erbern. | 


2. In A ift am Schluffe von Nr. 36 von ver gleichen Hand das „Gebrechen an Wein“ nıf: 
getragen (die Beranlaffung zum Irrthum mag die Ueberfchrift “orunung vom wein’ gegeben 
haben), darauf aber am Rande bemerkt ‘gehort auf fo. 66’ (S. Nr. 49: “Item ein gros ge 
prechen was — zu feinen hanten nam’). Afle Hff. geben nun viefen Nachtrag an ver fallen 
Etelle, nura hat ihn nicht, auch nicht unter ven Gebrechen. 3. "Item — geſchriben 
fehlt R.au. 8. hadt 42. 42. "had und’ fehlt R.a. 12. "it. aber 4 E. — erbern’ fehlte 
dann d. vorigen’ fehlt R. Aa. 14. x drifüß R. Aa. (es find 16 Keſſel, alfo wohl an 

16 Dreifüße). 16. den fchaum vom fleiich außerheb R. a. ſchaum fon flaifch außhebe. 
it. 6 par — kochl.' fehlt 49. R. a a. 20. ısıı centner pachenf. 42. 43 (bechenfleiſch 4. 
In 4* vie Formen *fomer’ u. ſumer'. 21. gerenlter A. a?. gerengelter a?. 25. thunnen 4 
27. zimmerrörn a. zimotrorn A®. zimetrorn a?. a?. zimerörn a. 


1. Bei einem Auszug. Unternehb- angegebenen Stärke ausrückte, werben im 
mungen, bei denen das Fußvolf in der Kriegsberichte S. 160 ıı. 168 erwähnt. 


Ordnungen 37. 38. 317 


[31 109°) Item fo vil fed, darein man die fuchenfpeis tut; it. an großen 
eutel mit 4, beutelen zu ven wurgzen, it. ain groß fpeislagel. 

Item waz in den keler gehört: - | 

Item 40 gezinter becher für die erbern, it. 4 rörn, damit man ven 
wein left; it. 4 flafchen und 2 ftügen, it. 4 tifchlach, it. 4 hantzwehelen. 

Item ieder perfon alle tag 3 brot. E 

Item waz zu ver küchenſpeis gehört: 

Item 4 wagen, die die Tuchenfpeis tragen und waz zu der kuchen ge- 
hört, und zu tenen wagen ain wagenman und zwen knecht, die des alles 
wartent fein auf und ab zu laven; it. zu iedem wagen 2 fchaufelen, 2 
hawen, und 2 ſchrothacken muß man zu ver kuchen haben; it. 4 ſpeisvaß, 
da man bie kuchenſpeis ein thut und darinnen fürt, daz fie nit nas werd 
von dem regen. - 


st") 38. Nota. Im anfand des krigs fo fein dife nochgeſchriben dinch 
‚son mir Erhart Schürflab alle worlich in groffer heimlikeit und guter orde- 
nung verfamet und verfchriben worden, und ifl niemancz zu wiffen worden 
denn allein den elteren herren des racz!. 


(1) Summa der perfon und des getreids in Perchtold Tuchers und 
Erhart Schürftabs firtel: | 

Summa ber purger 349, fa. der frawen 367, fa. ver kint 642, fa. 
der fnecht und maid 492; fa. der puren und geſt 203, fa. ver frawen 
207, fa. der Kind, fnecht und maid 378. 

Summa ver burger korn 2524 fumer, fa. des habern 497 ſumer, 
ſa des weicz 63%, fumer, fa. des hirß 103%, fumer, fa. der gerften 5'% 
mer, fa. allerlei Euchenfpeis 27 fumer; fa. der pauren korn 651 fumer, 
a. de8 habern 25 fumer, fa. des weicz 31% fumer, fa. des hirß 200 
und 18% fumer, ja. allerlei fuchenfpeis 27 fumer 31% megzen?. 





2, fpeißlagelen R. a. 4%. fpeisladen «. 13. von dem reng A. regnen. 14. Nr.38in A 
von anderer Hand als ver Kriegäberiht. 16. verfriben A. befchriben R. a. geichriben «. 
17. ven allein A. 20. purger 348 42. 4°. a2. ad. framwen 347 alle außer A, 21. geft 
206 4°. 26. weiß 6'/, a. 


1. Da Herr Prof. Hegel über Die die— 2. „Ein Simmer hart Getreid, als 
fen Abſchnitt berührenden Fragen eine Korn, Erbien, Linſen hat 2 Malter oder 
eigene Beilage auszuarbeiten beabfichtigt, 4 Viertel oder 16 Metzen; ein Siimmer 
wird bier auf dieſe verwiefen, und hatte rauh Getreid, als Dinkel, Gerfte, Haber 
Tau die Güte, die folgenden kurzen hat 4 Malter oder 32 Meben“. Klee⸗ 
Erläuterungen anzufügen. Meine Anfiht mann’s großes Nürnb. Rechenbuch, 1715, 
in Bezug auf die Brauchbarkeit der vor S. 37. — 100 Nürnb. Kornfimmer find 
liegenden Zählung für die Berechnung = 143,, bayr. Schäffel, 100 Haferfini- 
Don Nürnbergs Einwohnerzahl habe ich mer = 264,, bayr. Schäffel; vgl. Bd. I, 
9.27, A. 1 dieſes Bandes kurz anzu» ©. 256. 
euten verjucht. 


318 V. Nürnberg’ Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ſsib] (2) Summa ver perfon und des getreids in herrn Erhart Hallers 
und Baufus Gruntherrn firtail: 
Summa ber purger 337, fa. der frawen 332, ja. ber fint 488, fa. 
ber fnecht 177, fa. der maid 232; fa. ver pauren 209, fa. der frawen 
5 100 und 70, fa. ver fint 381, fa. ber fnecht 30, fa. ver maib 43. 


(3) Summa der perfon und des getreids in Niclas Muffels und 
Perchtold Pfingings firtail: | 
Summa der burger 493, fa. der frawen 602, fa. ver fint 784, ja. 
ber Inecht 210, ja. ver maid 267; fa. der pauren 407, fa. der frawen 
10 287, ja. ver finder 611, ja. der fnecht 33, fa. ver maid 35. “ 
Summa der burger forn 2641'%, fumer, ja. des habern 72114 
fumer, fa. des hirß 1584/, fumer, fa. des weicz 24 fumer, fa. des din⸗ 
ckels 163 funter, fa. ver arbeiß 13 jumer, fa. der gerften 18 jumer, ja. 
ber kuchenſpeis 45 fumer; fa. der paurn forn 990 fumer, fa. ves ba 
ı5 bern 81'% fumer, fa. des hirß 154 ſumer, fa. des weicz und dinckels 18% 
jumer, ja. ver fnchenfpeis 37 ſumer. 


* 


[81. 82") (4) Summa der perſon und des getreids in Conrat Pau 
gartners und Peter Riters firtail: 
Sunma der burger 749, fa. der frawen 905, fa. ver kint 139, 
20 fa. der fnecht 353, fa. der maid 487; fa. der paweren 497, fa. der 
frawen 462, fa. ber finder 673. | 
Summa ber purger forn 4512 ſumer, ja. des habern 187 ſumer, 
ſa. des hirß 436 ſumer, ſa. des weicz und dinckels 486 ſumer, ſa. der 
gerſten 61 ſumer, fa. an heidenkorn und kuchenſpeis 28 ſumer; fa. der 
25 paurn korn 176 ſumer, fa. des habern 166 ſumer, fa. des hirß 165 jr 
“mer, fa. des weicz, dindels und Fuchenfpeis 42 fumer. 
(5) Summa ver perfon und des getraids in Erhart Zolners und 


Steffar Hallers firteil: 
Summa ber burger 469, fa. ver frawen 559, fa. der kinder 80, 


5. maid 48 42, fehlt A. Die nun zu erwartende Aufzählung des „Getreides“ fehlt alle 
Hfſ., in a ift dafür eine Lücke gelaffen. 8. int 783 43. 9. pauren 209 42. 43. 10. frawen 
170 42. 270 42. ver fint 376 42. 4°. Im Axxxim aus xxxiı corrig. knecht 30 4 
43. maid 43 4%. 4%. 11. Summa des korns R. Aa. 12. ver hir A. hirß 1599. 
14. fumma des forne R. A. u. fo auch an ven folg. Stellen, da in viefen Hfſ. Bürger! 
Bauern je eine befondere Spalte haben. 15. Hirß 153 42. 4°. 18. Rietters R. « ‘und 
Pet. R.' fehlt «. 19. burger 748 42. 4°. 20. paweren 397’ alle außer 4. 21. frame 

362 4%. a.ad.a; 9050. In noch: fumma ver fnecht Lu, fumma ter maid sul‘ 
23. hir: griß as, dinckels 23R.ac. 24. "an heidenkorn' fehlt a. 





Ordnungen 38. 319 


fa. ver knecht 90, fa. der maid 126; fa. der pauren 389, fa. ver frawen 
315, fa. ver finder 592. 

Summa der burger forn 732%, fumer, fa. des babern 172 fumer, 
fa. des weicz 57 ſumer, fa. des hirß 86 fumer, fa. des malcz 30 fumer, 

5 fa. der fuchenfpeis 21 ſumer 14 megzen; fa. ver pauren forn 801 fumer, 
fa. des habern 26 fumer, fa. des weicz 8 fumer, fa. des hirß 92, fu- 
mer, fa. ver fuchenfpeis 40 fumer. 

[s2?] (6) Summa ver perfon und des getreivs in bern Frangen Ru- 
mels und Jorg Hallers firtail: 

10 Summa der burger 492, fa. der frawen 600, fa. ver find 714, fa. 
ber knecht 123, fa. ber maid 192; fa. ver pauren 361, fa. der frawen 
314, fa. ver find 659, fa. ver fnecht 55, fa. ver maid 51. 

Summa der burger forn 992 fumer, fa. des habern 173 fumer, 
fa. des weicz 8 fumer, fa. des hirß 20%, fumer, ja. des malcz 286 fumer, 

15 fa. des dinckels 24 fumer, fa. ver fuchenfpeis 16 jumer; fa. der pauren 
forn 930 ſumer, fa. des habern 18 fumer, fa. des weicz 1%, jumer, fa. 
bes dinckels 6 fumer, fa. des hir 123 fumer, fa. der gerften 3 fumer, 
fa. ver arbeiß 2°, fumer, fa. ver kuchenſpeis 23 ſumer. 

(7) Summa ver perfon und des getreids in Hanfen Volckamers 

20 und Michel Gruntherrn firtail: 

Summa der burger 440, fa. ber frawen 565, fa. ver find 691, fa. 
ber knecht 119, fu. der maid 124; fa. ver pauren 326, fa..ter frawen 
342, fa. ver find 709, fa. der knecht 23, fa. der maid 30. 

Summa ber burger forn 2164 fumer, ja. des habern 483 ſumer, 

25 fa. des hirß 154%, ſumer, fa. des weicz 105%, ſumer, fa. des dinckels 
8 jumer, fa. des malcz 105%, fumer, fa. der gerften 1%, fumer minus 
1 metz, ja. des heidens und der Fuchenfpeis 26%, fumer; fa. der pauren 
forn 1038 fumer, fa. nes habern 17'/, ſumer, fa. des weicz 23 fumer, 
ja. des dindels 2 jumer, fa. des hirß 145 jumer, fa. der gerjten 8%, fu- 

30 mer, fa. des heidens 21 fumer, fa. ver arbeiß 5 jumer, fa. ver Fuchen- 
ſpeis und wicken 10 fumer. 


2. In a no: ſumma der knecht ıx, fumma ber maidt xCıtır’ (sic!) 5. kuczenſpeiß A. 
21’ aus ‘25’ corrig. A. 7. fumer’ fehlt a. Summa dp. burger forn — 40 fumer’ fehlt 
a. 11. knecht 124 42. 43. 12, knecht 60 R. a «. 13. korn 90a. habern 172R.ac«. 
ſumer' fehlt A. 16. forn 39a. 17. ſ. des vind. 6 fum.’ fehlt 42. 48. hirß 124 42. 
4°. 18. 'f. der arb. 2%, fum.’ fehlt a. tuchenfp. 25%, a. 21. ind 6900 R. au. 
23. frawen 346 R. a a. knecht 24° alle außer A(in A xxiii aus xxiim corrig.). 25. hir 
160 4°. 26. des male A. 27. !ver’ fehlt A. 31. "und wicken' fehlt a. 


320 


V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


[Bi. 83] (8) Summa der perjon und bes getreids in Gorgen Geuders 


und Lorencz Rumels firteil: 


Summa der burger 424; fa. der frawen 453, fu. ver find 659, fa. 

ber fnecht 147, fa. ver maid 135; fa. der pawern 355, fa. der frawen 
5 307, ja: ver find 527, fa. der fnecht 35, ja. der maid 36. 

Summa der burger forn 902 fumer, fa! des habern 63 fumer, ſa- 
des weicz 150 fumer, fa. ver gerften 6 fumer, fa. des malcz 30 finex, 
fa. des hirß 121 fumer, fa. ver arbaiß 2 fumer, fa. der kuchenfpeis 50 8 
megzen; ja. ber pauren forn 825 fumer, ja. des weicz 34 jumer, ſa- 

10 des heidenkorns 19 fumer, ja. des hir 148 fumer, fa. der gerjten 9 jax > 


mer, ja. der fuchenfpeis 335 megzen. 


Item fo find in allen pfarrfirchen und cloftern mit famt iren dĩ e⸗ 


nern 446 perfon. 


Item fo ift juden und jübin, find und ebalten, die alle juven ſirn >, 


ı5 150 perſon. 


[ss?] Item ſumma fummarum der burger aller in ven acht firte IF 


3756". 


Summe fummarum aller burgerin undir tochter, jundframen 456> * 
Summa fummarum aller burger find 6173 ?, | 
20 Summa junmarum aller purger fnecht 1475*. 
Summa jummarum aller purger maid 1855. 
Summa fummarum aller pauren und ir fnecht 2951 °. 
Summa aller peurin und ir maid 2604. 
Summa aller pauren finde 4357. 


4. neht 1460. maid 140R.ac. 


A2. 43, 


pauren 324 a. 
8. kuchenſp. 5 fumer 8 megen a. — 5 megen 35 a?. — 5 metzen 8 a°. 


tinn 6! 


5, framen 607 42. 4°. 
15. NE 


*150 perfon’ in AP noch Folgendes, das den übrig. Hſſ. fehlt: ſſumma aller mann, purge ⸗ 
pauren, knecht, geft 7541; ſumma aller frawen 8825 mit purgerin, maiden, peurin; ſumu 


aller Finder purgerin und peurin, bie vigmals binnen waren 11084. 
18. 4363 a. a. Die Zahl fehlt a?. 
In a?. ad fehlt viefe fowie die folgenven Zahlen bis zur Hauptfumme - 

22. aller baurn 2647 a. u. darauf noch ‘340 baurn knecht'. 


Die Zahl fehlt a?. 
20. knecht 1461 a. 
21. maid 1567 a. 


peurin 2303 a, darauf noch ‘364 baurn maidt'. 


1. Die Addition in A ergiebt 3753, 
wie auch a* richtig hat. 

2. Unfere Addition ergiebt 4383. 
Nimmt man aber die Zahl der Frauen 
im 1. Biertel zu 347 an, wie in allen 
Handichr. außer A fteht, jo ift Die Summe 
4363 in a und a” wieder richtig. 

3. Hier hat A allein die richtige Zahl. 

4. Diefe und die folgende Zahl Der 


17. 3762 a. 375 a ' 
19. kind 6137 a. Bd - 


23, alk 
24. paurn findt 4424 a. 
Mägde laſſen fich einzeln nicht con 
firen, da beide Zahlen im Cenſus u 
1. Biertels ſchon zufammengezogen fit 

5. Auch diefe und bie nachſi folgende — 
Zahlen bis 8777 laſſen ſich micht confa —“ 
tiren, weil im 1. Biertel bei den Bau 
nur die Summe ber Kinder, Knechte u 
Mägde, nicht die einzelnen Zahlen vo21 
diejen angegeben find. 





Ordnungen 38. 3231 


Cummta aller purger, pauren und ir. fnecht 8182. 

Summa aller burgerin, peurin und ir maid 9024. 

Summa aller burger und pauren finde 87772.  - 

Summa funmarum aller perfon, burger, burgerin, pauren, pewe⸗ 
rĩ 171, aller irer finder, knecht und maid 25,982, die auf difen tag leben 
ro hie find zc.®. | 

[1.54] Item ſumma fummarum der burger forn in den acht firteln 
17,700, fa. ver pauren forn 6300; ſumma jummarum 24000 fumer 
ffıcnst. | | 
Summa der burger habern ift 3800 fumer, fa. der pauren ha⸗ 
been 334 jumer; ſumma fummarum alles habern 4134, fumer. 

Summa jummarum der burger und der pauren weicz und bindel 

11 50 fumer. - 

Summa fummarum der burger und der pauren hirß 2597 fumer. 


15 Summa jummarum aller gerften und malcz 600 ſumer. 
Summa jummarum aller kuchenſpeis der burger und ber pauren 


431‘/, fumer. 


Summa funmarum als heivenforns 90 fumer. 
Summa fummarum als getreids und Fuchenfpeis 33,303 fumer. 


» [84°] Item von den, die nit purger find und nit auß zu fumen haben 


auf U jarꝰ: 


Item in des Erhart Schürſtabs firtel ſind 106 perſon, item in her 
Erhart Hallers firtel 115 perſon, item in des Niclaß Muffels firtel 126 


3. Summa aller purger — 8777’ fehlt R. a. 


weit a. 


1. Diefe und. die nächft folgende 
Summe ergeben ſich in der That durch 
Addition? der unmittelbar vorhergehenden 
seem eg Pi n 
- 2. Diefe Zahl, die fih nur in A fin- 
bet, weicht in der nfallmbften Weile von 
crienigen Summe ab, welche man durch 
Dition der beiden vorhergehenden Zah- 
—8 6173 Bürgerkinder und 4357 Bauern- 
ehe" erhält, nämlich 10,530, alfo 1753 
r. 


3. Die Addition der letzten drei Haupt⸗ 
ſummen ergiebt die Geſammtſumme 
„983. Addirt man dagegen die Haupt- 
Ben der verjchiedenen Klafien nad A, 
d findet man al8 Summe der Bürger 
‘324 und al® Summe der Bauern 
Stäpdtechronifen. II. 


8. Beim Korn ıc. fehlen die Zahlen in R. a. 


6. haben gelebt und zu Nuremberg ſind ge⸗ 
11. haberr 6034 42. 4°, 


9912, und als die Summe von beiden: 
27,736. 

4. Diefe fo wie die folgenden Sum- 
men der Vorräthe entziehen fich aller ge- 
naueren Controle, weil die Zahlen im 
2. Biertel fehlen. 

5. Welche Klafie von Perfonen unter 
diefen Einwohnern, die nicht Bürger und 
nicht mit Borräthen auf ein halbes Jahr, 
d. i. bis zur nächften Ernte verſehen wa— 
ren, zu verftehen fei, ift nicht deutlich. 
Bermuthlich gehörten dazu die Söldner 
und andere Fremde im Dienft der Stabt, 
ferner Fremde, welche dort vorübergehend 
ihr Gewerbe betrieben, Handwerker und 
Kaufleute. Die Summe beträgt, ohne die 
ausgefallene Zahl des 4. Viertels, 1547. 


21 





322 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


perjon, item in des Konrat Baumgartners firtel...., item in herr Eber- 
hart Zolners firtel 299 perfon, item in des Jorg Hallers firtel 287 per- 
jon, item in des Michel Gruntheren firteil 370 perſon, item in des Jorg 
Geuders firtel 244 perjon. ’ 


- 


— — — 


s 8B1. 85°) Summa aller burger, die in Berchtold Tuchers und Erhart 
Schürſtabs viertel fein, ver 11 haubtmanſchaft find, und treid als her⸗ 
nach gefchriben jtet': 

Summa ver burger 349, fa. ver frawen 367, fa. ver find 642, fa. 
ber fnecht und maid 492; fa. der burger forn 2524 ſumer, fa. des 

10 babern 497 fumer, fa. bes weicz 63%, Inmer, fa. deshirß 103'/, fumer, 
ja. ver gerjten 5'% fumer, fa. allerlei fuchenfpeis 27 fumer. 

Sumuma wie vil pauren in dem obgefchriben firteil und etlich geſt 
und ander volck, auch getreit tft, al8 hernoch gefchriben ftets 
Summa der pauren ımb geft 203, fa. der frawen 157?, fa. [ber] 

15 finder, fnecht und maid 378; fa. des korns 651 fuer, ja. des weicz 3%% 
jumer, fa. des hirß 168%, fumer®, fa. des habern 25 ſumer, fa. aller- 
let Tuchenfpeis 27 fumer 3%, meczen. 

[ss] Summa als volcks, frawen und man, knecht, find und maid, das 
in ber burger brot ift in dem vorgefchriben [firtetl], ift als 1850 men- 

20 fchen *. 

Summa an allerlei getreiv, das dem bemelten purgern zu gebort, 
in einer ſum an den habern ift 27231, jumer. 
Summa als fremven vold3 von panren, geſten, frawen, finden, 
Inechten und maiden in dem firteil, das tegumt hie ift, als in einer ſum 
25 macht 738 menjchen?. 


1. das erſte in' fehlt A. 2. 298 2. 4. ‘244 perfon’. Damit ſchließt diefeNtr- in a. 7. gefriben 
4, *alles iſt vor gefehriben’ (ohne Angabe ver folgd. Zahlen) R. a. Das noch Folgende in 
R. a nur auszugsweife und ohne Zahlenangabe. 12. inven 42. "obgelriben A, ebenfo 
fpäter ‘gefriben‘. 19. vorgefriben A. 24. yeunt A. 


1. Der Autor fügt zum Ueberfluß in 4. Diefe und die folgende Zahl der 


nochmaliger Aufzählung den Cenſus jei- 
nes (des erften) Viertels hinzu, wie es 
fcheint, lediglich zu dem Zweck, um durch 
eine etwas anbere Zujammenftellung noch 
befonder® bie Kopfzahl der Bürger mit 
deren Vorräthen, fo wie die ber Bauern 
mit den ihrigen zu vergleichen. Auffallend 
ift, daß auch bei dieſer bloßen Wieber- 
holung der Zahlen noch zwei nicht uner⸗ 
bebliche Abweichungen vorkommen. 

2. Statt dieſer Zahl ftaub oben 207. 

3. Oben hatten wir 218%,. 


* 


Simmer find richtig addirt; hiernach kam 
auf den Kopf der Bürgerfamilien 1 
Simmer. . 

5. Auch diefe und die folgende Summe 
(nur daß bei dieſer leteren 2 halbe Sim⸗ 
mer überjehen find) ftimmen: alſo müffen 
die beiden von ber früheren Lifte abmwei- 
chenden Zahlen bier für richtig gelten. 
Nehmen wir im runder ge 350 Sim- 
mer, jo kam auf den bänerlichen Kopf 
1,910. Sinimer, 


Ordnungen 38. 39. 


323 


Summa an allerlei getreiv, das bie benanten bauren hinen haben 
an den habern in einer fum ift 849 ſumer 3'/, meczen!. 


IV. 
Kriegsfteuer und Kriegspolizei. 


[81. 104°) 39. Don der lofung und fleur. 


Item im anfang bes Friegs mufte ein ieglicher purger geben ein ge- 


wonliche loſung?. 


Item darnach do der frieg gewert het bei dreien virteilen jars, bo 
legt man ein fteur an, daz ein iever purger, der hundert gülden wert het, 
10 und als oft er 100 gülden wert bet, als oft muft er 4 gulven geben, alle 
clainat, ſchetz, parfchaft, herrngelt? 2c. wie e8 genant fei angeflagen; und 
umb daz felbig gelt, daz einer alfo ze ftenr gab, gab man im ein gülben 
leibgebings auf einen leib umb 8 gülven, auf zwien leib umb 10 gulven, 
und einen ewigen gülven umb 18 gülven*, alfo daz e8 zu eines guten 
15 willen ftund, daz er fauft ewigs gelt oder leibgeding auf einen oder zwien 


leib 2c:°. 


1. allerly A. 2. 484 fumer 42. 42. 7. ‘Item — loſung' fteht in A® am Ende des Abſatzes. 


13. "einen’ fehlt 43. 


14, zu eines gulden willen a*®. 


16. alfo — leib: alfo des het er fein 


willen auf einen over zwen leip leipgebing oder ewige [gelt] zu kauffen a. 


1. Sollte heißen 850 ; Die halben find 
nicht gerechnet. 

2. Bgl. über die Lofung im Allgem. 
Bd. J, S. 282. — ein lofung für hannd' 
zu nehmen batte man ſchon am 8. Mai 
1449 bejchloffen. Im Juni’ deffelben 3. 
- follte die Abgabe ausgeichrieben und ber 
ipätefte Termin der Einzahlung auf den 
29. Septbr., einem nachherigen Beſchluß 
zufolge auf den 1. September angefetzt 
werben. (R.-M. 8. Mai, 5. u. 27. Junt.) 
Am 8. Juli meldet dann das angef. Ma- 
nual: ‘Item bie loſung vollen laſſen be- 
ſchreiben und vollen lafjen vollenden post 
duos dies sequentes’. Gleichwohl mußte 
man nach berjelben Duelle noch am 29. 
December ‘die befennden, die lojung noch 
nit gejworn haben’. Auch fonft begegnen 
Spuren, daß Widerfpänftige und Säu- 
mige vorhanden waren; jo wirb am 8. 
November dem Hans Ebner befohlen, die 
Loſung ohne Berzug zu ſchwören, daz er 
fie hie zwiſchen weyhennachten beczal ober 
daz er auf einen turn gee uncz er es tut’ 


— und am 22. December wurde den 
Lofungern Vollmacht ertheilt, die Frift 
bis zum 2. Februar (1450) zu verlän- 
ern 


3. Die Einnahmen aus den Gütern 
vom Lande; f. das Gloffar. 

4. Das betreffende Rathsgebot erging 
am 5. Septbr. R.-M. von 1449 3.0.8. 
(ogl. 21. Auguft), wobei binfichtlich des 
Ewiggeldes bemerkt ift, daß e8 ‘auf ab- 
lojung’ ausgegeben worden. Am 8. Mai 
hatte man (nach derjelben Quelle) Leib- 
gedinge ‘auf zwen leibe' um 12 Gulden 
verfauft. — Uebrigens follten Leibgedinge 
wie Emwiggelder auch den Feinden wäh- 
rend bes Krieges ausbezahlt werben. 
Rathsbeſchluß vom 20. Septbr. 1449 im 
angef. Manuale. 

5. Dieſe Kriegsſteuer war demnach 
ein Zwangsanlehen der Stadt bei den 
Bürgern, welches zum Sat von 4 Pro- 
cent vom verzinslichen und unverzind- 
lichen Geltcapital (zu dem auch Kleino- 
dien gerechnet wurden) ausgeſchrieben 


21* 





324 


V. Nurnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


[81. 76°] 40. Item von den jüden. 


tem bie jüden hie theten der ſtat im krieg ein erung und ſchanckung. 


Par. 116°] 41. Der eide der geſte und hantwerch und anderer knecht. 


Daz ich, die weil ich hie zu Nürmberg bin, ven burgern des raß zu 

5 Nürmberg, auch ven haubtleuten ber haubtmanfchaft, darinne ich daſelbſt 

wonhaft bin, willig und gehorfam fein; auch verfelben burger des rak, 

des commund und der ftat zu Nürmberg ſchaden warnen und fromen 

werben fol und will getreulich on all geverde und argelijt, aljo bitt ich ꝛc. 
Item nachgeen durch vierteilmeifter und haubtleute ꝛc.!. 


er. 79°] 42. Dom ſeur. 


Item ob bei nacht oder tag ains, zwen ober mer feur aufgingen, 
wer darob fein oder darzu laufen folt, hilt man fich, als auf dem rat- 


haus verfchriben ift?. 


[81. 107°] 43. Don der ſchiltwache. 


Item es was beftelt, daz alle nacht einer des rat muſt reiten, nach- 
bem und ed zweu in die nacht biß daz es eins gen tage geilagen hette?, 
und muft allenthalben in ver tat zu allen wachen und zu allen toren hin 


8. alfo pit ich mir got zu helfen und vie heiligen «a. 
11. *feur’ fehlt 42. 4°. 13, befhriben R. a. 


wurde. Man erhielt dafür nah Wahl 
entweder Leibrenten oder Ewiggeld, und 
zwar jeme entweber auf ein Leben ver- 
fichert zu 12°, Procent, oder auf zwei 
Leben zu 10 Broc., das Ewiggeld aber zu 
55/, Proc. Diejer Zinsfuß war dod um 
1%, bis 214 Proc. höher als der gewöhn⸗ 
liche. Vgl. meine Abhandlung über den 
Siadthaushalt im I. Bande der Nürnb. 
Chroniken S. 285. 295. — H. 

1. Im R.-M. heißt es beim 23. 
Suni: “Item ein eytt machen von ber 


fuechtt und ander geft wegen, dij binnen 


fein; füllen dy firkeyl felber fürhant ne- 
men’. Am 26. Juni befahl hierauf ber 
Rath den Biertelmeiftern, an dieſem und 
dem folgenden Tage die Eidesleiſtung 
vorzunehmen. — Im Stäbtefrieg der 31. 
1358/89 mußten die wenigen Klaſſen von 
Nichtbürgern, welche man nicht wegziehen 


9. "Item — haubtleute' fehlt R. a. 
16. das 2tees’ fehlt R. A. pis geneimgentag«. 


bieß, ebenfalls einen Eid ſchwören; vgl. 
B.1, ©. 175. — Ausgewiejen wurden 
jet nur die nicht der Stadt angehörigen 
Bettler und ander left... die nicht bur- 
ger ſeyn und die nicht zu eſſen haben’ 
(R.-M. von 1449 zum 22. Decentber; 
vgl. 26. November, 19., 21. u. 23. Des 
cember), oder wie e8 (a.a. O.) bein 
8. December beit: ‘das arm und unnüt 
vol. 


2. Das Fewerpücel, auf welches 
bier Bezug genommen und das vom 9. 
Suni 1449 datirt ift, findet fich abgedruckt 
als Anhang zu Endres Tucher's Bau- 
meifterbuh ©. 327— 333. 

3. d. 5. von Beginn der dritten 
Stunde nad) Sonnenuntergang bis eine 
Stunde vor Tagedanbrud; vgl. Bd. I, 


©. 365, 4. 2 





Ordnungen 43. 44, 45, 


325 


und here reiten und aufmerfung haben, ob die ſcharwachter, turner und 
hüeter bei ven toren und fivipogen munter weren, und ob er keinerlei un= 
fur, feur ꝛc. vermerdite, daz er daz von ftundan ben öberſten haubtleuten 
und friegsherrn kunt thet und daz unterftünd, fo er pejt möcht. 

tem mer was im bevolhen, daz er eben aufmerdt, daz die turner 
allenthalben in ver ftat bei nacht alle ftund muften melden; auch fo fie 
feur auf dem lant ſahen, tbetten fie auch Fünt vemfelben ſchiltwacher durch 


die ſcharwachter oder thorhütter!. 


Item man fterdlet auch zu zeiten bie ſchiltwache, wenn es not thet, 


10 zu ros und auch zu fußen. 


[81. 76°) 44. Don der lofung bei nacht auf der gaßen. 


tem alle nacht holet einer die lofung, dem es befolhen was von 
den kriegsherrn; und verjelbig verkündet denn dieſelbigen loſung fürpaf 


dem, ber auf der fchiltiwache rait, und ven jcharwachtern. 


und wen die⸗ 


15 ſelben noch zweien horen auf ver gaßen begriffen, ver die loſung nicht 
weft, ven fürten fie von ftund an in daz loch. und die lofung was fant 
Michel, fant Lorentz, fant Sebolt over ſant Jacob ꝛc. 


[Bi. 28*] 


45. Von der pollichen?. 


Item die hernach gejchriben von den genanten bejtellet man an bie 
20 polliden?, mit namen Lucz Stainlinger, Steffan Schuler, Otto Lüfmer, 
Linhart Rumel, Hanns Sigwein, Hanns Hofman, alfo daz ie zwen am 
tag darob warn und ben Dingen mit fleiß außwarten; alſo befalh man 
denſelben 2 zaichen, domit man aufprudet bie polliden, und dieſelben zai⸗ 
hen waren meffen und vergult und ein N was darein gegraben, daz 
35 drucket man einem iglichen auf ven daumen ꝛc. 

Item in warb bevolben, daz man niemant fein polliden dorſt geben 
benn ven man fennet; und wen man nit Tennet, derfelb muft ain bürgen 


7. ſchiltwachter R. a. 
yttlichem A*. einem iglichen fehlt a. 


1. Feuer inder Stadt hätten fie einem 
der (amtführenden) Bürgermeifter und 
den —— zu melden; vgl. oben 
S. 280, 17ff. 

2. Das Beiden, wodurch die Erlaub- 
niß ertheilt wurde, Die Thore zu palfiren; 
gl. oben die „Ordnung ber Thore“ 
©. 282, 283, wo die näheren Anftructio- 
nen für die Thorwache angegeben ſind. 


10. das zweite zu' fehlt A. 


11. von dem loß «a. 25. man 


Man batte biefe Einrichtung bereits im 
J. 1388 in Gebrauch; vgl. Bd. I, 175, 
14 


3. Der betreffende Erlaß des Raths 
datirt vom 25. Juni 1449: “Item ein 
pollyten furgunemen und auß ben ge- 
nanten dartzu aufzaichen’. Am 30. Juni 
erhielt Schürftab den Auftrag: ‘die polli- 
ten’ am folgenden Tage ‘angen’ zu lafien. 


326 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


jegen, biejelben peb fchreib man ein baz buch, daz in geben was und baz 
zu der polliden gehöret!. 

Item es muften polliden nemen grafsmeid [und] hirten, vie daz vihe 
außtriben, Hausfnecht und maid, wer denn bejjelben tags vor der ſtat zu 

s ſchaffen het. 

Item man gab auch pollicken ven, die heu und ſtro in die ſtat für- 
ten; die muſten bei iren eiden behalten, daz ſolch heu und ſtro unter ob- 
dach gefürt wurd. 

Item wenn man die gefangen teget, ſo muſten ſie auch pollicken ne⸗ 

10 men am anfang, es ging aber pald ab. 


[81. 74°) 46. Item fo potfchaft bei nadıt ham und von den briffen ıc. 


Item fo potjchaft oder funtfchaft bei nacht an die tor ham, fo wei- 
jet man die poten alle an daz Ichertürlein, und e8 was von rag wegen 
einer bejtelt, ver daſelbſt die potfchaft vernam?. 

15 Item man het beftelt 4 geſworen poten, bie brieff hin und ber tru- 
gen; und fie trugen fie vaft verporgen in fteben, aljo daz bie ſteb unten 
warn aufßgeport und bie brieff darein getan und zapfen dafür geflagen, 
auch trugen fie die brieff in fchüßelen und flafchen mit zwifachen pöben. 

Item man brach auch Alle brieff auf in der friegftuben, die man her 

20 bracht, fie gehorten purgern over geiten. 


[81. 23°) 47. Ordnung des walds in fant Lorenczen pfarr. 


Item vorm krieg was die meil verpoten: wer borinn ein fueber 
holcz hieb, ver muft 4 &% on gnad geben®. und als fich ver Frieg anving 
und die armen leut herein chomen, und waz die armen leut bauten zu 

25 hüttlein oder prennholez, do borften fie niemang nichg umb geben; waz 
fie aber fürten, daz-fie verfäuften, do nam man ain bejcheiben gelt von, 
darnach als einer gut holez oder vil oder wenig fürt 2c. von einem fuber 
3, 4, 6, 8, 12, 14 on. und darüber nicht. do galt etlichem pawern ain 
fuder holcz 1 gulden und bobei, ver 14 on. gab zu pfant. 

1. in daz 42. 49. ein in daz a2. ad. 11. "bei nacht‘ fehlt 42. 48. 17. rapfen 42. 4°. in 

A das z' nicht deutlich, fo daß es auch für "r’ gelefen werben Eönnte, 
t. Bgl. oben S. 281, 9. 5 und in auferordentlihen Fällen und unter 


S. 282, 24 ff. großen Borfichtsmaßregeln geöffnet, wie 
2. Diefes Heine Thor war fonft wäh- fich aus der Ordnung Nr. 21 ergiebt. 
rend des Krieges Tag und Nacht ver- 3. Bel. auch Nurnb. Polizeiordnungen, 


jperrt. Vgl. oben ©. 280. Im Uebri- berausg. v. Baader, ©. 307 (zu Ende). 
gen wurben die Thore zur Nachtzeit nur 


- 





Orbmungen 47. 48. 327 


Item darnach woren unferr herren zu rot und Tießen zu zeiten ain 
tag oder 2 in der wochen, zu zeiten über 14 tag oder oft über lenger zeit 
zederman holezen, wer wolt, in dem newen wald '; und ließ mit geraifigen 
zeug und mit püchfen und armbroftfchügen zu fuß darob halten?. und 

» wer im ein fuber fürt, der muft ber ftat auch ein fuder füren. do ließ 
wie Stat dann ſtöß aushawen und kolen prennen und ein lantwer machen 
won planden vom Dürnhoff biß zu fant Linhart 2c.®. auch fo gab man 
wem von Blawen, unjerm hbaubtman, und dem von Kauffungen auch 
Holcz genung, und an alle wach und unter alle tor ꝛc. und ee ver Trieg 

o ein ent nam, do het man ben newen walt allen ab gehawen. 


[Bi. 77°] 48. Item vom holen, daz man der flat tet. 


Item unferr herren mujten behülgen alle tor in vorwerden und in 

Hütten vor den toren, und an den fchranden und ſchnelleren und an allen 

wachen; auch muſt man behiülgen ven herren von Plawen, auch behülget 

18 man Comrat von Kauffungen, wann er hielt fich gar reblich, alfo daz in 

meniglich Tiep het.” und dazſelbig holtz muſten füren die, die wegen am 

ſolt hetten*, und auch ander purger und pawern, bie holten fo man 

darob hielt”. und wenn man alfo holgen wolt, jo ſchickten unferr herren 

gereifig und fußfnecht, vie muften ob ven wegen halten, biß daz ir ieber, 

20 ver holgen wolt, er wer am ſold oder nicht, arm ober reich, zwen fuer 

holg gefürt: daz erſt gehört der ftat, Das ander im felber, aljo daz man 
auf ein tag wol 500 oder 600 fuber herein fürt. | 

Item man holget zu zeiten, wenn man die wegen und leut auf lies, 

fo niemant darob hielt; fo famen auch zu ftunden die feint und fürten 

25 leut und gut bin, warn fie wolten in nit laßen weren, al® daz puch da 

hinten clerlich aufmeift ®. 
8. Rauffen a?. a?. Kauffingen %. 10. halben abgehawen a2. ad. 11. Vom holt ver 


ſtat a. 15. Kauffen R. a. Kauffingena. 17. pürgen und p. 42. die holtzen R. A. 
26. als — außmeift: als vor davon geſchriben iſt R. a. 


1. Vgl. oben ©. 273, A. 1. 4. Vgl. oben 254, Al 
2. Bol. oben ©. 275, 4 ff. und Die fol- 5. Bgl. oben Pan 
gende Ordnung. 6. Ser ift auf den Kriegebericht Be⸗ 


3. Es iſt jener Theil der „Landwehr“, zug genommen, welcher zahlreiche ein- 
welcher die Stadt im Süden umzog, wäh- Ihlägige Stellen enthält; vgl. insbejon- 
rend nordmwärts die Zäune der Gärten ald dere 185, 10f. 

Schranken dienten. Vgl. oben Rr. 19. 


328 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


V. 
Kriegsgebrehen und Kriegsſchäden. 


[B1. 66) 49. Don merdlichen gebrechen, die ſürbaß zu verchomen weremn :, 


. Item man hette ein großen gebrechen am fußvold, daz die nit gebor- 

5 ſam ˖ ſein wolten; wann waz man in gepot, daz wolten fie nit halten und 
wolten im veld nicht bei einander beleiben biß fo lang, daz ir von’ den 
feinten wol 100 erjlagen und 60 gefangen wurben, als daz buch do hin⸗ 
ten clerlich innen belt?. 

‚tem mer ain bruch, daz man und frawen, die da freunt oder gön⸗ 

ıo ner hetten unter unferen feinten, ven teglich unfer gebrechen durch prieff 

zu wißen teten, dardurch fich unfer feint wol ze richten weften und uns 

deſter lenger im frieg behilten und uns mainten auß zu hungern, auch 

auf tegen und teidingen befter herter gen uns waren; daz fürbaß zu ver- 
fomen wer. 

15 ‚tem wir hetten auch gebruch an ſmaltz, daz fürbaz zu verkomen 
iver, daz man von gemeiner ftat [wegen] vor fmalt kaufet, fo vil man 
des anchomen möcht. 

‚tem mer ein geprechen an habern; folt ver Frieg lenger gewert 
haben, fo het man ven gereifigen zeug nit lenger behalten mügen; daz 

20 fürbaz zu verfomen thut not. 

[21°] Item ein gro8 geprechen was: als fich ver Frieg anhub, do was 
ein merdlich wein in ber ftat, da ließ man ein ieven fchenden, wenn er 
wolt; und e8 was ein groß vold in bie ftat herein fomen und trand 
iederman wein. und do der frieg fo lang weret und alle fürften umb uns 

25 beftelt heiten, daz ung nicht zu gen mocht, da gewunnen wir gebruch an, 
der merdlichen was; daz fürbaz zu verfomen wer gar gut, daz der rat 
ben wein von ftund an zu feinen hanten nem?, 


ar 





3. fürbas in krigen a. (flatt ‘rigen’ in a? eine Lüde). fürb. in fuhhen ad. zu verh. wer — 
den R. Au. 6. pis das «. 8. "vo hinten’ fehlt a. puch vorne a?. a?d. 11. durch I mu 
zugefant wurden R. A. a. 16. wer’ fehlt R. Au. 27. “Item ein gros gep. — hante um! 
nem’ fehlt a. (Vgl. oben S.316, Bar. 2.) 


1. Sie anzumerken hatte man ſchon von Langenzenn am 12. November 1449 N 
frühzeitig Sorge getragen. Wir Iefen im vgl. den Kriegsbericht, oben ©. 181. 
R.⸗M. v. 1449 beim 29. Auguft: ‘ge- 3. Bal..oben ©. 315 A. 2 und u 
prechen verzaichen; Schürftab’. Daß üb- am Schluffe ber Ordnungen folgenden Bu" 
rigens ber folgende Abſchnitt erft nah richt ber R. B. Die Weinausfuhr wurst 
dem Kriege niebergefchrieben wurde, er- indeß bereits am 27. Juni 1449 verbot. _ 
ſieht man leicht. (R.-M. zu diel. Tage.) 

2. Bei dem verunglüdten Rüdzuge 





Ordnungen 49. 329 


[se] Item man het auch ein gebrechen, wenn man bie feint ving und 
daz man fie fchatet, jo wurben unfer burger für bie feint pürgen und 
namen fie auß unb warn bann gar ungetreulich darob, daz bie ſchatzung 
von in nit eingebracht ward, daran gor merdlichen abging; daz zu beben- 

5 den und beftellen, ob fein mer not gefchehe, daz e8 von ftund bezalt würd 
auf bie eriten frift. . 

Item mer ein gebrechen an ven, die man auf die mawern und auf 
bie türn beftelt het zu ven püchfen: an alle not verfchußen bie bei tag und 
nacht ein merdlich pulver und wolten in nit weren laßen; daz auch zu 

19 bevenden Fünftiglichen. 

Item mer ein merdlicher gebrechen: wenn man bie unfern außfant, 
pie feint zu beſcheding, fo warb in alweg bevolhen, bie firchen und gaift- 
lich dinck umb auch die freunt unbefchepigt zu laßen, des fie denn nicht 
hilten junder bie freunt als wol befchebigten als vie feint, darauf dem 

15 rat bil müe und unrue entjtunven; daz auch fürbaz zu verfomen tft not‘. 

‚stem man bet auch ein gebrechen: wenn man in ven haubtimanfchef- 
ten aufpot?, fo die feint vor ber ſtat waren, jo leget fich einer in harnaſch 
an ver ander nicht, und Iuffen denn unter die tor frawen und man an 
alle wer und irten bie, die wieder bie feint vechten jölten; Bi. 67") darauß 

20 auch vil murmelung und rede gefchahen, daz auch fürbaß zu bebenden ift. 

‚stem mer ein gebrechen: wenn man außzihen wolt und fich Die ge- 
reifigen fanıpten, es wer auf dem Mardt, auf ver Schütt, bei ber Tol- 
hütten? oder anderswo, e8 were bei tag ober nacht, und wenn fie ein 
cleine weile hilten, fo riten etlich ab und riten wider heim vom haufen, 

25 dardurch die zal gemindert ward, die denn die, [bie] ob dem krieg waren, 
für fich genomen hetten; und durch daz wurben etlich zuge verhindert, 
baz man fie muft unter wegen loßen, daz fürbaz zu bevenden. 

Item mer ein gebrechen: wenn man außzohe bie feint zu befchebigen, 
fo juchet iever fein eigen nu, einer lieff nach genfen over nach hüneren, 

so und fant ir der haubtman bet einander nicht behalten; und wenn man 
etwaz fürhant wolt nemen, daz treffenlich was, jo het man ver leut nit 
bei einander. und wenn man heim zihen wolt und wenn man bennoch 


1. einen brechen A. 15. müe und unratt a?. 16. "baubtmanjchaften’ alle außer A. 
22. Schüth A. 26. "vie denn — heiten’ fehlt R. a. 30. kunt a. a. 'man’ fehlt R. A. 


1. Vgl. oben ©. 244, 4.4 und ©. dem Neuenbau Lorenzer Seite eine Kohl- 
263, 4 ff. gilt ftand (vgl. Baumeifterb. 195, 4 u. 
2.d b. den Bürgern durch Die Gaf- opitich, Wegweiſer ©. 81), jo ift wohl 
fenhauptiente aufbot; vgl. oben ©. 257. AR bier Diefe Stadtgegend gemeint. Sonft 
3. Da oben ©. 347, 22 ar gleicher könnte man noch an den heutigen Schran- 
Stelle ver Neuebau genannt ift und auf nenplat denken; vgl. Nop. a. a. O. S. 82. 





320 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


[81.83] (8) Summa ver perfon und bes getreidvs in Sorgen Geuber. 
und Lorencz Rumels firteil: 

Summa ver burger 424; fa. der frawen 453, fu. ver Find 659, fa, 
der Tnecht 147, fa. der maid 135; fa. der pawern 355, fa. ver frawen 

s 307, fa: ver find 527, fa. ver fnecht 35, fa. der maid 36. 

Summa der burger forn 902 fumer, ja! des habern 63 ſumer, ſa. 
des weicz 150 fumer, fa. ver gerften 6 ſumer, fa. des malcz 30 fuer, 
ja. des hir 121 fumer, fa. ver arbaiß 2 fumer, ja. der Fuchenjpeis 508 
meczen; fa. der pauren forn 825 fumer, ja. des weicz 34 ſumer, ja. 

10 des heidenkorns 19 fumer, fa. des hirß 148 fumer, fa. der gerjten 9 ju- 
mer, ja. ber fuchenjpeis 335 merzen. 


Item fo find in allen pfarrfirchen und cloftern mit famt iven bie 
nern 446 perfon. 0 
Item fo ift juden und jüdin, find und ehalten, die alle juden find, 
15 150 perjon. - Ä 


[s3°] Item ſumma fummarum ber burger aller in dem acht, firteln 
37561. 


Summa ſummarum aller burgerin und ir tochter, junckfrawen 4565. 
Summa ſummarum aller burger find 6173 ?, | 
20 Summa fummarum aller purger fnecht 1475. 
Summa fummarum aller purger maid 1855. 
Summa junmarum aller pauren und ir fnecht 2951 °. 
Summa aller peurin und ir maid 2604. 
Summa aller pauren finde 4357. 


4. Incht 1160. maid 140 R.aa. pauren 324 a. 5. frawen 607 42, 4%. lind 6li 
4°. 43. 8, kuchenſp. 5 fumer 8 meßen a. — 5 megen 35 a2. — 5 metzen 8 a?. 15. Nut 
150 perfon’ in A! noch Folgendes, das ven übrig. Hff. fehlt: „ſumma aller mann, purger, 
pauren, knecht, get 7541; fumma aller frawen 8825 mit purgerin, maiden, peurin; fumm! 
aller finder purgerin und peurin, vie vigmals binnen waren 11084. 17. 3762 4. 3750" 
Die Zahl fehlt ad. 18. 4363 a. a?. Die Zahl fehlt a. 19. kind 6137 a. 6367 . 
20. knecht 1461 a. Ina? a? fehlt vieje fowie die folgenven Zahlen bis zur Kauptfummt. 
21. maid 1567 4. 22. aller baum 2647 a. u. darauf noch ‘340 baurn knecht'. 2. aller 
peurin 2303 a, darauf noch ‘364 baurn maidt'. 24. paurn kindt 4421 a. 


1. Die Addition in A ergiebt 3753, Mägde laſſen ſich einzel nicht contre 
wie auch a? richtig hat. liren, da beide Zahlen im Cenſus des 
2. Unſere Adbdition ergiebt 4383. 1. Viertels ſchon zufammengezogen fint- 
Nimmt man aber die Zahl der Frauen 5. Auch diefe und die nächt ſolgenden 
im 1. Biertel zu 347 an, wie in allen Zahlen bis 8777 laſſen fich nicht com 
Handſchr. außer A fteht, fo ift Die Summe tiren, weil im 1. Viertel bei ben Bauer 
4363 in a und a? wieder richtig. nur die Summe der Kinder, Knechte und 
3. Hier hat A allein die richtige Zahl. Mägde, nicht die einzelnen Zahlen von 
4. Diefe und Die folgende Zahl der dieſen angegeben find. 


Si 


Ordnungen 49. 


331 


können uns nicht helfen, darumb ift fich nicht ze lagen auf iren troft over 


zufagen in feinerlei weis. 


‚tem es ift auch gar gut, als man vor dem vergangen Frieg ben 
leuten gepoten hat Toren zu ſchüten, auch den Tirchenmeiftern und jüden, 
daz man daz in guter gewonheit behalt und nicht ab laß gen; wann wo 
vor etwaß ift, da mag man leicht ein wenig darzu bringen, baz es vil 


madt. 


und darumb wer gar gut, daz man ben habenten leuten etiwaz 


babern zu dem korn aufgefettt het, daz ieder ein wenig bett, daz machet 


ein großen haufen unter vil perfon‘. 


Item auch wer gar gut, ob man fich beforget, daz ver krieg wider 
an würb gien, daz man venn ietzund alle ftette, ſlößer und merdt bejliche, 
und gar eben befchribe, wo die am aller pejten zu eroberen und zu gewin- 
nen weren; baz thet man tegunt gar wol und dienet gar faft, wenn man 


frigen wolt?. 


tem auch were gar gut, daz man iegund kuntſchafter beflellet in 
feinen? teten, und ob man einen darumb thet*, daz er ein purger würb 
in feinen fteten; daz deucht mich gar gut, daz man bie Euntjchaft vefter 
gewifer het, wann e8 dienet nicht baß denn gute, ware kuntſchaft. 
[ss] Item es wer not, daz man auch vil plahen und feten beftellet zu 


den wegen, jo man auß wolt zihen®. 


Item mangel ift auch geiwejen an leuten, bie da geweſt hetten gele- 
genheit ver meuren, greben und weer in ben fteten und flogen umb uns 


gelegen. 


1. könten 42. 4°. 


R.-M. zum 20. Juni; a. Brfb. Bl. 72 
u. R.⸗M. zum 29. Juni.) Daß gegen 
Enbe des J. 2 noch eine Anzahl nitrn- 
bergijchen Kriegsvolkes unter Dem Befehle 
des Hans Goldner in Windsheim ver- 
weilte, gebt aus den Rathsjchreiben ber- 
vor, welche am 21. Dctober an bieje Stabt 
und an Goldner (Brfb. Nr. 20, 31. 197), 
am 14. December an Windsheim allein 
(Orig. beim Magiftr. in Nbg. u. Brfb. 
Nr. 20, Bl. 275) gerichtet wurden. Die 
Deröfie egung befielben follte, wie fich aus 
dem eriten ber zuletzt angef. Schreiben 
entnehmen läßt, vom Stäbtebunde be- 
ftritten und vorberband durch Rürnberg 
bezahlt werden. Zunächſt mußte aber 
em ſelbſt das Geld häufig vor- 


Zu Weißenburg lag im November 


11. merdt beſuche 4°. 
und beſchuͤttet a? (aus beſchicket' corrig.). 


befchliche und befichtigt a. und befchichtet a?. 


22, ‘der mauren’ alle außer A. 42. 


[4 


und December 1449 ein Theil der nürn- 
bergijchen Reiterei (ogl. den Kriegebericht 
©. 187), wie benn alle bie kleineren 
„ Städte vorübergehend durch bie Kriege- 
"süge der Stäbteheste Dedung erhielten. 

Bol. oben Ei ‘warnung 
vor dem frieg’ ©. 243 und 299 
300. 


2. Bor dem Kriege hatte man, indeß 
wohl nur in der Abficht, die Orte zu ver- 
zeichnen, welche angegriffen werben durf- 
ten, folgenden Rathsbeſchluß gefaßt: 
Item der furften, berm und ritterjchaft 
ftett, ſloß, clofter, borffer 2c. nerfchreiben’. 

.M. zum 21. Mai 1449. 

3. offenbar: des Markgrafen. 

4. dazu veranlafßte, Dazu beftellte. 

5. Bgl. oben ©. 253, 18 ff., 25 ff. 


1 


1 


o 


[2 


332 


V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item es tut auch not in Friegen, daz man alle tag wiß, wie bil man 


vermüg zu ros und auch zu fußen‘. 


Item es ift auch in acht ze haben, anfleg zu machen auf unferr und 
ander weir, jo man die abgrebt und aufzeucht. 

Item e8 ift auch bruch geweſen an gereifigem zeug, und hette man 

am erjten taufent gereifige pfert gehabt, do mocht man große dingk mit 


geichaft haben?. 


. Item e8 wer auch not, daz man bei 20 meilen wegs von innen 
umb und umb auf all jeiten bei merdlichen ſteten hette gut freunt und 
leuftig leut, vie da ließen wiegen von famnung und gefchiden. 

Item e8 was auch gebruch, daz wir gelegen ftete nit ains wurden 
und anfleg machten, die feint auf einen tage mit macht zu bejchebigen. 

Item ee fich ver krieg anving, do hetten wir unter unfern armen 
leuten auf dem lant unter in ie 10 einen haubtman geſetzt, und fegtert 
darnach von folonern und purgern anderr haubtleut über diefelben?; daz 


ging im krieg alles ab. 


1. in: "innen’A. 4. und ander weer R. a. were «. 
geſchickten &. von gefchiden und gemerben R. a. 


1. Im R.-M. v. 1449 findet fich 
zum öftern angemerft, daß der Auftra 
ertheilt wurde, eine Zählung namentlich 
ber Gereifigen, welche ſich in der Stadt 
befanden, vorzunehmen. 

2. Wie ſich aus den Ordnungen 3—5 
ergiebt, hatte man 500 berittene Söldner 
während des Krieges im Dienft und war 
den Bürgern geboten, eben foviel be- 
mannte Pferde in Bereitſchaft zu halten. 


Daß aber am Anfang des Kriegs der 


Stadt noch nicht 1000 Reiter zur Ber- 
fügung ftanden, geht aus dem am Schluffe 
der Ordnungen folgenden Bericht ber 
Reihe B hervor, wonach man zuerft nur 
200 Söldner beſtellt hatte. 
Kriegsberichte jehen wir das erftemal, um 
die Mitte September 1449, bei der Ein- 
nahme von Windsbach, 600 Gereifige im 
Felde; vgl. ©. 168, 19ff. Bon neuen 
Anmwerbungen ift im R.-M. von 1449 
an verjchiebenen Stellen die Rede: am 
19. December find Kotwig und Kaufun- 
gen damit beauftragt. 

3. Das uns (im Nbg. A. Nr. 328) 
erhalterre puch uber die drey haubtman- 
Ihafft vor dem wald’ (Pap.-Hdſchr. des 
15. Ih. 40.), welches Ludwig Pfinking 
zu Walburgis (1. Mai) 1449 zufammen- 
ftellte, läßt Die Art, wie man bier die 


Nach dem” 


außezeucht 42. 43. 10. gefchichten A-- 
11. 'nit’ fehlt a?. 14. “einen” fehlt a. 


Bauerſchaften für den Krieg zu organifi- 
ren verfuichte, deutlicher erfennen. Ueber 
die Hauptleute (von denen in diefer Auf⸗ 
zeichnung zu jedem Dorfe oder Hofe nur 
einer genannt wird) hatte man oberfte 


‚Hauptleute geſetzt, und dem entjpredenD 


die in dem Buche Pfinkings (allein) be⸗ 
rüdfichtigte Gegend ſüdlich Der Pegnitz irt 
—— oberſte Hauptmannſchaften einge⸗ 
theilt: 

1) Megelndorff' (.. ‘do iſt ober⸗ 
ſter hauptmann Seit Brünner, dem finD 
die hernach geſchriben haubtleut und 
dorffer zubejcheiden’): Megelndorff/ 
Pürgles, Wetzendorff zwiſchen Lauf unD 
Röttenbach), Rotenbach, Sweig, Lauffen⸗ 
holtz'; man hatte in der Hauptmannſchaft 
33 Panzer, 33 Armbrüſte und 8 Büchlert- 

2) Liechten hoff'. Oberfter Haupt⸗ 
mann: Hanns Hell. Zugetheilte Ort- 
ſchaften: “Liechtenhoff, Pappirmüll, Zigel- 
hütt (von der oben ©. 149, A. 3 genann⸗ 
ten zu unterſcheiden), Untteren Galgenhoff, 
Altenfürt, Starckenweyerhauß (ibentifd 
mit dem ©. 154, A. 1 näher begeichne 
ten; vgl. Baumeifterbuh S. XUI — 
220, 35 — u. 211, und cod. Schwart 
fol. 344 d. Nbg. Stadtbibl., BI. 147), 
Zun Höffen, Mugenhoff (zwifchen Nim- 
berg und Fürth), Zum Hoff wahrſchein⸗ 


1 


or 


= 


Ordnungen 49. 333 


(Bi. 69°] Item 88 ift auch not, daz man in Friegen baz teutſch haus, 
Ebracher hoff‘, Newnkircher und ander geiftlich höff, in ver ftat gelegen, 
in acht hab. 

Item fo man in dem vorgenanten frieg bei nacht wolt außzihen, fo 
hetten die veint etlich Euntjchafter hie, die ſchußen mit püchſen in daz felt, 
und daz hörten denn die veint, wo fie bielten bie fchiltwache, und ſahen 
auch vie facelen bei ven toren prinnen, dadurch fie gemarnet wurden; baz 


fürbaz zu verfomen thut not. 


Item man jucht und beiehaut auch jalg und harnajch, wann man 


hette daz vor gepoten?. 


Item man braucht auch die genanten allenthalben in ber ftat und 
auf dem lant; wohin man ir beborft, do teilt man fie auf. 


2. Neunfirchen a. Newenkirchen a?. as. 


ih Gaismannshof, vgl. Baumeifterb. 
209, 25), Weiderfhoff (an der Rebnik), 
Sintterfpühel, Zerzagelßhoff, Valtznerin 
hamer, Beter Diendels hamer- (im Regi- 
fter corrig.: weyr-) hauß (am in: Du- 
tzend⸗ [Tutſchen⸗] Teich; vgl. Würfel, 
Nachr. I, 55, 56 u. Baumeiſterb. 219, 
5f.), Gygitzenhoff, Steinpühel, Zum Ley, 
Oberen Galgenhoff'; man hatte in dieſer 
Hauptmannſchaft 23 Panzer, 45 Arm- 
brüfte und 7 Büchſen. 

3) Reihelftorff. Oberfter Haupt- 
mann: Hermann Bilcher. Zugetheilte Ort⸗ 
Ihaften: Reichelſtorff, Herperftorff (bei 
Billenreut!, Wogelndorf (h. Worzeldorf), 
Gaulenboffen (üdlich von Herpersporf), 
Loenhoff und Gerherßmul (h. Geretsmüble, 
Lohhof ſchräg gegenüber am linfen Ufer der 
Rednitz), Eybach, Steyn, Gerberftorfi, 
Rottenbach (Röttenbach bei Stein), Mey— 
ad’; man hatte in der Hauptmannithaft 
23 Banzer, 33 Armbrüfte und 2 Büchfen. 

In den drei Hauptmannſchaften zu⸗ 
jammen ftanden 92 (nach den einzelnen 
Poften vielmehr 103) Wägen bereit. 
Ueber die Stärke der Mannichaft, welche 
man aufbieten konnte, gewährt unſere 
Aufzeihnung feine pofitive Angabe; es 
find nur alle diejenigen (oft Frauen oder 
Beſitzungen) aufgeführt, welche beftimmte 
(bi8 auf Hafen und Handſchuhe genau 
angegebene) Ausrüftungsgegenftände zu 
liefern hatten: ihrer waren in der Haupt- 
mannjchaft Mögelborf: 118, in der Haupt⸗ 
mannfchaft Lichtenhof: 183, in der Haupt⸗ 
mannſchaft Reichelöborf: 98. — Pfin- 
tzing's Buch enthält (BI. 1b) auch den 


- 


Eid, welden bie Bauern leiften mußten 
(‘der arm leut.cyd auff dem land’), und 
beffen Wortlaut folgenber ift: Das ich 
mit fampt der ich ungewerlich mechtig pin 
meinem hauptman, ber mir ye zw zeiten 
von einem ratt zw Nurenberg geben wirt, 
an ftat des jeiben rat gehorſam, willig 
und untertenig fein und, was fie mit mir 
ſchaffen getreulich thun fol und wil on all 
everd und ee alfo pit mir got zw 
Beffen und al heiligen’. Der Befcht: 
“die armenlüt auf dein lannd laffen fwern 
und des ein eyde verzaichen’ mar nad) 
dem R.-M. ſchon am 11. Jänner 1449 
ergangen. Vgl. oben ©. 243. 

1. Er war, wie der folgende Neun- 
firher Hof ohne Zweifel den Klofter 
Neunkirchen am Brand (vgl. oben S. 171, 
A.5) gehörte, ein Beſitzthum des Kloſters 
Ebrach und liegt auf der Lorenzer Stadt- 
feite zwijchen ‘der heut. Karolinenftraße 
(früher „am Fiſchbach““ und dem ehem. 
Roßmarkt (j. Adlersftraße). Vgl. (Xoch- 
ner) Abzeihen Nürnb. Häufer (Nbg. 
1855) S.1r und Rettberg, Nürnb. Kunft- 
leben ©. 61. Auch das Klofter Seligen- 
porten (vgl. ©. 212, U. 3) befaß einen 
Hof zu Rürmberg; |. Kiefhaber, Nadır. 
zur Geld. v. Nürnb. III, ©. ff. Jene 
des Biſchofs von Eichftädt und des Klo— 
ſters Heilsbronn batte der Rath nicher- 
reißen laſſen (vgl. oben ©. 191), nach— 
dent letterer früher dem Neuß von Plauen 
‘eingeben’, d.h. al8 Wohnung angewiefen 
worden war. R.-M. zum 1. u. S. Juli 
1449. 

2. Bgl. oben ©. 243 u. A. 1 dazu. 








1 


2 


x 


S 


[4 1 


> 


334 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Item man beſtelt auch allenthalben in der ſtat und zu den torn 
fackeln, pechenein ring und latern, ob man der bedorft, daz man die hett. 
Item es iſt auch groß gebruch geweſen an kolen, daz fürbaß zu ver⸗ 
kumen. 
Item zumol ein großer bruch geweſen iſt an wolreitenden knechten 
und fürern, daz fürpaß zu verkumen. 
ſoob] Item in kriegen thet auch gar not, daz man vil ſtroes het und 
daz man halm lies fürhacken in 2 over 3 türn, und wenn abgieng am 
fueter, daz man dann foren mit einem groben mülftein erfchriet. und bie 
helm domit machet und fie vor wol neget; daz erfparet gros futer und 
börft nit heus. 


[81. 115°] 50. Item hie fleen vermerct die dingk an den mangel ifl 
gewefen in dem krieg . 


Item von jant Kathrein tag biß an daz ent diecz Friegs ift mangel? 


gemweft ar wait; item mangel ift gewefen an gelt*; it. mangel ift gewefen 
an gerjten; it. großer mangel ift gewefen an mal; it. mangel ift gewejen 
an habern; it. großer mangel ift geweſen an erbeiß und anderer kuchen⸗ 
ſpeis; it. mangel an heu und ftreu; it. mangel an pechem fleifch; it. gros 
mangel an ſmalcz; it. mangel an wagenholcz; it. mangel an pretern; it. 
mangel an zimerholcz; it. mangel an fald; it. großer mangel an koln; 
ſuse] it. mangel an fegepaumen; it. großer mangel ift gewejen an wein 
und an pier; it. mangel an laimen zu befen; it. mangel an flach; it. 
mangel an baniff; it. mangel an grün fifchen und ftodfifchen und ge- 
jalezen fiichen; it. mangel an öl und an keſen; it. mangel an prennholcz; 


2. und laitern 42. 5. wolreiteten A. A?. gereitteten 4°. 6. daz' fehlt A. ‘Item es ift auch 
— zu verfumen’ in A von anderer Sand, fehlt A u.R.a «u. 8. fürhauen R.a. 11. ‘Item 


in friegen — heus’ fehlt 42, 4°. 
ftrichen. geweſen ift A. 


1. In diefem Abſchnitte wirb Alles 
kurz zufammengeftellt, woran man wäh⸗ 
rend oder gegen Ende bed Frieges Mangel 
litt oder wobei man Mißſtaͤnde wahr⸗ 
nahm. Ein großer Theil von dieſen 
Punkten ift in andern Nummern fchon 
ausführlicher erörtert. 

2. Man fuchte baares Geld an fern 
gelegenen Orten aufzunehmen: nad) Be- 
nedig beihloß man eine eigene Botſchaft 
zu fchiden, welche ‘arbeyten’ follte umb 
gelt zu leyhen', und ging aufßerbem 


15. das erſte an' fehlt A. 
18. pachen fleifh R. a. 


*item mangel — gelt’ in A unter 
23. grun fiſch A. 


Nürnberger Kaufleute an, bort Gelber 
für die Stadt auszubringen. (R.-M. v. 
1449 zum 21. Auguft.) Andererfeits war 
man jelbft genöthigt, ven Hauptleuten des 
Bundesheeres bei ihrer Anweienbeit zu 
Nürnberg im Auguft 1449 (vgl. oben 
S. 158) beträchtliche Summen vorzu- 
ftreden. (R.-M. 14. Aug.: 300 Gulden; 
17. Ang.: wieder 300 Gulden; 28. Aug.: 
600 Gulden; ein weiteres Begehren wies 
man am 30. Aug. ab.) 


5.Nov. 


1449. 








Ordnungen 50. 51. . 335 


it. mangel an loe; it. mangel an langen fpiefen; it. mangel an dachen zu 
armbroften und an-adern; tt. großer mangel an plaben und jeden zu ge: 
traid; it. mangel an filen, daz man oft wegen zu peut bet gepracht, fo 
mangelten fillen 2c.; it. gebruch, daz die ratherrn des raß und gericht 
s nit fleißig aufwarten; auch ift zu wißen, daz man daz gericht oft 3, 4 
oder 5 wochen, darnach und baz geftreuß heftig was, ließ feiren?; 
[Bi. 116°] it. großer gebruch ift geweſen an wolreitenven fnechten; it. 
großer gebruch iſt gewefen an kuntfchaft, bie gewieß wer, und an warhaf- 
tigen leuten; it. mangel ift auch geweſen an wolwerbenten nechten zu 
10 708 und zu fußen und an poten; it. großer gepruch an pech; it. ein merd- 


lich großer gepruch an raifigem gezeug. . 


[81. 71") 51. Don den dingen, die auf der flat den veinten wurden 
zu gelragen. 


Item man trug auß der tat pulver in brot, alſo daz man bie laib 

ss und ander prot innen außholvert und jehuben pulver darein und ver⸗ 

machten daz brot gar fauber und trugen denn daz den veinten zu; alfo 

ward man fein gewar und zeſnaidt doch daz brot, daz man auß ber ſtat 
trug, unter den torn?. 

1. foyfen A. dochen 42. zu tachen A. 42. 42. a. zutafhene. 2. zu adern R.a. und 

andern A3. an odern A*. a, in welcher Hſ. das Folgende dieſes Abfayes fehlt. 4. wegen — 


filen: ‘wegen bett bradıt ıc.’ alle außer a2. a. 9, an wolredetten a. 15. außhöllet a. 
haushaltet (!) a2. 18. tragen A. 


1. Daß man den Rath nicht immer 
poltzablig verſammelt ſah, dürfte folgen⸗ 
der in die Zeit unmittelbar vor dem 
Kriege fallende Eintrag des R.⸗M. 
v0n1449 beftätigen. 21. Mai: ‘Item 
wenn ein burgermeifter zum rat geperöt 
tags oder nachts, jo fol yererman auf die⸗ 
jelben zeit under eg lich fomen’. 

2. Mehrere Stellen des R.-M. von 
1449 legen hiefür gleichfalls Zeugniß ab; 
jo heißt es, nachdem bereits am 5. Juli 
Das Gerichthalten yederman unſchedlich' 
ausgefet worden war, beim 22. Juli: 
‘Item das ftatgericht wider angeen lafien, 
doch daz man bie Ieföt, die won ber flat 
wegen an wachten, auf türnen oder an- 
bern enden find, mit vollung nicht uber- 
eylen fol. — Am 2. October ließ man 
mit den „Eitern Seren“ über die ‘gepre- 
hen’ des Gerichts eylig veben’; am 28. 
November begegnet ber Verfuch, eine Ab- 
bilfe zu treffen: ‘Item 12 anf den genan- 


ten zaychen auch an das gericht zu geen. 
Holtſchuher; Volkmer; Tallner’. So aud) 
am 5. December: Item uf beftellung bes 
gerichtd paß gedennken und wider fur- 
legen’. Aber ſchon am 19. December lejen 
wir wieder: “Item furtzulegen, ob man 
das gerichte in diſen kriegsleuften rwen 
laſſen wol’; am 26. December: ‘Item 
die eltern morgen fleyßig reden von not» 
durfft des gericht® und juchen was man 
zu tund hab’; 29. December: “Item ſu⸗ 
hen freyheit zum gericht bienent’. Daß 
man aud die Abhaltung des Ppawren 
gericht’ unterbrochen hatte, geht aus einem 
Eintrog zum 22. Jänner 1450 hervor. 
Bgl. über die verſchiedenen Gerichte Bd. I, 
S. XXVII. 
3. Der einichlägige Rathsbefehl ift 
im Manuale beim 14. Januar 1450 an⸗ 
emerkt. Auch veßlin, krüg' und Anderes 
* man unterſuchen. 


336 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Auch ward füft brot auf der ftat getragen, daz fürbaß zu verfom- 
men wer, jo man peft mocht. 

Item man trug und fürt auch harnafch auf der ftat in pürben und 
miftwegen; darumb beftelt man lang ſpieß, daz man all wegen burchftach, 


5 bie mit mift auß ber fiat wurden gefürt, und bejchaut alle pürb, die auß- 


ber Stat wurden getragen. 


[81. 73") 52. Item von befchedigung der bruchen umb die flat über die waffer. 


Item unferr veint fegten alfe bruden umb die ftat über die waſſer 

ab, alfo daz man fein hülgene pruden umb die ftat über fein wafler fant; 

10 und daz ſaumet bie unjern gar vaft, fo fie mit grofjen zügen außzohen, 

wann ed nam gar große weil, biß fie bofen und ſchuhe außzugen und 
wider anlegten ꝛc.'. 


[73°] 53. Don den zaichen der veint. 


Item fo die unfern außzugen mit merdlichen großen zügen und 
15 gegen welchem ent fie hinauf zugen: jo daz bie veint daſelbſt umb ver- 
merdten, jo machten fie dafelbft umb auf ven höhften pergen feur, und 
fo dann daz die andern unferr veint ſahen, jo machten fie auch feur auf 
die hohen perg; alfo ward fein vie lantichaft allenthalben gewar und 
zugen denn alfenthalben zu, alfo daz die unferen fein lang beleiben im 
20 veld mochten haben. 


[$1. 105°) 54. Don der unfuer des hriegs. 


Item es ift auch zu gevenden, daz marggraffe Albrecht und fein hel- 
fer diefen krig fo unfriftenlichen gefürt haben, wann fie ver gotzheuſer 
und firchen gant nicht gejchont haben; und junderbar im anfangf, in 14 

25 tagen als uns die feingbrieff zugejant wurden, do verbranten bie von der 


Kadoltzburg und die von Roßftal daz wirdig goghans zu Puchfwabach? 


und beraubten auch daz an aller gezirde; jo fürten die von Windspach 
bie gloden von Puchſwabache heim gein Windspach. 


11. auffczugen 42. aufftzeugen 4°. 16. in « wart' ftatt feur'. 18. und fo — perg' fehlt 
R.ae. 21. ungefur R. a. A%. Von ver ungefur der veind a. 24. ſunderwar 42. 4°. 


Iuten’ 20 Schüben, um ‘die bruden zu 
1. Man fuchte diefem Webelftande peflern’, zugelandt; a. R.-M. - 
ſchon zu Anfang des Kriegs zu begegnen. 2. Buchſchwabach liegt eine Kleine 
Am 6. Auguft 1449 wurden ven “armen- Stunde ſüdlich von Roßtal. 


Orbnungen 54. 55. 337 


Item fie verpranten auch darnach ſüſt vil wirbiger goßheufer mit 
allen ornaten und gezirven ber kirchen. auch warb von in in etwe vill 
gotsheuferen verprant daz hohegelobt und wirbig ſacrament, gottes leich- 
nam, daz ie uncriftenliche und unfürftenliche ift, als zu Dtenfos ac. '. 

5 Item es ift auch zu gebenden, als ver krieg etwe lang gewert het, Zuli 
vor unferer frawen tag viſitacionis biß zu oftern, und bie feint der ftat ig... 
nimmer weiten an zu gewinnen, bo zünten fie doch vie welb an, daz fie zu 1450. 
zeiten an 5 ober 6 enten prunnen, daz doch unfürftlich ift, wann niemat 
ein nu darauf chom?. 

o [105°] Item die feint gruben und zugen auch alle weir ab, die ber ftat 
” hugehörten, wo fie die anchomen, und viſchten die, daz in doch zu zweien 
malen gar übel befam?, 


VI. 


Allgemeine Anoronungen und Vorkommniſſe während 
15 und nah Beendigung des Kriegs. 


[BSi. 72°) 55. Don dem auffenten der lehen “. 


Item als der bifchove von Bamberg abgefagt bette, do fanten unferr 
berrn vom rate von aller lehenmann wegen der ftat dem tumbrobjt zu 
Bamberg bie leben auf, warn er wolt nit abfagen,. und wer gar gern 

20 Stille gefeßen und freunt gewejen; jo aber fein öberſtz haubt, ver biſchove, 
bette abgejagt und was feint worden, darumb warb im abgejagt und 
mufte veint jein®, und nach ver richtigung, als er nun die lehen fölt lei- 


8. undriftlih iſt a. 12, Item d. feint — bekam’ fehlt «. Vgl. oben ©. 230, Var. 5. 


16. von dem aufueniren d. lehen a. 


1. Vgl. den Kriegsbericht 224, 23 f. 
Der Rath ließ folche Vorkommniſſe eigens 


- aufzeichnen, ohne Zweifel um Die Krieg- 


führum ber Feinde in feinen Rundichrei- 
ben näher beleuchten zu können. So heißt 
e8 im R.-M. v. 1449 beim 20. Novbr.: 
Item anzaichen, das bie margraviichen 
das facrament zu Grevenberg ausgeſchut 
haben’; am 3. December lieg man vom 
Friefter ein Imftrument darüber anfer- 
tigen. 

2. gl. oben ©. 226, 4. 1. 

3. Neben der Schlacht von Billenreut 
ift hier wohl das Treffen bei Veitsbronn 
am 3. Februar 1450 gemeint; vgl. den 
Kriegsberiht 199, 16 ff. 

Stäbtechroniten. LI. 


4. Im R.⸗M. von 1449 heißt es 
beim 23. Juni: ‘Item ratt haben von 
ber lechen wegen und auch ein czeychnuß 
machen, wie man ſy awff wol jagen’. Am 
5. Juni hatte man bereit8 durch Die Vier- 
telmeifter allen jenen, bie marfgräfliche 
Leben befaßen, aufgetragen: ire namen 
beſchribens beruf (auf das Rathhaus) zu 
geben’. 

5. Nachdem die Stadt am 5. Juli 
1449 dem Dompropft Georg von Schaum- 
berg nebft dem Kapıtel auf eine Bitte um 
Schonung ihrer Güter ablehnend geant- 
wortet hatte, wurden am jelben Tage von 
den “burgern und inwoneren zu Nürem- 
berg allen und yaclichen’, die vom Dom- 


. 22 


338 V. Nürnberg’ Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ben, wolt er fie fang nit leihen und thet gar vil eintreg piß fo lang, daz 
im ein römiſcher fünig gepot: do lehe er doch vie. 

‚tem es ift auch wol in acht ze haben, ob mer gekriegt würd, wen 
man leben auffenten fdlt. 


s [72°] 56. Item vom fchreiben unferm heiligen vater dem babfl, dem rämi⸗ 
fchen künig und allen hohen fchulen ꝛc. 


tem unferr herrn vom ratte fehriben in etlichen mafe unjerm heili- 
gen vater dem babjt, unſerm gnebigen herrn dem römiſchem künig und 
allen fürften und zu allen hohen fehulen!. e8 wer aber gar not und gut 
10 geweft, daz fie mer hetten gejchriben und in ir gerechtifeit und glunpf 
erzelt und beclagt, wie fie wieder got und alle pilligleit unerclagt und 
unerfolt aller vechten fo groblichen befriegt und befchebigt würden mit 
raub, brant, mort, firchenprechen, verprennen und erjtören. 
Item fo etliche gejchicht geichahen, aljo daz wir ob oder unter lagen, 
15 jo ſchreib wir denn von ſtund an daz den fürften und herrn und fteten, 
zu ben wir ein gut getrawen hetten, alſo daz man bes ein warheit weit. 


[81. 76°) 57. Don den non Swanberg und Rpfenberg. 


Item unferr berrn vom ratte hetten beftelt den von Swanberg und 


1. fie! fehlt R. a. fein lang A. w. 5. unfers 42. A®. 6, Hof. ſtenden A*. Hohen flulen 
a. a®. c, ebenfo weiter unten. 11. ze erzelen und beelagen R. A. angezeigt und beelngt R. a. 
zu erzaigen u, beclagen «. 12. unervolgt Ad. unerclagt — befriegt’ fehlta. “uner⸗ 
clagt — beichevigt’ fehlt R. a. ‘würden’ in R. Au am Schluſſe ves Abf. 13. zu erſtoͤ⸗ 
ren R. A. zu verpr. und zu verftören «. 16. warhet A. 17. von vem 49%. 4%. Schaums 
berg R. a. 18. Schonberg a. Schaumberg a?. Schamberg a°. 





propft 'als von der tumprobftey wegen’ 
belehnt waren, diefem, dem ‘techand und 
capitel gemeint zu Bamberg alle Ge⸗ 
lübde, Eide und Pflichten aufgejagt, Die 
fte ihnen ‘von leben wegen’ ſchuldig gewe- 
fen. Da der Biſchof — Tautete ihre Be- 
ründung — der Stabt den Krieg ange- 
nbigt habe, fie aber derſelben “alfo ver- 
pflichtet und gewandt' jeien, Daß Die Fehde 
fie ‘als burger zu Nüremberg berirt’, 
während ber Dompropft in gleicher Weife 
dem Bifchof verpflichtet fei darumb ir 
und ewre güter niht fleet zu ſünderen'), 
erfennen ei in ber Stadt “fride und 
unfride begriffen’. Der Dompropft erhebt 
dagegen in einem Schreiben vom 9. Juli 
nachdrücklichen Einfpruch, verweiſt fie, Die 
ihm ihre Pflichten “und doch nit Die guter 
zu bifem mal aufgefagt’, an ein Schiebs- 
gericht und droht im Kalle der Beichädi- 


gung mit rechtlicher Klage. (Briefb. Nr. 
20, Bl. 87; Rel.-Eod. Nr. 484, BL. 164 
u. 166,167.) Einem erneuerten Anfuchen 
vom Dompropft, Dombelan und Kapıtel 
begegnet ber Rath (am 13. Juli) mit dem 
Borwurfe', daß fie, ohne deren Einwilli- 
gung ber Bilchof fich verpflichtet habe, 
dheinerley confeberacion, eynung ober 
verpintnüß’ einzugehen, dieſen nicht von 
dem Bunde mit dem Markgrafen zu- 
rüdgebalten hätten. (a. Briefb. BL. 99.) 
Im Hierauf erfolgten Antwortichreiben 
(vom 30. Juli) wirb bie befagte Ver⸗ 
pflihtung des Biſchofs feierlich in Abrebe 

eftellt. (Briefb. Nr. 20, BI. 99 u. Rel.⸗ 

d. Nr. 484, Bl. 165 u. 167.) 

1. Vgl. Beil. V, wo das an die ho- 
ben Schulen gerichtete Schreiben. vom 8. 
Mai 1450 dem Wortlaute nach mitge⸗ 
theilt wir. 








Orbnumgen 57. 58. 59.. 


339 


ben von Ryſenberg umb jolt, und ſchickten zu in von ver ftat wegen herrn 
Paulus Haller!; und bie beſchedigten marggraff Hanfen und herkog 


Otten auch teglich gar vaſt?. 


[81. 76°] 58. Bon der erung, die man den the, die redliche tat begingen. 


Item als oft einer auß den unfern ein rebliche tat tet, er wer pur- 
ger oder diener, fo tet im ein rat ein erung, barnach und die tat was. 

Auch wenn man etwaz fturmen wolt, e8 wer ftat oder mardt oder 
ſloß, fo rüft man auß, wer ver erft hinein wer, dem wolt man geben 100 
oder funfzig gulven, und dem andern halb als vil, und dem britten ein 
10 firteil; und daz warb in reblich gehalten. 


[81 77°] 


59. Don der flat erdten im krieg. 


Item unferr bern vom rate hetten beftelt zwen er&t, bie bie leut 
punben und heilten?, fie wern edel oder unebel, purger over fußfnecht. 


2. herr Bauls A. 11. *ftat’ fehlt A. 

. 1. Seine Erebitive an Burian von 
Gutenſtein (Herrn zum Rabenftein) ift 
vom 7. März 1450 datirt. Dircch gleich- 
fautende Schreiben wurde er auch bei 
*bern Ratzko von Januwicz zu Rijemberg’, 
bei Heinrich von Kolowrat, Hinek Kru- 
fchina von Schwamberg (mit dem man 
mehreren Stellen des R.-M. zufolge 
ſchon feit September 1449 in Unterband- 
lungen ftand) und ‘den von Newenpilzen’ 
beglaubigt. (Briefb. Nr. 20, Bl. 334b.) 
Nach Pilſen, wohn der Nürnbergiſche 
Geſandte ſich wendete, war eben den 
15. März eine Verſammlung der Mit- 
glieder bes Strafonicer Bundes anbe- 


taumt. Palacky, Geſch. v. Böhm. IV, 1,” 
©. 226 u. 22 


7. — Bgl. oben ©. 205, 

4.1. 
Der Bertrag, welchen Paulus Haller 
im Namen bes Raths mit dem Herren 
Hincko Eruffina von Schwanberg und 
Ratzko von Jonowitz geſeſſen zu Ryſem⸗ 
berg’ abſchloß, wurde bereits am 20. März 
ratificirt. Ihm zufolge ſollten die beiden 
genauen noch vor dem 29. März den 
artgrafen Albrecht und Johann, dem 
Pfalzgrafen Otto und allen ihren Helfern 
abjagen und bie folgenden 6 Monate ſich 
“mit ir bilff und macht’ in der ‘bern des 
rats der ftat zu Nurenberg frid und un- 
frid' feßen. Die Nürnberger erhalten 


auch das Recht, in ben am günſtigſten 
hiezu gelegenen Schiöffern beider Herren 
je 6 ihrer Diener auf eigene Koften zur 
unterhalten. Dem von Schwamberg fol- 
len für ‘190 reyfiger pfert und guter ru⸗ 
Der gefellen darauff, dy er yn halten 
ol, auf ydes pfert und gefellen’ jeden 
Monat 6 Guld. rhein., mithin für Die 
genannte Anzahl 1140 Guild. rhein. mo⸗ 
natlich bezahlt werben; Niefenberg unter 
gleichen Bedingungen für 66 Pferde: 360 
Guld. rhein. Außerdem entrichtet Nürn- 
berg dem Herrn von Schwanberg no 
1990 Guld. rhein. “Fur rüft gelt’, und 
ebenjo dem von Niefenberg 100 Guld. 
rhein. Eine Entſchädigung Mr im Kriege 
erlittene Schäden wird ihnen nicht ver- 
Iprodgen, wohl aber jollen alle die genann⸗ 
ten Summen aud in dem Falle bezahlt 
werden, als die Stadt ‚innerhalb jener 
6 Monate Frieden ſchließen wiirde, wel» 
hen einzuhalten umd deſſen Bebingungen 
zu vollfübren Die beiden Herren eintre- 
tenden Falls ausprüdlich verpflichtet wer⸗ 
ben. (Am 26. Mai 1450 audgefertigte® 
Transſumt des Beftallungsbriefes in 
deutſcher Sprache im Nbg. X. VII, 43, 
10. Nr. 46.) 

2. Vgl. oben ©. 229, 230. 

3. Tegel erhielt am 17. September 
1449 den Auftrag, 2 oder 3 Aerzte zw 


22” 


340 V. Nürnberg’s.Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


fo richten unferr herren daz argtlon alles auf, daz ir feiner nichg borft 
geben, und gaben auch ven armen gefellen, die geichoßen waren, Eoft und 
wein, die weil fie frand waren '. 


[Br. 176°) 60. Don der vertigung der gefle. 


5 Item als der Frieg verricht und bie richtigung was ein gegangen, 
bo beliben ver herr von Blawen und Concz von Kauffungen mit iren 
bieneren und anderr ber ftat ſoldner von erbern und auch von fueßfnech- 
ten bie dennoch bei %, monet?. darnach fchendten unferr herrn des rat - 
einem ieden erbern, er wer von Francken, von Beirn, von Meichßen, auf 

10 der Püchen? oder wann er were, an gelt, darnach er fich in dem krieg 
gehalten und vil oder wenig knecht gehabt hette, alfo daz fie ich gar vaft 
fobten von einem rate, und ſchieden gar frölich von hinnen und beiten 
fih gar wol gepeßert an hengſt und harnajch und an parem gelt, und 
Iprachen, ob es fürbaß mer zu Frieg fem, jo man ains bevorft, fo wolten 

15 fie wol acht aufbringen, die ver ftat gar gern zu dinſt riten zc. 

Item die Sweiczer vertiget man alfo von hinnen: man claivet fie 
alle in einerlei cleivung, halb weiß und halb rot röd, und begabet bie 
haubtleut auch mit gelt, alfo daz fie fich gar ſeer lobten von einem rat, 
und fchieden gar frölichen von binnen und fprachen, gefchehe fein fürbaß 

20 mer not, jo man 1000 begert von ven aidgenoßen, fo kömen ir gar gern 
10000, 

Item man gab auch einem ieven Sweiger zu folt 1 wochen 1 gulden 
reiniſch und 1 ort?. | - 

[81. 177°] Die egrifchen fußfnecht® vertiget man alfo von binnen, daz 


1. richteten R.a. 6. ‘und' fehlt R. Aa. 10. Das einfache wann’ (mannen, waune) für 
‘von warn’ auch im mho. Vgl. mho. Wb. III. 504. 12. belobten R. a. gewdten (rühm- 
ten) und lobten «. 14. fürtter mer ®.a. 18. belobten R.a. 19. füran mer a. fürter 
mer a?. ab. " 


den wünden zu beftellen’; R.-M. 3. rich Schlofier von Bern, blieb noch weiter 
a. T. im Solde Nürnbergs. Man kam gegen 

1. Vgl. oben S. 312, 20ff.; 315, Aff. Ende des Jahres 1450 mit ihm überein, 

2. Im Dienſte der Stadt blieben daß er während der nächſten 12 Jahre 
Reuß und Kaufungen, wie fle denn gleich gegen einen Sahresjold von 300 Gulden 
anfangs beide jeber auf 3 Jahre beftellt Landswährung mit 2 Knechten umd 3 
zaen, noch länger. Vgl. oben ©. 246, Pferden der Stadt dienen folle. Beftal- 


3 u. S. 247,2. 1. lungsbuch d. Loſungſtube Nr. 296 im 
3. Dem Buchenlande; ſ. Bd. Id. Mbg. A., Bl. 165. Rathsbuch Nr. 952, 
Nbg. Chr. ©. 58, A. 4. Bl. 2170 - 


4. Der Hauptmann der Schweizer, 5. al. oben ©. 217. 
der ſchon oben ©. 251, 25 erwähnte Hein- 6. Bol. oben ©. 251,6 ff.; 312,9. 2. 





Orbnungen 61. 62. 63. 


341 


man auch fchendt ven haubtleuten, darnach und fie fich gehalten hetten 


und willig geweſt waren, ꝛc. 


[Bi. 797] 61. Don proceffen hie-im krieg gefchehen. 


Item man macht fam alle freitag in dem Trieg proceifen, und bie 

5 priefter und ſchüler iver pfarr gingen in alle Tirchen berielben pfarr. 
und e8 was etwe lang auch ein großer fterb hie!. auch fang man alle 
tag meſs in beven pfarrkirchen, zu dem Newen fpital und in allen clöftern, 
von dem heiligen geift und ruft got an umb ein feligen frid und daz er 


abment feinen zoren ıc. ?. 


1 ° Item man bejtelt auch anverr frum leut,. wo man die weit, daz fie 


got anruften umb ein feligen frid ac. 


Item die frawen von Pilnreut waren auch den 'gantzen krieg hie in 


ber ſunderſichen haus ®, 


[81. 80°] 62. Don dem heiligtum. 


15 Item daz wirbig heiligtum warb im Trieg nicht geweiſt am Marckt 
nach alter gewonheit und altem herfomen*, und warb auch nit ven erbern 
leuten gemweift in dem gewelb; auch warb e8 geweift ven Sweißern, als fie 


am erften herfomen, in dem gewelb. 


fer. 121°] 63. [Don Dingen, die keinen Schaden genommen im Aricg.] 


20 Nota. es iſt zu wiſſen, als lang der krick wert zwiſchen herren [und] 
ſtetten ſo iſt bei 100 und 70 perſon hinnen in Newen ſpital geweſt. und 


3. von proceſſion R. a a. (fo auch unten.) 4. ſamt allea. im A. 8. ruff A. 


19. Nr. 63 


nur in A, und zwar von anderer Hand (ohne Ueberfchrift). 


I. Im Herbfte 1449, zu welcher Zeit 
wir darauf bezilglihe Anordnungen im 
R.⸗M. erwähnt finden. So heißt e8 am 
3. September: ‘Item die gruben uf den 
firoffen tief genug machen und allweg 
eins mit ertrich eins ſchuchß did bebeden: 
Schurſtab'; am 16. deſſ. Monats wurde 
‘von des yetzigen fterben wegen’ eine aus⸗ 
nahmsweiſe Verfügung in Bezug auf 
Teftirende erlaffen. 

2. Vgl. das R.-M. zum 4. Jänner 
1450: ‘Item fo unfer potihaft uf den ta 
(nach Heidelberg) reiten woirbet, tealic 
meſſe vom bailigen geift und ben patron 
zu fingen’. 


3. Man wies ihnen biefen Aufent- 
baltsort am 26. Mat 1449 an. Den 
Frauen von Engeltbal hatte man das 
Begehren, in die Stabt flüchten zu bür- 
fen, kurz vorher abgeichlagen. (R.-M. 
beim 24. u. 26. Mai d. gen. 3.) Klofter 
Pillenreut hatte der Rath zufolge eines 
Beihlufjes vom 31. Mai nad) Abzug ber 
Nonnen militäriich befegen laflen: nach 
jpätern Stellen des Manuals (zum 28. 
Juni u. 5. Juli) waren fünf gefellen’ 
in baffelbe gelegt worben. 

4. Bgl. oben ©. 45 u. 213, 9. 3. 





er 


312 


V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


fein auch alle felgeret und die reichen almujen! in vem krig und noch vem 


frig albeg außgericht worden. 


Auch iſt der ftat getraid noch pöben in ber rais nie feiner angegrif- 


fen worden?. 


y 


[Bi. 173°] 64. Anno Domini 1449 do herrn und flett mil einander hriegten, 
do flurben bie von den erbern, die hernach gefchriben ſten?. 


Bertholt Nüczel jenior (und) fein hausfraw; Eriftanin Imhof‘; 
5. Nr. 64 fehlt a. 6. fen’ fehlt A. A. R.a. 7. In A flieht gegenüber am Anfang der zwei⸗ 
ten Spalte "fein haußfraw', was folgerichtig auf ven am Ende der erſten Spalte genannten ' 
Heinez Geuder' (f. 3.4 auf ver folg. S.) bezogen werben müßte, aber gleichwohl eher hieher 
gehört. Die andern Handſchriften ziehen auch beide Worte zu Nützel, einige fegen *unt’ 


dazwifchen. Griften Imh. R. A u. 


1. Das „reiche Almofen” hieß vor- 
zugsweile eine Stiftung Burkhard Sai⸗ 
ler’8 (geft. 1390) ; vgl. Waldau, Berm. 
Beitr. IV, 162 u. 381 ff., Siebentees, 
Nachr. von Armenftift. in Nürnb. (Nbg. 
1792) ©. 42ff. 

2) Bgl. oben ©. 303; 301, 302, 307, 

9 


3. Es muß auffallen, im folgenden 
Berzeichniffe eine nicht unbedeutende Zahl 
von Handwerlern ienliper Art aufgeführt 
zu jehen. Für die Richtigkeit der fragli- 
hen Namen und Gewerbsbezeichnungen 
bürgen übrigens nod Die gleichzeitigen 
Meifteraufnahmsliften (Nr. 234 im Nbg. 
A.). Danach wäre der Stand der Ehrba- 
ren um dieſe Zeit gegen Die Handwerke 
noch nicht abgeichloffen geweien, was das 
zahlreiche VBorlommen ehrbarer und felbft 
altpatriciiher Gefchlechternamen in ben 
Meifterbüchern und ben den Aemterbü- 
bern Nr.in.2imNig. A. — aus der 
erften Hälfte des 15. 35.) zu jedem Jahre 
beigejchriebenen Verzeichniſſen ber beeibe- 
ten Handwerker zu betätigen jcheint, wenn 
man auf die ©leichheit der Namen irgend 
ein Gewicht legen darf. Nach unſerem 


Berzeichniffe müfjen namentlich Die Gold- 


ſchmiede eine bevorzugte Stellung einge- 
nommen baben, und dehnt dafjelbe ben 
Begriff ver Ebrbarleit auch auf einen 
großen Theil der ſtädtiſchen Diener aus, 
einzelne Gereifige nicht ausgeſchloſſen, bie 
zu den Ehrbaren auf dem Lande zählten. 
Bemerkung des Herausgebers: 
Der vorſtehenden Anſicht oder Vermu⸗ 
thung meines Mitarbeiters kann ich nicht 
beipflichten. Aus den Verzeichniſſen der 
Ehrbaren von Ulman Stromer, J. 1390, 
von Hans Haller, J. 1490, und Lazarus 


Holzſchuher, J. 1511 (vgl. Beil. IX zu 
Ulm. Stromer im 1. Bande der Nbg. 
Chron.), ergiebt fi, daß der Stand ber 
Ehrbaren, aus welchem das Batriciat ber- 
vorging, auf wenig über hundert ange- 
jebene Geichlechter und einzelne Perſonen 
abgeichlofien war, welche Zahl fich mit ber 
Zeit immter mehr verminderte. Schon zu 
Anfang des 16. Jahrh. waren Die ver- 
ſchiedenen Rangftufen innerhalb der Ari- 
ftofratie der Ehrbaren ganz genau abge- 
grenzt. Ausgeſchloſſen von ben Ehren- 
borzügen ber Ehrbaren waren bie, welche 
fih mit Kramhandel oder einem Handwerk 
befaßten, oder welche fih unter ihrem 
Stand verheiratheten. Denn den Stand 
der Ehrbaren beflimmte der Gegenfak zu 
den Handwerkern. Dielen Sat balte Kr 
auch gegenüber dem folgenden Berzeichui 
Nr. 64 aufrecht. Wiewohl Die Ueberficht 
nur von ‘Erbern’ rebet, bringt das Ver⸗ 
zeichnig durch einander alte patricifche 
Gejchlechter und Handwerker aller Art 
nebft deren Frauen und Töchtern: Golb- 
ſchmiede und Rothſchmiede, Bäder und 
Fleiſchhacker, Krämer und Büchfenmeifter, 
ja ſogar eimen Barbier und fläbtifche 
Diener in untergeorbnneten Aemtern. Da 
ift offenbar von dem Stande der Ehrbaren 
als jolchem nicht Die Rede. 

Daraus aber, daß in den Berzeidh- 
niffen der Handwerksmeiſter adelige und 
patriciiche Familiennamen vorlommen, 
folgt nicht, daß diefe Handwerker zu den 
Ehrbaren geht! wurben. Durch ben 
Handwerksbetrieb gaben fie den Standes⸗ 
vorzug auf, wenn anders aus der Gleich⸗ 
—* Fi — die er ber Ge⸗ 

echter geſchloſſen werden 

4. De Lefeart der R. a ift nach ber 











i 


Ordnungen 64. 343 


Hanns Sralant fenior!, fein hausfrawe; Mathes Ebner, fein hausfraw; 
Concz Gewder; Sebolt Geuder; Hanns Rümlin fenior?; Jobs Topler?; 
officialis von Bamberg; Hanns Ulrich; Peter Flechstorffer; Mathes 
Ammon; Heinez Geuderin; Heincz Geuder; Sigwein fenior; Falcznerin 


5 die alt; Ludwig Hallerin; Hein Rümlin fenior; Concz Baumgartnerin 


© 


fenior?; Pernolt von fant Kathrein‘; Steffan Grolentin; Steffan Gro- 
lant; Hanns Tetzel; Jobs Hawg; Sigmund Schnöd; Lorenz Pirckame⸗ 
rin; Leupolt Haller; Fricz Geier; Hanns Schürftab fenior”; Ulrich Hal- 
lerin; Marftallerin; (81. 170°] Jörg Tegel fenior; Bertholt Holtzſchuherd; 
Dit Melber; Burdart Löffelholezin; Iacob Schopperin; Hein Ketzman, 
fein hausfraw; Jörg Kolerin; Jorg Koler; Michel Ehenhaimer, fein 
hausfraw; Peter Zolner, fein hausfraw; Fricz Ulrich, Sebolt Pawm⸗ 
gartner; Fritz Schön; Hanns Tucher fenior?; Hanns Tucherin die jung; 
Koburger, bed, junior '%; Stubeneder; Perchtolt Haller; Iorg Hallerin 


1. fein hausfr. in A unterfirihen. Math. Erbne 42. 4°. 2. Rumelin 4°. Rumlin 4*. 
Johannes T. 40. 3. Fledftorffer A2. 43. Fleſchtorffer R. a. 4%. 4. Heincz Geuder' fehlt 
4°. 4°. In A nach Genver: "fein haußfrawe' (vgl. oben). Nach Geuderin folgt in 42. 42: 
‘Jörg Tegel’, da der Schreiber je eine Spalte von A durch alle Blätter fortlaufenn gelefen 


bat. 
nior’ fehlt R. a. 4°. 


Ar.a?. 
43, 


‘senior’ fehlt R. a. 


in Ms. Schwarz fol. 265, ©. 454 d. 
Nbg. Stotbibl. mitgetheilten Infchrift ber 
Todtentafel von Ehriftion Imhofs Frau 
(fie befand fich über dem unten ©. 345,4. 3 
erwähnten Bilde) in der Lorenzkirche vor- 
zuzieben. 

1. Er war wie Berthold Nützel und 
ber folgende Mathes Ebner Mitglieb des 
Raths und ftarb am 9. Juli 1449. 
Rathsliſt. am oben ©. 245, 9. 2 ang. 
Orte; die Infchrift feines Todtenſchilds 
in Cod. Will. 1353 der Nbg. Stdtbibl., 
Bl. 90. 

5 2. d. bh. Hans Rummel des Xelt. 
r 


au. 

3. Wie ans der Cod. Will. 1353, 
Bl. 87 erhaltenen Infehrift feines Tob- 
tenſchildes hervorgeht, iſt das Folgende 
nicht auf ihm zu beziehen. Vgl. Würfel, 
Nachr. II, 661. 

4. Margarete, die Witwe Herbegen 
Valzner's, mit welcher dieſes reiche &e- 
ſchlecht aus ter Geſchichte Nürnbergs 
verſchwindet. Vgl. Würfel, Nachr. I, 41 
u. 211, 212. (Daß das Jahr 1448 an 


©. Sigw. 42.4°. 5. Heing Rümlin R. a. 4°. 
Perolt A. a9. Bertolt a. A. 
Sigm. Son A?. Schenn Ad. Snod 4®. 
10. Loffelezin 4%. 48. 
14. Stübeneder 4°. Sterbeneder 4°. 


Gong Baumbgartner ad. 6. ſe⸗ 
©rolatin A. 7. Hanns $. a°. 
8. Pirckamer' alle außer A. 9. Ulr. Haller 
Kegm. und fein h.ad. 13. Schonn 


der erften der angeführten Stellen falfch 
ift, ergiebt fich aus dem Datum des Tefta- 
ments.) . 

5. Des ©. 5 dieſ. Bandes genannten 
Konrad Baumgartner zweite Frau, wie fich 
aus der. ebenda A. 1 angef. Aufzeichnung 
ergiebt. | 

6. Vgl. Würfel, Todtenfalend. d. 
Katharinenkloſt. in Nbg. ©. 38. 

7. Er gehörte zu den „Alten Genann- 
ten” des Raths (vgl. Bd. I, S. XX VI). 
Ang. NRatheliften, u. Rathsman. zum 
17. April. 

8. Er war Mitglied des Raths und 
zwar gleichfalls Alter Genannter, auch 
Spitalpfleger. Würfel, Nachr. I, 197; 
R.-M. v. 1449, 17. April u. 2. Sept. 

9. Alter Genannter des Raths und 
Bruder des Ehroniften Endres Tucher’s 
(dgl. ©. 5 dieſes Bandes), R.-M. zum 
17. April 1449. 

10. Reinhart Koburger’ wurde im 93. 
1443 unter bie Bäcermeifter aufgenom- 
men. Sandwerteraufnahmsliften im Nbg. 
A. Nr. 234, Bl. 59. 





or 


1 


=) 


1 


DI, 


20 


— 


344 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


zu der grün linten; Peter Helchner, 2 ſeiner töchter; Pfnurrin, golt⸗ 
ſmidin; Grindlach, goltſmid; Herman Hexheimerin; Ulrich Sterkin; Be- 
ter von Watz tochter; Swertzerin, kremerin; Fridmantzhofer; Pircke⸗ 
nawerin; Hanns Nörtweinin; Wilhalm Rümlin; Heincz Gwichtmacherin; 
Sebaſtian Volkmer; Hanns Kolers tochter; junckfraw Reinspergerin; 
püchſenmeiſters tochter des Walhen?; maiſter Jobs Tetzel; Hamer, rot⸗ 
ſmid; Heincz Pehemin; Singerin tochter, junckfraw; Mathes Landawer; 
Hanns Krefftin; Ott Lüſmer; Hanns Ulſtat; Wilhalem Hirßvogel; An⸗ 
thony Eſchenloer; Heincz Slüſſelfelderin; Mugenhofers tochter, junck⸗ 
fraw; Sebolt Hornungin; Hanns Kromerin; Heinrich Kreuczer?; Fiſcher, 
puchſenmeiſterin?; Criſtan Pfinczing; Concz Eſchenloerin; Spalter, an⸗ 
ſtecher; Criſtan Creuczer; [170°] Concz Imhoff; Hanns Pirckamer, ward 
geſchoſſen; Hanns Prunſterin; Nathelfferin; Hanns von der Maß; Se— 
bolt Kreuczer; Bauls Tucherin; Kolbin, Preglers tochter, Michel Grunt- 
herren tochter, Ulrich Stromers tochter; Jörg Vollmers tochter; Pock⸗ 
ſtorfferin; Kriftan Deichslers tochter; herr Hanns von der Wehen; 
Deocary Hirßvoglin; Ulrich, Leupolt Hallers fun; Endres Stromer, 
ward gefchoffen*; Concz Hallerin; Concz Haller; Michel Peheims toch- 
ter; Jorg Hallerin die lang; Gotlieb Volkmeirin; Concz Fügel, warb 
erflagen; Gabriel Grolant; Gabriel Tegel; Hanns Flaiſchman; Sebolt 
Lochner; Dtt Pawr; Hanns Amberger, goltfmiv?; Angnes, C. Paum⸗ 
gartners tochter, Sebolt Schopper fenior; Sebolt Tewflin; Pauls He 
telstörfer; Hans VBolfmeirs tochter; Peter Heniken fun; Schüffler, fpitel- 

1. Helchn. und zwo fein. a. Pfnürin 4°. 

fmiv A Hoheimmerin 4%. Sterden 4°. 

5. Boldmair R. a. Boldamer 4%. ad. 7. ratſmid A Hein Behaim R. a. "iundfram’ 

fehlt R.a. 8. Lußmer 42. 48. 9. Ant. Efchenver a. Efchenner a?.ad. Schlüffelvelder 

a. ad. 10. Komerin 4. A. R. a. Viſcher 44. Bifcherin a®d. 13. erfchoflen 42. 48, 

Nothelff. 44. a9. 15. Joͤrg — tochter’ fehlt A. 16. Deichlers A. Deichßles 42. 4°. 

18. Nach !gefchoffen’ in 42. A®: *waz burgermeifter”. 19. Volckamerin 42. 4°. A?. 20. A 

bat beidesmal Gabrieb'. 21. Amberg 4%, gotimid A. 22. Agnes Cuncz Paumgartnes 


rin R.a. Agnes Paumgartnerin 4%. 23, Boldamer 4%. ad. Hennicain a, Henican A*. 
a?. a?. 


2. gotfminin A Grundlach R.a. gol- 
4, Birdamerin a®. Portwein 42. 4°. 








1. Wohl des ‘Hanns Wider von Wär’, 
der fich jeit 1447 als Büchjenmeifter im 
Dienfte der Stadt befand. Beftallungsb. 
d. Loſungſt., Bl. 139. 
2. Er befand fi) unter den Hand⸗ 
werfern des Raths. Angef. Rathsliften. 
‚3. Hans Bilcher felbit ftarb während 
bes Krieges. Vgl. oben ©. 289, A. 4. 
4. Vgl. oben ©. 169. Sein (in ber 
Spitaltiche befindlicher wohl ohne Zweifel 
gleichzeitiger Todtenſchild in Bronze trägt 


die Umſchrift: Anno dom. 1449 jar am 
mitwochen nach fancte Dioniſy (15. Octo⸗ 
ber) ſtarb der erber man Endres Stromer 
u elter, dem got gnade'. (Ein fpäterer, 
indeß ebenfall® noch dem 15. Ih. ange- 
böriger Todtenſchild in ber Rorenzlicche 
nennt den Mittwoch vor Dionifius als 
Todestag.) 

5. In der Meifteraufnahmstifte (Nbg. 
A. Nr. 234, BI. 64) ‘Hanns Abenberger’. 





Ordnungen 64. 345 


maifter' ; Singerin tochter; Gartner tochter; Frig Ortel; Fritz Kreßin, 
ir fun; bie alt Singerin; Ott Melbers tochter; Lichteneder, Jobs Kap- 
pfer?; Eberhart Zolners tochter; Nechenbergers fun; Hanns Menblin; 
Hanns Menvel; Sigmund Sweifer; Jacob Prünfterin; Iorg Kopf; 

s Kriſtan Kolerin tochter; Steffan Kamermeifterin; Merten Heydnin; 
Michel Pechlinger; herr Burdart, ein priefter; Römel, flaifchaderin, ir 
tochter, Wilhalem Rümlin tochter; Michel Peheim; Michel Pehemin; 
[g1. 180°] Vogelſteins tochter; Hans Pirdamers tochter, Francz Ebner; 
Sebolt Elwanger; Wilhalm Rumlin; Anthony Imhoff?; Deugenhoferin; 

10 Wilhalem Schoppers tochter; Jörg Gronetel; Hanns Wagnerin; Hanne 
Singer ver jung; Gabriel Füterin; Wilhalem Haller*; Lawbingers toch- 
ter; Eberhart Zolner der jung; Heincz Neff; Sebolt Püchler; Mardart 
Mendlin; Peter Pfingings tochter; Radneckers tochter; Heincz Pfeiffer; 
junckfraw Kreßin; Widmanin; Steffan Grolant; Hanns Spornlin, 
15 Klar ir tochter, Hanns Pirckmers tochter; Sterneder, Hanns Lawberin; 
Bauls Gruntherin; Gabriel üſmer; Rudolf in der wag; Iacob Hallers 
fun; Erkebrecht Kolerin; Hanns Frivreder; maifter Niclas, parbirer; 
Fricz Hebelstorffer; Hanns Pogner”; Peter Gruntherin, Hans Mairin; 
Auracherin, goltſmidin; Endres Hallerin; Förfter der jung; Igeltalerin; 
20 Barthelmes Neithart®; Albrecht Ebner; Michel Gruntherr”, fein haus- 
fraw; Sebolt Imhoff; Schnikerin, goltſmidin; der Lang Niclaß; bie 
1. ®ratnerd 42. 4, Schweiffer a?. 

tochter’ fehlt A. 6. Pochlinger a. Romel 42. Rumel A. RumlinR.a. 7. Pehei⸗ 

myn feyn wirtin 42. 4°. 8. Pirdmers 42. 4. 9. W. Rumel 4. 10. Grantel a. 
Grannetel a?. ad. 11. Fütererin a2. ad. W. Haller warn erfchoßen an fant Kathrin 

abent 42.43. 13. Menvelein 43. Menplein a. Radeckers A2.4°. 14. St. Brolant’ in A 
unterftrichen, fcheint wieberholt; vgl. oben S.343, 6,7. Spornlein 43. Sporleina. Sporlin 

a?.a®. 15. Clar' fehlt ad. Pirdenauers a. Pirckamers 4%. a?. ad — wahrfcheinlich wieder⸗ 

Holt; vgl. oben 3.8. Nach Lawberin' in a?. a?: "Hanns Schwenter’. 16, Ußmer 42.49. a?. 


a?. Uffmer a. 17. Erdenpreht R. a. Brivereder 4°. 4°. 18. Hanns Mair 4%. H. Mayr 
a’. 19. Aurachin ®. Au. 4%. 21. M. Grunthern hauffram ad. nykerin 4°. 


Kepff A. 42. 5. Rechenbergers fun — Kolerin 


1. Vgl. Würfel, Nachr. I, 217. 

2. Er war Stabtfchreiber. Beftal- 
lungsb. Bl. 43. 

3. Vgl. oben ©. 181, Bar. 20. In 
ber Lorenzkirche befand fich früher unter 
dem zu feinem und feiner Mutter (ogl. oben 
©. 342,9. 4) Gedächtniß geitifteten, in der 
Kunſtgeſchichte bekannten Mabonnabild 
(vgl. Rettberg, Nürnbergs Kunſtleben ©. 
49 u. 50) eine jetzt im german. Muſeum 
aufbewahrte kleine Tafel mit dem Bilde 
und Wappen des BVerftorbenen (erfteres 
in voller Rüſtung) und mit folgender In- 
ſchrift: Anno Dom. mcccexLvım? iar do 


bern und ftet mitenander krigten nam An⸗ 
toni Eriftan Im Hoff fun ſchaden bey Fürt 
am neften mitwoch noch Martini (12. No⸗ 
vemb.) der hy begraben leit'. 

4. Bgl. zur Variante von A’ u. A® 
oben ©. 184, 22. 

5. Er war im Kriegsfold der Stabt 
und erft am 25. Jänner 1450 neu be- 
ftellt worden. Beftall. 2c. BI. 91. 

6. Ohne Zweifel ber oft vorkommende 
langjährige Rathsſchreiber. 

1. Er hatte als Alter Genannter im 
Rathe gefefien; oben ang. Rathelift., ur. 

. 3. 17. April. 


r3 
PR 


346 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Lang Madelen, kremerin; Sigmund Yürer; des Grunthern Jun; Heine; 
Imhoff; Heinz Plandenfteiner; Kaspar Lawberin; Strofferin; Bern- 
hartin, rotſmidin; Grolantin die alt, Hanns Schürftabin; Tıso’) Jorg 
Tetzlin; Peter Helchnerin; Hanns Sigweinin; Hanns von Ploben. 


5 [Bi. 1820] 65. Verkündung der richtigung. 


Lieben frünvde! wann unfer herren die fürften mit unfern berren 
vom rate auch anderen fteten auf rechtlichen austrag für unfern gnebigi- 
ften herren ven römiſchen küng gütlich gericht und gefönet fein, und auch 
berfelben richtung genczlich vermeinen nachzugeen: dorumb fo verkünden 

10 euch ſollichs dieſelben unfer herren vom rate ernftlich gepietende, daz ir 
follich richtung auch wiſſet zu halten und euch auch fuft mit worten und 
mit werlen beſcheidenlich und züchtiglich haltet. daz iſt eins rag ernftliche 
meinung. " 

Actum feria ſecunda poft Udalrici anno 50. 


15 [Bi. 183") 66. Don beheitnüffe der panier. 


Zu wiljen, als der ftreit bei den iveiern ergieng und bie von Nu- 
remberg dreu panier eroberten, mit namen hertzog Dtten von Beyern pa- 
nier, Pfalcz und Beyerlant voran vermolet, und ein groß burgrefifch 

ſtreitpanier, ſwartz und weiß quartirt, und ein cleiner burgreftich panier, 
20 auch ſwartz und weiß, als da vorn folio 152 gefchriben ſtet!; des andern 
tags nach dem ftreit wurden die obgemelten dreu panier durch ven rate 
mitfampt iren edeln und erbern dienern von dem rathaus erfamlich ge- 
tragen in unfer lieben frawen cappel, hie am plat gelegen, do alsdann 
ein loblich meſſe gefungen, und die panier unter der meſs dem almechtigen 
25 got zu lob, auß des güte aller fige entipringt und fleuft, feiner Tieben 
muter Marien und allen heiligen zu eren mit groſſer follempnitet, inni- 
ger und andehtiger danckberkeit geopfert, darnach mitten in verjelben kir⸗ 
chen an bie mitteln Fetten gefmitt und aufgeftect wurben, mit namen zu 


3. ratſmidin A. Grolatin A. vie alt’ fehlt 42. 42. 4A. Gelgnerina. Sygwein 4°. 
5. Verf. des frids A. Verkündung der gemain «. Die Ueberfchrift fehlt R. A. 6. freind 
4%, Die übrigen außer A freund'. 8. feint A®. 14. “fecunda’ fehlt a. 15. Bon ben pa⸗ 
nern R. a. Wa die panir bin kumen a. Nr. 66 in A von ver gleichen Hand wie Nr. 63. 
16. dem meter’ alle außer Aa. 20. “folio 152’ nur in A. AY. 22. !erbern’ fehlt a?. a?. 
erfamtlich A.u. 29. murb A. 


1. Den Schlachtbericht von A, wor- nad welchem ber betreffende Abſchnitt 
auf diefe Verweiſung gebt, findet man in unſeres Tertes gegeben ift, der Eroberung 
Beilage IH. Uebrigens erwähnt au B, der Baniere. Vgl. oben S. 204. 


6. Zul, 


I 


Orbnnungen 66. 347 


ob erſt herkog Dtten panier, darnach das gröffer und zu underſt das clei- 
ner burgrefifch panier, die auch alsdann etliche jare offenlich und vor me- 
nig lich ſteckoten und erjchinen. und wann nu gar vil merdlicher und 
treffenlider bete von durchleuchtigen und bochgepornen fürften an ven 
state langoten, folche panier ab zu tun 2c. mit namen von herren Ludwi⸗ 
gerz, pfalkgraven bei Nein und hertog in nidern und obern Beyern, 
her rn Albrechten, erthertog zu Ofterreich, von herrn Fridrichen, marg- 
graven zu BÖrandemburg, und andern, das in aber durch den rate alczit 
mit erjamen, gepürlichen worten geleint, abgeflagen und verfagt warb': 
1 beat doch ver rate zu finne genomen und weislich bevaht, nachdem bie ftat 
Nüã remberg vil jare von vil merdlichen geiftlichen und werltlichen fürften 
beTuxcht worden ift und in künftig zeite gefchehen"mag, mochte villeicht folch 
bete von der panier wegen an den rate fomen fein, bie nicht zu verachten 
no ch zu verjagen wern, borauß dann von ven vorgemelten fürften, der 
s bette man verflagen hat, ungnab und unwille erfprieffen möhte, und hat 
der rate gefchaft, folche pamier ab zu nemen und den oberften hauptleuten 
diſer ftat zu antivorten, die zu bewaren, bie auch folche panier in der ob- 
gerrzelten unfer frawen cappel an ein ficher gewarfame behalten haben, 
do ſie dann dem rate [iss] gewarten in kunftig zeite, die wider uff zu 
2 ſtecken over das zu vermeiden, nach des rats gutbebunden und wolgefallen. 
Actum umb omnium janctorum anno ıc. 53. 1. Nov. 
3. ſteckten 42. 4°, ſtedeten R.a co. 7. herr Albrecht R. A. und herrn A.R.ac. 8, al⸗ 
czeit' alle außer A. 11. werntlichen A?. 43. a?.a®. weltlihen a. 13. gebette AP. 15. ent- 
fpreiffen 42. 42. entſprieſſen R. au. 21. Mit viefem Abſatze fchließen vie Codd. der Reihe 
au. A*, in welchen, fowie in R. A (in A? nach 'verkündung ver richtigung’) noch folgende 
Zeilen ſtehn: Wer fich in Erig geben wolt, dem wer not, das er vor mol gefchict werd mit 
frei und zeug und leuten und Funtfchaft und mit vil parm gelt’. "(Raus deo R.a, in a bie 


Jahrzahl 1453; in a? 1529 purchftrichen; in A*: *finitum kalend. marcij anno ıc. 93 manu 
Nicolaf Fleiſchman'.) . 


1. Bgl. hiezu bie Unterredung Markgraf Albrecht's mit Jobſt Tetzel, welche in 
Beilage V mitgeteilt wird. s i ꝙ ſ Teb 9 


— 


En 


Die Ariegsanftalten nad) Reihe B. 


Der folgenve Bericht ver Hanpfchriftenreihe B, nur in wenigen Punk 
ten ausführlicher al8 die „Ordnungen“ ver Reihe A, faßt im Ganzen dad 
Wichtigfte kurz zuſammen, was jene enthalten. In der Form wefentlih von 

ı ihnen verſchieden behauptet er eine, der eigenthümlichen Stellung jener 
Handfchriftenreihe entfprechenvde felbftändige Geltung. Wir dürfen annch> 
men, er habe urfprünglich, dem Kriegsbericht zur Seite ſtehend, die Stelle 
der „Ordnungen“ vertreten. 


[&. 273] Item do fich der Frieg alfo ie machen wolt und die von Nurem⸗ 

10 berg der marggraff pei feinen rechten pleiben wolt loſſen und ie gemalt 
mit in treiben wolt, do jagzten bie von Nurenberg den burgern inder 
ftat pferd und knecht zu halten: etlichem burger zwei pferd und zwest 
fnecht, etlichem ein pferd und ein Tnecht, etlichen burgern ir zweien eigt 
pferd und ein Tnecht, aljo daz man pei ven burgern het pei 600 gereiſige 11 
15 pferden!. fo het man beftelt ven Reuſſen von Plawen von Grecz zu 
einem haubtman mit etwe vil [274] pferven und Conrat von Kauffunges* 
auch mit etwe vil pferben und fuft ander ebelleut und ſoldner, als bet 
200 gereifigen pferven?. fo het man in ber ftat ein groß merdlich for 
und ander trabanten, bie man bejtelt het umb folt, mit puchjen und arıı= 












9. Diefes Stüd bildet ven Schluß ver Good. B. 32. Den Anfang bis "und auch wagenleut 
mit iren wagen’ (349, 1) haben auch Die Codd. verR. A und a, und zwar nach ver „Richtigung“ - 
11. ‘ven burgern’ fehlt B2. irm burgern pfert R. Aa. 12. etlichen burgern R. A @- 
13. etlihen R. Aa. 15. ‘von Grecz' fehlt R. Aa. 17. ‘und Conrat — pferven’ jehlt 
R. B. 19. die man beſetz het Ad. “und' fehlt R. 2. 


1. Vgl. oben die Ordnung Nr. 5. Dinge aus, welcher vor bem, ben bie 
Der vorliegende Bericht ift in einigen angef. Ordnung ins Auge faßt, die Prir 
Einzelheiten deutlicher und ausführliher, rität behauptet. 
und geht, wie aus dem Solgenben fich 2. Bol. oben Nr. 3 und ©. 3% | 
beftimmter ergiebt, von einem Stande der U. 2. 


10 


treffenlichen 
Grfb. Nr. 


Die Kriegsanftalten nah R. B. 





349 


pruften, die der flat wartent waren, und auch wagenleut mit iren wagen 
und pferden!. aljo wenn man einen grofjen zug auzzihen wolt, jo pot 
man ben purgern in ber ftat auch auf in iczlicher haubtmanſchaft ein 
anzall?; fo het man der Sweiczer beftelt pei 800 mannen?, ven man 
s auch iren ſolt gab, daz man ein groß volf zu weg procht, wenn man mit 
macht auzziben wolt, und in welches furften lant man zoh, daz man al- 
wegen unbejtriten ber wider heim zoh. und unfer feint bie heiten oft 
groß folf im feld von gereifigem zeug und fusfoll, vil mer dann bie von 
Nuremberg; fie torften aber die von Nuremberg nie angreiffen. 

Item die weil ver krieg alfo wert, do heiten wir bie zu Nuremberg 
nit vil Hilf gehabt von allen unfern puntgenoffen; vie jwebilchen ftet To- 


men ber zu ſant Lorenczen tag 1449 mit 400 pferden und pliben hie pei 10. Aug. 


zwenczig tagen und zugen wiber heim und ſchickten uns dornoch den ˖gan⸗ 
zen krieg nie fein Hilf, weber clain noch groß*;.dann alles, daz wir ton 
15 haben in [275] diſem frieg und wie wir uns unfer feint aufgehalten haben, 
baz hab wir als durch die ton, die die ftat bie verfolt hot und durch unjer 
mitburger. auch hab wir nie fein hilf gehabt von dem pifchoff von Wirg- 
purg, der auch pei uns im punt was und uns groß hilf verheiſſen bet, 
dann er ſchickt uns ein fart pei 80 gereifigen pferden her, bie warn ein 
2» Fleine zeit hie und ritten wiver heim, und bornoch tet er uns fein bilf 

mer”, und waren von allen den verloflen, die ung von eids und puntnus 


2. mit iren wagen, al& dann daz buch clerlich da vorn an feiner flat innen belt R.A. — cler⸗ 
lich außweift an einem andern ent, nemlich R. a. (Hiemit fehließt der Abſatz in R. Aa.) 


3. auch ug R. B.  itlicher 22. 


5. prochten ZB. 6. mit mach 2. 


T. feint die hern 2. 


8. nach feld' noch einmal ‘hetten’ R. 3. 9. nyhe B. 11. undern R.B. 14. nyhe kein 2. 


ney fein 32. 19. ſchickt ung eins pei 22. 


1. In Reihe Aa, die bis hieher den 
Bericht ebenfalls mittheilt (vgl. oben Bar. 
zu 348, 9), ift am biefer Stelle auf die 
Ordnungen Nr. 6 u. 9 verwiefen. 

2. Vgl. oben ©. 257. 

3. Es waren 1000 Dann Schweizer, 
welche die Stadt in ihre Dienfte nahm. 
Doch hatte man anfänglich nur eine ge- 
ringere Zahl anwerben wollen. Vgl. oben 
©. 217 und die unten folgende Beilage I. 

4. Bgl. oben ©. 133, 157 u. 158, 
und 330, 17 ff. 

5. Vgl. oben ©. 126, 30f. Schon 
am 1. und mwieber am 2. Juli 1449, na 
Eintreffen der Feindsbriefe, hatte der Rat 
den Bilchof gebeten, ihm unverzüglich “ein 
raifigen zewg’ zu jenen 

Nr. 20.31.78 u. 83). Die Mab- 
nungen, er möge feinem Bünbniß und 


feinen Zuſagen ‘mit volbrengung ber 
werke Trafte geben’ (wie es in einem 
Schreiben vom 26. Juli im a. Brfb. DI. 
113 beißt), werben jeitdem immer dring- 
licher. Am 18. September, als das in- 
zwiſchen eingetroffene wirzburgiiche Rei- 
tervolk bereit8 wieder “aynczingen’ abzıt- 
pieben begann, bat man ihn, Diefe Truppen 

er Stabt wieder zuzufenden. (a. Brfb. 
Bl. 165.) Um die Mitte October war 
noch ein Theil jenes Kriegswolles dba, 
dem man nicht urlab8 geben’ wollte, den 
man aber gleichwohl nicht länger zu hal- 
ten vermochte. Die neue Bitte um Hilfe- 
leiſtung, welche ver Rath am 16. Octob. 
an Biichof Gottfried richtete, begann mit 
der Klage, daß von jeinen Reitern ‘ber 
mererteyl all8 einzelig abgeritten ift, und 
nu die ubrigen doch on unjern willen 


350 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


wegen geholfen folten haben, und beten auch Fein Hilf fuft von niemant 
weber von bern noch andern fleten, ber uns mit treiven meint. umb 
marggraf Albrecht het uns fo groß beclagt gen allermeniclich mit unwar⸗ 
heit, daz fich erfand, daz er uns ungutlich tet, und unfere bern vom rate 
5 beten nit getraut, daz er uns alfo wider got und recht gekrigt ſolt haben. 
und unfer bern vom rate beten ſich auf den krig nit verjorgt mit fpeis 
und mit drand, als not was zu folcher groffer menig folks als in ber 
jtat was. und alfo bet fich marggraff Albrecht mit ven bern, bie im hul⸗ 
fen, vereint, daz fie der ftat Nuremberg nich zugen wolten loffen, weder 
10 clein noch groß, und meinten bie ftat Nuremberg auz zu Hungern und 
verputen baz in allen iren landen; und ivaz man [276] der ftat Nurem- 
berg zufuret ober trug, baz namen unfer feint, wo ſie daz ankomen. alfo 
het man in der fiat zu Nuremberg korn ein grofie genung; da ſeczten 
unfer bern vom rote, daz man daz korn nit hoher geben dorft dann ein 
15 fümer umb 10 &.; daz muften vie burger noch anzal verfauffen ben 
peden und wer fein borft*, alfo daz unfer hern nom rot ber ftat forn auf 
ver ftat poden in dem krieg nit borften verlauffen. fo bet man auch weicz 
ein beſcheidenheit bie, ven Lieffen unfer hern bebalten, vaz man melb dar⸗ 
auz machen folt ben pfragnern, des bet man ven krieg auch ein notburft 
20 zu melb; aber Fein weiczen prot liß man nit pachen?. auch bet man ha⸗ 
bern den krieg auch ein notburft, den feczten unjer bern, daz man ben 
babern auch nit hoher vorft geben dann ein fümer umb 10 &L.°. fuft 
was allerlei kuchenſpeis und vorauz hirß ein gute notdurft bie, da dann 
ben krieg daz die pauren herein procht heten*. dann bie reichen leut beten 
25 fich verforgt mit allerlei jo fie peft mochten, dann daz arm volf het an 
mangerlei mangel und bejunber an puttern. auch het man nit vil weins 
hie in ber ftat, ber het pald ein ent mit [277] weinjchenden, dann ber wein 
het, ver bebilt im fein teil zu trinden®. dornach trug man teglich gar vil 
weing herein in bie ftat im feßlein. und in frügen und verkauft in bie pei 
30 dem fchön prunnen iederman, jo ex hochſt mocht, ein moß umb 26 und 


3. Alwerch 32. 5. kriegen folt haben 3%. 6. ‘bern’ fehlt B. 12. under feint R. B (und 
fo gemöhnlich *unver’ ftatt 'unfer’). 13. daz ſeczten R. B. 18. beichenhayt 32. 19. "machen 
aus machten’ corrig. B. pfragnerin B. pfragner B2. 23. firchenfpenfi 3. 29. feslin 2. 


auch abfeheiden’. (R.-M. v. 1449, 16, 3. gl. oben ©. 302, 303. 
Octob. und a. Bir. 81. 189.) Sein Ar 4. Bol. oben ©. 303, A. 3. 
juchen wiederholte dann der Rath noch 5. Schon am 3. November 1449 ſah 
öfter; vgl. oben S. 218, 4. 2. man fich genöthigt darob au jein: welli edle 
1. Bgl. oben Orbn. Nr. 28 u. 29. wein haben, das die fchennten’; 
2. Bgl. oben ©. 304. 3. a. T., gl. 9. Novemb. 





1 


1 


a 


© 


or 


Die Kriegsonftalten nah R. B. 351 


umb 24 und 22 piß in 16 pn. '. venfelben wein kauften dann vie ſichen 
und wunt leut, auch geſunt leut, bie in mit abprechen wolten und bie ber 
ful gewont beten. auch preut man gar vil piers hie, daz man pier& ge⸗ 
nund fant piß auf pfingften 1450, gemein pier ein moß umb 2 dn., daz 
peft pier zu 3 und zu 4 oder 5 on. ?. do die zeit verging bo muft ieber- 
man brinden waz er het, waljer was daz peſt brand. auch trug man ber 
ftat teglich zu keſs, ſmalcz und allerlei, daz iederman wol zu fauffen fant 
allerlei; aber man muft ez tewr Fauffen: ſmalcz fant man genund ein Z 
umb 14 dn. und besgleichen ander ding, und 3 eir umb 2 pn. jo procht 
man teglich groß reub herein als vor gefchriben ftet?, daz man fleifch ge- 
nund bet. fo richten unfer hern vom rate ein kuchen auf auf der Schutt 
pei dem Wilpad* und lieffen dorinn [278] kochen hirß, geſmalczen und ge- 
falgen, und gaben deſſelben Tochten hirß ein ſeidel umb ein haller; daz 
fauften dann arınb leut, dorvon gejchah der gemein gar gutlich und ar- 
men leuten, und wer efjen wolt, der faß niver pei der kuchen, dem richt 
man als vil er wolt, ein jeivel umb ein haller. auch heten unjer bern 
prot loſſen pachen, hallerwerd roden prot”, daz fant man auch pei ber 


2. Das zweite und’ fehlt 2. 


13. umb ein pn. R. 2, in B 'on.’ durchſtrichen und von 


fpäterer Sand *haller’ an ven Rand gefchrieben; fo auch an ven zwei folgenven Stellen. 


Val. Nr. 33, ©. 313, 23. 


1. Am 20. November erlaubte man 
‘die wein, die man bin für berbring, zu 
fchenden wie man wi’. Im Mebrigen 
hatte der Rath den Weinverfauf Teines- 
wegs freigegeben: am 23. April 1449 
wird Franfenwein die Maß um 5 br. 
u geben geftattet, ein Anjat, der am 27. 
—* oh ietgel alten erſcheint, während 
am 25. October, al® der neue Wein zu 
haben und auf höchſtens 4 du. im Preije 
angejetst war, ‘der virn wein’ um 6 bn. 
verkauft werben durfte. R.-M. zu den 
angef. Tagen; vgl. 29. Octob. u. 3. No⸗ 
vember, nach welch letzterer Stelle der 
Weinjat auch von den Bewohnern Wöhrds 
eingehalten werben mußte. — Die Aus- 
führung aller biefer Gebote wurde, nad) 
mehreren Stellen des angef. Manuals zu 
Ichließen, ftcenge überwacht. — Vgl. oben 
Nr. 36 und ©. 328, 21 ff. 

2. Der Rath hatte am 7. Mai 1449 
das Bier um 3 Haller zu geben erlaubt 
und verbot noch am 8. u. 29. October 
e8 höher zu verlaufen. Doch beburfte es 
um die letztere Zeit einer einbringlichen 
Aufforderung an die Bräuer, Bier (in 


17. ruden prot B?. 


genügender Maſſe) zu bereiten. Es heißt 
im R.-M. beim 28. October: “Item 
mit den bierfchennfen ernftlich reben zu 
bremen und fie beiennden’; beim 29. 
October: ‘Item mit ben Pyerprewen 
ernftlich reden zu preiden furberlich, und 
niht höher denn umb 3 haller zu geben’. ' 

3. Hier ift ohne Zweifel auf ben 
Kriegsbericht Bezug genommen. 

4. In ber erften Zeit des Krieges 
(Juni u. Juli 1449) hatte man noch zwei 
andere Küchen errichtet: eine bei der Wei- 
denmühle (vgl. oben ©. 314, A. 3) und 
eine zu Wöhrd (letztere, an verſchiedenen 
Stellen des R.-M. erwähnt, wurbe am 
29. Juli ebenfalls wieder abgeſchafft): 
“tem die kuchen zu Werd abgeen laßen’ ; 
vgl. auch ſchon 18. Juli: “Item die cöft 
zu Werbe abftellen und außrichten’). 

5. Bal. oben ©. 305. Auch zur ver⸗ 
ſchiebenen höheren Preifen ließ der Rath 
Brod bereiten, wie 3. B. folgende beim 
26. Juli eingetragene Stelle bes R.⸗M. 
darthut: ‘Item laſſen paden von ruden 
prot 1, 2, 3, A dn., und daß beftellen: 
Ebner; Ortiolf) Stromer; Koler’. 


352 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


kuchen; und wer fein efjen heim wolt tragen von ber Fuchen, dem a ap 
man auch wie vil er wolt, ein jeivel umb ein haller und ein prot umb we;,, 
haller!. 

3. In B? noch Folgendes: Item nicht land noch dem kryg do kom ein große güß und FU offe t 


bie pruden alle wel und ging uncz herauf zu dem ſchun prunnen, und geſchach vor ya. es 
im virczehenhundert und in dem ein und funfczigftem jar'. 


1. Bgl. oben S. 313, 19 ff. 


Detlagen 


zu Rürnbergs Krieg gegen Markgraf Albrecht. 


23 








Hiſtoriſche Darſtellung der Verhandlungen zwiſchen Marhgraf 


Albrecht und Nürnberg. 


. Die Fürſtenpartei im Städtekrieg. 

. Die Berichte über die Schlacht bei Pillenveut (11. März 1450). 
. Nürnberg's Einwohnerzahl. 

. Urkundliche Beilagen. 











I. 


Hiftoriiche Darſtellung der zwiſchen Markgraf Albrecht von 
Brandenburg und Heided — Nürnberg geführten Kriegs - 
und Friedensverhandlungen.- 
5 (Bon Dr. Friederich von Weech.) 


Es war ein gewaltiger Kampf, als in der Mitte des fünfzehnten Jahr⸗ 
hunderts Fürſten und Adel auf der einen, das mächtig emporgemachfene 
Bürgertum ver Städte auf der andern Seite in einem furdhtbaren, weite 
Lande erſchütternden Anprall auf einander ftießen. 

10 Bon den Schweizer Alpen bis zur Nordjee, vom Rheinſtrom bis über 
den Böhmerwald mußte jede Provinz die Schreden blutiger Bruderfriege, 
die Berheerungen roher Fehden erleben. Ein bitterer, durch alle Lebensver— 
hältnifie gehenver Haf trennte Adel und Bürger: “Der adel' — fagt damals 
ein bürgerlicher Dichter! — iſt ein feharphe gert, der uns umb unßer ubel 

15 ftrafft, ir herez hat eins dyamanten hertt’, und ein adelicher Sänger hebt an?: 
den ftetten hat er (ver Böfe) hochvart geben, wie fi dem adel wiverftreben, 
und ben genzlich vertreiben, wider got, on alles recht, auch damit gaiſtlichs 
geichlecht, fi ließens wol beleiben’. 

In ven Jahren 1449 und 1450 find hauptfächlich Franken und 

20 Schwaben die Schanpläge heißer Kämpfe gewejen. In feft gefchloffenen 
Bereinigungen traten ſich hier die Teinde gegenüber. Einunddreißig Städte 
hatten am 22. März 1446 ein enges Bündniß gefchloffen, dem bald fogar 
einige Fürſten beitraten: Pfalzgraf Ludwig, Graf Ludwig von Wirtemberg, 
Herzog Albrecht von Bayern, die Bifchöfe von Augsburg und Würzburg; 

25 der letztere, während er noch als Pfleger das Bisthum verwaltete, mit Mark— 


I. Hans Rofenplüt, ‘Bon Rürmber- 2. Uhland’s Volkslieder. Bd. I, ©. ' 
ger ray’, herausgeg. v. Lochner. Nürn⸗ 427. 
berg 1849. ©. 3, V. 21 -23. 


23* 


356 V. Nürnberg’ Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


graf Albrecht und dem Erzbifchof von Mainz verbunden, jetzt, aus Furcht 
vor Albrecht's Bergrößerungsgelüften, ven Städten zugewendet!. 
Diefer Bereinigung ftanden enge Bündniſſe der Fürften und des Adels 
entgegen. In Schwaben war Graf Ulrih von Wirtemberg, in Franken 
5 Markgraf Albrecht von Branvdenburg-Andbach der Mittelpunkt, um welchen 
fih die in ihren höchſten Intereſſen bedrohten Standesgenoſſen ſchaarten. 
Am heftigſten war der Kampf natürlich da, wo die bedeutendſten Gegner auf 
einander trafen, in Franken. Markgraf Albrecht, von ſeinen Zeitgenoſſen 
Achilles genannt, der hervorragendſte Feldherr, Staatsmann und Redner 
10 ſeiner Zeit, ſah das üppige Aufblühen der Macht Nürnberg's nur mit dem 
lebhafteſten Unwillen. Der engere Wirkungskreis, den ſeine Geburt ihm 
angewieſen, konnte der feurigen, herrſchſüchtigen, groß angelegten Natur nicht 
genügen. Er ſtrebte nach Erweiterung ſeines Gebietes, nach Vergrößerung 
ſeiner Mittel. In der Mark Brandenburg hatte Markgraf Friedrich eben 
15 erſt (1448) mit glücklichen Waffen vie Macht der Stadt Berlin zu Boden 
geworfen, ihr „Batriciat für immer gebrochen"? ; follte e8 einem Markgrafen 
Albrecht nicht möglich erfchienen fein, m Nikrnberg zu wieberhofen, was fein 
Druder in Berlin vollbracht? Freilich erfrente ſich Nürnberg höherer Blüthe, 
größerer Macht, ausgebreiteterer Verbindungen als Berlin- Köln; aber 
20 Markgraf Albrecht mochte fich fühlen als ver ſtärkſte, Friegstüchtigfte Fürft 
des Neiches, und bald konnte ex fih rühmen, daß Fürſten und Adel von 
nah und fern in engfter Berbindung mit ihm den Städten entgegentreten 
würben. . 
Es wurde dem Markgrafen nicht ſchwer, eine Beranlafiung zu finden, 
25 die feinem Angriffe auf Nürnberg wenigftens ven Schein eines rechtlichen 
Verfahrens lieh. Bor furzer Zeit hatte ver Rath ven Herm Konrad vom 
Heide zum Diener angenomuen. Diefer hatte auf eigenem, ringsum von 
markgräflichem Gebiete umgebenen Boden, in Laibſtadt üblich von Heiden‘), 
ein Bergwerk angelegt und eine Anzahl von Nürpbergern war in feinen 
30 Gruben thätig. Davon nahm der Markgraf Anlaß, ſich bei verſchiedenen 
Fürften über ven Herrn von Heideck und die Nürnberger zu befehweren und 
deren Intervention zu erbitten, die denn auch von mehreren Seiten erfolgte. 
Der Rath von Nürnberg beſchränkte ſich vorerft darauf, dem Herrn von 


m" Stälin, Wirtemberg. Geſchichte Gulden erhalten. Eod. 296 des Nbg. A., 
©. 464 ff. Biſchof Gotfried von BI. 135. 

iknbuig, ein Scent von Limpurg, 2: Der „Berliner Unwillen“, Droy- 

hatte fich fchon am 10. Auguft 1445 der ſen's Geſchichte der breußiicen "Bolitit, 

“ Stadt Nürnberg mit 100 Berionen ohne D,1, ©. 117—119; 113— 130 ift 

Pierde und Harniſch auf 2 Jahre ver- überhaupt für bie Geidigte bes Städte 

ſchrieben. Dafür jollte er jedes Sahr 2000 krieges zu vergleichen. 











Beilage I. 357 


Heide die eingelaufenen Schreiben mitzutheilen und beflen Bereitwilligkeit, 
den Rechtsweg einzufchlagen, zu bezeugen‘. 
Indeß fchidte ver Markgraf den Ansbacher Chorherrn Johannes Med⸗ 
linger nach Nürnberg, um fich Darüber zu beichweren, daß Nürnberger Bür- 
5 ger in dem Bergwerke des Heideders arbeiteten. Diefe Botfchaft beantwor- 
tete der Rath durch die Sendung? zweier Rathöfreunde, Karl Holzſchuher 
und Niclas Wuffel, nach Kavolzburg, die dort in Gegenwert der markgräf- 
lichen Räthe Hans von Sedendorff, genannt Stornſchatz, Kunz von Seden- 
dorff und Martin von Eyb eine längere Beſprechung mit Markgraf Albrecht 
10 hatten. Bor Allem wiefen fie den Vorwurf zuräd, den ihnen der Markgraf 
Daraus gemacht hatte, Daß ihre Bürger in dem Bergwerk des Heideders thä⸗ 
tig-feien, da doch dem nichts entgegenftehe; dann erfuchten fie, ohne darüber 
entſcheiden zu wollen, wer im Recht, wer im Unrecht fei, ven Markgrafen, 
die Sache vor ihrem Rath, deſſen Schuß ſich der Herr von Heide anver- 
15 traut habe, oder vor dem Pfalzgrafen Ludwig (als Reichsvicar) rechtlich aus⸗ 
zutragen, wogegen der Markgraf immer wieder betonte, daß der Heiveder 
fein Landſaſſe fei und auf markgräflidem Grund und Boden fein Bergwerk 
anzulegen gewagt habe. So ſei er denn keineswegs gefonnen, vor dem Rathe 
von Nürnberg oder vor dem Pfalzgrafen, fondern nur vor dem römifchen 
20 Könige zu rechten, wie e8 feiner Herrlichkeit gebühre ald einem Fürſten des 
Reiches. ALS ihn hierauf die Gefandten erfuchten, einftmeilen, bis die Ange- 
legenheit rechtlich entjchieden fei, ven Heiveder ungefehäbigt zu Iaffen und es 
nicht zu ahnden, daß er ihr Diener geworben fei, erwiderte Albrecht: er merfe 
wohl, daß der Rat) von Nürnberg den Heiveder gegen ihn halten wolle; 
25 aber er werde ſich das Seine nicht nehmen laſſen. Es feien zwei Meilen von 
Nürnberg nad) Kadolzburg und ebenfoniele von Kadolzburg nad) Nürnberg; 
ex hoffe Herrn und Freunde zu haben, daß er feine Fürſtenmacht vor den 
Nürnbergern behalten wolle. Eines fei er bereit zuzugeftehen: er wolle den 
Heidecker nidyt beſchweren, wenn dieſer fofort die Arbeit an feinem Bergwerk 
so einftelle. Wenn der Heiveder zum König ſchicke, wolle auch er hinſchicken. 
Da die Gefandten nicht Vollmacht hatten, auf diefe Vorfchläge einzugehen 
und alır erklärten, vem Rathe würde e8 leid fein, wenn der Herr von Heideck 
beſchädigt werden follte, ward der Markgraf heftig: er wolle nicht, daß diefer 
an dem Bergmerf arbeite, ven Kern herausziehe und ihm die Spreu laſſe. 
35 Er wolle doch jehen — fuhr er auf — ob er und fein Bruder Markgraf 
1. Relationen-Bd. 484 des Nbg. 9. 2. Relationen-Bd. 484, BI.-76—81; 
Bl. 69— 74; Eod. 485, Bl. 1— 7b. Der (od. 485, Tb— 148. Die Sendung erfolgte 
erfte Brief in diefer Angelegenheit ift von am 3. Juli 1448. 


dem Biſchof von Eichftädt mit dem Datum 
5. Auguft 1448. 


358 V. Nürmberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. _ 


Johannes Fürftenrecht und Herrlichkeit in ihrem Territorium behalten ſoll — 
ten, das fi anfinge zu Eger an der Mauer und reiche bis an das Kreuz, _ 

das unter Uffenheim ftehe, und an das Gefteig ob Eichftädt; darauf feien fie 

gefürftet und fer ihrer Eltern Herrlichkeit angefommen; fie hätten ihr Blut 

5 Darum vergoflen; das wollten fie auch jet behalten. Er habe immer gehofft, 
die von Nürnberg würden ihm, wenn Jemand daran greifen wolle, helfen, 
das Seine zu behaupten. Die Gefandten antworteten in rubigem Tone: 
ihre Stadt würde ungern dazu helfen, ihn an feinen Yürftenrechten zu be 
ſchädigen, und fei gemeint, daß jegliches bleiben folle, wie e8 bergefommen; 
10 fie bäten ihn nur, den Herrn von Heived nicht zu beunruhigen, ſondern den 
Ausgang des Rechtshandels abzuwarten. Aber für ruhige Borftellungen war 
der Markgraf nicht zugänglih. Er wolle denen von Nürnberg wehren, — 
antwortete ee — ihm das Seine zu nehmen, und follte fein Fürftenthum 
darüber zu Grunde gehen. Er werde nicht dulden, daß fie Alle, die gegen 
15 ihn feien, aufnähmen; nicht alfo hätten ihre Vorfahren gehandelt; aber heute 
unterfingen fie fidh vieler Anmaßungen, während fie Doch nicht weiter zu 
richten hätten, al8 innerhalb ihrer Mauern. Er fei Yandesfürft, er habe feine 
Regalia und Territoria von dem heiligen Reich und Kaifer und Könige von 
einem zum andern und alle Kurfürften hätten fie beftätigt; auch fei er mit 
20 vielen Fürſten im Bündniſſe, die ihm gewiß helfen würden, das Seine zu 
behalten. — Um endlich ein Reſultat zu erzielen, legten fich die Räthe in’s 
Mittel und präcifirten al8 die Forderung des Markgrafen, daß Konrad von 
- Heide mit dem Bergwerk feire und feine Sache vor ven König bringe, wor: 
auf die Geſandten erklärten, dieß ihren Herrn vorlegen zu wollen und noch— 

35 mal die Hoffnung ausſprachen, der Markgraf werde vor der rechtlichen Ent= 

ſcheidung ſich jever Beſchädigung des Heideder’s enthalten. 

Man begreift ſchwer, wie ver Markgraf in einem_Rundjchreiben ar 
befreundete Bürften dieſe Befprechung eine „Ichwere und grobe Verhandlung” * 
nennen oder dem Pfalzgrafen melden konnte, daß „mit viel groben Worten 

30 auf beiden Seiten“! verhandelt worden ſei; die Nürnberger Gefandtezt 
wenigftens jehen wir lediglich den Standpunkt des Rechtes, entſchieden aber 
1. Es iſt das Concept eines Schrei- ein Aktenſtück, das die Nürnberger über 
bens des Markgrafen Albrecht an den ihren und ben Heideckiſchen Handel art 
Pfalzgrafen vorhanden Bamb. Arch. Fasc. den Pfalzgrafen geſchickt und dieſer wieder 
377. Nr. 205), in dem er u.a. auch das Albrecht mitgetheilt hatte, könne unmög- 
Kadolzburger „Gewerbe“ erörtert, ziem- ich auf dem Rathhauſe zu Nürnberg ge- 
lih kurz: denn, jagt er am Schluffe, macht fein. ‘Wann wo das wäre, beit 
‘was junft wort uf. beid jeiten ergangen villeicht ir einer des rats uber fich gefeben, 
iweren, die wir bievor zu jchreiben vermy- ba ftet gejehriben: “Eins manns rede em . 
ven haben, das wern ſchoswort geweſt'. halbe rene, man fol fie verhören bede', 


Im Anfange dieſes umfangreichen Schrei- und bett zu des von Haybegf antwurt und 
bens jpricht der Markgraf die Anficht aus, rechtgebotten die unfern auch geſaczt'. — 





Beilage J. 359 


vıchig, gegen die Willkür des Markgrafen aufrecht halten. Freilich ſcheint ver 
Markgraf aud) dieſes ſchon als eine unzuläffige Ausfchreitung der Städter 
petractet zu haben. 
Während im Zufammenhange mit dem Kadolzburger „Gewerbe" weitere 
s Wrerterhannlungen ftatt fanden, in deren Verlauf des Markgrafen Hofjurift 
Dr. Peter Knorr nad) Nürnberg fam und außer ven Klagen über das Berg- 
werk noch allerlei Beſchuldigungen gegen Konrad von Heideck vorbrachte, 
griff Markgraf Albrecht eine Reihe von Punkten auf, die ſich auf das Ver— 
hältniß, in dem jeine Vorfahren als Burggrafen zu der Stadt Nürnberg 

10 geftanden hatten, bezogen, die zum Theil fchon ſeit geraumer Zeit bin und 

‚wieder Öelegenheit zu Zwiftigfeiten zwifchen Burggrafen und Stadt gegeben 
hatten. Bon dieſen Punkten aus hat fi) das Gewebe verwidelter Rechts— 
händel entjponnen, welche während des Krieges von 1449/50 in zahlreichen 
Unterhandlungen Gegenftand der eingehenpften Erörterungen waren!. 

15 Unmittelbar vor dem Spittler Shore, füdweſtlich vor Nürnberg, liegt 
der Goſtenhof, ein Dorf, das im Jahre 1342 von ven Burggrafen an die 
Nürnmbergiſche Familie Waldſtromer mit Vorbehalt der Lehenfchaft verfauft 
worden war?. Während die Burggrafen und ihre Yehensleute Dort noch ihre 
eigerren Civilgerichte behielten und alle Fälle, die in das Gebiet der Crimi— 

20 naljırftiz gehörten, vor des heiligen Reichs Gericht zu Nürnberg gefordert 
werden follten, ließen jene dennoch auch Verbrecher ergreifen. Der Rath, 
der feiner Mahnung, viefem Vorgehen Einhalt zu thun, nicht Folge geleiftet 
ſah, zerſchlug dort Bande und Eifen, ließ die Gefangenen in die Stadt füh- 
ven und ftrafte die Gerichtsichöffen. Der Markgraf hielt dieß für ungerecht⸗ 

25 fertigt und beffagte ſich ernftlid, darüber ®. 
Ein anderer Punkt betraf ven Schuß dreier Klöfter zu Nürnberg*. 
Das Egivienkfofter war im Jahre 1340 von Kaifer Ludwig dem Bayern 
unter ven Schuß des Schultheißen von Nürnberg geftellt worden. Als vie 
Kloſterzucht dort ſpäter in Verfall gerieth, der Biſchof von Bamberg eine 
zo Viſitation anordnete und eine Reformation vorzunehmen gedachte, wandte 
ſich der Abt, um dieß zu vermeiden, an den Burggrafen und unterwarf deſſen 
Schutze fein Kloſter mit allem Vermögen, ein Verhältniß, welches Kaiſer 
Sigmund 1415 beftätigte. Nachdem aber der Abt ſich einer Reformation 


1. Das Folgende ift der ausführlichen 3. Auszüge aus dem Rathsbuche von 
Relation Des Rathsſchreibers Müllner 1441—61, die ſich auf dieſen Streit be- 
»» Bon der Burggrafen Ankunft und Hand- ziehen, ftehen in der Hist. dipl. Nor. 
Lungen mit der St. Nürnb.“ (B. I ber prodrom. p. 246, 47. 
Drig. gu im Nbg. A.) entnommen. 4. Vgl. hiezu Waldau, Neue Beitr. 
2. Hist. dipl. Nor. p. 305. Mon. ;. Geld. d. St. Nbg. II, 307 — 322, 
Zoll. III, Nr. 83. befonbers 314 ff. 


or 


— 2 
— 


2 


o 


360 - V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


doch nicht entziehen konnte und das Kloſter neue Bewohner erhalten hatte, 
erbat der Convent im Jahre 1426 vom Kaiſer wieder den Schub des Rathes 
der Stadt Nürnberg, den Sigmund fofort befahl und 1428 beftätigte, eine 
Beftätigung, weldhe König Friedrich II. 1444 wiederholte. 

Ebenſo hatte Kaifer Ludwig das Katharinenklofter in des Rathes Schuß 
befohlen (1325), wogegen vie Burggrafen fih im Jahre 1379 von König 
Wenzel die Freiheit, dieß Klofter zu fchligen und zu fhirmen, zu verichaffen 
wuhten. Dagegen hatten die Burggrafen gar feinen Anhaltspunkt filr ihre 
Forderung, auch das Klarenflofter zu ſchirmen, das ebenfalls won Kaifer 
Ludwig in des Reichs Schu genommen und von Wenzel dem Schirme des 
Raths empfohlen worden war. 

Schon früher war ein Streit über den Kloſterſchutz zwifchen Burg- 
grafen und Stadt entſtanden, ver 1391 in ver Bertragäheftimmung fein 
Ende fand, daß Burggraf Friedrich feine Anſprüche mit den Klöſtern ſelbfſt 
austragen ſolle. | 

Noch einmal mar diefelbe Frage angeregt worden, als Markgraf Fried- 
rich 1431 zu feinem Zuge gegen die Huffiten Dienfte von den drei Klöſtern 
verlangte‘. Sigmund entſchied auf die Beſchwerde des Rathes, daß die 
Klöfter dem Markgrafen viefes Mal dienen follten, was auch gefchah, doch 
ohne daß der einzelne Fall von Folgen für Die Zulunft gewejen wäre, da 
fortan der Zuzug von den Klöftern, fo oft er auch verlangt werden mochte, 
beharrlich verweigert wurde. Jetzt ſchien der Markgraf Albrecht diefe Frage 
neuerdings anregen zu wollen. 

Das Landgericht in Nürnberg? war faiferlih. Wenn die Bürger zu 


25 Nürnberg zu des Burggrafen Leuten zu Hagen haben, deſſen foll er ihnen 


= 
© 


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Berhelf thun am Landgericht; mas aber der Burggraf zu den Bürgern oder 
den Hübnern zu Magen hat, fol er thun vor ver Stadt Richter oder des 
Hübners Eigenherrn. — Die Freiheit des Landgerichtes war mit 5 Mark 
Goldes verpönt. — Durch die Errichtung des „Bauerngerichtes" hielt Mark: 
graf Albrecht fein Hecht beeinträchtigt, was er allerdings erſt jet bemerfte, 
obwohl. jenes Gericht ſchon feit langen Jahren eingeführt war. 

ALS die Burggrafen im Jahre 1427 ihre Burg der Stadt verfauften, 
entäußerten fie ſich aud) der beiden „Reichswälver" zu ©. Lorenz und ©. Se 
bald, indem fie ſich nur ven Wildbann vorbehielten, ein Punkt, der unver= 
meidlich zu häufigen Conflikten führte; daſſelbe war mit dem Geleitsrechte 
der Fall, das ſich die Burggrafen bei jenem Verkaufe ebenfalls vorbehalten 
hatten. 


1. Vgl. Bd. J, 448, A. 1. kaiſ. Landger. im I. Bbe. d. Orig.⸗Hdſchr. 
2. Bgl. Mülner's Relation vom von Muliner's Relationen im 69. A. 














Beilage I. 361 


Zu diefem Allem famen nod) Streitigkeiten über die Münzverhältniſſe!, 
— lauter Dinge, die mit gutem Willen von beiden Seiten leicht zu einem 
ge Deihlichen Ende geführt werben konnten, fo aber, wo auf der einen die un= 
verfennbare Sucht, Händel anzubinden, auf der andern das ftarrite Feſt— 

sharften an dem einmal Errungenen obwaltete, den Keim endlojer Zwifte in 
ſich trugen. 

Während der Rath über diefe Angelegenheiten eine weitverzweigte 
Correfpondenz führte, namentlid, die verbündeten Städte vor einem Angriffe 
des Herzogs Wilhelm von Sachſen, der in den engften Beziehungen zu 

ı Markgraf Albrecht ſtand, warnte?, famen von mehreren Seiten Bermitt- - 
lungsvorſchläge in Nürnberg an. 

Bor Allen bot Herzog Albrecht von Bayern- Münden feine guten 
Dienfte an und lud die Parteien ein, fih am 12. Januar 1449 zu einer 
Beſprechung auf feinem Schloffe zu Pfaffenhofen (an der Ilm) einzufinven. 

5 Markgraf Albrecht, vem e8 durchaus nicht um friedliche Auseinanverfegung 
zu thun war, lehnte unter dem Vorwande ab, daß er die Ladung zu ſpät er- 
halten babe, um ihr noch folgen zu fünnen®. 

Auch Herzog Otto von Bayern, der zu Neumarkt reſidirte, erffärte auf 

der Durchreiſe Durch. Nürnberg den Rathöherren Berthold Volkamer und 
» Paulus Gruntherr, die ihn begrüßten, daß ihm die Widerwärtigfeit zwifchen 
vem Markgrafen und ver Stadt nicht lieb fei und daß er gern dazwiſchen 
treten wolle. Auf poſitive Vorſchläge, die er dem Rathsherrn Karl Holz- 
ſchuher machte, als diefer ihn auf fein Verlangen zu Neumarkt befuchte, be- 
dauerte der Rath vor der Hand nicht eingehen zu fünnen, da inzwifchen auch 
» Herzog Heinrich von Bayern-Landshut als Vermittler aufgetreten war. Er 
hatte durch den Rath von Regensburg zuerft die Bereitwilligfeit der Nürn- 
‚berger prüfen laſſen und ſchickte jet zwei feiner Räthe, Ritter Wilhelm 
Sraunhofer und Jörg von Camer, ab, die in Begleitung zweier Regens⸗ 
burger Rathsfreunde, Gumprecht und Grefenreuter, am 29. Januar in 
»Rärnberg ankamen. Sie meldeten, daß Markgraf Albrecht bei Herzog Hein= 
rich geweſen fei und geffagt habe, wie der Rath in feine Herrlichkeit eingreife 
und ihm Eintrag thue, worauf Herzog Heinrich ihm zugefagt habe, einen. 
gütlichen unverbundenen Tag zu veranftalten, und die einzuleiten feien fie 
hieher gekommen. Der Herzog ſei geſonnen, den Sonntag Deuli der Faſten 


en, In einem Rundſchreiben an bie 3. Relat.Bd. 484, BI. 101 ff., 108; 
eutichen Fürften erörtert der Rath dieſe 485, Bl. 38, 39 u. 45. | 
Bunte. Relationen-Bd. 485, Bl. 3ub— 4. Dieß und das Folgende |. Relat.- 


BD. 184, Bl. 114 ff. ; 485, Bl. 4196 61b. 
8 2. Anfang 1449. Briefbuch Nr. 19, Briefbuch Nr. 19, Bl. 279—81, 299— 
l. 259, 260, 263 u. a. m. 307. 


362 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


(16. März) zu dieſem Zwecke feftzufegen; ob der Rath bereit ſei, ven Tag 
zu beſchicken. Nachdem erklärt worden war, nad) des Rathes Meinung habe 
nicht der Markgraf Urſache, über vie Stadt Nürnberg zu Hagen, ſondern 
umgefehrt dieſe über ihn, und nachdem man ausprüdlich betont hatte, Daß es 

5 fich nicht um eine Sache des Markgrafen Albrecht mit Nürnberg, jondern 
um Streitigfeiten der Markgrafen Albrecht und Johannes mit der Stadt 
Nürnberg und dem Herrn Konrad von Heided- handle, erklärte ver Rath am 
andern Morgen feine Bereitwilligfeit, ven Tag zu beſchicken. 

Diefer Tag ift jedoch an vem bezeidmeten Zeitpunkte nicht zu Stande 

10 gefommen, da Herzog Heinrich ſelbſt ihn abfchrieb. Der Rath, ver eine ganze 
Reihe von Fürften und Städten dazu geladen hatte!, verband mit der Ab- 

ſage des Tages vie Anzeige, daß er bereit fer, die Angelegenheit vor ven 
römischen König zu bringen?. Noch einmal machte Herzog Heinrich Verfude, 
eine Berföhnung anzubahnen, indem er den Rathsherrn Peter Rieter zu ſich 

15 befchied, der mit einem Rathsfchreiber nad) Landshut fam. In wohlwollend- 
jter Weife, in förmlichen und gelegentlichen Unterredungen, im Audienzzim⸗ 
mer und über Tiſch, beiprad) der alte Herzog mit Nieter die Angelegenheit 
der Stadt, aber von einem gütlichen Tage war vor der Hand nicht mehr bie 
Keve?. 

20 Um diefe Zeit ſchloß Herzog Albrecht von Bayern durch feine Räche 
Marquard von Schellenberg und Konrad von Egloffftein ein Bündniß mi 
Nürnberg ab*. | 

Eine neue Gelegenheit, die beſprochenen Punkte zu erledigen, ſchien die 
Zuſammenkunft am Sonntag Reminiscere (9. März) zu Bamberg zu bieten, 

25 die beftimmt war, Streitigfeiten zwifchen dem Bifchof von Würzburg, ot 
fried Schenk von Limpurg einerjeit® und Herzog Wilhelm von Sadjen, 
Grof Sigmund von leihen und Apel Vizthum anderſeits beizulegen‘. 
Dem Bifchof hatten die Städte Nürnberg, Augsburg, Nörvlingen, Ulm und 
Rotenburg ihre Rathsfreunde zur Unterftügung gejchidt, auf der andern 

30 Seite war als Beiſtand Markgraf Albrecht mit feinen Räthen erjchienen. 
Die Städteboten Stephan Hangenor, Hans Einfürn, Hans Ehinger genannt 


1. Außer den befreundeten Reichs- ten am königlichen Hofe, Niclas Mufid, 
ftädten erhielt au) München eine Ein- zu vergleichen: Brfb. Nr. 19, Bl. 313- 
ladung, den Tag zu bejuchen. Briefbuh 315. u 
Nr. 19, Bl. 289 —295. 4. Am 8. März 1449 wird die Ein 
2. Am 19. Februar 1449. Briefb. gung gefchloffen, ‘die weren und beten 

Nr. 19, Bl. 300, 301; Relat.-Bd. 484, fol ung auf jannt Veitstag fchierft un 


Bl. 118; 485, Bl. 59, 60. von dann drew gauntze jare ungeverlid ... 
3. Neben den Relat.-Bon. 484,3. R.⸗M. v. 1449. 
118b, 119; 485, Bl. 60°— 616 ift bier 5. Das Folgende f. Relat.-Bb. 19, 


der Bericht des Rathes an feinen Gefand- BI. 121, 126f.; 485, Bl. 64— 78. 





Beilage I. 363 


% 


Rümelin und N. Werniter verfuchten dort vergeblich, ven Markgrafen zur 
Nachgiebigkeit zu bewegen. Darauf vereinigten fie ſich mit feinen Räthen 
Dr. Peter Knorr, Sigmund von Lentersheim, Jörg von Ehenheim und Hans 
von Sedenvorff-Aberdar, am 19. März in Schwabach zufammenzufommen!. 
5 Dort machten diefe den Borfchlag, der Herr von Heideck folle fid) vor dem 

Markgrafen vemüthigen, ferner, wenn er von denen von Nürnberg käme, 
dem Markgrafen auf deſſen Begehren gewappnet zu Rofje zwei Monate lang 
dienen, wohin derjelbe das innerhalb der vier Wälder haben wolle, auf des 
Markgrafen Koften und feinen eigenen Schaden. Damit folle deſſen Ungnade 

ı0 aufgehoben Jen. Die Städteboten brachten. diefe Beringungen nad Nürn- 
berg, wo man fie mit einer Heinen Beichränfung des letzten Punktes an- 
nahm; als fie aber zurüdfehrten und abzufchliegen gedachten, wollten Die 
Andern die Vorſchläge zuerft noch ihrem Herrn vorlegen, der fie dann ver- 
warf. 

15 Um diefe Zeit? kam der päpftliche Brotonotar, Pfarrer zu St. Sebald 
in Nürnberg und Domherr in Regensburg Dr. Heinrich Yeubing aus Köln, 
wo er bei dem Carvinal-Legaten ©. Angeli (Iuan de Carvajal) gewejen war, 
in Nürnberg an und veranlafte im Auftrage des Cardinals die Bifchöfe von 
Bamberg und Würzburg, einen Tag nach Bamberg auf den Sonntag Quafi- 

20 modogeniti (20. April) auszufchreiben. Der Markgraf verfchob ven Termin 
auf ven Sonntag nad) Frohnleichnam (15. Juni) ®. 

Nach der Ofterzeit traf auch ein Brief des römiſchen Königs Fried— 
rich III. ein, der vem Markgrafen von Brandenburg, dem Erzbijchof von 
Mainz (der mit feiner Stadt in Streit lebte), ver Stadt Nürnberg, dem 

25 Herrn von Heide und dem ſchwäbiſchen Städteverein gebot, ruhig zu jigen, 
bis der Austrag ihrer Zwiſtigkeiten erfolgt fein würde“. Das war auf lange 
Zeit die einzige Thätigfeit des Königs in der wichtigen Sache. 

Indeß bereiteten ſich die Nitrnberger fo gut fie fonnten auf ven Bam— 
berger Zag vor”. Ihren Gefandten am Föniglihen Hofe, Niclas Muffel, 

30 forderten fie zu unermüdeter Ausdauer auf; an ven Herzog Albrecht von 
Bayern, an ven Biſchof Peter von Augsburg, ar eine Reihe befreunveter 
Städte ließ der Rath, Einladungen ergehen; Ulm als Vorort des Städte 
bundes ward erfucht, „von gemeiner Städte wegen“ den Augsburger Rath: 
herrn Gabriel Ridler und Hans Ehinger, und als ihren eigenen Abgeord- 


1. Vgl. Briefbuh Nr. 19, Bl. 3216. deren Räthe er gebeten hatte, den Tag 

2. Relat.-Bd. 494, Bl. I32b ff.; nicht mehr widerbieten fonnte; |. Relat.- . 
485, Bl. ı3ff. Bd. 485, Bl. 124. 

3. Wie zum Hohne ſchrieb der Marf- 4. d.d. Neuftadt 25. April 1449. 
graf den Tag jo ſpät ab, daß der Rath Relat.⸗Bd. 485, Bl. 78°— Sub, 

von Nürnberg Fürften und Städten, um 5. Briefbuh Nr.19 Bl. 320 — 312. 


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or 


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364 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


neten Walter Ehinger, Augsburg den Stephan Hangenor nad Bamberg zu 
entfenven; aud) an Dr. Gregor Heimburg', ‘lerer beider rechte’, und an ven 
Pfarrer Leubing erging die Aufforderung, dahin zu fommen, und fowohl ver 
Biſchof von Bamberg, als Dechant und Eapitel des Domftiftes dafelbſt wur- 
den gebeten, ven zu den Verhandlungen reifenden Rürnbergern ven nöthigen 
Schuß zuzufichern. 

Freilich waren die Ausfichten auf friedliche Ausgleihung gering. Des 
Markgrafen umfaſſende Rüftungen waren bereits offenfundig, und man 
fieht au8 der Correfponvdenz des Rathes?, wie lebhaft man in Nürnberg die 
drohende Gefahr empfand... Mit der Nachricht von Albrecht's Thätigfeit wurde ° 
an Ulm die Bitte geftellt, „eine Mahnung der Städte vorzunehmen“ auf das 
fürzefte, als fie e8 immer zu Stande bringen möchten; dem Biſchof von 
Würzburg, ven Städten Windsheim, Dinkelsbühl, Rotenburg, Nördlingen 
und Weiffenburg ward angefündigt, daß „merflich gereifig Zeug" in Ansbach 
zufammengezogen worden fei; Erhart Schürftab, einer der Bürgermeifter, 
ſchrieb an ven Bafeler Bürger Heinrich Halbeifen und bat um Nachricht über 


. Werbungen, die Marfgraf Albrecht in der Gegend von Bafel und Mömpel— 


o 


or 


gard vornehmen laſſe, der Rath hinwieder wandte ſich um Aufflärung über 
*merdliche gewerbe und ſamnunge', die in Böhmen fein follen, an die Stadt 
Eger, ven Burggrafen von Eger und Elbogen, Mathes von Lazan, genant 
Sluk's, und an den Abt von Walpfafjen, er ging endlich Georg Podebrad 
jelbft und die gefammte böhmifche Kitterfchaft an, dem Markgrafen feinen 
Beiftand zuzumenden. 


Am 4. Juni erging eine Denkffchrift des Rathes an Kurfürften, Fürften 
und Adel des Reiches, die in furzen Zügen den Stand der Streitigfeiten 
zwijchen dem Markgrafen und ver Stadt darlegte*, und am folgenden Tage 
wurden die beiven Markgrafen Friedrich von Brandenburg, der Aeltere und 
Jüngere, gebeten, ihren Vetter zur Einwilligung in einen gütlichen Vergleich 





1. Diefer berühmte Rechtsgelehrte war 
ſchon im Jahre 1435 und wieber 14H, 
immer auf5 Jahre, als „der Stadt Zurift“ 
beftellt morben. Ebenſo wieber 1450. 
Nach letzterem Vertrage erhielt er die bei- 


‘ den erfiten Sabre je 500 Suld. Lands- 


währung und 20 Guld. Landeswährung 
zu Steuer an dem Ungeld, das er wie bie 
Bürger Nürnbergs entrichten fol. Für 
die zwei folgenden Jahre (die Beftallung 
erftredte fich Dießmal auf 4 Jahre) erhielt 
er 400 Guld. und 20 Guld. zu demſelben 
Zweck. — Im 3. 1455 erhielt er nur 


200 Guld., ebenfo in den Jahren 1458— 
1461. Beftall. d. Lofungft. Nr. 296 d. 
Nbg. A. BL. 82, 163. — Uebrigens hatte 
er für befondere Bemühungen noch eigene 
Einnahmen, 3. B. für feine Anweſenheit 
bei ven Tagen von Bamberg u. Lauingen 
erhielt er 100 Gulden. R.-M. v. 1449 
zum 26. Auguft. 

2. Briefbuch Nr. 20, Bi. 16—37. 

3. Lazzan = Laffan; Stuf ift identiſch 
mit Schlid. Vgl. Aſchbach, Geſch. Sigm. 
IV, Beil. III; Nbg. Chron. I, S.395, A.4. 

4. Briefbuh Nr. 20, Bl. 45, 46. 





Beilage J. | 365 


zu bewegen, jedenfalls aber micht durch ihre Unterftägung feine Macht zu 
vermehren ?. Ä 
In der Zwiſchenzeit? war auch der Cardinal-Legat S. Angeli nad, 
Nürnberg gekommen, hatte ſich von der Sachlage unterrichtet und, als er 
s hierauf zu. Donauwörth mit ven Biichöfen von Augsburg und Eichftädt zu— 
ſammentraf, auch dieſe vermocht, Nürnberg zu befuchen und ſich von da, als 
Vertreter des Cardinals und des römischen Stuhles, nad) Bamberg zu be= 
geben; am 6. Juni endlich erfchtenen der Deutſch-Ordensmeiſter Jobſt von 
Venningen und ber Dompropft von Worms Ludwig von At, um im Namen 
10 des Pfalzgrafen Ludwig bei Rhein? über ven nahen Bamberger Tag Nach— 
tihten einzuziehen und deſſen perfönliche Ankunft anzufündigen. 
Am 15. Juni“ trafen die Abgeordneten ver Stadt Nürnberg, Karl 
Holzſchuher, Berthold Volkamer, Konrad Paumgartner und (von den Hand- 
werfen) Anton Tallner® in Bamberg ein. In den Borverhandlungen zeigte 
15 fh fofort das Beftreben des Markgrafen, vie Kräfte feiner Gegner durch 
Teilung zu ſchwächen. Doch proteftirten vie Rathsboten gegen feine Abficht, 
ihre Sache von der Konrad's von Heideck zu trennen und gefondert zu be 
handeln, mit Erfolg und wußten mit Unterftägung des Biſchofs von Würz⸗ 
burg, troß der Gegenargimmente des Deutfch-Drvensmeifterd, auch den Bi- 
% [hof von Bamberg ihrer Anficht geneigt zu machen. Inzwifchen hatte ver 
Markgraf verfchtevene Beſprechungen mit ven anwefenden Fürften, in denen 
er fih mit großer Heftigfeit iiber die Nürnberger äußerte. 
Am Mittwoch, (18. Juni) früh endlich begannen die eigentlichen Ver— 
handlungen, die fih bis zum nächſten Sonntag Abend binauszogen®. 
5 Dr. Knorr fing die Erörterungen mit den Beſchwerden des Markgrafen über 
das Verfahren der Nürnberger in Goftenhof an. Die Gefangenen, welche fie 
dort weggeführt, hätten fi nur mit Raufen vergangen. Was aber das Be— 
fragen der Nürnberger beſonders ungebührlich erfheinen Taffe, fei der Um— 
fand, daß “per mererteile des rates’ vom Markgrafen Lehen trage und ihm 
odeßhalb den Lehenseid geſchworen habe. 
Die Rathsbotſchaft antwortete darauf: es ſei dem Rathe nicht in den 
Sim gekommen, die Gerichtsbarkeit, welche den Inhabern des Goſtenhofs 
zuſtche, beſchränken zu wollen; jene, die man aus dem dortigen Gefängniſſe 


| 4. Relat.-Bb. 484, Bl. 142ff.; 485, 
l. a. a. O. 31. 49—51.. Bl. 80—112. 


2. Das Folgende |. Relat.-Bd. 484, 5. Ober Tollner, wie er auch genannt 
‚U.142; 485, BI. SOb. VBriefb. Nr.20, wird.. Tallner ift die häufiger vorfom- 
U.lof, 50, 51. inende Form. (Vgl. über ihn oben ©.245, 

3. An diefen war fchon im Februar U. 2 


. 2.) 
ein befonderer Gefandter, der Nurnberger 6. Aus dieſem Theile der Verhand⸗ 

Ärger Herman Herheim, abgeoronet ungen giebt auch Archivar Baader grö- 
Dorden. Briefb. Nr. 19, Bl. 291. . Bere Ausziige auf ©. 10—21. 





2 


wi 
o 


366 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


zur Stadt geführt, ‚hätten fic nicht nur durch Raufen vergangen, ſondern 
jeien wegen Körperverlegungen verklagt gemefen. Darum babe der Kath 
ein unbeftreitbares Recht gehabt, fie vor des heiligen Reichs Gericht in Nürn⸗ 
berg zu ziehen und die Goftenhofer Schöffen zu beftrafen. Was die Lehen 
belange, fo trage ‘ver rate aller noch halber noch fain tail des rates' fein 
von dem Markgrafen; einzelne Dlitgliever des Raths feien deſſen Xehenslente 
und dieſe hätten fich bisher gehalten, wie frommen Lehensleuten gezieme und 
würden dieß auch fortan thun. 

Nun begann Dr. Knorr feine Klage über den Kloſterſchutz, den ſich die 
Nürnberger angemaßt hätten, und juchte das Schirmrecht feines Herrn durh 
Urkunden zu belegen. Dagegen beriefen fich die Rathsboten darauf, daß diele 
Frage zu rechtlichen Austrag befchieden fei (vgl. oben S. 360) und betheuerten 
für das ˖gute Recht ihrer Stadt ebenfall® urkundliche Beweife zu haben, die 
fie ‘zu gepürlichen zeiten’ auch wohl weifen wollten. 

Nicht minder beflagte fi Dr. Knorr über Unrecht und Beichwerung, 
die man marfgräflihen Unterthanen in den Wälbern der Stabt zugefügt 
habe, wogegen fi) die Geſandten Nürnberg's durch urkundliche Darlegung 


Ihrer Rechte und Befugniſſe vertheidigten. 


20 


Eine weitere Klage des Markgrafen bezog ſich auf das Ehehaftgeriät 
zu Schwabad), veflen neuem Amtmanne Hans von Sedendorff Nürnberger 
Hinterſaſſen Pflicht und Eid geleiftet hätten und darum von dem Rathe be: 
ftraft worven feien, während Sedendorff jelbft von den Nürnbergern feine 
Sicherheit mehr befommen mochte. 

Darauf ward erwidert, e8 möchten die Nurnberger Hinterſaſſen immer 
hin drei Mal des Jahres: zu Walpurgis, Michaelis und Weihnachten vor 
dem Chehaftgerichte erfcheinen, doch dürften fie dort nicht Eid und Pflicht 
leiften; der concrete Fall, auf ven man fich beziehe, fei übrigens längft erle 
digt. Dan habe ven von Sedendorff das Geleit verweigert, worauf er fehlt | 
die Hinterfaflen ihrer Gelübde und Eide ledig fagte. 

Bon Alters her — fuhr Dr. Knorr fort — haben des Burggrafen 
Borfahren, durch Faiferlihe und königliche Privilegien geſchützt und geficher, | 
das Landgericht inme gehabt, das “uber alle richtende gericht zu richten’ har, 
vor dem ‘die von Nuremberg, ire leib, gut und hubner zu recht fteen’ folten. | 
Aber diefe weigerten fich, eine ſolche Verpflichtung anzuerkennen, ja fie ſtraß 
ten fogar eine Appellation von ihren Gerichten an das Faiferliche Landgericht. 
So hätten fie einem gewiffen Otto Ped die Augen ausftechen laſſen, weile 
von einem Spruche des Abtes von Egivien an das Landgericht appelltt; 
Hans Rumel habe man, trogdem er nicht der Stadt Bürger war, da ex einen 
Nürnberger vor das Landgericht Ind, nur die Alternative gelaffen, fen 


® 





Beilage 1, 367 


Klage zurüdzuziehen oder die Stadt zu vermeiden, Außerdem hätten fie vor 
Kurzem ein Gericht eingeführt, das fie „VBauerngericht" nennen und womit 
fie dem Landgerichte Kränkung und Eintrag zufügen. Berner hätten fie einen 
Diener des Markgrafen, Georg von Sedenborff, durch widerrechtliche Kunft- 
5 griffe der verfchievenften Art, wobei auch wieder eine Mißachtung der Prä- 
rogative des Yandgerichtes zu Tage getreten, genöthigt, fein väterliches Erbe, 
Kornburg mit den dazu gehörenden Steinbrüchen, ver Stadt zu verfaufen!. 
Nürnberg fei eine freie Reichsſtadt, — entgegneten die Rathsboten — , 
die ihre eigenen Richter habe und zu wiederholten Malen von dem Land- 
10 gericht befreit worden fei. Otto Peck fei ein Hinterfafle des Abtes von Egi- 
dien gewejen und habe feine Verpflichtungen gegen das Klofter fo weit ver= 
geffen, daß er nicht nur einer Vorladung vor deſſen Gericht Feine Folge ges 
geben, fonvern ohne Urlaub von feiner Herrichaft ausgetreten fei und fich 
fogar vermefien habe, dem Kloſter mit Brand und Plünderung zu drohen. 
15 Darauf fei er vor des Reich! Gericht in Nürnberg gefordert und dort ge- 
blendet worden, eine milde Strafe im Vergleich zu der, die er von Rechts— 
wegen verbient hätte. Hans Rumel aber habe einen Nürnberger Bürger 
vor das Landgericht gefordert, bevor er ihn vor des Reichs Gericht in der 
Stadt geladen, und mit Recht fei der Rath denmach gegen ihn, als einen 
20 Berächter feiner Privilegien, vorgegangen. Das Bauerngericht hätten Die 
‚Nürnberger und ihre Eltern feit länger denn Menfchengevenfen und Nie- 
mand wiſſe anders, als daß von jeher dort gefchworene Schöffen den Nürn- 
berger Hinterfaffen und armen Leuten Recht gefprocdhen haben. — Ueber vie 
vermeintlihe Beſchädigung des Herrn von Sedendorff vertheibigten fie fich 
25 weitläufig: den Steinbruch hätten fie, da er weit vom Kornberg entfernt fei, 
als einen Beftandtheil ihrer Wälder, die fie vom Reiche zu Lehen tragen, 
- behandelt; als darüber Streit entftand, hätten fie ven Verkauf des Korn- 
bergs für die zweckdienlichſte Auskunft gehalten und dem Sedenvorffer fo 
viel gegeben, als er kaum von irgend einem Andern hätte erhalten dürfen. 
30 Eine weitere Klage betraf die Schmälerung der markgräflichen Zölle 
zu Schwabady und Roth, die dadurch herbeigeführt würde, daß die Nürn— 
berger eine neue Straße zwifchen beiden Orten über Katzwang over Pliden- 
dorf (h. Pledenporf gegenüber Rednitzhembach) gebaut haben. Der Mark— 
graf habe fie zwar zerftören, doch der Rath neuerdings anlegen laſſen. 
35 Aus einer Urkunde Herzog Friedrich's von Bayern von 1386* wiefen 
Dagegen die Rathsboten nad), daß auf der Straße nad) Bayern nur von 
einem Zolle zu Roth die Rede fein könne, nicht von einem zu Schwabach; 


1. Bgl. Chmel, Reg. Frid. p. 232, 2. d.d. 30. Auguft. Hist. dipl. Nor. 
Nr. 2280. p. 462—465. Mon. Zoll. V, Nr. 181. 





368 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


dazu fei die Straße über Katzwang eine Reichsſtraße und dürfe nicht abge⸗ 
graben werden. 

Knorr brachte vor, wie die Nürnberger auf einmal von denen von 
Tann Zoll forderten. 

5 Darauf ward entgegnet: wenn in ihrer Stadt Zoll erhoben werte, fü 
gejchehe es durch geſchworene Zöllner, die nicht anders als nad) altem Her: 
fommen verführen; auch hätten die von Tann noch fein Wort über ben Zul 
verloren. 

Eine neue Klage betraf Uebergriffe ver Nürnberger in Bezug auf ven 

10 Wildbann in ven Wälvern. Sie hätten ſich unterfangen (namentlid nur 
erft vor Kurzem ein Geuder), Rothwild, Hafen und Geflügel zu fangen. 

Ob ein Geuder Rothwild gejagt habe, ward erwidert, wiſſe man in 
Nürnberg nicht, wohl aber, daß eine ſolche Jagd, ohne vorgängige Anfrage 
bei der Herrichaft, nie mit Wiffen des Rathes vorkomme; Dagegen hätten die 

15 Öurggrafen beim Verkauf der Wälder ihnen das Recht, wilde Schweine zu 
hegen, Hafen und Geflügel zu fangen, ausdrücklich verbrieft. 

Auch das Geleitsrccht des Markgrafen — fuhr Dr. Knorr u. a. fort 
— ei von denen von Nürnberg gejchmälert worden; nicht nur daß Ni: 
berger Bürger zwifchen ihrer Vaterſtadt und Neuſtadt ohne Geleit geritteh 

20 feien, fie hätten ſich ſogar unterfangen, ihrerfeit8 Anderen in markgräflichem 
Gebiete mit gemwaffneter Hand das Geleite zu geben. Außervem hätten jie 
bi8 Erlangen und drei Meilen ringsum ein Geſchläge gemacht, wodurch de 
Markgraf an der Herrlichkeit feiner Schlöfjer Schönberg, Tann und Malms⸗ 
bach, an Zöllen, Geleit und Wildbann beeinträchtigt werde. 

25 Die Goldene Bulle — ermiderten die Geſandten der Stadt — jet 
ausdrücklich feſt, daß Niemand genöthigt fei, Geleit zu nehmen. Wenn fie 
Andere geleitet hätten, jo fei vieß auf deren Bitten nad) altem Herkommen 
geichehen und ein ſolches Ehrengeleit allerdings niemals verweigert worden. 
Was das Gejchläg betreffe, jo mag nad) gemeinem Hecht jeder das Sein 

30 wohl befrieven. 

Nach Erledigung einer Reihe einzelner Fälle von weniger, allgememen 
Intereſſe fanı Dr. Knorr auf ein Schmähgedicht zu ſprechen, Das ein Nürn⸗ 
berger Bürger, Namens Biechtlin, gegen ven Markgrafen gefchrieben und 
vefien Verbreitung man in Nürnberg geflifjentlich geförbert habe. 

35 Die Gefandten behaupteten, ein ſolches nicht zu kennen und verſprachen, 
darüber eine Unterfuchung zu veranlaffen. 

Auch die Sache Konrad's von Heided warb wieder befprochen, doch 
waren die Nürnberger hier nicht zu weitergehenden Zugeftänpniffen zu 


Bel rĩ. 369 


: bewegen, als jene gewefen waren, bie früher Muffel and Holzſchuher zu 
Kadolzburg vem Markgrafen gemacht hatten. 
Das letzte, mas Dr. Knorr vorbradite, war eine Beſchwerde über 
das Münzweſen. Sem Herr, fagte er, habe fo gute Münze geichlagen, daz 
5 fie vaft abgetan were worben’ ; dieſe hätten die Nürnberger verfchlagen nnd 
verboten ihm zur Schmadh; hätten ferne Unterthanen Waare nach Nürnberg 
gebracht, fo Hätten fie bei Strafe nicht markgräfliche Bing dagegen annehe 
men dürfen. 
Sie hätten eine gute Münze bei fich Schlagen lafſen, — entgegneten bie 

10 von Nürnberg — die man ferne und nah germe aunehme; aber anderswo 
jet auch gemilnzt und zwar auf mancherlei Korn geſchlagen worden!; zum 
Schutze der eigenen guten Münze hätten fie daher das Geſetz erlaflen, daß 
bei fchwerer Strafe Niemand, weder Bürger no Fremde, in Nürnberg 
andere als Nürnberger Münze geben und nehmen dürfe. — Im Anfchluffe 

ıs an dieſe Erörterungen recapitulirten hierauf die Nürnbergiſchen Geſaudten 
ihre Beſchwerden gegen den Markgrafen, die alle mehr oder weniger dieſelben 
Punkte von der entgegengefetten Richtung befeuchteten, als es bisher durch 
Dr. Knorr gefgehen war. Nachdem dieß vorüber war, fprachen fie die Be- 
reitwilligkeit Närmberg’8 aus, nach dem königlichen Befehle bis zu Austrag 

20 der Sache ftille zu figen oder mit dem Markgrafen vor ben König felbft zu 
kommen, und erffärten im Namen des Herrn Konrad von Heideck, er erbiete 
fih, vor dem römischen Könige Hecht zu nehmen over die Entſcheidung ver 
ftreitigen Punkte — doch mit Ausnahme des Bergwerks, worüber nur der 
König entſcheiden kͤune — ben Herzogen Heinrich oder Albrecht von Bayern, 

25 vem Biſchof vom Würzburg, einem der drei rheinifchen Erzbifchöfe, der ehr- 
baren Ritterſchaft St. Yörgen Schilde in Schwaben over der ehrbaren Ritter- 
ſchaft ver großen Bevemung in Franken anheimzuftellen; wenn das nicht 
genehm, Jo fei er auch bereit, über ſeine Verpflichtung, Recht zu bieten, fofort 
bier von den anweſenden Fürften entjcheinen zu laſſen. 

30 Dr. Knorr entgegnete darauf, er Hoffe, daß ed Nürnberg nicht gelingen 
werde, deu König zu bes Markgrafen Feind zu machen. Dagegen baten Die 
Nuürnberger die anweſenden Türken, ihre Vorſchläge beim Markgrafen zur 
Annahme zu empfehlen. 

Run chaten die Boten der andern Stäbte „eine treffliche Dede“ und 

35 erlärten, wenn dem Markgrafen viefe Mechtiserbietung wicht genüge, daß fie 
Nürnberg und Heideck nicht verlafien wollten. Dagegen erhob fich Apel 
Bizthum im Mamen bes Herzogs Wilhelm von Sachſen, des Landgrafen 
von Heilen und der Herzoge von Braunfchweig und ermahnte die anweſenden 


1. 2gl. Bd. I, ©. 403. 
Städtechronifen. 11. 24 
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"35 


370 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Fürften, fie möchten die Nürnberger unterweifen, dem Markgrafen Albrecht 
feiner replichen Forderung und feines väterlichen Erbes Ausrichtung zu thun 
und, wenn Das nicht gejchähe, ihrerfeits nicht von dem Markgrafen laſſen. 
Endlich fuhr Markgraf Albrecht in feiner Heftigleit wieder perfönlid) 
auf: Mit dem von Heided ſei er nicht betagt und wiſſe nicht mit ihm zu 
tagen, den wolle er ftrafen. Mit tenen von Nürnberg würde er wohl zurecht 
fommen, wenn fie ihm fein väterliches Erbe wieder untertbänig machen und 
ihm Wandel und Kehrung thun wollten; wenn aber nicht,-fo habe er Herrn 
und Freunde, die ihnen ihren Trotz wehren möchten. 
Nachdem jchon während der ganzen Dauer diefer Verhandlungen von 
einzelnen Fürften ven Nürnbergern vorgeſchlagen worden war, dem Mark 
grafen als Abfindung eine Summe Geldes zu geben oder zu leihen, was von 
dieſen aber beharrlich verweigert wurbe, traten num bie Fürſten zu einer 
Beiprehung zufanımen und forderten im Einvernehmen mit dem Markgrafen 
die Nürnberger auf, drei befreunvete Männer abzuorpnen, welche mit eben= 
fovielen Räthen des Markgrafen conferiren follten. Man ging darauf ein 
und beftimmte, als nıan jah, daß Albrecht nicht drei, ſondern vier Berfonen 
anfgeftellt hatte: Wilhelm von Rechberg, Apel Vizthum, Dr. Peter Knorr 
und Hans von Sedendorff-Aberdar, auch Nürnbergiſcher Seite.vier Männer 
zu ven Verhandlungen: Dr. Gregor Heimburg, Erhard Reich von Regens⸗ 


burg, Stephan Hangenor von Augsburg und Hans Ehinger, genannt Rü- 


melin, von Ulm. Zu einer Einigung konnten freilich aud) diefe nicht kom⸗ 


men. Doc überbrachten die Bier den Nürnbergern Vorſchläge des Mark: 


grafen: Er erbiete fih, mit ver Stadt zu rechten, wenn fie ihm vorher ven 
Schaden erjegen wolle, den ihm ihr bisheriges Verhalten verurfachte; für : 
Speife und Tranf, Getreide, Futter und Zeug habe er 60000, für die Böh- 
men, die er beftellt, 40000 Gulden ausgegeben, feine fonftigen Auslagen, 
die ihm namentlich das viele Hin= und Herreifen verurfacht, berechne er auf 
20000 Gulden; außerdem follten fie ihm Konrad von Heide gebunden, 
wie einen Mordbrenner, vor fein Gericht fielen. 

Nady kurzer Berathung wurden die vier gebeten, die Forderungen 
zurüdzumeifen. Eine neue Erbietung Nürnberg’s, wenn der römifche König 
einwillige den Rechtsweg vor ven fünf (zu Bamberg anweſenden) Fürſten 
zu betreten, wurde, fo redlich fie gemeint war, „verachtet und abgefchlagen". — 

Man hat wohl die Beurtheilung der Schuld Nürnberg's an dem 
Scheitern aller Bergleichöverfuche durch Die Worte eines gleichzeitigen ftäbti- 
ſchen Geſchichtſchreibers beftimmen Infien. Mit wie viel Recht, mag am 
beften ver Wortlaut feines Berichtes zeigen. Burkhard Zengg in feiner Augs- 








Beilage I. 


371 


burger Chronif! ſagt zu dem Jahre 1449: ‘Bon dem krieg ...... ift zu 
wiſſen, das fich der frieg des eriten erhuob von des von Haidegg wegen, ber 
was der von Niernberg diener, dem was margraf Albrecht veind, den wol 
ten aber die von Niernberg nit laflen und wolten in handthaben und bei 
5 recht behaben, dan im geſchach unrecht, als ich gehort hab, e& wer alles gar 
liedexlich gewendet worden und underftanden, das fan frieg daraus wer wor- 
den, als mir ein gar treffenlich wey8 man jagt, ed wer mit minder den 
mit 1000 Gulden gericht worden, des wir fiher hernach zu groſſem 
ſchaden kumen jend, als man horen wird. e8 waren aber die von Niernberg 
10 fo ftolz und ubermuetig und wolten furften nit empfor geben; darzu fo mas - 
unfer aller ubermut fo groß und riethen villeucht den von Niernberg, ſy 


folten triegen und nit richten laſſen'. 


Wenn man aud) zugeben wird, daß die Städte im Allgemeinen und 
vor Allen Nürnberg von übermüthiger Gefinnung nicht freizufprechen ſeien, 
15 fo wird man doch bei ven falfchen Borausfegungen, von denen Zengg bei 
Betrachtung der Lage ausgeht, feinen Worten feine zu große Bedeutung bei- 


legen dürfen. 


Was hätte aud eine größere Nachgiebigkeit genügt, als die war, melche 
Nürnberg an den Tag legte? Der Markgraf wollte den Krieg. Seine Bor- 
20 bereitungen dazu waren in ausgevehntem Maße getroffen. Kaum war man 
von dem Bamberger Tage ohne Reſultat gejchieven, fo zogen ihm — heißt 
e3 in der officiellen Relation? — fein Bruder Markgraf Johannes, Herzog 
Wilhelm von Sachſen, Yandgraf Ludwig von Heflen und Bifchof Anton von 
Bamberg mit einer großen Zahl Reifiger und Fußtruppen, über 2000 Pferve 
2 und 6000 Dann ftarf, zur Hilfe herbei. 

Dean wußte das wohl in Nürnberg, man kannte vie Gefahr, der man 
‚entgegenging und verhehlte fich nicht, daß e8 fich hier nicht nur um eine Fehde 


1. Oefele, Scriptores rerum Boica- 
rum, tom. I, p. 274. \ 

2. Relat.-Bb. 484, BI. 159, 160; 
485, Bl. 101f. Ein Brief, den Mark 
graf Albrecht um biefe Zeit an einen Ade⸗ 
lichen fchrieb, harakterifirt in ver fchärfften 
Weife die Situation: ‘Wir euch bitten 
und ermanen, fo vleiffigft und ernftlichft 
wir megen, ir wollent uns bulff und bey- 
ſtant gegen den obgemelten rychfteten tun 
und uns des ewr veintshrief an fie zu- 
ſchicken und dorinn bedennden, was itund 
‚an uns ift, das e8 hinnach an euch auch 
gelanngen und vollgen mochte. und haben 
ye guten glauben, ir werbent euch borinn 
willig gegen uns hallden, dann es noch 


alſo geftalt ift, Das wir mit ber hulf bes 
almechtigen gottes durch unfer bern und 
gut freunde uns hochmuts wol aufguhal- 
ten verhoffen und fie dortzu bringen, bor- 
auß on allen zweivel dem gemeinen abell 
in kunftigen zeyten ere und nut ericheinen 
fol, Dorku wir dann unjer leib und gute 
nicht zu verfparn willig fein, und getramwen, 
ir und alle, dy zum adell genaygt find, 
werben ſich dorinne hallten, als dy, bie 
zum adell gehörn. das wollen wir umb 
euch alle und yden beſunder beſchullden, 
erkennen und, wo es zu ſchullden komet, 
unſer vermögen auch mit uch darſetzen'. 
Soneept im Fasc. 377 des Bamb. Arch. 
r. 118. 


24* 





872 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


zwiſchen einem Yärften und einer Stadt Handle, ſondern daß die Gegenſätze 
beider Elemente -einen Kampf um ihre Extftenz kämpfen müßten. Noch wäh⸗ 
vend die Herrn zu Bamberg tagten, war man überzeugt, daß der Krieg un- 
ansbleiblich fei. ALS Johann von Schwanberg ven Rath um eine Stein: 
5 büchſe und einen Zentner Salpeter bat, erhielt er zur Antwort: die Stadt 
babe jeßt ſelbſt viel mehr Davon nöthig, als fie im Borrath habe!, und Erhart 
Schürſtab und Ulmen Hegnem ſchrieben au Oswald Oetlinger, einen ver 
Hauptleute in Heided: Wir tun euch zu willen, das wir nicht anders merken 
noch verften, Dan das der Frieg te fürgank haben wirvet'?. Heinrich der Jün- 
10 gere Reuß von Plauen wer inzwiſchen als oberfter Hauptmann angeworben 
worden und bereits in Nürnberg eingetroffen, verſchiedene andere, nament- 
lich vom fränfifchen Adel, waren in der Stadt Dienfte getreten ober wurden, 
wie Kunz von Kanffungen, noch erwartet?. Jeden Tag gemwärtigte man den 
Beginn der Teindjeligfeiten. In emem Briefe an Nördlingen bat man den 
15 Rath dieſer Stadt, die Rürnberger, weldye dort auf der Meſſe jeien, zu war- 
nen, daß fie fi heimfügen und des Markgrafen Städte meiden möchten, da 
fih die Sachen auf dem Tage zu Bamberg ganz geitoßen hätten und man 
ohne Ende abgefchieven fei, indem Markgraf Albrecht die Stadt wider Recht 
befriegen wolle*. An Erfurt aber, wohin — wie noch an viele andere Stäbte 
20 — neuerdings Bericht über den Stand des Streites abging, ſchreibt ver 
Rath: Wir vermerken ie Ienger ie mer, das ſollichs ein zugerichte ſache ſei, 
ie eine flat nach der andern unpillicher weife fürkımemen, von freiheiten zu 
bringen, fie zu beſwern und in gut und gelt abzunsten’®. Die Stäpteboten 
endlich, welche zu Ulm verfammelt find, werben gebeten, ernſtlich zu betvei- 
25 ben, daß die Hilfötruppen gemeiner Städte fid, um Nördlingen zufammen- 
ziehen®. 
Als Borbote der Kriegderflärung erging am 23. Juni die Aufforbe- 
rung der Markgrafen an diejenigen Bürger Nürnberg's, die von ihnen Lehen 
trugen, fich bei ihrem Lehenseid fofort aus der Stadt auf ihre Lehen zu be- 


- 30 geben und dem Herm Konrad von Heided offene Feindesbriefe zuzufchiden, 


da die Markgrafen fich fonft zu ihren Lehen halten würden nach Gebühr”. 
Bald darauf kam ein Abfagebrief des Biſchofs von Bamberg an, der zu 
großer Erbitterung der Nürnberger ihrer Bürger Leute und Gut in Stat 
und Gebiet von Bamberg in Beſitz genommen und fie font arg beſchädigt 


a. a. O. Bl. 64, 65. 
d. d. 30. Iuni. a. a. O. BL 73, 


. Relationen- Bo. 484, BL. 161; 
60. | ‚485, Bl. 104. 


5. 
6. 
7 








Beilage I. . "373 


hatte, — er traf einen Tag früher ein, als der Brief, in welchem Markgraf 
Albrecht der Stadt Nürnberg feine Feindſchaft anfündigte. Datirt ift dieſer 
ebenfall® von Sonntag St. Beter und Pauls Tag? (29. Juni). Am “mitt- 
wo unfer liben frawen tag vifitactonis (2. Juli) em ore vor nachts' ant- 
5 wortete der Rath?, und fo groß war bereits die gegenfeitige Erbitterung der 
Feinde, daß nicht, wie es Sitte war, ber Ueberbringer gefpeift und gekleidet, 
fondern.von den Leuten ver Markgrafen feines Pferdes beraubt und gefchle-- 
gen wurde“. 
Der Markgraf Albrecht Ing damals bei Höchſtadt im Aiſchgrunde, und 
10 (wie es in einem Schreiben des Hathes an Ulm heit) ‘mit allem frevel hert, 
wüft, prent, und nıymbt was er mag'*. Damals kam ein zweiter Brief des’ 
römiſchen Königs aus Gratz an, Der neuerdings Ruhe, Stillfigen und recht- 
lichen Anstrag gebot®. Die Nürnberger ſchickten ihn durch einen Diener 
ihres Bürgers Erhart Gyner, welcher ihn vom Hoflager gebracht hatte, dem 
15 Markgrafen und feinen Berblindeten im das Lager bei Höchſtadt. Man gab 
dem Boten zu effen und zu trinfen und führte ihn vor Markgraf Albrecht 
ſelbſt, der ihm fagte: er merke wohl, Daß man fuche, ihm an dem König einen 
ungnädigen Herrn zu madyen, er hoffe aber, daß e8 nicht gelingen werde. 
Die von Nürnberg hätten ihm früher fein Recht geweigert and hielten ihm 
20 jett fein väterliches Erbe vor; die Dinge wären zu weit gelommen, als daß 
er zurückgehen könne. Das möchte er dem Könige melden”. 

Während in diefen Tagen Yörg Urſempeck an alle Reichsſtädte umd 
guten Freunde und Gönner Nürnberg’3 in befonverer Sendung abging, um 
von allen Seiten Hilfe herbeizurufen®, begann am 3. Juli die Stadt die 

25 offenen Feindſeligkeiten, indem eine Schaar der ihren unter dem Commando 
Erhard Schürſtab's vor Malmsbach rüdte und das Schloß zerftärte®. 

Zugleich mit dem Markgrafen ſchickten zweiundzwanzig Fürſten, viele 

Grafen, eine unzahl von Adelichen den Nürnbergern ihre Abſagebriefe, v aus 


d. 9. Juni. Nelat.- Bd. 455, 7. Relat.⸗Bd. 484, Bl. 160; 485, 


Bl. oß, 106. dgl. Briefbuch N, 20, BL. 1015—102%. Vgl. Briefbuc Pr. 20, 
Bl. 7576. Siehe auch oben ©. 1 BL. 93—9. 

2. S. den Brief Beil. V, Nr. n 8a. Briefb. BI. 93. 

3. Briefbud Nr. 20, BI. 84. ©. 9. f. d. Kriegsbericht ©. 148. 
Beil.V, Rr.2. (Bol. auch oben S. 10. In der Anwerbung der Fürſten 
263, A.4.) und bes Adels ſcheint Markgraf Albrecht 


4. S. die „ „Börrebe“ ©. 130. Der eine ftaunenswerthe Thätigkeit entwidelt 
Markgraf fahte die Art, wie Nürnberg zu haben. Beweis iſt das große Abſage⸗ 
feinen Feindsbrief überbringen ließ, eben⸗ verzeichniß; |. Beil. IL Die meiften, an 
falls als Schmähung. Eob. 258, Bl. 4, die er fi "wandte, mögen wohl feinem 
7b; vgl. unten ©. 387. Rufe Folge geleiftet und ber Stabt ent- 

5- Drichbug Nr. 20, Bl. 93. fagt haben. Bon zweien haben wir im 

d. d. 18. Juni. Relationen - Bb. dexc. 377 des Bamb. Archivs (Nr. 31 
1 BI. 1745 485, Bl. 116. 117%, . 113) Entſchuldigung und Asichnung 


374 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


dem fernften Norden Deutſchlands ſogar erflärte der Herzog von Mecklen— 
burg feine Feindſchaft; Dagegen fandten die dreißig mit Nürnberg verbün- 
deten Städte an einem Tage ven Markgrafen ihre Abfage!. 
Die bayerifchen Herzoge hatten theils durch Die Tage ihrer Befigungen, 
5 theils durch Verwandtſchaft und Handelsbeziehungen mannichfache Berüh— 
rungspunkte ſowohl mit Markgraf Albrecht als mit Nurnberg. Einen aber⸗ 
maligen Verſöhnungsverſuch ſehen wir denn auch faſt gleichzeitig mit dem 
Beginne der Feindſeligkeiten von Herzog Heinrich von Bayern ausgehen?. 
Auf deſſen Einladung erſchienen am 14. Juli um Mittag die Nürnberger 
10 Rathsfrennde Konrad Paumgartner und Anton Tallner mit einem Raths⸗ 
jchreiber zu Ingolftadt, wo fie um den Herzog den Biſchof von Augsburg, 
drei Räthe des Herzogs Albrecht von Bayern-Münden und eine Reihe von 
geladenen Stäpteboten fanden: Erhard Reich und den Grefenreuter von 
Regensburg, Andreas Yridinger und Leonhard Langmantel bon Augsburg, 
15 Hans Beſſrer und Konrad Dt von Ulm, Hans Einkürn von Nördlingen, 
Michael Im Hoff von Donauwörth. | 
Zwei Stunden nad) Mittag wurden die Geſandten bei Hofe empfan⸗ 
gen und nach Erledigung der nöthigen Förmlichkeiten und einer Rückſprache 
mit den übrigen Städteboten ſetzte Hans von Frauenberg die friedlichen In⸗ 
20 tentionen feines Herrn auseinander, dem Nürnberg's Streit mit Markgraf 
Albrecht leid fei und der zu deſſen Beilegung einen Verſuch machen wolle, 
indem er die Nurnberger ohne ihre Gegner zu ſich geladen habe. Das möch⸗ 
ten fie fich genügen laſſen. 
Nach kurzer Beratung, mwährend-veren die andern Städteboten vor 
25 dem Herzog blieben, dankten die Nürnberger Abgeorpneten für die guten 
Abfichten des Fürften und erklärten fi) bereit, feine Wünfche zu vernehmen. 
Hierauf ſprach Herzog Albrecht's Rath Konrad von Egloffftein und begehrte, 
die Botſchaft möge Wege angeben, die zur Richtung dienen und die Sache 
zu einem guten Ende führen könnten. Nun recapitulixten die Gefandten den 
30 bisherigen Verlauf der Angelegenheit und ver Bemühungen, fie zu orbnen, 
und ſchilderten ven Schaden, den fie duch Markgraf Albrecht erlitten hätten 





vorgefunden, von ‘Heinrich, hergog in 


Sieien, zu Groffinglo am, Eroffen x.’ u. 
von ‘Johann grave ze Schawnburg, obri- 
ftem marſchalk in Steir’. Beide gebran- 
hen als Vorwand, den Zorn des Königs 
Friedrich zu fürchten , der in der Sache 
als Bermittler aufgetreten fei. 

I. Stälin, Wirtemb. Geſch. III, 
S. 475. Markgraf Albrecht theilt in 
einem kurzen Schreiben feinen Hauptleite 


ten in Ansbach mit, Daß er von der Nürn⸗ 
berger wegen von allen Reicheftäbten ber 
Bereinung in Schwaben Feindsbriefe er- 
balten habe und gebietet ihnen, wobl auf 
der Hut zu fein. Dat. “im veld zu Oders- 
mäül’ am 12. Zuli 1449. (Bamb. Arc. 
Fasc. 377, Nr. 44.) 
2. Das Folgende: Relat.-Bd. 484, 

Bl. 180f.; 485, Bl. 123°— 1275. 





Beilage I. Bu 375 


zınd noch täglich erleiden müßten. Da es indeß fpät geworden war, begann 
Stonrad von Egloffftein eine Unterredung mit den Regensburgiſchen Rathe- 
Werren und brachte durch deren Vermittlung zur Kenntniß der Nürnberger, 
Des Markgrafen Räthe glaubten, daß die Sache am leichteften zu fchlichten 
_zväre, wenn man dem Markgrafen Geld gäbe. Damit Iied n man des Abends 
soon Hof ab. 

Nach reifliher Ueberlegung und Berathung mit den übrigen Städti- 
Shen erklärten die Nürnberger am andern Morgen dem Herzog: ihre Vater- 
Stadt fei von dem Markgrafen trog aller königlichen Gebote und eigenen 

> Mechtserbietungen auf alle Weife beſchädigt worden und fünne auf einen 
Borfchlag, wie der geftrige fei, nun und nimmer eingehen. 

Trotzdem ward das Anfinnen nad Tifche wiederholt und die Boiſchaft 
ermahnt, unſern Herrgott anzuſehen, den armen Mann und die künftigen 
Schäden; dann erſuchte man auch noch die übrigen Städteboten, ihren Freun— 

5 Den von Nürnberg die Annahme nes Vorſchlages zu empfehlen, welche jedoch 
Dieß Anfinnen abwiefen, da es ven Nürnbergern ale ven Beichädigten nicht 
Tüglich jei, Geld over Gut zu geben. 

Un: das Unpafjende der Forderung zu mildern, meinte der Herzog 

Hierauf, man folle dem Markgrafen Geld leihen oder den Goſtenhof, den 

20 Kloſterſchutz, Wildbann und Landgericht von ihm faufen. Da von den an— 
weſenden Stäbtifchen nur Neid) mit in Bamberg geweſen, fetten die Nürn- 
Berger nun die Verhältniffe diefer vier Punkte auseinander und wieſen im 
Einvernehmen mit jenen auch dieſe Vorfchläge ab: es ſei nicht Noth, noch 
gebührlid), — wurde geantwortet — das zu faufen, was man bereits habe, 

5 um Geld zu leihen (obwohl die Stadt damit fhon manches Mal ven Mark: 
grafen ausgeholfen) fei jet eme ungünftige Zeit und eine Abfinbungsfumme 
werde man nie geben. 

Auf das hin meinte der Herzog, e8 würde am beften fein, wenn die 
Geſandten über diefe Vorſchläge fih zu Haufe genaue Inftructionen erhol- 

30 ten, und ſchlug ihnen vor, am 30. Juli abermals’ vor ihm zu erfcheinen, was . 
gegen Zuficherung freien Geleites verſprochen wurde. 

An dem genannten Tage Abends trafen von Nürnberg Konrad Paunı- 
gartner,. Jörg Derrer und Anton Tallner mit einem Rathsfchreiben in In— 
golftent ein!, wo fie alle übrigen Städteboten wieder verſammelt fanden. 

35 Der nächte Tag ging verloren, da Herzog Albreht von Münden erjt um 
Mittag anfam. Außer. ihm waren der Bifchof von Augsburg perfönlic) zu= 
‚gegen, der von Paſſau und die Grafen von Wirtemberg durch ihre Räthe 


1. Das Folgende: Nelationen-Bd. 484, DI. 1835f.; 485, Bl. 1276— 130%, 


rn _ . 
— 


376 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Fr. 
—E 


vertreten. Der Markgraf hatte Dr. Peter Knorr, den Chorherrn Medlinger 
und den Landſchreiber Johann Ulmer abgeordnet. | 
. Nachdem Konrad von Egloffitein die Verhandlungen eröffnet hatte, er⸗ 
Härte die Nürnberger Rathsbotſchaft auf Einlanung der Fürſten: ihre Stadt 
5 fei wider Gott und Recht beſchädigt worden; wilrven fie und Konrad von 
Heide wieder in den Beſitz der Schlöffer und Güter gefett, die ihnen ab⸗ 
gerungen worden, fo wollten fie mit Markgraf Albredt um die Hauptſache 
und um Alles, was feither gejchehen, anf die zwei Herzoge von Bayern, Hein- 
rich und Albrecht, und ven Bifchof von Augsburg ale Obmann zu rechtlichem 
10 Austrage kommen. 

Auf das hin wurde Dr. Knorr in Gegenwart ber Städteboten vor bie 
Fürften geführt und begann nun, ftatt auch ſeinerſeits eine Rechtderbietung 
zu thun, über den Herm von Heided in Schmähungen auszubrechen. Schon 
in Bamberg habe der Markgraf verlangt, daß man ihm diefen wie einen 

15 Mordbrenner ausliefere; jetst habe ex ihn am Gut geftraft uub wollte ihn 
auch gerne am Leib ftrafen; was er ihm genommen, wolle er. behalten un» 
nicht wieder zurüdgeben; wenn jener glaube, daß ihm Unrecht geſchehen, 
möge er ihn doch al8 einen Yürften vor die Fürften des Reiches fordern. 
Gegen die Nürnberger wurden alle Anjchulpigungen, die zu Bauberg erho— 

20 ben worden waren, neuerdings ins Feld geführt. 

Diefe antworteten darauf: zu offener Verhörung feien fie nicht bevoll: 
mächtigt; wenn Konrad von Heide felbft zugegen wäre, würde er die gegen 
ihn vorgebradhten Vorwürfe zu widerlegen wiflen; was fie And ihre Stadt 
beträfe, fo hätten fie nicht8 von der Herrichaft Gut inne, ſondern was fr 

25 befäßen, fei ihr eigen, das fie nicht zu verlieren hofften. e 

Hierauf ließen die Fürften mit den Boten der Stäbte reben: es fi . 
nicht förmlich und gewöhnlich, nad) Kriegsrecht, daß ver Markgraf, wesen 
jenen genommen, vor rechtlichen Austrag wiedergebe; dieß und was damit | 
zuſammenhänge bilde vielmehr ven erſten Gegenftand der Rechtsverhand⸗ 

30 (ungen. Wenn aber auch — fuhren vie fürftlichen Räthe fort — der Streitj 
zwischen Nürnberg und dem Markgrafen jetzt gefehlichtet werben könnte, | 
fei doch wor der Hand nicht an Ruhe zu denken, da noch ein Handel zwildch 
dem Grafen von Wirtemberg und venen von Eplingen vorhanden fei. Wei 
diefer nicht gleichzeitig beigelegt, jo wäre der Markgraf dem von Wirtembe 

35 dev fein Helfer fei, auch hilfepflichtig und der Krieg nicht abgewendet. "Dy 
um hätten die Fürſten gedacht, einen neuen Tag zwifchen allen biefen % 
teten nach Lauingen auszufchreiben und perfönlich dahin zu kommen, im 
Hoffnung, alle Fürften, ‚welche durch die gegenwärtige Yage der Dinge be 
ſeien, auch dort zu weft. ’ 













——n., 
———.n 


— 


Beilage ll. . . 377 


Ohne Zaudern gingen die Gefandten der Städte auf dieſen Borfchlag 
ein. Darauf ließen ihnen die anmefenvden drei Fürſten ſagen, welcher Theil, 
der Markgraf oder Rinmberg, anf dem Tage zu Lauingen anf ihre Vorſchläge 
nicht eingehen wolle?, gegen ven würben fie dem andern helfen. Das hätten 

5 fle auch des Markgrafen Botſchaft erklärt. 

Damit ſchied man von Ingolſtadt ab. Herzog Heintich hatte zu ven 
beiden Tagen dort die Geſandten Nurnberg's durch feine Leute ficher geleiten 
laſſen und gewährte ihnen fein Geleit auch wieder zu dem neuen Tage. 

Während dieſer Verhandlungen hatten vie Yernpfeligkeiten feinen Augen- 

10 blid geruht. Am Vorabende des zweiten Imgolftäbter Tages war, wicht ohne 
Schuld der Beſatzung, das Schloß Heideck gefallen?; während in Schwaben 
die von Hal manchen gänftigen Erfolg errangen?, gelang es Markgraf Ak 
brecht am 13. Anguft auch das Nürnberger Schloß Lichtenau einzimehnen *. 

Bir erinnern uns, wie dringend man früher von Nürnberg aus bie 

15 Hilfe gemeiner Städte erbeten hatte. Sie ließ lange auf fid) warten. Am 
21. Juli erging eine neue Mahnung an die Berſammlung der Stäpteboten, 
bie jet zu Rörblingen tagte: Ir wellet euch txeffenlich und weislich unters 
reden‘ — werben fie gebeten — ‘und fo wil darzu tun, daz ung mit der ftett 
baiden anzalen noch om alles vertziehen hilf und beiſtand geſchehe, denn wer 

20 das ee geſchehen, es ſolt ven ſtetten zu ere und were gedient haben’®. End⸗ 
lich am 25. Juli konnte ver Rath feinem Gefandten am Hofe König Fried⸗ 
rich's melden, daß gemeine Städte drei Hauptleute ernannt haben: Stephan 
Hangenor von Augsburg, Walther Ehinger von Ulm und Jeronimus Bor 
pfinger von Nördlingen, denen der Ritter Jörg vdn Geroldseck beigegeben 

23: wer. Mit ftattlihen Schaaren waren fie nach Rotenburg gelounnen und 
hatten ven Feinden bereits anſehnlichen Schaven zugefügt‘. Es ſcheint, daß 
fie darüber ihre Hauptaufgabe wieder vergaßen. Denn der Kath von Nürn- 
berg muß fie auffordern, fich fofort olme Verzug mit ihrem reifigen Zeug 
nah Nürnberg zu verfügen”. Am 10. Anguft zogen fle mit wierhundert 

30 Pferden in die Stadt ein®. Dort wurden bereitd wieder Gefandte zu dem 
Tage nad) Yauingen abgefertigt. 

Zu Lauingen erfihtenen am 15. Auguft die drei Sürften, die den Tag 
ausgefchrieben?, von Rürnberg Berthold Volkamer, Konrad Paumgartner, 
Jörg Derrer und Anton Talluer mit ihrem Schreiber, die andern Städte⸗ 


* gleycher Dinge gi verfolgen 5. Briefbud Nr. 20, BL. 106—108. 
te” (Cod. 484, Bi. 6. a. a. O. 3. 109-111. 
2. Dal. nen. 130 u. 188. 7. 200.8 113. 
3. Stälin, Wirtemberg. Geſchichte 8. f. d. Kriegsbericht ©. 157. 158. 
9. Das Folgende: Relat.-Bb. 484, 
1 


1. 
II, 475. 
4. Bol. oben S. 130 u. 155. BL. 186ff.; 485, BI. 1316137, 


378 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


boten, welche zu Ingolftapt gewefen, zu denen dießmal noch Eßlinger Bevoll- 
mächtigte famen, von des Markgrafen Seite Landrichter Hans von Seden- 
dorff, Dr. Peter Knorr, Hans Medlinger und der Landſchreiber Ulmer. Die 
alten Streitpunfte wurden audy bier wieder erörtert. Eine Urkunde, die das 
5 Berhältnif der Burggrafen zu der Stadt Nitnberg im Jahre 1350 betraf", 
auf die fich der Markgraf früher einmal bezogen hatte, wurde von den Nürn- 
bergern in einer vidimirten Abjchrift verlefen, wobei fich herausſtellte, daß 
Albrecht bei feinen Hinweifungen fich mancherlei Entftellungen und Kürzun⸗ 
gen hatte zu Schulden kommen laſſen. Auch wiederholten die von Nürnberg 
10 jene Rechtserbietung, welche fie bereits zu Bamberg gethan hatten. 

Hierauf verfuchten die Fürften, wenigftens für geraume Zeit einen 
Frieden zu Stande zu bringen, während deſſen jeder Theil im Beſitze der 
Güter, die er feit dem Ausbruche der Streitigkeiten erworben, bleiben follte. 
Das wiefen freilih die Gefandten Nürnberg’8 von furzer Hand ab und 

15 trugen darauf an, die anweſenden Fürften möchten erkennen, ob die Rechts⸗ 
erbietung der Nürnberger nicht als billig, rechtlich, veplih und volllommen 
zu erachten ſei und ob fie nicht darauf Hin wieder in den Beſitz der ihnen 
entriffenen Güter, Schlöffer, Zehnten und Gülten geſetzt werden follten. 
Darauf gingen nun die marfgräflichen Geſandten eben jo wenig ein, als ſich 

20 die Fürften zu einem ſolchen Erfenntniß bereit finden ließen. 

Nun trat man mit einem föniglichen Briefe auf, der den Erzbifchof 
von Mainz, den Herzog Heinrich von Bayern und den Biſchof von Augaburg 
zu Commifjarien ernannte, um den Streit vechtlich zu entſcheiden. In Ab- 

weſenheit des erften erließen die beiden andern Fürſten ein Friedendgebot, 

25 das bet ſchwerer Strafe beiten ftreitenven Theilen, fowie ihren Helfern und 
Helfershelfern auferlegte, ftille zu figen?. 

Darauf entgegneten die Rathsboten, daß fie in Erwägung des Berfah- 
rend, dad Markgraf Albrecht bisher den Fäniglichen Briefen entgegengejegt 
habe, dieſen Spruch und Brief nicht annehmen, noch an ihre Herren zu 

zo bringen ſich unterfangen wollten. Damit ſchieden ſie ab. 

Der Biſchof von Augsburg aber und Herzog Heinrich von Bayern 
ſandten ihren Spruchbrief durch einen eigenen Geſandten, Wilhelm Schenck 
von Geyern, ven Pfleger des Herzogs Heinrich zu Hilpoltſtein, an den Rath 
zu Nürnberg. Diejer überreichte ihn am 26. Auguſt. Dem römifchen Könige 

35 zu Ehren erklärte ver Rath das Schreiben annehmen zu wollen, doch mit der 

Es ift der Bergleich vom 18. Sept. ſtehen. Diefer Inbel fih Cod. 481, Bl. 
1350, ber Mon. Zoll. III, Nr. 256 in 188 ee 
der fäbtifchen Ausfertigung mitgetbeilt 2. Der Brief ift in den Kriegäbericht 


iſt. Letztere erwähnt weientliche Punkte bei Erwähnung des Lauinger Tages voll- 
nicht, welche in dem burggräflichen Reverſe fländig aufgenommen: S. 162—167. 


— 














Beilage I. 379 


ausdrücklichen Berwahrung, daß dieß ihm und ven Seinen an ihrer Gerech⸗ 
tigkeit und Nothdurft feinen Schaden thue. Aus formellen und materiellen 
Gründen hielt man fi, in Nürnberg durch viefes Aktenſtück nicht gebunden, 
weil die königliche Commiſſion auf drei Fürften gelautet hatte, der Brief 
5 jedoch nur von zweien ausgegangen war, und da man in der politifchen 
Lage ſowohl als insbefondere in der Perſon des Gegners nicht die geringfte 
Garantie für. Öegenfeitigkeit in Aufrechterhaltung der Bedingung des Still- 
figens erbliden konnte. Man ift verjucht, zu glauben, daß der Markgraf 
Albrecht von dieſer Weigerung Nürnberg's Kenntniß hatte, da er ſich plötz⸗ 
10 lich entſchloß, feinerfeitS auf vie königliche Propofition einzugehen?. Am 
28. Auguft ſchickte er dem Rath Die Abfchrift eines Briefes, den er am felben 
Tage an Herzog Heinrich von Bayern hatte ergehen laflen. Wiewohl ihm 
— heißt es darin — das“ bitter jei, nach ſchwerer und grober Verhandlung, 
die er und die Seinen erfahren, und da er außerdem als Helfer etlicher 
15 Fürſten gegen etliche andere Städte noch in offener Fehde fei oder in ſolche 
fommen möchte, jo fei er dod Seinen königlichen Gnaden zu Ehren und 
Wohlgefallen und in der Erwägung, daß dem Herzog daran gelegen jet, 
willig, dem füniglichen Gebote Folge zu leiften, wenn fich die von Nürnberg 
zu dem Gleichen verpflichten wollten. Darauf antwortete ihm der Rath, er 
20 werde feine Entſcheidung den föniglihen Commiſſaren vorlegen. 

Es ift möglich, daß man in Nürnberg auf dieß hin noch ein Mal reif- 
fich itberlegte, was zu thun fei, — bald kennzeichnete ein neuer Brief Marl: 
graf Albrecht's vom 31. Auguft deffen wahre Oefinnungen. Unter dem 
Borwande, daß vie von Windsheim, Hal und andere Helfer Nürnberg’s 

35 feine Boten beſchädigt haben, forderte er ven Rath auf, ihm ven dadurch 
erlittenen Schaden zu wandeln und zur Tehren, da er fich jonft Hagend an 
den König wenden müßte. Darauf’ — heißt es Ialonifch genug in der 
officiellen Relation — ‘hat im der rate nicht geantwurt’. Aber an den Her— 
zog Heinrich und ven Bifchof von Augsburg ging (va man ſich nicht getraute 

30 eine ganze Geſandtſchaft ficher hin und wieder zu bringen) ein Vote mit 
einem Briefe des Rathes ab, in welchem die nämliche Antwort ertheilt wird, 
die man früher an Schend von Geyern gegeben. Am 15. September wurde 
vderfelbe zu Landshut vom Herzoge freundlich empfangen, worauf er ſich zu 
dem Bifchof begab. 





1. Der Erzbifchof von Mainz erflärte 
erft am 29. Auguft von Alchaffenburg 
aus feine Einwilligung. Nelat.-Bd. 484, 
Bl. 191. In einen Briefe des Wilhelm 
Schend von Geyern an Markgraf Albrecht 
(25. Auguft) heißt es, daß ihm Herzog 
Heinrich den Brief mit dem Bedeuten ge- 


geben habe, wenn die Nürnberger ihn 
nicht nehmen wollten, ‘jo ſolt er in den 
fürberffen und weck reyten'. Bamb. Arch. 
Fasc. 377, Nr. 62, 
2. Die Daten des Folgenden |. Re⸗ 
lat. -Bb. 484, Bl. 192ff.; 485, BI. 1556 


—141b, 


| 


or 


oO 


15 


380 V. Nürmberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Der Rath aber appellirte zur rechten Zeit und in rechter Ordnung 
bon dem verpönten Friedensgebote an den römischen König. 

Anfangs September begann dann der berühmte Rechtögelehrte, Licen⸗ 
tiat Martin Mayer eine Runvreife an eine Reihe fürftficher Höfe, zu den 
Eidgenofien ımd an acht Städte, um im Intereffe Nürnberg's thätig zu fein. 
Bon den Fürften war e8 befonders Herzog Albrecht von Defterreich, deſſen 
Freundſchaft man ſich durch dieſe Sendung zu bewahren ftrebte?. 

Um dieſe Zeit entwickelte auch der Städtetag in Ulm eine lebhafte 
Thätigkeit; am 6. September beſchloß er, jede Stadt ſolle bei Strafe ihre 
Anzahl veifigen Gezenges Iängftens bis zum 14. September nad) Nördlingen 
oder bis zum 16. September nad) Rotenburg a. d. Tauber ftellen, nebſt 
den rückſtändigen Büchfen- und Armbruftihügen. Graf Ludwig von Bir: 
temberg habe feine Vermittlung bei dem ausgebrochenen Kriege angeboten, 
weil er nicht zweifle, ‚daß auch Die andere Parthie feine Bermittlung annd- 
men werde. Inzwiſchen werde es gut fein, wenn man der Welt Elar zeig, 
wie muthwillig die Städtefeinde den Krieg angefangen haben; unterveflen 
jollen die Städte darüber rathichlagen, dag man dem Grafen eine ftanphafte 
Antwort geben könne. Statt der 800 zu Roß und 800 zu Fuß, welche man 
babe aufitellen wollen, ſeien Schweizer in Solo zu nehmen und mit folden 


1. Die Aufforderung an Mayer, fich 


dieſer Sendung zu unterziehen umb fein 


Nr. 20, 


Acereditiv ftehen im Ba r 
eſtallung 


BI. 148, 149. Ueber die 


Martin Mayer’ 8 finde ich Folgendes in 


viel, dieſel 


dem Beſtallun ek der Lojungftube 
(Nr. 296 im ) 81. 156, 157: 
Su wiſſen, man hat meifter Mertein 
Mayer eftellt drew jare die nechiten nach⸗ 

einander, das er dem rate zu Nuremberg 
zu irer und der iren notdurft in geiftlichen 
und werltlichen jachen, auch ir bottichaft 
zu werben, wohin fie der bebürffen und 
begern, umb den benennten fold mit guten 
trewen dienen und volbringen, iren nut 
und fromen fürdern und werben unb iven 
fchaben wenden und warnen fulle und 
wölle, alſverren er fun und müge treu- 
lich on aller ſlacht geverb, alſo das er in 
ſolchen dienfte dieſe zeit nicht ab zu jagen 
bat; wol mag im ein rate, wenn fie ba 
witchen wollen, den dienſte ab ſagen. er 
* auch die zeit nemlich gefliffen fein, 
teglich in des rats jchreibftuben zu geen 
und bes rats lewffe und gelegenheit borinn 
vleiffig ein und war nemen, das im ba 
gegönt und flat getan fol werben. ob auch 
zu zeiten geſchen in der ſchreibſtuben zu 


en zeit ſol er auch dorinn helf⸗ 


fen ſchreiben, und was er des rats und 
der Stat geheyme eynneme, erfar und wi, 
das er das, die weil er lebt, verſwigen 
haben unb gein nyemand melden fulle 
und wölle, aud on all arglift und geverd, 
als er das alles zu halten ein aid zu get 
und ben heiligen in dem rate gefmom 
bat. feria 2. in die fancti Blafüt (Febr. 3.) 
anno 49. Und fein fol (sic) fol dieſe drew 
jare fein all wochen zwen gulden landſwe⸗ 
rung und barkır fur bibales ygliche jars 
20 gulden verfelben werung’. 

m Jahre 1452 wurde er auf weitere 
zehn Jahre beſtellt und follte alle Jahre 
225 Gulden erhalten, wenn er aber „in 
den Rath genommen“ werde, jolle er bazıı 
noch jedes Jahr 50 Gulden und bie ge 
bräuchlichen bibales', wie ein anderer 
Rathsſchreiber, befommen ; auferbem N in 
ieder Woche 2 Gulden "Hibales”, 
man ihn zu Dienften außerhalb ber —* 
verwendet. Wenn er Die zehn Jahre aus⸗ 
gedient hat, foll er auf Lebenszeit jährlid 
125 Gulden Leibgeding erhalten. Actum 
fabbato ante Antony (15. Iänn.) anne 
52°. In demjelben Sabre erbielt er 100 
Gulden zu Liebung oder zu Steuer au 
dem Doctorat. 





Beilage I. 381 


und Reifigen der Stadt augriffsweife zu verfahren. Jede Stadt folle mit 
der Anzahl reifigen Gezeuges und Fußvolkes fo gerüftet fein, daß fie dieſelbe 
ſogleich ftellen könne, wenn Ulm deßhalb ein Schreiben ergehen lafle ...... 
Behufs einer nachdrücklichen, äbereinftimmenven Leitung des Krieges wur⸗ 

s den die fünf Städte Augsburg, Nördlingen, Eßlingen, Memmingen und Ulm 
erwählt, daß fie wegen des Krieges beftänvig eine Rathsbotſchaft zu Ulm 
und zwar mit voller Gewalt haben follten‘. 

Diefe Mafregeln waren freilich hauptſächlich mit Rückſicht auf die 
Kriegsläufe in Schwaben getroffen, aber, energiſch durchgeführt, hätten fie 

10 nicht verfehlt von größten Vortheil file Die Sache der Städte auch in Fran⸗ 
ten za fein. Dort war gernde im dieſe Zeit auf einmal der Krieg an bie 
ſchwäbiſche Grenze gefpielt worven. Markgraf Albrecht hatte ſich mit feinem 
Bruder Johames in das Rotenburgiſche Gebiet gewerfen und das Land 
weit und breit verwäßtet; am 12. September erflürmte und verbraunte er 

15 Ilshofen, ward aber felbft am Schenfel verwimbet. Während er an diefer 
Berlegung zu Krailsheim krank lag, fette fein Feldhauptmaun Beinrid von - 
Krailsheim den Kampf fort und warf die Haller zuräd, vie vor Das Schloß 
gezugen waren ?. 

Die Abweſenheit des gefährlichen Gegners juchten gleichzeitig die Nürn- 

.20 berger durch einen Sturm auf Altdorf (23.— 25. September) für fi) 
fruchtbar zu machen, der aber mißlang?. 

Um diefe Zeit begeguen wir einem neuen Bermittinngsverfuche eines 
wittel8bachifchen Fürften. Nach dem Tode des Pfalzgrafen Lndwig (13. Aug. 
1449) hatte jein Bruder Friedrich (nachmals der Siegreiche genannt) die 

25 Regentfchaft und Bormundſchaft über des Berlebten Sohn übernommen. 
Betten ven Beitrebungen ſeines Bruders — ſchrieb er am 17. September 
— wolle er verfuchen, ven Markgrafen Albrecht und die Stadt zu verfähnen 
und fchlage deßhalb vor, am 19. October emen Tag zu Bretten zu beſuchen, 
auf dem er perföndih zu erſcheinen gedenke. Der Rath nahm ſein Anerbie⸗ 

zo ten dankbar an* 

Damals erließ nach langem Schweigen auch der römiſche König wie⸗ 
derum ein Schreiben an die Stadt Nürnberg. “Uns iſt angelangt’ — heißt 
es darin — wie dort oben zu lande red gee, daz der hohgeborn Albrecht 
marggraf zu Brandemburg zc den frieg, fo er gen' ew treib, mit unferm 

3 wülen und wiſſen fürgenomen hab und übe. nu laſſen wir ew wiffen, daz 


I. Wörtlih ans Stälin's Wirtemb. 3. ſ. d. Kriegsbericht ©. 169 u. 170. 
Gig. II, 479, 480. “4. Relat. Bo. 484, BL. 194-196; 
Stälin 2.0.0. ©. 475, 476; 185, Bl. 141b—145b, 

vgl. "sen ©. 168. 


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382 V. Nürnberg’8 Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ſölh des marggrafen handlung und flirnemen on unfern willen und wiffen 
befchehen ift und beſchiht und wir auch daran gar fein gefallen, ſunder groſs 
mifsfallen haben, und hatten gehoffet, er fülte unfern gepotten, fo wir im 
etwie offt in den fachen getan haben, ſeyn gehorfam gewefen’. Weiter wird 
gefagt, der König habe durch die Gefandten Nürnberg’8 an feinem Hofe! 
erfahren, daß die Stadt fi durch fein Friedensgebot? verlegt glaube. 
Darum wolle er feine getrenen Räthe Hans von Neitperg und Hans von 
Starhemberg? fchiden, die Sache zu unterſuchen und einen Frieden zu ver- 
mitteln. Das waren wohl ſchöne Worte*; aber vor der Hand änderten fie 


die Situation nicht im geringften, ebenjowenig als dieß durch eine päpftliche- 


Bulle gefhah, welche in denfelben Tagen, durch den Bifchof von Augsburg 
überfandt, zu Nürnberg eintraf. Nachdem Se. Heiligkeit fein Bedauern 
über den entfponnenen Streit ausgefprocdhen, der, wenn nicht bald abgehol- 
fen werbe, großes Wirrfal und unendliches Unheil zu erzeugen drohe?, giebt 
er den Wunfch zu erkennen, dieſem Uebel entgegenzutreten und für das 
Wohl Deutfchlands zu forgen, erflärt, daß er dem Cardinal-Biſchof von 
Augsburg Vollmacht gegeben habe, einen Frieden zu vermitteln, und er- 
mahnt ven Rath eindringlich zu einem willigen Entgegentommen, wie ex in 
demfelben Sinne aud) dem Markgrafen Albrecht geſchrieben habe®. 

Der Biſchof, der Die Bulle mittheilte, wollte fi, in Rüdficht auf den 
von Pfalzgraf Friedrich nad) Bretten ausgefchriebenen Tag, vor der Hand 
mit diefer Ankündigung begnügen und erft, wenn auch diefer Verſuch miß- 
länge, feinerfeit8 eingreifen”. 

Aber das Zuftandelommen dieſes Tages hatte vorerft nod) mit man= 
nichfachen Schwierigfeiten zu kämpfen. Es wurde zu mehreren Malen die 
Beitimmung des Ortes der Conferenz geändert und theils durch Weigerung 
eines der betheiligten Fürſten, theils durch Verfpätung der Boten, theils 
durch deren Feſtnahme und Beraubung, zum Theile auch durch die lang- 
wierigen Berhanblungen über das Geleit der Termin von einer Woche zur 
anderen verſchoben, bis endlich der Pfalzgraf einlud, am 12. Januar des 








1. Niklas Muffel und Erhard Syner. 

2. Das in Rauingen präjentirt wor- 
den war. 

3. Nur der erftere erfcheint fpäter auf 
dem Tage zu München. 

4. Der Tönigliche Brief d. d. Laibach 
13. September fteht Relationen⸗Bd. 484, 
Bl. 197. 

5. ‘ex quibus (bellis), nisi reme- 


dium apponatur, magna scandala et 
infinita mala provenient. 

6. Diele Bulle Papft Nicolaus V. 
(Dilectis filiie) ift batirt vom 1. Sep- 
tember 1449, pontif. a. III. Sie ſteht 
Rel.-Bd. 484, Bl. 198, 199. 

7. Der Brief des Biſchofs d. d. Dil- 


lingen 5. Oct. mit ber eingefchloffenen 


Bulle Relat.⸗Bd. 484, BI. 198. 


Beilage I. 383 


nächſten Jahres (1450) zu Heidelberg zufammenzutreffen, wogegen von 
feiner Seite Einfpradhe geſchah!. 
| Wir erinnern uns, daß ſchon früher der Rath auf Werbungen, die 
Albrecht Adhilles in der Schweiz vornahm, aufmerkfam wurde?. Als ver 
5 Markgraf feine Bemühungen in diefer Richtung fortfegte, erhielt er von. 
‘gemainer aidgenoßen ratöfreunden, ytzo der fach wegen zu Luceren ver- 
famet’, übeln Beſcheidẽ. Sie hätten Alles wohl erwogen — ward ihm auf 
feine Anfrage geantwortet —, was zwifchen ihm und der Stadt Nürnberg 
vorgegangen fei, fie hätten erfannt, wie er alle Nechtderbietungen jener 
10 verachtet und abgefchlagen habe, und es bedünke fie, als wolle er die Stadt 
wider und ohne Recht von dem heiligen römifchen Reiche drängen und das 
Reich zerglievern, was doch eine ſchwere Sache fein würbe. — Da fie nun 
auch — fahren fie fort — ein arm Glied des Reiches feien, fo gehe ihnen 
da8 billig zu Herzen und fei ihnen leid; darum bäten fie ven Markgrafen, 
15 die Rechtserbietung der Nürnberger gütig aufnehmen und nicht deren Stabt 
vom Reiche drängen zu wollen. Denn fonft müßten fie, ſoviel ihnen mög- 
lich ſei, dazu thun, daß das Reich bei feinem Stand und Herkommen, unzer=. 
trennt und unzerglievert, erhalten bleibe*. 
In feiner Rüdäußerung verwahrt fid) der Markgraf auf das ent- 
20 fohiedenfte gegen dieſen Vorwurf. Er wolle nur fein Recht; alle Bermitt- : 
lungsvorſchläge feien bisher an der Nürnberger Hoffart geſcheitert; noch 
immer fei er erbötig, die Sache vor den römischen König zu bringen; dazu 
möchten fie ihren Einfluß auf jene verwenden, ihnen zur Nachgiebigteit zu 
sathen ; ihnen zu helfen hätten fie nicht die geringfte Verpflichtung, aber ihm 
25 — ermahnt er fie — und feinen Brüdern jollten fie beiftehen, denn fie und : 
die übrigen Fürſten feien vie trefflichften Glieder und hätten die vorzäglidh- 
ften Aemter inne, auf die das heilige römiſche Reich gegründet und gejegt 
fei; auch ftünde er nicht allein, denn feine Sache fei die Sache von ſechs— 
unddreißig Fürſten, vie alle feft zu ihm hielten ®. 
30 Ueber dieſe Correfpondenz berichteten vie Eidgenofjen am 11. Detober 
an'die verbündeten Städte. Sie fügten dringende Ermahnungen zur Frie— 





1. Rel.-Bb. 484, BI. 201f., 207 ff. ; 
485, Bl. 1495 1525, 160% — 1706, 
(Nach den Relationen fteht es außer Zwei⸗ 
fel, daß der Heidelberger Tag vom Pfalz- 
grafen Friedrich angelegt worden, jo daß 
oben S. 198, 11 wohl nur ein Schreibver- 
fehen vorliegt, veranlaßt „wahricheinlich 
durch Nichtberiidfichtigung des erft kurz 
erfolgten Todes von Kurfürft Ludwig.) 

.2. |. den Brief Schürftab’8 an Halb⸗ 
eifen, oben ©. 364, 15 ff. 


3. Die Correfpondenz: Kel.-Bd. 484, 
Bl. 2036 ff. ; 485, Bl. 152°— 1608. 

4. Der Brief der Eid enofjen ift voll- 
ftändig, von dem des Marfgrafen ber 
Sl bei Baader ©. 253—257 abge= 
drudt 


5. Der Brief der Eidgenoffen iſt vom 
4., jener des Marfgrafen vom 19. Sep- 
tember. 


384 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


densliebe bei: man möge Mittel und Wege fuchen, um dem Kriege ein Ende 
zu machen; denn allen Chriftenmenfchen fei es erſchrecklich, zu hören, welch 
große Uebel aus dieſem Streite dem heiligen eich mit Verheerung der 
Lande und großem Blutvergießen erwachſe und erftehe?. 

3 Der Nürnberger Rath fühlte ſich veranlaßt, darauf hin ben Licentiaten 
Martin Mayer an vie Eidgenoſſen zu ſchicken, um ihnen ſchriftlich und 
mündlich der Stadt Nothdurft vorzubringen?. 

Es find dann nad) zwei Briefe zu erwähnen, Der eine, in dem Die Eid⸗ 
genofien ven Markgrafen bitten, fich anf Das Rechtbot“ der Stäbte einzu⸗ 

10 lafſen, und erklären, ‘wo das nit folt befchechen, nach dem und wir dann 
dem heiligen römifchen reich gemant fint, fo verfint ewer gnad wol, Das wir 
die lenge erenhalb nit mochten vertragen fein, nnd geburte im ven ſachen 
ze tum, was uns denn von des heiligen römischen reichs megen geburlichen 
je tun were, damit das heifig römiſch reich bey fernen fiat und herkommen 

15 unzerdrennet und unzerlidet beleiben mocht'. Darauf antwortet Dann der 
Markgraf, er wifle, daß die Reichsſtädte bei 2000 Mann aus der Schweiz 
unter ihren Truppen haben, umd glaube nicht, daß das linterlaffen dieſer 
Hilfeleiftung das Zuftandelommen einer Richtigung gehindert hätte. Er 
denke nicht daran, Nürnberg oder irgend ein anderes Gebiet vom Reiche zu 

20 dungen, fonvern im Gegentheile, er müſſe auf ver Hut fein, fein Fürſten⸗ 
thum zu behaupten, das es nicht zerlivet und vom heiligen veich zertvemmet 
werve’?, 

In dieſe Zeit fällen zwei Gefechte, Die aus der Unzahl Heiner Schar⸗ 
mittel, welche ſich bei den täglichen Raubzügen entipannen, hervorxagen: 

25 die Eroberung von Bayersdorf dur die Nürnberger am 5. November und 
an Rüdzugsgefecht am 12., das für vie Nürnbergifchen ein uungünftiges 
Ende nahm‘. 

In deuſelben Tagen erfuhr ver Rath, daß Thomas Pirkheimer, Dom- 
herr zu Regensburg?, gefonnen fei, an ven päpftlichen Hof zu reifen. Der 

30 Rath bat ihn, dem Papfte (fund andern ennden in dem ... bebſtlichem hof 
war ir des rede horet nnd end not und gepurlich zu ſein bedunken wirdet') 
den Streit der Stadt mit dem Markgrafen Albrecht auseinander zu ſetzen 
und Nürnberg zu verantworten. Nach dem Heidelberger Tage folle eine Ge- 
ſandtſchaft gemeiner Stäpte nad) Nom abgeordnet werben. Einftweilen 


Wartgraen | Genceht, ebenda Nr. 137) 
haha 23 til. 


1. Re.-Bp. 451, Bi. 2045, { Apri 
2. Briefbuch Nr. 20, Bl. 225. ri j. den Kriegebericht S. 178 1. 
3. Der Brief ber Eidgenoſſen Bamb. 180f. 

Ach. Fasc. 377, Nr. 124) iſt d. d. Lu- 5. Ans einem Nürnberger Geſchlecht, 


zern 16. März 1450, die Antwort des Ipäter Pfarrer zu St. Lorenz in Mitruberg. 





Beilage I. 385 


wurde der Domberr in aller Form als Nürnberg's Bevollmächtigter bei 

Papft Nicolaus accreditirt!. Aber’ diefe gelegentliche. Botſchaft ſchien nicht 

zu genügen. Wir fehen den Rath bald mit vielen Bevenfen die Abordnung 

eines neuen Gefandten beratben. Sicherlich war die Wahl der Perfönlichkeit 
5 feine leichte. Man jehe ein, — ſchreiht ver Rath? an Jörg Derrer, den 
Nürnbergifchen Abgeordneten am Ulmer Städtetage — daß dazu ein Mann 
nöthig fei, der fich in ſolchen Gefchäften bewährt habe; e8 feien VBerhand- 
lungen angelnüpft, die doch vorerft zu feinem Reſultate geführt haben. 
Derrer folle das ven Rathsfreunden der Städte melden, damit fie willen, 
10 dag man in Nürnberg nicht feire. Im December war man auch mit dem 
Pfarrer Leubing? einig geworden und hatte bereit3 ein Geleitfchreiben an 
den Dogen von Venedig, Franeesco Foscari, zunächft im Namen Nürn- 
berg’8, ausgefertigt; die übrigen Städte wurden davon in Kenntniß gefebt 
und aufgeforvert, ihm ihre Bollmachten nachzufchiden. Gleichwohl kam es 
15 jeßt nicht zur Ausführung diefes Planest. 

Pirkfheimer hat am 1. Januar 1450 von Rom ans über ſeine Sen- 
dung berichtet: e8 werde am päpftlichen Hofe allerlei gegen manche Städte 
des Reiches vorgenommen, doch ſei der heilige Bater ver Stadt Nürnberg 
in befonderen Gnaden geneigt. Daranf antwortet ihm der Rath am 28. Ja⸗ 

20 nuar: wo er des Rathes und der Stadt Nürnberg gedenken höre, möge er 
ftets ihr Beſtes prüfen und fie gütlich verantworten. ine Städtebotſchaft 
fei noch immer nicht abgegangen, da man durch zahlreiche Tagleiſtungen zu 
jehr aufgehalten werde. Doch hoffe man, diefes Vorhaben in Bälde ausfüh- 
ven zu können. 

25 Darüber war die Zeit des Heidelberger Tages® herangelommen. Am 

I. Am 9. Novbr. Briefb. Nr. 20, temden Schreibens kurz recapitulirt. Spä- 
Bl. 224. ter ſcheint der bier ausgeſprochene Vorſatz 

2. Am 25.Noobr. a.a.D. 81.243 in —— gegangen zu ſein. Ein Ul⸗ 

-246. mer, Reinbolt Fincke', ſchreibt am 19. 

3. Leubing bat im Verlaufe des März 1450 der Stadt Gmünd: ‘Item 
Kriegs der Stadt gute Dienfte geleiftet. auch ift meilter Peter Nithart vor zehen 
Ein Eoder des Nbg. A. (Nr. 485; Pap.- tagen gein Konıe geritten, die ftette durch 
hoſchr. d. 17. Ih. Fol.), eine Aufam- fie felder, auch ander gegen unferm bei- 
menftelung aus älteren Schenkbüchern, ligen vater dem babft zu verantworten, 
iebt BI. 282 den Nachweis, daß Pfarrer wanıı gar groffe Hage vor finen gnaden 

eubing im Sabre 1450 ‘wegen gehabter * uber die ftette belut bat’. Am Schlufie 
mũh im fürgangen marggrävlichen krieg, des Briefes (Nr. 120 im Fasc. 377 des 
ein filbern vergulten jcheur’ (im Werth Bamb. Arch.) ſteht: ‘Item auch wiflent, 
von 6 M. AR. 2 ©.) verehrt erhielt. das die burn und ander ein buntſchu uß⸗ 

4. Brfb. Nr. 20. 81.253, 254; vgl. geruffen haben zum banner und nmier 
Bl. 330%, Fraupen dabij und fint gein Nam’. 

5. Der Bericht des Domberrn ift nur 6. Relationen über Dielen Tag im 
durch das Concept der Antwort des Ra- - Eod. 258, Bl. 1 —33b und eine zum 
thes (a. a. DO. Bl. 307) belannt, die, Theil abweichende Nebaction im Cod. 
wie üblich, den Inhalt des zu beantwor- 485, Bl. 1706— 2018 des Nbg. A. 

Stäptehronifen. II. 25 


386 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


12. Ianuay 1450, einem Montage, trafen von allen Seiten Fürften und _ 
Geſandte zu Heivelberg ein. Außer dem Pfalzgrafen Friedrich, melcher vie 
Conferenz veranlaßt hatte, waren anweſend: Markgraf Wibrecht, ver Erg 
biſchof Dietrich von Mainz, Herzog Albrecht von Oeſterreich, der Markgraf 
5 Jacob von Boden mit zwei Söhnen, der Graf Ulrich von Wirtemberg, die 
Bifchöfe von Speier, Worms und Augsburg, viele Grafen, Ritter und edle 
Herrn, Rathöreputationen von Nürnberg, Augsburg, Ulm und andern 
Städten des Bundes, außerdem von Bafel, Straßburg, Speier, Worms, 
Köln u. a. Die Parteien hatten auch ihre Rechtsbeiftände mitgebracht, auf 
10 der einen Seite führte Dr. Peter Knorr, anf der andern Gregor Heimburg 
das Wort. Die Nürnbergifchen Gefandten waren Berthold Bolfamer, Jürg 
Derrer, Anton Zallner und der Rathsſchreiber Barthelome Neithart!. 
Am 13. Januar ließ der Pfalzgraf den Nürnbergifhen und gemeiner 
Städte Boten vorfchlagen, feine offene Verhörung zu verlangen, jondem bie 
15 Sache in geheimer Verhandlung zu erledigen, worauf man jeden) nicht ein⸗ 
ging, da den Städten daran lag, vor den wielen hier anweſenden Fürſten 
alle ihre Beſchwerden vorzutragen. 
Als nun die Parteien vor dent Pfalzgrafen einander gegenüberſtanden, 
machte vor Allem Markgraf Albrecht ven Vorſchlag, es folle der Erzbiſchof 
20 von Mainz, Das höchſte und merflichite Glied des heiligen römiſchen Reiches, 
mit den Anforderungen, die er qn die Städte habe, beginnen. Dagegen be- 
tonten die Städtifchen, daß ver Styeit Nürnberg's mit dem Markgrafen die 
Hauptfache fei, die hier vorgenommen werben mäfle. Doch gaben fie endlich 
jo weit nad), die Klagen des Erzbifchofs zuerit hören zu wollen, venen jedoch 
25 exft dann geantwortet werden würde, wenn auch die Klagen Nürnberg’s 
gegen Markgraf Albrecht vorgebradht worden wären. Nun wurden durd) 
ven Hofmeifter des Erzbifchofs verſchiedene Gründe angegeben, welche dieſen 
bewogen, die Städte anzufeinden und des Markgrafen Helfer zu werben: 
eritens hätten fi) Die Städte bisher beftrebt, Die Geiftfichkeit in ihren Gehor- 
30 fam und Zwang zu bringen; zweitens unterftänden fie fich, den Adel zu un- 
tervrüden und befonders einzelne Mitglieder der Ritterfchaft zu ungebühr- 
lichen Gelübden zu drängen. 


1. Es ift nicht unintereffant, auch die aufichlagen. Im Jahre 1440 wurbe ihm 
Bedingungen kennen zu lernen, unter auf ſein Anfuchen bie Summe von 1000 fl. 
denen biejer feinen Dienft übernommen Landeswährung ausbezahlt, wogegen er in 
batte. Im Jahre 1419 beſtallt, fol er Zufunft wieder um jein altes ſelarium' 
jährlich im vier Raten 200 fl. und bie fortdienen will. Dieſe Aufzeichnung iR 
Trinkgelder erhaften, bie man andern von feiner eigenen Ban Engetragen. 
Schreibern giebt. Sollte er einft von Beſtall. der Loſungſtube Nbg. A. Nr. 296, 
Nürnberg wegziehen, jo Darf er doch nur BI. 61, 62. 
wieber in einer Reichsftabt feine Wohnung 





Beilage I. | 887 


Nach viefem beganı Markgraf Albrecht ‚perfünlidy feine Forderungen 
gegen Nürnberg vorzutragen und fich zu beſchweren, daß fie nach allen Rich— 
tungen über ihn klagend gefchrieben, namentlich daß fie ſich in dieſem Sinne 
an die Eidgenoſſen gewenvet hätten, worauf die Correjpondenz mit dieſen 

> verlefen wurde. 

Nachdem hierauf Dr. Knorr feinen Herrn gegen die Vorwürfe, er habe 
Nürnberg vom Reiche bringen wollen, er habe, ohne feinen Feindsbrief zu 
ſchicken, Bundesgenoſſen geworben und die Stadt befriegt u. |. w., verwahrt 
hatte, brachte er vor, dag die Nürnberger ihren Feindsbrief mit fieben Yar- 

o ben an einem Kränzlein hängend feinem Herin zu Schmad) und Verachtung 
zugefandt und ihn: alsbald Malmsbach genommen hätten; dann bejchwerte 
er fi) über das Verhalten ver Nürnberger gegenüber dem Lauinger Spruch 
und über die nächtliche Erftürmung von Windsbady unter Anführung von 
Berthold Volkamer, worüber fi ver Marfgraf aud) noch perſönlich beflagte, 

5 Da Bolkamer fein Lehensmann fer. Schließlich brachte Dr. Knorr die eben- 
falls Nachts. erfolgte Ueberrumpelung von Altporf zur Sprache und bemerfte 
endlich, daß alle viefe Feindſeligkeiten im directeſten Widerſpruche mit dem 
königlichen Gebote ftänden, das den Lauinger Spruch veranlaßt habe. 

Segen all’ dieſes verantworteten ſich hierauf die Nürnberger: Was 

20 Die in dem Schreiben an die Eidgenoffen enthaltene Aeußerung beträfe, fo 
fei anzunehmen, daß der Markgraf, der verfucht habe, die Bürger ver freien - 
Reichsſtadt unter fein Landgericht zu bringen, fid) wohl auch unterfangen 
möchte, fie zu beherrſchen; dagegen haften fie ihrerjeitS niemals (wie man 
ihnen vorgeworfen) des Markgrafen Fürſtenthum und Herrlichkeit angetaftet. 

25 Yuf Dr. Knorr's Rede ward geantwortet: der Markgraf habe allerdings, 
bevor er feinen Feindsbrief geſchickt, mit merklichem Zeug bei Lonerſtadt 
gelegen, das Feld verwüſtet u. j. w.; den Feindsbrief — fuhr man fort — 
habe Markgraf Albrecht ihuen in einem Strohfränzlein gefandt, wenn jener 
der Stadt ihm in einem feivenen Kränzlein zugeſchickt worden, fo fei dieß 

30 ohne Willen des Rathes gejchehen; felbft wenn dieß vorgefommen, müſſe 
man über die ſchlimme Behandlung ftaunen, die der Meberbringer im Lager 
erfahren habe. Wegen des Yauinger Briefes berief man ſich auf die Grund- 
jäße, die der Rath damals in feinen Corvefponvdenzen ausgeführt habe. 
Das Schloß Windsbach fei nicht bei Nacht erſtürmt worden, fondern „bei 
ss einer Stunde auf ven Tag” '; auf den ihm perfünlich gemachten Vormurf 
antwortete Berthold Bolfamer, er habe fich ſtets gehalten, wie es einen 
frommen Lehensmanne gebühre, wenn dem Markgrafen anders dünke, möge 


1. d. h. nad Rürnbergifcher Zeitrechnung eine Stunde nach Sonnenaufgang. 
ü 25* 


388 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


er gegen ihn ven Rechtsweg betreten. Altdorf endlich fei ebenfalls nicht bei 
Nacht berannt worden, fondern eine Stunde nad) Mittag. | 

Nun erhob fi der Augsburger Gefandte und erklärte, wie er das 

auch ſchon zu Lauingen gethan, daß das dort erlaffene Friedensgebot auch 
s nad) jeiner Anficht ungiltig fei, da zwei nicht Macht hätten, Das zu thun 
wozu drei beftellt geweſen. “ 

Nachdem ſich noch eine Debatte Über das Verhalten des Biſchofs von 
Bamberg erhoben hatte, ven der Markgraf vertheivigte, nahmen die von 
Nürnberg ihren erften Antrag, zu der Hauptſache zu greifen, wieder auf. 

10 Nun folgten eingehende Erörterungen über den Streit wegen bes Goften- 
hofes, ganz wie in Bamberg'. 

Hierauf wurden die Nürnberger Rathöfreunde durch den Bifchof von 
Augsburg, den Deutfchmeifter Jobſt von Benningen, ven Grafen Ludwig 
von Leiningen und Herrn Weiprecht von Helmftat im Namen des Pfalz- 

15 grafen gebeten, fi) an folcher Erzählung ihrer Hauptfache genügen zu laſſen, 
um firzer zu Sachen und Wegen greifen zu können, die zu Gütlichkeit und 
Frieden dienen würden; der Markgraf habe auf das gleiche Begehren ihren 
Herrn offene Zufage zu thun verſprochen. Dem Pfalzgrafen zu Liebe er- 
Härten hierauf die Nürnberger, ebenfalls darauf eingehen zu wollen. 

20 Nun bejchwerte fih der Markgraf in längern Worten über die Beein- 
trächtigung feines Landgerichts, über das Bauerngeriht, in Bezug auf die 
Lehen, den Klofterichug, ven Wildbann, Zoll und Geleit, wie über die Yand- 
wehr, worauf die Nürnberger, wie früher in Bamberg, entgegneten ?. 

Nachdem dieß erörtert war, begehrte Markgraf Albrecht von dem Pfalz. 

25 grafen die Erlauibnig, wider die von Nürnberg und gemeine Städte über- 
haupt im Namen aller Fürften und des gefanımten Adels des Reiches ihre 
Gebrechen aufzuführen. Als ver Pfalzgraf eingewilligt, begann er: Jene 
minderten und erniebrigten geiftliche Ordnung und priefterlihen Stand und 
begehrten ven Abel unter ſich zu bringen und zu vertilgen. Die von Nürn- 

30 berg insbeſondere hätten fein Burggrafthum angetaftet und feine Würden 
und Regalia zu ſchmälern gejucht; jetzt fagten fie, er Friege um einen Kübel 

‚Gulden, während er doch, wie jedermann einfehen müffe, durch die Ausfchrei- 


1. Dieß und fonftige Punkte, bei de- neyd ober zus leyb, funber im felber und 
ren Erörterung 3. Th. nur die Reben von den (feinen) zu fchut und (zu) gut und 
Bamberg wiederholt wurden, deuten wir auf fein felbe8 grunt und poden, darumb 
bier nur an. jo wer wol zu verften, das die von Nurm- 

2. Abweichend ift bier nur bie ſchöne berg ſolichs wol zu thün betten und dem 
Bertheidigung der „Landwehr“ durch Gre- marggraven clagens darumb nit not wer’. 
gor Heimburg: ‘Wann nun die recht lau- ob. 258, BI. 17; Eob. 485, Bl. 1856. 
ter ſagten, daz fich ein yeder man auf dem Ueber die Landwehr f. oben Nr. 19 ber 
feinen wol befriden möcht, nymant zu „Orbnungen“ &. 271 ff. 











Beilage I. 389 


tungen der Nürnberger mit ihnen in Feindſchaft gekommen fei. Der anme- 
jende Berthold Volkamer habe vor einiger Zeit zu Rotenburg gegen Martin 
von Eyb und Hans von Absberg die Aeuferung gethan: es müſſe noch da 
bin kommen, daß man die Wände in den Badftuben ausbrede, fo daß 
s Frauen und Männer unter einander baden; jedermann verftehe, wie Diefe 
Worte gemeint jeien: der Abel folle unterbrüdt, einer dem andern gleich 
werben. 
Nun folgte eme ganze Reihe von Beſchwerden, vie Albrecht gegen 
Nürnberg zu haben glaubte: wegen Beeinträchtigung des Klofters Heile- 
10 bronn, der Chorheren zu Ansbach und Feuchtwang, der Kirche zu Rofen- 
dorf, der Kloſterfrauen zu Engelthal, über Beläftigung des Abtes von 
Ebrach, über das Verbot, daß feine geiftliche Perfon in etlichen Meilen um 
Nürnberg liegende Güter faufen dürfe, fchließlich über ven Kauf Kornburg’s 
von Jörg von Sedendorff. Er und die Nürnberger — fuhr er dann fort — 
15 feien immer gute Freunde gewefen, bi8 er dem König und dem Haufe 
Oeſterreich zu Dienft gegen die Eidgenoſſen geritten fei; deßhalb aber hätten 
fie einen Unwillen gegen ihn gefaßt. 
Hierauf rief er Fürften, Grafen, Herren, Ritter und Knechte, den ges 
meinen Abel zu Zeugen auf, daß feine Klagen gerecht feien, daß vie Städte 
20 ſolchen Drang und Zwang feit geraumer Zeit gebt hätten und darin von 
Tag zu Tag weiter gingen, daß fie fein und anderer Fürften Fürftenthum 
und Herrlichkeit anzutaften wagten, fo daß fie Alle billig zur Gegenwehr be- 
wegt worden wären, um zu verhindern, daß fie von den Städten unterprüdt * 
mwürben. Sie möchten Alle dieß wohl zu Herzen nehmen und ſich mir ihm 
25 und den andern Fürften feit verbinden, damit fie das, was ihnen bisher 
von den Städten gefchehen, in Zukunft nicht mehr zu leiven hätten. 
Darauf antwortete Hans von Enzenberg im Namen des gefammten 
Adels und dankte dem Markgrafen für feine Rebe, in der er alle Gebrechen 
des Adels vorgebracht habe. Hilfe und Beiftand fei ihm von ihnen ficher, 
30 wie er begehrt habe !. | 
Nach dieſen Angriffen entgegneten die von Nürnberg, daß fie bisher 
allivege dazu geneigt gewefen und noch wären, geiftliche Ordnung und prie- 
fterlichen Stand zu mehren und gemeinem Adel Zucht und Ehrbarkeit zu 
erweilen, daß fie auch nie daran gedacht hätten, des Markgrafen Fürften- 
35 herrlichleit anzutaften. Wegen Berthold Volkamer's ward geantwortet: er 


1. Als Brobe der Naivetät des dama- waltzbrieff gemeins adels, denn nota: wer 
ligen officiellen Stiles mag ber Zufats ſich ſelbs küßelt, der Yacht wol, wenn er 
dienen, ber ſich hier in der amtlichen Re- wil ꝛc.“ (Cod. 258, Bl. 196; 485, Bl. 
lation findet: “doch zeugt (er) Fein ge- 188=) 


or 


[5 
— 


2 


1] 


— 


© 


390 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


erinnere fich nicht, mit den vom Markgrafen bezeichneten Herrn zu Roten- 
burg gefprocdhen zu haben; es gejchehe ihm jedenfalls Unrecht, denn ferne 
Eltern und er feien dur Gottes Gnade von ſolchem Herfommen und in 
ſolchem Wefen, daß er nicht zu wünſchen habe, es möchten der Meifte und 
ber Minvefte gleich fein, woraus ihm mehr Berluft als Gewinn erwachſen 
würde. Der Reihe nad) folgten nun die Widerlegungen der markgräflichen 
Beſchwerden, Manches ward ganz wiverfprochen, von Anderem ward erwies 
fen, entweder daß die Angelegenheit längft geordnet oder dag Albrecht zu 
ihrer Vertretung gar nicht befugt fei. Die von Nürnberg — hie e8 unter 
anderm — hielten ihre Priefterfchaft 'redlich und erberglich’ und gäben ihr 
nicht zu Klagen Anlaß; e8 befremde fie, daß der Markgraf fi) einer Sache 
annehme, die ihm doch nicht zuftehe und wozu ev weber vom Bapfte, noch 
von den Biſchöfen, noch vom heiligen römischen Reich Ermächtigung habe, 
worüber auch jene, die e8 berühren müſſe, nicht Magten. Wenn ver Marl- 
graf behaupte, — ſo ward ein anderer Vorwurf widerlegt — daß ver Nürn- 
berger Feindſchaft durch feinen Zug gegen die Eidgenoſſen entſtanden fei, 
jo gejchehe ihnen durch dieſe Anfchuldigung abermals Unrecht; weder vor, 
noch nad) hätten fie deßhalb gegen ihn Unmwillen gefaßt, fonvern fich ftets 
beflifen, ihın Dienft und Gefallen zu erweifen; aber er, ver nun wohl merke, 
daß die Art, wie er in Bamberg gegen fie vorgegangen, feine Abſichten nicht 
fördere, fuche jett andere Urſachen und Beſchönigungen feines Verfahrens, 
womit er den Nürnberger großes Unrecht thue. 

Damit ſchloß die offene Verhörung und e8 wurde das Nadhfolgenve 
geheim verhandelt und gehalten. Der Pfalzgraf hatte an ven Markgrafen 
dad Anfinnen geftellt, Mittel und Wege anzugeben, die zu einer gütlichen 
Ausgleihung zu führen verſprächen, dieſer aber Alles dem Pfalzgrafen an⸗ 
heimgegeben, der nun feinerfeitd mit den Boten der Städte darüber ſprach 


und fie bereit fand, alle Vorfchläge, die er ihnen vorlegen würde, wenigften® 


in genaue Erwägung zu ziehen. Nun beantragte der Pfalzgraf nad) geheis 
mer Befprechung mit feinen Räthen, alle Hauptftreitpunfte vor den König 
zu bringen, über die Beſitzveränderungen aber, welche feit dem Beginne des 
Krieges vor ſich gegangen feien, ſich gleich jet vor ihm zu verſtändigen. 
Eine Abordnung von ſechs Städteboten erklärte. fi mit der Geheimhaltung " 
dieſer Verhandlungen einverftanden und bereit, auf den fraglichen Vorſchlag 
weiter einzugehen, morauf ihnen der Pfalzgraf auseinanderfegte, wenn nad 
Beilegung der jet obwaltenden Zwiſtigkeiten jeglicher, geiftlich und welt— 
lich, nach Gebühr in Frieden und Rechten bleiben folle, fo fei dazu ein Yand- 
friede unumgänglich nothwendig; Daher wäre wohl nichts beſſer, als vor 
Allem zu einer allgemeinen Yandfrievenseinigung zu fehreiten, worauf dann 





Beilage L. 391 


bie ſchwebenden Streitigfeiten wejentlich leichter zu fchlichten fein möchten, 
Darauf beriethen fich der Städte Freunde in der Heinen Zahl und antwor- 
teten am andern Tage: was den Yanpfrienen betreffe, fo ſei zu fürdhten, 
dag die Fürſten eine Motel machen oder Artikel verzeichnen würben, die dem 
5 gemeinen Mann einem guten Laut einbilven follten, während heimlich Gift 
dahinter ſtecke; beſonders durch den rechtlichen Austrag, den man in jeben 
Landfrieven zu fegen pflege, fei ven Städten ihre Freiheit eingezogen wor- 
ben; würden bei einer foldhen Berhanplung die Stäptifhen eine Rede da— 
gegen thun, fo würden die Fürften dem gefammten Adel vorhaften, die 
10 Städte begehrten feiner gleichen Sache, ſondern wollten Adel und Geiftlidy- 
keit bedrücken, ein Vorgeben, wodurch fie mehr Hilfe und Folge erlangen 
würden!. Deßhalb ſähen fie ſich veranlaßt, zu antworten: fie zweifelten 
nicht, daß der Pfalzgraf ſeinen Vorſchlag in der beſten Abſicht gemacht habe, 
aber trotzdem müßten ſie darauf beſtehen, daß jene Fragen, um welche ſich 
ı5 der Krieg entfponnen, vorgenommen und von Grund aus verhandelt wär- 
den; dann fei e8 Zeit, an einen Landfrieden zu denken, zu deſſen Zuſtande— 
Iommen Niemand bereitwilliger das Seine beitragen würde, ald Die Städte. 
Sp mußte der Pfalzgraf einfehen, daß diefer Vorſchlag nicht auszuführen 
fei und beantragte num ſtatt deſſen, vor aller weiteren Verhandlung über 
20 eine Einigung zwiſchen den Markgrafen, ihrer Prieſter- und Ritterſchaft 
und per Stadt Nürnberg zu berathen. Darauf ward von dem Ausſchuſſe 
ver Städteboten entgegnet: je mehr fie ſich befönnen, um fo dentlicher und 
Haver werbe es ihnen, daß, wenn „etwaß von Einigung, Yandfrieven, Satung 
oder Ordnung” vorgenommen werden folle, vorher die ſchwebende „Ziwie- 
25 tracht, Fehden und Kriege“ abgethan werben müßten; dazu jet der gegenwär- 
tige Tag anberaumt, ver Städte Botſchaft gefandt worden; e8 dünke ihnen 
nicht förmlich, noch füglich, das ruhen zu laffen, wozu fie Vollmacht hätten, 
und zu anderen Dingen zu greifen. 
Auf vieß hin wurden die Nürnberger Abgeordneten allein vor ven 
30 Pfalzgrafen, ven Deutjchnieifter, den Grafen von Leiningen und ven Dom— 
propft von Worms (Ludwig von Aft) geladen und ihnen vorgehalten: nach— 
dem fich dev Pfalzgraf überzeugt Habe, daß feine in befter Meinung vorge- 
legten Pläne zu keinem Ziele führten, jo wolle er zu ven ragen greifen, 
wodurch die gegenwärtig jo verwidelten Zuſtände veranlagt worben feien. 
35 Es fer natürlich, daß Markgraf Albrecht die Schlöffer, die er erworben, nicht 
ohne Widerlegung werde herausgeben wollen; würden fi) nun die von 
Nürnberg dazu verftehen, auf den Wege ver Güte die Schlöffer Heide und 


J. Dieſe Motivirung der Antwort nur in Nr. 485, BI. 193*. 


392 V. Nürmberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Lichtenau von ihm wieder zu erwerben, fo wolle er verfuchen, um eine 
Summe Gelves ein Abkommen zu Stande zu bringen, worauf dann ohne 
_ Zweifel die übrigen Beflgungen auf den Stand vor Beginn des Krieges 
gurlidgeführt werden würden. Die Nitrnberger Gefandten bebauerten, in 
5 diefer Richtung ganz und gar ohne Vollmachten zu fein, abgefehen davon, 
daß e8 eine ſchwere Anforderung an ihre Stadt fei, dafür Geld zu geben, 
daß fie wieder in ven Beſitz des ihr widerrechtlich Entriffenen käme. 
Dieſelben Borfchläge fuchte der Dompropft von Worms in einer Pri- 
patunterredung dem Berthold Volkamer als annehmbar darzuftellen, wie 
so auch der Pfalzgraf fie den Geſandten noch einmal vorlegte, wenn fte fich 
vielleicht indeſſen eines Beſſeren befonnen hätten. Sie konnten freilich auch 
jest nur wieder abjchlägig antworten. Sie wiederholten, wie jehr fie von 
feiner guten Abficht überzeugt feien, wie fehr fie die Geduld bewunderten, 
bie er troß feiner Jugend auf die befchwerliche Arbeit verwende, fie ver- 

15 fiherten ihm, ihre Sehnſucht nach Frieden fei nicht geringer als die feine, 
aber e8 fei ihnen unmöglich, ihre Vollmachten fo weit zu überſchreiten. 

Nun trat der Pfalzgraf mit einem neuen Plane hervor: der Markgraf 
ſolle die Schlöffer Heideck und Lichtenau bis zum rechtlichen Austrag vor 
dem römischen König in feine Hände geben. Dagegen proteftirten die Nürn- 

20 berger, da e8 doch immer ſchwer bliebe, mit einem Fürſten einen Rechte- 
handel auszumachen. Als Beifpiel führten fie den Herzog Ludwig von 
Bayern, Grafen von Mortain an, deſſen Sache auch auf Recht hätte gerich- 
tet werben follen, was aber nicht einmal Raifer Sigmund, troß vielfacher 
perfönliher Bemühung habe erlangen können. 

3 Nach viefer Verhandlung famen zu ven Abgeordneten des Bundes die 
Boten der Städte Bafel, Straßburg, Speier, Worms und Cöln, und made 
en auf Beranlafjung ves Pfalzgrafen folgende Vorlage: Es ſeien drei 
Wege vorhanden, die zu einem ficheren Ende der Händel führen Könnten: 

1) Was Markgraf und Adel in viefem Kriege in ihre Gewalt bekommen 

30 hätten, ihnen wieder mit Gewalt abzunehmen; vieß ſei mißlich und 

mache im beften alle viele Koften und Arbeit. 

2) Dafjelbe mit Recht von ihnen zu bringen; das möchte Kind und Kin- 

deskind nicht erleben. 

3) Dafjelbe auf dem Wege ver Güte von ihnen zu bringen; wozu fie 

35 ihnen nad) befter Meinung hiemit rathen wollten. 

Dagegen hielten jene ihre Anficht aufrecht, daß fie an ihrem Recht 
geihädigt worden feien, und es unbillig fein würde, wenn fie dazu and) noch 
Schaden leiden follten. 

Nach mehreren Zwiſchenverhandlungen wurden denen von Nürnberg 








Beilage 1. 393 


und den Boten ver ſchwäbiſchen Städte im Auftrage des Pfalzgrafen durch 
biefelben Vermittler folgende Punkte zur Regelung des Berhältnifjes, wie 
Markgraf Albrecht und die von Nürnberg hinfort gegen einander figen foll- 
ten mit Leuten, Gütern und Gerichten, vorgelegt: 


s 1) Der Markgraf und feine Helfer follen Schloſſer und Städte, die ſie 
den Nürnbergern abgenommen, wieder geben. 

2) Deßßgleichen was ſie ihnen an anderem Gute genommen haben. 

3) DerMarfgraf fol feine Rechte am Goftenhofe an Nürnberg übertragen. 

45 Ebenſo feine Rechte an den Kloſterſchutz. | 

10 5) Jene, deren Lehen er für verwirkt halte, foll er wieder belehnen. 

6) Das Landgericht fol inwendig der Mauer zu Nürnberg nicht richten, 
wenn aber jemand davor gefordert werde, darum ſollen Die von 
Nürnberg fchreiben, „fo ſollt man fie weiſen.“ 

7) Tür das Alles fol dem Markgrafen ein rechtliches Begnügen in 

1 Freundſchaft geſchehen. 

8) Der Markgraf ſoll bei feinen Zöllen, Geleit, Wildbann und feiner 
Herrlichkeit bleiben. 

9) Mit den Wäldern foll es alfo gehalten werben, daß ihm an feiner 
Herrlichkeit fein Schaden gefchehe. 

»10) Wo ihn die Landwehr wirklich beeinträchtige, foll fie nievergelegt 
" werben. 
) Nürnberg fol feine Güter, die es auf dem Lande hat, behalten, doch 
| nicht weiter greifen. 
12) Ueber das Verhältniß zwiſchen dem Markgrafen und der Stadt und 
5 den beiverfeitigen Angehörigen foll eine ewige Bereinigung gefchloffen 
und ſchriftlich aufgefetst werben. 
13) Ueber die Gefangenen und deren Freilaffung, Schägung, Koft u. ſ. w. 
fol nach Erledigung der Hauptfragen eigens unterhandelt werden. 


Die Annahme diefer Artikel empfahlen die rheinifchen Städteboten auf 
v das wärmſte. Sie erhielten folgenden Beſcheid. Die von Nürnberg müßten 
darauf beſtehen: 
I) Daß ihnen und ihren Helfern Alles, was man ihnen abgenommen, 
zurüdigegeben werve, was daran befchäbigt worben, jolle begeben fein. 
2) Markgraf Albrecht und feine Helfer erhalten dagegen auch Alles zurüd, 
was ihnen entriffen worben. 
3) Markgraf Albrecht begiebt ſich ſeiner Anſprüche auf den Schutz der drei 
Klöſter. 
4) it dem Landgericht wird e8 gehalten, wie es von Alters hergebradht ift. 


—.— 


35 


394 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


5) ‚ever Lehensmann trägt feine Lehenspflicht, wie wor der Fehde; wer 
feine Lehen aufgefandt hat, dem werben fle von Neuem verliehen. 
6) Mit Zoll und Geleit wird es gehalten nad) Herzog Friedrich's von 
Bayern Sprud von 1386". 
s 7) Mit dem Wildbann, wie fein Bater und er felbft e8 verfchrieben haben ?. 


8) In den Wäldern foll e8 mit Pfändung, Strafe und anderem Gebrauche 


des Forſtgerichtes gehalten werden, wie das vom heiligen Reiche ge- 
ſetzt ift. 
9) Wenn die von Nirnberg Landwehren machen, follen doch die ‚Straßen 
10 offen bleiben. 
10) Ueber ihre Güter auf dem Lande müfjen die Bürger in Kauf und Ver⸗ 
kauf auch für die Zukunft frei verfügen können. 
11) Nach Ausgleichung dieſer Punkte ſind die von Nürnberg gern bereit, 
alle Bedingungen zu erfüllen, die das Zuſtandekommen eines Land- 
15 frievens fördern mögen. | 
12) Ueber die Gefangenen will man fich nad) Beendigung fänmtlicher 
ſchwebender Fehden verftännigen. 
13) Der Goſtenhof iſt nur eine kleine Summe werth; der Markgraf bat 
daran nichts als die Lehenſchaft; fo ift die Conceſſion, die ex in bie- 
20 ſem Punkte machen will, nicht hoch anzuſchlagen. 

Damit war freilich kein bedeutender Fortſchritt zur Annäherung der 
Streitenden gemacht. Die rheiniſchen Abgeordneten drangen denn auch von 
Neuem in die Nürnberger, auf die obigen von ihnen überbrachten Vorſchläge 
unbedingt einzugehen. Es handelte ſich dabei hauptſächlich darum, den ſehr 

25 allgemein und unklar gehaltenen Artikel 7 über die Entſchädigung des Mark— 
grafen auf der breiteften Grundlage zu interpretiven. Dazu wollte man fid) 
freilich Nürnbergifcher Seits ſchlechterdings nicht verftehen. 

Nach weiteren erfolglofen Verhandlungen erklärte ver Pfalzgraf, er 
verzichte darauf, eine Einigung zu Stande zu bringen und ſchlug vor, einen 

30 neuen Tag nad) Pauingen zu berufen, um dort mit Hilfe der Herzöge von 
Bahern, des älteren Grafen von Wirtemberg und Anderen eine Ausfühnung 
ver Parteien zu verfuchen, und die Städteboten fagten, wenn auch mit ge- 
ringer Ausficht auf Erfolg, ihren Beſuch zu, wurden aber bald benachrich— 
tigt, daß die Fürften nicht darauf eingegangen feien. Hierauf jchlug ver 

35 Pfalzgraf ven Stäbtifchen ver, einen Tag zu Höchſtadt oder Herzogenaurach 
zu beſchicken. Indeß war diefen die Nachricht zugefommen, daß die Fürften 


1. ©. oben bei den Berpanblungen grafen Friedrich d. d. Bamberg 29. Juni 
bes Zuges zu Bamberg ©. 367, 35. 1427 in ber Hist. dipl. Nor. p. 580, 
. Die betreffende hekunde bes Mart- 581. 





Beilage I. J | 395 
ven Herzog Albrecht von Oefterreich in ihren Bund gebracht und daß fie 
verabredet hätten, es jolle fürverhin Feiner feine Tehden ohne Zuziehung 
der Helfer fehlichten '. Auf dieß hin ward, unter dein Borwande, daß die 
beiden Orte fir die ſchwäbiſchen Städte zu entlegen feien, ver Tag abge— 

s ſchlagen und gebeten, die Stäbteboten mit Geleit heim zu verforgen. Dar- 
auf erflärte ver Pfalzgraf, beim Herreiten fei ftarf auf die von Nürnberg 
gehalten worden, daher e8 wohl am beften fein möchte, wenn alle Stäbtifchen 
zuſammen wegreiten wollten; dann hoffe er fie ficher bis Heilbronn zu ge= 
leiten. Man ging aber darauf nicht ein, um für die Zukunft dadurch fein 

so Präjudiz zu ſchaffen, und fo wurden nad der urfpränglichen Verabredung 
die Nürnberger bi8 Gundelsheim geleitet. Am 3. Februar ſpät des Abends 
trafen fie wieder zu Haufe ein?. Die Correfponvenz des Rathes mit feinen 
Sefanpten zeigt und, daß, mie die Fürften auf dieſem Heidelberger Tage 
eine engere Bereinigung anbahnten, fo aud) die Städte die Zuſammenkunft 

15 ihrer tüchtigſten Yeute zu mancherlei Unterhandlungen benutten. Die An— 
dentungen, welche ſich in einem Briefe an Derrer finden, laſſen erkennen, 
daß in Nürnberg einige Berftimmung über die matte Hilfeleiftung der ſchwä— 
bifhen Städte herrichte, die ihrerfeits, anftatt Die pringenden Rufe um Ver: 
ſtärkung, welche von Nürnberg ausgingen, zu beachten, im Gegentheil Niürn- 

» berg’8 Hilfe für ſich in Anſpruch nehmen zu dürfen glaubten. Gegen dieſe 
Verpflichtung verwahrt ſich der Rath auf's entſchiedenſte. Derrer erhält in 
dieſem Schreiben ausführliche Inftructionen. Wo aber diefe ihm mangeln, 
Ill er ‚in allen und jeglichen Dingen zu der Städte Ehr, Wehr, Nub und 
Frommen das Befte vorfehren,, rathen und helfen nad) ſeinem beiten Ber: 

5 Mindniß; wiirde jedoch eine Sache zu heftig ober zu ſchwierig, ſo möge er 
‚ein Hinterſichbringen“ nehmen ®. 

Während man in Heidelberg erfolglos tagte und während ber Eleine 

Krieg im Umkreis von einigen Meilen um Nürnberg ununterbrochen fort: 
 geflhtt wurde, Batten ſich die Räthe der Commiffion, welche König Frie- 
vobrich III. zur Schlichtung der Brandenburg: Nürnbergiſchen Angelegenheit - 
niedergeſetzt hatte, langſam in vas Reich heraus bewegt. Am 12. Januar 
gab Muffel vom königlichen Hoflager zu Wels aus Nachricht, daß ſie ſich 
na Salzburg und von da nad München zu begeben gedächten“, und bald 

Ind der Rath feine gelehrten Freunde ein, den Tag, welchen die Commiſſion 


Das Inſtrument, wodurch Herzog 3. Briefb. Nr. 20, Bl. 302 — 304. 
Ni feinen Beitritt erklärt, it in Ab- Rathsichreiben an Derrer vom 21. San. 
Hift im Fasc. 377 des Bamb. A. Nr. 136 
1lysorhanden, datirt vom 25. Jan. 1450. 4. Die Meldung bavon in Briefe an 

edruckt bei Chmel, Mater. I, Nr. 135. die Gejandten zı Heidelberg. Brfb. Nr. 
2. Briefb. Nr. 20. Bl. 309. 20, Bf. 306; 307. 


396 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


feſtſtellen werde, zu bejuchen!. Niclas Muffel aber ward angewieſen, nady 
allem Vermögen dahin zu wirken, daß die Commiſſion auf alle Dinge, um 
die e8 fich in dem fchwebenden Streite handle, eingehen und nicht durch Ge- 
genoperationen des Widertheild daran gehindert oder geirrt werden möge 

5 Wie wenig man fi, auch Angeficht$ diefer königlichen Intervention, Frie- 
denshoffnungen Hingab, zeigen die fortpauernden Werbungen, welche die 
Stadt im größten Maßſtabe vornahm. 

Am 6. Januar 1450 hatte der Rath an die Eidgenoſſen Hans Mil: 

ner abgeſchickt, um ihnen die Beſchädigungen zu ſchildern, die Nirnberg 

. 10 wider Gott und Recht durch Markgraf Albrecht erlitten, und ihre Erlaub— 
niß zu Werbungen zu erhalten?. Am 11. Februar folgte ihm ein neues, 
dringendes Schreiben. Mit Gottes Hilfe — heißt e8 darin — habe die 
Stadt ihren Feinden bisher widerſtanden und hoffe es auch ferner mit ihnen 
aufzunehmen und dabei Leib und Gut nicht zu fparen. So bäten fie jest 

15 die Eidgenoffen zu geftatten, daß fie in ihren Gegenden ‘endlich, keck umd red⸗ 
lich Ieut, zu der wer und friegen tuglich' beftellen dürfen, eine Bitte, deren 
Gewährung fie mit aller Zuverficht erwarten und gerne wieder um fie ver: 
dienen wollen*. Zugleich theilte Erhard Schürftab dem Hans Müllner mit, 
daß der Rath beichloffen habe, vorerft 600 „gute, wehrliche, taugliche Geſel— 

20 len zu Fuß“ werben zu laſſen, denen er im Notbfalle einen halben Monatt 
fold im Voraus auf die Hand bezahlen dürfe?. | 

Die Eivgenoffen, deren Sympathien ungetheilt den Stäpten gehörten, 
verfehlten nicht, viefe Werbungen zu geftatten und- unterftüßten Nürnberg J 
auch mit Munition ®, 

25 Um viefe Zeit warb der Rath auch einige böhmifche Edelleute (vie be 
deutendſten ‘waren die Herrn von Schwanberg und Rieſenberg), daß fi 
Markgraf Albrecht's Feinde und der Stadt Helfer wurden?. 

Indeß war in Nürnberg ein Schreiben der königlichen Commifjäre: 
Erzbifchof Friedrich von Salzburg, Biſchof Silvefter von Chiemfee, Here 
30 Albrecht von Bayern-München, Hans von Neipperg und Licentiat Meifter 
Ulrich Riederer eingetroffen, in welchem fie fid) durch eingefchalteten Brid | 
I. So u. A. Leubing a. a. O.Bl. 311. trag, den Müllner mit dem Schweiger 
2. a. a. O. Bl. 310, 311. Johannes Hentzler am 3. (nicht 4.) Al ; 
3. Briefb. Nr. 20, u. 295. Rad) ash fteht bei Baader S. 259262. 
dem R.-M. von 1449 hatte Schürfta Ueber die Ankunft der Schwege | 
ihon am 23. Juni des genannten Jahres und re Thätigkeit handelt an mehrer 
ben Auftrag erhalten: 200 Schweizer zu Stellen der Kriegäbericht. Bgl. oben ©. | 
beftellen. 217 ff. Im April wird in Nürnberg eit 
4.0.0.0. Bl. 316. Der Briefift Transport Schwefel von den Eidgenoſſen 
in ben Beilagen zu Baader's Ausgabe erwartet Brfb. Nr. 20, Bl. 371. 


S. 258, 259 abgedrudt. 7. (®gl. oben &.339, 9. 1 u. Bel. 
5. a. a. D. 81.316, 317. Der Ver⸗ II.) 





Beilage I. 397 


des Königs Friedrich über ihren Auftrag legitimirten, den der König gege- 
ben hatte, angefehen vie Fehde zwiſchen Fürften und Stäbten, „Die immer 
weiter zu großem Unrat in dem heiligen Reiche zu wachſen drohe”!. Allen 
Parteien — jagt ver König unter Anderm in fenem „Geweltsbriefe" — fei 

5 e8 befannt, wie ungern er diefen Streit fehe und wie er alle Mittel und 
Wege verfucht habe, vemfelben zu fteuern. Doch der mehre fich täglich und 
nehme zu mit Feindſchaft, Plünderung, Brand, Verwüſtung, Zerftörung 
und Todtfchlag, daß darüber noch das ganze deutſche Land an Macht und 
Stand in Schaden und Berverben zu fallen drohe. Dem königlichen Befeht 

ı gemäß fchrieb die Commiſſion auf den 12. April einen Tag nad München 
aus. Der Rath fagte fofort zu ?. 

Nun entipann fich eine lebhafte Eorrefponvenz aus Anlaß diefer neuen 
Verhandlungen. Der Geſandte am königlichen Hofe, Niclas Muffel, hatte 
geichrieben, daß der Abſchied des Heidelberger Tages der königlichen Com⸗ 

1 milfion wohl gefallen habe und zugleich um feine Abberufung nachgefucht. 
Ihm wurde geantwortet: fo gern man ihn zu Haufe hätte und fo gut man 
da feine Dienfte gebrauchen könnte, fo feien doch die Zeitläufte ſo gar 
ſwynd, geverlich und ungetrewe’, daß man ihm keine fichere Reiferoute anzu= 
geben wifle. Bor der Hand möge er ſich ‘vie weyl nicht lank laſſen fein’, 

. 20 nod) verdrießlich fein, jondern feinen Aufenthalt bei der königlichen Commij- 
fion in Münden nehmen; denn mannichfaltige Liſt und Behendigkeit möchte 
jonft in feiner Abwefenheit durch den Widerpart angewendet werden. Für 
die Nürnberger Votſchaft folle er einftweilen eine Herberge auf 40 Pferde 
beftellen®. Bald darauf kehrte Niclas Groß nad) Nürnberg zuräd, ver bei 

2 Muffel gewefen war und num folgende Vorſchläge deſſelben überbrachte: 
man folle entweder den König erfuchen, ſich nach Regensburg oder Nürn- 
berg ‘von fpeifung over des rechten wegen’ zu fügen, oder dem Biſchof von 
Würzburg und deſſen Land und Leuten zu gebieten, daß fie die Nitenberger 
„mit Macht jpeifen“, oder aber man folle verfuchen, ob man durch Vermitt⸗ 

30 fung des Pfarrerd Leubing den Erzbifhof von Mainz aus der Yeinpfchaft 
bringen könne. 

Den Rath bedünkte, daß von diefen Stüden keines vor dem Münchner 

. Tage zu enden fei und daß ein foldhes Vorgreifen nur dem Widerpart An- 
fa geben möchte, ein Zuſtandekommen des Tages zu verhindern!. Man 
3 fah nämlich dem neuen Tage mit um fo größerer Zuverficht entgegen, ale 
endlich eine günftige Wendung für die Nürnberger in den Kriegsfäuften 


1. So im königl. Geleitsbrief für Die 3; Brfb. Nr. 20, Bl. 327--330, 
Sommi äre. Rel.Bd. 485, Bl. 201 f. 4. a. Brfb. Bl. 341 ff. 
elat.-Bd. 485, Bl. "201-206. 


T 


4 


398 


V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


eingetreten war. In dem erften großen Treffen Des Krieges hatten fie bei 
den Pillenreuter Weihern im Yorenzer Reichswalde am 11. März einen 
entjcheivenden Sieg über Markgraf Albrecht erfochten!; es war nicht zu be 
zweifeln, daß Diefer Erfolg ver Waffen auch auf den Gang der Berhandim- 

; gen Einfluß haben mußte, eine Vorausſetzung, die freilich wieder zum Theil 
durch die Niederlage beeinträchtigt wurde, welche Die Nürnberger vier Woden 
jpäter, amı 14. April, unweit Kloſter Sulz erlitten?. Damals hatten bie 
Münchner Berathungen ſchon begonnen; jett, im frifchen Gefühle des Sie 
ges, hielt der Roth in feinen Eorrejpondenzen einen fehr feften und entſchie 

10 denen Standpunkt ein. Der Brief an Muffel, dem die obigen, vom Kate 
abgelehnten Vorſchläge entnommen find, enthält noch eine Reihe interefian- 
tex Stellen. Die Reformpläne des Marfgrafen gaben zu folgenden Betrah 
tungen Anlaß: Wir haben fein. Wiffen, — heißt es — worauf die Refor— 
mation, welche der Markgraf vornehmen will, gegründet fer, wir bemerlkern 

13 nur, daß er ſich ver Pfaffheit und des Adels lebhaft annimmt, als ob ihm 
deren Sadye mehr als den oberften Gewalten und andern Fürſten zu Sac= 
zen ginge; ex verneint fich vielleicht Dgburd) zu vergrößern und zu erhöhenn, 
und vor allen andern Fürften Lob zu ernten. Als die Aufgaben, welgever 
Müncener Tag, entſprechend dem küniglihen Auftrage, zu Löfen habe, werr= 

20 den genannt: 1) beide Parteien vor fich zu fordern und Mittel der Güt⸗ 
lichkeit zu verſuchen; 2) wenn das nicht gelinge, gütliche und rechtliche Tage 
por den römiſchen König zu fegen; 3) Friede darauf bei billigen Pine 
zu gebieten. Niclas Muffel wird am Schluffe des Schreibens beveutet, mit 
äußerfter Auſtrengung dahin zu wirken, daß der Stadt das ihr geraubte Ei⸗ 

2» genthum ungeahmälert zurüdigegeben werbe. 

Die viel man fi von diefen Verhandlungen. verfprady, erfehen wer 
auch Daraus, daß ver Rath geraume Zeit por Abgang der Rathsbotſchaft 
ven erften Juriſten der Zeit, Dr. Gregor Heimburg, nach Münden ſchidte, 
um Muffel, ver mit Arbeiten überhäuft fei, in feinen Vorbereitungen thätig 


30 zu unterftägen ®. 


Am 8. April gingen die Gefandten nad) Münden ab. Außer Muffel 


1. ſ. Kriegsberiht ©. 203 ff. und 
- Beil. II. | 
2. Vgl. oben ©. 214. 


3. Brfb. Nr. 20. Bl. 357. Um dieſe 


Zeit ging.die Rebe, Herzog Heinrich von 
Bayern-Tandshut wolle der Städte Feind 
und des Markgrafen Helfer werben. So 
ſchreibt Walther von Hürnheim an feinen 
Schwager Sigmund von Zenterdheim am 
5. April 1450 (Or. im Fasc. 377 des 
Bamb. A. Nr. 132). Er giebt ihm in 








dieſem Briefe den Rath, den Markgrafen 
zu bereben, baß er ja ben Münchner 209 . 
beihiden möge, da ihn fonft bie Nimm | 
berger verunglimpfen würden. Das get | 
wohl auf den Plan, den der Ulmer Kar 
bold Finde der Stadt Gmünd mittkil 
(Fasc. 377 des Bamb. A. Ar. 128), dt ; 
Städteboten wollten, wenn bie Für 
ben Tag nicht beſchickten, ſofort mit der 
töniglichen Commiffären nad SP | 
Friedrich reiten. | 


Beilage I. 399 


und Heimburg, die wir ſchon dort willen, waren ed Jürg Haller, Konrad 
Paumgartner, Jörg Derrer und Anton Tallner!. Sie follen auf alle Weife 
die Intereflen ihrer Baterftadt vertreten. Namentlich (fchreibt der Rath 
bapo nach ihrer Abreife) follen fie ſich nicht auf falſche Friedensbeſtrebungen 
5 der Widerpartei einlafien, die einen kurzen Frieden wünſche, ven fie doch 
nit recht zu halten vermeine, ſondern gleichwrhl des Keiches Straßen un- 
fiher machen wolle. Dahin beſonders foll der Geſandten Streben gehen, 
die Straßen “lauter offen und unverfperrt’ zu erhalten?. Sonft ift aus ver 
Correſpondenz hier noch zu erwähnen, daß um biefe Zeit neue Unterhand- 
10 lungen wegen Ernennung eines Städtehauptmanns im Gange waren; 
Nürnberg ſchlug wieder ven Herrn von Heided nor, den der Krieg felbft 
berühre und dem der Stäpte Sache mehr als einem andern zu Herzen ginge, 
wie er auch „von. Perſon, Vernunft und Anfchlägen ein finniger, trefflicher" 
Herr fei?; doch ging man auf ven Vorſchlag nicht ein, wohl aus Furcht vor 
15 dem Uebergewicht, das Nurnberg durch Den ihm ergebenen Edelmann im 
Kriegsrath erhalten mörhte. Berner erfahren wir, daß Herzog Albrecht. von 
Defterreich der Stadt und des Heiveders Feind wurde“. 
Am 12. April trafen die Nürnberger Gefandten in Münden ein®. 
Auch anberer Stäpte Boten und Konrad von Heided hatten fich eingefun- 
20 den. Dex Beginn der Verhandlungen mußte aber auf den 20. April ver- - 
legt werben, da die Abgeordneten der Gegenpartei (e8 waren auch die Zwi⸗ 
ſtigkeiten des Erzbiſchofs von Mainz, des Markgrafen von Baden, des Gra- 
jen Uri; von Wirtemberg mit verſchiedenen Stäbten Gegenſtände Der 
Berhanplungeys) nor nicht eingetroffen waren. An dem genannten Tage 
25 conftituirte ih die Commiſſion, in der außer ven königlichen Commiflären 
54 Räthe der verfchievenen Mitglieder ſaßen. Zuvörderſt warb über die 
Zwaflung der nicht betheiligteu Städteboten debattirt, für Die man fid 
ſchließlich entſchied. Zum erften Mole erjchienen vie Stäbtifchen wor der 
Commiffion am 21. April eine Stunde nad Mittag auf dem Rathhaufe. 
30 (Gleichzeitig überreichten die Abgeordneten der Gegenpartei ihre Bellmachten : 
e8 waren Dr. Knorr von Markgraf Albrecht, Hans von Erlbach von dem 
Mainzer Erzbifchof, Hans von Enzenberg® von vem Markgrafen von Ba- 
ven, Kraft von Hohenlohe Yon dem Grafen von Wirtemberg gefandt. 


ls a. Brfb. Bl. 362%. 

2. a. Brfb. BI. 368b. Schreiben an 
bie Aögelanbten vom 14. April. 

3. a.a. O. 3. 346 


2. a. O. Bl. —8* Sein Feinds⸗ 
Hr purde dem Rath am 3. Mai zuge- 


u Münden: Relat.- 


6. Cod.485: Eytzenberg'. Die rich- 
tige Lejeart bat die Hoͤſchr. A*, welche 
biefen Theil der Berbandlungen (auch 
ſchon die zu Heidelberg geführten) eben⸗ 
falls vollſtändig enthält. 


Der Tag 
Bd. "a Bl. 2076 - 226%. 


400 V. Nürmberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Sofort entjpannen fi Streitigfeiten über den Gang der Verhandlungen _ 
Die fünftlihen Geſandten wollten, wo möglich, außerhalb der Commiffioy 
auf gütlichem Wege verhandeln, ein Vorſchlag, den Herzog Albrecht durch 
einen feiner Hofleute, ven Marxelrainer ', den Stäpteboten überbringen lieg, 

s die jedoch ſchlechterdings nicht darauf eingingen. Nun übernahm es ver 
Herzog, fie perfönlich dieſer Anficht geneigt zu machen. Es fei zu befürchten, 
— fagte er — daß, wenn fie fich nicht dazu verftänden, die Gefandten dar 
Begenpartei fofort wegritten und gar keine Verhandlung zu Stande füme. 
Nun fei jehr zu beforgen, daß der König “mit folicher aygen veintfchafft' be= 

10 laden würde, daß er auf lange Zeit nicht herauf in’8 Reich kommen mödte, 
um felbft die Streitigkeiten zu ſchlichten. Indeß verftärkten ſich die Ninn= 
berger mit Böhmen und Schweizern, Markgraf Albrecht mit den Kepem”, 
die von Baden und Wirtemberg mit den “Armen Jecken', wodurch aud an= 
dere Fürften in diefe Feindſchaft hineingezogen und die Sachen fo weitläufig 

15 und fremd werden würden, daß fich zulegt fein Fürſt mehr finden möchte, 
der unparteiifch reden und theivingen könne. Das möchten fie bedenken und 
ven Vorſchlag annehmen. | 

Auf den Rath Heideck's, der Doctoren und Stäpteboten ward ihm 
geantwortet: wenn der Widerpartei Boten nicht bevollmächtigt wären, nad 

20 Inhalt der Commiſſion, ſo fei noch viel weniger zu glauben, daß fie zu giit- 

lichem Austmg gelommen wären; dabei müßten fie beharren. 

Nachdem dieſe Berfuche erfolglos gewejen, begann die Commilfion ihre 
Thätigkeit, indem Meifter Ulrich Riederer den königlichen Gewaltsbrief wer: 
leſen ließ. Hierauf kündigte er an, daß die Abgeordneten der Fürften fi 

25 über folgende Beſchwerungen, die für fie in ver Commiſſion lagen, beklan 
Ken: 

) Sie fei auf Anfuchen der Städteboten von dem König ergangen; wem 

. fie over ihre Herrn bei Hofe gewefen wären’, würde dieß fiherlid 
nicht gefchehen fein. | 

30 2) Die Saden, um die man ftreite, beträfen zum Theile ihr Fürſtenthun 

und ihre Regalia, über welche fie ſich nicht ſchuldig hielten vor em 
Commiffion zu tagen. 

3) Die Commiffion fei bevollmächtigt, bei ftrengen Pönen Friede zu ge 
bieten. Auch dadurch fühlten fie ſich wider Recht beſchwert und hät 

35 daher, vie Commiſſion ruhen zu laſſen. 

Darauf habe er im Namen der Commiffion zu antworten: 













I. Cod.: Defielrepner, F Buch⸗ hang, mit denen fg m A. um ek | 
ner, bayer. Seh. V 2.©.3 get verband. S. Droyſen «a. 4. 
2. Georg — und fein An- 128. 


5 


10 


15 


20 


25 


30 


35 


Beilage I. 401 


* 


1) Daß der König nicht durch die Städteboten zur Ernennung der Com— 
miffion bewogen worden fei, fondern daß er dieß aus freiem Antrieb 
gethan habe, da der Krieg ihm leid fei und er die Herfiellung des 
Friedens wünſche. 

2) Die Commiffion wolle nichts als Ausgleichung der ſchwebenden Streit- 
fragen ; der Fürften Weſen und Regalia werde ſie nirgends antaften. 

3) Das Recht des Königs, bei ſchweren Pönen Friede zu gebieten, fei nie 
bejtritten worden; viele feiner Vorgänger hätten dieß gethan; die 
Fürſten hätten feinen Grund, ſich darüber zu beſchweren. 

Aber troß diefen Auseinanderfegungen erreichten die fürftlichen Ge— 
jandten, daß man von der vehtlichen Verhandlung abſah und zu ver güt- 
lien griff. Sie bieten fie nichts — erflärten fie ver Commiffion, — fie 
verböten ihnen nichts; würde aber etwas gütlich an fie gebradit, jo würden 
fie gütlid) antworten. 

Am 23. April: legten die Commifjäre ven Nürnbergern 5 Artikel vor, 
die Dr. Knorr eingebracht hatte: 

1) Sie hätten fich unterfangen, ihre Geiftlichen zu bevräden und den Adel 
zu vertreiben, 

2) Sie hätten die Freiheit des markgräflichen Hofgerichtes ſechsmal über- 
treten, wofür diefem je 5 Mark Gold verfallen jeien, 

3) Sie und die Ihren, die von dem Markgrafen Lehen trügen, hätten ihm 
ihre Lehen nicht aufgefagt, vie ihm nun werfallen wären und die er 
auf 200000 Gulden jchäge, 

4) Das Lauinger Frievendgebst habe Den, ver es nicht einbalte, mit einer 
Strafe von 1000 Mark Gold bedroht, vie halb dem Könige, halb 
dem Widertheile zufallen ſollten; ver Markgraf beanfpruche dieſe 
Hälfte, da fie das Friedensgebot gebrochen hätten. 

5) Sein Herr hätte eine große Menge Öefangener gemacht, vie fhäße er 
auf 60000 Gulden; endlich hätten Die von Nürnberg ſich unterftan- 
den , einen Tandgraben anzulegen, und ihm an anderen Stüden viel 
Eintrag gethan. 

Darauf autworteten die ven Nürnberg: 

i) Die Geiſtlichkeit werbe durch des Popft, Der Adel durch den König ge- 
fhütst und bei ihrem Stand erhalten; vor dem Krieg babe der Marf- 
graf nie von folden Dingen gefprochen, noch ſei er deßhalb der Stadt 
Feind geworben, wenigſtens ftehe nichts Davon in jeinem Feindsbriefe 
zu leſen. Sie hätten fich allzeit beflifien, dem Adel Zucht und Ehre 
zu erweifen und ihre Priefterjchaft ſei mehr gefreit mit Yöllen, Ungeld 
u. a. als an manden andern Orten. 

Stäptechronifen. II. 26 





40% V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


2) Nicht fie hätten des Markgrafen fogenanntes Hofgericht, Das man rid- 
tiger Landgericht nenne, beeinträchtigt, dieſes Gericht vielmehr ſei 
ihren Privilegien zu nahe getreten, nicht etwa 6, ſondern mehr als 
66 Male!, wofür fie nun ihrerſeits die feftgefeßte PBön bean- 

5 ſpruchten. 

3) Da Markgraf Albrecht ihr Feind geworden und fie zur Nothwehr ge 
drängt habe, fo feien fie Doch nicht ſchuldig geweſen, ihre Lehen auf- 
zufenvden; im Gegentheil e8 fagten vie Rechte gar lauter, daß ein 
Lehensherr, der an feinem Manne Untreue beweife, die Eigenfchaft 

10 feiner Lehen verloren habe. 

4) Wegen Lauingen wurde wie zu Heidelberg geantwortet. 

5) Die von Nürnberg hätten auch Gefangene gemacht und fchäßten viele 
eben jo hoch, wie ver Markgraf die feinen. Was die Landwehr be= 
träfe, fo habe man ſich darüber zu Heibelberg gerechtfertigt. 

15 Nun wurden, doch ohne Beranlafjung der Nürnberger, die Sachen vom 
Hangenor und Rumelin in die Hand genommen und beantragt, entwerar- 
ſolle Markgraf Albrecht alle Schlöffer und Güter, die er mit feinen Helfer 
denen von Nürnberg wider Recht und königliche Inhibition entäußert habe _ 
wieder abtreten, oder Heideck und Lichtenau in Herzog Albrecht's Hände 

20 geben bis zum rechtlichen Austrag, die übrigen Güter aber zurückſtellen — 
Herzog Albrecht ſchlug dagegen vor, daß beide Schlöffer bis zum vechtlihene 
Austrag in des Markgrafen Händen bleiben follten. Denen von Nürnberg 
jedoch gefiel dieß nicht und Rumelin mußte ausdrücklich erflären, daß er jen= 
nen Vorſchlag nicht in ihrem Namen gemacht habe. 

25 Auf dieß hin that Dr. Knorr in des Markgrafen Namen eine Reht= 
erbietung. Man folle ihn vor den römifchen König fordern, da wolle er 
denen von Nürnberg erbötig fein, Alles zu fehlichten, um was fie. vor gegen⸗ 
wärtiger Fehde geftritten hätten. Man ging aber Nürnbergiſcher Seits nicht 
darauf ein, ja Dr. Yeubing erklärte geradezu, daß er es für unmöglich halte, 

so einen Fürſten mit Erfolg vor ven König zu fordern. 

Nun ließ der Herzog die Abgeordneten von Mainz und Baden um ihr 

Gutachten befragen. Dieſe billigten die Bedenken der Nürnberger und ſchlu— 
gen vor, der Markgraf folle fich verpflichten, in einer beſtimmten Friſt mt 
den Nürnbergern zu rechten, wibrigenfalls dieſe ihn vorfordern können, er 

35 fole bis zum Austrag des Rechts Heide und Lichtenau behalten, alle üb: 
gen Eroberungen zurüdftellen und ausdrücklich feine Bereitwilligfeit erklären, 
die Borladung im Namen des Königs, welcher Fürft oder Prälat auch damit 
beauftragt werde, gütlich aufzunehmen. 

1. So A*, BI. 200b. 





Beilage I. 403 


“ Wegen der Güter, deren fi) der Bifchof von Bamberg bemädhtigt hatte, 
ward auch gejprochen umd angedeutet, daß zwar Dr. Knorr feine Bollmadıt 
in dieſer Richtung habe, aber daß man ſich daran nicht ftoßen würde. 

Nachdem von Herzog Albrecht noch ein anderer Borjchlag gemacht wor- 

; den war, mwurben fie fchließlich alle verworfen, und die von Nürnberg be- 
fanden darauf, vor den rechtlichen Verhandlungen in den Beſitz ihrer ver- 
lornen Güter wieder eingefegt zu werben; dünke das dem Markgrafen un- 
billig, jo wollten fle ven Entſcheid über Heideck und Lichtenau in die Hand 
der Föniglichen Commiſſion legen und deren Ausſpruch unbedingt Folge 

10 leiften. 

Am 30. April wurden durch der Fürſten' Räthe und Ulrich Nieverer 
neue Borfchläge gemacht: man folle dahin wirken, daß beide Parteien vor 
dem Könige erfchienen, welcher zuerft noch einmal verfuchen würde, fie güt- 
lich zu vereinen, und wenn das nicht gelänge, mit rechtlichem Sprache vie 

15 Entfcheivung geben würde. Bis zu ſolchem Sprucde folle Markgraf Albrecht 
die fünf Schlöffer: Heideck, Lichtenau, Brudberg, Uhlfeld und Lonerſtadt mit 
deren Zubehör behalten. 

Nachdem auch diefe Propofitionen veiflich erwogen, weiter ausgeführt 
und von beiden Seiten nad) allen Richtungen bemädelt worden waren, machte 

20 der Herzog neuerdings den Antrag, die von Nürnberg möchten eine Summe 
Geldes in die Hand nehmen: 30 — 60000 Gulden, wodurch fie ſich fofort 
wieder in ven Beſitz von Heided und Lichtenau ſetzen könnten; wenn fie frei= 
fich ihres Rechtes ganz ficher wären, Könnten fie auch die Schläffer bis zum 
Austrag in des Markgrafen Händen laffen. 

23 Zu einem Ziele haben alle diefe Anträge und Vorſchläge nicht führen 
fönnen, denn wenn aud) die von Nürnberg zum äußerften Grade von Radı- 
giebigfeit fich hätten bewegen lafien, fo zeigte fi Dr. Knorr nicht mit ven 
nöthigen Vollmachten verfehen. Als man deſſen gewahr wurde, begann man 
Berhandlungen über einen neuen Tag und nad) endloſem Hin- und Wider: 

30 reden ward endlich ein folder auf den 15. Mai nach Höchſtadt an ver Aiſch 
feftgefegt. Damit ſchied man von München ab. - 

Bon Nürnberg aus ergingen damals nach allen Richtungen Schreiben 
des Rathes, in denen der Streit der Stadt mit Markgraf Albrecht, deſſen 
himmeljchreiendes Unrecht und die Gefahr für alle Städte des Reiches er- 

35 Örtert ward. Wir finden in den Briefblihern verzeichnet, daß felbft ver König, 
Karl von Frankreich in einer ſolchen Denkſchrift aufgefordert wurde, den 
Veinden Nürnberg’8 feine Unterftügung zu gewähren. Außerdem ergingen 
Schreiben mit der Bitte, den Darlegungen der Feinde feinen Ölauben zu 


26* 


404 V. Nürnberg's Krieg gegen Mibrecht von Brandenburg. 


ſchenken, an die Univerſitäten: Paris, Bologna, Padua, Perugia, Eöln, Hei- 
delberg, Leipzig, Erfurt, Prag, Kralau, Wien und Pavin!. 
Auf der andern Seite entblödeten fich auch die deutſchen Fürſten nicht, 
bei dem König von Frankreich nachzuſuchen, daß er ven Städten feine Hilfe 
5 leifte und allen ven Seinen gebiete, nicht auf den Ruf ver Stäbte zu hören. 
Sie hatten fi) al® eines Mittlers des Titularkönigs von Sicilien, Rene von 
Anjou, bevient, von deſſen Thätigfeit in ihrer Sache — er nennt fich ſelbſt 
ihren „Belfer" — ein Brief deſſelben an ven Markgrafen von Baden Nach⸗ 
richt giebt?. 
10 Indeß war der nach Höchſtadt ausgejchriebene Tag nach Bamberg ver- 
fegt worben ®, wo die Gefandten beider Parteien am 17. Mai eintrafen *. 
Nachdem die königlichen Commifläre: Biſchof Silvefter von Chiemſee, 
Hans von Neipperg, der Biſchof von Salzburg und Meifter Ulrich Riedrer 
mit den baberifhen Räthen, die ihren Herzog Albrecht vertraten, den Städte 
15 beten vorgefchlagen hatten, ihrerſeits Wege anzugeben, um dem Streit ein 
Ende zu machen, wie dieß auch der Markgraf thun würde, und nachdem man 
dieß abgelehnt hatte, da die Comiſſion felbft binlänglich mit dem Stand der 
Dinge vertraut fei, um folche Vorlagen zu machen, ertlärten die Commiſſäre, 
daß Markgraf Albrecht neuerdings eine Mechtderbietung worgelegt habe, vie 
20 fie jedoch erft mittheilen wollten, wenn auch Die Nüruberger eine neue ein- 
gebracht haben würden. Darauf änßerten die Nürnberger, fie müßten bei 
ver Rechtserbietung beharren, die fie amı Anfang des Krieges gethan hätten. 
Nun ward beſchloſſen, einen Ausſchuß von ſechzehn Dann nieverzus 
jegen, um eine Ausgleichung anzubahıren. Der Markgraf ernannte folgenve 
25 Mitgliever: die Biſchöfe von Bamberg und Eichſtädt, Herzog Otto von 
Bayern, Hans von Erlbach, Hand von Enzenberg, Apel Vitzthum, Dr. Knorv 
und Heinz von Aufſeß. Die von Nürnberg ließen fich vertreten durch Pfarrer 
Heinrich Lenbing, Dr. Gregor Heimburg, Yicentiat Martin Mayer, org 
Fuchs, Hofmeifter, Friedrich Schultheis, Kanzler des Biſchofs von Würz 
30 burg, Engelhard von Münfter, Stephan Hangenor von Augsburg und Hans 
Einkürn von Nördlingen. Nachdem man vor dieſen weitläufig und ohne 
jeden Erfolg verhandelt hatte, fam am 20. Mai die Kunde von Dem Ueber- 
falle der Nürnberger auf Euskirchen (19. Mai)? nach Bamberg und vie 
Markgrafen Albrecht und Johann, die beide bisher ſelbſt ven Verhandlungen 


1. Brfb. Nr. 20, Bl. 376, 3775 Bamb. Arch. Nr. 98, Wird in Beilage V 
* Pi an bi Ihiverftäen ge mitgethen ken S 
richtete olgt Be nad bem 3 0 
Wortlaute. 4. Relat.-Bb, * "a, Bl. 216 — 
2. d.d. Rouen 17. November 1449. 233; Nr. 485, 31. 236248. 
Gleichzeit. Abſchrift im Fasc. 377 bes . ©. den Kriegsbericht ©. 220, 221. 








Beilage I. 405 


beigewohnt hatten, vitten fofort hinweg. Am Abende kam Markgraf Johann 
zurüd und erflärte, er ſei wegfertig, zu einem Tage nach Mosbach zu reiten, 
wohin fein Bruder hätte reiten follen, ver jet beim Heere fein müffe, da 
die Nürnberger ſich unterflänven, währenn der Verhandlungen mit Macht 

5 audzuziehen, was er ihnen wehren wolle. Man möge mit den Städteboten 
reden, daß man in Nürnberg fich verpflichte, zwölf oder achtzehn Loge lang 
nicht gewaffnet auszuziehen, noch fi) zu verpropiantiren; die Markgrafen 
wollten fi zu dem Gleichen verbinden. Würden fie darauf eingeben, fo 
werbe er hier bleiben und weiter an ven Verhandlungen Theil nehmen. 

10 Die Nürnbergiſchen Gefanbten erklärten darauf, ohne Inſtructionen 
erholt zu Haben, nichts eingehen zu können, und der Heine Krieg bauerte 
noch Länger fort, wie denn der Markgraf am 20. Juni bei Rednitzhembach! 
eine bedeutende Schlappe erlitt, die vielleicht das Zuftanvefommen des Fries 
denswerkes befchleunigte. 

15 Jetzt ritt Markgraf Johann aufgebradht von Banıberg weg, fchrieb 
aber ſchon von Neuftadt aus an den Bischof von Würzburg, der Mosbacher 
Tag fei rüdgängig geworben, wenn man feiner bebürfe, wolle er wieder 
nad) Bamberg kommen. 

| Nach mannichfachen Anftrengungen gelang e8 endlich, daß der Biſchof 

2 von Würzburg den Königlichen Commiſſären beigegeben wurbe, ber feiner; 
jeit8 ven Grafen Georg von Denneberg zuzog. Erſt von dieſem Augenblicke 
bemerft man einen ernftlihden Willen, zu einer Ansgleihung zu 
Ichreiten. \ 

Nach abermaligen vergeblichen Nechtserbietungen non beiden Seiten, 

25 die ftet3 an den zu hoben Anforderungen bes einen, an der flarren Unbeug— 
famfeit Des andern Theiles fcheiterten, machten die anweſenden Fürſten fol- 
gende pofitive VBorjchläge: 

1) Der Krieg tft beendet, die Gefangenen werden ausgetaufht, unbezahlte 
Schatzung bleibt auf beiden Seiten unbezahlt, Todtſchlag, Brand, 
30 Plünderung werden nicht vor vie Gerichte gezogen. Was Heided, 
Lichtenau und Das dazu Gehörige betrifft, jo ſoll den Parteien der 
Rechtsweg an den römischen König offen bleiben. 
2) Was außer diefen an liegenden Gütern, Eigen oder Leben von einer 
Partei in Befit genommen worden, fol wienergegeben werden. 
» 3) In Bezug auf Yeibgedinge, Ewiggülten, Pfandſchaften, oder andere vet- 
briefte oder wiſſentliche Schulden fol die Richtigung “einem yeden 
unvergriffenlich fein’. 


1. |. den Kriegöbericht S. 227, 228. 


406 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


4) Jede Partei ſoll in dieſen Unterhandlungen ihrer Helfer und Helfers- 

helfer mächtig fein. 
Als nun zwar die Nürnberger trotz mancher Bedenken auf dieſe Vor⸗ 
Ichläge eingingen, die Gegenpartei aber, die noch viel mehr Zugeſtändniſſe 
5 wollte, fte verwarf, entwidelte fih eine ganze Reihe der verfchievenartigften 
Verſuche, eine Löſung der Streitigkeiten herbeizuführen. Der Markgraf ließ 
ſich — foweit kam man nad) langem Debattiren — bereit finden, vor dem 
König Recht zu nehmen und zu geben, die Nürnberger wollten dieß doch 
nur nnter der Bedingung, daß damit die Beſitzfrage nicht präjudizirt fei; 
ı0 dann fuchte der Bifchof von Würzburg eine Form zu finden, welde, in 
etwas unbeftimmteren Ausdrücken abgefaßt, dem Markgrafen Annehmbarer 
feinen und ven Nürnbergern vie Befürchtung, ihren Beſitzſtand gefährbet 
zu fehen, benehmen follte; endlich kam es, als die Stäptifchen unter voller 
Anerkennung der Bemühungen der vermittelnden Fürften, aber des langen 
ıs und ausfichtslofen Verhandelns müde, ihre Abficht eröffneten, vie Conferenz 
verlafien zu wollen, zu neuen, jehr detaillixten Erörterungen über die vor 
Allem zu erlebigenden Punkte, wo, in den Hleinften Einzelheiten am fchärf- 
ften, das ſchroffe Auseinandergehen der Anſchauungen fehr deutlich zu Tage 
trat. Es erforderte eine große Zahl von Entwilrfen, bis e8 von den prin- 
20 cipiellen Entgegnungen der einen oder andern Partei, die im Anfang das 
Zuſtandekommen ver Einigung binderten, fo weit fam, daß zuletzt faft nur 
noch Revactionsänderungen ausbebungen wurben !. 
Erſt am 22. Juni fam die Richtigung auf folgende Punkte zu Stande: 

1) Um Alles, was der Markgraf Albrecht von Brandenburg mit dem 

25 Herrn Konrad von Heided und ver Stadt Nürnberg zu fehlichten 
habe, follen diefer wie jene unverbingt Recht geben und nehmen vor 
dem römiſchen König. 

2) Zu Markgraf Albrecht's Handen bleiben die Schlöffer Heideck, Lich— 
tenau, Bruckberg, Uhlfeld und Lonerſtadt mit ihren Zugehörungen 

30 bis zum Austrage des Rechten. 

3) Die übrigen Befitverhältniffe treten in ven Stand zurüd, in welchem 
fie vor Beginn des Krieges waren ; namentlich ift dieß auch mit den 
anfgejandten Lehen der Fall. 

4) Ueber die Lehensverhältniffe der Markgrafen und jener Nürnberger 

35 Bürger, die ihre Lehen troß der Iehensherrlichen Aufforderung nicht 
aufgefandt haben, foll der römische König enpgiltig entfcheiven. 

5) Hulbigungen, die in Folge der durch den Krieg eingetretenen Befit- 
veränverungen ftattfanden, find ungiltig erflärt, außer jenen, die 

tl. (gl. oben die Anmerkungen zum Friedbriefe S. 231 ff.) 





Beilage I. 407 


durch die Befignahme der noch in des Markgrafen Hand bleibenden 
Schlöſſer veranlaft wurden. | 
6) Was vor Erlaß des Richtigungsbriefes von Zinfen, Nutungen und 
Gülten aus Eigen, Lehen oder Pfandichaften erhoben worden, ift 
5 nach beiden Seiten nachgelaſſen; verfallene und nicht erhobene Zinfe 
oder Gülten jollen den Herren verabfolgt werden, die fie vor dem Kriege 
inne hatten; ebenfo fol Niemand an Leibgevingen, Ewiggülten, 
Pfandſchaften und andern verbrieften oder wifjentlihen Schulden 
verkürzt werben; alles Anvertraute fol zurüdgeftellt werben. 
vw 7) Für Todtſchlag, Brand, Plünderung und VBermüftung ergeht eine all- 
gemeine Ammneitie. | 
8) Me Gefangenen auf beiden Seiten werden auf Urfehde Teig ge- 
laſſen. 
9) Unbezahlte Schatzung und Brandſchatzung wird von beiden Seiten 
nachgelaſſen. 
Wie der Markgraf mit Heideck und Nürnberg, verglichen ſich auf die— 
jeaau Bamberger Tage auch die übrigen Yürften, die im Bündniſſe mit jenem 
te Städte befriegt hatten, mit ihren fpeciellen Feinden. 
So hatte denn endlich diefer Krieg fein Ende gefunden. Er war ſchwer 
2 urx D grauſam — fagt Aeneas Sylvius? — und man dachte nicht eher an 
FAũ eden, als bis weite Länderſtrecken ausgebrannt, deren Dörfer zerftört, die 
Heenen zerftreut, die Bauern nievergemegelt waren, bis auf beiden Seiten 
Le Beensmittel und Geld ausgingen. Und au dann ward der Friede nicht 
ſo faſt nach den beiderfeitigen Intereſſen geſchloſſen, als von der Willfür 
* deSMartgrafen dietirt. | 
Ohne Zweifel war Markgraf Albrecht nicht nur im Stande, den Krieg 
N>ch fortzuführen,, ſondern er erfreute ſich auch der vortheilhafteren Situa- 
un. Bei den ſchlechten Communicationsmitteln jener Zeit war die Be 
ſchaffung des zum Leben Nöthigften für die Stadt nicht immer leicht, es 
30 Werxen dort größere Menſchenmaſſen als fonft zufammengebrängt, und um 
ie zu verproviantiven mußten ſtets von neuem Plünderungszäge in die 
U wagegend unternommen werden, die nicht ſelten in erbitterte Kämpfe um— 
ſchCugen und viele Opfer koſteten. 
Andrerjeitd war die Stadt nicht im entfernteften fo fehr bebrängt, 
5 daß der Friedensfhlug um jeden Preis für fie eine Nothwendigkeit ges 


di 1. Diefe Richtigung und Berichte über 2. Freher, Scriptores rer. germ. II, 
—* Nihtigungen ber andern Fürften fin- 78, 79. 0 

EU fih am Schlufie des Kriegsberichtes 

S. 230—238. 





408 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


wefen wäre. Im Gegentheil war man, während ſchon die Friedensconferenz 
zu Bamberg tagte, zur Fortſetzung des Widerſtandes entfchloffen. Damals 
ftellte ver Rath an die Eidgenofien den Antrag, noch 2000 Mann ans ihren 
Gebieten anmerben zu laflen!, und lud Schweizer Trabanten, die Weiflen- 

5 burgifche Dienfte verließen, ein, in feinen Sold zu treten ?. 

Aber der frifche Kampfesmuth wich nad und nad aus der Stadt. 

Natürlich, ihr Handel lag darniever, ihre Aeder waren zerftärt, die Güter 
der Gefchlechter zum Theil verwäftet, zum Theil in Feindeshand. Und 
wenn fie fi) wohl bewußt waren, daß fie einen Principientampf kämpften, 

so jo mußten fie fi) auf das empfindlichfte Durch die Läſſigkeit berührt fühlen, 
welche die Unterftügung ihrer Bundesgenoſſen lähmte und erfolglos machte. 
Vreilich waren deren nächte Interefien in ihren eigenen Gebieten gefähr— 
Det, aber der Schwerpunkt der von den Fürften drohenden Gefahr lag doch 
da, wo Markgraf Albrecht, der bebeutenpfte, mächtigfte, kriegsgewandteſte 

15 anftürnte. Wir fein on zweifel? — jchreibt einmal der Rath an Jörga. 
Derrer, feinen Gefandten am Städtetag — ‘wer uns hilf gefchehen, wime= 
möchten igunt unfern puntgenoflen auch deſter fruchtperlicher und paß zum 
ftatten fommen ..... Wenn fie (die ſchwäbiſchen Städte) um Hilf maneme . 
jo man du noch vefter von unfern wegen’?. Und als man fie von doc 

20 abermals um Hilfe anging und bat, den Städten Wimpfen und Heilbronwe _ 
die von dem Wirtemberger bedroht waren, beizuftehen, ſchrieb der Rath dem — 
felben: mit dem beiten Willen könne man keine Hilfstruppen ſchicken, az 

muüſſe fib Dort mit der mittelbaren Hilfe begnügen, welche Nürnberg fort 
während dadurch leifte, daß es fo viele Fürften und Herren aufhalte, vie 

25 alle uf die obern ftette dienen und mit ganger macht uf fie ziehen wurden, 
wa wir in ſollichen merdfichen widerſtand mit der hilf gottes nit teten’ *. 
Dean fühlte in Nitinberg fehr gut, um wieviel den Städten Die Macht ver 
Fürſten, welche an Markgraf Albrecht einen energifchen Führer hatten, noch 





elt, das fie all eyn gutt benugen hattenz 
o feint auch die ftett noch ftett, unnd ſeint 
fie unnd Die Sweyker wol gezuchtigt wor- 
den, die Doch meynten, uber Den abell und 
alle berren zu fon. und warbt ir pundt 


1. Am 13. Juni. Brfb. Ar. 20, Bl. 
422 


2. 0.0. O. Bl. 404. 
3. Brfb. Nr. 20, Bl. J08b— 413; 
d.d. 28. Mai 1450. Es mag bier auf 


Das Urtheil bingewiejen werben, welches 
Eikhart Arkt, aus einem eblen Bürger- 

efchlecht in Weißenburg (im Elſaß) ent- 
Sorofen, (Duell. u. Erört. DI, 170) über 
den Ausgang bes Krieges fällt, ein trau- 
riger Beweis von dem mangelnden Be— 
wußtfein der Zuſammengehörigkeit aller 
ſtädtiſchen Gemeinwefen im Reiche. Ye⸗ 
doch feint Die herren noch’ — jagt er — 
“und bezalten ire biener all mit barem 


zerbrent, den fie manich jare gehalten 
betten widder die herren, Das fih nurt 
mher eyn igliche ftatt behilft mit bemt 
berren, ber tr allerbaßt gelegen ift. aber 
die rheyniſchen ftett Terten fich nicht arz 
dieſſen hadder, faffent fill in dieſſem frieg 
und lieſſen berren herrn fein und ver- 
pfenbten inen ir lanbt und leut nit abe, 
wie bie ſwebiſchen ftette gethan Batten’. — 
4. Bıfb. Nr. 20, Bl. 131. 





Beilage I. 409 


mehr als auf dem Schlachtfelve in dem vermwidelten Taufe der Unterhand- 
[ungen überlegen war, wo ihre Gefandten bald uneinig, bald eiferſüchtig, 
bald ohne Inftructionen der centralifixten, confeguenten Politik ver Fürften 
nicht Stand halten konnten. Ste fühlten recht gut, Daß das dringendſte Be- 
s diirfniß eine feftere, ftrammere Organifation ihres Bundes ſei. Darumb 
uns fteten mercklich notdurft were! — fchreibt man an Derrer — ‘und an- 
ders dan piß her gefchehen iſt, in den Frieg zu fegen und uns unfer veinve, 
die uns fo gar mutwilliclich, unverſchult und wider got und recht befriegen, 


aufzuhalten, mererd übel und Münftigen unrat damit zu vermeiden und zus. 


10 fürkomen’ ?. Ä 


Später hat Markgraf Albrecht ſelbſt Reue gefühlt über das Unheil, das 


er mit dieſem Kriege, den er allein heraufbeſchworen, über den größten Theil 
von Franken und Schwaben gebracht. ‘So red ich” — fagte er drei Fahre 
nad) dem Abfchluffe des Bamberger Vertrages zu den Nürnbergern Jobſt 
15 Tegel und Anton Tucher — das ich bei meinem eide erfenne, das ich ein 
übel fache zugericht hab mit dem ergangen krieg zwifchen mein und euer und 


beber teile helfer'?. Uber jetzt war, wenn vielletcht nicht dieſe Einficht, ſo 


jevenfall8 der gute Wille, dem Streit ein Ende zu machen, ferne von ihm. 
Dur) drei volle Jahre nad) dem Anfhören des Krieges ziehen fich die Unter- 
2 handfungen hin, die dem Bamberger Bertrage den Schlußftein einjegen, 
einen rechtlichen Zuſtand zwiſchen dem Markgrafen und feinen Nachbarn 
berftellen follten. 
So ſchwer den Nürnbergern diefer Stand "ver Dinge fein mußte, fo 
empfindlich die Fortdauer der Awiftigkeiten für fie war, — man begrüßte 
25 doch das Aufhören des offenen Kampfes, des verheerenden Streited, der 
durch faft zwei Jahre die ſchöne Stadt zu einem Lager, ihre regfamen, thäti- 
gen Bürger zu Soldaten umgewandelt hatte, mit großem Jubel. Durch 
einen Mann aus einem der angefehenften Gefchlechter der Stadt, Erasmus 
Schürſtab, ift ein Zeugniß auf uns gelommen, wie fehr man die Bedeutung 
30 dieſes Friedensſchluſſes zu Ichägen wußte. Als er manches Jahr nachher 
in das Geſchlechtsbuch feiner Familie auch ſich und feine Kinder verzeichnen 
lieh, fügte er dem Namen feiner älteſten Tochter eigenhändig die Worte bei: 
"wart geporn 1450 jar an dem tag, als des groffen kriegs ver frid einging, 
das was an fand Wylbolts tag 1450 jar’®, 


35 Wir haben hier in einem gedrängten Ueberblide noch die Verhandlun— 


l.a.a. O. 31. 412b. 3. Cod. 251 im Nbg. A. (AP), Bl. 
2 Cod. 484, Bl. 440°. Die inter- 176. 
effante Beiprechung folgt in Beilage V. 


410 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


gen zu betrachten, welche die definitive Regelung des Verhältniſſes zwiſchen 
Markgraf und Stadt herbeiführten. 

Am 11. Januar 1451 erſchienen die Abgeordneten der beiden Parteien 
am Königlichen Hofe zu Neuftant!. Bon Nürnberg waren es Dr. Gregor 

> Heimburg, Licentiat Martin Mayer, Niclas Muffel und Jorg Derrer; der 
Markgraf hatte Dr. Peter Knorr, Michael Jacobi Dechant, Wenzel Kan: 
man Chorherrn zu Ansbach und Hans non Sedendorf-Aberdar abgeordnet. 
Es wurde da bis zum 10. Februar mit der erſchöpfendſten Weitläufigfeit 

‚ verhantelt, Dr. Gregor Heimburg und Dr. Peter Knorr führten ihre be 

10 rühmte Gelehrſamkeit und Beredſamkeit in größten Umfange auf den Kampf 
platz; Doc erreichte man fein anderes Reſultat, als dag König Friedrich er⸗ 
Härte, die Streitfragen jeien fo verwidelt, daß er nicht fofort fein Urtheil 
ſprechen, daſſelbe vielmehr erft am 25. Juni publiciren werde. Darauf 
kehrten die Geſandten zurück. 

15 Nach weiteren erfolgloſen Verhandlungen, bei denen der Biſchof von 
Würzburg, Herzog Friedrich von Sachſen und der päpftliche Legat Nicolaus 
von Eufa? ihre Vermittlung angeboten hatten?, erſchien ein königliches 
Schreiben, das eine Rathsbotſchaft zum 15. Juni nad) Hofe forberte. Die 
jelben Gefandten, wie im Januar, wurden aud) dieſes Mal nad Wien ge- 

20 ſchickt“. Aber obwohl man bis zum 27. Juli debattirte, konnte man wieder 
feine Berftändigung erzielen. Auf die Wege, weldye die Gegner eröffneten 
— ſo erflärten die Geſandten Nürnberg's fchlieglich — würden ihre Freunde 
zu Haufe nun und nimmer eingehen können, und jo mußten fie fid) denn 

. beim Abfchiede mit der Zuficherung des Königs begnügen, daß ihm- ihre 

25 Sache ſchwer am Herzen liege, weßhalb er zu deren Schlichtung einen neuen 
Tag auf den 15. November anberaume. 

Bald darauf machte ver Biſchof von Würzburg einen Verſuch, die 
Streitenden zu verfühnen?. Am 28. September traf er mit Nürnbergiigen 
Geſandten in Herzogenaurach zufammen, fuchte vor Allem mit ihnen em 

zu Reihe von Punkten feitzuftellen, bis zu denen die Nachgiebigfeit des Ratket 
reihen würde, und eilte dann felbft zu den Markgrafen, um ihm und feinen 
Räthen diefe Entwitrfe vorzulegen und ihn zu einem billigen Abkommen zu 
bewegen. Aber obwohl er bei diefem Beftreben an Markgraf Johann einen 
Verbündeten fand, obwohl Markgraf Albrecht felbft nicht mehr in dem Grade 


Relat.Bd. 484, Bl. 248— 271; 3. Relat.Bd. 484, Bl. 273—282; 
185, Bi 249 - 277 485, Bl. 277-288. 
2. — dem ber Bapft befoblen, daß er, 4. Rel.⸗Bd. 484, BI. 283—308 ; 157 
wo er Irrung oder Zwietracht in deut- BI. 215 5a, 
hen Landen finde, fich erbiete, fie zu Nel.- Bo. 484, BL. 310-324 5 
ſchlichten. 1 Bl. 315326. 








Beilage I. 41 


wie fräber auf feine Anſprüche pochte, fcheiterten alle Bemühungen, fo nah 
man auch, nad, vielfacher Veränderung des urfprünglichen Entwurfes, einer 
Bereinbarung war, an der unabänderlid wiederkehrenden Gelvforderung 
Des Markgrafen, melde vie Nürnberger, — obwohl er fie jest ſchon auf 
60000 Gulden repneirt hatte, von denen 30000 ſogleich, der Reſt in län- 
geren Friften erlegt werden follten, — ebenjo beharrlid und unbeugfam 
zurüdwiefen. So ſchied man auch von hier am 14. October ohne Erfolg. 

Da indeß die Zeit nahte, für welche König Friedrich feinen Ausſpruch 
angekündigt hatte, und da ein Erlaß ankam, der den vorher beftimmten Ter⸗ 

min neuerdings in Erinnerung brachte, fo wurden Gregor Heimburg und 
Niclas Meuffel mit voller Gewalt zu Gütlichfeit und Recht nad) Gras zu 
Hof gefandt!. Einen endgiltigen Beſchluß des Königs haben fie jedoch nicht 
zurüdgebracht; im Gegentheil erklärte Friedrich, daß er durch feine bevor- 
ſtehende Romfahrt und Raifertrönung, die ihm jeßt fehr am Herzen liege, 

15 genöthigt fei, die Entſcheidung des marfgräflich = nürnbergifchen Streites bis 
zum 13. November des künftigen Jahres zu vertagen. 

Bald darauf kam Herzog Ludwig von Bahern, der nach dem Tode fei- 
nes Vaters, Heinrich's des Reichen, (30. Juli 1450) die Regierung Des 
arm oshut-Ingolftäbter Theils von Bayern übernommen hatte, auf ver Reife 

von Sachen? nach Lauf?. Dort von einer Rathsbotſchaft begrüßt und zu 
einem Beſuche der Stadt Nürnberg eingeladen, äußerte er fein Bedauern 
über die fortwährenden Zwiftigfeiten mit Markgraf Albrecht und feine Be— 
reitwilligkeit, zu einer Ausgleihung mitzuwirken. Man fandte auf dieſe 
Aeußerung bin mehr aus Artigkeit gegen den Fürften, durch deſſen Land fo 
„große Handlung“ der Nürnberger ging, al aus Hoffnung auf Erfolg, eine 
Geſandtſchaft an ihn nad) Landshut, die feine guten Dienfte erbat. Darauf 
ſchrieb er einen Tag nad) Lauf auf den 5. März 1452 aus. Dort erfchien 
er mit den beiven Markgrafen und anderen Fürſten, die von Nürnberg fan- 
ven fih mit Konrad von Heived, ven Räthen des Biſchofs von Würzburg 
und Abgeordneten befreumdeter Städte ein. Aber auch dieſesmal führten 
die Verhandlungen zu keinem Ziele. Mehr als die weitläufigen Erörterun- 
gen ver beiderfeitigen Bevollmächtigten belehrt ung über die Situation eine 
kurze Unterredung, die fi) am Schluffe der Eonferenzen zwiſchen Markgraf 
Albrecht und den Nürnberger Gefandten entfpann. “Die von Nürmberg', 
‚ fügte jener, heyfchen an mir, daz ich in die ſloß wider geben ſölle, Die ich mit 


1. Relat-Bd. 484, 31. 325.5 485, fen. Buchner, Geſch. v. Bayern Bd. V], 
DI. 32663275. ©. 321. 

2. Bielleiht auf der Rückreiſe von 3. Rel.⸗Bd. 484, Bl. 327 — 336; 
inter Bermählung mit Amalie von Sadh- 485, Bl. 328335. 


412 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


dem fwertt gemimnen han, und bieten mir doch nich darımıb. wann römiſch 
feyjer und kunig gnad oder gab tün, jo fchreiben fie in iren briefen: als web 
getrewer Dienft willen, die in gefchehen fein; underweylen fegen fie darzu: 
in rebus bellicis, das ift in friegen und ftreyten. jo heifchen Die von Nür: 

5 berg die floß wider gar umbfuft; das wifjet ich geren, warumb ich das tün 
ſolt'. Darauf ward geantwortet: Gnediger herr, darumb, das ir fie der on 
vecht entwert habt'!. Aber auf diefe Erörterung ging der Markgraf nick ein 
und ohne Reſultat trennte man ſich wieder. 

In diefem Jahre (1452) 309 der Bruder Johannes Capiſtranus durd 

10 die deutſchen Lande und predigte das Kreuz gegen vie Türken und den Kampf 
gegen die Lafter der Zeit. Es ift befannt, welche Erfolge feine feurige Be— 
redſamkeit in Augsburg, Nürnberg und an vielen andern Orten hatte, wie 
Tauſende fich befehrten, wie Würfel und Karten, Schmud und koftbare Klei⸗ 
der den ascetiſchen Uebungen zum Opfer fielen, die er dringend empfahl?. 

15 Sein Anſehen war fo groß, daß, ala er in der Nähe von Nürnberg, in Hil⸗ 
poltjtein verweilte, eine Rathsbotſchaft: Dr. Gregor Heimburg und Niclas 
Muffel an ihn geſchickt wurden, ihn zu begrüßen, nachdem ſchon früex 
Markgraf Albrecht feine Vermittlung in dem Streite mit Nürnberg erbeten ® - 

- Zu Nürnberg und im Klofter Pillenreut haben dann unter feiner Yetuug 

20 Verhandlungen zwifchen Nürnberg und markgräflichen Geſandten ftattge= 
funden. Aber obwohl der fromme Mann, dem der Cardinal-Legat Nicole 
von Eufa die Sache aufs Dringendfte an Das Herz gelegt hatte, feine Bered⸗ 
ſamkeit nicht fparte, fcheiterten alle Bemühungen an der veränderlichen Ge⸗ 

- finnung des Markgrafen und an der harten Unnachgiebigleit der Nim- 

25 berger*. Unverrichteter Dinge ſchied Capiftran am 13. Auguft wieder von 
Nürnberg ab. | 

Nachher wurde im November noch einmal ein Rechtstag in Wien 
befchift, der aber bald, da der anweſende Markgraf den Kaiſer Friedrich 
vollftändig terrorifirte, in einen gütlichen Tag verwandelt wurte und nut 

zo ein Schauplag der alten, fich auf jevem Tage wiederholenden Scenen wat, 


1. Rel.⸗“Bd. 484, Bl. 336°. Damit 3. Rel.⸗Bd. 484, BI. 343 — 361; 
mag man vergleichen was Martin von 485, Bl. 3396—355%. 
Waldenfels dem Markgrafen aus Augs- 4. In der Relation beißt e8: Dar⸗ 


burg am 3. März 1452 von einer Unter- ” auff rebtt der vatter, er fehe und merdit 
redung mit dem Bürgermeifter Heinrich des fürften wefen wol, ſunder daz er auf 
Langenmantel berichtet, der den Ausprud einer maynung nit belibe, die ſam teglich⸗ 
brauchte: 'ban die von Nurberg hetten verkeret; nit jo weren wir hertt und wöl⸗ 
ive ſchloß geren wider an gelt, fo het euer ten uns in nichte erlernen laſſen, barumb 
gnad gern gelt’. Siehe Beil. V. könd er im nit getan und müſte es gel 
2. Ein Bericht über fein Wirken in empfelhen und walten laffen’. Cod. 45), 
Nürnberg ift in Baaber’8 Ausgabe des BI. 3576. 
Kriegsberihts S. 134 — 141 abgebrudt. 





Beilage I. 413 


da die alten Beſchwerden, die alten Einreden, nur bin und wieder durch Des 
Markgrafen kräftige Invectiven gewürzt, vorgebracht wurden und man ebenfo 
erfolglos als bisher auseinander ging. Das Yürftengericht, das bier tagte, 
beftand faft nur aus früheren Bundesgenofien des Markgrafen, und doch 
5 war der Markgraf von Baden der einzige, der auf eine gewaltige Inter- 
pellation Heimburg's der Wahrheit die Ehre gab und fich als parteitfch für 
incompetent erklärte. 
Es ſcheint, daß Kaiſer Friedrich ſich nach dieſen mehrfachen verfehlten 
Verſuchen überhaupt nicht mehr viel von feiner Vermittlung verſprach. 
1 Denn am 17. Januar 1453 übertrug er dem Herzog Ludwig von Bahern 
das Amt eined Bermittlers, Diefer jchrieb fofort zum 25. Februar eine 
Zufammenfunft nad Lauf aus, deren Beginn dann nad) dem Wunſche des 
Rathes auf ven 18. April vertagt wurde?. Als ver Termin herankam, fer- 
tigte der Rath feine Botſchaft nach Lauf ?: Heren Gregor Heimburg, Meifter 
;; Martin Mayer, Niclas Muffel, Erhard Schürſtab und Konrad Paumgart- 
ner, die am 19. April mit Konrad von Heived, Wernher von Parsberg und 
ven Räthen des Biſchofs von Wilxgburg, des Pfalggrafen uud ver befreun- 
deten Städte in Yauf ankamen; viele waren vom Bifchof gefandt: Dr. Lud⸗ 
wig Til, Propft zu Heiligenftadt, Johann Kellner, Licentiat, beide Comonici 
20 zu Stift Haug bet Würzburg; vom Pfalzgrafen: Hans Miftelped und Jörg 
Berchtoltzhofer; dann Andreas Fridinger von Augsburg, Hans Einkürn 
von Nördlingen und Seiz Berlein von Dinkelsbühl, die beiden Tegten „von 
der Bereinung wegen zu Fraulen beſchieden“. Dort trafen fie den Herzog 
Ludwig und ven Markgrafen Albrecht mit zahlreichen Räthen. 
p2) Unter ver Lebhafteften Theilnahme des Herzogd begannen num fofort 
die Berbandlungen, die fi) hauptſächlich mit der Abtretung der eroberten 
Schlöffer und der Erörterung der pecuniären. Tragen beichäftigten. Am 
Freitag 27. April am man endlich zu einer Vereinbarung. In Gegenwart 
beiver Parteien Tieß der Herzog die Spruchbriefe verlefen. Darin war be 
30 ftimmt *: 





1. Aeneas Sylvius (bei Kollar: Ana- 
lecta monumentorum omnis aevi Vin- 
dobon. tom. II, p. 418—437) giebt 
eine aneführliche Beſchreibung dieſes Ta⸗ 
ges. Die Relation denſelben iſt im 
Relat.Bd. 484, Bl. 370-397 nur un⸗ 
— im Code 455 gar nicht erhal- 
ten. Es fehlt au ber Urtheileſpruch 
(d.d. —* 18. Deebr. 1452), den wir 
jedoch aus einer gleichzeitigen Abferift 
im $asc. 377 d. Bamb. Arch. 


vergleichen konnten und von dem Droyfen 
Geſch. der preuß. Politik II, 1, ©. 146) 
ſehr richtig beinerft, „daß er in feiner 
Motivirung die Erzählung bes Aeneas 
Sylviu⸗ beſtätigt“. — 

2. Relat.⸗Vd. 484, Bl. 405—409. 

3. a. a. O. Bl. o is. 

4. Der Brief ſteht abgedruckt in 
Wolkern) Hist. dipl. Norimb. p. 653 
—657, im Auszug bei Baader ©. 139 — 
112. Das Driginal (auf Pergam.) befin- 


414 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 

1) Die Stadt Nürnberg foll bleiben bei ihrer Gerechtigkeit, die fie von ver 
Stadt Halsgericht wegen über den Goftenhof hat und follen daſelbſt 
ferner feine Bande, Stöde oder Eifen aufgerichtet werben. 

2) Die Lehenſchaft des Goftenhofes fol Markgraf Albrecht dem Rath zu 

5 Nürnberg abtreten. | | 
3 Der Rath fol bei dem Berſpruch der Klöfter St. Egydien, St. Kata 
rina und St. Klara für ewige Zeiten bleiben. 
4) Der Wälder halben foll Nürnberg bei Kaiſer Ludwig's und Kailen- 
Karl's Briefen und Satzungen bleiben, auch bei Markgraf Friedrich 

10 Kaufbrief. 

. Der Zölle und des Geleitö wegen foll Nürnberg bleiben bei Herzoag 
Friedrich's von Bayern Ausſpruch von 1386. Was aber für Zölle 
darin nicht begriffen find, oder die erft feither an die Markgrafen 
famen, oder noch kommen mögen, daran fol Nürnberg keinen Eimn— 

15 trag thun; doch jollen diefelben nicht erhöht, noch beſchwert werden 

anders als fie von Alters her fommen. 

6) Alle Gebrechen, die ſich des Landgerichts halben begeben, follen tot und 
ab und darım Niemand fchulpig fein. 

7) Die Bürger von Nürnberg follen bei ihren Lehen und alten Rehens 

20 pflichten bleiben. 

8) Dieſe Theidigung ſoll jedem Theil an Leibgeding, Pfandſchaft, Ewiggil: 
ten und anderen Schulden 'unvergriffenlich' fein. 

9) Markgraf Albrecht ſoll Heideck, Lichtenau, Bruckberg, Uhlfeld un 
Ponerftadt zwifchen dato und dein Sonntag Trinitatis den vorigen 


det ſich im Nbg. Arch. ©. VII, 2. 159. 
B.8 NT. 340. 


Gegen den Drud bei Wölkern find 
folgende Berbefieritngen anzuführen: 
©.654 3.29. o. ft. umdingt’ lies un⸗ 

verdingt'. 


S. 657 3.4 v. o. ft. Pvenzmauer' lie 
| Pyenczenawer'. 
S. 657 3.4 v. o. ft. ‘Gamer zu Par 
dorff’ fies ‘Chamer zu Neczendorf. 

©. 657 3.5 v. o. ft. Altımöting’ lies W- 
tendting'. 





S. 654 3.11 v. o. ft. 'halsgerichten' lieg S. 657 3.5 v. o. ſt. “Andre Loder Yen 
halsgerichtz'. bayd kanzler' Lies “A. L. zw ybem 

S.654 3.3 v. u. fl. neurung' lies (d. b. ebenfalls zu Altendting), bayde 
newung’. | 


©. 655 3. 20 v. o. zwiſchen ‘und’ und 
'den' ift ‘bei’ zu jeßen. 
©. 655 3.22 0.0. ft. “im lehen' lies “in 
leh’ 


S. 656 3.17 v. o. ft. “aller ober vglichn’ 
lies “allen oder yglichen’. 

S. 657 3.2 9.0. ft. ‘Ramwer’ lies Laber'. 

©. 657 3.3 v. o. ft. Truthtlinger zu 
Zruthtlathing’ lies “Truchtlinger zu 
Truchtlaching'. 


Nürnberg. 


kannezler'. 
S. 657 3.6 v. o. ft. ‘gegeben’ lies ‘ge 
Ichehen’. | 
Außer einer ganz willfürlichen Orthe 
graphie ift bie Urkunde fonft richtig ee | 
drudt. An dieſer hängen bie 
Herzog Ludwig's, der beiden Marlgrei 
Albrecht und Johannes und der Stell 





„ 


Beilage I. a5 


Inhabern fammt der zu Walburgis verfallenen Gült wieder geben und 
die Unterthanen ihrer Pflichten ledig Laflen. 
10) Der Markgraf fol auf die Lehenfchaft, die er bei König Ladislaus von 
Böhmen auf Heided erlangt hat, verzichten. 
s 11) Konrad von Heided umd die von Nürnberg follen die Unterthanen in den 
Orten, die vem Markgrafen gehulvigt haben, nichts entgelten laſſen. 
12) Hiedurch follen alle Irrungen und was Darumter vorgefallen, todt und 
ab fein und fein Theil deßhalb ferner belangt werden, weder durd) 
Gericht no fonft. Auch Markgraf Hans bat in vieſen Vergleich) 
10 gewilligt. 

Neben dieſem Hauptvertrage waren noch einige Nebenverträge abge⸗ 
ichloffen worden. Herzog Ludwig hatte vermittelt, daß die von Nürnberg 
dem Markgrafen zum nächſten Michaelistag 1500 und in allen folgenden 
Jahren 3000 Gulden Leibgeding zahlen, ferner daß der Rath die 1400 bis 

1; 1500 Gulden Leibgeving, welche beide Markgrafen etlichen Nürnberger 
Bürgern zu zahlen ſchuldig find, auf ſich nimmt; endlich mußte ver Rath 
dem Markgrafen eine runde Summe von 25000 Gulden zahlen!. - 

Nachdem dieß verlefen war, erflärte Herzog Ludwig, daß Markgraf 
Albrecht und deſſen Bundesgenoffen früher ein Verbot gethan hätten, daß 

2» Niemand aus ihren Städten und Gebieten etwas in eine Reichsſtadt führen 
jolle. Er habe den Markgrafen bewogen, diefes Verbot zurüdzunehmen und 
feine Helfer ebenfalls dazu zu beftimmen. Endlich that er auch Meldung 
wegen der Fähnlein, die beide Parteien einander im Kriege abgenommen 
und Die, um den Unwillen ganz auszurotten, gegenfeitig zurüdgegeben wer- 

95 den follten. Darauf gingen jedoch die Nürnberger Rathsboten nicht ein. 
Hierauf erklärte ver Markgraf: er habe auch etliche Fähnlein, gäben fie ihm 
die feinen nicht, behielte er die ihren auch. Solches wäre billig, erwiberten 
die Rathsfreunde?. 

Nun ward Herzog Ludwig eingeladen, Nurnberg zu beſuchen, und da 

zo man es für unſchicklich hielt, ihm allein zu laden, ward auch Markgraf Al— 
brecht's Bejuc erbeten. Diefer lehnte ab, da er zu feinem Bruder nad) 
Bayersdorf reiten müſſe, nicht aus Unwillen, wie er ausprüdlich beifügte; 
er wolle fie fpäter noch oft bejuchen. 


Die Summe hatte Markgraf Al- (Orig.-Mie. im Nbg. 9. II, Bl. 1211, 





srecht von Derang Ludwig erhalten, dem 1212). 


fie von dem Rath am 27. Juli 1453 aus- 
bezahlt wurde. DasLeibgeding von 3000 
Gulden kaufte der Rath dem arkgrafen 
im J. 1457 ab. Angef. Rel.⸗Bd., beſon⸗ 
ders BI. 4182. Vgl. Müllner's Annalen 


2. Relat.-Bd. 484, Bl. 417. Ueber 
bie Paniere vgl. die e Ordnungen Nr. 66 
und die jhon oben S. 409 angef. Unter- 
redung Markgraf Albrecht’3 mit Tegel in 
Beilage V. 


416 V. Nürnberg’8 Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Herzog Ludwig aber ritt noch am nämlichen Tage mit feinen Rät 
und Reifigen, einem Gefolge von 200 Perfonen, in Begleitung der Ra 
freunde nah Nürnberg, von wo man ihm mit veifigem Zeug eine gute Sh 
weit entgegenfam und ihn auf das Ehrerbietigfte begrüßte '. 

5 Am andern Morgen wurde ven Verträgen auch noch der Stadt Si 
aufgedrückt? und damit der Streit endgiltig geſchlichtet, ver ven „gri 
Krieg" hervorgerufen hatte. 


1. Rel.⸗Bd. 484, BI. 418. Während im Reg. A. (Pap.-Hpfchr. vom Ent 
ſeines Aufenthaltes erhielt der Herzog 15. Ih.) BI. 124». 
‘einen verguldten verdeckten becher, wag 2. Das der Rath troß dem Wu 
5 mard 6%, lot, coflet 109 gulden 7%, B. Herzogs nicht aus ber Stabt weg 
old, zuſampt den vifchen und loſung Yauf hatte ihiden wollen. Rel.-Bp. 
au ber berbergr. Schentbuh Nr. 191 BI. 417 


I. 


Die Fürftenpartei im Städtekrieg. 
(Bon Dr. Th. v. Kern.) 


E8 war ein Principienfampf im eigentlichten Sinne des Wortes, wel- 
5 her um bie Mitte des 15. Jahrhunderts Fürſten und Städte, Adel und 
Bürger gegen einander zu den Waffen rief. Deutlich genug bat fich das 
Bewußtſein hievon in den Schriftftüden ver Zeit ausgeſprochen, deutlich 
giebt e8 der Gang der Ereigniſſe jelbft zu erkennen. Aber kaum irgendwo 
tritt uns dieſe Thatfache unmittelbarer entgegen, als bei einer Ueberſchau 
10 über die verfchiedenen Gruppen, in welchen fich Die Parteien theils kämpfend, 
theil8 zumartend gegenüber ſtanden. Es war feit lange wieder eine politifche 
Bewegung, welche wenigftens in ihren Ausgangspunkten und Tendenzen das 
ganze Reich umfaßte. Für diefelben Intereflen und Errungenfchaften, welche 
man eben erft im Süden und im Norden von Deutjchland unter neuen 
15 blutigen Kämpfen geltend zu machen fuchte und vertheivigt hatte, griff man 
jet in den mittleren Gegenden zu den Waffen. Da konnte es denn nicht 
fehlen, daß alle gleichgefinnten Elemente in ven verfchiedenen Theilen des 
Reiches fi) mehr over weniger eng an einander ſchloſſen. Aber nicht in 
demjelben Grade ift dieß den Städten gelungen, wie e8 ihrerjeit8 die Fürſten 
20 in Ausführung brachten. Zwar haben auch von den legtern bei weiten nicht 
alle an dem Kampfe Antheil genommen oder auch nur in demfelben Partei 
ergriffen. Manche gerade von den mächtigeren, wie die bayerifchen Herzoge, 
verhielten fich mehr oder weniger neutral, andere, durch ihre feindfelige Stel- 
lung zu ven Häuptern der Fürftenpartei beftimmt oder durch die befonvern 
25 Intereffen ihrer Lande dazu bewogen, haben ſich vielmehr den Städten ge 
nähert. 
So befonders Kurfürſt Friedrih von Sachſen und Bifhof Gottfried 


von Wirzburg. Der letere, aus dem alten fränfifchen Gefchlechte der 
Stäptechronilen. 11. 97 








418 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Schenken von Limpurg entfproffen, hatte noch im J. 1443, als Pfleger des 
Stifts, eine Einigung mit dem Erzbifchof von Mainz und Markgraf Albrecht 
von Brandenburg gefchloffen!, deren Spite gerade gegen die Reichsſtädte 
fi lehrte und in deren Motivirung fchon jene allgemein gehaltenen Klagen 
5 über Gefährdung der Fürftenmacht und Erniedrigung des Adels anflangen, 
die in der Zeit des Städtekriegs den Grundton bilden, welcher, die Tage der 
"Dinge fcharf bezeichnend, in den meiften Schriftftüden der Fürftenpartei 
wiederfehrt. 
Bom Könige zum Pfleger beftellt?, um den endlofen Wirren ein Ziel 
10 zu fegen, welche das einft fo mächtige Stift an den Rand des Abgrunds 
zu bringen drohten, hatte Gottfried an Mainz und Brandenburg feinen 
nächſten Rückhalt gefunden, dort feine erſten Verbindungen gefucht?. Un 
gegen den Erzbiſchof ift er auch fett, wie diefer gegen ihn nicht aufgetreten‘; 
einen um fo entfchieveneren Umfchwung hatten inzwifchen feine Beziehungen 
15 zu Markgraf Albrecht erfahren. Der Biſchof mochte früh genug wahrgenom⸗ 
meu haben, daß die Intereffen und Beftrebungen des Iettern mit ven 
feines Stifts keineswegs zufanımengingen, daß ein natürlicher Gegenjat fie 
beide zu ſtets erneuten Conflicten führen mußte”. Dazu kam, daß ve 
Markgrafen thüringiſche Bundesgenoffen kurz vor dem Ausbruch der Feind⸗ 
2 ſeligkeiten i in Franken die biſchöflichen Lande mit Krieg überzogen. Ein Un 
flag Apel Vitzthums auf die wirzburgifche Stadt Haßfurt (1448) hatte 
zu Streitigkeiten mit Herzog Wilhelm von Sachſen geführt, und zu Anfang 
des Jahres 1449 entſpann fich hier in den wirzburgifchethüringifchen Gräny 
gebieten ein Kampf, der in jedem Betracht als ein Vorſpiel des großen 
25 Stäptefriegs gelten muß ®. 
Die Urkunde ift mehrfach gebrudt, 
in ünig 8 Reichsarqh XVI (sp. ecel. 
Ib.) 2.65; bei Falkenstein, Antig. 


Nordgav. iv (cod. prob.) p. 287, Nr. 
278; in Frieß Ehron., bei Ludewig Ge- 


zioggt von dem viſchofth Würzb. 

3 Im 3. 1442. Bol. Frieß a. a. O. 801 u. 8Soo ff.; Ussermann, epie. 
Wirceb. p. 130. 

Ey Bl „nudert, die furfürftl. Neu- 6. Frieß a. a. O. ©. 803 (vgl. aud 


5. So gerieth er im J. 1447 mit 
Albrecht in einen Streit über die geiſtliche 
Gerichtsbarkeit in deſſen Gebieten und 
—*— ſich in Bezug auf Uebergriffe bei 
arkgrafen zuftänbigen Landgerichs 
es ergaben ſich Differenzen über eini 
aut: und Shen u. A. Bol. Frieß a. a. 





tral. ©. 182 

4. ir Goktfrieh wollte anfange 
überhaupt nur dem Markgrafen entjagen. 
Im September 1449 ließ der Rath von 
Rürnberg dieß an Ulm melden, mit dem 
Vorſchlage, der Stäbtebund möge ihn 
nachdrücklich erfuchen, auch der andern 
Feind zu werden. Schreib. an Jorg Der- 
rer vom 24. u. 26. Septemb. 1449 im 
Brib. Ar. 20, 31. 173 u. 177. 


801), wo bie fraglichen Thatſachen auper 
allem Zufammenbange mitgetbeilt wer 
ben. Diejer an von ſelbſt aus 
bent oe lichen Zeitangaben, wobei nit 
rien ift, daß der Einfall des Gra⸗ 
nd "Sigmund von Gleichen ins Stift 
Ende 1448 fällt (Weihnachten ift Jahres⸗ 
anfang von 1449). Außerdem geht aus 
ber Eorrejpondenz des Nürnberger Katht, 
welde bie Mi —* bei Frieß 





Beilage II. 


419 


Mußte dieß alles ven Bifchof in der Richtung, welche feine Politik ein- 
gefihlagen hatte — ſchon im 3. 1446 ſchloß er fein Bündniß mit den Städ- 
ten! — beftärfen, fo zeigte fich Doch die principielle Seite des großen Kampfes 
and bier in dem Wiverftande, den die Kitterfchaft des Stiftes dem politi— 
5 ſchen Auftreten Gottfried's entgegenfeßte. Sie lieh fi nicht abhalten, dem 
Beifpiele ihrer Standesgenoffen folgend, des Markgrafen Partei zu ergreifen 
und die Berwidiungen, welche dieſes eigenthümliche Verhältniß hervorrief, 
führten erſt gegen Ende des Kriegs (29. April 1450) zu einem merkwür—⸗ 
digen Vertvage zwiſchen dem Bifchofe und der Kitterfchaft*, wonach im 
10 Gebiete des Stiftes felbft ein allfeitiger Friedensſtand aufrecht erhalten were 


den ſollte. 


Hatte hier das gemeinfame Standedgefühl einen wenigſtens theilmeifen 
Sieg über die Intereffen der Territorialpolitit Dauongetragen, fo erwies ſich 
daffelbe andererfeits nicht mächtig genug, einzelne und zum Theil hervor» 
15 ragende Glieder des dentfchen Adels und Herrenftandes von einem Bündniß 
mit den Stäbten, dad bie natürliche Eiferfucht auf das Wachsthum fürftlicher 
Macht over beſondere Verhältniſſe ihnen nahe legen mochten, zurüdzubalten®, 
nicht mächtig genug, um zu verhindern, daß auf Seite der Gegner einzelne 
Bürger auch won nicht Impfäffigen oder durch die Parteinahme ihres Terri⸗ 
20 torialheren nicht gebundenen Städten aus ihrem natitrlichen Verbande her: 
aus in jenen der Fürften- und Adelspartei traten*. Es war im lettern 
Falle zumeift jene Doppelftelung angefehener Stabtgefchlechter, welche fie 
bier als freie Bürger, dort als Lehensleute eines benachbarten Fürſten er- 
Iheinen ließ, die hiezu den Anlaß und die Mittel gewährte, wenngleich der 


Allgemeinen beftätigt, berwor, daß bie 
Städte dem Biſchof Hilfe zu gewähren 
rüfteten (ngl. Brfb. Nr. 19, Bl. 262,263; 
268; 272, 273). Ueber ihre Beforgniffe 
vgl. oben ©. 361. Die Friedensvermitt- 
Inng zn Bamberg in der wirzburgifchen 
Sache (vgl. oben &. 362, 22) bat nur 
vorübergehende Bebeutung. 

1. Am 22. Juni des gen. 3. Das 
von Biſchof Gottfried, Dekan und Kapitel 
bes Stifte Wirzburg, ausgeftellte Origi- 
nal der ausführlihen Vertragsurkunde 
(gegeben 'an der mitwochen vor fand Jo⸗ 
banns tag zu funmwenden’) ift im Nbg. A. 
VID, 2. 55, Nr. 22 erhalten. Es ift auf 
Pergament gefchrieben und bie wohlerhal- 
tenen Siegel des Bifchofs und Domkapi⸗ 
tel8 hängen an. Die Einung warb anf 
3 Jahre geiöhtofien: ausgenommen wer⸗ 
den von Seite des Biſchofs der römiſche 
König, der Erzbiſchof von Mainz, Kurfürſt 


Zubwig von der Pfalz und Friedrich von 
Sachſen. Eine ganz allgemeine Rotiz über 
das Bimdniß giebt Frieß a.a.D. S. 801. 
Vgl. noch oben ©. 356, A. I, wonach 
Biſchof Gottfried einen Specialvertrag 
mit Nimberg bereits am 10. Aug. 1445 
geſchloſſen hatte. 

2. Er findet ſich nach feinem vollen 
Umfange mitgetheilt bei Frieß a. a. O. 
©. 804, 805. 


3. Es liegt wicht in unſerer Abficht, 
bier alle die adelichen Parteigänger ber 
Städte namhaft zu machen , ſoweit nicht 
die Gegenſätze, welche die Bildung ber 
Fürftenpartei mit beſtimmten, von felbft 
darauf binführen. Nur beifpielsweile er- 
innern wir an bie ftäbtijchen Heerführer 
Reuß von Blauen (-Greiz) und Jörg 
von Geroldseck. Andere find im den Beil. 
II mitgetheilten Berichten genannt. 

4. Vgl. d. Schluß vorliegender Beilage. 


27* 





420 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Conflict, welchen dieſes Verhältniß von vorneherein in ſich barg, in ver bei 
bei weitem größeren Zahl von Fällen zu Gunften der Städte entjchieven 
wurde '. 
Und wie die Iocalen Berhältniffe und Parteiungen die Stellung ein- 
5 zelner Fürften, Edlen und Bürger, ganz entgegen den allgemein treibenven 
Richtungen, beftimmten, fo haben alle die örtlichen Gegenſätze und Ziiflig- 
feiten, welche in taufenpfältiger Verfchlingung die einzelnen Landſchaften des 
Reiches erfüllten, bald beftimmend auf die große Parteibildung eingewirkt, 
bald find fie felbft durch dieſe in neue Bahnen getrieben, ausgeglichen ober 
10 verfhärft worden. Einem alten Charakterzuge des deutſchen Kriegsweſens 
entfprechend, find hiebet vorzüglid) die perfünlichen Verbindungen der einzek 
nen Fürften, Herren und Ritter maßgebend gewefen; fie vor Allem haben 
dazu beigetragen, auch ſolche Kreife in ven großen Gegenſatz hineinzuziehen, 
die ihm urſprünglich ferne ftanden?. Auf ihnen zunächſt beruht denn aud 
15 die Gliederung jenes urkundlichen Denkmals, welchem wir die genauefe 
Kenntniß von den einzelnen Gruppen ver Fürftenpartei verdanken und dad 
für die folgende Zufammenftellung vorzugsweife ven Stoff geliefert hat. 
Der Rath von Nürnberg hat ed nicht verjäumt, vom Eintreffen der 
verjchiedenen Fehdebriefe feine Verbündeten und Freunde raſch in Kent: 
20 niß zu fegen, Liften der „abfagenven“ Berfonen ihnen zuzufenven?. Da aber 
alle, welche mit Markgraf Albrecht fich direct over indirect verbündet hatten, 
nebft ven Rittern auch ihre Knechte, ven Nürnbergern in einzelnen oder Ge⸗ 
jammtbriefen Feindſchaft anfündigten, häuften dieſe Kundgebungen fi in 
folder Weife, daß man in Nürnberg felbft das Bedürfniß empfand, eine 
25 Zufammenftellung ver Namen aller Feinde der Stadt vorliegen zu haben. 
Mußten doch ſchon vie Kriegsleute, wenigſtens in Bezug auf jene, deren 
Befizungen dem Kriegsfchauplate nahe lagen, fehnell unterrichtet werben 
fünnen®. 
Es find und nun zwei Handſchriften eines folchen auf Befehl ve 
30 Rathes hergeftellten Verzeichniſſes und das Bruchſtück einer dritten erhalten; 


1. Bgl. oben S. 233 u. ©. 337,338. 3. Vgl. z. B. die Rathsjchreiben an 
2. Natürlich wirkte bier zunächlt ver Ulm vom 5. Aug. im Brfb. Nr. 20, Bl. 
Lehenöverband beftimmend ein; aber doch 121, an diefelbe Stadt vom 27. Septemb. 
feineswegs ausſchließlich. Dienftverträge und 18. October a. a. DO. Bl. 1T7b u. 
und Verbindungen anderer Art fpielen 192. 
oft eine weit wichtigere Rolle. (Vgl. hier- 4. Wie man nach Möglichkeit dafür 
über auch Datt, de pace publ. p. 117, forgte, bie Feinde der Stabt befamnt zu 
118.) Gerade in Bezug auf die Zufam- geben, dürfte folgende beim 16. Juli 1449 
- menfeßung der Heere weiſen übrigens, eingetragene Stelle des Raths⸗Man. dar⸗ 
wie fich aus dem Folgenden ergeben wird, thun: tem bie tafelen mit ben veynden 
die einzelnen Gruppen erhebliche Ver- auf hennken'. 
ſchiedenheiten auf. 


bu 
a 


Beilnge II. 


421 


die beiven erften finden fih im den oben ©. 117 und 113 befchriebenen 
Codd. B(S. 1—106) und A* (Bf. 129 — 161) *, das letzte im Fasc. 377 
des Banib. Archivs (Nr. 56 u. 57; vgl. oben ©. 106) 2. 

Im Allgemeinen überemftinmnend, weichen dieſe Verzeichniffe doch im 
5 Einzelnen vielfach von einander ab. Keines derſelben ift vellftändig, da, von 
dem dritten Bruchſtücle ganz abgefehen, auch die beiven zuerft genannten 
Handſchriften mehrere felbft von ven dem Fürften- und Herrenftande ange- 
hörenden, im Texte des Kriegäberichtes (oben S. 143—147) namhaft ge 
machten Feinden nicht aufführen®. Im Ganzen enthält die Hoſchr. A* 
10 eine nicht umerheblic, größere Zahl von Namen als B, während fie fi in 
mehreren Fällen auch gegenfeitig ergänzen. Die Anordnung ift im beiden 
Handfchriften bis auf einige wenige Stellen viefelbe. 

Wir bezeichnen diefe Revactionen zum Unterfchievde von der kleineren 
Lifte der Entfagenden, welche dem Kriegsberichte vorangeht und von der be- 
ſonders die gleich näher zu erwähnende Berfion der R. B für unfere Zwecke 
im Betracht kommt, als das große Abfageverzeihniß (gr. A.), und haben bei 
der Benutzung, zunächſt B folgend, Abweichungen in der Schreibart bei 
wörtlich angeführten Stellen nur in zweifelhafteren Fällen angemerkt. Die 
modernen oder allgemein üblichen Formen der Namen wurden dann nur, 
wenn fie erheblich abwichen, befonver8 hervorgehoben und follen im Uebrigen 


beim Regifter Berüdfichtigung finden. 


Die Gliederung des gr. A. beruht, wie ſchon angedeutet, auf ver 


1. In B, deſſen Format ſchmal Fol. 
ift, wird in ber Regel bei jedem Namen 
eine neue Zeile begonnen; in A* ift das 
Berzeihnig in zweilpaltigen Kolumnen 
geichrieben. 

Letstere Handſchrift hat folgende Ueber- 
ſchrift: Hie nach vint man verzeichet alle 
geifttich umb werltlich fürften und herren, 
ritter und Inecht, mit ettlichen iren ftetten 
and dinſtknechten, auch andern iren un- 
dertanen, die des kriege, anno ıc. 49 er- 
haben, ber von Nüremberg und irer bei- 
leger abgejagt veint und marggrave Al- 
Fre von Brandemburg belfer geweſt 
ind’. \ 

Rur in diefem Cod. findet fich ber 
Tag, an welchem jedesmal der Fehpebrief 
überreicht wurde, angemerkt. Derjelbe ift 
in Eurfivfchrift nachgetragen. 


2. &8 enthält von den größern Grup- 
pen nur die eichftädtifche und wirtember- 
giſche. Die Reihenfolge ſtimmt eh inner- 
halb der einzelnen Theile des Verzeich- 


niffes mit den andern Sanbichriften 
überein. 

3. Zum weiteren Beweife für bie Un⸗ 
vollftändigkeit der vorliegenden Verzeich⸗ 
niffe dienen die Liſten einzelner Heeres. 
abtheilungen des Markgrafen, deren wir 
unten gedenten, und andere gelegentliche 
Erwähnungen von Theilnehmern am 
Kriege; vgl. in leterer Beziehung befon- 
ber& Beilage III. 

In At ſteht am Schluffe der Aufzeich- 
nımg (BI. 161): Summa aller der, die 
ber ftat Nüremberg anno ꝛc. 49 abgejagt 
veind geweſen find, ar fürften, geiftlich 
und werltlich, bei fünfzig graven und 
berrn und ander vil gemeins abels, ritter 
und knecht und binftleut als dann pis her 
verzeichent ift, der fumma aller mit einan- 
der ift 3818’. Uebrigens kann das in 
diefer Handfchrift erhaltene Verzeichniß 
erft gegen Ende des Kriegs abgeichlofien 
worben fein, da auch die Namen ſolcher 
aufgeführt find, welche nicht vor biefer 
Zeit entjagten. 


422 V. Rümberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Unterfcheivung, daß ein Theil der Eutſagenden, darunter die überwiegende 
Mehrzahl ves hoben Reichsadels, unmittelbar des Markgrafen Albrecht we= 
gen, die übrigen um dieſes oder jenes in ven Krieg venwidelten Fürften oder 
Herrn willen Fehdebriefe nach Nürnberg fandten. Wir erhalten fo das 
5 Mittel, die einzelnen Gruppen ver Partei zu fondern, wozu dann die vor 
dem Terte ver R. A, welcher (neben deu Abweichungen der ihm verwandten 
Handſchriftenreihen) oben ©. 143 — 147 allein Berüdfidtigung gefunden 
hat, gänzlich abweichende Redaction, die das fleine Abfageverzeichniß in ber 
R. B aufweift, weitere Handhaben darbietet. Diefes führt Die bezeichnete 
10 Öfieverung, welche fih im gr. A. zum Theil nur aus der Anordnung a: 
giebt, folgerichtig Durch, indem es in der Regel nur die Namen der Partei: 
häupter und zu jevem derſelben die Zahl der feinetiwegen entſagenden Kitter, 
Knechte over Bürger mittheilt!. 
Auf Grund diefer Verzeichniffe und mit Hinzuziehung einzelner ande 
15 ver am betreffenden Orte anzuführenden archivalifchen Quellen haben wir 
im Folgenden die verfchiedenen Gruppen der Fürftenpartei zufummenzuftel- 
len und, wo e8 thunlich war, auc den innern Zuſammenhang ver Partei 
bildung nachzuweiſen oder anzudeuten verſucht. Das Bild, welches wir jo 
gewinnen, umfaßt zwar alle die Hauptgruppen jener über ganz Deutſchland 
20 verzweigten Verbindung der Yürften und des Adels, immer aber bleibt in 
demfelben die bejondere Beziehung auf ven Kampf Nürnberg’s mit deu 
Markgrafen vorwaltenn. Denn wenn auch die meiften, fo doch nicht die 
ſämmtlichen Adelichen, Landſtädte oder Amtleute, welche dem Aufe ihre? 
Fürften folgend in anderen Landſchaften zum Kampfe gegen vie Reichoſtädie 
25 oder ihre Verbündeten unter die Waffen traten, haben auch der Stadt Ni 
berg insbefondere entfagt. Namentlidy gilt dieß won dem zweiten Haupt 
ſchauplatze des Stäptefriegs, von Schwaben, wo wir 3.3. die Anhänger 
Herzog Albrecht's von Defterreih ganz nermifien?, die Kriegsgenoſſen des 
Grafen Ulrich von Wirtemberg nicht alle wiederfinden?. Bon einer Auf⸗ 
so nahme aller im gr. A. genannten Namen wurde jchon deßhalb Umgang 
genommen, weil dieſes, wie bereit8 bemerkt, in den uns vorliegenden Hand⸗ 
Schriften eine vollftändige Aufzählung jener, deren Fehdebriefe nah 
Nürnberg gelangten, nicht enthält. Die große Mehrzahl der Dienft- und 
einige der Edel-Knechte ſowie einzelne Bürger landſäſſiger Städte und Ort 


| 2. Vgl. über Diefe Chmel, Reg. 
1. Das kl. X. der Reihe B bat una Fried. I, p. 268. 

bei Ausarbeitung dieſer Beilage nur in. 3. Vgl. unten, wo am betreffenden 

der Hdoſchr. B* vorgelegen (mo e8 BI. 78. Orte im ber Note die Abweichungen de 

— 82° fteht), Daher die wörtlich citirten gr. A. von ber bei Datt und Steinhöfe 

Stellen dieſer Iettern entnommen find. mitgetheilten Lifte hervorgehoben find., 


Beilage II. 433 
ſchaften! übergehend, haben wir alle hiſtoriſch irgendwie belangreichen Namen 
mitzutheilen heabfichtigt. 

Wie viele insbejonvere vom den aufgeführten Rittern und Edlen om 
Kriege in Tranlen wirklich thätigen Antheil genommen haben, läßt fich dent⸗ 
5 licher, als 68 die meift allgemein gehaltenen Angaben des Kriegsberichtes ges 
flatten, überbliden, wenn man die im gr. A. uns anfbewahrten Nauen ver 
Entjagenden mit ven Heeresliften wergleicht, welche zum Zweck einzelner 
Kriegsoperotionen und der Verpflegung beftimmter Truppentheile im mark 
gröflichen Lager entworfen wurden und Deren einige und un Fase. 377 des 

10 Bamberger Archivs erhalten ſind?. Es ergiebt ſich daraus, ohne daß hiemit 
die Möglichkeit des Nachweiſes einer noch weiter gehenden Betheiligung and- 
geſchloſfſen wäre, mit völliger Beſtimmtheit, daß die überwiegende Mehrzahl 
np Adelichen, welche ſich dem Markgrafen Albrecht unmittelbar angeſchloſſen 
hatten, ſowie der größte Theil ber. füchfichethärtngifchen und ber heſſiſchen 

ıs Kitterfchaft, die Herzog Wilhelm und dem Landgrafen gefolgt waren ®, per— 
ſönlich auf dem fränfifchen Kriegsfhanplage erfchtenen find, auf welchem 
wir uns die Heere der nächftgefeffenen mit Markgraf Albrecht im Bunde 
ftehenvden Fürſten, feines Bruders Johann, der Biſchöfe von Bamberg und 
Eichſtädt und des Pfalzgrafen Otto, ohnedieß ftet8 gegenwärtig und wirkſam 

20 zu denken haben*. Die nicht unbeträchtlide Zahl von Edlen, welche in ven 
erwähnten SHeeresliften allein, nicht and im gr. A. begegnen, find meift 
fränfifchen Urfprungs und ift ihr Fehlen am leßtangeführten Drte mohl 
nur aus dem unzulänglichen Stande der Handſchriften zu erflären®. Die 
Kampfesgenoſſen der ſchwäbiſchen Fürften find auf fränkiſchem Boden 

25 aus naheliegenden Gründen felten erfchienen® und ebenſowenig zeigen ſich 


Schlachten bei Pillenreut und Sulz; vgl. 
Beilage III und die vorige Anm. 


1. Principiell ausgejchloffen wurden 
auch dice nicht. 


2. Zwei diefer Stüde (Nr. 20 n. 87 
des Fascil.) werben in Beilage V mitge- 
tbeilt. Bei weitem das umfangreichite 
und für ben angegebenen Zweck lehrreichſte 
ift ein Verzeichniß ber während Des gan⸗ 
zen Krieges zu Uffenheim gefütterten Keit- 
und Wagenpferde mit Angabe ihrer In⸗ 
baber (Nr. 38 des Fascik.). Nur Namen 
enthält der Anfchlag in Nr. 181. Die 
Lifte der Theilnehmer am Kampfe bei 
sus (April 1450) haben wir fchon oben 
©. 214, X. 2 angeführt. 


3. Daß eine uamhafte Anzahl der 
letztern auch nach dem Abzuge ber beiden 
en im Heere zurüdblieb, ergiebt 
ch ſchon aus ben Berichten über bie 


4. Ausdrücklich find fie alle zuſam⸗ 
men in dem Anfchlag vom 20. April 1450 
genannt. Bol. Beil. V. 

5. Bei der Schwierigleit, dieſe oft nur 
anbeutungetoeile eingetragenen Namen 
den folgenden Gruppen einzureihen, haben 
wir aut ihre Mittheilung verzichtet, um fo 
mehr, als eine nachweisbar vollftändige 
sufpehlung aller Anhänger der Fürften- 
partei im reife des niebern Adels auch 
bamit nicht zu erreichen gewefen wäre. 

6. Ein Zuſammenwirken in den bei- 
berfeitigen Kriegsoperationen fand bage- 
gen öfter ftatt; vgl. 3.8. oben ©. 192, 

. 3, Stälin, wirtemb. Gejch. III, 487. 
Ende Jänner 1450 war nach der „Filtte- 
rung zu Uffenheim” der Markgraf von 





424 


V. Nürnberg’ Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Spuren, daß die nieverdeutfchen Parteihäupter!, oder die Verbündeten in 
Böhmen und im deutfhen Südoften, durch eigene Betheiligung die in ven 
oberen Gegenden kämpfenden Fürftenheere verftärft hätten. Wir haben, wo 
ſich dieß nicht von felbft verftand, e8 beſonders angemerkt, wenn bei einzel⸗ 
s nen Öruppen oder hervorragenden Perfonen die active Theilnahme am Kriege 


fi) ausdrücklich nachweiſen Tief. 


Wie die Art der Parteinahme war bei einzelnen Gruppen auch ver 
Beitpunft derfelben verfchieden. Die Unterftügung, welche dem Markgrafen 
aus dem Norven zu Theil wurde, bat ihm, wie.jene der fräntifchen Bundes: 
10 genoffen, gleich anfangs, und erftere da am wirkſamſten, zur Seite geſtanden; 
in Schwaben gelangte die Kriſis wenig fpäter zum Ausbruch, währenn Mainz 
bis zum Herbſte zögerte, und Herzog Albrecht von Defterreih, wie die böh- 
mifchen Herren, erft gegen Ende des Kriegs ihre Parteinahme verkündigten. 
Aehnliche Abftufungen, wie fie im Großen hier angedentet find, geben ſich 
15 zum Theil auch bei den Einzelnen zu erfennen, wie wir in ' allen widhtigeren. 
Vällen am gelegenen Orte? anmerken werben. 


Markgraf Albreht und der ihm unmittelbar verbündete 
Adel in Franken, Schwaben und am Rhein. 


Es ift für den Verlauf und Ausgang des großen Kampfes eine der 
beachtenswertheften und folgenreichiten Thatfachen geweſen, daß das vorzüg⸗ 
lichfte und rührigfte Haupt der Fürftenpartei im Reiche e8 in feltenem Grave 
verftanden hatte, die tiefen Gegenfäge von dynaſtiſcher Politik und ritter- 
ſchaftlichen Selbftändigfeitsbeftrebungen dem gemeinfamen Feinde gegenüber, 
25 für den Augenblick wenigftend, zum Schweigen zu bringen und neben einer 
beträdhtlihen Zahl von Fürſten auch den überwiegend größten Theil dei 
Adels fich zu verbinden. Beinahe alle ver hervorragenden fräntifchen, viele 
der rheinifchen und ſchwäbiſchen Avelsfamilien finden wir ganz oder theik 
weiſe um jein Banner gejchaart: doch nur vereinzelt erfcheinen dagegen di - 


30 adelichen Kämpfer auf Nürnberg's Seite. 


Baben (ober einer feiner Söhne) beim 
fränkiſchen Heere. Unmittelbarer Zuzug 
war in mebreren Fällen von vorneherein 
ſtipulirt. Entwurf einer Vereinbarung 
Markgraf Albrecht's mit Ulrich von Wir- 
temberg, 0. D., im Fasc. 377 des Bamb. 
Arch. Nr. 69; vgl. den Vertrag ber ver- 
bündeten Furſten mit Herzog Albrecht 


Ebenſo gering mag im der frär⸗ 


von Defterreih bei Chmel Material. J 
S. 298, Nr. 135 und die betr. Auszäge 
auch Geſch. Fried. Bd. II, ©. 517, 41. 

1. Diefe mit einigen Ausnahme. 
Weber den Zuzug eines welfijchen Herzog! 
vgl. unten ben betreffenden Abjchnitt. 

2. Nach den Angabeni in Hoſchr. A ; 
vgl. oben ©. 421,9. 1 





Beilage II. 


425 


fifchen Gegend wenigftens die Zahl jener gewefen fein, welche bei dem großen 
Ziwifte eine neutrale Stellung einzunehmen und zu behaupten vermochten. 
Albrecht's ganze Art und Weife, fein dem Ritterweſen fo befreundeter 
Charakter und nicht zum geringften Theile fein unermäbdeter Eifer in fchrift- 
5 lihem und perfönlihenm Werben?! braditen e8 mit fih, daß er auch außer 
dem Kreife feines unmittelbaren Machtgebietes, mehr al8 andere Fürſten 
bieß vermochten, ſich Freunde und Anhänger unter dem deutſchen Adel ge= 
winnen, auf ihre Theilnahme im entfcheivennen Momente rechnen fonnte?. 
Nicht überall in demfelben Grade freilich zeigt fich fein Einfluß in den ver- 
10 jhiedenen Gebieten, auf welche er fich erftredte, mächtig. Nur theilmeife 
fonnte die perſönliche Anziehungskraft des Markgrafen auf die Ritterfchaft 
in den vheinifchen und insbeſondere den ſchwäbiſchen Gegenven wirken, wo 
andere, locale und traditionelle Momente noch entſcheidender eingriffen, bie 
Parteiftellung noch beftimmter bedingten. Wie weit gleihwohl auch bier 
15 feine unmittelbaren Beziehungen reichten, dürfte die folgende Namenreihe 


binlänglich ins Klare fegen. 


Das kleine Abfagewerzeichniß der R. B führt an verſchiedenen Stellen 
größere und kleinere Gruppen von Adelichen? ver fränfifhen und aller 


1, gl. oben ©. 371, U. 2. Andere 
Beilpiele anzuführen wird fich fpäter 
mehrfach Gelegenheit varbieten. 

2. Um fo auffallenber muß e8 erfchei- 
nen, daß keine der Nittergefellichaften, 
welche früher die Mittelpunfte aller, frei- 
a gerabe auch der gegen die Fürften ge- 
richteten Beftrebungen des Adels gebildet 
hatten, am Kampfe Antheil nahm. Sie 
icheinen als folche in ber That eine neu⸗ 
trale Stellung behauptet zu haben. Am 
13. Mai 1449 ſchicken Graf Georg von 
Henneberg, Hans Kuchenmeifter, Heinz 
von Hohenheim, Karl von Baftheim und 
Georg vom Stein yezunde uber Die eynung 
zu Sranden gelorn’ dem Markgrafen Al- 
brecht die Hechtserbieten des Herrn von 
Heideck und bes Mürnberger Raths, wel- 
he ihnen diefe „in ihre Einung gejchrie- 
ben“ hatten, mit dem Bemerfen zu: ‘was 
wir und ander unfer eynungs gefellen 
gutes dorinn gethunn fonden, da mit bie 
jadye zu gute komen mochte, wern wir 
gancz willig’. (Orig. im Fasc. 377 bes 
Bamb. Ach. Nr. 26.) Auf dem erften 
Bamberger Tage im Juni 1449 wird 
dieſe Gefellichaft und jene von St. Georgen 


Schild in Schwaben neben ven neutralen. 


ürften genannt, vor melchen Konrad von 
eided zu Recht ftehen wollte; vgl. oben 


S. 135 u. ©. 141. Am 9. Iuli richten 
pierauf die zu Ulm verfammelten Raths⸗ 

ten der verbündeten Reichsſtädte an 
Graf Georg von Henneberg, Georg Fuchs 
zu Schweinshaupten und andere ber 
„größeren Vereinigung zu Franden“ ein 
ausführliches Schreiben, worin der Gang 
bes NRechtsftreites jeilgen Nürnberg und 
dem Markgrafen überfichtlich gefchribert, 
das Scheitern aller Verhandlungen und 
ber Ausbruch des Krieges gemeldet wird; 
fie Bitten, dem Markgrafen und feinen 
Berbündeten Teinerlei Unterſtützung, viel- 
mebr den Nürnbergern Schuß und Bei- 
ftand zu gewähren. (Orig. im Fasc. 377 
d. Bamb. Arch., Nr. 43.) Für die neu- 
trale Haltung gerade diefer Nittergejell- 
ſchaft mag die Stellung ihres Hauptes, 
des Grafen Georg von Sermeberg, zum 
Biichofe von Binzhurg vgl. Frieß bei 
Ludewig S. 800), in deſſen Auftrage er 
ſpäter auch den Frieden vermitteln hilft 
— oben ©. 232 u. 405), ausſchlag⸗ 
gebend gewejen jet. 

3. Der Abel mit feinem Gefolge bil- 
det bier in noch höherem Grade als bei 
vielen der übrigen Gruppen den Haupt- 
beſtandtheil. Unabhängige Bürger, die in 
diefem Zufanımenhange begegnen, werben 
am Ende der ganzen Beilage erwähnt. 





426 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


benachbarten Länder auf, von Denen entweder ausdrücklich gejagt if, daß fie 
um Markgraf Albrecht's willen entjagten, oder bei denen Doch nicht augege 
ben wird, daß fie an einen andern Fürſten ſich anfchloffen. Die zahl: 
veichfte diefer Oruppen wird folgendermaßen bezeichnet: (B?, BE. 81°) “Item 
mer haben der ftat zw Nurenberg abgeſagt allerley bern, ritter und knecht 
und fold: 744 Peheim, Payın, Swahen, Tranden, Reinlewt, ellerien feld, 
von marggrof Albrecht wegen’. Bon 113 Rittern und Snechten wird (BL. 
8oP) gefagt, daß fie um beider Markgrafen, Albrecht und Johann's, willen 
der Stadt Feinde wurden. Nach dem großen Abſageverzeichniſſe waren Dief 
10 theils thüringiſch⸗voigtländiſche, theils fränkiſche und bayerifche Edelleute!. 
Der größere Theil ver an Markgraf Albrecht jih unmittelbar enfchließenves 
Kitter erfcheint dert ziemlih am Anfange one weitere Bezeichnung zuſau—⸗ 
mengeftellt. Kleinere Parthieen finden fich Durch das ganze Verzeichniß ver 
ftreut. i 
15 Wir laffen die einzelnen Gruppen, foweit fie unterſcheidbar find, in 
getrennten Abſätzen folgen, nachdem wir zuerft die Mitglieder nes fränfr 
ſchen Herrnftandes namhaft gemacht haben, welche fich dem Markgrafen 
verbündet hatten. Ä 
Legtere waren: Der Graf Leonhard zu Kaftell nebft feinem 
20 knecht' Jakob ven Wenkheim (B?, Bl. 786), mit weldhen and Burkhard 
und Wilhelm von Heßberg entjagten (gr. A. B, ©. 2); die Grafen 
Heinrih und Konrad von Henneberg?, von denen der erftere mit 
10 feiner Diener (darunter Berlt von Kraeluck' und "Edharins von Lider⸗ 
pach') der Stadt Fehde anfündigte (kl. X. d. R. B, Bl. 80°; gr. A. B, 
280 S. 20); die fünf bereit® oben ©. 146, 18 aufgeführten Herrn zu 
Schwarzenberg und Seinsheim, weldye, wie bie eben ©. 423 be 
zeichneten Heeresliften (wo auch noch ein Ludwig von Sawnſheim' erwähnt 
wird) darthun, fänumtlich beim Heere des Markgrafen zugegen waren. Im 
Anſchluß an Sigmund von Schwarzenberg und Seinsheim, fowie an Wil: 
30 helm, Herrn zu Reichenſtein, deſſen thätige Antheilnahme am Kampfe 
durch die eben angeführten Quellen gleichfalld bezeugt ift, und an Albrecht 
von Hohenlohe werden im gr. A. (B, ©. 2, 3) die folgenden Edlen 
genannt: “Iacob von Anglach, Hanns von Mariah, Wolff von Weiterfteten, 
Engelhart von Berlidingen, Ulrich von Hattftein’ und mehrere &pel- und 
Dienftfnechte. Albrecht's von Hohenlohe wegen entfagten außerdem 11 fe: 


a 


3 


— 


1. Wir führen die erſtern, welche ſich 2. In Bezug auf den Grafen Friederich 

yunächft doch an Burggraf Albrecht von vgl. unten Die Anhänger M Je 
irchberg anfchlofjen, bei den ſächſiſch- hann's. 

tbürimgifhen Gruppen auf. 








Beilage II. 


437 


ner Diener, Ritter und Knechte, an ihrer Spige: Heinrich von Krewisheim’ 
und Fricz von Kremwläheim fein fun’ (x. A. B, ©. Au. 102; U. A. der 
R. B, Bl. 79°). Außer Albrecht! bat auch Kraft von Hohenlohe des 
Markgrafen Bartei ergriffen (ogl. oben S. 146, 15), während er over em 
s anderes Glied dieſes Herrngeſchlechts am Anfange fi in Verſtändniſſe mit 
den Städten eingelaffen zu haben ſcheint?. 

Die Reihen des fränkiſchen Wels eröffnen im gr. A.: ‘Herr Walther 
von Hürnheim, ritter’ (im feinem Gefolge u. X. Hana Kronheimer und 
Michel Windheczer'); Fritz von Sekendorff, Aberdar genant, zu Mexen’; 
10 Heinrich und Wilhelm von Hobenvechberg (her Wilhelm non Hohenrechberg, 
rittex’ ließ feinen Fehdebrief ‘ipfo die vifitacionise Marie hora 12 vier’ über: 
reihen), Wilhelm von Leonrod, Kunz von Knöriugen, Peter von Wilhelms⸗ 


dorf, Hans von Matental. 


Comat von Selenvorff zu Ulftat, Cung von Sekendorff, Nolt genant, 
15 zu Nydernlambach'“, Heinrich d. J. Notbaft, zwei Kottenauer — ; “Paulus 
von Pirdenfels zu Stopfenheym’ (Gans und Stephan v. B. folgen wenig 
fpäter) ; Ritter Hans von Wallenrod, Wilhelm Schenk von Geyern, Hauns 
von Sekendorf, Seyfriv genant?; Clas Neipperger’, die Brüder Ulrich und 
Hans Ray; Erhard Truchſeß, Heinz Scheint, Marquard Auer, Jorg Maien- 


20 talex. 


Adam non Kirchberg, Konrad und fpäter Philipp von Hohenriet, ‘org 
von Nofemberg’, Hans von Absberg, Burkhard (ver jung’) und Leupold 
non Wolmershauſen, Peter von Tanne’, fpäter Hans von Tann (ver jung’), 
zwei von Ellrichshauſen, Jerg Lidartshaufen’; ein Obernitz (Hans Uber: 
25 nig zu Neckmera'), Fricz Elem, Arnolt von Selenvorff zu Birkenfels®; 
Albrecht und Thoman Ewinfmid geprüder; Wolff von Sedenvorf zu Sto- 
pfenheym, Johann Kaluch zum Roſtock'. 


1. Er iſt es wohl, deſſen Gegenwart 

beim Heere die Liſten des Bamb. Fase. 
um öfteren conſtatiren. Es heißt da⸗ 
Frrönt (Nr. 38) nur: "mein herr von Ho⸗ 
henloch'. Das gr. A. und das fl. X. der 
R. Brennen bloß Albredht. 

2. In einem Nürnberger Rathefchrei- 
ben an Ulm vom 2. Juli 1449 heißt es: 
Item als der herre von Hobenloh und 
herr Jacob Truchſeß beſchriben find, zu 
verfuchen, ob und wie man fie uns ftetten 
mit iren jloffen und fetten beftellen mug 
x., tun wir eiörer erſamkeit zus wiſſen, 
wie Diefelben zwen berren uns ſtetten be» 
ftellt mugen werben, daz das unjer will 
und wolgefallen ift, wan wir nicht zwey⸗ 


feln, ir nyemet gmainer ftett befte® bar- 
ynnen gern für’. Briefb. Nr. 20, Bl. 82. 
3. Unter denen, die Markgraf Jo— 
hann's wegen entjagten, ericheint im gr. 
4. (nur A*, Bl. 141) auch Salman 
Jud, hern Wilhelm von Rechpergs kaplan'. 
4. Ein Hans v. S. zu Nydernleym- 
bay’ kommt im Briefb. Nr. 20, BI. 70 
vor: der Ort ift Unterleimbacdh in ber 
Aiſchgegene. 
5. Unter den Knechten der zuletzt ge⸗ 
nannten: zwei Kuchenmeiſter mit dem 
Beinamen ‘Heynolt’, ein Potzlinger, Kro- 
tendorfer, Kilian von Welsberg u. A. 
6. Unter den im gr. U. Folgenden 
ein Lorenez Prünſter'. 


428 V. Nüurnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Ritter Gerlach von Eberſtein, Lorenz v. E., Hilpold Haufner, Iorg 
von Oftheim, Yrig und etwas fpäter Hans und Peter Truchſeß von Pom- 
meröfelden, Jorg Truchjeß von Baldersheim, Jorg von Sefendorff genant 
Rinhofen’, Jorg von Branvenftein, Iorg von Wangenheim. 

5 “Heinri von Freyberg zu Walle!, ritter’, die Brüder Hans und Frik 
Aberdar von Sedendorf, Heinrich d. A. und d. I. Steinrüd, Karl von 
Thüngen, Dietrih und Heinrich Fuchß?, Lorenz von Lisberg und Hans 
Auffenbady?; Chriftof und Hildebrand von Freudenberg; Cuntz von Giech; 
Heinrih von Luchaw, Peter Schyding, Endres Hwſner'; Sigmund von 

10 Sedendorf zu Brunn; Cuntz von Hutten, Philipps von Ebersperg, genant 
von Weyers; Berterman und Bernor Pale, gebrüder; Heinz Schaf, 
Heinrih von Abmfperg, Hemrich von Freyberg von der hohen renden, 
Ertman [Ertwan) Wihaufer*, Ofwalt und Eafpar Demlinger, Alrich von 
Scharnfteten; Heincz Düring, Conrat von Stuben, Seicz von Stainhaym, 

15 Jorg vom Pach', Konrad von Helzing, zwei Erlingshofen, ein Feſtenberzg. 

‘Her Sigmund von Lenter&heym’ (im deſſen Gefolge auch “Peter den: 
tersheymer' erfcheint), ‘German von Freylingen; Anthoni Trautwein’; Ru—⸗ 
dolf von Hürnheim, Seiz Kemnater (Rempnater’)®. 

Johan von Selbach, Arnolt von Widerftein, Albrecht von Geberczheim, 

20 Fohan von Inhaufen, Dyetric von Brunsperg, Wilbrecht von Peiden, 
Reinhart von Kerfchenprud®, Philipps von der Erlin, Johan von Sadjen: 
fuffen, Johan von Inhofen, des Wolfs fun; Johan von Selbach, Arnolt? 
fun; Wilhelm von Alfer”, Johan von Weltenrod, Philipps von Stodheym, 
Philipps von Reuffenberg der jung; Dietrich Hutt von Sonberg, Peter von 

25 Lonsheym, Johan von Noß'; Eberhard d. A. von Aurbach, auf den einige 
Ihwäbifche Bürger folgen. | 

Heinz von Sedendorf, Sigmund v. ©., genant Aberdar, Jörg (und 
ſpäter noch ein Jörg) v. S., Lienhart von Beftemberg zu Prifenftat’, Lorenz 
von Maiental, Wilhelm Haufner, Martin, Konrad und Ludwig von Ehb, 

30 zwei von Weſternach, Arnold und Erfinger von Sedenvorf,. ‘Hans Fugfer, 
Ulrich d. A. von Rietheim. 

Weiter erſcheint hier (ohne Zweifel weil er um perſönlicher Verbin 


. ®gl. Chmel, Reg. Frid. I, No. welche bier im gr. A. folgen, auch: Ste⸗ 
1815, al ober Waal licgt zwei Stun- pfan Pertmunt genant Windhecjzer'. 


ben von Pfaffenhofen a. b. Jim. In 38 des Bamb. Fra 
2- B lieft Fuſchß'. orkenmde Wahrfceinlic ein ren 
3. ‘Hans yſenpach'. broick. 
4. In B Wihaufe. 7. Er iſt jedenfalls identiſch mit dem 
5. In der zahlreichen, wie es ſcheint am eben ‚angef. DO. genannten “Wilhelm 


nur von zwei Absbergern unterbrodhenen, von AU.’ 
Neihe von Edel- und Dienftinechten, 





Beilage II. 


429 


dung mit dem Markgrafen willen abfagte, an die ſer Stelle genannt) der 
pfäßziiche Hauptmann auf dem Hohenftein “Ulrich Sitenped’ ; mit ihm “Adam 
Ermricher, Heinrich Teinsporffer, Cuntz Pfaller genant Sned’, Linhart Pf., 
Hans d. A. und d. 3. von Redenhofen. 

“Hanns von Streitberg, Hanns von Beftemberg, Ulrich Odemberger, 
Jorg Klad, Hanns KL. der jung, Hanns Springefeld, Hanns Lamprecht der 
alt; Fricz vom Holeze, Heincz von Neydeck, Symon Thumm, Cuncz vom 
Perg; Hartung von Klepurg und fein gefellen, Cung von Rabenftein’, und 


viele Knechte. 


“Hanns von Sefendorf Nolt genant, zu Weyſſendorf; Hanns Holcz— 


perger’!, 


Heinrih von Koßpoth (Koßbaden'), zwei Wilvenftein, zwei Schlam- 
meröborf; “Hanns Hangenawer von Zürch, gefeflen zu Bayrſtorff'. 

Jorg von Wemdingen, Eberhart von Trenberg, beide amptman zu 
15 Swabach?; Hyltpolt von Sefendorf, pfleger zum Kamerftein; Hanns Waler, 
Wolff von Suntheym, Jorg Waler, Thoman von Freyberg, Jorg von Ir= 
fing, Hanns von Freyberg, Lienhart von Nayned, Nidel Fuchß, Erhart von 
fing, Cunez von Prait; Michel Lind, caftner zu Swabach', mit ihm Bartho- 
lomäus, Beter und Heinz L., ver Büchfenmeifter Hanns Weyß' und eine lange 
20 Reihe von verfchtenenen Keifigen und Knechten?. 


“Hanns von Morle, Behenn genant*, Sigmund von Thongen, Wolf 
von Veſtemberg, Anthoni von Sedendorff, Hanns von Lauffenholcz, Heincz 
Seheymer, Anthoni Trautwein; Hanns von Sefendorff zu Jachsperg, Ulrich 
v. ©. zu Tribsporf’; Ritter Hans v. ©. zu Pirdenfels’ und fein gleich— 


1. Auf dieſe folgen der von uns beim 
Anhange Markgraf Johann's aufgeführte 
Kaftner zu Bayersdorf, ſowie ber Pfleger 
gu Beheimftein, ‘der rat zu Begnit’ und 

a8 Amt zu Beheimftein, welche lettere 

im gr. A. ſowohl an biefer Stelle, als auch 
bei Markgraf Johann vorfommen. Der 
Grund, weßhalb mehrere Namen, nicht 
bloß aus Verſehen, doppelt im Abfage- 
RR begegnen, liegt darin, Daß 
die betreffenden um zweier Fürſten oder 
Herren willenFehde ankündigten. 

2. Von den Amtleuten Markgraf 
Albrecht's führt das gr. A. nur wenige 
auf. Dieſe ſcheinen mehr um ihrer per- 
ſönlichen Stellung willen bejondere Ab- 
fagebriefe geſchrieben zu haben, daher wir 
ſie auch in der Umgebung erwähnen, in 
welcher ſie auftreten. 


3. Die beiden an der Spitze dieſes 
Abſatzes genannten Amtleute zu Schwa⸗ 
bach und alle ihre Genoſſen hatten bereits 
am 30. Juni ihren Fehdebrief in Nürn- 
berg überreichen laſſen, ehe noch der Mark⸗ 
graf dieß gethan, um deſſen willen fie 
doch entjagten. Der Rath wieß jede Fol⸗ 
gerung aus dieſem ungebührlichen Beneh- 
men zurüd; fein vom 1. Juli batirtes 
Schreiben hat die Aufichrift: Jorgen von 
Wemdingen, Eberharten von Freyberg, 
bambtluten zu Swabach, Hiltpolten von 
Sedendorf, pfleger zum amerftein, 
Hannſen Waler und den andern allen, 
die uns mit in entjagt haben und in irem 
hundobrieſ begriffen ſein'. Briefb. Nr. 
20, Bl. 77. 


4. Ein Merlau gen. Böhm. 


430 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


namiger Sohn hatten Thon am 29. Juni entfagt, mit ihnen Heinz Zobel, 
“Brig Zann' und ihre Knechte. 

“Hanns von Heflperg zum Newenhauß, Johann von Puchsecke ver 

jung, bern Seincz Zilgen jun, Hanns Heffeler, Eriftoffel von Muchel, 
5 Heincz Poffede, Caſpar von Flurftet, Balthazar Ulfrich, Clas von Warmut, 
Diettri von Macholcz, Küen von Schoppe’. 

Am 30. Juni, alfo ebenfalls noch vor ver Abfage des Markgrafen, lie 
der Landrichter Hans von Sedenborf feinen Fehdebrief Aberreichen; auf ihn 
folgen Jakob von ©. Rynhofen genant’ Heintz von Wildenſtein, Gebhart 

10 Beuſcher; Albrecht Schend von Schendenftein, Gilg Scheftersheymer', Hein; 
und Seifried Hezelsporfer, Wilhelm Leynlewtrer; Lorencz Koburger'. 

Ewſtachius Schend von Geyrn, hauptman zu Rot (ev und ohne Zwei 
fel auch die folgenden entfagten gleichfalls bereits am 30. Juni); Albrekt 
Klack, pfleger zu Rot, Ott Marſchalk zu Eybach, Jorg Burgeraf zu Zuß⸗ 

15 med!, Hanns Schend von Schenkenſtein, Stepfan Schend vor Gem‘, 
Hans Schenk von Staufenberg. 

Andy der pfälzifche Amtmann zu Holnberg, Ritter Hans von Redwitz, 
wird in dieſem Zufammenhange aufgeführt; Fricz Glyſſenberger, Heinz 
Mangolff, Jorg Kyengz'. 

20 Zeupold von Bebenburg entfagte nebft feinem Gefolge am 11. Juli. 

Am 7. Juli hatte dieß mit mehreren Andern “herr Erhart von Kor: 
ftet, ritter’ gethan; am jelben Tage folgten ‘Berchtold vom Stein der junger, 
Hanns von Sparned der junger, Jorg Starch, Peter Satler der junger 
und einige Knechte. 

25 Edle aus den nördlichen Theilen der Oberpfalz, die fich dem Markgra⸗ 
fen unmittelbar anfchloffen, find im gr. A. nad) den Glievern des Laufigi- 
hen Herrnſtandes aufgeführt: ‘Sebaftian Pflug zu Schwargzenberg, Wolf 
gang Schaczuhofer zu Fraunftein, Heincz von Leynecke zu Eſchenpach, Hanne 
von Sattelbogen, Paulus Zenger zum Newenhauß*, Heymran Heürauß, 

30 Jorg Meylenhaufer” und unter den Folgenden ein Schlanmersborfer, 
Gebelkofer, “Peter Nörtwein, Hanns Treutwein'. 

Wilhelm von Krailsbeim, Kunz von Eitenfeld?, Erkinger von Mittel: 
burg, Jorg von Leonrod, Kraft und Jorg Waler; Andreas Kemnater, Heinz 
Lonlewtrer. 


1. Jorg Burggraff' kommt ohne obi⸗ r', die andern Hdoſſ. Zewiczer', — m 
gen Beiſatz öfter in der Fütterung zu Nas ift a SR vgl. Hund, bayer. © 
Uffenheim” vor. Zußmeck' ift wohl Zu- 

Ian an der Zuſam, weftwärts von Augs⸗ ir Nach dem Toms. Bruchſtlid beide 


mit ihren “gebröten Inechten’. 
5 Das Bamb. Bruchftüd lieſt Zen⸗ 





Beilage II. 431 


Chriftoff von Wentkheym, Anßhelm Fuller, Hanns von Luchaw, Hanns 
vorı Mornsheym, Hanns Paumgartner', und eine lange Reihe von Namen, 
welche vorzugsweife wohl ſolchen gehörten, die nur um des Soldes willen 
heicheizogen. 

5 Ulrich von Kempnaten, Wolf Kemmerer genant von m Talberg Bertolt 
Echter, Philipps von Riedern der elter; Ulrich Stauffer, Hanns Zyßterer, 
Hanns Tanhaufer, Wilhelm Garenfen, Eriftof Senferftorffer, Jorg Gebel- 
tofer, Eriftoff Talheimer; Conrat Echter’. - 

Eine weitere Fleine Gruppe, an ihrer Spige Ruprecht Tandorffer' und 

10 Weichel Strebenspärffer’ entfagte am 18. Iuli. 

Hans Seipner, Eberlein Prechtel, Thoman Erhart'. 

Conrat von Fiechtenftein, genant Praft’, ließ feinen Fehdebrief am 

21. Juli überreichen. 

Die folgenden Namen werden aud im Fleinen Abjageverzeichniß der 

%. B (B?, Bl. 79°) alle einzeln aufgeführt. Der dem Herrenftande anges 
hörige, bier am Anfange und auch jchon oben 146, 28 genannte Michel 

von Bicken bach war, wie die „Yütterung zu Uffenbeime ( (Nr. 38 d. Bbg.F.) 
darthut, gleichwie die meiften der Folgenden, perfünlic im marfgräflichen 
Heere zugegen: “Herr Michel herr zu Pickenpach, Hanns von Frandenftein, 

a Hamman Echter, Heinrich von Elerihshaufen, Burdart von Kemnaten, 
Hanns Boß, Heinz Truchſeß von Pomersfelden, Ruprecht Stetenberger, 
Wilhalm Schend von Schenkenftein, Hanns (und) Schwann von Kreuls- 
heim’. 

“Herr Hanns von Kinsperg, ritter, zum Wernftein, Ulrich von Kins- 
3 perg, gebruder’; drei von Wolfersporf (BBoffestorff'), Kunz von Geilsporf 

Gellstorff'); “Heinrich Vaſman; Cuncz von Falckenſtein; Nickel von A: 
dendorff, Mathes Prewß'. 

Wegen der beiden Markgrafen Albrecht und Johann traten (abgeſe— 

hen von den bei Burggraf Albrecht von Kirchberg aufzuführenvden thüringi⸗ 

% (den Edlen — vgl. oben ©. 426, U. 1) die Folgenden in vie Fehde ein: 

uns Marſchalk, Morig von Repwig; herr Symon von Schaunderg, 

ritter; herr Albrecht von Redwitz, ritter; Leutolt von Obernicz, Meinhart 
von Dolnicz’ und einige Knechte; dann Jorg von Wifentaw, Gilge von 
Rinhofen, Heincz Hentberger’. Ebenfo: “Her Hanns vom Worfftein, ritter, 

Smarſchalk; herr Friderich von Murach, ritter; Erhart von Murach, Fridrich 
don Parsperg, Heinrich Zenger, Ulrich Apsperger, Ulrich Sniczenhofer, Wil- 
helm Pylſacher, Hanns Kurmreuter, Jorg Raickartter, Jörg Valkenſteiner, 
Seinrich Prentel, Michel Hirſcheider' nebſt vielen andern: Edel- und Dienft- 
nechten aus der Oberpfalz. 


432 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Am 11. Auguft entſagten Markgraf Albrecht's wegen: Michel von 
Tann, Arnold von Homburg, Hans von Neived, Berthold Krank. von 
Geisboltheim Grannjcz [Cranng At] v. Geyſelsheym'); und die folge: 
ven drei ‘Hanns Reglin, Ucz Smid, Michel Sneiver’!. 

5 Hanns und Paulus Zobel, Iorg von Hopping, Sorg genant; Han 
Jeger, Herman Truhedinger, Hanns Ochß, Ulrich Pad, Hanns Dotzel zu 
Kolnperg’. 

Wolfram von Eglofftein; “Hanns von Breitenften, Erhart Steinlin- 
ger, Sigmund Puchfelver, Jorg Küremrewtter, Wolfgang Haufner’. 

10 Die Brüder Albrecht und Friedrich von Freudenberg; Rüdiger von 
Künsberg (Kinsperg'), Hans Evelman d. A., Heinz E.; Nuprecht von 
Mengersreut; Cuntz Schüg von Erlangen’. 

Fritz von Walvenfeld, Heinz von Kotzau (H. Kotzawer'), Nikel von 
Zettwitz (Zewig’); Albrecht von Wirsperg, Oſwald von Zabenftein, Betzold 

15 von Dobeneck, Claß von Zeirn’. 

Wilhelm von Reigenftein ? (Reittenftein’) ; Konrad von Lüchau; Jakob 
Truchſeß; Bartholomäus von Hutten; Engelhard d. J., Chriftof und Urban 
von Morftein ; Balthafar von Thüngen. | 

Erft am 6. December, wie die Handſchr. A* angiebt, entfagten: Hand 

20 d. J. von Wallenrod, Apel von Tettau, Eberhard Triftram*, Erhart Top; 
vesgleichen Hans vom Holz, etliche von Kamen’. | 

“Herr Hanns vom Eglofftein, ritter'. 

“Hanns von Mengerfrewt, Fritz Nothaft’ und ihre „gebrodeten" Knechte; 
Wilhelm Leupolt; Hanns und Wolffhart die Hopffenbeden, gepruder; Hein: 

25 rich von Bünaw, Heinrich Zwinger. 

Jorg zu Pappenheym, marfchalf? und fein knecht'. “Hanns Ermreider 
der elder zu Kegendorf’ und in feinem Gefolge auch "Hanns E. ver jung | 
von Ketzendorff'. Hyltprant von Zungen; Yorg von Weined, Melchior 
Prompnig. Marr von Ehenheym; Jorg von Schauffhaufen, Hanns von 

30 Hohenkirchen'; Sigmund von Freyberg und feine Knechte. | 

1. Sie werben in A* mit Angabe der derer feines Geſchlechts, Anjelm von | 
Zeit, um welche ihr Fehdebrief überreicht Tettau, erbot ſich (zugleich mit Unid 
wurbe, zweimal (Bl. 137° u. 1598) auf- von Haßlach [Halla]) in Nürnbergiſche 
geführt. Dienfte zu treten. Briefb. Nr.20,81.65. 

2. Er entfagte erft am 23. October. 4. ‘Striftsam’ A®. 

3. Ohne Zweifel derjelbe, welcher 5. Sein Bruder Rudolf hielt Frieden 
bald darauf (beide Stellen finden fih nur mit der Stadt. Schreiben am ihn vom 
in A*) unter denen, die bes Burggrafen 5. Mai 1450 im Briefb. Nr. 20, Bl. 
von Meißen, Heinrich von Blauen, wegen 388. Beide waren Söhne des Marſchalle 


entfagten, aufgeführt wird. Er kämpfte Haupt von Bappenbeint. 
bei Billenreut; vgl. Beil. III. Ein an- . 





Beilage II. | | 433 


Veyt non Rechberg und fein geprot knechte. Symon von Stetten, rit- 
tex, und fein knecht'!; er nahm den non Horneck? bei der Fehde aus. 
So hatte auch Wilbelin von Grunbach, indem er fich gleich ver Mebr- 
zahl des wirzburgifchen Adels, entgegen der Politik feines Bifchofs, dem Mark⸗ 
s grafen anſchloß, den erfteven ausgenommen. Wie Grumbach ebenfalls erft 
im Derember entfagte Fritz Schend von Tegningen und fein knecht'; und 
Sebaſtijan von Wallenrod. 
Nachdem die, welche Pribik won Klenau's wegen abſagten — vgl. 
unten die böhmiſche Gruppe —, vorhergegangen:) “Albrecht Sack, Hanns 
10 Steinpach, Hanns Grüner, Veit Lantwüſt, Jorg Spattendorffer, Jörg Erl⸗ 
beck, Caspax Widersperger, Kilian Teuſchel, Heintz Wilde, Nickel Hertem: 
berger, Jenicko Rohmaden, Ulrich Arnolt, Hanns Halbritter der elter, Hanns 
Halbritter Der junger, Hanns Gotzman'; ferner Fridrich Podemberger, 
Lanprecht Rawhendorffer, Emdarins von Rymbach, Seyfrid Puchawſer, 
5 Reynolt Wolfſtorffer'. 
Ulrich von Krailsheim (Krewlsheym'); Sigmund von Holtzingen; 
Binhart Leſch; Marten Mewlinger'. 
Bar! von Chenheim mit feinen Knechten. Dorg von Ehenheym zu 
Geyrn, ritter' mit ſeinen ſtnechten; unter den Folgenden: Cuntz Sunder⸗ 
20 hamer, Stephan Beflerer’. 
Jorg vom Wolfftein and fein gebrot knecht'. 
"Anger von Erlingkhofen zu Pechtal und fein knecht'. 
Engelhard von Absberg; Eberhard d. A. und Dein? Rüde ven Kol: 
jenberg (Rue v. K.). 


2 Il. 
Markgraf Johann. 


Markgraf Albrecht treu zur Seite ftand fein Bruder Johann, der In- 
haber des „obergebürgifhen" Fürſtenthums der Zollern in Franken. Von 
einzelnen feiner Untergebenen — Corporationen und Amtleuten — ift es 

30 bezeugt, daß fie der Stadt Nürnberg beſondere Abfagebriefe zugeſandt haben, 
fo die fehon oben 148, 3 vorkommende Stadt Pegnig [nach ver erften Er- 
wähnung im gr. A. — vgl. oben ©. 429, 4.1 — ‘der rat zu Begniß)’; 


I. Die hie n nulest F genannten ſ Au 2. Wohl jener Horned von Hornberg, 
im gr. A. der ben Biſchof von Wirzburg, als dieſer 
mitten Lie nen Aelannt, bie Sf no im Einvernehmen mit Markgraf 
Ulrich von Cilly's wegen entjagten: wohl Albrecht war, vielfach Beiehbete eos. 3-8. 
nur deßhalb, weil ihre Fehdebrieft um noch zum J. 1445 Frieß S 
dieſelbe Zeit (Ende September 1449) in 
Nürnberg eintrafen. 

Staͤdtechroniken. II. | 28 


434 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ferner —das ampt zum Behemften’ und von Amt- und Hauptleuten: “Con- 
rat Großherre, caftner zu Beyrstorf; Conrar Mecher, pfleger zum Behen- 
ftein!; Mertein Bortich, hauptman zum Hoff; Nidel von Weyer, amptman 
zu Beyrewt'. 

5 Markgraf Johann's wegen entjagte, wie das kleine Abjageverzeichnig — 
der R. B (B?, Bl. 80°) berichtet, au der Landgraf Ludwig vom 
Teuchtenberg (mit ihm wieder Volant Redwiczer, Stephan Berchtolczha. 
mer, Albrecht Ermsrewtter, Hand Ramung, Hanns Toß, Jobſt Kenne, 
Criſtof Liechtenecker' und andere: Edel- wie Dienſtknechte; gr. A. B, S. 22 

10 29); ferner Graf Friederich von Henneberg, welchem nach day 
kl. A. der R. B (B?, Bl. 80°) 8 feiner Ritter und Knechte hierin folgten. 

Endlich ftand dem Markgrafen die im Lande gejeflene oder ihm fonf 
verbundene Ritterfchaft zur Seite: ‘187 ritter und knecht und vinft ent 

. alleriey’ waren e8, die nad) dem kl. A. ver R. B mit ihm zugleich der Stade 

15 Beinde wurden. Ihre Namen begegnen im gr. A. B, ©. 35 —41 und A, 
Bl. 140—141: 

Ritter Hans von Künsberg (Kinsperg, Kindsperg') zu Kreuſſen, Fobſt 
v. K.; Hartung vom Egloffſtein, ritter', (pfälziſcher) pfleger zu Awrbach, 
in deſſen Gefolge u. A. ein junger Kemnaten und Schlammersdorf begeg 

20 nen; Heincz von Auffeß zu Treyenfels; Eberhart Vortſch zu Turnaw'. 

‘Herr Conrat von Zedwicz, ritter’; mit ihm noch andere Glieder diefed 
Geſchlechts: die Brüder Jorg und Balthafar; Kunz v. 3. “zu Hirpeg, 
org v. 3., Kunz v. 3. u Erckmersrewt', Erhard v. 3., dann ‘Joh 
Schirntinger, Oſwald von Rabicz, Ulrich Nothaft, Erhart von Entzenberg 

25 Wilhelm Gefeller, Wernhart von Redwitz, Hanns Rorer'. 

Hans, Frievrih, Iorg und Hans (fpäter auch Hartung), die “Kader 
fteiner’; Thomas, Karl, Mathes, Kafpar und Mathes ‘vie Neiczenfteiner'; 
Mathes und Ian vie Wolman’, Friedrich von Dobened‘, Hans Kreuſſel. 

Konrad und Hand von Lüchau (Lubchaw'). 

30 ‘Her Hanns von Kiechtenftein, vitter; Hanns von Wallenrode zu er 
nede’; Heinz und Anton von Outtenberg, Veit d. I. von Schaumber, 
Endres von Herbilftant (“Herbelftat’); Erhart Truchſeß zu Sternberg, Cunt 
Zollner zu Birkenfels’ ®. 

Rüdiger, Fritz, Erhard und Wittih von Sparneck, Chriftof Nothaft 

35 Rafpar von Machwitz, Hans, Heinz und Bartholomäus von Yeilitif 








1. Bgl. oben ©. 429, A. 1. Sie 2. Diefe beiden Namen kehren im gt. 
ftehen im gr. A. B, S. 12 und legterer A. bald darauf noch einmal wieber. 
©. 35 noch einmal. | 3. Birkenfeld ? 





Beilage II. | U 435 


(Fleitſch'), Wilhelm von Dobeneck, Konrad und Kaſpar Rover, Wilhelm 
Wildenftein’. 

“Heinrich, Hanns, Nidel u. Fridrich von Koczaw; Heinrich, Ulrich, 

Heinez u. Hanns von Kindsperg; Hanns, Nidel u. Lorencz von Hirt: 
5 perg; Jorg Stieber, Hanns von Redwitz'. 

Aus der Keihe von Namen, welche im gr. A. num folgen — zumeift 
wohl Lehen-Gutsbeſitzer, Edel- und Dienſtknechte — heben wir hervor: 
Mertein Fortſch der jung, Rudiger Henlein, Joachim von Greyffemberg, 
Mertein Truchſeß, Wilhelm Miſtembeck, Erhart von Wier, Jorg Kreuſſel, 

10 Ernſt von Dalich, Albrecht Malerczick von Hertenberg, Fabian von Do— 
benecke, Cuncz Raczenberger; Fritz Singer, Hanns Reichel, Lewpold von 
Dola; Ulrich Heibſcher, Heincz u. Peter fein fün, Hanns Dobner, Heincz 
u. Cuncz Gampler; Heincz u. Ott Prewslinger, Linhart Haydemaurer, 
Hanns Poczlinger'; Heinz, Hans und Peter von Weyers (Weyer'), Heincz 

15 Schücz, Herman Zeulner’; Walther Schü, Mathes und Wilhehn von Lei⸗ 
nee (Lewneck'), Albrecht Stibar (Stieber'), Hans von Streitberg (fpäter 
auch Hans v. St. ‘ver jung’); Sweypolt von Sparned, Hanns Newenftetter, 
Hanns Heczelstorffer, Heinez Tandorffer'. 

Hanns von Aufſeß von Freyenfels; Heinrich Forfter, Heincz Heffe, 

20 Hanns Feulner; Jorg Narb’. 

Ulrich von Sedendorff zu Krewfen’ und mit ihm u. U. Fritz Peffen- 
baufer’; Heincz und Dietrich Fuchß, gebrüder, die eltern, Jakob von Seden- 
dorff; Hanns (fpäter auch Frig) von Abenberg; Herman Aurochs; Jorg Ry— 
nolt; Fridrich von Sedendorff, Ernfrid genant, Conrad von Krotendorff, 

25 Hanns von Epperftein, Wilhelm Küngsfelder, Hanns Schüttenfam; Jorg 

- Veltprecher, Caspar von Hawſen; Eriftof von Parsperg der jung, Adam 
Wild, Ulrich Kleiffentaler’. 

Rudolf von Punaw, ritter, Burdart von Schonfels, Hanns von 
Machwicz, Cuncz von Praitenpady, Balthazar von Salſucz, Eprich Walman, 

30 Hanns von Pore; Hanns Urber der elter, Hanns Urber der junger”. 

Fritz d. A. von Sparned, Hans von Wirsberg; Letz von Redwitz, 
Nickel von Dobned der junger, Eberhart von Sedendorf, Ott Raufchner, 
Jobſt Newenftetter; Fridrich von Lubichau', Michel imd Hans ‘Steinrewt- 
ter’; Albrecht Groß’, Hans von Hirfchberg d. J., Brit Plaflemberger; 

35 Hanns Krygenvoyt, Hanns Stettiner’. 

“Hanns von Leuneck zu Trauttemberg; Andre Truttenberger, Hanns 
Tandorffer, Con von Wirsperg, Steffan Heynolt, Heinz Nandenreiwter. 

Erft am Anfang des Jahres 1450 entfagten: Heintz Roder der elter 
zu Lewbnitz, Criftoff Roder zu Parn, Haffe Rover; Caspar von Cospot zu 

28 * 


——. 


” en 
zn 


436 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. | 


Wolframsporff, Hanns von Redwitz, Hanns von Zarwern!, Haund von 

Scheydingſtet, Aldman Rabe; Hanns vom Rabenftein; Arnolt von Hire- 

perg, Contz Gogfelt, Hauns Binfienberger, Heing Hopfgartner, Ulrich Wild. 

Heing von Schaumberg, berr Eberhartz fun; Erhart von Zedwitz zu Hirs⸗ 
5 perg, Fritz Pappenberger, Wilhelm Negwer, Hanns von Weyer'. 


IU. 
Der Bifhof von Bamberg. 


Während der beveutenpfte ver fränkiſchen Kirchenfürften, Biſchof Gott— 
fried von Wirzburg, wie ſchon erwähnt, für die Städte Partei nahm, ſſan 
10 um fo entſchiedener Bifchof Anton von Bamberg auf des Markgrafen Seite 
Dem angejehenen und im Stifte geſeſſenen Avelögejchlechte ver Rotenhumme 
entfproffen, hat er nicht zum erftenmale einem ftreitfertigen Bürgerthun < 
gegenüber geftanden. Lange Kämpfe mit feiner nad) größerer Selbftäntigg- 
feit vingenden Stadt Bamberg hatten den Anfang feiner Regierung bezeich 
18 net, und waren zu feinen Gunſten entſchieden worden. Jetzt folgten dem 
Biſchofe feine Städte und der Adel des GStifts?. Erſtere — e8 jandten 
Bamberg, Forchheim, Kronach und Liechtenfels beſondere Abfagebriefe — 
finden ſich auch ſchon im Meinen Abfageverzeichnig der R. A (oben 148, 
2, 3) aufgeführt; das gr. X. nennt noch die folgenden Amtleute: “Anthoni 
20 Stieber, amptman zu Vorcheym; Caspar Vetter, kaſtner zu Vorchehm; 
Hanns Kotelsdorffer, kaftner zu Scheslig; Hanns Strecz, underfoit zu 
Kranach'. 
Nach demekl. A. ver R. B (B?, Bl. 80” u. 81°) ſchloſſen ſich endlich 
dem Bifchofe ‘82 ritter und knecht und dinſtknecht und allerley’ an; das gt. 
25 U. ftellt feinen ganzen Anhang unter ver Auffchrift Bambergiſch' (B, £.61 
— 70; A*, Bl. 148°, 149) zufammen. Alle die hervorragenven, All 
gejchlechter des Stifte, ohne Zweifel der größte heil der. ritterlichen Lehens⸗ 
leute, begegnen uns bier: | | 
Hanns vom Rotenhan ver elter zu Giech Marx vom Rotenhan, Lug vom 
30 Rotenhan; Veit von der Tann; Hanns von Giech', die Brüder Heinz und 
Otto, ferner Klaus v. G.; Iorg und Kunz d. I. von Aufſeß; Klaus vn 
Wannbach, Jorg Kottner’?, Jakob von Streitberg, Heinz von Nevmik, | 
Hanns Wüft’, Kunz und Chriftof von Herbelſtat'; Heincz Truchſeß, Zoman ; 
1. Bel. oben ©. 206, 9. 7. Nürnberger u. a. am 2. Zuli um 9m | 
2. deſſelben bifchofs ritterjchaft, ſtet, Albrecht von Bayern und Die Stadt Ku 


land und leröte’ hätten ihnen ſeinetwegen tenburg. Briefb. Nr. 20, Bl. 79, BU. | 
veyntſchaft zugefchriben’, melden Die 3. Wohl em Kottenaner. i 













— [re 
— . 
— — 


Beilage LI. 437 


Wifentaw, Jorg von Czeirn; Ott Stubidh, Heinz Renp; Wilhelm Ungers⸗ 
badher, Wenzel von Sehaw’!. 

Jakob vom Rabenftein, Hans und Heinz Haut, mit ihren Knechten. 

Cuncz von Aufſeß zum Arenftein, Albrecht Ruß von Liechtenfels, 

5 Lomas vom Riedhtenftein; Heing Glock; Cuncz von Aufſeß'. 

Ulrich, Fridrich, Erhart und Hams der junger von Wifentaw, geprü- 
der und vettern; Nicklas Bollinger, Ruprecht Zeichendorffer; Heinrich von 
der Thann; Bartholomens Stieber; Wilhelm Hanger; Eularius von Her- 
belftat, Cunez Ochß; Fritz von Hetzelsdorff; Cuncz Teucher; Ulrich Wein- 

10 man; Hanns und Görg Stieber gebrüder (fpäter auch noch ein Fritz Stie- 
bar) mit allen iren knehten. 

Herr Mertein Truchſeß, ritter, zu Pomersfelden, Jorg der Truchſeſs 
zu Pomersfelden’, dann noch der Ritter herr Bartholomes Truchſeſs'; Paul 
und Herman, jpäter auch noch Moriz von Streitberg, Hans von Königsfeld 

ıs (Hanns Kunsfelder’), Fricz von Wiſenthaw, Cuncz von Randeßacker; 
Cuncz Heymbart?, Clas Schrympf, Concz Marſchalck, Moricz von Redwiez'. 

“Herr Symon von Schaumberg, ritter; ber Albrecht von Redwicz, rit- 
ter; Heint von Redwitz, Bawrnfeind genant; Heing Sneperger’, mit eini- 
gen Andern, wahrſcheinlich Dienftlnechten. 

20 Engelbert von der Tann; Eberhart von Gi, Ott von der Eappeln; 
Endres Stieber, Jorg Strobel, Fritz Taucher, Ulrich Taucher; Ulrich Ru— 
ſembach; Seybolt vom Eglhofftein; Cuntz Wannbacher; Herman von Bi- 
bra; Wigeleig Ruſembach'. 


IV. 
25 Der Biſchof von Eichftänt. 


Wie im Norden Frankens der Bamberger Biſchof, jo hatte im Süden 
Biſchof Johann von Eichſtädt des Markgrafen Bartei ergriffen. Das war 
für den legtern fchon wegen der Lage jener eichftäntifchen Gebiete von hoher 
Bedeutung und diefe wurde ohne Zweifel ganz weſentlich gefteigert durch 

30 die Art, wie der Bifchof in bie Fehde eintrat. Hecht eigentlich an der Spite 
feines Landes erfcheint er. Wenigftens verräth der Umſtand, daß im gr. A. 
faft alle feine Amtleute, gefolgt von ihren Untergebenen, aufgeführt find, 
eine gewifle Organijation des friegerifchen Auftretens, wie fie in den Adels— 

1. Unter ben Bolgenden: ‘Hanns (1449) in Nürnberg ein. Wie zu dem 
Gredinger genant meifter Hanne’ und Markgrafen ftand Iohann won Eich auch) 
Cunez Streicz’. zu Herzog Albrecht von Defterreich vor- 


2. In B Heinhart'. längft in naben Beziehungen; vgl. Pü⸗ 
3. Sein Fehdebrief traf am 29. Juli: dert, kurf. Neutral. S. 286. 





438 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


heeren, welche ven übrigen Fürſten zur Seite ftehen, leineswegs erkenn⸗ 
bar iſt. 

Die Zahl derer, welche des Biſchofs von Eichſtädt wegen der Stadt 
Nürnberg Feinde wurden, betrug nach dem kl. A. ver R. B (B?, Bl. 81) 

5 im Ganzen 260. Ihre Namen ftehen im gr. X.: B, ©. 77—86; A%, 
Bl. 150—153. Voran des Biſchofs Hofmeifter Reinbold von Wemdingen 7 
mit einer Anzahl von Edel- und Dienftknechten?!; weiter folgen (nachdem, 
noch “Hanns von Puttendorff’ nebft einigen Knechten genannt ift) : 

Peter von Schaumberg, pfleger zum Zolenftein; Bartholomes, richte — 

10 zu Tolnftein’ mit 3 Knechten. 

Criftoff vom Woffftein, pfleger zu Hirsperg, Peter Hofmeifter, richt 
zu Hirsperg; Hanns Ebenhaufer, richter zur Sulczburg’ — mit ihrem a 
folge. Dann: Jorg Hiltprant, burckman zu Hirsperg’ nebft Wolfgang S 
und 3 Anvdern; “Hanns Uttelhofer, burgkman zu Hirsperg' nebft mehrerer 

15 Andern, worunter noch zwei von Uttenhofen (Ruger Uttelhofer ver jung; 
Fricz U). Fricz Gahaft, Faftner zu Hirsperg, Hanns Gahaft’ und 3 
Andere. | 

“Hanns von Suntheym, pfleger zu Nafjenfels’?; dann Leonhard von 
Keihenau (Richnaw, Reichnaw') mit 4 Knechten. 

20 Wolff von Tann, pfleger zu Arberg; Jacob Durer, Eaftner dofebg, 
Paulus Wild, burckman', nebft einigen Anvdern. Später erft wird ‘Erkner 
von Kotenheym, burgkman zu Arberg' und mit ihm “Heinrich Pfalöpeunter 
nebft mehreren Knechten aufgeführt. 

‘Dietrich Kempnater, pfleger zu Sandſee' mit feinem Gefolge. 

25 Wilhelm Smoll, brobft zu Perdingen, Hanns Smoll, Heincz Pregler 
und Andere (darunter Ulrich Schewrl'). 

Mertein von Putendorff, pfleger zu Bernfels (d. i. Wernfels); Lo— 
rencz von Erlach, hauptman zu Spalt’; in ihrem Gefolge unter A. zwei Zar: 
haufer und Veit von Oſch'. 

30 Fricz von Innwiez, pfleger zu Tanhanfen’; mit ihm Wilbolt Eſchen 
Ioer von Eiftet’, nebft zwei Andern. 

“Hanns Stetner, pfleger zu Mornsheim’ mit feinem Gefolge. 

Lyni? Goezman, pfleger zu Abemberg; Conrat God, caſtner', mi 
mehreren Knechten. 

35 Später folgen noch Leonhart, brobft (u.) vogt* zu Herriben; Hannd 
Krauß, kaſtner'. 


1. Unter die erftern find Jorg Haug von 2. In feinem Gefolge u. %.: Michel 
Hittensheym’, ein Kemmater, Wilhelm Paumgartuer’. 
Peifcher’ und Kunz von Mornsheim zu 3. Das Bamb. Bruchſt. hat yuin. 
zählen. 4. Oder Leonhart Brobſt'? 





\ Beilage II. 439 


Im den Handſchriften des gr. U. ſchließt fi) an jene Aufzählung der 
Antleute und ihres Gefolges eine bunte Reihe von Perfonen verfchievenen 
Standes an, die mit einigen Ausnahmen! alle dem Borgange des Biſchofs 
on Eichftänt in der Kriegserflärung folgten. Wir heben hier die vorzüg- 
Kicheren Ritter und Evelleute herver, deren Zahl im Verhältniß keine ſo 
große iſt: 

Hans von Giech; Eberhard von Hürnheim, Ulrich Morsbeck, Stephan 
won Königshofen, Walther von Suntheim (Schuntheym'), Engelhart von 
Mylez, Oswalt Tanner; Jorg Hennberger (ſpäter noch Ulrich Hemper- 

ger’) ; Eyban vom Wal’. 

‘Herr Ulrich von Hohenrechperg, ritter; Wilhelm von Rechperg, fein 
fun. Hanns von Sweinyngen?; Stephan Odemberger; Jorg Augffelver; 
Symon von Schammberg, Wilhelm Emfer der junger; Achatz Plodner; 
Ulrieus Sitenped; Peter von Elm, genant Eltißhauß. Hanns von Schawn⸗ 
Berg, ritter; Hanns von Schaumberg, der Knoch's (fpäter noch Burkhard 
von Sch. und Heinz von Sch.) ; Albrecht von Coburg’ (fpäter noch “Hanne 
Koburger’), "Caspar Werbergshaufen, Engelhart von Egksdorff, Berchtold 
won Kolhaufen; Jakob Hawt, Hanns Schott, Erhart vom Berg; Claß von 
Stetten, Hanns Vorſter, Hanns Zobel, Jacob Knott, Hanns Wetzel, Pauls 
Sachs. Seyfrivd vom Holcz; Hanns von Grewfjen, Yorg Vetter, Endres 
Scellemberger’; Beter Haut. “Caspar Gebelhaufer, Jorg Starghaufner, 
Taudrod Starghaufner und noch ein Jorg St.; ‘Stephan Haufner’, ein 
Sandizell (Arnolt Sanetzeller'), Beter Ehinger; "Melchior von Helderitt'. 


| V. | 
Pfalzgraf Otto von Mosbach und Neumarkt. 


Die Wittelsbachiſchen Fürſten in Bayern und der Pfalz haben, wie 
ſchon erwähnt, in ihren Hauptvertretern eine vermittelnde Stellung einzu— 
nehmen und zu behaupten gefucht. Ste vor Allen find bei den Unterband- 
lungen tbätig, die ftet8 vejultatlo8 und doch immer wieder aufgegriffen fait 
während des ganzen Krieges ſich hinziehen. Webrigens fehen wir Herzog 
Albrecht von Bayern-München mehr auf die Seite der Städter fi neigen *, 


Sie laſſen fih durch das Bamber- 3. Ein in dieſem Gefchlechte häufig 

ger Bruöfti und durch Vergleihung vorkommender Beiname. 
mit andern Theilen des gr. A. confta- 4. Bgl. oben ©. 362, A. 4. Geſtützt 
tiren. auf die eben erft mit ihm abgeſchloſſene 
2. Hierauf folgt Hanns Smid von Einung mahnte Nürnberg am 2. Juli 
Nüremberg, genant Steigintafchen’. den Herzog, die in jener feftgejetste Anzahl 


© 


ur 





440 


V. Nüurnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


währenn Heinrich von Landshut den umaufhörlichen, bald perſönlichen, bald 
ſchriftlichen Andringen ſeines Neffen nur ſo weit Widerſtand leiſtet, als 
er nicht offen in ven Kampf für denſelben eintrat“. Nur drei Glieder ver 
jüngeren pfälzifchen Linien haben dieß gethan: Pfalzgraf Stephan ven 
5 Beldenz und fein ältefter Sohn Friederich, die wegen eimer das 
Veldenz'ſche Erbe betreffenden Frage ſchon feit länger mit der Kurlinie fih 
eutzweit hatten ?, dann Stephan's Bruder, Pfalzgraf Otto von Mosbady 
und Neumarkt. Rur des legten Parteinahme hat anf den Bang des Krie 
ges einen fühlbaren Einfluß ausgeübt. Umter feinem Gebote ftand nad) dem 
Anfall von Neumarkt der größere Theil der Oberpfalz, welches Nürnberg 
fo nahe gelegene Land oft genug Schauplat des Krieges wurde. Und ver 
Bialzgraf felbft, mit ſeinen Amtleuten und Rittern, iſt pesfönlich in's Feld 


gezogen. 


Nach dem kleinen Abſageverzeichniß ver R. B (B?, BI. 81°) Haben det 
Pfalzgrafen wegen, der ſelbſt am 6. Auguft 1449 der Stadt Nürnberg fer 
nen Fehdebrief fandte, ‘372 ritter und knecht, burger und dinſtknecht' nebſt 
feiner Stadt Altdorf entjagt. Im gr. U. ftehen dieſe B, S. 87— 91 und 
A*, Bl. 153—154 (der legte Theil nur in A) beifammen; bloß von fer 
nen Antleuten werden einige verenzelt in andern Gruppen genannt: jo un 
ter den vielen Adelichen, mit denen das gr. A. beginnt, ver ſchon oben 429,2 
erwähnte “Ulrich Sitenped, hauptman zum Hoheuftein’, fowie herr Hanne 
von Redwitz, ritter, pfleger zum Holnperg’ (ogl. oben ©. 430) ; ferner (B, 
©. 32): Jorg von Wildenftein, pfleger zu Lauff; Stepfan Steczman, pfle 
ger zur Freyenſtat' und mit ihnen mehrere Flügler; endlich (nur A*, 3. 


“gute granfige wolgeräfts zewgs' ſowie 


ſeine Fehdebriefe an die Fütſten zu ſen⸗ 

den; Briefb. Nr. 20, Bl. 78 u. 79. Bon 

Erfolg war diefe Mahnung nicht beglei- 

tet. Der Herzog ſuchte ſich, wir willen 

nicht unter werden Vorwänden, vom 

Kriege fern zu halten. Bgl. oben ©. 126, 
1 


1. Im Spätherbft 1449 hatte Mark⸗ 
taf Albrecht ihn wieder in Landshut be- 
ſucht, um jeine Kriegshilfe gebeten und 
ainer epttlichen antwurtt' begehrt. Der 
Herzog Entihuldigte fih am 13. Novem⸗ 
ber brieflih mit einer erft jüngſt wieder 
eingetroffenen Löniglichen Botſchaft, Die 
ihn aufforderte, fih am Kriege nicht zu 
betheifigen, vielmehr Friederich's Dazwi- 
ſchentreten abzuwarten. Der Markgraf 
möge deßhalb in Bezug auf feine Ant- 
wort wegen ber verlangten Hilfe noch 


‘ein dülde und anftand’ haben. (Orig. 
im Fase. 377 des Bamb. 


Arch., Nr. 96. 

Daß man auf Seite der Fürſtenpartei 

noch im Frühling des J. 1450 die Hoff⸗ 

nung auf ben Beitritt Herzog Heinrichs 

nicht aufgegeben hatte, gebt aus zwei (m 
angef. YZasc. des Bamb. A., Nr. 33, 35 
u. 132 erhaltenen) Schreiben Jorg's von 
Ehenheim und Waltber’s von Hürnheim 
hervor. — Mit Nürnberg kam der Her⸗ 
zog als Mitbefiger von Lauf während des 
Krieges in mancherlei Irrung, da feine 
Unterthanen in der genannten Stabt ſich 
denen Pfalzgraf Otto's in ihren Feind⸗ 
feligleitert gegen die Stäbter häufig an 
ſchloſſen; vgl. Briefb. Nr. 20, Bl. 194, 
135 u. 280. 


2. (Kremer) Geſch. Fried. d. Stegr. 
©. 19 ff.; Häuffer, Geſch. d. Pfalz, I 
333, 334, 








Beilage I. 441 


138) Wilhelm Marſchalck pfleger zu Lauff’' und der fchon ©. 434 aufge- 
führte Pfleger zu Auerbach: Ritter Hartung von Eglofſtein. In der er⸗ 
wähnten langen Namenreihe von Rittern, Bürgern und Sinechten begegnen 
wir dann des Herzogs Hofmeifter, Albredit von Murach zu Guttened, ver 
s am 16. Auguſt ertfagte, und den Amtienten: ‘Hanne Raitenpucher, pfleger 
zu Hembawr?; Connrat (Üner?), richter zu Drefsig?; Hanns Bingerlein, 
pfleger zu Swainckendorf; Linhart Hemmerlein, caftner zum Newertmant’ 
(nebit feinen Knechten). 
Sonft heben wir hervor: ‘Herr Sigmund von Eglofftein, ritter; Cuncz 
10 vom Eglofftein zu Geylnrewt, Ott Senft'; Albrecht n. Hans vom Wolfftein, 
Hans Wirnt; Caspar von Aw zu Prennbderg; Stephan Tewrlinger, Degenhart 
Praitenfer, Albrecht Linck; Wolfhart vom Wolfftein, Jorg Urfſenibeck, Jorg Bol: 
linger, Heinrich Fronberger, Heinrich Tronberger der junger, Balthazar Kachens⸗ 
torffer, Hanns Pudemstorffer, Hanne Mälberg, Burckhart Bollimger, Hanns 
15 Marder; Hug Salczfaz, Hellfrich von Newenſtatt junior, Hanns von Eſchenpach, 
Stepfan von Emershofen, Niclas Keller von Weinheym“, Heine, Albinger'. 

Heinrich Baulstorffer zu der Kürn' (er hatte fhon am 12. Juli ab- 
gefagt) ; "Hanns Kolemberger; Andre Gundelnkofer; Linhart Hirsperger, 
Hanns Rottaler, Cuncz Marftaller, Jorg Raufchenberger, Hanne Geyrs⸗ 

20 perger, Ulrich Rummel’’. 

‘Herr Frivrid vom Woffftein, Hanns Fridenhofer und Heincz fr. ver 
jung’; Jörg von Yaber; Diether von Bermingen ‘ver jung’; ‘Hanns Rettel 
von Treczickheym, Caspar Punczinger, Caspar Menporfer. 

Wolfhart Stodel zu Efitern’; mit ihm unter A. Ulrich Stör, Hanns 

25 Urfemped’. 

Hanns Leitgeb zu Lauffental; Niclas Gareyfen, Raczko Gareyfen fein 
fun; Liebhart Zolner'. 

Criſtoff von Parsperg, ritter; Ulrich und Heintz Yrodemberger®, 
Ruger Uttelhofer, Bertolt (fpäter auch Kunz) Rat; Eriftoff Werperger, 

so Wilhelm Hofer, Eberhart Wernſteiner; Peter und Albrecht Kroghan, geprü- 
der, Ulrich Daxperger, Dypolt Fliginger, Wolfhart Erelbeck, Michel Magnes- 
rewter'. 

Heymeran Muckentaler, Hanns Mendorffer, sie von Wald’. 


Das Borlommen zweier Pfleger 4. Bürger und Knechte aus der rhei- 
in anf beruht ohne Zweifel auf dem ge- nifeen Hals ericheinen noch öfter. 
theilten Beſitzſtand; vgl. oben X. lauf der 5. Ueber Ulrich Rummel vgl. den 
vor. Seite. Schuuß dieſer Beilage. 

2. Hemau. 6. Siehe oben S. 207, A. 2. 


3. Er folgt At, Bl. 155 auf “Peter 
Amer’. 


449 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Criſt der elver, Hanns der junger Öyltpoltiteiner zum Rabenſtein!; 
Hanns LFiechteneder ; Jorg Müracher, Meinhart Pentzhofer; Pauls Gebelcz⸗ 
rewtter, Beter Stromenr’?; ferner Ulrich Warperger, Diettrich von Stauff 
der junger, Jorg Hager', Kunz und Jorg Pudemstorffer'; Wilhelm Peheym 

s von Chlungo®, Ulerfchy Beheym von Regal; Eraſm Hofer; Ulrich Dref- 
wytzer; Jacob Berdhamer, Jörg von Gebelßreüt, Ulrich Erlbeck, Peter 
Amer’ t. 

“Hanns Künig zum Newenmardt’ nebft dreien feiner Söhne. 

‘Herr Mertein von Wilvenftein, ritter; Caspar Kürmrewtter' (Tpäter 

10 auch Herman K.), Jorg Predenvorffer, Eraſm Weiffenwerger, Hanns Re 
gelvorffer; Hanns Kratzer; Bartholomes Klein; Ulrich Rakendorffer, Eri- 
ftoff Scharffemberger, Heymeran Berndioe. 

Ulrich Fronberger zu Bronderg’; Hanns Kempnater, Albrecht Uttel- 
hofer, Sigmund Predendorffer, Steffen Steinlinger’ ; erft am 27. Septbr, 

15 entjagte “Herman Rynolt’ und am 6. Detbr. “Hanns von Vennyngen der 
jung und Peter von Stetenberg’. 

Hanns, Wilhelm und Linhart Kottenamer’, und unter ven Folgenden 
Contz von Öandelftein, Götz Turmayr, Fri Hager. 

Criſtoff Hertemberger’ mit feinen „gebrodeten" Knechten; am 8. No⸗ 

20 vember ließ Fridrich Waltüner' (wohl ein Walthurn) feinen Fehdebrief 
überreichen. 

Jorg Amer und fein gebrot knecht'. 

Arnolt Kreyß von Lindenfels’ nebft feinen Knechten. 

Diether Rud von Boedigheim? und feine Knechte. 

25 Erft im Anfang des I. 1450 entfagten: Caſpar Reyttorner, Joachim 
Hautzenperger; Linhart Ramelfteiner, Jorg Eglinger, Hanns Waller’, und 
unter ven Folgenden ein Saller, Hager, Tandorfer (Cuntz Dondorffer), 
Huntheimer; dann ‘Hanns Oberheimer, Stephan Weinperger, Hanns Kaft- 
ner’; erft im Frühling Linhart Kagrer; Hanns Trewtwein' und mit ihm 

so unter A. Kunz Hermannsdorfer (Hermerstorffer') ; Fritz Pollinger. 

Wilhelm Zurlinger’, mit ihm ‘Hanns Pulnhofer der junger. 

‘Herr Hanns vom Degenperg der jung, ritter’ und Balthazar Myß—⸗ 


In A®, melde Hoſchr. allein die⸗ 3. Wohl Chlumtſchau. 
ſes Si entpält, find die beiden Vorna⸗ 4. Bol. oben ©. 441,4. 3 
men offenbar irrthümlich buch einen ma 
Abfahrt von ‘Hyltpoftfteiner‘ getrennt. 5. Vgl. oben ©. 207, A. 2. 
Wahriheinlih ein Stromer von 6. In der Hdoſchr. (A*) Rüd von 
Auerbach | in ber Oberpfalz (ein folcher er- Rodickein'. 
ſcheint im Befite eines Reichslehens 
Reg. Frid. I, p. 172). 











Beilage II. 443 


perger', jeder von beiden mit einer ftattlihen Keihe von Edel- und Dienft- 
Inechten. | 
Sigmund Leuchtempeck' und feine. Knechte; Hanns Nußperger zu 
Calnperg' und feine Knechte; Pangracz (und unter feinen Knechten Sig- 
5 mund) Gotlinger; Michel Walrab’ und feine Knechte; Wilpolt Werthemer' 
und “Paulus Nentter’, erfterer mit einer nicht unbeträchtlichen Zahl von 
Knechten. 
Heymran Hewrauß zu Stockenfels' mit ſeinen Knechten (worunter 
Harprecht Leuchinger' und Ulrich Mendorf'). 
10 Erft am 30. Mai entfagten Wilhelm Pfirgner, Thoman Lebenwer- 
ger, Matheis Warperger’ und Andere. 
Lorentz Prantner, Conrat Slamersdorffer, Peter Nörtwein’ und unter 
den Folgenden Alrich Stettbed’ und Jorg Smoll'. 
Ulrich von Kamerrawe' und feine Knechte, worunter ‘Hanns Haugem- 
15 berger’. 
Noch am 21. Juni 1450 hatten Gebhart von Eychperg' und 21 An- 
dere, umter welchen ‘Hanns Hell, Sigmund Hinderperger, Jorg Dufchel, 
Jorg Lotterped’, der Stadt Nürnberg ihre Fehdebriefe überreichen Taffen. 


VI. 
20 Die ſchwäbiſchen Gruppen. 


So unbezweifelt, wie bereit8 angeveutet, gerade in den Kämpfen der Sabre 
1449/50 allerwärts die Solidarität der Intereffen auf beiden Seiten ge= 
fühlt und aud) wirkſam wurde, lag e8 doc in der Natur der Sache, wenn 
in Schwaben, an der Stätte, wo die alt überlieferten und ftet8 neu ſich gel- 

25 tend machenden Gegenfäte kaum befchwichtigt immer wieder an einander 
prallten, felbftändige Motive der Barteibildung in befonderem Grave ob- 
walten waren und zum Theil ven Ausichlag gaben. Die alten Häupter der 
Fürſtenpartei in diefem Lande, ſchon durch ihre gemeinfamen Kämpfe gegen 
die Schweizer mit dem zahlreihen ſchwäbiſchen Adel enge verbunden, hatten 

30 indeß bereit8 früher auch mit Markgraf Albrecht verſchiedene Einungen ge- 
Ihloflen, mit ihm zufammen gehanvelt!. Sie waren um dieſes ihres Bun— 
desgenoffen willen zum größeren Theil fchon Feinde der Stadt Nürnberg 
geworben, als endlich an verſchiedenen Punkten zugleich in Schwaben felbft 

1. Markgraf Albrecht hatte 1444 den dem Kurfürften Ludwig (IV) von der Pfalz 
Schweizern ebenfalls einen Abjagebriefge-s eben jene Fürften vereint, welche jetzt in 
ſandt. Bgl. Stälin, wirt. Gel. III, 41675 Schwaben, Franken und am Rhein ben 


u. oben ©. 389,390. Im Mergentheimerr Städtern die Spike boten. Vgl. Stälin 
Bunde vom 2. Jan. 1445 ſehen wir außer a. a. O. ©. 468 u. 472 —474. 


444 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


der Krieg entbrannte. Die allgemeinen nicht minder, wie die befonveren 
Berhälmiffe hatten jene nahe Verbindung der genannten Fürſten herbeige- 
führt, und um fo enger mußte diefelbe ſein, als gerade in Frauken und 
Schwaben, und zwar hier allein, die Stäpte ebenfalls in förmlicher Einung 

5 jufammengetreten waren. Haben jo alle, vie an den Fehden des Grafen 
Ulrich von Wirtemberg gegen Eßlingen, des Erzbiſchofs von Mainz gegen 
Schwäbiſch-Hall, an ven Kriegezügen der Markgrafen von Baden und in 
der zweiten Periode des Krieges an den Streitigkeiten Herzog Albrecht's von 
Defterreidh in Oberfchwaben Antheit nahmen, tie Fürftenpartei im Reiche 

10 verflärkt, müſſen wir gleichwohl an dieſer Stelle im Auge behalten, daß un- 
jere Berzeichniffe nur auf die mittelbar oder unmittelbar ven Markgrafen 
Albrecht Verbündeten, auf die, welche ver Stapt Nitrnberg eigene Fehdebriefe 
fandten, Rüdficht nehmen. 

Die Üpelichen, welde der Markgraf auch aus viefen Landen ummittel- 

15 bar an ſich heranzog, haben wir in der erften Gruppe bereit8 aufgeführt; 
bier follen biejenigen, welche dem Beifpiele oder Antriebe der mit Albrecht 
verbundenen Fürften folgten, Berüdfichtigung finden. Hin und wieder ſind 
auch fie gegen Nürnberg perfönlich ins Feld gerüdt, und Markgraf Albrecht 
ließ e3 nicht. daran fehlen, wo e8 thunlich war, von den ſhwäbiſchen Bundes⸗ 

20 genoſſen unmittelbaren Zuzug zu verlaugen!. 

Indem wir die einzelnen Gruppen, welche ſchon in n den Abjageverzeich- 
niffen meift gefondert hervortreten, nad) ihren Beziehungen zum fränkischen 
Kriege an einander reihen, gewinnen wir zugleich ein wenigftens theilweiſe 
abgerundetes Bild ver Parteien in Schwaben felbft. 


25 1. 
Die Markgrafen von Baden. 


Am früheften von allen ſchwäbiſchen Fürſten und Herren — Mitte 

Juli 1449 — hatte Albrecht's von Brandenburg Schwiegervater Markgraf 
Jakob von Baden, ver unt diefelbe Zeit felbft ven Kampf mit den ſchwäbi— 

30 ſchen Städten eröffnet und namentlich auch gegen Das fränkiſche Rotenburg 
a.d. 7. eigene Klagen vorzubringen hatte?, nebft feinen beiven Söhnen 











Bal. oben S. 123, A. 6. Am 

‚>. mi 1449, alfo noch vor Ausbruch 
des Kriege®, foreit an ihn der ſchon oben 
6 genannte Georg, Herr zu 

Osienftein. er werbe, wenn e8 feine ei- 
gene vientichafft’ ihm "erlaube, Albrecht's 
Begehren entſprechend gerüſtet zu ihm 
kommen und bittet im andern Fall aus 


obiger Urſache um Entſchuldigung Orig. 
im Fasc. 377 des Bamb. Arch. Nr. 32). 

2. Vgl. oben S. 238, A. 2. Der 
Fehrebaſe Jakob's an die Ratenbrrger ift 
im Rotenburger Bericht liber den Städte» 
frieg (XXIV. gehresber. d. bift. Ber. f. 
Mittelfrant. 64) mitgetheift, dort 
aber fälſchlich Em Marlgrafen Albrecht 


Beilage II. 445 


Karl und Bernhard ber Stadt Nurnberg, Feindſchaft zugefchrieben". Sei⸗ 
netwegen entſagten dann, wenig fpäter!, Graf Emich d. J. von Lei⸗ 
ningen, Iakob's Schweſterſohn, und ver dem Markgraſen in gleichen 
Grade verwandte? Ludwig Herr gu Liechtenberg, enblich 188 Ritter, 
s Edel- und Dienſtknechte “und allexiey’?.. Im gr. A. ſind dieſelben B, 
S. 51—56 unter ber Aufſchrift Baden' zufammengeftellt, wo ſich daun 
auch Httelhanns von Krenkingen, den man nenut von Weyſſenburg, 
frey’ — vgl. oben ©. 147, 14 — und Erhart fry von Stexnenfels' aufs 
geführt finden. Daß ver ©. 136, 8 genannte Graf Friederich von 
ı Zweibräden, Herr zu Bitſch, in Markgraf Jakeb's Dienfte ſtand, 
wiflen wir ans Eikhart Artzt Quell. n.-Krört. IL 164). Ein Gleiches 
fagt Ietterer au von Georg gu Ochſenſtein, den wir m gr. A. in 
Berbindung mit dem Grafen von Tübingen-Lichtened! auftreten fehen und 
dene wir eben nuc ‚in unmittelbarer Beziehung zu Albrecht von Branden⸗ 
15 burg begegnet find. Endlich werden wir nicht fehl geben, went wir anneb- 
men, Daß die oben ©. 144, 23 genannten Herzoge von Lothringen— 
Baudemont Badens wegen in dem Kriege Baxtei ergriffen haben“. 
An der Spige von Markgraf Jakob's Ritterſchaft ſteht Fein Marſchall 
‘herr Hauns von Steinheym ritter ® und ſein Hofmeiſter Hanns von Yberg. 
20 Daun folgen Wilhelm vd Remchingen, Dietrich von Gemyngen, Walther 
von Heymenhofen, Andres Rodder, Pawl Luthram pon Extingen, Wernher 
von Landsperg, Schwarczfricz von Sachſenheym der jung, Hanns Truchſeß 
von Pichishauſen der jung, Hartman Lnüttel, Mathes Bock von Stauffem⸗ 
berg, Hauns von Enczberg der jung, Philipps Wolfskele, Hanns von Nap⸗ 
25 penheym, Albrecht Enczperger, Hanns von Remchingen, Hanns von Horn⸗ 
burg®, Conrad Harder non Sertringen, Ulrich Trigel, Hannsadam Hopper, 
Hanne von Weingarten der jung, Beter Krauch von Kircheym, Hanns von 
KRamperg”, Hanns Brodel von Altdorff, Wilhehn von Baden, Weiprecht 
von Helmftat, Martin von Ibe [Eybe At), Johann Alnheym von Türd- 


zugefchrieben. Brig, ift jedenfalls au) Markgraf Jakob war mit dem Lothringi- 


ber Ausftellungsort Amberg. Datirt it ſchen Haufe nahe verwandt und batte 

ber Brief erſt vom 9. Auguft. mebrere Städte jenes Landes als Heiraths- 

Ihre Fehdebriefe find am 25. Juli gut feiner Gemahlin erhalten; ngl. Sachs 

in Rüben angetroffen. a.a.0.11,8.372,373. Auch Köni Rene 
2. Eikh. Artzt Quell. u. Erdrt. wurde ſein „Helfer“; vgl. Beil. V, 

OD) ©. on und Sachs, Einfeit. in d. 5. Ohne Zweifel — * — toelcher am 

Geſꝙ. von Baden I, S. 29. 3. Now. 1449 in der Blienshalde bei Eß⸗ 


. Kl. A. der R. B: B*, Bl. Sie. lingen fel; Bin Stälin, wirtemb. Geſch. 
4. Dieß beftätigt der Umftand, daß IT, 482; Sachs a. a. O. II, 348. 

bie Hero e auch Rotenburg a. d. T. ab- 6. In A* Homburg. 

ſagten. Rotenb. Ber. a. a. O. ©. 65. 7. Wohl ein Ramsberg. 


446 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


heym!, Wirich von Hohemburg Hoemburg B] der jung?, Fridrich Hunt 
von Salon, Seyfrid Bod von Erffenftein, Jorg Mautner von Kacjzenberg 
Beter von Zuttern, Jorg Munich von. Rofemberg, Wilhelm Schücz gehant 
von Urbach, Wilhelm von Urbach, Eraſmus zum Weyer, Heinrich von Ster- 
s nenfels, Bolmar Lemlin der jung, Herman von Zuttern, Albrecht von Jut 
tern der jung, Philipps von Newhauſen Nuwhauſen B], Heinrich Riſe, 
Cuncz Rüde von Kolemberg, Tſchan Datigni?, Jobſt Sallemberger, Wendel 
Enczberger, Caspar Harandt von Hohenburg, Conrat Schend von Winter: 
fteten, Adam Schend von Winterfteten, Diettrih von Angellach der elter, 
10 Erhart von Ramberg, Peter von Ofthofen, Wolf von Bernhaufen’. 

Aus der ftattlihen aber bunten Reihe von Edeln, Edelknechten, Dir 
gern* und Dienftleuten, welche ven eben angeführten im gr. U. folgen, 
beben wir nur einige hervor: 

Wendel von Remchingen; Erhart von Konspach?ꝰ; Cuncz Oftringe 

1» genant Divr®; Clas von Richshofen genant Kleindinft; Waltazar von Put: 
terbady genant Buchern?; Hellfrit von der Fels’, fpäter Wirich v. d. F.; 
Marten Klebfatel; Heinrih von Winterumb; Thomas von Sauwelnheym, 
Henn von Buſchheym, Clas von Rallenfels, Hennslin von Haſlach; Yorz 
Herplinger; Berchtold von Mensheym genant Schrendenfpan ; Ludwig tie: 

20 fattel von Bretheym; Hartmann vom Newenhauz; Engelhart von Nydede 
der jung, Iris Menlih, Hanne von Berchten genant Haßenkröz; Peter von | 
Lamerkheym genant Reinheimer; Balther Schmid von Blabirren; Jand 
Diemenhaufer der alt, Jacob Diemenhaufer der jung; Clas Prenner von 
Gumper, Conrad von Landsperg, Johan Fot von Symmern, Hand vn 

25 Klingenawe genant Swiczer'. | 

Noch entjagten Heinrich von Hentſchuchsheym' und ‘Hanns Roding 
von Kaubelſchen' der badiſchen Markgrafen wegen. | 


Vgl. Humbradt, Bierbe d. deut. rheiniſcher Reicheftäbte, welche in ber 


Neißganc Taf. 1 ben begegnen, vgl. den Schluß der Beil 
2. Bgl. Eikh. dat a. a. O. ©. 164. 5. Ohne Zweifel Erhard von Könige 
3. Wohl: Jean d'Attigny. bach; TJ Sachs a. a. O. S. 344, 345. 

4. Der Umſtand, daß in dieſem Ab- ie Dürr von Deftringen wart | 


ſchnitte die Städte und Ortfchaften, aus Sei Lehensleute ; vgl. Sachs a. a.C. 
welchen die Einzelnen waren, aufgeführt ©. 3 
find, läßt Die auch örtlich ziemlich bunte 7 "Die Familie Lutinbach re 
Aufammenfebung ber Gruppe erfennen. Buchen war am Mittelrhein 

eber bie Angehörigen ſchwäbiſcher und vgl. Schannat, fuld. Lehenhof ©. 316. 





Beilage II. 447 
2. | 
Graf Ulrich von Wirtemberg. 


Mit Graf Ulrich, deſſen Abfagefchreiben am 4. Auguft! in Nürnberg 

eintraf, Tündigten auch Graf Sigmund von Hohenberg und, wie Das kl. A. 

5 der R. B (B?, Bl. 79°) berichtet, 99 Ritter, Knechte und Dienftleute ihre 
Fehde an. Legtere ftehen im gr. X. B, ©. 71 ff.” verzeichnet. Dabei find 
die zu Anfang aufgeführten Ritter und Evelleute ganz diefelben, welche des 
Grafen Ulrich wegen um die nemliche Zeit ver Stadt Eflingen entfagten?. 
“Herr Aubrecht Thum von Nümburg, ritter; her Ulrich von Rechberg 

10 [von Hohenrechberg], ritter; Stepfan von Emmerßhofen, Hanns Tumm von 
Nümburg [der elter, hofmeifter), Bertolt von Sachſenheim, Wolff von 
Newnhauſen, Ulrih von Schechingen, Wilhelm von Welbart, Hanns Not- 
haft, Hanns von Werdnaw, Hanns von Liebenftein, Ulrih von Rechberg 
[von Hohenrechberg], Conrat Thum von Newburg, Hanns von Kaltental, 
15 Wolff Schilling, Peter, Bernolt und Wernher Nothaft, gebrüver; Conrat 
som Stein von Klingenſtein, Wolff Tahenhaufer, Michel von Landemberg, 
Ernfrid von Schedhingen, Heinrich von Werdnaw der jung, Hanns von 
Helmftat, Hannjen fun; Geory Schilling, Conrat von Tierberg, Hanne von 
Emmershofen der jung, Conrat von Am [Omj, Ludwig von Werdnaw, Er- 

20 hart und Stepfan von Am [Om], gebrüver ; Rudolff von Wefterfteten, Wil- 
helm v. Wefterfteten, Hanns und Caspar von Wefternah, Mertein Truch- 
ſeß“, Wilhelm und Conrat von Sachſenheym, Ulrich und Ulrich von Spers 
wersed, gebruder; Reinhart von Nünhaufen Newhuſen A*] [ver jung], Eber- 
hart von Sternenfels der junger, Peter und Conrat von Libenftein, gebrü- 

35 der; Ulrich Had von Hohneck, Hanns von Helmftat, Endreſen feligen fun; 
Hanns von Heymertingen [der jung], Walther von Urbach, Hanns von 
Bernhaufen, Weyprecht Sturmfeder, Albrecht Roflin, Eberhart Hoffwart zu 
obern Owißheym, Geory von Nyppenpurg [Frigen feligen fun], Conrat 
Truchſeß von Steten, Hanns und Caspar von Kaltental [gebruder], Marı 

30 von Neunhufen, Wolfgang und Heincz von Zülnhart ſgebruder], Wolf vom 
Stein von Rlingenftein, Albrecht Truchfeß von Bichißhawſen“, Gerwig von 


Bom 5. Auguft ift fein Fehdebrief 
Sr Shape datirt. Vgl. Stälin, wirt. 
e T. 

2. Sie finden fih auch im Bamb. 
Bruchſtück, das einige (mit den Angaben 
bei Steinhöfer übereinftimmende) Ergän- 

ungen bietet, bie wir ohne weitern Bei- 
—* unter Klammer geben. 
3. Auch die Heibenfolge ft im gr. A. 


biefelbe, wie | in der bei Steinhöfer, wirt. 
Chron. II, S. 909—911 (und ganz un- 
vollſtändig bei Datt de pace publ. 
p. 118) mitgetheilten Lifte. 

4. Nach Steinböfer a. a. O. war e8 


ein Trugeß von Hefingen. 


8 Bamb. Bruchſtück bat, die 
richtige — während die übrigen 
Hpfchrr. Wijchishuſen· leſen. 


448 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Rietheym, Ludwig und Kleinhanns pon Graffned, Mertein von Neunek, 
Conrat von Hofen, Wildnaw Folen [Boln], Jacob und Bertolt Outten 
von Sulcz, Hanns von Balfenftein genant von Ramftein, Hanns Branthohh 
der elter, Bitſchhauns von Rrowelsew?, Ulrich rauf von Enfingen, Hanns 

s und Seinrich von Gerolczed‘, gebrüver [zu Burdiperg]; Peter von Gaut, 
Burckart von Gaucheym, Conrat Schieber, Bencz Sched, Hanns Avmburger, 
Aberlin Koler genant Greyff, Johannes Hornſtain, Cuncz Smyd zu Ye 
felt, Hanns Mettelbach, Hamer genant Aff, Dietrich Satler, Rudiger von 
Hagnach, Stenner Steuner] zu Backnang, Burckart Zehender, Steigind: 

10 taſchen, Swarczhanns Vorſtmeiſter, Pewrlin Tonawer, Heinrich von Hytis 
heym genant Appeczeller, Heinez und Casper Vorſtmeiſtere'. 

Auf ven Anhang des Grafen von Wirtemberg folgt im gr. A. (B, 
©. 73 ff.) eine zweite Gruppe, an deren Spige Die oberrheiniſchen Herren: 
Graf Konrad von Tübingen zu Lichteneck?, Martin Herr zu 

ıs Staufen nah dem .A. ver R. A— oben 147, 15 — entfagten and 
Ruprecht und Jakob zu St.) ſowie der mehrerwähnte Georg Her 
zu Ochſenſtein flehen; mit mem entſagten: Diettrich Bock von Stoffen: 
berg, Daniel von Gertringen, Hanns von Newnede, Hanns ven Ragnegk, 
Sebaftian Gürtler, Linhart Roſſhaupter, Heinz, Syn Schmid] von Bir 
20 bewren, Hanns von Ampringen, Hanns von Sulcz genant Harn, Denn 
vor Ratftunhanfen? zu Stein, baſchart; Hanns von Riepur der jung, Jaceb 
von Momer, Heinz ven Ofemburg, Brivrich von Orttentberg, Clas fir 
dawer, Gangolff und Oſwalt von Münſter, Hanns von Sulc, Rafan Or 
ner von Gemyngen, Wilhelm von Asperg’, und erne Reihe Anverer, zumal 
25 wohl Dienſtknechte. 
| Arnolt von Enge, Jacob Holczapfel von 1 Bagersepm (h. Herrheim, 
Wilhekm Landeck, Wilhelm von Wittersheym, Eberhart von Winſtein, Ab 
brecht von Breitenpech Hanns von Liechtemberg genant Haſe; Claus Or 
der jung, Peter von Rattſteten, Hanns Schreiber genant Zernmantel, Jöorß 
30 Maritaler, Oswalt von Wienn, půchſenmeiſter Hanns Zeifel genant Bart, 
Jobſt ven Lemmersheym'. | 


1. Ein Kröwelsau Die Hdſchr. B 
dat Kroweſaw', das Bamb. Bruchſtück 


Krejolſow. Big bieber geht (mit wenigen 
Ausgahmen) bie —— — mit 
Steinhöfer, der übrigens aus der ihm 
vorliegenden Lifte nur noch wenige andere 
Namen mittheilt, Darunter einige von 
denen, welche 1 in unjevem Terte ebenfalls 
folge. &8 ift nicht anzımehmen, daß 
nad Nürnberg im Namen bes Grafen Ul- 


Inge, weich 
die wir, da e8 nicht viele find, alle anf 
, in bem von Stäuhöker nicht ab⸗ 


en feiner Liſte 
2. gi. üher dieſe Linie ber Kin 
grafen non Täbingen Stätin, wirt 
Gel 9 III, 706. 

3. Hatfamhaufen ? 





Beilage DI. 449 


Im Solve des Grafen Ulrich von Wirtemberg befanden fi), wie uns 
Eikhart Argt (Quell. u. Erört. II, 164) berichtet, auch die im gr. X. und. 
dem kl. A. ver R. B nicht aufgeführten, wohl aber oben ©. 145 — 147 
genannten Grafen Wilhelm von Lügelftein! und Iohann von 

sCberftein, jowie Graf Ulrich von Helfenftein? und Wilhelm 
Derr zu Binftingen. 


3. 
Die Srafen von Helfenftein. 


Während wir den Örafen Ulrich von Helfenftein im Dienfte des Gra— 

10 fen von Wirtemberg am Kriege gegen die Städte Theil nehmen fehen, treten 
die Grafen Friederih von der ältern und Konrad von der jüngern Linie 
jelbftändig in die Fehde ein, wie und das fl. A. ver R. B (B?, BI. 78° u. 
79*) berichtet: erfterer mit 14, legterer mit 23 feiner Diener. Friedrich's 
Bruder, Graf Ludwig, der am eben a. O. und im gr. A. nicht genannt 

15 wird, findet fid) oben ©. 146, 5 gleichfalls aufgeführt®. 

Graf Friederich hatte am 12. Juli jeinen Fehdebrief an Nürnberg 
überreichen laſſen; in feinem Gefolge begegnen wir Seifriev d. I. von 
Rüringen, Bernhart von Wetterspach, Jorg Hael’, dann Wendel von Klin- 
genberg. (Gr. A. B, ©. 20 u. 21; A*, Bl. 134.) 

20 Dem Grafen Konrad, deſſen Abſage am 22. Juli eingetroffen war, 
hatten ſich, wenn wir der Handſchr. B (S. 27, 28) folgen, unter Andern 
die nachftehenden angefchloffen *: "Hanns von Ramingen, Anthoni Rot, Jacob 
von Sulmentingen; Steffan Höchfteter genant Pirlin; Jorg Rümelein’; 
zuletzt Peter und Conrad Krand) gebrüder won Alpersperg, Michel und Peter 

25 Raigel von Lyfringen, Hanns Ganns von Stüslingen, Hanns Semig, Ulrich 
and Conrat Iundherren gebrüder von Geysfeld'. 





1. In Bezug auf die Theilnahme 
beider am Kampfe in Schwaben vgl. 3.8. 


Stälin, wirtemb. Geſch. IIT, 478, 479, - 


Graf Wilhelm von Lüutzelſtein unterzeich- 
net nebft andern ein auf wirtembergijchen 
2 ug nad en Bezug habendes 
| dreiben an Kitter Ulrich don Rechberg 
und andere marfgräfliche Hauptleute d. d. 
8. Decemb. 1449. Orig. im Fasc. 377 
d. Bamb. Arch. Nr. 102. 

2. Bgl. Stälin, wirtemb. Geſch. III, 
417, 4.4. 

3. Er hatte auch im Auguft 1449 der 


Stadtech roniken. II. 


Stadt Eßlingen abgeſagt; vgl. H. F. Ker⸗ 
ler, Geſch. d. Graf. v. Helfenſtein S. 110. 

4. Sn A* (Bl. 135, 136) fehlt Die 
bezügliche Ueberſchrift. Beide Handſchrif⸗ 
ten haben eine ſolche an einer jpätern 
Stelle vor einer Reihe von Knechten, und 
im Bamberger Bruchftiid werden noch 
ehn andere der Abſagenden (wohl eben- 
Nils Knechte; fie Ioigen auf Kunz Schüt 
von Erlangen) dem Grafen Konrad zuge 
wielen. Die Zahl aller dieſer wiirde. die 
vom MH. A. der R. B angegebene erheb- 
Tich überſteigen. 


29 


450 V. Nüurnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 
4, 
Die Grafen von Dettingen. 


Die Brüder Ui und Wilhelm (Graf Johann war im Frühling des 

J. 1449 geftorben) , felbft durch die ftet3 erneuten Zwiftigfeiten mit Nör- 
5 lingen langjährige Gegner der Reichsſtädte!, hatten ſich mit vollen Kräften 
in den neuen Kampf, deſſen Schauplat häufig genug der Grafen Befitungen 
wurden?, geworfen?. Zu einem oft unmittelbaren Zuſammenwirken mit 
den Heeresbewegungen des Markgrafen Albrecht forderte die Lage ihres Par: 
des und der ganze Gang des Krieges häufig genug auf, wie auch mehrere 

10 Schreiben des Grafen Ulrich, die im Fasc. 377 des Bamb. Ark. aufbe 
wahrt find, davon Zeugniß ablegen. (Vgl. hiezu Beil. V, Nr. 5b.) 

Gleich anfangs find auch in Nürnberg die Fehdebriefe der Grafen über: 
reiht worden. An Ulrich? ſchloſſen ſich hierin 55 Nitter und Knechte an 
(kl. A. d. R. B, Bl. 799). 

15 Letztere werben im gr. X. (B, ©. 103, 104) namentlich aufgeführt. 
Wir heben die folgenden Adelichen hervor: Wilhelm Menczinger; Cherhat 
von Graumberg, Hanns vom Sant, Hanne von Haufen der junger, Eher 
bart von Sriftingen, Heinrich Schend von Geyrn, Hanns vom Stain, Hanne 
von Wefterftetten, Herman von Gotzfelt, Oswalt Scheh von Pleinfelt, 

20 Engelhart Müracher’, und endlich neben Götz d. J. von Berlichingen: Wil: 
beim d. 3. und Philipp von Dottenheim. | 


5. 
Herzog Albrecht von Defterreid. 


Den Herzog, welcher erft am 25. Januar 1450 ſich den verbündeten 
235 Fürſten anſchloß? und demzufolge auch der Stadt Nürnberg am 3. Mai te 


Um, Nördlingen und den Herzog vom 


I. Vgl. für die unmittelbar vorber- 
1. Octob. im Brfb. Nr. 230, Bl. 119. 


gehende Zeit (Strelin) Geneal. Geſch. d. 
Graf. von Oecttingen (1799) ©. 160. 

2. Bgl. 3. B. oben ©. 209, Q. 2. 

3. Ein Streit, den die Grafen mit 
der Stadt Aalen hatten, wurde im J. 1451 
ausgetragen. (Strelin) a. a.O. ©. 208. 
Vgl. hiezu Stälin, wirtemb. Gefch. III, 
©. 485, 9. 3. 

4. Jener Graf Ulrich's am 20. Aug. 

‚5. Im Herbfte 1449 ftellte Herzog 
Heinrich von Bayern an die Nürnberger 
das Begehren, den Grafen Ulrich nicht zu 
beſchädigen. Diefe wollten ſich ohne bie 
Zuftimmung ihrer Bunbesgenoffen zu 
nichts verpflichten. Vgl. die Schreib. an 


v 


6. Daß namentlich Markgraf Albrecht 
den Beitritt des Herzogs auch früher ſchon 
zu betreiben ſuchte, dürfte ein Schreiben 
des letztern, d. d. Freiburg im Uechtland, 
4. Octob. 1449, darthun, worin er ald 
Autwort auf eine Werbung bes Marl- 
grafen und der Schorndorfer Berbündeten 
eine Zuſammenkunft in Stuttgart fir 
ben 16. Octob. vorſchlägt. Orig. im 
Bose. 377 d. Bamb. Arch. Nr. 92. Auf 

eite Nürnberg’8 war man um dieſelbe 
Zeit beftrebt, der Einflußnahme des Bran⸗ 
denburgers bei Serzog Albreht entgegen⸗ 
zuwirken; vgl. oben S. 380, 6f. 


Bellage I. 


451 


gen. Jahres! feinen Fehdebrief fandte, ftellen wir hieher, weil feine Strei= 
tigfeiten mit einigen jchwäbifchen Reichsſtädten die nächſte und vorzüglichſte 
Beranlaffung für feine Theilnahme am Kriege wurden. Außerdem mußte 
ſchon feine feinpfelige Stellung zu den Eidgenoffen, denen er eben erft wiber- 
5 willig neue Zugeſtändniſſe hatte machen müſſen und die jegt den Stäbtern 
ihre Unterftüßung nicht entzogen, des Herzogs Parteiftellung bedingen und 
ihm feinen Plat an der Seite der Fürften anmeifen, die mit ihm vor Kur- 
zem noch gegen feine Schweizer Feinde gefämpft hatten. 

Sein Berhältnig zu König Friedrich war nicht fo ungetrübt und feft 
10 gefnäpft?, daß ihm die Theilnahme an einem Bunde hätte Bedenken erregen 
tönnen, der, die Friedensgebote des Königs wenig beachtend, auch Elemente 
in ſich barg, Die dem Intereſſe des habsburgiſchen Hauſes fich feindſelig er- 
wiefen hatten oder bald genug erwetien. follten. 

Zurüdhaltender zeigte fich Herzog Sigmund von Defterreih (Tirol), 
15 mit welchem wir ven Markgrafen Albrecht im Herbfte 1449 ebenfalls im 
Unterhandlung ftehen fehen?. Er hat fich dem Bunde ver Fürften, obwohl 
er im Frühling 1450 in fehr nahe Beziehungen zu feinem Better Herzog 


Albrecht trat *, nicht angeſchloſſen. 


Davon, daß auch Herzog Albrecht's Ritterfchaft oder irgendwelche von 
20 feinen Städten der Stadt Nürnberg in eigenen Briefen „Fehde zugefchrieben" 
hätte, findet fi in ven Abfageverzeichnifjen feine Spur. 

Doc haben wir die nachfolgenden oberſchwäbiſchen Herren, welche oben 
©. 146 genannt werben, hieher zu ftellen, da fie wahrſcheinlich erft in Folge 
ihrer Verbindung mit dem öfterreichifchen Herzog den Nürnbergern entfag- 
235 ten: zunächſt den Landgrafen in ver Baar, Graf Heinrid von Für: 
ftenberg°, und die beiden Grafen von Sulz, deren beleidigte Mutter 
Albrecht an den Schaffhaufenern rächen wollte®, dann den Grafen Wil- 
helmvon Werdenberg-Sargans. 


1. An diefem Tage wurbe her Brief 
in Nürnberg übergeben, welcher mahr- 
jcheinlich wie Die übrigen vom 24. April 
datirt war. Schreib. an Muffel vom 
4. Mai, der angewieſen wird, er jolle die 
dem Könige Friedrich ‘zu erkennen geben’, 
im Brfb. Nr. 20, Bl. 306; vgl. Chmel, 
Reg. Frid. I, p. 268. — Im gr. A. 
wird noch ausprüdlich bemerkt, daß ber 
Herzog auch dem Herrn Konrad von Hei- 
ee “in eym beſundern brieff abgelagt’ 

a 


2. Bgl.3. B. gerade auch für Diefe Zeit 
Ehmel, Geih. K. Fried. 8. IL, ©.531. 
3. Aus einem Schreiben des Herzogs 


vom 23. Sept. 1449 (Orig. im Bamb. 
Fasc. 377, Nr. 77) ergiebt ſich, daß Al- 
brecht den Ansbacher Chorherrn Meifter 
Wilhelm Rostaufcher mit einem Brief an 
Sigmund abgefertigt hatte, worauf dieſer 
dur Jakob von Ems (‘dem wir bitten 
zu glauben als unfjelber) dem Mart- 
grafen mündlich Antwort ertheilen ließ. 

4. Vgl. Ehmel, Geſch. K. Fried. BD. 
II, ©.530, 531. 

5. Daß er ber Stadt Schaffhaufen 
Herzog Albrecht's wegen einen Fehdebrief 
fandte, willen wir aus Chmel, Reg. Frid. 
I, p. 269, Nr. 2629. 

6. Vgl. oben ©. 237,4. 3. 


29* 





452 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


VII. 


Der Erzbiſchof von Mainz und die mittelrheiniſchen 
Herren. 


Gleiche Geſinnungen gegen die ihrem Machtſtreben hemmend im Wege 
5 ſtehenden ſtädtiſchen Freiheiten, gleicher Gegenſatz ihrer Politik gegen jene 
der großen bürgerlichen Gemeinwefen, die ihnen am nächſten Tagen, hatten 
vorlängft Erzbifchof Dietrich und Markgraf Albrecht enge verbunven!. Ge 
meinfam hatten. fie beide mit den Häuptern der Fürftenpartei in Schwaben 
die Mergentheimer Bereinigung von 1445 und im darauf folgenden Jahre 
10 das Schorndorfer Bündniß abgejchloffen?. Es war faum nöthig, daß fir 
den Erzbifchof noch ein befonderer Anlaß hinzukam, um ihn zur Theilnahme 
an der Action der Fürften gegen die Reichsſtädte zu bewegen. Gleichwohl 
hatte fich auch diefer gefunden, da die von Schwähifch-Hall im J. 1441 ein 
Schloß gebrochen hatten, an welchem dem Mainzer Stifte Oberlehensrechte 
15 zuftanvden®. Im Frühling des J. 1450 z0g Dietrich felbft mit einem nidt 
unbeträchtlichen Heere gegen die genannte Stadt zu Felde“. 

Erhält Schon dadurch feine Betheiligung am Kriege einen mehr ſelb⸗ 
ftändigen Charakter, fo tritt die befondere Stellung des Mainzer Kirchenfür⸗ 
ften und feines Anhangs auch noch an einem andern Bunte zu Tage. Biihef 

20 Gottfried und das Stift zu Wirzburg, mit welchen der Erzbiſchof eben 
während der unmittelbar vorangegangenen Zeit in fo nahen Beziehungen 
geſtanden hatte, haben er und die mittelcheinifchen Grafen und Herren, 
welche feinem Beifpiele folgten, von der Fehde ausgenommen (gr. W. B, 
©. 95): die rheinifch= fränfifchen Grenzgebiete blieben, nach dieſer Seite 

25 wentgftens, von den Stürmen des Krieges verfchont. 

Nur eine Verzögerung in dem Auftreten Dietrich's von Mainz beit 
dagegen der Umftand, daß König Friedrich dem Erzbifchofe nebft Herz 
Heinrich von Bayern und dem Bifchof von Augsburg jene Vermittlung m 
der Nürnberger Streitfache Kbertrug, welche im Auguft 1449 zu dem far 

30 inger Friedensgebote führte?. Erſt als dieſes von ven Städtern envgältig 
zurüdgewiefen war, am 21. September find die Fehdebriefe Exzbifef 
Dietrih’8 und derer, die „von feinen wegen“ entfagten, in Nürnberg über: 
reiht worden®. Mehrere Grafen und 83 Herren, Ritter und Knechte hatten 


1. Vgl. 3.8. W. Pückert, bie kur- 1 Bol. Eikh. Artzt (Duell. u. Ext. 
fr Neutralität ©. 233,4. 1. II) S 
2. Bgl. grün, wirtemb. Geſch. III, 5. Fr oben ©. 162 ff. 
©. 468 u. 6. Im einem aus Biſchofsheim (ah. 
3. Bol. ben ©. 236, 4. 1. T.) vom 2. Septbr. 1449 batirten Shrei- 





Beilage II. 453 


fi ihm angefhloffen!. Im gr. A. find dieſelben unter der Weberfchrift 
Mayntz' — B, ©. 95—98 und A*, Bl. 157, 158 — zufammengeftellt. 
Wir begegnen zunäcft dem unmittelbaren Gefolge des Erzbiſchofs. Voran 
fiehen: ‘Hanns von Erlebach, hofmeifter; Fricz von Erlebach, amptman zu 
Vürftenaw’?, zufammt ihren Knechten; dann folgen: “herr Eberhart von 
Riedern, ritter; Zurch von Stetten; herr Cunrat zu Frandenftein, ritter, 
und feine Knechte; Hanns Schelm von Bergen; herr Philipps von Kron- 
berg, ritter; Craft von Drahe, burggraffe zu der purg Geylnhauſen' nebft 
feinen Knechten; der Marſchall ‘Henne von Belverskeim’, Bernhard von 
Schwalbach, Johann von Hulshofen, Hartmann von Kronberg, Friedrich 
Greiffenklau von Volrats, Kraft von Allendorf (Aldendorff'), Jörg von 
Schluchter (Sluchter'), Hartmann von Drake, Johann von Liebenftein 
genant Wefterburg’, Philipp von Fechenbach (Vechenpach'), Philipp von 
Riedern; Craft von Belvderfheym, Hanns und Jorg von Wiler, gebrüder, 
Bolbredit von Swalbach, Seyfried Schelm von Bergen, Hanns Krugf von 
Someraw, Hanns von Heidwach genant Anshelm, Syfrid von Rovenburg 
genant Seger, Albrecht Tover [Cover At], Hartman Buchiß, Eberhart Vifch- 
lin genant Snelle'; endlich Eberhart von Buchen, genant Wolff’, und eine 
Reihe Anderer, worunter wir noch Clas von Holczheim, Hanns Fulbach der 
20 jung’ und ‘Hanne von Büdingen’ heroorheben. 

Bon Grafen und Herren, melde fi dem Mainzer Erzbiſchofe an— 
fchlofien, erwähnen das gr. A. und das kl. U. ver R. B die auch fhon oben 
©.145 ff. genannten Orafen Dietrih zu Sayn, Johann zu Solms, 
Reinhard d. I. zu Hanau? und Ludwig von Yſenburg, grave 

25 zu Büdingen’, dann Gottfried Herrn zu Eppenftein und die brei 
Ihon ©. 147,7 einzeln aufgeführten Herren von Pirmunt und Eren- 


x 


1 


— 


1 


— 


ben meldet der Erzbiſchof dem Markgrafen im Fase. 377 des Bamb. Arch. Nr. 68. 
Albrecht auf deffen neuerliches Anfuchen, Die Antwort des Markgrafen auf dieſen 
bie Fehdebriefe an Nürnberg und den von Brief bes Erzbiſchofs ift in ziemlich unzu⸗ 
Heide ohne weiteren Verzug zu jenden, friebenem Tone gehalten, Doch lag ihr 
er babe vor Empfang des töniglichen Aufe Albrecht's Fehdebrief an Die von Schwä- 
trages beichloffen gehabt, ‘mit ettlichen biſch⸗Hall bei. Concept im ang. Fasc. 
amfern grafen, herren, rittern und knech⸗ Mr. 71. 


ten in bie fehde zu komen, ber aller brieffe 1. Kl. A. der R. B: B*, Bl. Sıb, 
wir auch alſo gefertiget erlanget by uns Vgl. bie vorige Anmerkung. 
n’; nachdem aber mittlerweile das 2. Fürftenau war damals ſchon Er- 
iedensgebot von ihm ausgegangen fei, bach'ſches Beſitzthum, an welchem ſich 


önne er fein und feiner Helfer Entfag- Mainz übrigens gewifle Achte vorbehal- 
ſchreiben erft abſchicken, wenn Nürnberg ten hatte. Vgl. G. Simon, Geſch. ber 
jenes vertoorfen babe, und müſſe au Graf. v. Erbach S. 76 u. 78. 
dann noch das frühere Datum in denfel- 3. Die Fehbebriefe Der Grafen wurden 
ben getilgt werden (das des Erzbiſchofs ſämmtlich am 2. October überreicht. Der 
trug jenes vom 12. September; vgl. Se- von Hanau nahm Theil am Kampfe bei 
rarius ap. Joannis I, p. 762,16). Orig. Pillenrent; f. Beil. III. 


454 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


berg, endlich begegnet hier auch "herr Fridrich Gryffenclo von Volrats, 
herre zu Dppelborn. Mit ihnen fündigten dann nod die Folgenden dern 
Nürnbergern Fehde an: Franck von Cronemburg der alt, Srand von Cro 
. nemburg, bern Hartmans jeligen fune!. Heinrich Bair von Bopparttemn 

s und fein fnecht’, darunter ‘Iohann von Ennje genant Bornagel; Ulri 
Swende von Wynheim'; ferner mit Friederich Greiffenflau: Konrad ven 
Lammersheim?, Hans Rüdt von Boedickheim (Rud zu Bodideym’) u 
Adam von Allendorf. 

Hieher ftellen wir auch die Verwandten des Erzbiſchofs Dietrich: Kon) 
io Schenk von Erbach aus der ältern Linie zu Erbach und feinen Vetter 
Philipp von der mittleren Linie zu Fürſtenau (vgl. oben S. 146, 17). 
Nur legterer, der zu dem Mainzer Kurfürften in beſonders nahen Beazie 
hungen ftand®, wird im gr. X. (B, ©. 2) genannt, wie er denn aud im 
Heere Markgraf Albrecht's zugegen war*, mit ihm: Refan von Helmfkt, 

15 Sweder von Sieingen, Heinrich von Gerhartftein, Bernhart Kalb von Kin: 
bem, Gerlach Schelmberger?, Philips von Fechenbach, Hanns Walbron'. 
Verner den Herren Eberhard von Eppenftein zu Königftein, 
Schwiegervater des eben genannten Philipp Schenf zu Erbach, mit welhen 
nad Angabe des gr. A. in Hdſchr. A* (BI. 135%): Stam von Sig‘, 

20 Johan von Künigftein, Niclas Flügel’, Philipp und Gerlach 'von Karspah, 
Berchtolt von Eſchbach, Wolf von Hornendo’ entfagten; endlich Dietrid 
den jungen Burggrafen von Reined, Herrn zu Broich und Tomburg. 
(Der legte nur oben ©. 147, 18 genannt.) 

Auf ven gleichfalls nur oben ©. 145, 3 genannten Grafen Phi: 

25 lipp von Katzenellenbogen wirkten allem Anfcheine nach feine de 
ziehungen zu Mainz und Wirtemberg beftimmend ein”. 

Selbftänvig find aus den mittelrheinifchen Gebieten, fo wiel wir ſehen, 
Graf Johann von Naffau, ver perfönlih am Kriege in Franfen An⸗ 
theil nahm ®, und Bernhard, Graf und Herr zu Leiningen, int 


1. In A* fehlt der erftere. Schlitz gen. Görtz; vgl. Humbradt, 

2. A* hat deutlich Lumerßheym'. Zierde des deut. Reichsad. Taf. 236. 

3. Vgl. G. Simon, Geſch. d. Gra- 7. Graf Ulrich von Wirtemberg Ih 
fen zu Erbach S. 342., bald nach dem Ausbruche der Feindſelig 


ieß erai z⸗ r keiten dem Markgrafen Albrecht meldet, 
4. Dieß ergiebt fich für ihn wie für : ar 
bie folgenden Ehelleute aus der „Fütte- ll ben Sailde dietig un On 
rung zu Uffenheim“: Nr. 38 des Bamb. hilipp von Katzenellenbogen 
Fasc nu zu bringen Nr. des * 
asc. (vgl. oben S. 423, A. 6). Lektzie⸗ 
Sie Geflecht zu ben Erbadhiden Salat anna auch Splingen engt; 
fen zählte; vgl. Simon a. 0.0. &.251. 8 Mr 38 dee Bamb, gut. & 
„„,d Im Nr. 38 des Bamb. Fasc.: kämpfte auch bei Pillenreut; vgl. den 
Stam von Görk’. Es ift Conftantin von Schlachtbericht ver R. A in Beil, II. 


Beilage II. 


455 


Reiben ver Fürſtenpartei eingetreten. Letzterer entſagte nach dem Fl. A. ver 
R. B (B?, Bl. 79°) mit 20 feiner Diener!. Sie ftehen im gr. U. (B, 
©. 101) verzeichnet. Die Mehrzahl von ihnen fcheinen Bürger geweſen 
zu fein; zulett begegnen: Endres Wil von Alczey, Hanns von Bechtols⸗ 
s beim, Ulrich Scholmeinfter von Kraumelfawe; Adam Hundt'. 


VIII. 
Der Landgraf von Heſſen und ſeine Ritterſchaft. 


Landgraf Ludwig von Heſſen, ein Fürſt, der ſchon lange Jahre mit 
Klugheit und Kraft ſeine Lande verwaltet und vielfach bald da, bald dort in 
10 die Verhältniſſe feiner Nachbarn beſtimmend eingegriffen hatte, erſchien im 
Juli 1449 perfönlih an Markgraf Albrecht's Seite auf dem fränfiichen 
Kriegsſchauplatze. Sthon feine Beziehungen zu Herzog Wilhelm von Sad 
jen und dem Erzbifchofe von Mainz? mußten ihn dazu Drängen, im großen 
Kampfe Partei zu nehmen. Ueberdieß war er auch jenem andern Zujam- 
15 menftoß fürftliher und ſtädtiſcher Intereflen nicht fremd geblieben, der kurz 
vorher in Weftfalen erfolgte, und bei welchem fein und des Markgrafen 
jegiger Bundesgenofje, Herzog Wilhelm von Sachen, dem Soeſt bevrän- 
genden Erzbiſchof von Köln (1448) eine kräftige, wenn auch zweibeutige 


Hilfe ® leiſtete. 


War der Yandgraf jelbft auch nur kurze Zeit bei dem Heere in Fran⸗ 
fen zugegen *, fein perfünliches Erjcheinen gerade am Anfang des Krieges? _ 
mußte von nicht zu unterſchätzendem Gewichte fein; noch belangreicher aber 
blieb die zahlreiche Theilnahme ver beffifchen Ritterſchaft. Sie hatte fich 
eben erſt an diefen Yandgrafen näher anzuſchließen, um ihn fich zu ſchaaren 
25 begonnen und allem Anfchein nach in gejchloffenen Reihen ift fie in ven Kampf 


‚ eingetreten. 


1. Graf Bernhard ift es wohl, der in 
den eben angeführten Aufzeichnungen als 
gegenwärtig im Heere des Markgrafen 
erſcheint: im der „Fütterung“ ac. heißt er: 
‘mein herr von Leyning’. 

2. Mit Dietrich von Erbach hatte er, 
nad) vielfachen Kämpfen mit deſſen Vor⸗ 

ängern, ftet8 in gutem Vernehmen ge- 

Kanben. Im 3. 1442 ſchloß er mit ibm 
ein Bündniß auf ewige Zeiten ab. ©. 
Rommel, Geſch. v. Heſſen, II, ©. 292, 
293 und Anm. ©. 206. Serarius ap. 
Joannis 1, p. 758, 18. 

3. Die öhmifchen Söldner, welche 
er früher gegen jeinen Bruder, den Kur- 
fürften Friederich, herbeigerufen batte. 


4. Bgl. oben S. 155, 10 u. ©. 371. 
Im Auguſt 1449 zog er wieder heim. 

5. Sein Fehdebrief wurde am ſelben 
Tage wie jener des Markgrafen (hora 40 
biei) in Nürnberg übergeben. Eine 
Stunde vorher noch hatte der Rath ein 
Schreiben an ihn ausgefertigt, worin er 
die Beſchuldigung, als habe fein dem 
Landgrafen zugejandter Bericht Über die 
Verhandlungen bed Bamberger Tages 
nicht der Wahrheit entfprochen, energijch 
zurückweiſt und ihn “als des heiligen reichs 
furften und mercklich gelide’ angelegent- 
lichſt erſucht, dem Markgrafen “Teinerley 
furderung, rat, furſchub noch hilffe' zu 
gewähren. Briefb. Nr. 20, Bl. 81. 


456 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Zudem folgten Ludwig von Helfen auch jene Grafen und Herten, 
welche er ſchon früher und allmälich immer feſter fich verbunden oder von 
fich abhängig gemacht, endlich ganz in vie Kreife feiner Politik gezogen hatte 
Bor Allem der alte Graf Johann von Ziegenhain und Nibval 

—s die Örafen Ötto von Walded- Landau und Balram non Wal 
deck-Waldeck, welche dem Landgrafen ihre Herrichaft zu Lehen aufgetrx 
gen hatten ?, die ebenfall8 in dauerndem Bündniß mit Heſſen ftehenven = 
Grafen Dietrih von Sayn, ver aud ſchon Erzbiſchof Dietrich's we— 
gen nach Nürnberg entfagt hatte, und Georg von Sayn-Wittgen- 

10 ftein, dann Walther von Eppenftein zu Breuberg und der eben- 
fals in Verbindung mit Mainz bereitd genannte Ludwig von Ifen— 
burg, Graf zu Büdingen ?. 

Nach dem . U. ver R. B (B?, Bl. 80°) haben 307 Ritter und 
Knechte “und vinftlent allerley’ um des Landgrafen von Heffen willen ver 

15 Stadt Nürnberg Fehdebriefe gefandt. Die Namen, welche Das gr. A. (B, 
©. 59—66; A*, Bl. 146—148) an der betreffenden Stelle bringt md 
die jene Zahl ſchon nahezu erreichen ?, gehören alle vem Abel dieſer Lande u: 

Boran fteht ihnen ‘her Herman Reitefel’, der die Anwartſchaft md 
wohl auch Verweſung des heſſiſchen Erbmarjchallamts überkommen hatte“; 

20 es folgen: Johann von Meyfendug (Iohan Meyſenbughe'), Gerlad; von 
Breitenbach, Wernher von Elben, Sittih von Berlepſch (“Berleibfhen), 
Burkhard von Kolmatſch, Conrat von Waldenſtein, Herman von Hormk 
perg, Rave von Kalemberge, Berlde von Manspady, Herman Hundt, Her: 
man Wenfenpuch’ (wohl ebenfalls ein Meyſenbug), Henne Düring, Herman 

25 Dieten, Rave von Bayueburg, Ott von Mulenbach, Henne von Urff ver 
elter, Heinrich und Boden von Rudenhaufen; Berlve Dietmar’, drei von 
Hanftein, Johan und Gothart von Holczfeld”, gekrüber, genant die Ber 
ren’; fünf von Boyneburg, Ludwig von Wildungen, drei Brüder von riffte, 
Dit Huntt, Wernher und Sweder von Wefterburg, Heinrich Foypele, Ger⸗ 


1. Er farb noch im 3. 1450 als der wie im gr. A. (B, &. 59 u. 97, 98) zwei⸗ 
letste feines Stammes, beffen Land nun mal genannt. 
an ben Landgrafen fiel. ©. Rommel 5. Daß gleichwohl auch noch ander, 
0.0.0. 8.313 u. Anm. S. 217,218. im gr. A.. nicht ger heſfiſche umd 

2. Bol. Rommel a. a. O. ©. 298, benachbarte vheinijche Ritter im Herre d 
2. ae ae ben u 

Nr. amb. Fase. or. 

3. Bel. Rommel a. a. O. ©. 293. 6. Der erfte aus ber Familie Kiebekl 

4. Bon allen den Angeführten be- wurde er 1459 damit fürmlich belehrt. 
zeugt das fi. A. ver R.B (B?, Bl. 79) S. Rommel a. a. O. Anm. ©. 202. 
ausdrücklich, daß fie Des Landgrafen we- 7. In A* Holtfeld'. Es find Hab 
gen abgejagt haben. Dietrich von Sayn feld; vgl. Kneſchke, deut. Adelsler. I, 
und Ludwig von Iſenburg werden dort ©. 236. 





Beilage II. 457 


lach von Lewenſtein, Claus und Reinhart von Pynne, Heinrich von Urffe 
der junger’, zwei von Gilſe (o. Gilſa), Conrat von Allenhauſen', vier von 
Linfingen?, Haunns von Borne, Hans von Volkenberg, Herman von Hebilde' 
und fein gleichnamiger Sohn; ‘Herman von Werben, Wilhelm von Boſſe', 
5. noch zwei von Gilfe, fünf von Walsperg’ ; Friederich, Johann und Raban 
von Cauſtein, Dietrich und Engelhard von Neuhauſen, vier Spiegel (Spi⸗ 
gele’), Heinrich von Gudensberg (Gudenburg'), zwei von Stodhaufen 
(Stoghaufen‘), Wilhelm von Meyfenbug?; “Herman und Ernſte von Rut⸗ 
beriien, Henile Haden, Ludolff Twirgen, Fridrich von Twiſten, Hanne, Her⸗ 
10 man und Ludwig Diethen', Johaun von Dalwig?, drei von Biſchofshauſen, 
Rudolff Kulen, Johan von Hopten, Hanns von Perge', vier Brüder von 
Dörnberg (Doringeberg’), mehrere von Eſchwege (Eſchenboghe'), "Reinhart 
und Berlve von Netter, Engelhard [Egkhart] von Ballen, Herman von 
Harſtall, Berlve von Swebede, Fritzſche Schilling’, vier ‘von Himelshuſen, 
15 Öerwig und Herme von Biſchofrode', Drei von Baumbach (Heinrich, Hannfe 
u. Aſmus von Boyembach'), zwei Trott, einer von Dernbach, einer von 
Zrupbach *, Philipp d. J. von Hoerde, zwei von Rederode®, Heinrich und 
Otto von Boyneburg, Frieveri von Hertingshaufen, ‘Reinfort von Schurn- 
leberg genant Slaufner, Wilhelm von Ole, Ott von Gorez, Yudwig Ditring’, 
2» drei von Ruckershanuſen, zwei von Weitershaufen (Wittershaufen'), Hart⸗ 
man, Gothart und Henne Stegerein, Henne von Werde genant Nodung?, 
Hanns von Luder, Heinrich Pleyfar, Egkhart Rietefel; Emmerich der elter, 
Albrecht und Emmerich genant dy Krongele?, Henne Rumwe? [Rule] von 
Holezhuſen, Aſmus Düring, Johann Klürr, Egkhart von Gylſe, Ludwig 
25 Swirczelꝰ; Henne von Lauberbach ver alt, Henne ſein fun, Henne von Lau⸗ 
berbach ver junger, Wilhelm von Romerode, Henne von Serbolt'?, Jorg 
von Hune, Henne Gleichenbach, Henne von Urfell, Henne und Philipps von 
Rodingen '!, Claus Wulferskeit'?, Jacob von Eſchenbach, Herman von 
Heyrr, Cuncz Beyr von Wechterspach, Moderne Löffel, Sybolt Leme ver 
30 junger, Seghe von Erbe, Henne von Luthe 1? der elter, Küne von Rodhan- 
fen, Envres von Selbe, Tile von Deme, Heinrich Ruchenmeifter, Henne 


I. Die richtige Namensform nur in 8. Unten Rawe'; beide Formen find 
AP; B bat Lynfen'. auch fonft nachweisbar. .8 
2. In den Hdſchr. Wilhelm Wey- 9. Jedenfalls ein Schwerzel, die zu 
jenbughe’. den Bafallen der Grafen von Ziegenhain 
3. Die Hdſchr. haben Dabwige'. gehörten. ©. Rommel a. a. DO. Anm. 
4. In B: ‘Harbrait von Trüpen- 218. 
bach’, in A*: H. v. Traubenbach'. 1. Wohl ein Selbolt. 
5. In B: Reberoide', ın At: ‘Be- 11. Ohne Zweifel zwei Rüdingen. 
tegide’. 12. Wohl ein Wand 
6. Ein Werdau gen. Noding. 13. Ein Lutter, ſiehe 3. 1 auf der folg. 


7. Ohne Zweifel zwei Krengel. Seite. 


458 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


von Luther der junger, Philipps won Herde der elter, Kriegk von Gorg), 
drei von Merlau; mehrere von Breitenbach (u. a.: Johan von Braiden⸗ 
bach genant Braitenftein’ und. fein Sohn Arnt'), von Mildling (Meche 
Img’), mehrere ‘von der Rabenaw’, Adolf von Norved und fein Sohn Phi⸗ 

5 lipp, Gernant Wiverolt, Heinrich Rawe von Holzhaufen, ‘Henne von Ro 
denhauſen, Dietrih und Philippe Schurnſcholtz' gebruder, Grope von Ke- 
denhaufen, Broßede Habehter, Hartman von Lauberbach', mehrere von fie 
derbach, mehrere Schenfen zu Schweinsberg, Mengoz Gülden, Bernt von 
Habel, Heinrich Steinte, Henne Münich von Buchsecke, ber Senands jun; 
10 Wigant von Buchsecke, Henne Bygands bruder; Hennferich, Henne, Goder 
des fun, und Emmerich alle genant von Drahe, Gerhart Ruffer?, Senant 
und Wigant von Rodehufen, Eafpar Slim, Henne von Swalbach zum Hor- 
menftein; Godert, Bernhart, Curt Munich alle genant von Puchsede; 
Ludwig und Henn von Hohenfels, Henn von Puchsecke zum Franckenberg 
15 Ott Weideberg, Johann von Dieczigkhufen, Godert von Holczfelt ver cite, 
Cunczeman Knoblauch, Johann und Dietrih von Terfe, Henne Kietell, 
Hennkel Schenke, Bighart Schab, Yohann, Ludwig der elter und Ludwig der 
junger von Dernbach, Johan von Fledenbül genant Grope, Andreas von 
Fleckenbüel, Symon Breitenrat, Craft von Wittershaufen, Werner von 
20 Buchsecke, Ludwig Düring, Volbrecht von Treyſpach, Heinrich von Eringk 
huſen, Heinrich von Merlaw, Adolff von Brubede, Adolff und Peter von 
Biedenfelt, Johan von Hatteraive?, Daniel Hun, Albredht von Bormbıfa, 
Heinrich von der Borgunden, Engel und Rotger von der Leyn, Ort Winter, 
Tham von Lor, Yohan von Heymbach, Gerwin Eckelkowe, Johan von & 

25 dingshufen, Johan von Stelbah, Ytenbachs fun; Sitich und Margk van 
Holczheym, Heinrich von Lauberbach, Ott von Wildungen, Godert von Ber 
nigshufen *, Johan vom Rein genant Boit, Lucz von Boymbach, Jorg von 
Butler, Heinrich von Ufelen, Bernhart von Stodhaufen, Herman von dır 
fer, Hanns von Stoghaufen der jung, Heinrich und Egkeprecht von Shif 

so ten, Heinrich und Ludwig Hafe, Henne von Swalbad) der junger, Herman 
von der Rabenaw, Witvefind von Hoenfels, Ghert Hefe, Ludwig von Sel- 
wicz, Heidenrich Schenf genant Foſs, Curt Heffen, Mord von Brausbug 
Herman Logelin, Ludwig von Wildungen, Henne und Reinhart Holgluttl - 
Reinhart Jordan’. 








1. Wohl zwei von Scheuernichloß. 3. Hattenrob. Bu 
2. Ohne Zweifel ein Bufed gen. 4. A: lieft Bernigkpuß; stem J 
üffer. Wernindhaufen. 


Beilage II. 459 


IX. 
Die ſächſiſch-thüringiſchen Gruppen. 


Die Gegenſätze, welche, von venfelben Borausfegungen ausgehend wie 
der Zwiefpalt im Süden des Reichs, mehr oder weniger das ganze Gebiet 
5 zwiſchen Rhein und Oder in Bewegung festen und deren Einfluß wir ſchon 
bei der Theilnahme Hefiend am Stäbtefriege fich geltend machen fahen, 
haben in den thüringiſch-ſächſiſchen Gegenden gleichfalls die Gruppirung der 
Barteten vielfach bedingt. Mit ihnen zeigen ſich bis zu einem gewiſſen Grabe 
eben auch jene Irrungen verflochten, welche feit ange das Wettin’sche Haus 
10 entzweiten und aus denen Die Brandenburgifchen Brüder fo vielfachen Vor⸗ 
theil zu ziehen verſtanden. Dieſe Berhältnifle find bier vor Allem Ausfchlag 
gebend gewefen, die Parteien hatten fich nicht erft zu bilden, fie ftanven ſich 
ſchon gegenüber: Kurfürft Friederich von Sachſen und feine Verbündeten 
auf der einen, fein Bruder Wilhelm mit den thüringiſchen Herm auf ver 
15 andern Seite. Trat Kurfürft Sriederih von Brandenburg dem ältern Bru- 
der von Sachjen entgegen, jo z0g der jüngere dem Markgrafen Albrecht zu 
Hilfe. Die weitere Verzweigung diefer Bündniſſe und Gegenbündniſſe wird 
fih an den folgenden Bauptgruppen nachweiſen laflen. Hier verfuchen wir 
nad) den Angaben ver Abfageverzeichnifje die Einzelngruppen zu jondern, 
20 welche um die hervorragenderen Führer der Fürftenpartei im Umkreife von 
Herzog Wilhelm's Machtgebiet fich bildeten. 


1. 
Herzog Wilhelm von Sadjen. 


Schon die Theilung der ererbten Länder! hatte die ungleich gearteten 

25 Söhne Friederich des Streitbaren heftig entzweit und verfchiedene Umftänve 
wirkten zuſammen, den Zwift der Brüder zu mehren, die luft, welche fich 
zwiſchen ihnen gebildet hatte, zu vergrößern. Waren e8 im Innern die Bit- 
thume, voran der mächtig emporftrebende Apel, welche ven jungen Wilhelm 
auf der einmal betretenen Bahn immer weiter vorwärts drängten, fo haben 

30 die verfchtedenartigen Verbindungen beider Brüder nad) außen dem Gange 
ihrer Politik immer entſchiedener entgegengefette Richtungen gewiefen ?. 


1. Im J. 1445 (nach dem Ausfchei> die Seele von Wilhelm’s Bolitil. Man 
den der beiden andern Brüder und dem vgl. 3. 2. fein Auftreten auf dem Bam- 
Anfall der thüringifchen Rande) bleibend Berger Tage im Juni 1449, Beil. I, ©. 
vorgenommen; Die Urf. bei Lünig, Reich⸗)t 369, 370. Zu den wirzburgifchen Hän- 
arch. VIII. (part. spec. cont. II. Abth. bein bat er den Anftoß gegeben; ſ. oben 
IV) ©. 2227. ©. 418. 

2. Apel Vitzthum war meift auch bier 


460 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Stiegen früher die Brandenburger, deren Intereffen fo häufig mit venen 
des ſächſiſchen Haufes in Eollifion traten, bei diefem auf den entjchloffen- 
ften Widerſtand, fo hatte jet Markgraf Albrecht befonders, wenn e8 ihm 
auch nicht gelang, ven Kurfürſten Friederich ſich gänftiger zu ſtimmen!, doch 


s in Herzog Wilhelm, den ſchon gleiche Geſtnnungen und gleiche Neigtengen 


10 


1 


[> 1 


20 


ihm näher rüden mochten, einen treuen Bundesgenofien gefunden. Meinte 
der Markgraf den Mebermuth der Nürnberger nicht länger dulden zu kön⸗ 
nen, jo rüfteten ſich vie freiheitsſtolzen Bürger von Erfurt nad, vollen Kräf⸗ 
ten, einem Weberfalle des Herzogs Troß bieten zu können? Ihre Berbin- 
dungen begegneten fich im Norden wie im Often. Dieſelbe Kriegsluſt hat 
fie beide befeelt. So trat denn Herzog Wilhelm mit den ihm nahe flehen- 
den thüringiſchen Herrn und einer zahlreichen Ritterihaft, welche eben erft 
mit ihm ins Wirzburgiſche gezogen waren ?, in ven Kampf gegen Die Reiche: 
ſtädte ein. Wie fein Schwager, der Landgraf von Heflen, und mit ihn zu: 
gleich ift.er perſönlich un Felde erfchtenen*. Und während des ganzen Krie 
ges begegnen wir ſächſiſch-thütringiſchen Rittern und Herrn unter ven Kän⸗ 
pfern auf Markgraf Albrecht's Seite, bis um die Zeit des Frievensfchluffes 
in Franken die abermalige Erneuerung des Bruderkriegs in den fächfifchen 
Ländern jelbft fie nebft dem Brandenburger nad; jenen Gegenden abrief. 
Dem Beifpiele Herzog Wilhelm's folgten, wie die Abfageverzeichnifie 
darthun (HM. A. d. R.B, Bl. 80%, gr. A. B, ©. 42f., A*, Bl. 142 ff.) 
Heinrih, Öraf von Shwarzburg, Herr zu Arnſtadt und Sonder 
haufen, und Graf Adolf von Gleichen, Herr zu Tonna, beide 1445 
ſchon mit Herzog Wilhelm (gegen feinen Bruder) enge verbünvet® und er- 


1. Bor Beginn des Krieges war er 
perfönlich zu ihm gelommen und hatte 
ihn unter Hinweis auf die “verfchreibung 
und veraynung’, mit ber erihm verbunden 


würfe vgl. 
u ‘ 


’ ' 4 


Droyien, Geſch. d. pr. Pol. 
q.1. 


2. ‘wanne der junge berre’ (Herzog 
Wilhelm) , fagt Konr. Stolle, ‘was ber 





fei (vgl. Weiße, Geſch. d. churſächſ. Staat. 
DO, ©. 317), aufgefordert, ihm Beiftand 
zu leihen. Gleichwohl, klagt Albrecht im 
October, babe Frieberich ihm nicht bloß 
die verlangte Hilfe verweigert, ſondern 
auch durch Rewſſen von Plawen und 
annder bie feinen, die zu Nurmberg ligen’ 
ihm täglich Beſchädigungen zugefügt. 
Entwurf eines Schreibens von Mark— 
gel Albrecht an eine zu des Kurfürſten 
andftänden zählende (nicht genannte) 
Stadt im Fasc. 377 des Bamb. A. Nr. 
100. Dafſelbe ift vom 19. Octbr. 1449 
Datirt und hat den Zweck, einer aberma- 
ligen Aufforderung an ven Kurfürften zur 
Unterftügung zu dienen.) Weber Sriede- 
rich’8 Vertheidigung gegen Albrecht’8 Vor- 


ftat Erffort etwas gehaß'. Als er fi an- 
— die Böhmen nach Weſtfalen zu 
ühren, meinte man, den Erfurtern gelte 
der Streich. Konr. Stolle's —— 
Chron. (herausg. v. Heſſe) ©. 22; vgl. 
auch S.23 ff. und 29 ff. Als der Herzog 
egen Wirzburg rüftete, fühlten ſich bie 
täbte in Franken und Schwaben be- 
droht. Vgl. ©. 361 Diefes Bandes. 
3. Bgl. oben ©. 418. 
4. Vgl. oben ©. 129, 25; 161,5 u. 
S. 371. Der Herzog war wohl mit dem 
Landgrafen wieder heim gezogen. 
5. Mit ihm entjagte Lutz von Greufien. 
6. Bgl. die Url. vom 19. October bei 
Mencken, scrr. rer. Germ. I, col. 566 





Beilage II. 461 


ſterer fpäter der nächte Anlaß zum Wiederausbruche der Feindſeligkeiten in 
Sadjjen!, ferner Burkhard Schenk, Herr zu Tautenburg (vgl. 
oben ©. 147, 12), dann des Herzogß allbermögender Kath Apel Vitz- 
thum der Aeltere, ver Marſchall Ritter Bernhard Vitzthum, Ritter Frie⸗ 
5 derih von Witzleben (herr Fridrich von Wicglenben, ritter') und Marſchall 

Bartholomäus von Bibra. 
Ben fähltichen Amtlenten neunt das. gr. A. (an verfchienenen Stellen) 


die Folgenden: Erhart von Zedwicz, voit zu Arnshaug; Dite von Bila, 


vont zu Freyburg; Ptel Dangel, went zu Gotta; Hartman Samerlat, voit 

10 zu Weyſſenſee'; und (B, S. 49 nad) Graf Heinrich von Henneberg) "Hanns 
von Selbicz, voit zu Helburg'. Letzteres Amt war wie Die gleichfalls abſa⸗ 
gende Start Koburg an Ritter Apel Bitzthum verpfändet? 

Herzog Wilhelm's wegen haben endlich, wie das kl. U. ver R. B be 
richtet, 266 Ritter, Knechte und Dienftleute der Stadt Nurnberg ihre Fehde⸗ 

15 briefe geſandt. Ueberans zahlreich iſt der Adel Thliringens Darunter vertreten: 

Hanns von Plondenberg, ritter?; Conrat von Grefendorff, Hanns 
von Kolbe, Donat Quoß'. 

Hanns Schenf, ritter, Fridrich von Wolframsporf, Cuncz Schend, 
Hanns non Stensborff, Cafpar Willenbrunn, San von Niczficz'“, ein Por⸗ 

20 Big, ein Poſern; endlich Lorencz von Schammberg mit fein geproten knehten' 
and nach dem oben genannten Erhard von Zetwis: Konrad von Seheim, 
Nickel Wilde’, zwei von Polsnitz (Polnicz'), ‘Hanns Maur, Erhart von 
Zedwicz der junger, Heincz von Erchich, Hanns von Lubenwig, Hanns 
Maur der junger, Hanns von Holbach, alle mit iren geproten fnechten’. 

25 Veyt von Obernig, Hanns Sag, Nudel von Obernicz, Walter von 
Waczdorff, Iorg von Wildsdorff', zwei Poſſeck“, Jorg von Welnicz, Heincz 
von Grefendorff’; und nad) dem Vogt zu Freiburg a. d. U., Diez von Bila 
(vgl. oben 3. 7): Caſpar von Braitenbah, Hauns Boße, Balthezar 
von Koheſchin Koheſchein A?]; Hanns von Walgeftet, Hanns von Wen- 

30 dorf, Celiax von Mittelhaufen, Cleman von der Woyde, Cuncz von Weyl⸗ 
br” — mit allen gebroten knehten'. 

“Heinrich von Punaw zu Dronff, Heinrih von Punaw zu Tuchern, 
Heinrih und Gunthere von Ebersperg, Heingze Kotichin’ und Andere (mor- 


—568; und hiezu Ch. &. Weiße, Gefh. nem Bruder Wilhelm zwei Söhreiben an 
d. Churſu. Staaten II, ©. 304. ihn gerichtet. Brfb. Nr. 20, BI. 10 u. 22. 


1. Vgl. Weiße a. a. Oo. ©. 307 f. 
© u Vgl. ybultes, hiſt. Schriften, J, 

3. 8 Fa amptmann gu Ranys. 
Der Nürnberger Rath hatte im Mai 1449 
gelegentlich von Mißhelligkeiten mit fei- 


2 Wahrſcheinlich ein Nik 
. ‘Heincz Beljed, Urban en: 
— A* bat der a aigen hreib- 
art eutiprehend ‘Benborf 
7. Wohl ein Beulbar. 


462 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


unter wir noch ‘Criftoffel von Slywen' und Ott von Arnftet’ hervorheben) 
mit ihren „gebrodeten" Knechten. 

Hanns Statheym?, Herman von Kulftet, Dietrich) von Tuttichrode; 

Jorg von Hopfgarten, ritter; Eriftoffel von Rode, Heinbrot von Regeldrod, 

s Peter von Hopfgarten, Fridrich Hud; Fridrich, Heffe und Jorg von Udler; 
Dietrih von Mulwitz'. 

“Hanns von Schaumberg zu Meydor, Claß und Hein von Scham: 
berg, Knochen ?; Hanns von Hellvritt, Cuntz Zentgreff'. 

“Hanne von Wertorve, Wilhelm von Glihen, Wirner von Wendelen⸗ 

10 ben, Heyſſe von Zetinborn, Bechman und Jacob von Thuttenrode, Hann 
von Slatheym, Dietrich von Wihe, Dietri Mein, Volkmeyr Roder, Hein: 
rich von Peſſingen, Eckhart von Wolferode, Cafpar Schugze, Herman Syn: 
derbech Lynderbech AR], Jorg Bufe, Yorg Hachheym, Eiriar von Wechſun⸗ 
gen; Weygant von Luchaw'. 

15 Bernhart von Kochberg, ritter; Cuncz und Jorg von Kochberg ; Heinz 
von der Pforten, Eafpar von Eichinberg, Jorg von Hefeler, Rennbart von 
Wiglemben, Caſpar Truczicheler, Heinrich von Germar, Gerhart und Hanne 
von Gotfort, Balthazar und Lucz von Wangenheym, Hanns und Beter von 
Beh’, und einige Andere (darunter Jorg von Lau’ und Conrat von Ot 

20 mandhufen’). 

“Philipps won Herde ver jung, Wilhelm Meyſenbuck, Albrecht von 
Herde’. . 

Wilhelm und Eraſmus von Eberitein brüder, Baltazar Scheyding 
Hanns Ovdenberger, Michel Grünwalt’. 

35 Lawrein Rover, ritter; Heincz Roder der junger, Hanns Schinfket, 
Gebhart, Hanns, Heinridy und Rudolff Marſchalk'?, und einige Evel- und 
Dienſtknechte. | 

Nach dem bereitö erwähnten Burkhard Schenk, Herrn zu Tautenduy 
folgen drei von Morungen, Caſpar von Coſwede, Hanns Koler, Exentrif 

30 Hade’. 

Dann: Jorg von Schammberg zum Nabenftein, Peter Schott’, Hand 
von Lichtenstein zu Billmuthshaufen (Liechſtein zu Billmethaufen’), ‘Hanne 
von Schaumberz, Knoch genant, der junger, Hanns von Hafladı'. 

Im Anſchluß an den fhon genannten Bogt zu Gotha werden Hein 

35 und Kaſpar von Scharfenftein, "Reinhart und Lucz von Frugenftein, Baſtian 
von Beuhaufen’ und einige Knechte aufgeführt. 


L. Ein Schlotheim. Marſchall von Guttmannshauſen; ofe- 
2. Bgl. oben S.439, A. 3. Sie ent- bar in ihrem Gefolge erſcheint gleid Mr 
ſagten erft am 25. September. auf Baltezar Gutenshuſer', wahrheit 


3. Sie gehören wohl zu der Familie Lich ein Edelknecht deſſelben Hauſch. 





Beilage 1. 463 


“Ulrich von Liechtenſtein' Liechtenheyn A®]. 

“Herr Clas von Wangheym, ritter’ mit feinem Gefolge. Heincz von 
Walvdenfels, Heing Kemmatter, Gilg Kemnatter, Iorg Centgreff’. 

Hanns von Kutelewben, ritter; Jacob von der Affeburg; Götz 

5 Schend‘, Heinrich von Stoghaufen, Eafpar von Zoſſen, Appel Kodel'. 
. "Heinz Münid, Hanns von Frandenleuben, Gabriel Dhene, Anus 
Thumpeling, Beringer Werthufen, Urban von Malam, Rudolf Dhune!. 

Heinrich von Germar, Ludwig Hacke, Heinrich von Tottelewben, Al- 
breit von Gruffen, Heinrich Loes, Caſpar Hares, Hanns Frankenhuſen', 

10 und unter den Yolgenden Jorg von Suppenberg’ und Fritz von Peſe'. 

Albrecht von Welnicz’. 

Heintz von Schweinau zu obern Sumen?, Hanns von Hefipurg zu 
Bevem?, Caſpar von Hefipurg, Eberhart vom Liechtenftein, Clas und Heincz 
von Hellvritt, Dtt Burdart, Eukarius Bad, Jorg Staffelftein’. 

15 Neithart von Urbach; Gilg Kannacher, Cuncz Fryß, Hanne Rub, 
Clas Kefiler’. 

Herman von Gewſen, ritter; Hanns von Haym, Hanns von Heiligen, 
Curt Heiling, Heinrich vom Heyn, Balthazar von Schafſtet, Hanns Roſt, 
Heinrich Heiling, Lucz Moßhawer, Curt Hünerwolff'. 

20 Mehrere Witte; herr Eile von Sebech, ritter; Lucz Wurm; Fritz von 
Hopfgerten; Dietrih Ganß; Jorg Viczthum zu Egkſtett, Heyman von 
Erfhamfen’ [Sershaufen Bl. 

Anthoni von Rofenaw, Appel von Lichtenftein, Mathes Staffelftern, 
Clas Bache, Albrecht und Heinrich von Brandenftein, ritter; Hanns Erffa, 

25 Hanns Brandenftein’. 

Jorg von Haufen, Ciliax von Tenfteve, Küne von Wertorve, Konrat 
Velt, Hanns von Mülhaufen’. . 


- 2. 
Graf Sigmund von Gleichen. 


30 Der ſächſiſche Bruderfrieg hatte auch das Haus der Grafen von Glei— 
hen geipalten. Während die Brüder Ernft und Ludwig zu den beftigften 
Gegnern Herzog Wilhelm’8 und der Bisthume zählten, ſahen wir Graf 
Adolf gerade um diefer willen am Kriege zwifchen Fürſten und Stäbten 
theifnehmen. Auch Sigmund ftand in nahen Beziehungen zu dem jüngeren 

35 ſächſiſchen Herzoge, mit Apel Vitzthum zieht er am Anfang des J. 1449 

I. & lieſt ohne Zweifel richtiger At. iſt wohl Ober- Siemau zwiſchen Koburg 


In B: ‘Kine. und Fichtenfels. 
2. Die Hdfar. Bohat Sunnen'. Es 3. Ein Heßberg von Bedheim. 





464 


V. Nürnberg’d Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


gegen den wirzburger Biſchof zu Belde!: Und während er gleich nachher 
Johann von Dettingen gegen Heinrich von Bayern = Tanbehut feinen Bei⸗ 
ftand leiht?, kündigt der kriegeriſche Graf auch Nürnberg ſchon im Frik 
ling 1449 Fehde an. Testeres geichah um Beit und Georg's von Schaum- 
5 berg willen, die felbft wegen des Privathanvels zweier Anderer? ver Statt 
Feinde geworden waren. Eine Reihe thüringiſcher Edlen war ſchon Damals 
dem Beiſpiele des Grafen gefolgt *, jett beim Ausbruche des Krieges mit 
dem Markgrafen ſandten noch Andere um Sigmund's von Gleichen willen 
Behvebriefe nach Nitrnberg. Allem Anjchein nach während der ganzen Zeit 
10 des Kriegs war er perfönlich beim Heere zugegen, bat bei Teinem größeren 
Zufammenftoße gefehlt. Und es ift für feine Stellung zu ben Parteien ohne 
Zweifel bezeichnend, wenn er ſammt feinen Vetter Adolf unmittelbar nad 
her im jächftichen Kriege zunächſt die mit dem Altern Bruder von Sachſen 


verbündete Stadt Erfurt befehbet®. 


Am 27. und 30. Juni hatten fih dem Grafen Sigmund: Bernhard 
von Giech, Hans von Schaumberg, Apel von Ebeleben (Ebelowen') ange 
ſchloſſen ®, friiher ſchon die Folgenden (gr: A. B, ©. 57 u. 58): “Iorg von 
Schaumberg, herr Exrhart non Meldingen, ritter, Beringer von Melvinge, 
Appel von Sthotternheym, Albrecht von Herde, Hanns und Wegel vom 
20 Stain’?, mehrere von Ingersleben, drei Kühne?, drei von Gleichen, ‘El: 
hart von Weflungen, Baspar von Wechmar, Heintz Kreman, Heinrich) Ute 
rod, Jorg Volkſtat, Heinrich Vippech, Heinrich Holbach, Hanns Greif, 
Rudolf Tobel, Hanns Hacke, Heinrich Ochelitz, Hanns Proſſewitz, Peter 
Storckawe', mehrere von Warren’, Dietrich Slunczꝰ, Heinrich Selbelbig" 
25 Hanns Linck, Heinrich Zigerman, Clas von Planckenberg, Thomas Hat, 


1. Vgl. oben S. 418, A. 6. 
2. Vgl. Sagittarius, Hiſt. d. Grfſſch. 
Gleichen herausgeg. v. Cyprian) ©. 342. 
3. Kleinfridels und Heinz Keſſlers, 
wie der Rath in einem Schreiben an Ulm 
(Brfb. Nr. 19, Bl. 338 [336]) ſich aus⸗ 
drüdt: ‘von zwayr armer gejellen wegen, 
mit. ben wir nicht args zu tum willen, auch 
feinrley anvorberung von in gehabt 
haben’. 
4. Am 4. April wurden bie ſämmt⸗ 
lichen Fehdebriefe in Nitinberg übergeben. 
In der Antwort des Rathes vom folgen- 
den Tage finden fich die Namen derer, 
welche Graf Sigmund's wegen entjagten, 
genannt. Es find genau dieſelben, mie bie 
im gr. A. aufgeführten, nur daß die dort 
im Anfang und zulest ſtehenden fehlen. 
(Brfb. Nr. 19, BI. 335 — 338 [333 — 
335].) Am 2. Juli meldet der Rath, daß 


no Andere um Sigmund’s von Gleichen 
willen (‘der uns nor on ſchuld und m 


ſache ein mutwillige und umpilliche vepnt- 


ſchaft zugefchriben bat’) der Stadt Alt 
georicle geſchidt haben. (Brfb. Nr. 20, 
0 


5. Vgl. Konr Stolle, thür. -erfurt. 
Chron. ©. 29, 31, 32 ff.; Sagittarius 
a.0. 0. ©. 164 ff., 344, 345. 

6. Im kl. N. der R. B werben mul 
dieſe drei, fie aber namentlich beroorgehe 
ben. Statt Schaumberg' iieſt BR. 
800) "Schwanberg'. 
7. Im Briefb. q . oben X, 4) alt= 
fer Stelle noch ‘Hanns und Erfard MET 
Ameritorff. 


ale Borname zu Gleichen gezogen. 
I. Slymez' richtiger das Drp. 
10. Selpedig' das — — 


8. “Rune iſt in den Hdſchr. d. gr. A. 





Beilage IL. 


465 


Fritzſche Leibundſele, Jorg Alheit', Stamernynge Tyle, Hanns Smyd, Del 
Burckart, Schwarczhanns, Burckart von Baumpach, Nickel Teufel, Hanns 
Kulcheßlich?, Jacoff Krumpholez, Hanns Bruber?, Fricz Moller, Dieczel 
Schonburg“, Hanns Stock, Hünerwolff'. 

Weiter ſchließen ſich an dieſe Gruppe der Ritter Apel Vitzthum zu 


Tannroda und “Daniel von der Heid’ an. 


Des letteren wegen, den Die 


Stadt, wie e8 ſcheint, für einen Raubanfall zur Strafe ziehen wollte, hatte 
der erftere ſchon Am 3. April 1449 Nürnberg feinen Abfagebrief gefchrieben ®, 

Zuletzt begegnen Kleinfridel' und Heincz Keſſler', die zur Fehde der 
10 Schaumberge und Sigmund’8 von Öleichen ven erften Anlaß gegeben hatten. 


Albrecht von Kirchberg. 


Aehnlich wie Graf Sigmund von Gleichen fuchte Burggraf Albrecht 
von Kirchberg, Schn Dietrich's von Kirchberg, Herm zu Kranichfeld, aus- 
15 wärtigen Kriegsdienſt mit Vorliebe auf®, mas ihm um fo näher liegen 
mochte, ald der Zweig feines Haufes, welhem er angehörte, nahezu verarmt 


war”. 


Um der beiden Markgrafen Albrecht und Johann's willen hat er 


der Stadt Nürnberg Feindſchaft angelündigt (fl. U. ver R. B, BI. 80%; 
gr. A. At, 31.136). Im derfelben Weife und zugleich mit ihm entfagten am 
20 25. Juli (nad) dem gr. A., B, S. 29 u. 30): ‘Dit Koller [Keller], Hein- 
rich Marſchalk, Eriftoffel von Braitenpach, Heinrich Loſer, Erhart Pufch, 
Liepman von Newfebah®, Reinhart Rover, Wilhelm von Swenczꝰ, Cunez 
von Wilvenftein, Hanns von Waczdorff, Sitich von Zedwicz, Erhart Voyt, 
Caspar Rorer, Hanns Raufchner, Heincz Rover der jung, Hanns Refche, 
25 Karl von Dedwicz 9, Jordan von Braitenpach, Jörg von Raſchaw, Fabian 
von Mylen, Jaen Maur, Dieez Hack!!, Nidel von Vuchewich Nickel von 


Eichich 2. 


1. Alhard' B 


im — Fr 20, Bl. 

1.9. 5. Kochen, Beichreib. 

2.0, Vurggr. v. Kirchb. Frankf. 
7 

7. Sul. Hoemann a. a. O. S. 228, 

229 u. Sagittarius, Hift. d. Grſſch. Giei⸗ 

chen S. 264, 265. Auffallend iſt, daß 

ſein Vater im Bruderkriege die Partei des 
Städtechroniken. IL. 


jächfifchen Kurfürſten ergriffen haben ſoll. 
Doch ftimmt biezu feine Verwandtſchaft 
mit den Reußen von Greiz. 

8. reicht ein Meuſebach. 

9. Schweinik. 

10. In Ir. 38 des Bamb. Fasc. 'Zech- 


witz'. 
11. In Nr. 38 des Bamb. Fasc. Dicz 


agen 

12. Die Anweſenheit faft aller Diefer 
Nitter im marfgräflichen Heere ift durch 
Nr. 38 des Fasc. 377 im Bamb. Ard. 
(„Fütt. zu Uffenheim“) nachgewiefen. 


30 


466 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


4. 
Heinrih von Plauen, Burggrafzu Meißen. 


Während die jüngere Linie des Haufes Keuß- Plauen! ſich aufs 
Engfte den Städten verband und in Heinrich dem Jüngern Nürnberg fe- 
s nen beveutendften Feldhauptmann gewährte, hatte der Vertreter ver älter, 
welche fich im Beſitz von Plauen befand, wegen des alten Streites über das 
Burggrafthum Meißen ein erbitterter Gegner des Kurfürften von Soden, 
deſſen Feinden ohne Rückhalt ſich angeſchloſſen und war damit aud) in die 
Reihen der Fürftenpartei des Städtekriegs eingetreten. In Nitenberg wurde 

10 fein Fehdebrief erft am 27. December überreicht. Dabet wird er im gr. 1. 
(A*, Bl. 138") folgendermaßen aufgeführt: ‘Herr Heinrich, burggraff zu 
Meichſſen, herr zu Plawen, mit allen feinen mannen, hofgefind und knechten'. 
Ihm folgte auch der fhon oben ©. 147, 10 namhaft gemadhte Vriederid 
von Schönburg?. 

15 Die 68 Ritter und Knechte, welche nach dem kl. A. der R. B, Bl. 82 
mit dem Burggrafen entſagten, waren: Er Nickel Sad, Ihan Roder, Hann? 
Roder, Albrecht Rabe, Hanns Roder zu Roderstorf, Hanns Roder | 
Ckockta, Volkel Rover zu Pele, Albrecht Sleynicz, Thyme von Hermesgrün, - 
Heintz von Mylen, Ulrich Sad der jung, Hanns Kopp, Jorg von Dölen, 

20 Contz Geylsdorff, Nyckel Tenner, Wilhelm Slegler, Concz Peler, Burdatt 
von Wenfchals?, Gunther Ebersperg, Arnolt Hirsfelt, Hanus von Döle, 
Eberhart Rabe, Nickel Vaßman, Heinrich Kroften, Nidel Eleiftentaler, Hein 
rich Trebiſch, Endres Weltig, Hanns Rover zu Leubnig, Ihan von Dil, 
Hanns Triftram, Jobſt von Balvitz“, Ihan von Machwicz, Hauns von ver 

25 Hayde, Hanns Roder ver elter, Hanns von Bolgftett, Jorg Reynolt, Ihan 
Thüffel, Nickel Machwicz, Erdel Thüffel, Nidel Malftorffer, Hanns Mol 
torff, Ihan Geylstorff, Hanns Toß, Heing Toß der elter, Hanns von Vi 
wis, Erhart Machwitz, Eyrich von Redwitz, Heinrich Ebersperg, Exkrt 
Rover, Heinrich vom Newendorff, Wilhalm Rabe, Connrat Rabe, Heint 

30 von Feyltſch zu Tobertig, Mardart von Mylen, Loreng Wiveräperger, Appel 
von Tettaw*, Erhart Toß, Hanns Wildenpurm, Heing von Weyſpach, dor⸗ 
dan Grüner, Paul Lubicher, Hanns Schraiwtel zu Lawenberg, Connrad To, 
Erhart Nenperger, Hanns und Heinz Roßnitz, Hanns Heyder'. 

1. Das Haus Gera ftand (aus Anlaß Limmer a. * O. ©. 746 u. Hopf, geneal. 
ber Schwarzburg'ſchen Fehde) ebenfalls Al. ©. ı 
egen Herzog Wilhelm auf Seite des jä ?. Bei; ogl. Limmer a. a. O. 
— Kurfürſten; al. immer, Seh. ©. 8 

b. Boigtl. II, S. 756 ff. * Sn ber Hbfchr. eher Velnih. © 


2. Erwar ein —8 vom Schwie- iſt aber wohl ein Wallwitz 
gerjohn des Burggrafen Heinrich; vgl. 5. Bgl. oben ©. 432, 9. 3. 











Beilage II. 467 


X. 
Die Fürften des nördlichen Deutſchland. 


Die PBarteinahme der nicht geringen Zahl ven nieverventfchen Yürften, 
welche freilich auf den Gang des Krieges in Kranken und Schwaben einen 
s unmittelbaren Einfluß nur felten gewann, war zumeift und vor Allem durch 
ihre Stellung zu dem Kurfürften Friederich von Brandenburg vweranlaft 
und durch deſſen Verbindungen vorgezeichnet. 
Kurfürft Friederich felbft und fein gleichnamiger, noch jugend- 
licher Bruder, der eben erft (1447) feinen Landestheil (die Altmark und 
10 Priegnit) überwiefen bekommen!, hatten, wie ſich erwarten ließ, gleichzeitig 
mit ihren Brüdern in Franken an Nürnberg den Krieg erklärt. Daß es 
übrigens nicht bloß die engen Bande des Bluts, welche in diefem Haufe fein 
Zwiſt gelodert hatte, daß e8 namentlich auch verwandte und gleiche Tenven- 
zen und Beftrebungen waren, welche die Söhne des erften Kurfürften aus 
15 dem Zollern'ſchen Haufe verbanven, ift binlänglich bekannt. Dieſelben In- 
tereflen galt e8 hier wie dort zu wahren, und fo entfpricht e8 vollftändig der 
Natur der Verhältniſſe, wenn Friederich's II. Thätigkeit auch in dieſem 
Kriege nur von den Marken aus ſich geltend macht. ‘Der Zuſtand ver leg- 
teren erklärt e8 ferner immer noch zur Genüge, daß feine zahlreiche Ritter- 
20 ſchaft, faft Nieniand vom ſchloßgeſeſſenen Adel des Landes?, dem Beiſpiele 
des Fürften folgend, Fehdebriefe nach Nürnberg fandte. Nur feine organi- 
firte Kriegsmannſchaft, an ihrer Spite ein fränfifcher Epfer, tritt und im 
gr. A. (At, Bl. 137) entgegen: ‘org von Walvenfels, hauptman; Jorg 
von Schlywen, Clas Sparr, Thy! von Thummen, alle rottmeifter, mit allen 
235 mannen und dinern marggraf Fridrichs von Pranndemburg und nit tren 
tnechten’. Sie entfagten am 19. October. 
Dagegen ſchloſſen fidh die dem Kurfürften befreundeten Fürſten und 
Herrn in weitem Umkreiſe der Kriegserflärung der Markgrafen an; jo die 
erft vor kurzem mit Brandenburg verfühnten? Herzoge Wratislam 
30 (IX.) und Barnim (VII) von Pommern Wolgaft und Erich in 


1. Riedel, cod. dipl. Brand, Ill, 
1, p. 280 sqq. Bgl. Droyfen, Geſch. d. 
preuß. Bolit. IL, 1, 117. 

2. Nur ein Bredow (Heintz von 
Bredo’) begegnet außer ben im Texte ge- 
nannten im gr. X., wo er (A*, Bl. 137) 
zugleich mit ‘Hein Daner auß der Mard’ 
tg brt wird. Im felben Zufammen- 
bange find auch Foltz' und Heintz von 
Torgo’ genannt. 


3. Durd den Prenzlauer Friedens⸗ 
vertrag vom 29. Mai 1448 (Riedel, 
cod. dipl. II, 4, p. 407), der zugleid) 
ein enges Bündniß im fich ſchloß. Letzte⸗ 
res wurde noch im felben Jahre befeftigt 
durch die Verlobung des Markgrafen 
Friederich d. 3. mit der Tochter Barnim 
vor. Bol. Barthold, Geſch. v. Pom- 
mern IV, 1, ©. 149—152. 


30 * 





a 


20 


468 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Stolpe, der vor feiner Vertreibung aus den nordiſchen Reichen in fo heftige 
Conflicte mit der Macht der Hanfeftädte gerathen war und feitvem feine 
jtädtefreundlichere Bolitit angenommen hatte. Eben jest verbanden ſich die 
Pommern’fhen Fürften mit Meklenburg, um die Selbftändigkeitsbeftrebun- 
gen ihrer Communen zu breden!. Auch Herzog Heinrich d. Ä.? von 
Metlenburg- Stargard, Fürft im Lande Wenden, hatte gleichzeitig mit 
den Pommern in Nürnberg Feindſchaft angekündigt. Daffelbe thaten die 
mit den Brandenburgern verfchwägerten Herzoge von Braunfchweig: 
Lüneburg WVolfenbüttler Linie, Wilhelm in Kalenberg?, ver zwei Jahre 
früher in feinen eigenen Landen vie Hilfe des durchziehenden ſächſiſchen Her: 
zogs in Anſpruch genommen hatte*, und fein Bruder Heinrich in Wok 
fenbüttel; vor allem aber des erfteren Sohn, der unruhige Friederich, 
welcher jelbft nad) Franken z0g, um gegen das Bürgerthum, mit welchem er 
jpäter auch in der Heimath noch jo harte Kämpfe beftehen follte?, an Seite 
der Fürſten ind Feld zu rüden®. Diefe Braunfchweiger Herzoge waren 
ſchon damals bei einzelnen Gelegenheiten ver in ihrer Nähe jo großartig 
entfalteten Macht der Städte auch ihrerſeits feindlich gegenübergetreten?, dem 
Anſchlage des Kölner Erzbiſchofs und feiner Verbündeten auf die Freiheit 


ver weftfälifchen Communen find aud) fie nicht fremd geblieben ®. 
In diefen Zufammenhang find, wie ſchon angedeutet, auch jene Herm 
aus der Lauſitz zu ftellen?, welche fic ven Markgrafen verbunden hatten, 


1. Am 24. Auguſt 1449; vgl. Bart- 
bold a. a. O. ©. 159. 

2. ©o feine genauere Bezeihnung im 
gr. A. (B, ©. 1) zum Unterfchiede von 
Heintih (dem Fetten) in Meklenburg 
(- Schwerin). 

3. Herzog Wilhelm, deſſen Fehdebrief 
erft am 18. Juli überreicht wurde, wäh- 
rend jene Friederich’8 und Heinrich's ſchon 
am 4. Juli eintrafen, ift im gr. A. (B, 
©. 19) befonders aufgefühtt. 

4. Vgl. W. Haveman, Geld. d. 
Vnde Braunſchweig und Lüneburg J, 

677 


5. In ſeiner Fehde mit den ſächſiſchen 
Bundesſtädten (1461—1467) ; vgl. Ha- 
veman a. a. DO. ©. 686 ff. Die von 
Droyſen, Geſch. d. preuß. Polit. II, 1, 
©. 114 citirte Urkunde bei Riedel, cod. 
dipl. II, 4, p. 395, 396, welche letzterer 
fammt der falfehen Datirung in der Ueber- 
ſchrift (1447 ftatt 1467) aus Lünig’s 
Reichsarch. V, part. spec. 4. Thl. ©. 13 
—15 auszugsweije herübergenommen bat, 

ehört in dieſe und nicht in Die Zeit un- 
—* Städtekriegs. 


6. Daß Friederich im Heere Martkgta 
Albrecht's zugegen war, erhellt aus dem 
Datum ſeines Fehdebriefs an die Stadt 
Rotenburg a. d. T. (14. Juli 1449 „im 
Feld vor Heide”; Rotenburg. Ber. im 
XXIV. Zahresber. d. hift. Ber. v. Mit 
telfr. ©. 64, 65) und aus der „Fiitterung 
zu Uffenheim” (Nr. 38 im Fasc. 377 des 
Bamb. Ardh.), wo er noch am 28. Sptir. 
anweſend erjcheint. Nach Haveman a. 0. 
D. ©. 685 hätte er auch in Schwaben 
am Kampfe gegen Eflingen Theil ge 
nommen. 

7. Sp werden Wilhelm von Kalen⸗ 
berg und feine beiden Söhne im 3. 142 
durch den Landgrafen von Heflen mit der 
von He befehbeten otabt ee 
verglichen. Lünig, Reichsarch. V, part. 
spec. 4. Thl. ©. 12. a 

8. Vgl. den Fortſetzer Detmar’s in 
den von Grautoff berausgeg. Lübeder 
Chron. Bd. II, ©. 108. 

9. Sie ftehen im gr. A.B, ©. 
u. A®, Bl. 133. 


Beilage II. 469 


jo vie von Dohna, außer ven 146, 22 ſchon genannten Brüdern! Kaſpar 
und Heinrid, Herrn zu Straupig, noch Frenczel von Dhonen’, fer- 
ner Sigmund, Heinrich und Hans v. D., und mit ihnen ‘Criftoffel Gere- 
torff, Nickel Jelnicz?, Hanns von Beheln, Nidel von Beheln, Rudiger von 

5 Wifenberg’. Dann die beiden ebenfall® bereitö 146, 26 aufgeführten Brü- 
der von Kittliß, Herrn zu Spremberg, Lothar Herr zu Cot— 
bu8, die Herrn zu Schentendorf: ‘Hanne, Frevehelm und Bothe ge- 
bruder von Wefinburg’ und endlich der an einer andern Stelle des gr. U. 
(B, ©. 24) genannte Herr zu Sonnewalde, Bodo von Ileburg?. 

10 Die Brandenburger hatten, wie fich ſchon hieraus ergiebt, in der nie= 
dern Lauſitz fich einen nicht unbeträchtlichen Anhang zu verfchaffen gewußt“, 
was um fo wichtiger war, als Kurfürft Yrieverih im J. 1448 von den 
Brüdern von Polenz, welche fie pfandweiſe innehatten, die Landvogtei ber 
(Unter-) Yaufit erworben hatte, was eben jegt zum offenen Bruche mit dem 

15 in diefer Sache von König Frieverich unterftütten Kurfürften von Sachſen 
führte, und fo ven Gegenfag ver Parteien nicht unweſentlich verjchärfte. 
Man war fächlifcherfeits in ven Befit einiger Städte gelangt, aber das Land 
hatte mit Zuftimmung der böhmifchen Stände dem Markgrafen als Vogt 
gehulvigt®. So erflärt e8 fi, wenn unter den Feinden der Stadt Nürn- 

20 berg aud) der vom branvenburgifchen Kurfürften eingefegte Untervogt und 
mit ihm in zahlreicher Vertretung ver Adel der Lauſitz erſcheint. ©. oben 
147,19. Das gr. X. (B, ©. 24—26) giebt aud) die Namen: 

Dit von Sliwen, lantooyt (zu) Yufig, mit allen mannen des lands zu 
Luſicz und funderlidy mit den hernachgejchriben: Heinrih, Hanns, Nidel 

25 (und) Puppe von Kobericz, gebrüder, zum Seßhe gejeflen; Heincz, Craft, 
Diet (und) Hanns von der Zuchaw, gebruder; Heyne Borgestorff, Erarch 
Murrinck; Nidel, Hanns, Cuncz, Jorg (und) Eriftoff von Lobin; Hanns, 
Caſpar, Ott, Heinrich, Hanns, Gumprecht (und) Hanns von Coffaw: Hengze, 
Hanns, Heinrih, Reinolt, Heinrich, Kafpar, Nidel, Hanns (und) Hanns 

30 von Zabbelticz; Heinrich Panewig?; Heinrich (und) Nidel von Schappow, 


1. Als ſolche find fie im gr. A. be- jen, Geſch. d. preuß. Pol. IL, 1, 74, 9.1 


zeichnet an; vgl. auch Lancizolle, Seid. d. Bild. 

Die Gölnitz waren unmeit Cotbus d. preuß. St. 320 
beger vgl. Kneſchke, deut. Adelslex. 5. Vgl. Sancizolle, Geſch. d. Bild. 
Bd. II, ©. 563, 564. D- preuß. St. I, 321 f.; Droyſen, Geſch. 
3. Bel. öben 146, 27. Im gr. A. d. preuß. Bol. II, 1, 125 f.: ; Balady, 


lieſt B: burg’, A®: Iwurg F letz⸗ Geſch v. Böhm. iv, 1, 222. ; Riedel, 

terer Hoſchr. ift beigelegt: ‘von margraf cd dipl. II, 4, p. 413 ff. 

Sridrich des eldern wegen, des Diner er tft’. 6. Panewitz iſti in den Hdoſchr. als Vor⸗ 
4. Noch andere Herren jener Lande, name zu Schappow' gezogen; doch gab 

Die fih dem Markgrafen Friederich auf's es in den Raufiten ein Avelogeſchlecht die⸗ 

Engſte angeſchloſſen hatten, führt Droy- ſes Namens; |. Scrr. rer. Lus. I, 95. 





470 V. Nürnberg’d Krieg gegen Albredht von Brandenburg. 


Hanns und Hanns von Czeſſaw; Peter Sellftrang, ritter; Nidel (um) 
Nidel von der Heide; Hanns Dolewicz, Peter Bernfelvde; Hanns, Pilgrein, 
Berndt, Nidel (und) Berndt von Drußkewicz; Hanns (und) Friderich von 
Polencz, gebrüder, Nidel, Hanns (und) Eriftoffel von Czickoro, vettern; 
5 Jar, Rencz, Herman, Reynolt, Ott (und) Appicz von Zerticz; Nickel (un) 
Diprant von Bifhow [Pihaw A*], gebrüver; Nemolt, Heinrich, Hans 
und) Fridrich Luckwenn, gebruder und vettern; Hanns (und) Peter Wilden: 
hagen, gebrüder; Folcz, Hanns, Berndt (und) Ruprecht von Melen, gebri- 
der; Ian, Hanns, Peter (und) Nidel von Buckensdorff, gebrüder; Hanns, 
10 Reimolt, Frenczel (und) Hanns Pitler; Hanns Tanicz, Cafpar Glubicz; 
Nidel Tarant, Hanns Krofelstorff Knofelstorff Af]; Kerftan, Heimich 
(und) Sigmund von Golfin; Eriftoffel Fuer; Hanne (und) Hencze Langen, 
gebrüder; Sigmund Lift, Nidlel Gelno’. 
Der Streit um die Laufig war aud für die Stellung der böhmifchen 
15 Parteien von Bedeutung, zu welchen wir jett übergehen. 


XI. 
Der Bund Georg’s von Podéebrad. 


In Böhmen, dem Lande, das feit dem Beginn des Jahrhunderts die 
Blide Europa’s in fo beſonderem Grade auf fich gelenkt umd nad allen 

20 Seiten in die Verhältniffe ver Nachbarländer eingegriffen hatte, waren fid 
in den legten Jahren, als die anarchiſchen Zuftänve, welche auf König Al⸗ 
brecht's Tod gefolgt waren, fich Härten, zwei anfcheinend einander die Wage 
haltenden Parteien gegenübergetreten. Seit dem Anfange des J. 1449 bat: 
ten fi) beive, im Podebrad'ſchen und im Strafonicer Bunde, Friegerifch or: 

235 ganifirt!, und als im Sommer der Städtekrieg in Franken feinen Anfang 
nahm, war in Böhmen nur durd einen Waffenftilfftand dem offenen Kampf 
Einhalt geboten. 

Yängft hatten beide Parteien auch nach aufen Verbindungen gefuät 
und der Bruverzwift in Sachſen hatte Die Gelegenheit dazu geboten. 

30 Seit Herzog Wilhelm jene böhmischen Söldner zu feiner Hilfe herbei 
gerufen und fpäter nach Weftfalen geführt hatte, während fein Bruder mit 
Ulrich von Rofenberg und feiner Partei in Einvernehmen trat, fand der 
Podebrad’ihe Yund, an Macht und Anfehen in ftetem Wachfen begriffen, 
dem Kurfürften feinpjelig entgegen?. Er hatte (Herbft 1448) bereits einen 


1. Der Podebrad'ſche Bund allein 2. Bgl. Palady, Geſch. v. Yihn. 
beftand befanntlich ſchon Länger. IV, 1, 1811. 


Beilage U. 


471 


verheerenven Kriegszug in deſſen Länder unternommen!, ald der Laufiger 
Handel, in welchem man duch vie fächfifchen Anfprüche vie Rechte ver böh— 
mifchen Krone verlegt glaubte, während Frieverih von Branvenburg diefe 
zu achten fi ausdrücklich verpflichtet hatte?, vie gegenfeitige Erbitterung 


5 auf's Nene entflammte. 


Es war alfo nur die Conſequenz diefer Berhältniffe, wenn Podebrad 
und ferne Anhänger fih ven Markgrafen von Brandenburg näherten, inveß 
die Herm des Strafonicer Bundes ſich mit ihren Gegnern ind Bernehmen 
festen. Mehrere ver legteren find dann auch in Nürnbergiſche Dienfte ge 
10 treten? und die ebenfalls zu jenem Bunde zählende Stadt Pilfen bat fid 
dem Nürnberger Rathe mehrfach dienſtbereit ermiefen *. 

Zu wirtlihen Bunbesverträgen kam es auf beiden Seiten erft im Früh⸗ 
Ing des 3. 1450: am 27. März zu Wunftevel zwifchen den Markgrafen 
Friederich, Johann und Albrecht, Herzog Wilhelm von Sachen und Pfalz: 
15 graf Otto einerfeitd und dem Podèbrad'ſchen Bunde andererſeits*; am 13. 
April zu Kadan zwiichen Friederich von Sachen einer und den Strafonicer 
Bunbeöverwandten andererfeit3®. Jetzt erſt ſandten Podebrad und die Sei— 
nen ihre Abſagebriefe nach Nürnberg. Am 17. Mai ſind ſie dort einge⸗ 


teoffen”. 


Der Rath ver Stadt hatte es inzwifchen an Verſuchen nicht fehlen laf- 
fen, viefe böhmischen Herrn vom Testen Schritte zurückzuhalten. Wie er 
ſchon einmal, vor Ausbruch des Krieges (28. Mai 1449), an Georg von 
Popebrad, die Herrn, Mannen und Städte des Königreich Böhmen geſchrie— 
ben, jein Rechtöerbieten in der Streitfache mit dem Markgrafen dargelegt und 
25 unter dem Dinweis auf die alten Verbindungen NRürnberg's mit dem böh— 
mifchen Königreiche fie um ihre Vermittlung gebeten hatte®, jo wies er am 


1. Balady a. a. D. ©. 202. 

2. Die Markgrafen Johann, Albrecht 
und Friederich d. 3. ſchloſſen fich für den 
Fall, daß Durch den Tod ihres Brubers 
die Vogtei an fie gelangte, dem Reverſe 
an. Dieſer ſteht bei Länig, cod. Germ. 
dipl. I, col, 1455, 1456; und bei Rie- 
del, cod. dipl. U, 4, p. 417 qq. 

3. Bgl. ©. 229, A. 2 u. ©. 339, 
A. 1 dieſes Bandes. Der Rath fand fich 
übrigens mehrfach veranlaftt, Die Herrn 
von Schwamberg und Riefenburg zu 

rößerer Thätigleit im Kriege gegen bie 
—* der Stadt antreiben zu laſſen, wie 
dieß aus mehreren Briefen deſſelben an 
Paul Haller im Brfb. Nr. 20 hervorgeht. 

4. Dieß ergiebt fich aus der freund⸗ 
ſchaftlichen Correſpondenz im Briefb. Nr. 
20, Bl. 167, 279, 340. 


5. Das Blinbnif war_vor Allem ge- 
gen den Kurfürften von Sachſen gerich- 
tet ; doch veriprachen Die Böhmen bei Fort⸗ 
dauer des Krieges mit Nürnberg dem 
Markgrafen Albrecht einen Zuzug von 
2000 Hann (auf feine Koften). Paladiy 
0.0.0. S. 229, 230. 

6. Vgl. Palady a. a. O. ©. 228. 

7. Die Rürnbergiihe Antwort iſt 
vom 18. Mai (1450) datirt. Brfb. Nr. 20, 
31. 399. 

8. quod — cooperacionis vestre 
clareat interuentio — Dieſe jollte freilich 
nur darin befleben, baß die Herrn ben 
Darigrafen veranlaßten, vor dem römi⸗ 
chen Könige Recht zu nehmen. Podebrad 
wird in dieſem llateiniſch abgefaßten) 
Briefe bereit? ſchlechtweg ‘gubernator’ ge- 
nannt. Brfb. Wr. 20, Bl. 36, 37. 





5 


10 


15 


472 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 

22. April 1450, als der Bund vor feiner Kriegserflärung ein Mahnfchrei- 
ben an die Stadt gerichtet hatte, den Markgrafen an feinen Rechten unge 
fränft zu laſſen und frievlichen Austrag nicht zu verweigern, die Beſchuldi⸗ 
gungen, welche in dieſer Aufforderung lagen, unter dem Hinweis auf fein 
früheres Schreiben, welches den Sachbeſtand doc, fo deutlich ans Licht ge 
ftellt habe, energijch zurück; bei ven gleichmäßigen Banden, durch welche fie 
beide, das Königreich und die Stadt, mit dem römifchen Reiche zufammen: 
hingen !, werden die Herrn aufgefordert, vem Markgrafen feinerlei Beiftend 
zu gewähren ?. 

Aber ehe man noch wußte, ob diefe Antwort in Podebrad's Hände ge 
langt? war, wurden die Fehdebriefe der Böhmen in Nürnberg übergeben, 
worauf der Rath im einem deutſch abgefaßten Schreiben erwieverte, die Un- 
gerechtigfeit dieſes Schrittes ziemlich fcharf betonend und zum Schluß die 
Bitte wiederholend, ſollich veintfchaft gütlich abtün’ und ihnen wie den ihren 
Feind argen warten’ zu wollen *. 

Am felben Tage (18. Mat) richtete der Rath zwei gleichlautende Schrei: 
ben an die Häupter des Strafonicer Bundes, Herrn Ulrich von Roſenberg 
und Herrn Ulrich von Neuhaus, theilte ihnen vie Abfage Podèbrad's und 
feiner Anhänger, ſowie den mit venjelben gepflogenen Briefwechfel mit und 


20 bittet dann jeden von ihnen (al8 jeinen beſundern bern und günner’), ſich 


1. — cum regnum Bohemie sa- 
cro imperio tanta sit sinceritate con- 
iunctum, quod ipsius regnicole 
quoslibet imperii fideles omni debent 
prosequi integritate fauoris, et ciui- 
tas nostra immediate ab ipso imperio 
dependet — 

2. Der Brief ift namentlich gerichtet 
an ben Gubernator Podebrad, Aleſch und 
Zdenek von Sternberg, Johann von Kun- 
ftat, an den Hauptmann des Czaslauer 
Kreijes (der hier irrig Johann von Rifen- 

burg genannt wird — vgl. unt. S.474 —), 
an Nikolaus Trefa (Nicolao de Lippa, 
domino in Lipnitz), an die Hauptleute 
des fautimer und des chrubimer Kreijes: 
Johann von Sautic und Zdenèk von Po⸗ 
ftupic, welche alle wohl auch in ber Folge 
entjagt haben werden. Brfb. Nr. 20, Bi. 
379, 360. Hiemit ift Das gteichgeitig ar 
die Stadt Prag abgegangene Schreiben 
(a. a. O. 31. 380, 381) und das Rathe- 
ſchreiben an den Bund vom 18. Mai 1450 


zu vergleichen. 
aa wurde ber- 


3. In den 
vorgehoben, daß dem Bunbe auf fein 


Mahnichreiben nit antwurt worben jey, 
woraus man geſchloſſen habe, daß bie 
Nürnberger ‘das in eignem willen und 
hochmut gelaffen haben’ und jenes Schrei 
ben ihnen ‘unachtlich’ geweſen fei. De 
Rath bemerkt dagegen, daß er mit bem- 
jelben Boten, der ihm das Schreiben de} 
Bundes gebracht, dieſem 'redlich und trer 
fenlich’ geantwortet habe. In einem Brick 
an Baulus Haller vom felben Tage ſpricht 
er die Bejorgniß aus, daß der Bote ‘ge 
ſchalkt' und den Brief an den Gubernater 
gar nicht übergeben haben möchte. Ang. 
Brfb. Bl. 398, 399. Vgl. auch das gleich 
zu erwähnende Schreiben an Roſenberg. 

4. Briefb. Nr. 20, Bl. 399, 400. 
Der Brief iſt gerichtet an: “bern Girzicken 
von Conftat, herren zum Podiebrad, gu- 
bernator und regirer ſeines pundes, hem 
Stendo herren zu Sternberg, oberften 
burgraven zu Prag, bern Jan Zagimat 
herren von Conſtat, San von Raſchinaw, 
ritter, haubtman Zafchlawers kreiß und 
allen andern berrn, rittern, knechien, 
lanntleuten und ftetten irer vereynung 
und puntnuß 2c.’ 





1 


>, 


Beilage II. 


473 


die Stadt und ihre Bundesgenoſſen anbefohlen fein zu laffen!. Aehnlich 
fchrieb man am 11. Juni an ven Kurfürften Friederich von Sachſen?. In eine 
nähere unmittelbare Berbindung mit dem Strafonicer Bunde ift man nürn= 
bergifcherfeit8, fo viel wir fehen, nicht getreten. Die fchon erwähnte Sen- 
5 dung des Ritters Paul Haller? galt zunächſt dem Anwerben einzelner Herrn 
jener Partei und aud auf dem Tage zu Pilfen (März 1450), ven er auf 
Gehei des Rathes, welcher durch die Stadt Pilfen von der anberaumten 
Berjammlung benadrichtigt und fie zu bejenden aufgefordert worden war, 
befuchte, jcheint feine Thätigkeit nur in diefer Richtung fich geltend gemacht 
10 zu baben*. Auf ven Vorſchlag, größere Heeresfräfte aus Böhmen heran 
zuziehen, ver im Mai 1450, als der Krieg zwifchen dem Podebrad'ſchen und 
dem Strafonicer Bunde im vollen Gange war, für den Fall der VBeendi- 
gung des böhmischen Feldzugs? durch Haller an den Rath gelangte, ift diefer 
nicht eingegangen ®. Die Erfahrungen, weldhe Herzog Wilhelm von Sachen 
mit den böhmifchen Söldnern gemacht hatte und, wie fie felbft fagen, vie 
Koften einer ſolchen Expedition mochten die Nitrnberger abjchreden. 

Die Herrn von Schwamberg und Riefenburg find nur wider die ihnen 
benachbarten Fürften (Bfalzgraf Otto und Markgraf Johann) und erft ge- 


1. Briefb. Nr. 20, Bl. 402, 103. 
Man hatte ſchon am 25. April (1450) 
an die genannten beiden Herrn, jowie an 
Heinrich von Kolowrat und den Haupt- 
mann bes leitmeriter Kreijes Ialob von 
Wreſowie (Jacobo de Wiſſezewitz' 2c.) ge- 
—— ihnen eine Abſchrift jenes Mahn⸗ 
ſchreibens der Podebrad'ſchen Partei mit⸗ 
—5— und ſie gebeten ‚ ven Feinden ber 

tadt keinerlei Vorſchub zu leiſten. Brfb. 
Nr. 20, Bl. 383. Jetzt vermuthete man, 
daß auch dieſe (offenbar unbeantwortet 
Bien ebenen) Schreiben verloren gegangen 
eien. 

2. a. Brfb. Bl. 417, 418. 

3. Bgl. oben ©. 339. 

4. Außer den beiden Herrn von 


. Schwamberg und Riefenburg hatten ſich 


auch Burian von Gutenftein und Hein- 
rich von Kolowrat erboten, ber Stadt zu 
dienen. Sie hatten veriprochen, ‘das fie 
vier bie ftraffen von Behm unt gen Nu- 
remberg offen behalten wölten’, auf daß 


die Stadt von biefer Seite ber verpro-- 


viantirt werden könnte. Indeß gelangte 
man hierüber zu feinem Abfchluffe. Schrei- 
ben an Paul Haller vom 4. u. 10. April 
im Brfb. Nr: 20, Bl. 360, 361; 373, 
374. (Auffallend ift die Erwähnung Bu⸗ 
rian's von Gutenftein, der zum Podèbrad'⸗ 


Ichen Bunde zählte — vgl. Palacky a. a. O. 
.233 u. 244 — zu Nürnberg Übrigens 
ſchon früher in freundlichen Beziehungen 
geftanden hatte; |. ©. 60 dieſes Bandes.) 
5. Haller’8 Brief, der dieſe Meldung 
enthielt, war vom 18. Mai aus Königs- 
wart datirt. - Es muß überraichen, daß 
man um bdiefe Zeit, da ber Kampf ber 
Parteien eben erft begonnen hatte (vgl. 
Palady a. a. O. ©. 232 u. 234), ſchon 
eine nahe Beendigung bes innern Krieges 
ins Auge faßte. Bon wen der Vorfchlag 
auegegengen ift, wird nicht gejagt, wahr- 
ſcheinſich Doch nur von einzelnen Gliedern 
des Strafonicer Bundes. 

6. Die betreffende Stelle des vom 
26. Mai datirten Rathsſchreibens an 
Haller (Bıfb. Nr. 20, Bl. 313 — 315) 
lautet: ‘Item von des ftuds wegen: jo 
die verfampnung bes hergugs in Behm 
ennde neme, ob wir dann berjelben gar 
oder ein teyl herauß zu uns zu fürn be- 
gerten, wie ir euch Darinne halten und 
was wir in darumb tün wolten ꝛc. alſo 
jein wir uf daſſelb ftud nit bedacht, ſun— 
der wir bejorgen, das uns ſollichs zu coft- 
lic) und zu jwer und doch, ob wir barein 
giengen, nicht fo fruchtper wer als dann 
unfer notdurft heiſcht; darumb wollet 
daffelb ſtuk auch alſo rwen laflen’. 





474 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


gen Ende des Kriege, nachdem vie Kämpfe in Böhmen durch ven Wilfteiner 

Bertrag (11. Juni 1450) zum Stillftanp gebracht worden waren", im In: 

tereffe der Städter zu Felde gezogen?. Paulus Haller kehrte von feiner 

Geſandtſchaft erft einige Zeit nach Abfchluß des Friedens m die Heimat) 
5 zurüd®. 

Von den Herrn des Podebrad'ſchen Bundes, die Tehbebriefe nad 
Nürnberg fandten, führt das gr. A. außer Podebrad felbft* zumächft die 
ſchon genannten Zdenek von Sternberg, Johann Zajimad von Kunſtat 
(einen Vetter Podebrad's), ven Ritter Johann von Rauſinow (Raſchinau)!, 


10 Hauptmann des Czaslauer Kreifes, ſowie Alefch und Peter von Sternberg 


anf. Andere Herrn und Ritter, weldhe (A*, Bf. 139) unter der lieber 
ſchrift Beheim' zufammengeftellt find, geben fich bei näherer Betrachtung 
der Namen als Mähren zu erkennen, die fi) dem Podebrad'ſchen Bunde 
angejchloffen hatten, voran: Protzko von Kunftat, gefeflen auf Bozkowitz, 

15 der “auf diße vier nach benenten mit namen: Zenko, Hanns, Jörg und Se 
ralt von Moßnaw' des Markgrafen Albrecht Helfer wurde. Weiter folgen: 
Martin von 3’Trabenig®, Wilhelm von z’Lomeingel”; Watzlabek von 
z' Ladnicku, Sſaſſewsky z' Nehodina; Martin 3’ Blanfla; Filgerz 3’ Elenche 
doln von Grünemtal; Kozel Bock z' Litzlawitz, Triſtram z'Litzburgu; Girjzick 

. 20 Wilſs, Jorgel z' Ribnicka, Criſtoffer z' Caſtitz, Watzlabeck z' Sokolnika, Jand 
z' Sokolnika; Hanns z' Grthintze, Hanns z' Zlodtenicka; Ondruſs z' Mer 
dowa, Ian z' Wiſſokeho; Watzlaw z' Hoſtowlicz'. Endlich wird gegen Ende 
des ganzen Verzeichniſſes (At, Bl. 158) Ptibik von Klenau mit denen, 
die ‘von feinen wegen’ entfagten, angeführt ; leßtere waren: 

25 Natel von Ianawig zu Payered, Dyflawe und Wilhalm von Stre 
pi, Protilba Buchwal vom Burglaz, Wilhelm von Schacheram der elter, 
Ian vom Weflele, Habart von Radoma, San von Kodaw, Pzrenko von Je 
nabig zu Payereck; Otick und Ginderſich gepruder von Gladrobetz, Ian von 
Helmtznowa, Yan von Teſnitz, Micolas von Petrowitz, Stach von Ober, 

30 Heintz Heweraus, Diettrich von Eihotto®, Busko vom Broſtibers, Rawſs von 
Czeminng, Miculaſs von Lamnitz, Ian von Haradiſſe, Cnues von Lanich, 
Dywyſs von Teynntz, Jan von Holot, Jan und Wilhalm von Lub' nebſt 
einigen Knechten (mit deutſchen Namen). 


1. Bgl. Palacky a. a. O. ©. 239. irrig ‘Ian von Briſchaw'; vgl. oben ©. 
2. Vgl. oben ©. 230 u. 339. 472, A. 4 und Palady a. a. O. 8. 
3. Briefb. Nr. 21, Bl. 41. 4. 157. 
4. Er heißt bier (As, Bl. 138) wie 6. Wohl ein Trawnit. 
oben 147, 1 bloß Girzicko von Cuuſtat, 7. Wilhelm von gomegigel; . ui 
herr Mu Bodiebrad’. Canbiaf cud. Brunn. lib. XI, p.3 
5. Im gr. A. (A*, BI. 1354) fteht . Sollte wohl —5 — heißen. 





Beilage IL. 475 


XII. 


Die öfterreichifhen Lanpherrn und Graf Ulrid von 
Cilly mit feinen Anhängern. 


Die Grafen, Herrn und Ritter, weldhe im deutſchen Südoſten ſich dent 
5 Markgrafen und der Fürſtenpartei anfchloffen, dürften dabei nur in gerin- 
gem Grade dur ihre Beziehungen zu Herzog Albrecht von Oeſterreich be- 
flimmt worden fein, wie denn auch ein Theil derſelben ſchon viel früher als 
dieſer, der andere, ficherlich nicht von ohngefähr!, erft gleichzeitig mit den An⸗ 
hängern Bodesrad’s in Böhmen und Mähren entfagte. Eher machte fich fchon 
10 ein gewiffer Gegenfag zu König Frieverich bemerklich und gewiß ift es nicht 
zufällig, daß wir hier bereits die Häupter des öfterreichifchen Aufftandes von 
1452 vereinigt finden?. Nach dieſen — Ulrich Eizinger und dem genann= 
ten Grafen von Cilly — fonvern fi jene, welche aus den unter König 
Friederich's Verwaltung ftehenden Ländern den Nürnbergern Feindſchaft 
15 anfündigten, m zwei Gruppen. 


Eizinger’s Genofjen — nad) dem kl. A. verR.B (B?, Bl. 82°) haben 
76 Ritter und Knechte mit ihm entfagt — gehören zumeift den öfterreichiich- 
mährifhen Gränzgebieten an?, wo die Hauptbefigungen viefes Edelherrn 
lagen und wo er auch fpäter feme erſten Verbindungen anfnüpfte*. Einen 
20 Tag vor jenen des Podebrad'ſchen Bundes, am.17. Mai 1450, find ihre 
fänmtlien Fehvebriefe in Nürnberg übergeben worben. 
Nach dem gr. A. (At, BI. 139) entfagten Ulrich Eizinger's wegen 
zuvörderſt die Folgenden: 
Pangratz Albartsped, Hanns Stochheymer, Criſtoff Stoytzendorfferꝰ, 
25 Wolfgang Matzendorffer, Jorg Kodt, Litzko Herdko, Stibar von Deſnitz, 


3. Im gr. A. werden fie am Rande 


1. Der Zuſammenhang liegt in den 
ſogar ſchlechtweg als Merhern' bezeich⸗ 


Beziehungen beider yum mäbrifchen Abel. 
Später haben ſich die Parteien bier an- net 


ders grutppirt: Eizinger fand beim öfter- 

reichiſchen Aufftand von 1452 nur in den 

Reihen der Stralonicer Bundesgenoffen ; 

Sg Palacky, Geſch. von Böhm. IV, 1, 
. 303, 304. 

2. In jenen Wirren ſehen wir hin⸗ 
wieder mehrere der vorzüglichſten Glieder 
der Fürftenpartei — voran Markgraf Al- 
brecht — als Vermittler auftreten. Vgl. 
Ehmel, Beitr. zur Geſch. K. Ladislaus in 
d. Sitzungsber. d. phil.-hiſt. Claſſe d. 
Bien. Akad. d. Wiſſ. XXVII, ©. 475 ij. 


4. ®gl. das im I. Bande des Arch, 
f. Kde öfterr. Geſch.qu. von Chmel aus⸗ 
zugsweiſe veröff. ee Diploma- 
tar und ebenbefjelben Geh. 8. Fried. 
Bd. II, ©. 640, 641. 

5. Diefer erfheint häufig als Zeuge 
in Eizinger’fchen Urkk. und bat, wie ber 
vorher genannte, den Bunbesbrief vom 
19. Dechr. 1451 mit unterzeichnet. Vgl. 
d. ang. Eizing. Dipl. u. Chmel, Geld. 
Fried. Bd. IL ©. 643,4. 1. 


476 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Wolfgang Trebinger, Wilhelm Iundher, Hanns Rodolfinger, Wolfhart 
Moßheymer, Iorg Tallinger, Steffan Kelheimer, Hanns Zaler, Ulrich Hazl, 
Hanns Degenhart, Jörg Koberger, Jorg von Laſdorff, Mare Steyrer, Hein 
rich Zwenger, Nyclaß Furft, Hanns Scheydenholczer, Niclas Winter, Sand 

5 Heinod, Andre Mayröperger von Purtebach, Peter von Straßnitz! mit 

fampt iren dienern und heiffern’. | 
Ferner folgen: Jann von Muſchnaw?, gefeflen auff Yuchenlaw; 
Beithenig von Muſchenaw und von Coding’. | 
“Stephan von Cappeln gefeflen auff Scharffenegk; Meattigas von Kart 
10 ſcha, Niccolaz von Karttiche, Andres von Tichende, Thomas von Tichend, 
Sigmund Mofheymer, Eriftoff Schober, Laſla von Trentſch'. 
Wilhelm von Madruſch, Albrecht vom Perg, Hanns Vorfter, Cafpır 
Bayr mit jampt allen iren dinern und helffern’. _ 
Symon Eytzinger von Eytzingen; Jacob Sedra, Wolfgang Lader, 
15 Jacob Bergfheimer, Hanns Sibenlinder, Caſpar von Haſlach, Hanns Stodel 
von Rattach, Heinrich Yautinger, Linhart Awnpeckh, Wentzla Bichtenawer'. 
‘Yan von Bozkawitz, Czrnahora'. 
Abt? von Muſchnaw und Godinge mit ſampt allen feinen dinern und 
helffern'. 

20 Hanns von Ach mit ſampt allen ſeinen dinern und helffern'. 
Jorzick von Muſchnaw und von Teintz mit feinen dinern und helffern. 
Altman Eytzinger von Korenberg, pfleger zum Newnheuflin’®; mit 6 

. andern. 

Laßla von Kappeln zu Scharffenek' mit feinen (namentlich aufgeführ⸗ 

25 ten) Dienern. " 

“Karl von Blaffim, hauptman auf der Luttam’®. 
Watzla von Mufchename und von Horfau mit jampt jeinen dinem 
und helffern’. 


Am 21. September 1449 war der Fehdebrief des Grafen Ulrich von 
30 Cilly dem Rath zu Nürnberg überantwortet worden, welcher fchon zwei Tage 


1. Obne Zweifel der mährifche Evel- 3. Johann von Boskowie und &r- 
herr ‘Peter de Crawarn alias de Straz- nahora. 
nicz’, wie er 3.3. in der Mähr. Landtaf. 4. Könnte auch ‘Alt’ (Altmann ?) ge 
cud. Olom. lib. VIII, p. 293 heißt. lejen werben. 

2. Chmel, Reg. Frid. I, Wr. 11 5. Ohne Zmeifel Neubäufel in Mähren, 
lautet der Name “Mofsnaw’. ‘Buchen- 6. Luttau liegt in der Gegend, M 


law’ ift Buchlau (im heutigen Hradiſcher bie Gränzen Böhmens, Oeſterreichs umd 
Kreife Mährens); und Goding': Göding Mährens zufammentreffen, öſtlich von 
a. d. March. Wittingau. 


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Beilage II. , 477 


darauf ausführliche Rechtsdeduetionen an ihn und feinen Vater, ven alten 
Grafen Friederich von Eilly, abgehen ließ und dabet die Hoffnung ausſprach, 
Ulrich) werde, wenn er den wahren Hergang der Dinge erfahre, ſölliche vehde 


und veuntichaft” ‚gegen die Stadt und ihre Helfer gnediclich abftellen und 


wider abtun', und Friederich feinen Sohn hiezu gnedielich und günſticlich 
unterweifen und vermugen’. Der ftäbtifche Geſandte am Hofe König Frie— 
derich's, Niklas Muffel, jollte die Schriftftüde übergeben und feinerfeitd den 
Verſuch machen, den König zu einem Dazwifchentreten in dieſer Sache zu 
veranlaffen?!. Legterer hat in der That ein energifches Schreiben zu Gunften 
der Nürnberger an den Grafen gerichtet, worin er die Fehde des Marfgra- 
fen als eine völlig unberechtigte darftellt und Ulrich's Theilnahme an ver- 
felben fchon wegen feiner Stellung zu ihm, dem Könige, und feinem Haufe 
als durchaus unziemlich bezeichnet, ſchließlich ihn ernftlich ermahnt, ohne 
Verzug davon abzulaffen und die in feinen, des Königs, Landen den Nürn- 
bergern zugeficherte Freiheit des Handels und Wandels in feiner Weife zu 
ftören®. 

Gleichwohl blieben dieſe Verſuche, ven Grafen von Eilly von der Par: 
temahme für den Markgrafen abzuziehen, ebenfo wie ein fpäterer®, völlig 
erfolglos, vielmehr waren dem Fehdebriefe Ulrich’8 auch noch die feiner 
Verbündeten und vorzüglichften Untergebenen nachgefolgt. Diefelben gehö- 
ren theilmeife dem crostifchen Machtgebiete der Eilly an. 

Boran die Örafen Ladislaus von St. Georg und Pöſing und 
Nikolaus von Blagay, dann (gr. A. At, Bl. 158): “Herr Bernhart von 
Gryburg, ritter, marſchalk des von Cily; Wulfing von Flednitz, hofmeifter ; 
Wolfgang Eher, hauptman der grafichaft in der Metling*; Jann Witto- 


1. Briefb. Nr. 20, 81. 173 u. 174; 
das Schreiben an Muffel vom 25. Sep- 
temb. Bl. 174—176. 

2. Das intereffante Schreiben d. d. 
Neuftadt 2. Novemb. 1449, welches weit 
entſchiedener im Tone ift, als anbere bie 
Reichsangelegenheiten betreffende Alten- 
ſtücke Sriederich’8 aus dieſer Zeit liegt uns 
in einer, ohne Zmeifel von Graf Ulrich 
an den Markgrafen gefandten, gleichgeiti- 
gen Copie im Fasc. 377 des Bamb. N. 

r. 89 vor. Der König betont, wie bie 
Nürnberger jelbft: wereſtu gelegenhait 
derſelben fachen recht underricht geweſen, 
du hetteſt ſolhs nicht getan'. Gegen ſein 
königliches Gebot und das Anerbieten der 
Nürnberger “im vor unſer rechtens zejein’ 
babe Albrecht ben Krieg begonnen. Mit 
voller Schärfe hebt endlich Friederich her⸗ 


vor: ‘e8 fugt fich auch nicht, daz bu in 
jolher veintichafft gegen in fleeft oder daz 
ſy von den unjern oder aus unjerm bof 
und lannden oder darinn folten beſchedigt 
werben, nachdem du unfer furft, rat und 
dienner bift und die von Nuremberg uns 
und dem reych auch zugehoren’. 

3. Der Rath fandte, nachdem feine 
eriten Briefe an die beiden Grafen unbe- 
antwortet geblieben waren, am 12. De- 
cember abermals Schreiben ähnlichen In⸗ 
halte an diejelben ab; a. Brfb., BI. 274, 

75. 


4. Die Grafihaft Möttling, an ber 
eroatifchen Gränze gelegen, zählte als ein 
befonberes Gebiet zu Krain. Vgl. Mit- 
theil. des hift. Ber. f. Krain, 1846, ©. 41 
und 1856, ©. 35. 














478 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


weg, hauptman in winvifchen Landen!; Fridrich, Caspar u. Hanns Lam⸗ 
berger, gepruder. 
An die Spige der zweiten Gruppe von Entfagenden, melde dem Bei- 
fpiele Graf Ulrich's von Cilly folgten, deren Fehdebriefe aber erft am 3. Ye 
5 bruar des J. 1450 in Nürnberg anilangten, ftellt das El. A. der R. B den 
„Derzog von Limbach“ (vgl. oben ©. 144, U. 3) und die Grafen von 
Trangipan?. Mit ihnen erfcheinen (gr. A. A*, BI. 159): “her Hanns 
von Sataſchky; Engelhart von Awröperg, obrifter camrer in Ckrayn und an 
der Margk; Nycklas burggraff zu Lung® und zum Lug; Nicklas von Siger⸗ 
10 berg; Peter von Newnhauſe'. 


Daß Markgraf Albrecht von Brandenburg auch in dieſen Gegenden 
unmittelbar ſich „Helfer“ zu gewinnen ſuchte, zeigt uns die abſchlägige Ant 
wort, welche der oberfte Marſchall in Steiermark, Graf Johann von 
Schaumberg, bei dem die Rückſicht auf den König, als einen “mittler’ und 

15 *undertaidinger in den ſachen' fehwerer wog als bei Ulrich von Cilly, auf 
Albrecht's Bitte, ihm feinen “abfagbrief wider die ftete’ zu ſenden, ertheilte‘. 


Einzelne Bürger auf Seite ver Fürften. 


Wie ſchon angebeutet fehlt es nicht an Beweifen, daß einzelne Bürger 

auch aus unabhängigen oder folhen Kommunen, welche einem gegen die 
20 Städte nicht feindlich gefinnten Fürften zuftanden, over daß einzelne Glieder 
von Geſchlechtern, deren Urfprung oder deren Traditionen und Verbindungen 
doch vorzugsweiſe im bürgerlichen Leben wurzelten, auf die Seite der ir: 
ften und des Adels traten, nicht felten ihre Theilnahme für die Sache det 
letztern auch in perfönlichem Kampfe befundenn. Es waren nicht minder 
25 die vielverfchlungenen Lehensverhältniſſe, als Streitigkeiten örtlichen und 
privaten Urfprungs, welche diefe Erſcheinung veranlaßten und erklären. 
Einzelne mag auch nur die Fehdeluſt getrieben, der Sold gelodt haben. Di 
dürfte 3. B., theilweiſe wenigften®, von den Angehörigen rheinifcher und 


1. Der in den auf ben Abgang bes Lund’ im kl. A. ber R. B, Öl. 
Cilly ſchen Haufe folgenden Wirren viel- 82, "har A“. Es iſt ein SU 
genannte Jan Witowecz ; vgl. über feine Lienz im Pußerthale) ß oa. 3 ef, 
Herkunft Die Chron. d. Grf. v. Eilly bei der, Tirol u. 


Hahn, coll. mon. II, p. 746. für e J. S. So, io. 
2. Bgl. oben ©. 146, 9 ff. — Im 4. Fasc. 377 8. Bamb. Ard. Hr. 
r. A. i «ber Hanne, herezog zu 118. Bat. oben ©. 373, X. 10, wo and 


imbad nd graff zu der Enfnendurg’ noch einer Werbung Abret’s an einen 

nebft Sigmund und Doimo von Fran- ſchleſiſchen Herzog Gedadıt ift, Die aut 
gipan abgefondert gegen Ende des Ber- demſelben Grunde ebenfalls reinitatiot 
zeichnifjes (A*, BI. 160) aufgeführt. blieb. 





Beilage DI. 


479 


ſchweizeriſcher Reichsſtäͤdte, denen wir unter dem Anhange ver Markgrafen 
von Baden begegnen, gelten. Es werden Reymbolt Zorn’ (aus patriciſchem 
Geſchlechte) von Strasburg, Sengerhanne von Bafel, Hanns Bieler von 
Coſtencz, Hanns Heiden von Zell, Hanns Gogel von Züri”? u. A. ge 
snannt®. Wenn wir ferner in dieſer oberrheinifchen Gruppe auch “Hanns 
Zeufel von Onelczpach' und Fricz Hubenſmid von Nüremberg’ aufgeführt 
fehen, fo find vieß ohne Zweifel fahrende Söldner gewefen. Dagegen war 
es in Wirzburg der Fall, daß einer im Namen feines ganzen Gefchlechtes 
ver Stadt Nürnberg Fehde anfünbigte?. Und auch aus viefer ſelbſt find 
10 nicht bloß einzelne um Sold dienende Knechte dem Feinde zugezogen. Bon 
hervorragenden ftäbtifchen Gefchlechtern wiflen wir, daß fie ganz ober theil- 
weife ſich dem Markgrafen zumwandten *, fo die Brünfter”, welche vor mehr 
als zweihundert Jahren vom Lande in die Stadt gezogen waren, während 
freilich) auch fpäter nur emzelne Glieder des Gefchlechtes Aufnahme in deren 
15 Bürgerredit fuchten und fanvden®. Merkwürbiger und interefjanter ift die 
Stellung eine® andern Haufes, auf die wir zum Schiuffe noch näher einge- 


ben wollen. 


Das in Nürnberg raſch zu hoben Ehren emporgeftiegene Gejchlecht der 
Rummel zeigt ſich im Kriege auf's tieffte gefpalten. Herr Franz Rummel, 
20 von Raifer Sigmund in Rom zum Ritter gefhlagen (ogl. Br. I, 5.387), 
Befiger ver Befte Lichtenau und, ohne mit der Berwaltung ftehender Aemter 
betraut, ohne Mitglied des Raths zu fein”, Doch eimer der einflußreichiten 
Bürger der Stadt, trat olme Rüdhalt auf Seite der letern in den Kampf 
ein. Wie das Rathsmanual von 1449 an zahlreichen Stellen darthut, wird 
35 in den wichtigſten Kriegsangelegenheiten fein Rath eingeholt oder feine Thä- 
tigfeit in Anfprudy genommen®. In der Schlacht von Billenreut erfcheint 
er als einer der Hauptanführer des Stadtheeres. Mit ihm kampfte dort 


auch Lorenz Rummel®. 


Anders einer feiner „näcftgebornen Freunde“: Ulric Rummel, der, 
so obwohl gleichfalls Bürger Nürnberg's und Mitglied des größeren Rathes '9, 


— d ‚Hann Han; ennmer von Zärd, 
gejefien zu Bayrbtorff” begegnet unter de⸗ 
nen, die unmittelbar Markgraf Albrecht's 
wegen entjagten. 

2. Es paßt gut zu Diefer Erſcheinung, 
was Eifhart Arkt (Quell. u. Erört.) 
S. 170 über die damalige Politif der 
rheinischen Städte jagt, umb über die An- 
ſchauungen, von denen er jelbft das befte 
au ablegt. Vgl. auch Roth von 

hredenftein, das Patriziat in d. deut. 
Städt. S. 330, 331. 

3. ‘Hanns Teufel von Wyrtzpurg ift 
der von Nüremberg von feinen und aller 
Tewfel wegen veind worben’ (gr. A. A, 
D1.138°). 

4. Auf die Sleichheit ber Namen ift 
bier freilich nicht immer zu bauen. Wir 


heben nur die Fälle hervor, wo der That- 
befand unzweifelhaft ift. 

5. Siehe oben ©. 169, 9. 1; 260, 
10,9. 10. 

6. Vgl. U. Stromer im 1. Bde der 
Nbg. Chr. ©. 97, 98. 

7. Sein gleichnamiger Sohn war im 
3,1449 jüngerer Bärgermeifter, aber zur 
Zeit als die „Frag“ an ihn kam (Sep- 
tember), wahrſcheinlich aus Furcht wor 
dem „Sterb“, abweſend. Der Rath for- 
derte ihn mit ernftlichen Worten zur Rüd- 
lehr aut (Briefb. Nr. 20, Bl. 163 n. 
194. 


8. Vgl. oben ©. 245, 4. 3. 

9. Bgl. Beil. IH. 

10. Letsteres bezeugt das Rathsſchreiben 
an den Carbinal von St. Angelo im 
Brfb. Nr. 19, Bl. 2206. 





480 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


über ven Verkauf feines Schloffes Malmsbach mit der Stadt zerfallen war. 
Diefes, ein marfgräfliches Lehen, hatte der Rath, nachdem fich bei der beat: 
fichtigten Veräußerung Irrungen ergeben hatten, um 1000 Guld. rhein. 
Landeswährung vorläufig jelbft übernehmen wollen. Der Maarkgraf ſollte 
5 800 Guld. erhalten, auf daß er die behawſung mit aller zugehörung leyhen 
fölt, wen die der rate zu Nüremberg zu emphahen gönnen wurde’ und ließ 
ſich anfänglich in der That Dazu geneigt finden. Ulrich Rummel aber, von 
Malmsbach zu perfönliher Verhandlung in die Stadt gerufen, machte 
Schwierigkeiten. Es fam (16. u. 17. Juli 1448) zu lebhaften Erörterun: 
10 gen, welche der Rath durch Berthold Volkamer (fpäter Berthold Pfinting) 
und Ulrich Hegnin mit ihm führte, während ihm anfangs feine Verwandten 
Franz Rummel und Ulrich Haller dabei zur Seite flanden, die er jevod 
ſpäter nicht mer vermocht, bey im zu fteen’. Als man ihn zum legten Mal 
vorgeforvert hatte, ließ ihn der Rath erinnern: daz er vor einen eyde zu got 
15 und den hailigen geſworn bett, feinen leib noch fein gut von hynnen nicht zu 
verruden noch zu verendern denn mit des rats zu Nüremberg willen und 
wort’, und ihm anfündigen, daß man ihm ferner nicht geftatten fünne, außer: 
halb Nürnberg’s zu verweilen. Er mußte in die Hände des Bürgermeifters 
Peter Mendel d. 3. geloben, dem nachzukommen, iſt aber dennoch gleid 
20 darauf “on des rats lawb von hynnen geczogen, aufßgetretten und ungehor 
ſam worden’. Er begab fich zu feinem Schwager Georg Klack, dem mark 
gräflichen Amtmann zu Tann (Burgthann)'. Der Zwieſpalt war nun, ob 
wohl dur Franz Rummel und Ulrid Haller noch Unterhbandlungen fort 
‚geführt wurden, nicht mehr auszugleichen und felbft Die Verwendung des 
‘25 Cardinals und Yegaten 3. de Sarvajal konnte ven Rath für den treuloſen 
Bürger nicht günftiger ftimmen. Er möge es, antwortete man? dem Carte 
nal, pro nulla displicencia gerere. „si transgressionis enormia, quibus 
ipse nos et rem nostram publicam, que eciam non modica reputamus, 
offendere non formidauit, ad presens sibi non indulgemus.... Rum 
so mel aber juchte feine Ausgleichung weiter, ſondern hat auf den Rath feine? 
Schwagers Malmsbach dem Markgrafen Albrecht “über und enngeben’?. 
Diefe Angelegenheit fam dann auch bei den Verhandlungen des Bamberger 
Tages vom Juni 1449 zur Spradye, wo Dr. Knorr ven Nürnbergern vor⸗ 
warf, fie ließen umb das ſloſs Tann halten und ftraiffen’, fo daß nicht ein: 
35 mal Klack felbft, auf ven fie einen beſondern Haß geworfen, vor ihnen aufer 
Far und forgen’ fei. Die Rathsboten beftritten letzteres, obwohl ſich jener 
Anıtmann fortwährend der Statt feindlich bewiefen habe; in Bezug af 
Rummel aber erflärten fie, er wäre ihr ‘gelobter, gefworner und barüber 
ungeurlawbter, aufgetrettner und ungehorfamer burger’, ihm nachzuftellen 
40 und ihn zu ftrafen, das, fagten fie, weren wir unfjelb8 von andrer ber un⸗ 
jern wegen wol ſchuldig' und die Berechtigung auf ihre Beſchädiger und 
Feinde „halten und ftreifen“ zu laſſen, hätten ihre Eltern von dem hailigen 


1. Das BVorftehende ift einem aus- 2. Im oben ©. 479, %. 10 angel 
führlichen Bericht Über dieſe Verhandlun- Schreiben. 
en im Rathsbuch von 1441— 1461 (Nbg. 3. Rathsbuch a. a. O. 
Nr. 952),81.206—208b entnommen. 





Beilage II. 481 


reyche lenger denn yemants gedenckt alfo herbradht'. Daran würden fie fich 
nicht irren laffen “und teten daran recht'!. Es war dann gewiß nicht zu= 
fällig, daß nach Ausbruch der Feindſeligkeiten der erfte Kriegszug der Nüru- 
berger (3. Juli 1449) nad) Malmsbach gerichtet war und mit deſſen Zer- 
ftörung endete?. Während wir Ulrich Rummel fortan in den Reihen ver 
Feinde fechten jehen (auch er nahm Theil am Kampfe bei Billenreut; vgl. 
oben 208; 11) verfagte man am 20. Auguft (und abermals am 1. Septbr.) 
1449 jeiner Gattin das Geleit in die Stadt und Tieß gleichzeitig “all fein 
hab hie von rats wegen in verpott legen und verkümmern und befchreiben’ ?. 
Nah Abſchluß des Friedens fuchte der treuloje Bürger wieder Aufnahme in 
die Stadt zu erlangen, welche ihm des Rath wie e8 feheint nicht verweigerte. 
Aber aus ver Reihe der Genannten wurde er getilgt und mußte außerdem 
auf 4 Wochen “in ein verfpert cemerlein’ und andere 4 Wochen ‘uf ein ver- 
thurn’ gehen, d. h. in leichterem und ſchwererem Gefängniß Die angegebene 


- Zeit hindurch feine Strafe abbüßen *. 


Noch ein anderer Rummel: Hans zeigt fid) als Gegner der Stadt, de— 
ren Bürger er übrigens nicht war, obwohl er in verjelben wohnte. Es war 
ebenfall8 auf vem erſten Bamberger Tage, als Dr. Knorr fih im Namen 
des Markgrafen beflagte, die Nürnberger hätten den Hans Rummel 'in des 
biſchoffs won. Eyſtet hofe zu Nuremberg’ gebroht, ihn mit Weib und Kind 
aus der Stadt zu vertreiben, wenn ex darauf beftehe, einen ihrer Bürger 
vor dem LTandgerichte zu Recht fordern zu wollen. Die Freiheiten der Stadt 
hatte man in Nürnberg dadurch beeinträchtigt geſehen. Wenn er, ließ der 
Kath Hans Rummel fagen, von feiner Vorladung nicht abftehe, ‘fo were 
ung nicht fuͤklich, daz er mitſampt fernem weibe und finden daruber in unſrer 
ftat wonen ſölt'ꝰ. Er verließ viefelbe and, wirklich; am 31. Juli (1449) 
befahl man feiner Frau, die noch in Nürnberg verweilte, fie folle fi ‘von 
hynnen fugen zu irem mann’. Des letteren Befttthümer in der Stadt ſchei— 
nen wie jene Ulrich Rummel's mit Beichlag belegt worden zu fein, denn 
nur was “ir in ſunderheit und iven findlein zuftet”, ließ man am 2. Auguft 
jeimer Frau verabfolgen ®. 


1. Relat.bd. 484, BI. 1495, 150. 4. U. Rathsbuch BI. 214. 

Fi a N y Zagen. 5. Relat.bd. 484, Bl. 145° u. 146%. 
Beter Mendel d. J. von einem Schrei⸗ Vgl. Beilage J, S. 366, 367. 
ber und Büttel begleitet, ſollte den letztern 6. Raths⸗Man. zu den ang. Tagen. 
Beſchluß zur Ausführung bringen. 


Städtechroniken. 11. 31 


III. 


Die Berichte über die Schlacht bei Pillenreut. 
(11. März 1450.) ' 

Ueber den „Streit am Weiher“, wie das in Rede ftehende Gefecht in 
5 der Schilderung heißt, welche in Reihe A fid an der betreffenden Stelle des 
Kriegsberichtes eingefchaltet findet?, find verjchievene Berichte erhalten, die 
bier mitgetheilt werden follen. Zunächſt der eben erft bezeichnete, über wel: 
hen die allgemeine Einleitung zu diefem, Bande und jene zum Kriegsberidte 
zu vergleichen ift. Ferner zwei von Nürnberg ausgegangene Schreiben, wer - 
10 von das erftere von einem der Hauptanführer im Kampfe, dem Rathsgliede 
Jobſt Tegel herrührt und vom Tage der Schlacht datirt ift, Das ambere die 
Beridhterftattung des Rathes an die befreundeten Städte enthält. Endlich 
zwei Briefe des Markgrafen Albrecht, einer bald nad) den Ereigniffe? an 
den Markgrafen Jakob von Baden gerichtet, der legte, welcher fich zunädit 
18 auf die Haltung des Grafen Sigmund von Gleichen bezieht, acht Iahre Ip: 

ter an den Kurfürften von Sachſen gefchrieben. 

Bei der Mittheilung diefer Schlachtberichte find noch die poetifchen Ber: 
herrlichungen des Gefechtes zu erwähnen. Dieſe find: eine längere Stelle V. 
105 —140) aus Rofenplüt’8 Gedicht: Von Nürmberger rayß', zulett heraus: 

20 gegeben von Lochner (Nbg. Gynmaſialprogr. 1849); ferner zwei gleichzeitige, 
wahrſcheinlich in Nürnberg verfußte Lieder, herausgegeben von K. Bartſch in 
Pfeiffer’8 Germania Bo. IV, ©. 361—370. Das erfte war fchon früher 
gedrudt in Büttner’s Franconia Bd. II, S. 19 — 23, in v. Hormayr's 
Taſchenbuch, Iahrgang 1837, ©. 213 — 215, endlich nach letzterem bei 

1. Bemerkung des Herausgebers: bie 3. Der Brief ift nicht batirt, bie Zeit 
Noten zu diefer Beilage find, wo es nicht feiner Abfaffung (Anfang April 1450) 
anders bemerkt ift, voonHermDr.v. Kern läßt fich jedoch aus feinem fonftigen In 


verfaßt. H. halte beftimmen. 
2. Vgl. oben S. 95, 96. 


or 


10 


u 
[+2 j 


* 
© 


Beilage III. 483 


Soltau, hift. Volkslied. ©. 127—130. — Ans diefen Gedichten geht fein 
Meoment hervor, welches ung nicht aus den vorliegenden Berichten befannt 
würde. Die Färbung derfelben ift, ihrem Entftehungsorte entfprechenp, 
ftarf polemifch gegen den Markgrafen und die Seinigen. 


Außer den Schlachtberichten folgt dann noch das Verzeihnig der Ge— 


fangenen nach dem officiellen Gefangenenbuche im Nürnberger Archiv, das, 
wie ſchon oben ©. 205, X. 1 ausgeführt wurde, von den auch unter einan- 
der abweichenden Aufzählungen der Revactionen A und B wiederum ver- 


ſchieden ift. 


1. 
Schlachtbericht der Reihe A. 


Don dem flreit bei dem weier. 


ſBi. 152°] Item es geſchahe am mittwoch vor mittervaften, an ſant Gregör— 
gen tag abent, an fant Gumberten tag, als man zalt von Criſtus gepurt 
1400 und in dem fünfezigiften jaren, daz fid) het geſammet ver hohgeborn 
fürft marggraff Albrecht von Branburg mit vil grefen, herren, rittern und 
fnechten, und zoh von einer ftat auß, genant Swabach, mit 550 gereifigen 
und mit vil fußoold, und er begund ein bottjihaft thun der wirding ftat 
Nürmberg, wie er wer fiſchen den weir Küngßbruck, Rittenpüel *, der ir wer, 
der von Nürmberg; und er begert von in, daz fie im der viſch hulfen vohen 
und die eßen; auch folten fie wißen, daz er ir aldo wolt warten. 
Noch folder botfchaft begund die edel ftat Nürmberg ratt zu haben, die 
erbern und weiſen des raß zu den zeiten, die mit namen bie bejchriben ften: 
herr Ulrich [152°] Haller, herr Karl Holezſchuher, herr Bertholt Volckmer, 


12. Die Ueberfchrift in a?: Vonn dem ftreitt bey dem weiher aigentlich und warhafftigklich 
befchriben von mir Erhart Schurftab in grofer haimligkeit, und ift niemant zu wiſſen 
worden, van allein ven elltern hern des rathß zu Nurennberg‘. In A? iſt ver Abfchnitt 
Bon dem ftreit bei dem weier’ und der daranf folgende Theil des Kriegsberichts (bis zum 
26. Mai) von einer andern Hand mit größeren Echriftzügen gefchrieben. 14. Das erfte ‘tag’ 
in A auerabiert. "anf. Gumb.tag’ in A fpäter eingefchaltet. 16. Brandburg A!. u. Brans 


nenburg R.a. 19. und thet ein botjchaft ver ftat (werben flat a?) Nürmb. R. a. wie 
er wolt R.a. Küngßburg 42. 4°. Kunigeprud und — R. a. den Runigsweirpey 
Ritenpuühel «. Ritterpeyeln 42. 20. "vie viſch' alle außer A. 42. 23. begunden vie er⸗ 


barn herrn von Nürmbg. rath zu haben und waren vie hernach geſchriben R.a. Zi. Vol⸗ 


ckamer A. Volckmair a. Volkumer «. Bolckman a?. 


1. In einer Urkunde der Pröpſtin der Weiffe fee’ aufgeführt. Reg. Boie. 
des Klofters Pillenreut vom 5. Auguft t. X (cont. VI), p. 312; vgl. 3.9. von 
1392, worin diejelbe zu Gunften des Ra⸗ Faldenftein, Antiq. Nordg. in d. Hoch- 


thes von Nürnberg gegen eine jährliche 
Abgabe von 5 Gulden oder eines entſpre⸗ 
chenden Aequivalents an Fiſchen auf alle 
Anſprüche an bie umliegenden Weiher 
verzichtet, werben als ſolche ‘die Künigs⸗ 
prud, her Reytenpühel, das Erleich und 


ſtift Eichſtädt (Eichſt. Hiſtorie) IL, p. 325, 
$ VI. Ueber ben erſten Erwerb ver Pil⸗ 
lenreuter Weiher von Seite des Nürnber- 
ger Raths vgl. Würfel, Geſch. d. Kloft. 
Pillenreut ©. 16. 


31* 


11. 
März. 





484 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


herr Erhart Schürftab, ver zu den zeiten was burgermaiſter!, herr Pertholt 
Pfinging, herr Hauns Koler, herr Jorg Haller, herr Beter Rietter, herr 
Ulrich Hegnen?, herr Eonrat Pawmgartner, herr Pertholt Tuchere: die 


begunden nad) irem rat fegen ein haubtman, den evelen herrn genant Keuf 


5 von Dlawen, dem fie ſölch potfehaft verfimten, als in dann ver fürft marg- 
graff Albrecht gethon het. 

Noch ſölcher verkündung warb der edel herr. von Blawen noch befelnis 
des vorgenanten herrn bürgermeifters Erhart Schürftahs und des rag die 
edelen und feiten, die denn zu den zeiten waren belfer der ftat, und die fold: 

so ner und vil der erbern von Nürmberg, und begund ſich zu ſchicken mit hit: 
cher ordnung, als hernach geſchriben ftet; wann noch fülcher botjchaft, jo der 
vorgenant fürft het getban, jo wolt die edel ftat Nürmberg fein bereit in zu 
bejtreiten, als er dann begert het und auch mit feinem großen jdhaven 
geichahe. 

15 Item zum erften da macht der evel herr von Blawen nach gehaif des 
rat der ftat Nürmberg ein geſchick, als fi dann gebürt zu einem ftreit. 

Item er fordert am erften den edeln und menlichen Haincz Czenger, 
daz er wer an der fpigen; und er folt zu im nemen den edeln Ulrich von 
Augspurg *, Niclad Grieß, Barkifalt Ezenger und Hector Peer auf die red 

20 ten feiten: die fünf hielten die jpig am erften glit. auch vordert der vorge 
nant herr von Blawen an daz ander glit der fpigen den erbern und men: 
lichen Eraſm Schürftab ven jungen, und der nam zu im die erbern Frank 
Pirkamer, Hanfen Imhoff, Steffen von Wirczburg auf vie Imden bant, und 
Gebhart Stör, Concz Pawmgartner, Niclas Topler auf die rechten hatt. 

25 aud) ward berüft [ar. 153") der edel und veft ritter herr Wernher von 
Pargberg? in daz dritt glit an die fpigen, und im ward bevolhen daz panier 
der evelen ftat Nurmberg; dem ward zugegeben vie erbern Jörg Erelbed, 
Song von Harttung, Wilhelm Schopper, Concz Eſchenloer, Cirkendörffer, 
Herdegen Holcezſchuher, Fricz Derrer, Walthafar Pömer, alfo daz ir waren 9. 

30 nachdem ward berüft der erber herr Sebolt Pfinging, der was hinter dem 


3. Ulr. Sernen 4%. Hegnein R. a. Gegner «. 7. fücher A. warb A. 10. begund' in 4 
undeutlich corrigirt. 16. nach geheyſen des rag und des hern Erharı Schurftubs burger 
meifters der flatt zu Nurmberg 4°. 18. er werd A. 19. Parcefal a. Parcifal a. Paro⸗ 
far a2. in A’ nach ‘auf fpäter eingefchaltet “linden und’, was in ver That zu feblen 
ſcheint, aber fhon früher. 23. lingen A®. 24. Jebhart A. 29. Pemer A?. A2. a?. 


1. Er hatte vom 18. Februar bie ſandtſchaftsreiſen, theils ſonſt abweſend 
17. März als älterer Bürgermeiſter Die waren, nicht einmal die Hälfte. Man vgl 
Geſchäftsleitung. Der bald nachher auf- die Ratheliften in Cod. 5052 bes gem. 
geführte Peter Rieter fungirte in dieſer Muſeums. 

„Frag“ als jüngerer Bürgermeifter. 4. Er war, wie ber folgende Nillas 

2. Es ſollte Ulman Hegnein beißen, Grieß, auch zur Zeit der Walbenfelfühen 
wie die verſchiedenen amtlichen Aufzeih- Fehde (1444) ſchon in näbtilchem Kriege 
nungen aus diefem Jahre barthun. bienfte; vgl. oben ©. 66 

Es find bier mit Webergehung ber "Er war Keichfhitheif in Nürn⸗ 
8 Sanbiverter und ber Alten Genannten berg und befand ſich im ſtehenden Solde 
nur Bürgermeiſter aufgeführt, aber auch der Stadt, deren Kriegsvolk er ſchon in 
von dieſen, deren mehrere geftorben ( (vgl. den Suffitenglgen befebti e. KL &. 
Ordnungen Nr. 64) ober theils auf Ge- W. F. v. Stromer,. Geh. d. Reicht⸗ 


Beilage III. 485 


panier mit 11 der erbern von Nürmberg, darnach der hauf. es ward beruft 
herr Francz Rumel, ritter, mit 14 der erbern von Nürmberg, die waren zu 
hinderft a hauffen, die hilten zuſammen ven haufen. alſo warb gefertigt 
viefer hauf. 

5 Ein ander hauf ward gemacht, daz waren die fchugen; der haubtman 
was genant Buttwig. in dem haufen waren vil der exbern von Kürmberg, 
mit namen: Ulman und Wilhalm Hegnen gebrüber, Teupolt Schürſtab ver 
junger, Endres Haller, Ludwig Pfinging und amber vil der erbern. in Die= 
jem haufen waren bei 150 gereifiger, und die ſolten ſein auf der rechten 

10 hant des haufen des paniers; des haufen mit dem pannier was bei 300 ge 
verfiger xx. 
Ein anber hauf ward gemacht, der waren bei 50 gereifigen, und des 
was ein haubtman ver edel und menlid, Conrat non Kawffungen; bei im 
warn die erbern Gabriel Tegel, Wilhalm Loffelholtz und mer erbere auf der 
15 edeln ftat Nürmberg. 
Alſo ward gefertigt der geraiſig zeug auß der flat zu dem ftreit ıc. 
Mem darnach warden gefertigt 60 wegen wol zugerüft zu einer wagen- 
va, und der mas haubtman Hanns von Rechenberg der alt und Ulrich 


20 em darnach macht der erber und menlich her Erhart Schürftab, bur- 
germeifter der voxgenanten ftat, daz geſchick des fußvolcks; mann er der was, 
der anf feiner großen Eunbeit, fo margraff Albrecht tett mit feinem hömut 
und bottſchaft die weir zu viſchen ꝛc. als wor berürt ift, wolt fein bereit, ven 
marggraven [ıss®} zu beftreiten und der flat eer und frumen zu bewarn. 

25 und ber vorgenant her Erhart Schürftab tett ein rede und vermanung den 
edelen und erbern, den burgern, den gereifigen und dem fußvolck mit ſölchen 
orten: 

„Lieben herrn und freunt, une ift funt geton, wie marhgraff Albrecht, 
unfer feint, und fein helfer treiben vil hohmutz und fein viſchen unjerr weir, 

30 und vermeinen mit folchen fachen uns zu fmehen, daz ums faſt unerlich wer. 
darumb lieben herrn und freunt x. als fid) gepüret tut al8 frum piverleut 
und fecht an unſer und ewr aller eer und nutz und thut heut als fed frum 
leut und feit gevöllig ewrn haubtleuten und bleibt m ewr orbenung und ſeit 
friſch, wann mir gancz nit zmeifelt, tut ir dag, uns werd gelingen; und habt 

35 des ein gut getramen in got, wann euch allen wol willent ift, daz ung umfer 
feint kriegen wider got, ere und recht. darumb fo wol wir heut unfern fein: 
ten fein bereit zu ftreiten und irn hohmut weren und irs gewalt auf zu hal- 
ten, und e8 fol fein daz geſchrei: Nürmberg, und die loſung: unfer frame.“ 


2. ritter' in A nachträglich eingefchaltet. 7. Heguein R. a. Hegner a. 8. Lud. Ping. 
per elter, Hanns Mugenhoffer, Sebolt Etard und andern vil ver erbern. A. 9. bey 200 a, 
10. bey 250 a. 13. Kauffen R.a. Kauffingen «. 23. ven weyr AP. 29. triben A?. 4°, 
31. over freunt R. A mit 4%. 33. gefellig R. a. gefolgiga. 34. zweyvelt daran 40. 
und hab A. 42. 35. ift wol zu wyſſen 4°. wol wiffen ER. a. 37. auf halten R. 0. 


ſchultheißenamts ©. 87; und S. 59, A. 3 1. Die beiden „oberften Wagenburg- 
dieſes, fowie ©. 383, A. des erſten Ban- meifter” während des Krieges. Vgl. Ord- 
des der Nbg. Chr. nungen Wr. 8, oben ©. 252. 


486 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Und noch ſölcher rede fest er dem fußvolck haubtleut und macht daz 

geſchick mit dreien haufen: 

Item der erit hauf was geordent und gemacht mit eitel armbroftfchügen, 
und ir haubtman was der erber Leupolt Schürftab der elter; in dem haufen 

5 waren die erbern Hanns Schürftab, aber Hanns Schürftab, Berhtoft Nüczel, 
Ieronimus Haller, Melchar Pemer und vil der erbern von Nürmberg; des 
haufen waren 1000 ntan. 

Item der ander hauf was gemacht mit eitel püchfenfchüigen, und ir 
haubtman was der erber Hanns Rieter; des haufen was 760 man und was 

10 daz gemain vold auß der ftat. 

Item der dritt Bl. 104) hauf was gemacht von eitel fpifern, und ir 
haubtman was der erber Linhart Mendel; der hauf was von gemainem 
vold auf der flat und tr waren. 1700 man. 

Und alfo was gant geordinirt daz geſchick zu dem ftreit. 

15 Alfo zogen diſe haufen auf in dem nanıen goß, und ir lofung was: 
unfer libe frawe; und dije loſung hetten an alle geverd auch die feint ꝛc. 

Item es rait der gereiſig zeug vorhin vor der wagenburg und vor ben 
fußvold. und do fie homen auf ein halbe meil in den welt, do hett ver fürſt 
marggraff Albrecht ein feiner evelen mit 20 pferden geſchict auf Die wart; 

20 der ſchickt ein feiner knecht zu dem fürften, ver hilt ob dem weir mit feinem 
haufen, und der knecht jagt im, wie die von Nürmberg weren herauf chomen 
und wern fi) im neben. nod) folder potichaft was der fürft gar fro, und 
doc) jo het er dennoch, ein zweifelen und ſprach: „vein potfchaft höre ich gar 
gern, du bringft mir gar gute meer, wer im neur alfo al8 du fagft; aber ih 

25 hab neur ſorg, es müge mir nit als gut werben, Daz die von Nürmber 
chomen mich zu beftreiten.“ in dem und er diße rede thet chom aber einer 
feiner wartleut und ſprach: „herr feit bereit, die von Nürmberg chomen euch 
zu beftreiten.“ 

Noch ſolcher red rant der fürft jelber ſelb fünft zu beſchawen bie von 

so Nürmberg; do überflug er Die gereifing auf 500 gereifige pferd und da 
fußvold bei 2000 mannen, und rant zurüd zu den feinen und fprad;: „le 
ben freunt und gefellen, e8 fomen die von Nürmberg, unfer feint umd fein 
geſchickt zu ftreiten, und ich hab fie überflagen; denn lieben freunt, fie haben 
geraifing zeug, dem ſei wir ſtarck genung, und mit dem wöllen wirs frölichen 

35 nemen, wann iv wert jehen, feit ix frifch und keck und rennet faft gen in, fie 
wern flihen, und als pald fie fliehen fo wöllen wir allen ftreit wol zu einem 
ent bringen, ce daz ir fußvold zu in fomet, wann fie faft [154°] auf ein halbe 
meil vor dem fußvold fein mit irem gereifigen zeug. lieben freunt, freut 
euch, daz wir jullen vechten mit den von Nürmberg, daz wir lang zeit von 

40 herczen haben begert; wann mir ift an allen zweifel, wir gewinnen heut ext 
und gut, und ir wert fehen, als pald irr gereifiger zeug vie flucht wirt geben 


5. *in dem — erbern’ fehlt Ad. In Ad noch: Laurentz Schurftab, Jorg Schurftah, Erhart 
Schurftab ver junger. 6. Melchor A. a. Melchor Pomer R.a. 11. ſpieslern 42. ſpiß 
fern a. ſpieſſen a?. ſpieſſern o. 13. ‘georvent‘, alle außer A. 4*. 22. nahen 4. 
21. pringt 4°. als du mir 43. 25. alfo gutten 4°. 26. dieſe wort rent A3. 29. felber 
felbft zu 42. felb8 funft A. a. 34. genugf 4°. genug R.a. 35. vennent 4°. 36. wer 
den a. warden a?. 38. Nach "irem’ in A ein unterftrichenes dem'. 


Beilage IH. 487 


und auf ir fußvold wirt flihen, daz auch an zmeifel vie flucht wirt fomen in 
daz fußoold. auch lieben freunt, ich beger von euch allen, daz ir feinen nempt 
gefangen, beſunder ſie alle zu tod ſlacht; umd ic) beger von euch, daz ir mir 
des fwert ain aidt.“ Daz teten fie alle, aber fie bedochten nit, daz in ſelbs 

5 ſolchs jolt heim komen und ergen. „auch unſerr Iofung fol fein: unfer 
fraw ꝛc.“ 

Noch ſolcher rede macht der hochgeborn fürſt fein geſchick zu dem ſtreit 
und beruft den edelen Euſtachium Schencken!, daz der ſolt nemen 4 der edelen 
zu im und ſolt ſein an der ſpitzen; und die fünf ſein: Euſtachius Schenck, 

10 Heincz Fuchß, Erasmus von Eberſtein... und des haufen iſt haubtmon 
gewejen herr Sigmund von Lenterßheim. 

Item daz geſchick des rennfenleins ift geweſen die ſpitz, Darauf fint ge— 
ſchickt die ſchützen, der haubtman ift gewejen Jörg von Wallenfels? ıc. 

Item darauf ift fomen die haubtpannier, die hat gehabt 5 gliver; und 

15 in dem erften glitt fein gewefen 5: ver von Hohenlodhy®, Heincz von Rech— 
berg, Concz von Hutten, Hanns von Sedendorfi, herr Hanns von Sanfan* 
zc. item darnach in dem andern glit fein gewejen 7. item in dem dritten 
glit, vor dem pannier, ft gewefen marggraff Albrecht, der von Leinygꝰ, Hanns 
von Kotzaw, her Albrecht von Gich, der jung Rothafft, ver Peufcher, der von 

20 Hanaw®, herr Walther von Hürnhaim. Bl. 155°] item daz fierd glit ift ge= 
weien daz pannter felb ailft. graff Sigmund von Gleichen hat daz pannter 
gehabt und ift neben im geweſt: herr Bernhart Vitzthum, ain graff von Han—⸗ 
ftein?, Apel von Tetaws und füft auch einer herr Sigmund von Öleichen 
diener, heift Wilhalem von Gleichen ?, und der von Naſſaw, herr Dietrich von 

25 Mil. jo iſt das fünft glit hinter dem pannier geweſen iv 13: herr Rudolf 


3. und befimver «a. 3. tob flahen 43. ich begeren A. 4. beraten R.a. 6. "au 
unferr — fraw' fehlt A. 9. fein’ fehlt R. Aa. das fein bie funff genant«. ray der — 
Euſt. Schenck' fehlt 42. 42. 10. Nach WGberſtein' feheinen zwei Namen zu fehlen, doch ift 
in der Hojchr, feine Lüde. 14. das haubtp. NR. a. 16. von Hitten R. A. von Hintern «. 
Sanſam 42. 4°. Sanishaym A. Senshaim a. Sainßhaim a?. a. 19. "ver von — Als 
brecht' fehlt-A. von Gicht R. A. 4. 20. ‘Han.’ in A. A? nicht deutlich abgekürzt. 
Sannam A8. Sannen AM. Hornheim 43. 21. von des Gleichen 42. 23. Honftein R. a. 
Die Handſchrr. haben Teraw'. auch einen 42. Ad. hern Sigm. 4°. 24. diener — Glei⸗ 
chen’ fehlt a. «. 


1. Euſtachius Schent von Geyern; von Hohnftein gemeint, der auch bei Sulz 


vgl. oben ©. 205, 4 und ©. 430, 12. neben Sigmund von Gleichen im marl- 
2. Vgl. über ihn Beilage II, ©. 467, geäflihen Heere kämpfte. Vgl. oben S. 
2 ff. 214,92. 

3. Bol. oben S. 427, 4.1. 8. Bgl. oben ©. 432, U. 3. 

4. Johann Herr zu Seinsheim 9. Eriftimgr. A. unter denen aufge- 
(Sawnsheim) und Schwarzenberg; vgl. führt, die des Herzogs Wilhelm vonSacen 
oben ©. 146, 18 und ©. 426. wegen entjagten. Die Angaben in Bezug 

5. Wahricheinlih Graf Bernhard auf das Gefolge des Grafen Sigmund 


von Leiningen; vgl. oben Beilage I, son Gleichen, welche fich dort finden, gel- 
©. 455, 9.1. ten zunächft nur fr Die noch vor Beginn 
6. Ohne Zweifel Graf Reinhard d. J. des Krieges fallende Zeit feiner Ablage. 
von Hanau; vgl. oben ©. 453, 24. Vgl. oben ©. 464. 
7. Es ift ohne Zweifel Graf Hans 


488 V. Nürnberg's Krieg gegen Albvecht von Brandenburg. 


von Punaw, Hanus Schend!, Steffen — Iörg Kluchgß, Thoman 
von Wiſentaw, Schweybolt von Sparneck, Linhart von Newneck, Fricz von 
Rinhoffen? und des von Gleichen diner einer und der Henperger, des von 
Eyſtet diner einer. 

5 Und als ver fürft fern geichid gemacht het, do kam der edel fein wart 
man mit 20 pferden und ſprach: „gruediger herr feit berait, die feint homen!“ 
und als pald die rede geſchah, jo kumpt ver evel und menlich Conrat von 
Kauffungen gerant mit ſeinem haufen, des waren 50 gereifig, eitel ſchützen; 
und do. fie der fürſt erfahe do ſprache er: „nun haut an und feit Frifch, wann 

10 fie fein unfer eigen !" alſo fprengten fie an den von auffangen; ver ſtelt 
fid) menlich mit einem haufen wider in, aber.er mocht in nit vor geſten, fo 
em großen haufen, die als faſt gen mu zanten, und er floch Hinter ſich. da 
ward erfreut der finft und alle die fein, ve mit im waren, und jagten Con 
rat von Kauffungen mit fein gejellen und fingen ein ver von Närmberz 

15 Diener, genant Tauchstörffer, gar ein menlichen man. als der won Kauffangen 
kam gevant flüchtig mit feinem haufen, und jein gejellen hetten fich gemiſch 
und gemengt und fanıen alfo gerant auf den haufen, fen gejellen, mit dem 
pannier * jo mit großem gefchrei und drametten, als ob ir wiermal als vil 
wer ıc., umd Do daz Der menlich Zenger au der ſpiben des erften glidz nd 

20 an dem andern glit Erajm Scinftab Ins” ] erjahen, da legten fie menfif 
gen in ein ir per und riteu menlich gen m. alſo Tieß ber edel herr von 
Blawen auftrumeten umd legt ein fein fper und rait friſchlich gegen den fein- 
ten. es raut der edel Oßwalt Boß gen dem edelen Cuſtachio Schenden, der 
auch het untergeſlagen ſein ſper, und Oswalt Boß rait entzwai fein ſper und 

25 flach den Schencken zu der erven. in dem warb fich ‚auch mengen der edel 
und veft Conrat von Kauffungen mit feinen gefellen unter bie feint, und do 
ward getrett Euſtachius Schenck, daz er des tags ſtarb, und ward begraben 
zu Nürmberg. in dem und fich die menlichen der fpigen von Nürmberg ſo 
bert hilten und fo keck und menlich gegen den feinten riten gar in ſtill mit 

30 feinem gefchrei, Do hub fich zu flihen der fürſt böslich von feinen rittern und 
fnechten und von feinem aigen pannier, und do rant der freidig Kottwig mit 
feinem haufen, daz do waren eitel ſchützen, in Die feint und erfchußen und 


1. Banaw 42. a. Punaw R. a. Kleichgß 42. Kluchs Ad. Kluchß R. a c. 2. Weyſſent⸗ 
aw Aꝰ. Sweypolt a. Seybolt a. 3. Rennhoffen R. A. 4%. Hennenperger 42. Hem⸗ 
perger a?. 4. ‘einer’ fehlt a. in A* unterſtrichen. 8. In R. a immer Kauffen' und ins 
Kauffingen'. 9. haut dran a. mu ſchawt ana. und do — an und' fehlt a?. 11. vor 
ften 42. 43. aber er macht im nit vergeflen a”. 16. ſich' fehle R. A. gemycht A. 4. 
gemift 4°. 17. mit feinen gefellen mit dem panir AP. 28. die menlich ſpitzen R. cu 
29. hielt R.a. 30. do hube fich ver fürft an zu flihen boftlichen A?. 31. von feinen angen 
panirn 48. fribig a. freytig' aus freytag' corrig. a?. 


1. Sans Schenk von Schenkenſtein; rent kämpfte, erhellt aus ben Gefangenen 


vgl. Die Gefangenenliften. liſten; vgl. oben ©. 207, 
2. Nach dem gr. A. ein Schenk von 4. Die richtige  onftrischion bes Sa 
Geyern ; vgl. oben ©. 430, 15. bürfte jein: ‘und famen alfo fein geſelen 


3. Wir haben vie Leſeart der R. a gerant auf den hauffen mit dem paunier'. 


in den Text aufgenommen, ba doch wohl Denn nicht fie führten Das Banier, ſen⸗ 


ein Seckendorf gen. Rinhofen gemeint ift. dern ber oben bejchriebene Haupthauſen 
Daß ein Frik von Sedentorf bei Pillen- und Kern des Heeres. 


FE — 


Beilage LIL 489 


erflugen manigen evelman zu tot und fingen der vil; und wer Do mocht ge- 
flihen ver flohe. und e8 wert daz ftechen und ſſlahen und jngen wol 1'% 
meil uncz big gen Swobach in die ftat; wann es vanten etlich der unfern biß 
in die ftat, and hetten fie auf beiden feiten nit ain Iofung gehabt, fie weren 
; gefangen worden in ver flat Swobach, dann durch die Iofung komen fie auf 
ver ftat. e8 marben ber feint erftochen an ven jdhranden der tore. in dem 
famen bie haufen des fußvolcks an Die walftet, Do fich der ftreit het ange- 
fangen, und fie funden mangen felgen edelman ligen auf der erben, der ab 
geftochen wa8 worden; und waz daz vold der begreif und erlangt, die jlugen 
fie alle ze tot au alle gnad. fie funden auch far. 156“) vil der armbroſt, ſwer⸗ 
ter, ſpere, eifenhit und wegen mit ben viſchen und fegen, auch alle Die pan- 
nier, die der flüchtig fürft het in dem feld gelaflen; vie find hie aufgehangen 
zu unferer framen !. 
tem der pannier waren 3: eind was herczog Otten und 2 waren fein? 
» eigen, die er het gehabt in dem fein. | 
D on ftolzer fürft, wa was nun dein manbeit und fedheit hin komen! 
du mainft, du wolft vie evelen ſtat NRurmberg gancz verdilgen, und es wer daz 
old gancz dein eigen. o marggraff Albrecht, du flüchtiger fürſt, wie biftu 
geflohen von deinen ritteru und knechten und haft fie böslich verfürt, und 
» manig menſch umb deinen großen heremut hat verloren fein leben. o wie 
magft du immer frölich werden, du bift geflohen von deinen aigen pannieren, 
daz dir übel anftet; ee folft du dobei geftorben fein, ee du Da von werſt ge— 
flohen und von manigen deinen helfern und rittern und fnechten, Die du ale 
pöslich liſt, und maniger gefangen und erflagen ward. es zimpt dem adel 
» und Deinen ftolgen worten, die du oft teft und auch entpoßt der hochwirdigen 
flat Nurmberg, gar übel, wann du folft dein feint nit als gering geſchetzt 
haben. es wer dir vil beffer, du heit gevolgt der ler deines vaters, der dir 
befalch an feinem totpett, du folft behalten freuntichaft Deiner nachpawern, 
der. von Nürmberg, und wie du daz tet, jo ging es Div niemer übel; aber 
» dich hat verweiſt dein hochfertiges her und dein bös rett, und des alles haft 
du wol enpfunden. 
Item hie hernach ften gefchriben und verzeichent die auf Denjelben 
mittwoch vor mittvaften gefangen wurden pei dem weir®: 


3. biß' fehlt 4°. 4. etl. byß in die ftat vie unfern R. A. 6. ed wurden die feint R. ac. 
feint' fehlt 4%. ver tor Swabach u. 9. Nämlidy: "ab dem pferde geitochen. 12. ‘ges 
laſſen' nur 4. «. 19. boftlihen 4%. 20. hehren mutt 4°. herrenmut A*. hohmut R. a a. 

"24. böftlichen verlyft 42. verlieft a. 25. worten nicht 42. tetteſt a. enpotts A°. empot- 
teft @. entpotft a. enpoteft w. 26. "gar übel’ fehlt a. 27. es wir A. 32. hernach an vem 
anvern blat A. biefelben mittw. A?. 33. pei dem weir' fehlt A, ftatt deſſen dort eine Verwei⸗ 
fung auf 31. 157b fteht, wo bie Lifte mit der neuen Ueberfehrift: Dy gefangen warıı pey 
dem weir’ anhebt. Pey ven weyrn' «. In a? lautet vie Heberfchrift : Hie hernach werben bes 
fehriben die auf denfelbigen mittwoch ven 20 marty 1450 an fand Bregorientabent (sic) vor 
mitfaften gefangen murben bey dem weiher Kunigsprudh und Rittenpübel, bei Bildnreuth 
dem clofter gelegen gelegen (sic), unnd gen Nurmberg gefürt. 


1. In der Liebfrauenfirdye. Sie blie- bericht wor jener über das Schidjal der 
ben Dort bis zu Ende des Jahres 14535 Paniere handelnden Ordnung abgefaftt ift. 
Ogl. Orbnungen Nr. 66, ©. 346 u. 347, 2. Nemlich des Markgrafen. 
Yooraus hervorgeht, Daß unfer Schladht- 3. Vgl. hiezu S. 205, A.1. Das im 


490 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 

[157°] Heincz von Hohen Nechberg; Lienhart von Newneck; Sebaftian 
Sedendorffer; Jorg von Seckendorff; Hanus Schend von Schendenftein; 
Ewſtachius Schend von Gern; Caspar von Weyrß; Hanns von Wathſch 
dorff; Thoman von Wyſentawe; Caspar von Koſtboden!; Jörg von Raben: 

5 ftem; Gebhart Beuſcher; Ulrich Bock; Iacob Meillinger; Iörg Hemperger; 
Ruprecht Weinman; Otto Pewmburg?; Hanns von Czorwaw; Wilhalen 
Leinynger; Ruprecht von Mangeßrewt; Clans Jörg?; Fritz Schultheyß; 
Peter, herr Sigmund von Leuterſheim knecht“s; Hanns Meicher?; Jörg 
Luer; Seyfriv Renner; Hanne Koppengeller ; Klaus Albert; Clauß Bilder: 

10 Pauls Solpner®; Hanns Sram; Morik Wildenborner: Gebhart Wolffel'; 
Hans Schinpain®; Concz Waltherr; Linhart von Thaber; Walther um 
Pauls, margraff Albrechtz trumeter und Eong fein marftaller ; Heincz Eifteter‘, 
herezog Otten diener; Thoman Hantfehud ?%; Hans Heufcher 11. Henflein 
Schram; Heine Narr; Heincz Werniim '?; ; Ulrich Smid; Jorg Korb; I: 

15 nolt von Hirffelt; Heine, Murind; Heine, Saltſch 18," Hanns von Br; 
Hanns Kromer; Concz Reiff; Heinez Treberih; Thoman Prünfter; Peter 
Steinmeg; Heincez Lind; [er. 1557) Hermon Reiff; Hanns Püllenhoffe; 
Herman Brem; Sirt Stadell; Iacob Kreb; Ott Senfft; Eberhart Pehaim“; 
Claus Egen; Wernlein Lautkeiß!*; Hanns Koren !®; Heinez Jager; Cong 


2. Schendenvorffer 42. 43. von Sedenvorff R.a u. Jorg v. Seckendoff A. Schendenerf 
47.43, 4. Wenßentawe Ad. Caſtbodan AM. a. 5. Peck R.a. Hennperger a. Henmerger 
a, 6. Ruprucht a. Paumpurg a. Grorway 42. Zornway A. Zornaw R. ac. 
7. Zeniger 40; Beinigera?; fehlt 42. 4°. In den andern Verzeichniffen richtiger "Leminger‘ 
Mangerßrewt' am Ende des Verzeichniffes ; vgl.491, Var. 3. Mangesreut R.a. 8. Pete 
Höra. Hora?. Hurra. 9, Lüer 42.43.«. 10. Wildebrem a. Wildebron a?. Wildenbronet 





A. x«. 11. Scheinpain 43. 
Hantſch. A®. Adam Santich. a. 
bat Wecklein'. 

ment Gotman’. 
Stodel a. Stader a?. 


16. Krmer A. 42. 


Fränkiſchen Archiv III, S. 14 — 17 und 
bei Hormayr Tajchenb. 1837, ©. 217— 
219 abgebrudte Verzeichniß ftimmt mit 
der an Paul Haller überfandten Lifte 
überein. 

1. Ein Koßpoth; vgl. oben S. 206,9. 

2. Bgl. ©. 206, U. 3. 

3. Im Berzeichniffe der R. B ‘Clos, 
Jorg Beilftorffers knecht'; vgl. oben ©. 
207,4 


1. Peter Lentersheimer; vgl. oben 
©. 207,3 und ©. 428, 16, 17. 

5. Ohne Zweifel derfelbe, welcher in 
den andern Verzeichniffen wohl richtiger 
Marcher' und Morcher' heißt; vgl. ©. 
207,4. 2. 

6. Die übrigen Verzeichniſſe haben 
gewiß richtiger Seldner'. 


Thabor R. a. 
14. Werntein (Werlein A?) alle Hoſchrr. außer A, mur« 
15. Morind 42, und darnach von anderer Hand: Eberhart Triftram, Cle⸗ 
Kremer 4°. 
19. Lautheiß A?. 42. Lautkreyß a?. 


13. Dam Hantſch. A. 42. Tham 4°. David 


Kemer R. a «. 18. Pren 4.4 


1. Alle andern Kiften baben Erhar—— 


"5, Die andern Verzeichniſſe führe — 
an biefer Stelle Hans Schimel auf. 
9. Ri den übrigen Beneiänie= 
Hans E 
10. & ſcheint dem Thomas Heutſche — 
der andern Liften zu entſprechen. 
Vgl. ©. 206, A. 4 
12 Er entſpricht dem Sein; Eberlei 
der übrigen Verzeichniſſe. 
13. In den andern Liſten heißt €” 
Altſch'. 
14. Die übrigen Verzeichniſſe haben 
Erhard. 
15. Er entſpricht dem Eberlein tor = 
fes [Lorfeis]’ der andern Berzeichnifle. 
.. Wohl aus Kün entftellt; vgl. 
208, 4. 5. 





Beilage III. 491 


Ellenhawſer“; Heincz Seauß?; Lueas Sewrer?; Hanns Gabenfurt?; 
Hanns Apell; "Heinez Steußinger; Hanns Lendßhutẽ; Friez Forfter; Heine 
Mettnerr; Heine, Meir; Hanns von Kotzaw; Contz Bingzenftort. 


2. 


5 Bericht des Nürnbergiſchen Hauptmannes Jobft Tegel an feinen 
Schwager Jorg Geuder. 
1450. März 11. 


muB. Brief in Fer. 377 des Bamberg. Arch. Nr. 121. — Ein mangelhafter Ab⸗ 
befindet fi im 3. Bde. des Fränf. Archivs, Schwabach 1791, S. 11—13 und 
10 in Hormayıs Taſchenbuch, Jahrg. 1937, ©. 216, 217. ) 


Mein willig dinft zuvor, lieber fmwager Jorg. am montag nechft ver-9.Marz. 
gangen rudt mein herr von Plawen und ich auf das gepirg, machten Dofelbft 
13 fewr, das nechſt fünff meil von hinnen, aber das ferrft auf 6 groß meil, 
do wir auch an dreyen ſloſſen die vorhöff mit hilff und figung des almech- 

15 tigen gottes eroberten, nemlich zu Strolenfels®, zu Hittenpad) und zu Ofter- 
noe; das ander waren Dorffer, und namen Darczu ettiwievil haubt vichs von 
pferben und füen zc., auch ob 60 wegen, vie unfer waren, Die wir mit hew 
alle luden auf ven vennden, domit wol hier fomen”. und. auf mitwoch rudt Man. 
marggraf Albrecht aus Swobach fur unfer ftatt mit groffenn auspraiten jeins 

20 zeugs und lies fich ſehen, als er ettiwie vor offt getban hat. nun fomen wir 
mit vingem bergen ſnell daran, das wir unfer geſchick machten zu roß und 
zu fuß, vudten mit dem vanfigen zeug in rawhen walt in meynung den veyn⸗ 
den zu begegen, als auch geſchach. alfo fomen die veynt ſunder marggraf 
Albrecht mit feinen reiwtteren, als er die geordent und gejchidt hett, ob 550 

25 pferden, auff ung gerant mit groſſem gefchray ires anreytens und ftellten 
ih faſt grawſamlich, den wir mit frolichem unverzagtem gemüt kecklich be— 
gegenten, nit anderd dann zu fterben over zu figen. do uns dann der al= 
mechtig got, die eiwig magt und himelfram Maria, die do unjer lofung was, 
iren fig und barmherczigkait gnedigelich beweyſet, den wir demütiglich lob 

so und dand jagen, alfo das wir, nad) dem und getroffen ward, fie entrentten 
und fie in bie flucht prachten, und wiewol auf irem tail faft vil, auch ettlic) 
1. Sewer 4*. Luc. Schwer a. 2. H. Landßh.' fehlt Ad. 3. Kottnaw R. a. Kottaw 
At. a. Hierauf in A nochmals Rubrecht von Mangerßrewt'. 26. Es ftand : ffaſt kecklich', 
dieß ift durchſtrichen und "gramfamlich’ an ven Rand gefekt. j 


1. Die übrigen Liſten haben rihtig Burg liegt in unmittelbarer Nähe bes 


Ebenhauſer. oben 188, 25 und 195, 11 genannten 
2. In den andern BVerzeichniffen: Schloſſes Wildenfels; das folgende Hüt- 

Seeauf. tenbach zwei Stunden ſüdweſtlich von 
3. Vgl. S. 208, 10 und die Var. demſelben 

dazu, Forvie das Berzeihniß bes Gefan- . Bgl. den Kriegsbericht ©. 202, 

genenbuche. 203. Die Angaben, welche bort begeanen, 
4. Vgl. S. 206, A weichen von den vorliegenden mehrfach 
5. In 1 Deus auf ie folgenden vgl. ab, widerfprechen ihnen aber nicht ge- 

©. 208, radezu. 


6. ice Heute zur Ruine gewordene 


499 V. Nürnberg’8 Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


auf unferm tail, im demſelben treffen und ftrenten nyder lagen, bie abge 
fiochen und von den pferben fomen, volget mein herr von Plawen und ih 
als haubtlewt mit unferm rayſigem zewg in ſtrengelich nach wol 1%, meul 
ung biß an die ſchranck und tor zu Swobach, da dann ettlidy der feynt an 
5 denfelben fchranden erftochen wurden; und unengen ir bey 100 und 20. fo 
belagen guter lewt, edler und ranfiger, auf der walſtat bey 80, und gemun- 
nen bey 200 vayfiger pferd, und marggraf Albrediten wurd zu zwayen malen 
angeſetzt, das er kawm dar von fom. mir gewunen aud) des marggraven 
panyer und fein renfenlein, auch hertzog Otten von Bairen panyer, die wir 
10 mitſampt ettlichen denſelben gefangen wol in unfer ftat mit frewden demi- 
tigelich und Dandperlich pradyt haben, darunter Rechperger, ettlich won Seden: 
dorff, von Hartheim, von Sanßheym, Schenden von Geyren und Scenden 
von Schendenftein, ettlih von Sparned, von Wifentaw, von Newneck, vom 
Rabenftein, von Kotzaw, von Mangersrewt, von Weyers, Hennperger x., 
15 alle8 lantlewt; und aud) ander edler ettwievil von Swoben, Bairen, Heflen, 
Sachſen, Doringen, auß der Mark und Boytlant ettliher erflagen und et: 
lich gefangen fein, der uamen id) in der eyl aller nit ſchreib. ſollichs ich dir 
eylendt als meinem guten frewnd verkund, andern unjern guten fremnen 
yeczunt bey Dir zu verfunden. datum am mittwoch vor letare anno dommi 


20 2c. 50mo. 
Jobs Tetzel 
haubtmann!. 


[Der Brief war zuſammengefaltet und verſigelt. Die Spur des Sigels iſt noch 
deutlich fichtbar. Außen fteht: “Dem erfamen und weyien Iorgen Gewdermei⸗ 


25 nem lieben fwager’. Und von einer Hand aus der 2ten Hälfte des 16. Jahrh.: 
Nurmberger rumen fi) abermals bes ſigs gegen den marggrafen aber darinn 
ligt das widerſpil. 1450’. . 
3. 
Bericht des Rathes von NRürnbergan die Städte Augsburg umplllm. 
30 1450. März 17. 


(Briefbud Nr. 20 im Nbg. Arch. Bl. 347.) 


Augspurg et Ulm. 
Lieben fründe, als und ewer furfichtifeit geſchriben hat, begernde, u 
gelegenheit ver gefchichte zwifchen unferm widerteil margraven Albrecht und 


8. *und — kom' ift am Rande nachgetragen. ‘auch’ auf ver Zeile ift durchſtrichen, wir 
— auch' fteht über ver Zeile. 10. Nach “ftat’ ift brachten’ purchftrichen. 


1. Jobſt Tetzel war ald Hauptmann derlage der Städtifchen im Grunde Kl 
der Reifigen won Raths wegen dem Herrn Leutershauſen (am 14. April) gefangen 
Neuß von Plauen an die Seite gejeßt, genommen, ſ. ben Kriegsbericht ©. 213, 
ſ. Die Ordnungen Nr. 3, ©. 246, 247. 18ff. Auffallend ift, daß in dem Beridt 
Sein Bericht ift unmittelbar nad dem vom Streit bei dem Weiher (Nr. 1 viel 
Billenreuter Treffen an demfelben Tage Beil.), in welchem doch fo viele andert 
niebergejchrieben. Iörg Geuder, an wei⸗ Nürnbergiſche Patricier, beſonders et 
chen er gerichtet ift, befand ficd damals als der Bürgermeifter Erhard Schürſtab, mil 
Hauptmann der Nürnberger bei ver Er- Auszeichnung genannt werben,bes Haupt 
pebition ber verbündeten Städte nah manns Jobſt Tetzel gar nicht gebadt iſ 
Donauwörth, Nördlingen, Dinkelsbühl Note des Herausgebers H. 
und Windsheim, und wurde bei der Nie- | 





5 


10 


15 


20 


25 


30 


35 


Beilage IIL 493 


unſer nechſt ergangen zu underrichten zc., wiewol wir nü ewer weisheit vie- 
jelbe geichichte dennoch deſſelben tags bey unſern eigen potten in befunder 
liebe gefchriben haben! in hoffnung, das ewer fürſichtikeit die nü wol ver- 
namen. haben, ydoch jo es jo gar mißlich umb bie pottem {ft und menigvel- 
ticlich uyderligen, ſo tum wir ewer liebe zu beſundern frewden zu wiſſen, 
das im marggraf Albrecht fürgenomen heit am mitwochen nechfivergangen 
einen unſern weyer, eim meyl wegs von unſer fat gelegen, zu viſchen und 
ließ auch alsdann mit macht für unfer flat rennen, al$ wir uns verjehen in 
meimung, das er und Damit irr machen wöllt zc. alfo fomen die unjern anf 
zu roß und zu fuß und zugen im und fernen zeug nach umd zır dent weyer 
zu, des Dann Der margraf zeitlich gemung gewarnet warbe, und ordinyrt fein 
jpigen und jein geſchicke zum ſtreyt, und zoch aljo m ordnung bes ſtreytes 
den unfern mit jenem zeuge, Des über 500 pferd was, entgegen, und alſo, 
wiewol. derfelbe fein reyſiger zeuge ſterker was, dann der unjer, jo hat es 
doch unfer raifiger zeuge im dem namen gottes kecklich mit. in genomenn, 
ſtreytes mit in begunnen, um ſein ſelbs panyr und rennfenlm und dartzu 
hergog Otten von Beyen fein panyhyr angewunnen, vn erberer geborner 
rittermeffiger leut, der namen wir nicht eigentlich erfaren mügen, erflagen 
und auch vyl merdlicher guter leute, der namen wir ewrer fürſichtikeit hirinne 
verſloſſen fehiden, gefangen und in unfer ftat pracht, jo haben auch die unfern 
etliche, herog Otten, margraf Iohannfen, dem biſchof von Bamberg und 
dem bifehof von Enftet zuftennve, gefangen und den tage im velde gegeben, 
vie fich noch nit geftellt haben, die wir itzunt manen laflen. fo iſt margraf 
Albrecht mit den übrigen flüchticlich entrytten ung gen Swabad in vie 
fchrenfe; und haben in an ver flucht und im ſtreyte ob 200 pferden ange- 
wunnen, das velde ritterlich behalten mit hiff und beiftand gottes des almech⸗ 
tigen, der die fein in nöten nit verläßt, des gnad und almechtifeit wir diemut⸗ 
iclih dank, lob und ere jagen nü und zu allen zeiten. datum feria 3. poft 
letare. 


4. 


Bericht des Markgrafen Albredht an feinen Schwiegervater, den 
Markgrafen Jakob von Baden?. 


(Concept im Fasc. 377 des Bamberg. Arch. Nr. 135.) 


Unfer freumtlih dinft und was wir liebs und guts vermogen zuvor, 
hochgeborner furft, Lieber Tweher. als uns ewr lieb igunt gefchriben hat, 
euch angentlich wiſſen zu laſſen, wie es umb die gefihicht und nyderlag, Die 
wir gehabt haben, ein gejtalt habe, alſo tum wir ewr liebe warhafftiglicdh zu 
willen, das. unjer bruder marggraf Johanns und wir 42 pferbe, unfer obeim. 


1. Diefer Brief, gleichlautend an ver- iſt der Adreflat, durch bie Worte: *unfer 
ſchiedene Stäbte gerichtet, fteht im ang. bruder marggraf Johanns' ber Berfafler 
Briefbuch v. 336, 337. Vgl. oben dentlich gekenuzeichnet. Sonſt fehlt Auf- 
©. 204,9. 2 ſchrift, Unterfehrift und Datum. 

2. Durch die Anrede: ‘lieber fweber’ 














494 V. Nürnberg's Krieg gegen Albredht von Brandenburg. 


bergog Ott 8 pferde, unfer berre von Anftet zwey pferde, unfer herre von 
Bamberg ein pferd, unfer oheim von Hohenloch 1 pferd, und Dorunder find 
auch 6 wagenpferbe, verlorn, das alfo in emer ſumma 60 pferde mad. 
Dorunder find von erbern gefangen bliben Heinrich von Rechperg, zwen jung 

5 Sedendorffer, Yinhart Newnecker, Gebhart Peüſcher, Hanns Schend von 
Cadolczpurg!, Hanns von Kotzaw und Ewſtachius Schend, ver ift. tod bli- 
ben, tem got gnad. Das ander find alle arm fuecht. wir tün auch ewr liebe 
zu wiflen, Das wir das felt bißhere geweltiglich inngehabt und Das fidh auch 
die von Nurmberg kurtzlich underjtanden haben, mit hulff der obern ftete 

10 und auch des bifchoffs von Wurgpurg, die ine 600 pferd dortzu gelihen umd 
gefchidft haben, die gemelten ſtat Nurmberg mit wein und ander notturfft mit 
gewalt zu ſpeyſen. alſo find unferr hern und freund an diſem ort landes um 
wir mit madıt zu geßogen und in ſulch furnemen mit der hulff gotteö ge 
weret, alfo Das jie wider hinter ficy mit den wagen gein Winßhaim weichen 

15 müften?, und ift der obern ftete zeug wider zuriten. wir tün aud) ewra 
liebe zu willen, das wir einen tag mit den behemiſchen hern gelanitet und 
unfer fachen nach allem unferm willen ausgericht haben, des wir hoffen, ud 
und und allen zu gutem nug und frumen fomen folle, das ewr liebe uber 
lande zu ſchreiben nicht fuglich ift. 


5 


Brief des Markgrafen Albrecht an den Kurfürſten Friedrich von 
Sachſen über die Haltung des Grafen von Gleichen in dem Treffen 
bei Pillenreut. 
Ansbach. 1458. Auguft 9. 


25 (Sagittarius, Geſch. der Grafichaft Gleichen 5.343 und darnach mit etwas veränderter 
Orthographie in Falkenſteins Antiquitates Nordgav. BD. IH, ©. 267 Anm.) 


20 


Unfer freundlich dienft, und was wir lieb8 und guts vermögen allgeyt 
zuvor. hochgeborner fürft, lieber fweher *, ung fomet für, wie der wolgebere 
und edel, unfer befunder lieber oheim, Sigmund grave zu Gleich und herre 

30 zu Tonna werde beredet und verungelimpft uff die meynung, das er fih nz 
dem vergangen frieg zwiſchen den reichjteten und unfer, nemlich in ver ge— 


1. Statt zwey' ftand ‘ein’, was durchſtrichen iſt. 2. Statt ‘ein’ ftand urfprüngl. we _ 
8. Nach "gemeltigl.’ ift underſtanden haben’ durchſtrichen. 10. Wurgpurge. 


1. Hans Schenk von .Schenfenftein, Tage zu Wunfiedel, wo am 27. Ni 
weiches Gefchlecht einen Burgmannefiß das im Folgenden berührte Bündniß mit 
u Kadolzburg inne hatte; vgl. Die Ge- der Partei Georgs von Podebrad geſchloſ⸗ 
Fangenentiften und Lang im IV. 3ahres- fen wurde. Vgl. die eben angef. Stelle 


ber d. Ansbach. bift. Ber. ©. 36. des Kriegeberichts und Palacky, Geſch. O-- 
2. Vgl. den Kriegsberiht ©. 213 Böhm. IV, 1, ©. 229. 

und 214 am Anfang. 4. Markgraf Albrecht hatte ſich nad 
3. Hierin befand ſich der Markgraf dem 1457 erfolgten Tode feiner erſten 


im Irrtfum. Wie man fieht, ift der Brief Gemahlin mit einer Tochter. Frierich? 
vor dem Zufammenftoße bei Klofter Sulz von Sachſen vermählt. 
(14. April) gefchrieben, aber nach dem 





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Beilage IN. 495 


ſchicht desmals zwifchen unfern veinden. und und bey dent weyr ergangen, 
anders den einem fromen zuftee, fulte gehalten haben. nun fügen wir ewr 
liebe fulchen handel guͤtlich alſo zu wifjen, das ſich desmals uf einen tag be- 
geben hat, das wir aus unfer ftat Swabach geritten find und uns davon ein 
meil wegs unterftunde, den von Nürmberg einen weyr abzugraben und zu 
vifchen. wir beten auch bey uns bey vierhalbhundert gereifigen pferven und 
bey funfzig drabanten. waren diefelben von Nuͤrmberg gegen uns als irem 
veind auf und in willen ung und die unfern darob zu bejchedigen, und zugen 
auch zu dem obgedachten weyr als mit fech® Hundert gereifigen pferden und 
fünfthalb taufend zu fügen, als die unfer kuntſchaft überflagen hat und uns 
fagte, wenn als unfere wartleut gegen ung femen, vennten auch die veind 
und fie mit eyn. und nachdem dieſelben unfer feind jo fur und in folid) 
ſterck gegen uns fomen, das iv mer dann he sehen an unfer chnen was, er- 
fannten wir mit andern unfern haubtleuten fiir das beite, ung wiederum 
gegen der obgedachten unjer ftat Schwabach zu fern. und in ſulchem unferm 
wenden des heimzugs underftunden ſich die veind furg, und als wir nicht 
fern gebogen warn, uns anzegreiffen, alfo Das wir mit werender hand und 
wie wir Durch gemeinen rate fonten von ine tradhten. Doch behulfen wir uns 
mit der were, jo vil wir mochten, Das wir nicht mer dann vier und jechtig 
pferd verlurn, und, nachdem der weyr in einen walde leyt, die Drabanten 
von und ihiden, auch ſo beſt wir konten; gewunnen auch dabey in ſulchem 
rennen, das die feind mit uns teten, ine bet vier und zwentzig pferden ab. 
und wiſſen von dem obgenanten unferm oheim graff Sigemunden nicht an= 
ders, dann Das er fid) in ſulcher und andern geftriten bey und in unfern 
friegen gehalten hat als ein biverman. fid) begabe auch in kurtz nad) fulcher 
obgerinter gefhicht, nicht ein monat vergangen, dag wir mit den obgemelten 
fteten, Die zeit unfern feinden und fie mit ung im felde bey Sultz! verbecht- 
lich und mit gutem willen fechten, hielte Derjelb unfer oheim grave Sigmund 
uns an unfer feyten und traffe mit uns vor der fpigen, warb auch alsbalt 
wunt und halffe und das velt uf Dad mal ritterlich behalten. darumb welde 
in oder ander, die den tag, als wir Die obgedadhten verluft beyy den wehr 
tetten, andere dann fromfeit [huldigen oder zeihn, Die thun ine daran gant 
unglittlic); und wir bitten auch ewr libe mit freuntlichen und ganten vleis, 
ob Des bei euch und den ewrn in ewrn hof oder ſunſt rede entftanden weren 
oder würden, Das von dem obgnanten unfern oheim nicht zu gelauben, nod) 
Denjenen fulche ved und wort, wo ir das moͤget gewenden, nicht zu geftatten, 
funvern venfelben unfern oheim darauf zum beten verantworten, dann ev 
ſich in der obgemelten gefchicht nad) geftalt der ſach und aud) an andern enden 
loͤblichn, und des wir ime billidy dand fagen, bei uns gehalten hat als ein 
fromer grave; Das wollen wir ime umb ewr lib zufanıpt der billifeit freunt- 


2. einen fromen S. 16. und in filchem unnfrn wenden S. und in ſilchem unfre wenden F. 
31. in ober anderes ie ven tag F. 37. zu beiten F. 


Das Treffen bei Kl. Sulz im  ftebt, fand am 14. April 1450, alfo einige 
Grube von Lentershaufen weſtlich von Tage über einen Monat nach bem Pillen- 
Ansbach, in welchem auch der Nürnber- reuter Treffen ftatt; vgl. ©. 214. — H. 
giſche Kriegsbericht die Niederlage zuge- 





496 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


lichen helffen verdinen. geben zu Onoltzpach an fent Lorentzen abent ans 
domini 58. 
Albrecht von got's gnaden marggrave 
zu Brandburg und burggrave zu 
5 Nürnberg. - 
Dem bochgeboruen fürften unferm lieben 
jtucher, her Frivrichen hergogen zu Sach 
jen, kurfürjten, lantgraven in Döringen 
und marggraven zu Meiken. 


10 6. 
Das Sefangenenverzeihniß nah dem Gefangenenbud‘. 
(Nbg. Arch. Nr. 254, Papierhdſchr. d. 15. Ih. in zwei Theilen; vgl. oben ©. 101.) 


[II, #1. 8") Die nadhgejchriben find geantwurt an fand Gregörgen abend in 
der falten anno ꝛc. im 50mo. 

15 Des tags fingen die herichaft der flat Nürmberg margraff Albrechten 
vom feld, des waren haubtleut der derr von Plawen ımd herr Jobſt Tegel; 
erflugen und fingen im ab vil ritter und knecht und auch fußfolck und paur! 
leut, die do hernach gejchriben geitien. 

Zum erften vie edeln und geranfigen. 

20 Die ftien marggraff Albrechten zu: 

Heing von Rehperg; Yorg von Sedendorf; Hans Schend vom Sen: 
denftein; Sebaftin von Sedendorf; Linhart von Neunned ; Caspar von 
Weyrs; Gebhart Bemfher; Hans Koppenzeller; Ruprecht Weinman, fie 
Heimich Nothafft zu; Hans Kromer; Heint Narr, des Kromers renner; 

25 Wilhelm Leminger; Cuntz, margraff Albrechts marftaller; Peter?, Cunt 
Keiff (und) Clas?, hern Sigmund von Lentersheim kneht; [sP] Thoman 
Prunfter, des Klacks Ineht von Rot; Hein Müring; Sewfrid Kemer, 
Wilhelm von Krewlsheim kneht; Clas Alberti, ift des Mewſpachs kneht auf 

-  Durmgen; Clas Fifcher, des Mewfbachs kneht; Henslein Schram, ift Ct 

30 von Sedenvorfs kneht; Heintz Eberlein, ift Iorg von Seckendorfs knecht; 
Hans Schimel; Cuntz Walther, ift Fritz von Sedendorfs kneht?; Linhan 
von Thabor, ift des von Obernig fneht; Peter Steinmetz, ift des Seder- 
dorfs® kneht; Herman Prem, ftet dem von Hoenften ® zu; Heint Jeger f 
Fritz von Sedendorfs? kneht; Sirt Stodel, ift herrn Erharts yon Melding 

35 fneht; Hanns, des Hanne Kün Ineht®; Heink Lind von Swobach; Eherlen 

22. Cod.: Seckedorf'. 30. Cod.: "Sedvorfe. \ 
1. Bgl. biezu noch das ſtark verderbte 4. Vgl. oben S. 207, A. 6. 
Verzeichniß der Gefallenen und Gefange⸗ 5. Nämlich Jorgs von Sedenburi; 


nen bei Waldau, verm. Beitr. IV, ©.32 vgl. 205, 2. 
— 371. Die Eintheilung befjelben entipricht 6. Bgl. oben ©. 487,9. 7. 


der bier vorliegenden. 7. Noch dem. Berzeichniß der R. B 
2. Peter Lenteräheimer; vgl. oben , (207, 14): Kunz von Sedendorf. 
©. 49%, 4. 4. 8. Bol. ©. 207,9. 5. 


3. Bel. ©. 207,4. 1. 





Beilage III. 497 


Lorfes, iſt Michels von Sawnßheim knab; Walther, vrumeter; Pauls, dru⸗ 
meter. 
Die ftien, graff Sigmunten von Öleihen zu: 
Ott Pewmburg ein heſſ; Heint Seeauff; Hans Godefurt von Pot- 
5 telftet. 
Die ften dem von Hoheloch zu: 
Kuntz Ebenhawſer; Reinhart von Hartheim. 


Die ftien herrn Bernhart Vicztum zu: 
Pauls Seldener; Hanns Sram; Moricz Wildenprunner ; 


10 Die ftien dem bifhoff von Enftet zu: 
Jorg Hemperger; Jorg Yuher fein fneht. 


[Bi. 9°) Die ftien dem pifchof von Bamberg zu: 
Thomen von Wifenthaw. 


Die. ftien margraff Sohanfen zu: 


15 H. von Koczaw; Jorg Rabenftemer, Hanns von Wattftorf!; Ru— 
precht von Mengersrewt; Eberhart Triftram ; Caspar von Cospod; Arnold 
von Hirsfelt; Hand von Zorwa?; Hans von Por; Heing Altſch; Hanns 
Heiöffer ?; Lucas Feürer, des Rabenftenners kneht; Fritz Schultheiß; Ulrich 
Smid, ift Frig von Sparnneds* kneht; Erhart Wolfflein?; Hein Tre 

20 bitzſch; Herman Reyff; Erhart Beheim; Hans Apel von Münchperg®; 
Jacob Kreb, Hans von Kotzaw fneht. 


Die ftien hergog Otten zu zum Newenmarft: 
Ott Senfft; Hanne Enfteter; Thoma Hewtſcher; Hans Pulnhofer, 
ftet dem Wilhelm Türlinger zu; Hans Maricher, ift Des Fronpergers fneht”; 
25 Heing Sleüſſinger, ift Ulrich Rümls kneht; Jorg Kopp, Des Hofers knab. 


Die ftien hertzog Heinrich zu: 
Ulrich Pod, pfleger zu Keſching; Jacob Meylinger von Keffing. 
15. Nach vem H' ift Raum für die Ausfüllung des Vornamens leer gelaffen, der nach ven 
übrigen Verzeichniffen Hans' lautet. 


1. Im gr. A. wird er unter denen 4. Nach dem Berzeichniffe ver R. B: 
genannt, die mit Burggraf Albrecht von Rüdiger von Spameds; |. oben 207, 
Kirchberg um der beiden Markgrafen 15, 16. 


willen ‚der Stadt entfagten; vgl. oben 5. Vgl. oben S. 207, 4.4. 
©. 465. 6. Vgl. oben S. 207, 4.7. 
2. Vgl. oben S. 206, U. 7. 1. Vgl. oben ©. 207, A. 2. 


3. Vgl. oben S. 206, 9. 4. 
Staͤdtechroniken. IL. 32 








498 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


[9°] Diße und all evel gerayßig, fo fie in dem krieg beteget worden find, 

haben diſen nachgefchriben ayd getan zc. ' 

Primo: Das fie fich ftellen fullen yder in fein herberg auf den tag ıc. 
und auß der berberg nit zu kumen dann mit eyns rats [von] Nürmberg 

s gunft und willen. 

2°. Ob man fie in der zeit ee manen würde, das fie ſich auch alſo flel- 
len wollen ongeverlich. 

3%. Und das fie die zeit der von Nurmberg leyb und gut unſchedlich 
wollen fein. 

10 4°. Und ob fie ichte® vernumen hetten over hinfur vernemen, das dere 
von Nürmberg, iren helfern und den iren zu ſchaden mochte kumen und ITeRR 
wiberteiln, iren helfern und den iren zu nug komen möcht, das fie Das gang 
verfwigen wollen halten getrewlich. 

50. Und welche die vor? für einander verſprochen hetten, die fullen 

15 alfo noch gegen einander verhaft fein in maßen als vor, alles getrewlich und 
ungeverlich zc. 

Euftachins Schend von Geyern der ftarb im Sundergew®, ward zu 
fand Lorentzen begraben *. 


[z1. »'] So ift hernach gefchriben fußvold und paursleut, die in 
2°  fendnuß gefchaczt fein, die auch bey dem weyer gefangen wurben: 


Merdel Kefer von Kornburg ift aufgeben umb vierzehen gulv. ; item 
gab, facit 13 gulo. ® 
Cung Tanner von Kornburg ift aufgeben umb achzehen guld.; 
25 gab, facit 18 guld. 
Hans Fütrer von Swobach ift aufgeben umb zehen guld.; item gab, 
facit 10 guld. 
Hans Peringer von Benczendorff® ift aufgeben umb funfczig guld.; 
item gab, facit 50 guld. 
30 Cuntz Plickner ift aufgeben umb acht guld.; item gab, facit 8 guld. 
Hein Fiſcher von Diterstorff ” ift aufigeben umb zwelf guld. 
Endres Schuſter von Swobach ift aufgeben umb drey guld.; item gab, 
facit 3 guld. 
Fritz Vorſter von Winperg® iſt außgeben um ſehs guld. 


18. Guſtachius — begraben’ ndchrräglich unten hin gefchrieben. 


1. Vgl. die Ordnungen ©. 268. 4. Bgl. oben ©. 488, 23 fi. 
2. d. h. vor ber Zeit, als man ihnen 5. Der lettere Beifak iffert jedeb⸗ 
„Zug gab.“ mal die baar eingezahlte Summe des 


Das Sündergew’ lag im Süben Löſegeldes. j 
außerhalb der alten Stadtmauer zwiſchen 6. Am linken Ufer ver Rebnit, Y% 
ber Pfannſchmid⸗ und ber fie ‚ortiegen- Stunden von Schwabach entfernt 

den Fleiſch⸗ (heute Stern -) Gafle. Bl. 7. Dieter&borf liegt eine Stunde 
Endres Tuder's — 137, 23 nordweſtih von Sch 
und S. 344. Vgl. oben S. 206, a1. 





Beilage III. 499 


Heintz Utzelman von Prunft ift aufgeben umb vier und zweingig guld.; 
item bat zalt, facit 2 guld. 1 ort. item umb das übrig hat Hans Tracht! 
pfantung, macht 21 guld. 3 ort. 

Peter Krag von Kudorff ift aufgeben umb ſehs guld.; item gab, facit 

5 6 guld. 

Heing Würgenpawr ift aufgeben umb zeben guld.; item gab, facit 
6 guld. 

[g’®] Heinrich Geysler von Rotawrach? ift aufgeben umb hundert und 

zweintig guld., da hat man im felber getrawt, wann er gar lang in fendnuß 

10 lag und nymant für in fprechen wolt; do bedawht e8 vie ftodmaifter gut 

fein, das fie im felb8 traweten, wann doch ſuſt nichts dorauß worden were. 
des hat er ein inftrament über fich geben. 

Item Steffan Künlein gab, facit 4 guld. 


Bon den gefangen hat man geben zwelf fohgulden. 


15 Reft par 114 guld. 1 ort. 
Gepürt dem herrn von Plawen 38 guld. und 13 dn.? 
Item der ſchuld ift noch 137 guld.* do hart nicht8 auf wirt. 
Und von den 21 gulden 3 ort., die verpfent fein, gepürt dem herrn 
von Plawen 7 guld. und 1 ort. | 
20 Item was über des Geißlers fun, als da oben begriffen, in dem in- 
ftrament gefchriben ift, das ift er für agung und ſtockrecht zc. ® 


12. des hat — geben’ift nachgetragen. 21. “Item was — ſtockrecht 30." mie oben nachgetragen. 


1. Einer der Stodmeifter; vgl. oben 4. Diefe, fowie die Summe des baar 
‚3. eingezahlten Löſegeldes ſtimmen, wenn 
2. Der Ort liegt eine halbe Stunde man von jeder ‘6 fohgulden’ abrechnet. 
weftlich von der Stadt Rot. 5. gl. 264, 16 ff. ; 268, 6. 
3. Ein Drittel der baar eingelomme- 
nen Gelber; vgl. oben ©. 266, 10 fi. 


32* 


IV. 


Ueber Nürnberg’8 Bevölkerungszahl und Handwerker: 
verhältniffe im 14. und 15. Sahrhundert. 


(Zur Ordnung Nr. 38.) 
5 (Bon dem Herausgeber Prof. Hegel.) 


Um die Verpflegung der Stadt für die Dauer des Kriegs zu fihern, 
traf der Rath ſchon lange vor Ausbruch desfelben forgfältige Vorkehrung. 
Aus der Ordnung Nr. 28: “vom forn und harnafch’” (S. 299) erfahren 
wir, daß bereits ein ganzes Jahr vorher den ‘leuten’, d. i. ven Bürgern und 

ı0 allen Einwohnern der Stadt, befohlen wurde, nad) Verhältnig ihres Ver— 
mögend und nad Maßgabe einer vorgefchriebenen Tare eine gewiſſe Anzahl 
Simmer Korns auf ihren Böden aufzufchütten, fowie daß fpäter von einigen 
dazu verordneten Rathsmitgliedern die fämmtlihen Kornvorräthe der Bir: 
ger nachgefehen und verzeichnet wurden. Als ſodann durch den Krieg felbt 

15 Die Zufuhr des Korns gehemmt war, fette man den Kornpreis für Roggen 
und Hafer zu 10 4Z. alt, d. i. 2, 7/. neu für das Simmer, den für We: 
zen zu 12 und fpäter zu 16 alt, d. i. zu 3 und 4 Z. neu feſt! und 
wurde Jedermann befohlen, zuvörberft ein Viertel ſeines Vorraths, ſodann 
noch ein zweites Viertel, oder ein Drittel des Neftes, zu dieſem Preije an die 

20 Bäder abzulaſſen; vergl. die Ordnung des getraids ©. 303. 

Nachdem der verheerende Krieg bereits über ſechs Mongte gewährt 
hatte, zu Ende des Jahres 1449, drängte ſich auf’8 neue die Sorge auf, wie 


1. Da 1 88. Heller neu = 4 EL. alt für ein Simmer Korn in Gold 10 Sl. 
in Diefer Zeit nach unjerem Gelbe, wenn 25 Kr., in Silber 7 FI. 22% Kr., im⸗ 
in Gold (Guldein) bezahlt, 4 FI. 10 Kr., merbin ein hoher Preis, wenn man ihn 
wern in Silber bezahlt 2 Fl. 57 Kr. mit dem im wohlfeilen Jahren vergleiht 
werth war (f. Nachträge Nr. 1 Über die (ſ. die Preisangaben in Bd. I, ©. 256. 
Münze), fo betrug der feftgejetste Preis 


Beilage IV. 501 


lange man ihn nody im nächften Jahre, bei völliger Unficherheit der Feld⸗— 
beftellung fowie der Einbringung der Ernte, würde aushalten können: ver 
Rath wollte ſich daher vergewiffern, wie weit die in den Häufern der Bürger 
vorhandenen Borräthe reichten, zumal die ländliche Bevölkerung, welche nad) 

s und nah Schuß fuchend in die Stadt hereingezogen war, die Zahl der Ber: 
zehrer in bevenflicher Weife vermehrt hatte. 

Zu diefem Zweck ließ derfelbe um Weihnachten, d. i. Neujahr nach da⸗ 
maligem Jahresanfang der Nürnberger, wiederum ein Doppelte® Verzeichniß 
aufnehmen, das eine von den Confumenten, nämlich den Bürgern und ftän- 

10 digen Einwohnern, jowie von den nur vorübergehend in der Stadt unter- 
gebrachten Bauern, das andere von den Vorräthen an Getreide aller Art 
und fonftigen zur Aufbewahrung geeigneten Lebensmitteln, welche fich bei 

‚ jenen befanden. Die Leitung des ganzen Geſchäfts wurde dem Rathsherrn 
Erhard Schürftab übertragen, der, wie wir wifjen, einer von den ſechs Kriegs⸗ 

15 herren und zugleich Viertelsmeiſter war; die Vierteldmeifter aber, deren im- 
mer je zwei den acht Stadtvierteln vorſtanden (ſ. Bd. I, 173 f.) follten 
nad) feiner Anweifung und mit Hilfe der ihnen untergebenen Gafjenhaupt- 
leute die Berzeichniffe auf Grund eidlicher Vernehmung ver Burger anfer⸗ 
tigen!. 

20 Zuletzt wurden noch im Frühjahr, nämlich nach der neuen Rathswahl, 
die in dieſen Zeiten immer am dritten Oſterfeiertage ſtattfand (ſ. Bo. I 
Einl. XXVI), Verzeichniffe derſelben Art durch vier “alte Genannte’ auf: 
genommen (f. von “forn und harnaſch' S. 301, 6). 

Nach diefen Verzeichniffen nun fegte man den Bedarf für die einzelnen 

25 Yamilien feit. Der Rath befahl, daß alles Korn, was Jeder über die Noth- 
durft eines Jahres für fich und die Seinen vorräthig hätte, den Bädern zu 
dem angegebenen Preis überlaffen werden follte; ferner, daß für ven Kopf 
der im Brod der Bürger ſtehenden Perfonen nicht mehr als ein, höchſtens 
anderthalb Simmer Korn zurüdbehalten werden dürften (©. 302, 1). 

30. Man fieht aus dieſen und anderen in den Ordnungen’ enthaltenen 
Berfügungen des Rath, welche erftaunlich große, beinahe unbedingte Gemalt 
demfelben in Zeiten der Gefahr über das Vermögen und die Berfonen ver 


1. Die hierauf bezüglichen Rathsent- bie zu beichreiben. haubtlüt'. ‘Item das 
fchließungen finden fi) in dem Rathe- Die vierteilmeifter Durch die haubtlüt be- 
mund de8%. 1449. — 25. Juni: ‘Item ſtellen, alles getreyde und tginſpei be⸗ 

Schurſtab mit allen vyrteilmeiſtern be⸗ ſchreiben laſſen'. — 20. Item 
ſtellen zu beſchreiben alle geſt und nich⸗ Erhard Schurſtab ſol Sr feut hie 
burger und knecht'. — 8. Juli: “Item burger undgeftebejhreiben und 
das fremd vold bie in allen hewſern be- ſollich die andern vierteilmeifter 
ſchreiben'. — 8. Dec.: Item al kuchin⸗ aud underridten. 
ſpeis und andere narung und notburft 








502 V. Nürnderg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Bürger zuftand. Naturalleiftungen und Zwangslieferungen aller Art, von 
Korn, Pferden, Wagen xc., Marimum der Preife, perfönliche Dienfte in ver 
Stadt und im Felde, Kriegsausrüſtung auf eigne Koften erfcheinen hier als 
ganz jelbitverftändliche Dinge. Denn wo es ſich um die Erhaltung des Ge— 
s meinwejens handelte, hörte die Schonung der perjönlichen Freiheit auf und 
brachten die Bürger felbft Gut und Blut willig zum Opfer var. Und fol: 
hem wahrhaft vepublicanifchen Gemeinfinn, wie er fi in Deutſchland in 
den beiden letzten Jahrhunderten des Mittelalters kaum anverswo als in 
den Städten findet, verdankten eben dieſe ihre wahrhaft bewundernswürdige 
10 Blüthe, Kraft und Größe. — 

Jenes doppelte Verzeichniß nun von ver Einwohnerſchaft Nürnberg's 
und den Borräthen an Korn und Lebensmitteln in den Häufern derſelben, 
welches zu Anfang des Jahres 1450 auf Befehl des Raths durch die Vier 
telsmeifter unter der Teitung von Erhard Schürftab angefertigt wurde, if 

15 und in dem Actenftüd der Ordnungen Nr. 38 erhalten. 

Es ift aber dieſes um fo werthvoller, al8 überhaupt gut verbürgte Au⸗ 
gaben über die Bevölkerungszahlen der deutſchen Städte im Mittelalter zu 
den allergrößten Seltenheiten gehören. 

An feiner Glaubwürdigkeit im Ganzen ift nicht zu zweifeln. Für dieſe 

20 bürgt ver Zweck, für welchen jene Verzeichniſſe angefertigt wurden, bürgt die 
Art und Weife ver Ausführung und nicht minder dad Geheimniß, welches 
binfichtlich des Gefammtergebniffes beobachtet wurde, Das, wie wir aus dem 
Eingang ver Ordnung' erfahren, nur den fieben “Eltern Herren’, d. h. den 
eigentlich regierenden Mitgliedern des Raths bekannt wurde. 

25 Die Ungenanigkeit bei der Summirung im Einzelnen, welche ich mm den 
Noten ©. 320 f. nachgewiejen habe, beweist nur die Unficherheit der Han: 

- fehriften, nicht die der urfprünglichen Zählung. In der Hauptſumme von 
25,982 Bürgern, Bauern und deren Angehörigen befteht feine Abweihung. 
Die auffallenpfte Differenz aber findet fich bei der Berechnung der Kinder 

30 zahl, wo ftatt 10,530, wie die Aodirung ergiebt, nur 8777, alfo 1753 we 
niger, für die Hauptfumme in Anjag gebracht find (ſ. Note 2 ©. 321). 
Dies läßt ſich meines Erachtens nur aus einer abfihtlichen Reduction erfli 
ren. Da nämlich der Cenfus hauptfächlich den Zweck hatte, den Gefammt 
bedarf ver Bevölkerung in Korn und anderen dauerbaren Borräthen nal 

95 der Kopfzahl zu ermitteln und feftzuftellen, jo vedjnete man in ver Haupt 
ſumme die Kinder nicht für voll, wie denn gewiß die Säuglinge nicht in 
Anſchlag zu bringen waren, und brachte ungefähr Y, der ganzen Kinderzahl 
in Abzug. Rechnen wir nun, um die vollftändige Seelenzahl zu gewinnen, 
diefe 1753 zu jener Hauptſumme von 25,982 wieder hinzu, fo erhalten wit 





Beilage IV. 503 


27,735. In diefer Zahl machten aber zu Anfang des Jahres 1450 die 
nur vorübergehend während Des Kriegs in der Stadt untergebrachten 
Bayern mit ihren Yamilien 9912 Köpfe aus, nach Abzug von welden nur 
17,823 für die eigentlichen Bürgerfamilien übrig bleiben. Zu ver ftändi- 

s gen Einwohnerſchaft kamen jedoch noch weiter hinzu: erſtens die in ver 
Stadt wohnenden Nichtbürger, deren Zahl im Ganzen auf 1800 Köpfe ans 
zuſchlagen ift !; zweitens die Geiftlihen mit 446 und drittens die Juden 
mit 150 Perfonen — das macht im Ganzen eine fländige Bevölkerung von 
20,219 Seelen. — 

10 Nach dem Maßſtab ver Einwohnerzahlen größerer Städte unferer Zeit 
erfcheint eine Bevölkerungszahl von 20,000 ſtändigen Einwohnern für eine 
Reichsſtadt yon der Bedeutung, wie Nürnberg um die Mitte des 15. Jahrh. 
war, allerdings gering. Allein deu Bevölkerungsverhältniſſen Des 14. und 
15. Jahrhunderts war fie ohne Zweifel entſprechend. Man drängte fich 

15 noch nicht wie heute in die Städte und Das Yan mar verhältnißmäßig mehr 
als heute bewohnt. Schon Damals waren alle die zahlreichen Ortichaften, 
Höfe, Dörfer und Weiler in der Umgebung Nürnbergd vorhanden, und in 
dem ganzen fpäteren Gebiet der Stadt ift feit jener Zeit, fo viel wir willen, 
fein einziger neuer DrtSname entſtanden. Demnach wohnte man bei went: 

20 ger verdichteter Bevölkerung bequemer in der Stadt, die meiften Bürger in 
eignen Häufern, und hatte jo viel Wohnungsraum übrig, Daß, wie wir eben 
im Kriegsjahr 1449 auf 1450 ſehen, noch ein halb mal fo viel Menſchen, 
als die Zahl ver ftändigen Einwohner betrug, einige taufend Bauernfamilien 
mit ihren häuslichen Einrichtungen und Borräthen ohne fonderliche Be— 
25 ſchwerde auf längere Zeit untergebracht werden konnten. 
In den folgenden Jahrhunderten, namentlich in der zweiten Hälfte 
des 16. Jahrh. bis zu den Zeiten des preißigjährigen Kriege, ift die Bevöl- 
ferung Nürnberg's, wie in Deutfchland überhaupt, auf einen Höhepunkt 
geftiegen, welchen fie erft in den letsten Decennien der Gegenwart wieder er- 
30 reicht oder überſchritten hat. Aber auch anf dieſem Höheftande in dem Zeit— 
raume von 1600 bis 1630 ift fie nicht wohl größer als zu etwa 40,600 
Seelen anzunehmen, wobei die Vorftädte, welche im 3. 1450 noch fehlten, 
mit eingereshnet ſind?. Sie ift [päter wieder heruntergegangen. Im J. 1806 
1. ©. ©. 321, Note 5; auf das im nauer ber ®etauften und Begrabenen nad) 
Tert ausgefallene vierte und ftärffte Stadt⸗ dem Kirchenregiftern bei Balban, Ber- 
viertel rechne ih nur 250 und einige mehr, mifchte Beiträge zur Geſch. der Stadt 
um die Summe abzurunden. Vgl. noch Nürnberg, 1788, Bd. 3, 313 ff., wo- 
über eine Klaffe won Richtbürgern weiter mit zu vergl. Tochner, die Einwohnerzahl 
unt ber ee Reichsſtadt Nürnberg, 1857, 


en. 
2. Dies ergiebt ſich aus den Zahlen 
der Geburts» und Sterbefälle oder ge» 





504 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


bei dem Webergang an Bayern zählte die Stadt für fi) 3284 Häufer 
und etwas über 25,000 Einwohner!. Die Zahl der Häufer wird fich feit 
dem Cenſus von 1450 nur wenig vermehrt haben, die ver Einwohner ift 
nur um ein Viertel größer. Nach der neueften uns vorliegenden Zählung 
s von 1861 betrug die Civilbevölkerung in der Stadt nebft den fehr beveu- 
tend erweiterten Borftänten 58,153 Seelen bei 15,553 Familien und die 
Sefammtbevölferung mit Einfhluß der Milttärperfonen 62,797. 
Es ift jedoch noch eine Nachricht zu erwähnen, welche im Widerſpruch 
mit aller Borftehenden die Bevölferung Nürnberg's ſchon zu Anfang des 
10 16. Jahrh. auf 52,000 Seelen angiebt. Dieſe findet fi in Eeltes’ Schrift, 
betitelt: De origine, situ, moribus et institutis Norimbergae , weld« 
zuerft im J. 1502 zu Nürnberg im Drud erjchienen ift. Der befannte rei- 
fende Humanift und gefrönte Tateinifche Poet hat diefelbe zu Lob und Ehren 
der Stadt, in welcher er ven Lorbeerkranz empfing, verfaßt. Sie ift dem 
15 Rath gewidmet, der ven Autor auch mit einem Honorar von 20 Goldfl. be 
Iohnte!? Im geziertem Latein und dem herrfchenden Modeton der Zeit ge 
fchrieben, zeigt fie fih guch im Inhalt nicht felten überſchwänglich: die Weit- 
heit des Raths iſt natürlich unübertroffen, die Tugenden der Bürger und 
Bürgerinnen find nicht genug zu rühmen. Die Schilderung ift fonft m 
20 Ganzen nit unmwahr, aber in's Schöne gefärbt und nicht felten über: 
trieben. Sie beruht unftreitig auf eigener Anfchauung, aber ohne genanere 
Kenntniß der Dinge. Gar feltfam ift nun die Methode, wie der Autor die 
Bevölferungsmenge der Stadt zu beftimmen unternimmt. Im jeder Wohhe, 
will er (im 16. und legten Kapitel) wiſſen, würden zu Nürnberg gerade 
25 1000 Simmer Korn (fo müffen wir wohl die modii. frumentorum über- 
fegen) verzehrt, und da eine Perfon im Jahr ein Simmer zur Nahrung 
brauche, fo ergebe fich eine Bevölkerungszahl von 52,000 Seelen. Wäre es 
wirffiher Ernft mit diefer Berechnung, fo müßten wir einen außerordent⸗ 
lichen Begriff von der Höhe ver ftatiftifchen Wiſſenſchaft in jener Zeit fallen. 
30 Denn die beiven Poſitionen, von welchen fie ausgeht, fegen die genaugften 
ftatiftifchen Ermittelungen voraus, jorgfältig geführte Liften und Zufammen- 
ftellungen in Betreff ver Conſumtion, an welche damals in aller Weife nicht 
zu denfen war. Denn es ift natürlich etwas ganz anderes, wenn ver Kath 


1. Die genauere Aufzählung ſ. bei rechnung von 1502, |. Anzeiger f. Kunbeb. 
Kiefhaber, Nachrichten zur Geſch. der d. Borzeit 1860, Sp.92. Ich weiß nidt, 
Reichelt. N. Bd. 3, Abth 2, 218. woher e8 Will, Nürnb. Gelehrten=ter. J, 

2. Bevölkerung und Gewerbe des Kö- 191 genommen, daß der Rath anfangs 
nigreich8 Bayern im 3. 1861, herausgg. nur die unanftändige Summe von 8 
vom E. ftatift. Bureau. Goldfl. bewilligt und erft auf Verlangen 

3. Die Ausgabe fteht in der Stadt- des Autors fie erhöht babe. 


1 


1 


>, 


© 


er 


20 


2 


an 


Beilage IV. 505 


® 
der Stadt in der oben angeführten Ordnung vom forn und harnafch’ wäh— 
vend des Markgrafenfriegs ungefähr annimmt, daß für den Kopf ver Bevöl⸗ 
ferung 1 bis 1% Simmer Korn auf ein Jahr genügen, und etwas anderes, 
wenn man eine für fich jelbft fo ſchwankende Schätzung zur Orundlage einer 
ftatiftiichen Berechnung madyen will. Dean follte meinen, Celtes hätte viel 
leichter auf directem Wege die Zahl der Einwohner Nürnberg’s erfahren 
können, al8 auf dem jonderbar von ihm gewählten Umwege. Doch er wollte 
feinen Leſern ebenfo durch Wit und blendenden Scharffinn gefallen, wie 
dem Rath und der gefeierten Stadt durd) Das etwas ſtark aufgetragene Rob 
ihrer Größe und Herrlichkeit; und wir Dürfen e8 daher mit feinen mehr als 
52,000 Einwohnern im 16. Kap. nicht ernfthafter nehmen als im 7. mit 
den 4000 jährlichen Geburten in Nürnberg, die ſogar auf eine Einwohner: 
Ichaft von mindeftens 80,000 bi8 100,000 Seelen ſchließen laſſen würden, 
oder als im 13. mit den 10,000 bewaffneten Unterthbanen ver Stadt, von 
denen 6000 im Gebrauch des Schießgewehrs geübt feien, oder gar mit der 
ungeheuren Zahl von 3000 Sichel und Kriegswagen, an denen fürwahr 
zehn ganze Huſſitenheere hätten genug haben können?. 
Mem fehr geſchätzter Mitarbeiter, Dr. v. Kern, hat in der Note auf 
S. 27 dieſes Bandes noch auf einige andere Argumente hingewieſen, welche 
für eine größere Einwohnerzahl Nürnberg's im 14. und 15. Jahrh., als 
der Cenſus von 1450 nachweist, zu ſprechen ſcheinen. Die Stelle des Me— 
morial von Endres Tucher zunächſt, welche jene Note veranlaßt hat, berichtet 
von dem großen Sterben des Jahres 1437 in und um Nürnberg, in Dör— 
fern und Städten. Man ſchätze, heißt es dort, die Zahl der aus Furcht 
Entflohenen bei 9000, und man meine, daß bei 13,000 Menſchen alt und 
jung geſtorben ſeien. Vorausgeſetzt, daß dieſe Zahlen in der übrigens von 
Fehlern und Mißverſtändniſſen wimmelnden “ofen des verlornen Ori⸗ 


1. Diefe Zahlen find um fo lächer- 
licher, al® Nürnberg zur Zeit der Edition 
der Schrift 1502 nur den geringften 
Theil feines nachmaligen Gebiets bejaß, 
denn die Haupterwerbung desſelben fällt 
bekanntlich erft in da8 J. 1505. Es hat 
übrigens mit den erwähnten ftatiftiichen 
Notizen eine eigne Bewanbtniß. Sie fin- 
ben fich noch de in ber erften Abfafjung 
der Schrift, welche Celtes dem Rath ſchon 
1495 überreichte und die nur handichrift- 
lih vorhanden ift (Nürnb. Stabtbibt. 
codd. cent. IV, sg zu Anfang). Bei 
Meberreihung derfelben erbot Pe Celtes 
zu jeglichen Abänderungen, welche dem 
Rathe etwa gefallen möchten, worauf Die- 


fer aingehend, mit ſehr verbindlichem Dank⸗ 
ſchreiben erwiederte, indem er zugleich die 
Abſicht ausſprach, die Schrift ins Deut- 
ſche überſetzen zu laffen (ſ. die Correſpon⸗ 
denz und die von — Alt ausgeführte 
Ueberſetzung in demſ. Coder Bl. 32 f. 
und BI. 62 ff.). Zwei Jahre ſpäter erbat 
ſich Celtes feine Schrift von dem Rath 
wieber zurüd, um fie zu verbeſſern und 
zu ergänzen f. das Schreiben i in Murr, 
Memorab, I, 214 und die Antwort des 
Raths in dem cit. &od. BI. 34). Erft bei 
der neuen Bearbeitung ift jene em Rath 
ohne Zweifel jehr willfommene Statiftif 
hinzugekommen. 





506 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


ginals, welche dem Zerte zu Grunde liegt, richtig wiedergegeben find, fo 
müßten fie in ter That auffallend hoch ericheinen, wenn e8 wirklich Die Meis 
nung des Verfaflers wäre, daß fo viel Yeute allein aus Nürnberg entflohen 
und dort geftorben ſeien; allein er vevet in etwas verworrener Weiſe bald 
5 von der Stadt, bald von der Umgebung, bald von beiden zugleich (“hie und 
überal umb Nürnberg’), jo daß eind und Das andere fich nicht deutlich, un: 
terfcheiven läßt und jene Summen einer an fich ganz unfiheren Schätzung 
wohl nur auf beide zugleich zu beziehen find‘. 
Gehen wir auf die zweite Hälfte des 14. Jahrh. zurüd, fo ift noch we 
10 niger, als wie mit den Zahlen bei E. Tucher, mit den 8000 Mann amıs 
fangen, welche Ulman Stromer im 3. 1388 zur Zeit des großen Städte 
kriegs aus Nürnberg nad) Hilpoltſtein ausrüden läßt (ſ. Bo. I, Al): 
ſchon darum nicht, weil nicht die Mannſchaft ver ganzen Stadt aufgeboten 
wurde, fondern, wie Stromer ausdrücklich fagt, nur Die von den audgeloo 
15 ten, man weiß nicht wie vielen, Vierten. Yu dem alfo erwählten Stadwoll 
famen fodann die fremden Söldner hinzu, deren Zahl allerdings nicht ald 
überwiegend anzunehmen ift: Stromer erwähnt nur die Keifigen, nämlich 
150 fchwerbewaffnete Yanzenreiter und 150 Schügen zu Roß, es gab aber 
natürlich) au Söldner unter dem Fußvolk; endlich ſchloß ſich eine Menge 
20 beuteluftigen Landvolks an, welches, wie wir aus dem Markgrafenkriege wii: 
jen, bei ven Verheerungszügen in der Nähe nicht leicht fehlte und das mar 
immer ‘gern dabei fah’ (f. die Orpnung Nr. 13 ©. 257, 12 und 258, % 
— 29). Immerhin ericheint jene Zahl ungewöhnlich groß, wenn wir bamıt 
das Nürnbergifche Heer im Markgrafentriege vergleichen, das bei feiner Ge⸗ 
25 legenheit in größerer Stärke auftrat, als bei dem Zuge nach Pillenveut, fir 
welchen ein allgemeines Aufgebot an Jedermann erging: dasfelbe beſtand 
aus 400 Keitern, unter welchen junge Bürger und Bürgeröfnechte, un 
4000 Mann mit Armbruft, Büchſen und Spießen bewaffneten Fußvoll 
f. ©. 203)?. — 
30 Endlich ift noch hingedeutet worden auf die älteften Verzeichniſſe 
der Handwerker in Nürnberg, weldye gleichfalld auf eine anfehnlice De 
völferung jchließen laffen. Ich nehme hieraus Beranlaffung, etwas nähet 


1. Nah Deichßler's Chronik, welche 2. Nur die Zahl der Reiter war einig 
ans guten älteren Duellen compilirt ift Mai noch größer, 3.8. 600 Reifige neben 
(ſ. Eini. ©. XXXIV), ftarben damals 2000 Trabanten S. 168,19. Rad) in 
in Nürnberg 4000 Berfonen. (Bd. I, Ordnungen' aber (Nr. 3—5 und # 
Bl. 53b der Handichr. des Nbg. A.) An- S. 332) beftellte man überhaupt währen 
bere geben die Zahl auf 10,000 und bar- des Kriegs 1000 M zu Pferd, 5un Söld⸗ 
über an und wollen fogar Die Zahlen der ner- und 500 Bürgerpferbe. 

Kiffen einzelnen Kirchipielen Verftorbenen 
wiſſen. 





Beilage IV. 507 


auf die Handwerkerverhältniſſe Nürnberg's im 14. und 15. Jahrhundert 
einzugehen. 

Es find Berzeichniſſe ver Handwerker aus ven Jahren 1363 umd 
1370 vorhanden (Nbg. U. hiſt. Diff. Ar. 232 u. 233); das will fagen, 

5 fie wurden in dieſen Jahren mit vollftändiger Aufführung ver zur Zeit con- 
ceffionirten Meifter eines jeden Handwerks begonnen und dann die fpäter 
eintretenden Beriniderungen durch Streichung der abgegangenen Namen, 
durch Hinzufägung der nen hinzugekommenen in vdenfelben Liften nachge- 
tragen. Die Anzahl der anfangs vorhandenen Handwerker würbe fich bei 

10 folder Befchaffenbeit ver Berzeichniffe nicht mehr beftimmt unterjcheiden laf- 
fen, wenn nicht das von 1363. fie bei den meiften Gewerben ausdrücklich an= 
gegeben hätte. Dagegen find in einem dritten, auf jene beiven folgenden 
Handwerker- und Bürgerbuch von 1429 (a. a. D. Nr. 234) nur die fett 
diefem Jahre neu aufgenommenen Meifter fortlaufend bis 1462 einge- 

15 fehrieben. 

Das erfte von dieſen Verzeichnifien, das vom I. 1363, erſcheint uns 
aud in Rüdficht auf die Art und Mannigfaltigfeit der zur Zeit betriebenen 
Gewerbe wichtig genug, um daraus ſowohl die Benennungen von dieſen ald 
auch die Anzahl der Handwerksmeiſter eines jeden hier mitzutheilen!. 


20 Summa Summa 
1. Sartores (Sneider).. 76 15. PBantberaiter . . . . 12 
2. Deutlr . . 2»... 3016. Node 2.2200. (6) 
3. Blur . 2... 12 17. Tummalr .... (17 
4. Plehhantfhuer . . . 21 18. Bigenjmit, Flachſmit, Knopf⸗ 
35 5. Samürhen -. ... (M fmit, Steiffer . » .». 9) 
6. Radler und Drotfmit -. 22 19. Hufnitt . .».... 22 
7. Meffingfmit, Gürtler, Zin- 20. Pfannenfmt .... 5 
giezzer, Spengler . . » 33 21. Sale . 20.2. 08 
8. Bin . 2 2020. 34 22. Calciatores (Schufter) . 81 
9. Wagner . x. 22 .. 2023. Reugen .o 2.0.0. 937 
10. Schremr . .... 10 24. Soltfmit. . 2... 16 
11. Flafchenfmive (auch Flaſch⸗ 25. Websler . 2... 17 
Me) 2 nen 15 26. Cultell. (Cultellarii, Mef- 
12. Haubenfmt . ... (6) jrer) . 2: 200. 73 
35 13. Reuggenflogger - - » » 24 27. Klingenfmit . ... .» (8) 


14. Bizzer, Sporer, Stegraiffer 19 28. Kanelgieger . .. . 14 


1. Wo Die Anzahl der Meifter in der unterſcheiden laffen, ergänzt, aber in 
Handſchrift ſelbſt nicht angemerkt ift, habe Klammern gefett. Weber die Bedeutung 
ich fie, jo weit Die von erfter Hand ge- einzelner Benennungen ſ. das Gloffar. 
chriebenen Namen fih von den andern 


508 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Summa Summa 
29. Zafhner . » 2... 22 42. ©ailer. ...2...% 
30. Sntihuer . . ... 12 43. Lapicide (Steinmegen) . (9) 
31. Peautlr . . 2... 12 44. Carpn. (Carpentarit, Zim⸗ 

5 32. Piftores (Peden) . . . 75 melden)... ..2 16 
33. Swertfegen . . . . » 7) 45. Sat . ..... 1 
34. Kürfner . 2.2. . (57) 46. Spigler, Ölafer ante por- 
35. Ölfr .. 220% (11) tam! (dabei auch Pater: 
36. Mil . 2. 22.2.6 nofterer, jo wie bei Nr. 34) 23 

037. Loder ....... 28 47. Irher....... 85 
38. Suter . 2.2... . 20 48. Veorer . 2 22 20% 60 
39. Tuhfherer . » » . » (10) 49. Carnifices (Bleifchhader) 71 
40. Suter . 2.22 .. 17 50. Berber. . . 2.0.0.9) 
41. Bilder. - » 22.2 ..20 


15 In dem nad ganz anderer Ordnung angelegten fpäteren Verzeichniß 
von 1429 find dann noch eine Menge nener Benennungen hinzugekommen, 
wohl nicht weil die Gewerbe ſelbſt neu waren, ſondern weil fie erft aus ver 
Gemeinfhaft mit andern ausgefchienen wurben, wie 3. B. Rothſchmiede, 
Drechsler, Tüncher, Dachveder, Bfragner u. a. m.? Auffallend ift beſon⸗ 

20 ders die große Mannigfaltigfeit der Schmiede- und Waffenhanpmwerfe, veren 
e8 beinahe für jedes Waffen- und Schmudftüd ein eigenes gab und wierer 
neben der anfehnlichen Anzahl der Handwerker diefer Art, wie 3. B. der 
Mefferer, die fehr geringe der Schreiner und der Bauhandwerker. Aller: 
dings hat fich Nürnberg von jeher in der Schmiedekunſt hervorgethan, aber 

235 man machte überhaupt noch wenig Anſprüche an häusliche Einrichtung und 
Bequemlichkeit; um fo größer war Dagegen das Bedürfniß wie der Yurus in 
Küftungen, Waffen, Pferdegeſchirr und vergleichen. Die größten Zahlen 
weifen, neben den Metallarbeitern, bier wie überall die Schneiver und Schu: 
fter, die Metzger und Bäder auf. 

30 Daß nun diefe Zahlen in einen gewiffen Berhältni zur Bevölkerungs 
menge ftehen, ift an ſich far. Nur darf man nicht überjehen, daß es dafür 
feine fichere Proportionalzahl giebt. Selbft in der Gegenwart ftellt fid an 
ein und demſelben Orte fchon in einem furzen Zeitraume das erwähnte 
Zahlenverhältniß als ein merklich verfchtevenes dar. In Nürnberg z. B. 

35 famen im allgemeinen, wenn anders die offictellen ftatiftifchen Tabellen zu: 


1. D.i. in ber Borftabt; ſ. u. beider bis Mitte bes 16. Jahrh. im Journal zur 
Bürgeraufnahme. Kunſtgeſch. Th. 5, 37—179 und Zuſthe 
3. Bergl. auch v. Murr, Berfuch eir dazu in Th. 13, 3—73, 
ner Nürnb. Handwerksgeſchichte vom 13. 





Beilage IV. 509 


verläffig find, im I. 1847 bei einer Gefammtbevölferung von 50,460 See- 
fen auf 17 Einwohner ein Meifter und auf 12 ein Gehülfe; Hingegen im 
3. 1861 bei einer Geſammtbevölkerung von 62,797 Seelen ſchon auf 16 
Einwohner ein Meifter und auf 11 ein Gehülfe!. Die Anzahl der Bäder 

5 war im I. 1847: 81 Meifter und 265 Gehülfen und Lehrlinge; hingegen 
im 3. 1861: 94 und 302; die der Megger im J. 1847: 64 Meifter und 
121 Gehülfen; hingegen im 3. 1861: 109 und 126°. 

Wenn nun fchon innerhalb einer fo eng gezogenen Zeitgrenze die Pro- 

portton der Bevölkerungsmenge und ver Zahl ver Gewerbtreibenven, felbft 

10 bei den für den nächſten unmittelbaren Conſum in Brod und Fleifch arbei- 
tenden Gewerken, ald eine fo ſchwankende erfcheint: fo kann man noch viel 
weniger ficher darauf bauen bei gänzlich verjchievenen Gewerbs- und Ber- 
fehröverhältnifien in früheren Jahrhunderten. 

Denn was die Ausübung der Gewerbe im allgemeinen betrifft, jo weiß 

15 man, daß dieſe weit mehr als heutzutage ausſchließlich auf die Städte be— 
ſchränkt war, jo daß ſchon aus diefem Grunde die Zahl der Gewerbtreiben- 
den in venjelben eine verhältnigmäßig größere fein mußte, als gegenwärtig, 
wo der Gegenfag zwiſchen Stadt und Yaud, befonvers in der Nähe ver grö- 
Beren Stäbte und bei ven fabritmäßig betriebenen Gewerben, immer mehr 

20 verjchwindet. 

Unjere alten Handwerferverzeichniffe aber geben nicht: Die Anzahl ver 
gewerbtreibenden Perſonen eines jeden Handwerks, Meifter, Gefellen und 
Lehrlinge, fondern allein die der Meifter an. Wäre es nun aus den eben 
angegebenen Gründen ſchon fehr bedenklich, aus der ganzen Zahl ver Ge— 

25 werbtreibenden, wenn wir fie wüßten, einen Schluß auf die damalige Be- 
völferungsmenge zu ziehen, fo ift es aus der unvollſtändigen geradezu un- 
thunlih. Denn was nüßt es, bloß die Zahlen der Handwerks meiſter des 
14. und 15. Jahrh. und die der Gegenwart neben einander zu ftellen, wenn 
doch die gleiche Anzahl ver Meifter zu der einen oder andern Zeit feines- 

0 wegs auch denſelben Umfang des Geſchäftsbetriebs und der Kundſchaft be- 
deutet? Jene Handwerkerliſten enthalten hinſichtlich der Gefellen und ver 
Lehrlinge (Lohnknechte und Lehrknechte, wie fie dort heißen) nur die allge: 
meinen Beftimmungen, wie viel derfelben in jeden Gewerb von den Mei- 
ftern gehalten werben durften. “Wer mer fneht bet, denn im gefeßt wer”, 

35 heißt e8 im Eingang der Liſte von 1370, oder welher dem andern feinen 


1. Die Bevölkerung und bie Gewerbe 2.4. a. O. S. 32. Zu den Bädern 
des Königreichs Dagern im 3. 1861 find als befonbere® Gewerbe noch Die 
raues. von dem k. ſtatiſt. Bureau. Kuchenbäcker, Pfefferküchler und Condi⸗ 

toren binzugefommen. 





510 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Branbenburg. 


diener oder vienerin hat abgedingt vor dem zill, unter welchem hantwerk 
daz wer, der daz Äberfür, der fol ewygklich von der ftat fein’, d. h. aus ihr 
verwielen fein. Die erlaubte Zahl der Geſellen und Lehrlinge war aber 
eine Außerft beſchränkte. Vielen Handwerkern waren nur ein Geſell und em 

5 Lehrling, andern nur zwei Geſellen mit einem Lehrling, fehr wenigen drei 
oder mehr Geſellen geftattet. Freigegeben war Die Zahl beider Art Gehülfen 
(‘die mügen kneht haben als vil fi ir beduͤrffen zu ir notorft') nur den Schnei- 
dern und Schuftern, ven Goldſchmieden, Kürfchnern, Stafern und Maler, 
endlich den Metzgern und Bäckern!. 

10 In Anſehung der verhältnißmäßigen Zahl der Handwerksmeiſter im 
Bergleicd mit der der Gewerbtreibenden überhaupt, fo wie mit der der Be 
völferung einer Stadt, fommt am meiften das verfchtevene Verfahren in Be 
tracht, welches, fei e8 durch Das Herkommen oder die Gefeggebung, vurd 
politische Grundfäge oder die Umflände und Iocalen Berürfniffe beftimmt, 

ı5 bei der Aufnahme neuer Bürger und Handwerksmeiſter zu der einen oder 
andern Zeit befolgt wurde. Hierüber zum Schluß noch einiges Nähere fir 
Nürnberg. 

Die Verleihung des Bürgerrechtd oder Burgrechts (purkrecht') geſchah 
dur den Rath, vor dem Schultheiß, dem wortführenden Bürgermeifter 

20 (Frager) und den Schöffen?. Sie war bis in die leßten Zeiten des 14. Jahr: 
hunderts, wie e8 jcheint, an Feine andere Bedingung geknüpft, als daß zwei 
Bürger für den Neuaufgenommenen als Bürgen haften mußten?. Diele 
Bürgfchaft bezog fi) vermuthlich ſowohl auf Die perſönliche Freiheit und die 
Unbefcholtenheit, als auch auf das Auskommen des neuen Bürgers. So wie 

25 beftändig Neubürger aufgenommen wurden, fo gaben wieder Andere ihr 
Burgrecht auf. Es wurde' jedoch verordnet, dag wer fein Bürgerrecht auf: 
geben will, perfönlich bei vem Rath darum nachſuchen und fi zur Zahlung 
der nächft fälligen Loſungsſteuer verpflichten foll*. Der Rath entzog das 
Bürgerrecht durch Verweiſung aus der Stadt, die häufig als Strafe vor: 

30 fommt°. 


1. Rah dem Berzeihniß von 1363 
verglichen mit dem von 1429 in ben an- 
geführten Codd. 232 und 234. 

2. ©. Riimberger Polizei - Orbnun- 
gen aus dem 13 — 15. Jahrh., herausg. 
von Baader, ©. 14. 

3. In den Berzeichniffen der Neu- 
bürger find die Bürgen mit aufgeführt. 
Das Ältefle von 1302—1315 befindet fich 
in dem Pergamentcober Nbg. A. hiſt. 
MN. 228, zu Anfang; das folgende bie 
1330 ebend. Nr. 229. 


4. Polizei⸗O. S. 13. 

5. Ein auffallendes Beiſpiel, daß 
bloße Beſcholtenheit auf Anzeige des Pfar⸗ 
rers die Verbannung nach IF ;% findet 
fih im dem Pergamentcoder Kr. 314, 
welcher die bei Baader abgebrndten Poli⸗ 
a eig ach ‚ wo * 109 
ein Namensverzeichni t mit folgender 
Einleitung: Ez bat unſer herr maifer 
Herman der pfarrer uns zwene brief geben 
verfigelt mit feinem infigel, daz bie leut 
alle verlemmunt fint, die hernoch geferiben 





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Beilage IV. 511 


Erſt in den letzten Decennien des 14. Jahrh., wie e8 ſcheint, wurden 
erfehwerende Bedingungen an die Bärgeranfnahne gefnüpft; hingegen ift 
von der früher geforderten Bürgſchaft durch zwei andere Bürger nicht mehr 
die Rede. Der nene Bürger foll, wurde durch Rathsdecret von 1375 vers 
ordnet, von 500 8. HI. Werth 10 Gulden für das Burgrecht zahlen!. 
Im J. 1382 wurde zunächſt für die folgenden fünf Jahre, vermuthlich in 
Ausfiht auf den großen Städtekrieg, deſſen vorbereitende Bewegungen ſchon 
begonnen hatten, ein neuer Bürgereid vorgefchrieben und kamen noch andere 
bemerfenswerthe Beſtimmungen in Betreff der Bürgeraufnahme hinzu. Die 
neuen Bürger follen in den nädjften fünf Jahren nur in eimer der Vore 
ftädte, d. h. eimem der erweiterten Stabttheile zwifchen ven äußeren und 
inneren Thoren wohnen, außer wenn einer fih em Haus nm minveftens 
50 Gulden (Goldgld.) in der ‘rechten’ d. i. inneren Stadt kauft und die 
Loſunger ihm das Hereinziehen geftatten?. Es wird alfo hier gewiſſermaßen 
ein Doppelte® Bürgerrecht, eine der inneren und eines der Äußeren Stadt, 
als ein beſſeres und ein geringeres unterfchieden. 

Es gab aber no ein drittes: eine Nieverlaffung ohne Bürgerrecht. 
Es wurden nämlid auch Nichtbürger im die Stadt aufgenommen, melde 
gleichfalls einen Eid der Irene und des Gehorfams, ähnlich wie die Bürger, 
zu leiften hatten, aber jederzeit von dem Rath wieder fortgeſchickt werden 
fonnten: ein Berhältnig, welches befonders auf die hereinziehenden Tage— 
löhner oder Tagwerker' Anwendung fand?®. 


Rende. und darumb hat man in ber ftat 
verboten ewiclich’. Es find in dem einen 
Brief einige 4U, in dem andern einige 30 
Namen, darunter auch Frauen, Töchter 
und Mägbe. 

l. ©. das Decret bei v. Murr, Jour⸗ 
nal zur Sunkgeie xc. Th. 15, 93. 

2. Dieſe Statuten von 1332, welche 
großentheils in Die Sammlung der Poli- 
zeiorbnungen (ſ. bei Baader a. a. O. 
S. 25) übergegangen find, finden fich in 
Eob. 233 der hift. Mſſ. nad dem Hand⸗ 
werferverzeihniß und unmittelbar vor 
dem Berzeichni ber neuen Bürger feit 
1382 bis 1429. Die citirte Stelle, worin 
die Unterfcheidung zwiſchen ber äußeren 
und inneren Stabt vorlommt, lautet 
wörtlich: “Und fol auch ir Yeglicher bie 
nebften fünf jar in ber vorftat einer vor 
Lauffertor ober in der vorftat vorFrawentor 
ober Spitalertor ſiezen und fi in ben- 
jelben jaren wicht in Die rechten ftat ziehen 
per niderfeßen on des Rats wort, ez wer 
auch dann daz er ein haws Tauft mb 50 


Id. oder mer umb par gelt auf khein 
ei ‚ ba er berfelben zeit inne jeß: fo fol 
er dannoch nicht im die rechten ftat ziehen 
noch fich niderſetzen, denn mit willen und 
willen der lofunger und er ſey vor von in 
gevertigt on geeb. 

3. Der Eid der Tagwerker findet fich 
in dem jchon mehrmals erwähnten Cod. 
233 unmittelbar nad dem Verzeichniß 
der Reubürger von 1386; der Schluß 
lautet: ‘und daz er auch nicht anders 
wurk noch arbeit dann tagwerl bey dem⸗ 
felben eyde, im erlauben ez dann die bur- 
ger vom Rat, auch ſol in diß eybe an dem 
purfrechten nicht furtergen’ (d. b. ihm 
nicht zum Bürgerrecht verhelfen). ‘wann 
im bie burger urlaub mugen geben und 
in varen mugen laffen warn de wollen’. 
Hierauf folgt Die Ueberſchrift: "Die ber- 
nach geichr. tagwerker haben alle diſen 
eyde gefivoren und fullen doch fein purl⸗ 
recht nicht haben’. Nicht bloß Tagwer⸗ 
fern wurde in biefer Weife das Wohnen 
in der Stabt erlaubt; z. B. im 3. 1409: 


512 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


In den 90% Jahren, nach Beendigung des großen Städtefriegß, zeigen 
die Bürgerliften eine auffallende Vermehrung der Bürgeraufnahmen. Die 
größte Zahl fällt in das Jahr 1393, wo fie fi auf mehr ald 600 beläuft; 
darunter waren aber gegen zwei Drittel bloße Tagwerker'. Dan hielt & 

5 daher bald wieder für nöthig, einem allzu Tiberalen Berfahren durch en 
neues Statut zuvorzulommen. Es iſt verorbnet worden Durch die Mehrkeit 
ver Schöffen, des Raths und der alten Genannten, heißt e8 in dem Rath 
decret von 1407, daß man Niemand als Bürger annehmen joll in die innere 
Stadt, er habe denn 200 Guld. Werth oder mehr, und Niemand in die 

10 Borftadt, er habe denn 100 Guld. Werth oder mehr; und man fol audı 
Keinem, der zuvor Bürger hier ift, Meifterwerf erlauben, er habe denn 30 
Guld. Werth over beſſer außer feinen Kleivern und Hausgeräth, und es ſoll 
auch Fein Bürgermeifter in den nädhften zwei Jahren darum eine Trage thun 
(d. i. einen Antrag ftellen), es fei denn, da Gebrechen an einen Handwerk 

15 wäre. 

In dieſem Decret ift nichts über das Antrittögeld der neuen Bürger 
gejagt und eine allgemeine Beftimmung über die Zahlung und den Bemag 
vesfelben finvet ſich überhaupt nicht weiter. Wir fehen aber aus den Bür— 
gerverzeichniffen wenigftens feit 1400, daß ein Jolches von den meiften neuen 

20 Bürgern zu verſchiedenem Betrage zwifchen 1 und 5 Gulden, bisweilen aud 
mehr, erhoben wurde. Bei einer Reihe von Sölpnern ift bemerkt, daß ſie 
der Stadt zwei Jahre um das Burgrecht dienen follen. Tagwerker um 
Knechte zahlten für vie. bloße Aufnahme in. die Stadt in der Regel nichts. 
Bisweilen wurde aber auch das Bürgerrecht aus befonderer Bergünftigung 

25 unentgeltlidy verliehen, 3. B. im Verz. von 1402: “Albrecht, unfer frawn 
der fungin koch, dedit nihil und mag in der innerftabt figen’. 

Ebenfo wie die Zulaffung neuer Bürger war aud) die Verleihung de 
Meifterrechtd von ver Entfcheivung des Raths abhängig. Häufig erfolgt 
‚die eine und die andere zugleih. Im den Bürgerliften finvet es fich auf 

30 verzeichnet, wenn Bürgerſöhnen das Meifterrecht gewährt wurde?. Ad 
dein vorhin erwähnten Statut von 1407 forderte man von Solchen, die 
vorher ſchon Bürger waren und Meifter wurden, nody einen neuen Ber: 
mögensausweis. Auch ein Antritts- oder Einkaufsgeld, welches für dei 


Jobs Kapfer ftulfchreiber dedit 1%, guld., Urbani anno 1407. Sein Inhalt if 
iſt hynnen erlaubt, Dieweil er fint aufgenommen in die Sammlung MT 
leret’. Polizei⸗Ordnungen, f. bei Baader ©.>, 

I. Das Driginalbecret fteht aufeinem wo die Nachweifung fehlt. 
eingehefteten Pergament im Cob. 233, 2. 3.8. a. 1401 a. a. O. Cod. 23. 
unmittelbar nach den vorhin erwähnten "Sighart Fliefenmantel filius civis, mal 
Statuten von 1382, act. feria VI ante _fterrecht, rotjmid’. 





Beilage IV. 513 


Meifterreht an die Stadt gezahlt werden mußte, wurde im Laufe des 15. 
Jahrh. bei den meiften Handwerken eingeführt!'. Man fand es ferner für 
nöthig, bei einzelnen Gewerben, wie die Zahl ver Lohnknechte und der Lehr— 
fnechte, welche ven Meiftern zu halten erlaubt war (f. oben), auch die Zahl 
5 der Meifter ein für alle mal feitzujegen, fo daß nur nad Abgang eines 
Meifterd wieder ein Meifterrecht verliehen werben fonnte. So beftimmte 
Ihon ein Statut vom J. 1402, daß Blechſchmiede nicht mehr als 15 fein 
ſollen; jeder fol im Jahr nicht mehr als 26 ‘plechvaß’ verfertigen; und 
wenn ein neuer Meifter nad) Abfterben eines alten ernannt wird, fo foll 
1er 20 Guld. zahlen; ferner ein anderes von 1420, daß nicht mehr als 
80 Färber fein follen und jeder foll ſchwören, daß er “über ver bürger geld', 
d. i. außer dem für einen Bürger erforderlichen Vermögen, nody 200 Sul. 
Werth befige; der neue Meifter aber hat 50 Guld. zu zahlen?. Und hier- 
mit find wir ſchon bei den eigentlichen Zunft und Meifterprivilegien ange- 
5 langt, deren Mißbrauch der Rath, nachdem er fie begünftigt hatte, dann ver- 
geblich wieder durch Verordnungen abzuftellen ſuchte; als aber in dem Kriegs- 
jahr 1449/50 die Bäder es gar zu arg trieben, rief er fremde Bäder vom 
Lande herein und ftellte dieſe bei ven Stapdtbädereien für Tohn an (Ordnung 
Ir. 30). 
Aus dem Vorſtehenden ergiebt ſich, daß bi8 in die fetten Zeiten des 
14. Jahrhunderts, gleih wie im vorausgegangenen 13., in Anjehung der 
Aufnahme neuer Bürger und Handwerker noch eine Art von Yreizügigleit 
herrſchte, hingegen die Erjchwerung des Bürger- und Meifterrechts Haupt- 
fächlich erft im 15. Yahrhundert ven Anfang nahm. Jene früheren Iahr- 
hunderte find überhaupt die Zeit des noch im Fluffe befindlichen Werdens 
und des kräftigen Wachsthums, dann folgt der Stillſtand und die Cryſtalli— 
jation, die Ausbilvung der birgerlihen Stanvesunterfchieve, wie die Ab— 
ſchließung des Patriciats, ſo die Befeſtigung der Zunft⸗ und Meiſterpri⸗ 
vilegien. 
1. Die betr. Statuten find im Hand- 2, 3 bis 4 Guld.; höher war fie, wo die 
werkerverzeichniß feit 1429 (God. Nr. 234) Zahl eh beſchrunkt wurde. 


bei den einzelnen Handwerkern angeführt. O. unter Plechſmid' und 
In der Regel betrug dieſe Meiſtergebühr Berber” 


Staͤdtechroniken. IL. 33 


V. 
Urkundliche Beilagen!. 


1. 


Tehdebrief des Markgrafen Albredt 
5 d. d. 29. Juni 1449. 


(Orig. im Nbg. Arch. 8. 60. VII, Bb. 4, Nr. 18.) 


Albrecht von got? gnaden marggrave zu Branndburg und buragrave 
zu Nurmberg. 


Wiffet burgermeifter, rate und gemeyn der flat zu Nurmberg, ald ir 

10 Conraten herren zu Haided, der an und und den unjern groffe untat getan 
und fwerlich verhandelt hat, als ir des gruntlich von und underrichtet feit, 
uns bißher gewaltiglich vor vertaidingt, ime auch hulff, rate und zulegung 
mit verfehung ſeins ſloß getan und leczſt gefagt habt, das ir ine nicht nad; 
lafjen junver ime helffen wollet; auch darumb, das ir ung mit gemalt on 
15 recht an unnjer herſchaft unrecht getan habt, teglichen thut und uns audı 
unnjere clofter bey euch, die unſer enlich und vetterlich erbe fein, wor halt: 
darumb wollen wir und alle, die wir auf ewern ſchaden bringen mugen, 
ewer, aller der ewern und aller ewer helffer und helffershelffer feindt fen 
und des unnfer furftenlid) ere gein euch und allen obgeſchriben bewart haben. 

20 zu urkunde dig briefs mit unnferm aufgenrudten infigel verfigelt, geben 
am funtag fant Peter und Pawls tage anno Domini zc. quadrageſimo none. 
[Driginal auf Papier mit dem rüdtwärts ferien marfgräflichen ge. 


— Unten: ‘prefentata ee Marie (2. Juli) 12 bora die’. — 
Veyndsbriff marggraff Albrechts’.] 


1. Die Noten zu diefer Beilage find von Dr. v. Kern hinzugefügt. H. 


Beilage V. 515 


2. 
Nürnbergifche Abſag wider margraf Albredt. 
2. Zuli 1449, 
Briefbuch Nr. 20 im Nbg. Arch., BI. 84.) 


5 Hochgeborner fürft und herre, herr Albrecht marggrafe zue Branden- 
burg und burggrafe zu Nuremberg, nachdem und ir euch ſprüche und anvor- 
derung gen dem edelen herrn Eonraten herrn zuͤ Heided, und und unjerm 
commawn fürgenomen und uns darumb gen furften und herren menigfel- 
tiglich verungelimpft und verclagt habt, doch unpillidh, angefehen das wir 

10 euch darumb furfomen und rechtlichen austräge für den allerdurdhleuchtigften 
fürften unfern gnedigften herrn, herrn Fridrichen romifchen Funig zc., der 
ewer und unfer rechter, naturlicher und ordenlicher herr und richter tft, all- 
zeit volliglich gebotten haben, und wann nuͤ fein kuniglich maieftat als ein 
liphaber des friden von funiglicher gewalt auf folich unfere redliche, gebur- 

15 lihe und vollige erbietung alfo von uns auf fein kunigliche durchleuchtigkeit 
getan, euch ernftlich bewolhen und gebotten bat, ung einiche vehde, ſcheden, 
noch anders außerhalb rechtens nicht zu zu ziehen, jo dann feiner Funiglichen 
gnaden brife, euch darumb zugejandt, clerlid außweiſen 2c., und ir nuͤ nicht 
allein unfere rechtliche, redliche und vollige erbietung verjlagt, ſunder auch die 

20 obgerürten Eunigliche zimliche verpote veracht, und aud) ein ungeburliche, un= 
pilliche veintfchaft zugejchriben und in dem felben ewerm veintsbrief nemlich 
berürt habt, wie wir euch mit gewalt on recht an ewrer herichaft unrecht getan 
haben und teglich tin und euch die clofter bei ung, Die ewer enlich und vetter- 
(ich exb fein jullen, vor halten, daran und gancz ungutlichen gefchicht, und 

25 daruber von euch, ewern heiffern und beylegeren unerfolgt, unerclagt und 
unerlangt aller pillichen rechten ubergriffen, vergewaltigt und beſchedigt und 
zu notwere gedrungen werden, des wir liber vertragen weren: und darumb 
im crafft folicher notwer, darzu wir, alfo vorgemellt ift, gedrungen werden, 
wellen wir fur uns, unfer commawn mitfampt unjern helffern, beilegeren 

30 und gewantten und allen den, die wir auf ewern ſchaden bringen mügen, 
ewer, ewrer lande und leute, auch aller und iczlicher ewer helffer heiffers- 
helffern, beylegeren, e8 fein furften, geiftlih oder werntlid, grafen, herrn, 
ritter oder knechte und aller der ewern und die eud) gewandt fein und zu 
verjprechen fteen, veinde fein und des umfer ere fur uns, unfere commün, 

35 helffer, heiffershelffer und alle die unfern und die uns gewandt fein, erberg- 
lich bewart haben. und beporfften wir eynicher bewarung mer, wie, warumb 
oder welicher mafle die notturftig oder gepurlich were, die wolten wir mit 
diſem unferm offen brief auch getan haben und nicht pflichtig fein. mit 
urfunde Diez brief, verfigelt mit unfer ftat fecrete zu ruck aufgedrucktem in⸗ 

40 figel; der geben ift am mitwoch unfer liben frawen tag, vifitacionis zu latein 
genant, ein ore vor nachts anno ıc. 49mo. 


Burgermeifterr, rate und gancze gemein 
des heiligen reichs flat zu Nuremberg. 


33* 





5 


10 


15 


516 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


3 


Brief des Königs Rene an den Markgrafen Jakob von Baden. 
17. November 1449. 


(Fasc. 377, Nr. 98 des Bamberger Archivs. Gleichzeit. Abfchrift *.) 


Allerliepfter bruder?, wir haben empfangen uwern brieff innbaltend 
von dem unrechten, Das die von Nüremberg und andere ftette unferm Tiepften 
neven, dem marggrafen zu Brandemburg, ewerm fün, und andern furften 
und herren, finen helffern, der ir eyner find, tun wollent, und damit bittend, 
angejehen follich Lieb und ſunder fruntfchafft, die von langzyt her zwuſchent 
uch und uns ift, das wir umer helffer werden und ud) damit zu wiſſen tun 
wolten, was antwurt unfer herre der fonig zu Yrandrid, geben habe over 
geben werde der ftette bottichafften, ob die zu im gewefen weren oder ned 
femen, und das wir gegen unferm herren daran fin wollen, das er ine feyn 
hilff tüge ſunder den finen aud) zu gebieten, ſollichs nit zu tümd. allerliepfter 
bruder, daruff wollent willen, das nit allein in diſen, ſunder in allen andern 
grofjern jachen, Daran wir herfennen mochten, Die antreffen wurden uwer 
und der umern ere und nüß, wolten wir zu allerzyt lib und güt zu uch feten, 
als wir warlich wifjen, das ir fur uns und die unſern aud) teten; und dar: 
umb jo haben wir ußgerichtet Johann, uwern fecretarien, mit Jollichen briefen, 


20 ald er an und hat begeret? und damit unferm Liebften fün dem berkogen 


von Calabre“ gejchriben, das er in glicher form audy fine brieff geben folle. 
und von der von Nuremberg und ander ftette wegen, die hand zu dem ege 
nanten unferm herren dem konig noch nit geſchicktꝰ, aber wir haben mit im 
der fache halb gerett; hat er und geantwort, were, das fie zu im fenden wih: 


25 den, fo wolt er ine wedder hilff noch buftant tun, noch geben, ſunder er wolk, 


allen den ſinen gebieten, das fie Deöglichen auch tügend, als ic des eigentlih 
von dem egenanten uwerm fecretarien underrichtet werdent. allerliebiter 
bruͤder, ift eynich Ding, das wir fur ud) tun fonnen, fo ir uns das verkun 
dent, wollen wir und darinn mit hilff gott®, der uch in finer heiligen hut 


so wolle haben, mit gutem herten gern mügen. gejchriben zu Rouen uff den 


17den tag des monat novembris® anno 2c. 49mo, 
Umer brüder der fonig zu Secilien, hertzog 
zu Anja, zu Bar und zu Yuthringen x. 
An unfern allerliepften bruder den marggrafen zu Baden. 


11. wolten' fpäter in ‘wollen’ eorrig. 16. groff.' über der Zeile eingefchaltet. 27. In 
ber Hoſchr. allerlebſter'. 


1. Wahrſcheinlich einem Briefe des berg einen ſolchen hätte übergeben laſſen, 
Markgrafen von Baden an Markgraf Al- findet fich weiter feine Spur. 
brecht beigejchlofjen. 4. Rene's ältefter Sohn Johann, den 
2. Wende und Markgraf. Judo Grin eh 5 Herzogthun 
Gemahlinnen waren Schweitern, Töchter 5. Das oben 403, 35. erwähnte 


des Herzogs Karl von Lothringen. Bl. 
Te in die Gef. v. Baden II, a VI iR son Menden u 
. 4 


1450 erlaſſen worden; vgl. unten Seite 
3. Baptheinug die Fehdebriefe. 519. 
Davon, daß König Kent auch an Nürn- 6. Rene war wenige Tage vorber 


Beilage V. 0 517 


4. 


Schreiben des Raths von Nürnberg an bie Univerfität Paris 
und verfhiedene andere Hochſchulen. 


8. Mai 1450, 
(Briefbuch Nr. 20, BI. 396b—397«.) 


Venerabilibus, egregiis, spectabilibus atque scientificis dominis 
doctoribus et magistris alme universitatis studii Parisiensis, dominis et 
fautoribus nostris carissimis. 


Venerabiles, spectabiles atque scientifici domini, post felices ad 
vota successus, quidquit poterimus obsequü, honoris et reverencie. 
intumescentibus differentiarum procellis, que non sine generali dispen- 
dio imperii harumque terrarum depopulacione et iactura manifesta inter 
illustrem principem dominum Albertum marchionem Brandeburgensem 
suosque complices et fautores ex una, ac nos et nonnullas civitates im- 
periales partibus ex altera discriminosa fluctuant tempestate, nonnulli 
sacri imperii principes pro sedandis huiusmodi turbacionum fluctibus 
plures dietas amicabiles duxerunt instituendas. ad quarum dietarum 
singulas nuncios nostros viros ydoneos pacisque zelatores elegimus 
transmittendos, ut auditis in dietis ipsis causarum meritis justicia 
nostra clarior refulgeret. in quibus dum per tractatus varios illusisque 
omnibus responsionibus nostris quantacumque racione clarescentibus 
nulla pacis media per principes ipsos inveniri potuissent; nisi quod 
ipsi domino marchioni pro extinguendo furoris sui incendio, quem 
contra nos indigne conceperat, magnam summam peccuniarum dare 
deberemus ; ad quam erogandam dum minime teneri dinosceremur, 
obtulimus nos, ut guerrarum pericula de medio tollerentur et pacis 
foverentur solacia, super singulis querelis per dictum dominum mar- 
chionem productis de stando iuri coram serenissimo principe et domino 
domino Friderico romanorum rege etc. domino nostro generosissimo, 
cuius sacre maiestati nedum ipse dominus marchio, tamquam principis 
imperii, verumetiam et civitas nostra, velut preclarum membrum eius- 
dem, sacramento fidelitatis et subiectionis astrieti obedire tenentur, 
recepturi coram maiestate ipsa pro meritorum qualitate justicie com- 
plementum. quodquod idem dominus marchio tunc amplecti recusavit. 
exhibuimus nos submittere declaracioni reverendissimorum patrum et 
dominorum Anthonii Bambergensis, Götfridi Herbipolensis, Petri 


19. caus. unveutlich corrig.. 28. destando iuri undtutlich corrig. 32. Es fönnte auch 
tenemur gelefen werben. 


nach Uebergabe der Stabt von Seite der im Rouen eingezogen. Vgl. Calmet, hist. 
Engländer mit dent franzöfifchen Könige de Lorraine II, 847. 





518 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Augustensis et Johannis Eystettensis episcoporum, necnon illustrium 
principum et dominorum domini Ludvici comitis palentini Reni, eo 
tempore in humanis agente, tunc presentium, et domini Heinrici ducis 
Bavarie absentis, sibi sanguinis ydemptitate coniunctorum , videlicet, 
5 an ipse dominus marchio oblacionem nostram huiusmodi tam debitam 
tamque condignam coram maiestate regia velut domino et judici suo 
vero, immediato et naturali amplecti deberet, aut si ad ulteriora ex- 
pedicionum genera offerre merito teneremur. quod etiam idem domi- 
nus marchio inire contempsit, in danda sibi ut premittitur peccunia 
10 dumtaxat persistendo, desiderans nos per guerrarum discrimina ipsi 
sacro imperio subripere et sue, quod absit, subicere potestati. quod 
dum ad audienciam regie celsitudinis pervenisset, sacra maiestas volens 
huiusmodi dissidiis remedio oportuno obviare eidem marchioni aucto- 
ritate regia dedit in mandatis, ne contra nos quidquam de facto attemp- 
15 tare presummeret sed differencias huiusmodi via juris pocius quam 
armorum coram serenitate sua, prout equitati congrueret, terminare 
deberet. sed idem marchio spretis mandatis regalibus atque domini et 
judicis sui naturalis, cui tamen ut premittitur omni honore et reveren- 
tia obedire tenetur, nos ausu temerario diffidavit nobis contra deum 
20 et equitatem irrecuperabilia inferens incommoda dampnorum. quare 
pro nostra iusticia defendenda, quam uti confidimus manus altissimi 
naufragari non patitur, dignum duximus, arma resistencie contra 
hostem nostrum eundem capescere et iniuriam nobis illatam propul- 
sare; ut unde ipse adversarius noster in lesionem imperii atque 
25 nostram sibi compendium captare credebat, inde sibi, assistente nobis 
dextera regis regum, sentiat dispendium imminere. ceterum cum idem 
adversarius noster apud reges et principes et alios natu maiores, uli 
relacione veridica didicimus, innocenciam nostram incusare presum- 
mit, qualiter nos in oppressionem nobilium assidua severitate machi- 
30 nemur, affectans per hoc fame nostre minorari preconia et regum, prin- 
cipum et nobilium sibi veöndicare pr&sidia, de quo mirari non suffici- 
mus, cum clarum sit et per totum imperium manifestum, quod hiis, 
qui splendore nobilitatis clarescunt, omnem impendimus mansuetudi- 
nem et honorem; si autem illis, qui sue generositatis immemores no- 
5 bilitatis decus atque nomen rapinis et enormitatibus fedare presum- 
munt stratas imperii et itinera publica perturbando, reddimus non- 
numguam, velut iusticia ex alto providit, pro qualitate delietorum 
digna stipendia meritorum, credimus per hoc nobilium statui in nullo 
derogari sed multomagis exhibere gloriam atque decorem virtutis. 
40 quapropter dominaciones vestras, quas bene valere et feliciter vivere 
peroptamus, petimus instancia qua possumus maiori, quatenus si per 
quoscumque delatores premissis contraria ad audienciam dominacio- 
num vestrarum pervenerint, quod illis minime adhibere fidem sed 
contemplacione regie celsitudinis et sacri romani imperii justiciam 
45 nostram favorabiliter commendatam habere dignentur eedem domins- 
ciones vestre, quas sub felicitatis incremento ac successuum prosperi- 


nee eh m re 


Beilage V. 519 


tate votiva conservare dignetur altissimus per tempora diuturna. . 
datum octava die mensis May anno dom. etc, 50m®, 
Proconsules et Consules imperialis 
civitatis Nurembergensis. 
5 Ceteris universitatibus infra notatis pariformiter 
scriptum modo quo supra: 
Bononiensi, Baduane, Perusine, Coloniensi, 
Heydelbergensi, Lipzensi, Erfordensi, Pragensi, 
Cracoviensi, Wienensi, Papiensi. 
ı0 Domino Ludvico duci Sabaudie et civitati Ge- 
bennensi similiter mutatis mutandis. 
Prugensi, Lovoniensi, Novimagiensi civitatibus 
similiter. 


Beinahe gleichlautend ift bis auf den Eingang und den Schluß auch 
15 das am 22. April an König Karl VII. von Frankreich gerichtete Schreiben 
(a. Brfb. BI. 376, 377). Erſt am Ende deſſelben wendet fich ver Rath 


jpeciell an den König ': , 
Quare maiestatem vestram sublimem humiliter petimus et roga- 
mus, quatenus contemplacione regie romane celsitudinis ac humilium 
20 precium nostrarum instancia predicto adversario nostro nullam placeat 
contra nos assistenciam, consilium, auxilium aut favorem impertire 
sed ad decus et gloriam sacri romani imperii iusticiam nostram be- 
nignitate propicia commendatam habere dignetur serenitatis vestre 
celsitudo, quam pro salute corone vestre tam inclite cum successuum 
25 prosperitate votiva sanam et incolomem conservare dignetur altissi- 
mus feliciter et longeve. scriptum feria 4° ante Georii. 


5. 
Markgräfliche Rüftungen. 
(a) Anflag fur Gaidec, ® 
30 (8. Archiv in Bamberg. Fascit. 377, Nr. 20. 
Zwei Blätter Fol.) 


(81. 1?) 60 pferde, 200 zu fuß fullen ven perck? puchen und furer fein ver 
Viperkuntz und Steffan des Scheig* knecht, jullen auf Enprefen Truchjes 


1. Nachdem er bie Anklagen, welde haufen auf dem Zuge nach Heibed ent- 
der Markgraf, wie man vernommen babe, worfen worden. Vgl. unten ©. 520, 12. 


per certos ambaziatores suos gegen fie 3. Wohl ber heute fo .„Schloßberg“, 
und andere Städte beim Könige vorbrine welcher fi im Südweſten von Heibed 
gen laſſen, um feine Hilfe (consilia — erhebt und neben den Ruinen des Hei- 
pariter et auxilia) zu erlangen, wie in - bed’jchen Schloſſes ein Dorf mit obigem 
dem obigen Schreiben widerlegt hatte. Namen trägt. 

2. Vgl. oben ©. 130, 19f. und 150. 4. Ohne Zweifel des im gr. A. ge- 


Der vorliegende Anfchlag ift zu Gunmgen- nannten Heinz Scheidt ;ogl. oben 427,19. 


520 


V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


warten. Gilgen von Rinhofen und Sorgen von Wemding den fol Hanns 
von Rechperg zubeſchaiden 50 pferde, 200 zu fußen. 

30 pferde, 200 zu fuß ſullen Yengenftat! puchen und der Cleindinſt 
furer fein und auff Wilhelm von Velberg warttend; ven tft -zubefchiven 
5 Hanns von Velberg, Jorg Fuchs, zwen Erlßhewſerr?, Ruprecht von Seden 
dorff und 200 zu fuß von Hannfen von Rechperg. 


80 pferde, 200 zu fuß fullen Seligftat 


puchen und der Kolfritz furer 


jein und fullen auff Hannfen von Berlihing warten; den fol Hanns von 
Rechperg zubeſchaiden 80 pferde, 200 zu fuß. 

80 pferve, 300 zu fuß fullen Laibenftat* puchen und Hauns Harder’ 
fürer fein und auff herr Fridrich von Sedenvorff und Wilhelm von Kron- 
heim warten; den find zubeſchiden die 50 pferd, Die bie zu Gunczenhauſen 
gelegen fein, Cuntz Schuß, herr Hanns von Birdenfeld, Veſtembergerr 
fnecht®, Weilerfpadherr, Jorg lad, Mertein von Enb, Hanns Birden- 
15 felfer, Kart Tanner, Hanns von Luchaw. item alle die fußfnecht, die zu 


Bungzenhaufen gelegen find. 


[1°] 50 pferde, 200 zu fuß fullen Walting?” puchen und furer fein Peter 
von Lenterßheim und auff Yorengzen von Eberftein warten; den find zube 
ſchiden von Hannfen von Rechperg 50 pfetve, 200 zu fuß. 

80 pferde, 300 zu fuß fullen Alfferkhaufen® puchen und furer fein ver 
Scheyt und wartten auf Ulrihen von Kreülßheim. dem find zubeſchiden 
20 pferde von Hannfen von Rechperg, Hervegen Spiß, Watzdorff, Urban 
Gutemberg, Fritz [und?] Jeronimus von Rinhofen, Triftram Zenner, zwen 


Krefien, Veit von Rechperg. 


item 100 zu Fuß von Gungenhaufen, 100 


35 von Onoltzpach, 100 von Hannfen von Rechperg. 
Item Lufft fol die wartt innhaben, dem fol man zubefchaiden 20 pferd, 
nemlich Cuntzen von Lenterßheim, Fritzen Geyer, Weylerfpacherr. 


[81.2'] Diſe hernachgeſchriben ſullen auff meinen herrn wartten. 35 pferde 
in meins herrn ftal, 6 pferde Hein von Sedenporff, 6 pferde Burchkhart 
30 von Wolmerkhaufen, 6 pferde Hanns von Absperg, A pferde Barbi, 5 pferde 
Caſtelꝰ, 4 pferde doctor Schallerr, 6 pferde herr Cunrat von Eyb, 4 pferde 


3. Rengenftat’ auf ravirter Stelle. 12. u Gunczenh.' am Rante. 


1. & kann, da der Ort nothwendig 
in ber Umgebung von Heibed geist 
werben muß, wohl nur das heut. Lieben- 
ſade gemeint ſein. 

2. Zwei von Ellrihshaufen. Die 
Schreibung Erlichshauſen' kommt auch 
im gr. X. (B, ©. 5) vor. 

3. Selingftadt, eine Kleine halbe 
Stunde öſtlich von Heided. 


4. Laibſtadt, in nalen Nähe fich jenes 
Bergwerk des Herrn Konrad von Heided 
befand, das dem Markgrafen den erften 


Anlaß zu feinen Anklagen gegeben hatte, 
liegt eine Stunde ſüdlich von Deibed 
Er erſcheint im gr. X. (B, ©. 7) 
im —* Sigmund's von Lenersheim⸗ 
d. h. der Veſtenberger ober de 
Beftenbergers Knecht. 
7. and ‚1% Stunden ſüdweſt⸗ 
li von Heide 
8. In ſüdöſtlicher Richtung, unge 
fähr eben jo weit wie Walding von Her 
ded entfernt 
9. Wohl Graf Leonhard von Kaſtell; 
vgl. oben 426, 19. 


Beilage V. 521 


Ludwig non Eyb, A pferde Hadmayer von Absperg, 2 pferde Monynger, 
5 pferde Lidwacher, 4 pferde Fritz Truchſeß, 4 pferde Lichtenftein, 6 pferde 
Marſchalck, 4 pferde Wanngenheim, 40 pferde Hanne von Rechperg, 3 pferde 
Johannes Spet, 2 pferde Trumeter, 2 pferde Valckner Pipernollen, 2 pferde 
5 Henßlein Kelner', 1 pferd Krafft. 
Summa 158 pferde. 


(b) Anflag den wald zu brennen. 
20. April 1450. ? 


(8. Archiv in Bamb. Fascik. 377. Nr. 87. 
10 Zwei Blätter ſchmal Folio.) 


[gr. 1°] Item mein herr von Bamberg 1000 zu fuffe, 50 vanfige pferde, 
60 wagen. 

tem mein herr herezog Otte 500 zu fuſſen, 50 vanfige pferve, 40 
wagen. 

15 Item mein herr von Eyſtet 1500 zu fuflen, 60 wagen, 200 ranfige 
pferde. 

Item dye von Öttingen 500 zu fuffen, 100 rayſige pferde, 40 wagen. 

Item mein herr marggrave Johans 1000 zu fuffen, 200 ranfige pferbe, 
60 wagen. 

20 Item marggrave Albreht 1000 zu fuflen, 300 rayſige pferde, 60 
wagen. 

Item ein yeder herre fol fein anzal zu fuffen volfomelicy haben und 
nicht rechnen wagenknecht, {under never wagen fol haben fur fich felber zwen 
ftard wagenknechte. 

25 Item der anflag fol volzogen werden auf montag nad) mifericordias 20. Apr. 
Domini nechft nad) ofteren. 

[1°] Item dye wagen fullen alfo geruft fein, das ir czwayhundert ſtetigs 
beleyben gericht zu der wagenpurg, und hundert dye ſullen ſpeyſe füren. 
[Bi. 2°] Item anſlag, was yeder herre von puchſen, pulver und ſtein 
so haben jol. 

Item mein herrn von Bamberg ımd herczog Otte ſullen haben ein 
grofle haubtpuchſen mit aller zugehorunge und hundert czentner pulvers zu 
verſchiſſen; item 2 puchſenmaiſter. item das fol fein dye groſſe puchfe her- 
tzogen Otten. 

35 Item dye obgenanten czwen hen fullen haben 6 clein ſteinpuchſen, 
item zu yeder fteinpuchjen 50 ftein, dye ſelben fteinpuchjen jullen in der wa= 
genpurg fein. 

tem mein herr von Enftet und dye von Ottingen fullen haben ein 
groffe haubtpuchfen mit aller zugehorunge und hundert czentner pulvers; 


6. oder vielmehr in richtiger Addirung 155. 7. dem wald’. 


1. Er begegnet, wie die meiften ber 2. Bgl. oben ©. 337, 5 ff. 
vorhergehenden, auch im gr. A. 


5 


15 


20 


25 


30 


522 


V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


item 2 puchfenmanfter. item dye felben puchjen fol mein herr margraf U: 


brecht dar leyhen. 


Item dye obgenanten czwen hern ſullen haben 6 clein ſteinpuchſen, zu 
yder ſteinpuchſen 50 ſtein, dye ſullen in der wagenpurg fein. 

Item mein herr marggrave Johan ſol haben ein groſſe haubtpuchſen 
mit aller zugehorunge und hundert czentner pulvers zu verſchiſſen; item 
2 puchſenmayſter; item 4 clein ſteinpuchſen und zu yeder 50 ſtein, in dye 


wagenpurg. 


[2°] Item mein herr marggrave Albrecht fol haben ein grofje haubtpuchſen 
10 mit aller zugehorunge und hundert czentner pulverd zu verſchiſſen; item 
2 puchjenmaifter; item 4 clein ſtainpuchſen und zu yeder 50 ftein, im dye 


wagenpurg. 


(c} _ Anflage der wagenpurg, wievil der perfone, der wagen und puchfen fein 
prezunt zu Swabach, aud) wie die ordenung ſulcher wagenpurg folt 
gehalden und furgenomen werden. 
(R. Archiv in Bamb. Fascik. 377, Nr. 180. 
Ein Heft in ſchmal Folio.) 


Item die von Rising haben 100 und 20 wapner, item 13 reiffige 


pferd. 


‚stem die von Onolspach haben 10 reiffige pferd, item 80 wepnet 


zu fuß. 


Item die corhern von Onolspach haben 1 reiffigen knecht, item 50 


wepner. 


Item das ampt zu Onolspach auf dem lande haben 50 mwepner. 
Item fo haben die von Swabach 100 und 33 wepner zu fuß. 
Item 21 wepner von Waffertruheding mitfempt den wagenfnecten. 


Item der von Geilsheim“ 10 
tem der von Ohawſen? 20 
tem der von Urffen® 10 
Item der von Hüfing* 10 
tem der von Diettenheim® 10 
tem der von Yentersheim® 10 
tem der von Haidenheim” 12 
tem der von Meynheim® 20 


1. Dorf, %, Stunden öſtlich von Waſ⸗ 
jertrüdingen. 

2. Das Klofter und Dorf Abaufen 
oder Auhauſen an der Wörnik. Nach 
Sinold gen. Schüß, Corp. hist. Brand. 
II, ©. 74 ging die Schirmgerehtigteit 
über die Abtei eben im Stäbtelrieg an bie 
Markgrafen über. | 

3. Ursheim, 1%, Stunden öſtlich von 
Dettingen. 

4. Hüfingen, eine Stunde ſüdlich von 
Hohentrüdingen. 


wepner und Inecht. 


5. Das Dorf Dittenheim im Alt 
mühlgrunde. 

6. Das Dorf mit dem Stammhauſe 
der gleichnamigen Adelsfamilie liegt eine 
Stunde nordweſtlich von Waſſertrüdin⸗ 

en. 

7. Heidenheim am Hahnenkamm, wo 
fi, wie in Ahauſen, eine Benebictiner- 
abtei befand, die unter marggräfliger 
Schirmvogtei ftand. 

8. Meinheim im Altmühlgrund 
oberhalb Dittenheim. 





5 


— 
© 


nm 
I 


⸗ Beilage V. 


523 


Item ſo haben die von Gunczenhuſen 46 wepner. 
Summa 24 zu roß und 612 man zu fuß. 


[1°] Item die von Erelbach! haben 21 wepner. 
Item die von Cadolczpurg haben 34 mann. 
‚tem die von Emffirdhen haben 18 wepner. 
Item die von Bernheim? haben 30 mann. 
Item die von Bergel? haben 10 mann. 


tem die von Walde* 9 man. 


‚Item auß dem ampt zum Bonhofe? 23 mann. 

Item auf dem ampt zu Mirdenvorf® 50 mann. 

Item die von Gnotzſtat? haben 12 man. 

‚Item die von oberen Breit haben 8 mann. 

Item die von Steff und Siderczhaufen haben 9 mann. 
Item die von der Newenftat haben 72 mann. 

Item die von Langenfelt? haben 10 mann. 


Pauttenpadh hat 5 mann. 
Neſſelpach 4 mann. 
Stubach 4 mann. 
Summa 319 man zu fuß. 


[Bi. 3°] Prichffenftat 8 mann. 


Caſtelꝰ, Tandheim (und; Wifjenprunn haben 17 mann. 
Item ampt Dachspach haben 14 mann. 


Item Lonrftat 9 mann. 
Item Ultfelt 6 mann. 


- 


35 [21 5] Item anflege und orpinirung der wagen und wie vil der find, als 
man die hernach verczaichnet gejchriben findet. 


2. Na richtiger Addirung: 602. 24. Nach dieſem Abfag folgen in der Hoſchr. 2 leere 


Blätter. 


1. Obne Zweifel Markt⸗Erlbach. 

2. Burg - Bernheim zwifchen Roten- 
burg und Windsheim. 

3. Bergel oder Birgel, Markt - Bür- 
gel, von dem vorigen Orte eine Stunde 
offtmärte geisgen. 

4. Bald im Altmühlgrunde, eine 
Stunde oberhalb Gunzenhaufen. 

5. Bol. ©. 159, 4.1. Das Amt 


war ſpãter bayreuthiſche Enclave im Ans- 


Bacher Gebiet. 

6. Es ift ohne Zweifel die Stabt 
Merkendorf zwiichen Ansbach und Gun- 
zenhaufen (auch in jpätern Zeiten noch 
Amtsfig) gemeint. An den Weiler Mir- 
fendorf, nordweitlid von Banz, kann 
nicht wohl gedacht werben. 

7. Gnottſtadt und die folgenden Orte 
Dber- Breit, Steft (oder Markt - Steft) 
und Sickershauſen waren fur; vor dem 


Krieg (1448) als Beſtandtheile der Herr- 
ihaft Brauned in markgräflichen Beftt 
übergegangen. v. Lancizolle, Geſch. d. 
Bildg. des preuß. Staates ©. 493, 494. 

8. dangenfeld, Bautenbach oder Bau⸗ 
denbach, (Ober- und Unter-) Neſſelbach 
und Stubach liegen nicht weit von ein- 
ander entfernt, nordweftlich von Neuftabt 
a. d. Aiſch. 

9. Kaftell, der Stammſitz des gleich- 
namigen Grafengeichlehts, woran bie 
Burggrafen Thon im 14. Jahrh. be= 
flimmte Rechte erlangt hatten. Vgl. Mon. 
Zoll. I, Ar. 551—553 u. 556; Lanei⸗ 
zolle a.a.D. ©. 177 und Lang, Bayerns 
Grafſchaft. S. 280. Die beiden folgenden 
Orte Kleinlangheim (ein früh erworbenes 
martgräfliches Beſitzthum) und Wiefen- 
brunn liegen weftlich von Kaftell. Vgl. auch 
Biehbed Beichr. d. Grfſch. Kaftell S.8 u. 9. 


524 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


Kitzing hat 3 wegen mit 11 pferven. Onolspach die ſtat hat 5 wagen 
und zwu puchfjen auf zweyen wegen und zu yder puchfien 3 pferd. 
Die corherrn von Onolspach haben 3 wagen. 
Ampt Onolöpad) und auf dem lande haben 3 wagen. 
5 Waflertruheding die flat 1 wagen. 
Geilsheim 1 wagen. 
Lentersheim 1 wagen. 
Ohawſen 1 wagen. 
Urßein 1 wagen. 
10 Diettenheim 1 wagen. ⸗ 
Meynheim 1 wagen. 
Haivdenheim 1 wagen. 
Gunczenhufen 5 wagen. 
Nemenftat 8 wagen. 
15 Tangenfelt 2 wagen. 
Pauttenpach 1 wagen. 
Nefjelbach 1 wagen. 
Stubach 1 wagen. 
Priffenftat 2 wagen. 
20 Caſtel, Landheim, (und) Wiffenbrunn 2 wagen. 
[5°] Bernheim 2 wagen. 
Bergel 1 wagen. 
Erelbach 1 wagen. 
Dachspach 2 wagen. 
25 Lonrſtat 1 wagen. 
Ultfelt 1 wagen. 
Bonhof auf dem ampt 2 wagen. 
Mirdendorf Das ampt 5 wagen. 
Gnoczſtat 1 wagen. 
30 Obernbreit 1 wagen. 
Steff und Sickershuſen 1 wagen. 


6. 
Die Berpflegung der Nürnberger Gefangenen in Ansbad. 


(R. Archiv in Bamberg. Fascik. 377, Nr. 184. 
35 1 Blatt Fol.) 


[Bl. 1") In der hernachgeſchriben forme fol e8 mit den Nurembergijden 
gevangen zu Onolczpad gehalten werben, funderlichen mit der troftung, IM 
der maß die unfern zu Nuremberg auch werben gehalten. 

Uber das mal: 
40 Item ein gefotten fleifch, ein hebrein gemufe, ein gepraten fleiſch und 
darczu pird und grobs rudeind prots ein nottdurfft. 


1. Bgl. Ordnungen Nr. 14, 15 umd 16; ferner Orbn. Nr. 33, ©. 312, 17 ff 


Beilage V. 525 


Item jo man nit fleifch tft: juppen, prey und gerften und auch darzu 
pirs und grobs protes ein notturfft. 

Uber der mal eins ſullen ſy geben zu dreyen groſchen. 

Item zwiſchen den maln und nach dem tiſch ſol man in pier geben und 

s die maß zu dreyen dn. rechten (sic!). 

Sulichs ſol and) der wirt ven gevangen jagen, das er ine nicht anders 
denn in obgefchribener maß zu eſſen over zu trinden geben türre, als im 
das von und auff den eid und bey hoher ftraff verpoten ſey, Dann im ver 
maß werde e8 mit meins bern gevangen zu Nuremberg auch gehalten. dann 

10 wie man e8 zu Nuremberg mit betagung, fehaczung, coftung und andern 
jachen halt, in ver maß thn mein herre auch. 

Solichs obgejchriben fol dem wirt zu halten gejagt werben bey vermei- 
dung der ftraff leybs und gute, wo er im anders tet. 

Item das auch fuft allenthalben in der ftat verpoten werbe, das in nie= 

ı5 mants nichts weder wein noch anders zu tragen noch zu kauffen geb, Das auch 
niemants zu in gee, noch dheinerley handel mit ine hab; welcher das Daruber 
tete, den fol man ftraffen an leib und gut. 

Item das alle nacht in ver nechiten herberg bey ven gevangen virzig 
gewappent und Des tags auff zweingzig gewappent wachen und fein, die den 

20 aufflauff, oder ob fich fuft ich machen würd, bewaren. 

Item das Herrieder tor jol man verfperen. 

Item das der Wurm zwein knecht beftelle, die ftet8 in Der herberg find 
und der gevangen mit dem efjen warten und zu tifch tragen, auch uffjehen, 
das niemants zu in auß fı?] over ein gee, und das fewr bewaren, auch Da 

25 vor find, Damit den gevangen fein überlaſt gejchehe und das niemants fremds 
mit in rede. 

Man fol auch den gevangen jagen, das man die zwen knecht in ber her= 
berg in zu gut beftellet hab, ir zw warten und zu hantreihen und ſuſt im 
haus zu ſehen vor fewer und fuft in feiner andern maß. ob auch die gevan- 

30 gen von der weppner wegen fragen würden, fol man in jagen, Das Die von 
ber ftat nottdurfft wegen dar zu georvent find, aufflauffe und anders, ob ſich 
in dieſen kriegsleüfften in der ftat ichte8 begebe, zu fürkomen und auch bar- 
umb, das in auch deſt mynder uberlafted zugezogen werd. 


T. 


35 Beriht Martin’s von Waldenfels an Markgraf Albrecht Über eine 
Unterredung mit Heinrid Tangenmantel in Augsburg‘ 
3, März 1452. 


(Orig. im Bamb. Ach. Yascik. 377, Nr. 161.) 
Durchleuchtier, hochgeborner furſt, gnedier liber her, mein bilig, unter— 
a0 tenig dinſt find euern gnaden bilig und bereit. gnediger her, alß euer gnad 
6. nicht: mich. 22. zwein knech knecht. herbreg. 33. ımyber. 


1. Bgl. oben S. 412, A. 1. Es iſt Droyſen, * d. preuß. Polit. II, 1, 
ohne Zweifel daſſelbe Schreiben, welches S. 144, 9. 1 anzieht. 





526 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


mir befolhen hat, ich ſuld gen Ausburg reiten und verſuchen, ob ich durch 
mich ſelb icht erfaren mocht, ob dy von Nurberg und ander ftet zu der richt⸗ 
tung geneigt find, alfo hab ich ſolcheß nach euerem gnaden gefchefft von flund 
gedon und bin hinein geriten und mich zu Heinrich Yanenmantel (sic!) ge 

5 fugt, der dan inczunt etliche jar burermeifter gebeft und noch ift, und mit m 
von fer der frig lauff, eueren gnad, dy von Nurberg und ander ftet antref- 
fen, und in gefragt, ob di von Auffburg inczunt auch ir ratbotfacht zu den 
von Nurberg auff den tag gen Lauff ſenden berven, da hat er mir geantbart, 
by fy ein auf irem vat hin ab zu meinem gnedigen her herezczog Ludbig ge 

10 fant haben, der berd furver hin auff mit feinen gnaden zu dem tag gen Lauff 
reiten. alfo fomen bir ferer mit ein ander zu red von des tag, der zu Lauff 
fein fol, das ich in fragt, by er ein troft het, ob dy ſach da verfanen (sic!) 
burd und zu einer richttigung fom, dar auff er mir antbort, er beft des nicht, 
ban di von Nurberg beiten ire ſchloß geren biver an gelt, fo het euer gnad 

15 gern gelt. er fagt mir aud), bi das di von Auffburg inczunt auff fant Jor⸗ 
gen tag von andern fteten auß der buntnoß fomen und fagt mir auch, by24.! 
das der merteil der andern ftet zu mein herren gnab dem fpalczgraffen ver: 
bunden hetten und neulich dy von Nurberg und Ulem!. darauff ich im mit 
fchalborten antbort, Das ſich di von Nurberg nicht folder buntnoß droften 

20 gen eueren gnaden in den teigding, dardurch di ſach nicht gericht burd, ban 
e8 burd nicht gutes darauf. darauff er mir antbort, es ber fein grofte 
fort (sie!), Das er bejorgt, das etbaß dar ein fom und das man for jant 
Sorgen tag icht fur nem, dardurch ſy bei ein ander begriffen burven und hin 
fur bei ein ander bleiben muften. nicht mer hab ich zu diſſen zeiten erfaren 

235 mugen und erfur ich bin fur icht, das eueren gnaden zu gut kumen mod, 
bolt ich eueren gnaden biffen lafjen, al8 fer mir geburt. euer gnad gebit mir 
als euerem biligen diner. datum am freitag nad) aler mon faſſennacht in 
dem 52. 

Mertein von Walvenfelg. 

30 Auch gnediger ber, als ich ven briff geſchriben het, do fomen zwen rei 
fih mon von Auffburg herauf gen Fridberg zu meiner frauen gnad?, von 
den fy feidein gebant und anders nimt. da burd ir gnad aud mit zur , 
von dem krig und von der richttung. dy fagtten iren gnaden, das die gemein 
ed dinen zu Aufiburg ber, das man nicht droſt het zu feiner richttung und 

35 beten neuert got, das dy fach verzogen burd, biß das ſant Sorgen tag fur 
fom, das ſy auß den fachen fomen. 

Außen fteht: 
Dem durchleuchtigen bochgeboren furften 
und berren herren Albrecht marchffraff 

40 zu Brandenburg und burchkgraff zu 
Nurberg meinem gnedigen liben herren. 

1: Bgl. Stälin, wirt. Geſch. IH, ‘Martin von Waldenfels, mit dem fie fi 

02, jpäter vermählte (vgl. Lang, Geſch. Ludw. 

2. Es ift Markgraf Albrecht's Schwe- d. Bär. ©. 313; Riedel, Geld. d. 

fter Margarete, die Witwe Herzog Ludwig preuß. Königehaufes D, ©. 597), lebte 
des Höferigen von Bayern-Ingolftadtt am ihrem Hofe zu Friebberg. 

gemeint. Der Schreiber des Briefes, 


Beilage V. | 527 


8. 


Berihtüber eine Unterredung Markgraf Albreht’8 mit Jobſt Tekel 
und Anton Tucher zu Ansbad. 


13. December 1453. 
5 (Relationen-Band 481 im Nbg. Archiv.) 


[8t. 439°] 1. Als Jobſt Tegel und Anthoni Tücher von des rat weißheit 

zu dem bochgeborn furften und herren hen Albrechten marggraven von 
Brandemburg zc. gevertigt wurden und auf pfinttag fant Yucien tag anno 
ꝛc. 53° zu Onelſpach bei im erſchinen, als iv vertigung mit anbringen und 

10 antwurt dagiimal geenvet was, und fi beve an vemfelben pfingtag mit dem 
marggraven ober feinem tifch geeflen hetten, nach eſſens derſelb marggrave 
auf ſtund und nam Jobſten Tegel allein beſunder an ein ort und vett mit 
im alfo: Tegel, ich hab vormals mer denne zü einem male mit dir in ſun— 
derheit, auch mit andern geredt, als von einer verftentnäfs zwiſchen ettlichen 

15 fürften und mix, auch deiner freund und ettlicher ander ftette, aber mir wirt 
nih& geantwurt, das hab id) dafür, das ſolichs deinen freunden nit gemeint 
ift. dartzu der Tegel antwurt: gnediger herre, es ift nit abgeflagen worden. 

da redt der fürft füro: Tetzel du bift mein lehenman, nu wil ich in hohem 
getrawen mit dir alfo reden, würden die ſache, als du vernemen wurdeſt, 

20 furgang nemen, fo wil ichs geredt haben; wa das nit furgang neme, jo wil 
ichs nit geredt haben. der Tegel im antwurt: gnediger herre, jo ewer fürft- 
[ih gnade red mit mir vermeint zu haben, fo ift Anthoni Tucher mit mir 
außgefchift, ven wolle euer gnade zu mir vordern. da redt der furft: ich mil 
mit dir reden, warın du mein man bilt. der Tegel redt: herre, der Zucher 

5 iſt auch ewer gnaden man. alſo ſprach der furft: wilt du dann, fo vorder 
den Tucher dartzü. Darauf vordert der Tegel ven Tücher. alſo ſprach Der 
marggrave: Jazob] in hohem getrawen red ich abermals von einer verftent- 
nüſs zwilchen ettlich anſtoſſenden furften difer land, der von Nuremberg 
und ander ftette, das hab ich alfo ver mir, das ſolichs an dreien teilen ligt, 

0 da rechen ich Gotfriden bifchove zu Wirkburg mit feinem anhang für ein 
teile, funf furften, der ich macht habe, nemlich Anthoni zu Banıberg, Jo— 
hanns zu Eiftett, biſchove, Otten pfaltgraven bei Reine hertogen in Beyern, 
Sohannfen mein bruder, auch mid, fur den andern teile!, die von Nurem- 
berg mit ettlichen ftetten, jo mit in vereint fein, fur den dritten teile, dartzu 

35 wer die ftat Halle, vie flat Sweinfurt, die von Otingen gut mit in zu zie- 
hen; nu bett ich e8 alfo vor mir, das folich verftentnüfs gemacht wurd, wie 
man bei einander fefle und Das man wider einander nit ſeſſe, und ob ieman 
uber&ogen ſolt werden, das die andern dawider wern, Das man fuft mit hilf 
nit verbunden wer; auch von einem aufßtrag zu reden: wa ein furft zu einer 
10 ftat zu jprechen hette, das diejelb ftat vor einer andern fat dem furften ge- 


1. Die neue Berbindung, in welde Sicherheit des Verlehrs bezeichnet. Vgl. 
bie genannten fünf Fürften im I. 1452 8. Menzel, Regeft. zur Geſch. Friedr. d. 
getreten waren, hatte Pfalzgraf Friederich Sieg. | im II. Bde d. Duell. u. Erört. 
der Siegreihe als verberblih für die ©. 241 


1453 


13. Dec. 


528 V. Nürnberg's Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


recht wurde, wa aber iemant zu einem burger zu fprechen bett, das recht in 
derfelben ftat vor irem gericht zu nemen, wa aber ein ftat zu einem furften 
ſpruch hette, recht vor eimem andern furften zu nemen, wa aber ieman fprud) 
zu einem edelman hette, recht vor dem furften und feinen veten zu nemen, 

5 oder wie man dann des zu rat würd, auch einen hauptman zu machen, dem 
alle teile nach antale zulegten, damit röberet geweret, die ftrafje rein gehal- 
ten wurde, und wurd aljo ein landtfrid fein; auch fo fer groſſer brech an ver 
münt wer, da man auch ynſehen folt, da die andern furften und er billicher 
ding verfolgen wolten, deßgleichen von ander gebrechen der land zc. und 

10 ſprach der furft darauf: [Br. 440°) in getrawen fo red ich, das ich bei mei: 
nem eide erfenne, das ich ein Übel jache zugericht Hab mit dem ergangen frieg 
zwifchen mein und ewer und bever teile helfer; nu hab ich aud) ein jele und 
weiß nit, wie lang ich lebe und hett Die ſach vor mir, Das ich durch ſolich 
verjtentnüß die land in rüwe und guten frid bringen wolt, damit id) ver 

15 übeln jache des kriegs, fo id) zugericht habe, ein wiverlegung tun wolt, halt 
[ih], das gar vil mer wer fur mein jele, dann das ich gen Kom ritt. er 
vett auch: ich hab es nit vor mir, ein zale jare zu machen, ſunder mein lep: 
tag auß?!, wann ich vil weſens verfücht habe, und hab es vor mir auf und 
auf, frid zu halten, fo verre ir wolt. er ſprach: nu wer es fur euch umd die 

20 ewern von Nuremberg vil mer dann fur yemant anders, Denn wa ewer 
armleut und ewer land frivlich jeß und frid hette, auch ewer Fauffleut mit 
irer fauffmanfchag iven handel allenthalben mochten treiben, Das kem bem 
ewern zu groflem nug, und durch folich verſtentnüſs hetten ewer armleut 
auf dem lande frid, jo weren ewer fauffleut in allen landen gefurvert, wann 

25 gemeinlich alle furften mein gefipt freund fein; jo leg Nüremberg in ver 
mitt, wa man uber&og tun wolt, fo muft es alle male uber ander ergeen, 
war "die genanten furften alle an ortern? fiten, wolt auch dann temant ven 
ewern iv leib und gut aufhalten, fo hielte man venfelben wiverumb auf, 
wann ander dijer leute nit geraten mugen. 

30 Er redt aud): ob ir in einung ſuſt ieman verbunden feit, da nempt 
jolih8 auf, pringt ewer einung, legt die für, deßgleich ich auch tün wil, und 
laft ung jachen furnenen, das uns even und eiden nit jehaden bring. und 
ſprach: ich weiß nich, das euch einunghalben ſchaden und hindrung bringen 
mug, bie einung mit meinem oheim Friderichen, dem pfalßgraven, halt “ 

35 die gee ſchier auß?; jo ift mein einung mit den marggraven von Baden ab, 
das marg[sa0”|grave Jacob, mein ſweher jelig, tod ift; doch mil ich denneh 
tuͤn, was meinen ſwegern lieb iſt; zu dem allem iſt ein frid zwiſchen dem 
pfaltzgraven und dem von Baden ſech⸗ jare gemacht*, in der zeit get ewer 


1. d. h. nicht auf wenige Jahre bloß fen worden. Vgl. (Kremer) Urkunden zur 

die Einung abzufchließen. Geh. Friedr. d. Siegr. Nr. 12, und 
2. “ringeum“ ift zu ergänzen. oben ©. 526. 

3. Das ni Nirmberg's und 4. Im Juli 1453. Vgl. (Kremer) 
ber Stäbte Nördlingen, Rotenburg, Din- Geh. Friebr. d. Siegr. ©. 56 u. 51. 
kelsbühl, Windsheim und Weiffenburg Die Streitigkeiten hatten won den lichten⸗ 
mit Griederic dem Siegreichen, auf wel- bergiich-Tüßelfteinifchen Irrungen ihren 
dee brecht hier Bezug nimmt, war am Ausgang genommen. 

5. Januar 1452 auf 5 Sabre abgefchlof- 


Beilage V. 529 


einung auf. darkı hat mic hertzog Ludwig von Beyern, mein oheim, tegunt 
gefehriben, der pfaltzgrave jet bei im, nu wolt das vecht mit dem von Baden 
und pfalggraven nit freunticheften, und hat vor um, das pfalggraven! und 
Baden aller ir fpenne bei im und mir in ber gutlicheit beleiben folten, auch 
fein nad) des von Baden tode der pfalbgraven und Baden amıptleut zu hauff 
geritten, haben vil irrung gericht. ift euch zu finne, fo laſt michs auf fant 
Steffans tag wiſſen, wann ettlich furften und ich im kürk zu einander fomen 26. Der. 
mit wenig pferven, denn wolt ir, jo hab ich ir aller macht, des mügt iv euch 
halten, on ven biſchof von Wirgburg, des vermugt ir wol; wa es aber euch 
nit eben wer, jo muften wir aber das befte bräfen; dann nem jolich ver⸗ 
ſtentnüſs ein furgang, fo zweivelt mir nit, hertzog Ludwig von Beyern und 
ander von Beyern komen auch darein. 

Antwurt Jobſt Zegel: gnediger herre, ewer gnaden rede bat mein 
freund und ich vernomen, nu hab ih alle mein tag keins von ewern gnaden 
nie lieber gehert, Dann das ir erkennt das übel, fo ir zugericht habt und 
ewern grundt darauf jet, gegen vemfelben zugerichten übel die lante wider⸗ 
umb in frid zu fegen zu ewer ergegenlegung; und erfenne, das ſolichs fur 
ewer jel mer mer, denn das ir dreu mal gen Kom ritte. jo hor ich gern, 
das ewer guaden meinung fiet als auf ein lantfrid, wann vor alten Keiten 
jein in diſer art lantfrid gewelt, haben wol gevient zu frid diſer [Br. ası*) fand... 
dann wir wollen ſolich ewer gnaden meinung bei uns nicht behalten, funter 
an ettlic, bringen. 

Redt der furft: e8 wurd nit ein lantfrive, ſunder einem glich, und bei 
meinem eide, ich tu es zu einer widerlegung des unfrids diſer land, jo ich 
zugericht habe, dann wa ich das erlangen und furdern mag, jo wil ichs neit 
fleiß tin, wa e8 aber nit fein wil, fo hab ich vor get das mein getan. auch 
fag ih noch eins: als ich tegunt bei funig Laßlaus cronung zu Brag zu 
Behem geweten bin, haben die lantherren vil vom heilgthum gevedt, Das zu 
Haben ꝛc., da ich redt, es gehort nit zu. dem behemifchen, ſunder zu dem vos 
mifchen reich. folten nu die Behem euch over ander übergiehen, we wir im 
verſtentnüſs wern, jo mochten fi das nit getun. dann halt das allesin ve 
beiten ftile und latt mich ſchier antwurt wiſſen. 

Alſo redt Tetzel: er und fein mitgejelle wolten ſolichs bei in nit hal⸗ 
ten, funder mit fleifje mit ettlihen davon veden, das in der beiten ftille zu 
halten. ſchiden damit des ſtuks ab. 


RR 


1 


I) 


1 


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2 


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2 


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3 


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3 


— 


[aa] 2. AS auf pfintztag ſant Lucia tag anno 530 Jobſt Tetzel und 
Anthoni Tucher zu Onolſpach von marggrave Albrechten von Brandemburg 
außrichtung irs gewerbs empfangen, auch derſelb furft in im geheim ein lange 
meinung einer verftentnäß zwiſchen jein und andern finften, der von Nu— 
40 vemberg und ander ftette furgehalten hette und urlaub von dem fünften ver- 
meinten zu nemen, do redt ver fürft: ir follent beve heint mit uns effen. 


9. der vermugt. 10. eber wer. 23. ſtatt glich’ ſtand früher ein anderes längeres Wort, 
das radirt iſt. 41. mir une. 


1. Nemlich Friederich und fein Mündel. 
Staͤdtechroniken. UI. 34 


530 V. Nürnberg’s Krieg gegen Albrecht von Brandenburg. 


darnach uber ein or ungeverlich gieng Jobſt Tegel in dem hofe des ſloß 
Onolſpach, rüft marggrave Albrecht: Tegel gee herauf und trinkt mit und 
ein füflen wein. da dann der Tegel in des furften ftuben gieng. alſo gieng 
der furft mit dem Tegel auf dem gang und ſprach: ich wil noch eins mit 
5 dir reden, dein freund antreffent, und ift das die pamier antreffent', fo zu 
Nuremberg in unfer frawen firchen hoben, auch Drew trumetenpanier, fo auf 
dem rothaufe zu Nuremberg hohen. nu ift der krieg gericht, fo ward ich zu 
Lauff, do dann richtung gemacht ward, da du auch werft, verträft, Das von 
beiden teilen die panier folten abgetan werden, des mir ein jchrift ift geben, 
10 aber nit verfigelt. nu hab ich der von Ulme thrumetenpanier abheben laſſen, 
fo hie zu Onolſpach hieng, fand ich in rate meiner räte, hett wolgemeint, ir 
folt dagegen ettlihe aud) haben abgenomen, das dann nit gefchehen ift. mu 
ift es in allen kriegen gewonheit, wa ein frieg gericht wirt, fo tüt man panier 
ab, die gewonnen fein. ich verlofe ettwen ein panier zu Ochfenfurt?; da die 
15 felb ſach gericht ward, da tett man die panier [BL. 442°) ab. nu ger ich nit, 
das ir mir die panier gebt, ſunder behalt die in ewer behaltnüß, dann alle 
die weile fi da hohen, fo fagt man allenthalben, der grolle ſei zwifchen unfer 
nit ab. dargu kome ich mein weile, noch fein marggrave gen Nuremberg nit, 
alle die weile Die pamier da hoben, und ich hette e8 alſo wor mir, das ir ewer 
20 panier und id) mein fenlein auf einen tag aufhaben, jo ſprech teverman, der 
groll wer ab und wir wern z& grund gericht. fo ritt ich hinein, precht mein 
Greven auch mit mir, legten hofe hinyne ꝛc. und begert, das an ein rate zu 
bringen. 

Nu bett ver Tetzel Anthoni Tücher dartzu beruft; alſo redt der Tegel: 

25 gnediger herre, mein gefelle und ich bitten ewer furſtlich gnade, ung nit zü 
verargen, denn und nit fuglich ift, ſolichs an unfer freund zu bringen. aber 
ic) rede von mir ſelbs, das mich bedunkt, ewer gnade nem e8 der panier hal- 
ben zu ſwer fur. Die panier fein im frieg gewonnen und unfer frawen 
geopfert, das die unfer frawen ſein; damit die alſo da hohen und nit ewern 

30 gnaden zu gehaß. jo haben wir auch ein groß gemein in unſer ſtat, die ſolich 
panier haben helfen gewinnen ac. 

Der furft rent: ich weiß, das mererteile der gemein gern fehe, die pa— 
nier abzutün. nu ant mein brüder Friderich in der Marf die panter gar fer, 
da ift mir neur umb. doch wie den allem, wolt ir die ie nit abtün, fo bin 

35 ich mit euch gericht, das wil ich halten und wil tün, was euch lieb ift®. 

Und auf das ſchieden fi nad) dem nachtmale abe, das nit funver mei: 

nung were, mit in geredt worden ift. 


5. antreffen. 


1: a oben ©. 204 und Beil. II. wären die Baniere Ihon Anfang Novem- 

ber des 3%. 1453 abgenommen worben. 
2 440, im wirzburgiſchen Kriege. Jedenfalls dürfte e8 noch vor Beginn des 
3. Nah der Ordn. Nr. 66, ©. 347 neuen Jahres geichehen fein. 


UNachträge. 


Die Münze. 


Ueber die zu Nürnberg im 14. und 15. Jahrh. übliche Münze, die 
damalige Gold- und Silberwährung und das Werthverhältniß beider zu 
unſerem heutigen Gelde habe ich ausführlich im 1. Bande S. 224 bis 254 
gehandelt. Dort findet man in Tabelle 1 ©. 250f. den Curs der Gold⸗ 
münzen in Silbergeld für die Jahre 1427—1443 nach den Stadtrechnun⸗ 
gen in folgender Weiſe angegeben: 

1 ungar. Gulden = 104. 7 Hl. 
1 Gulden Stabtwährung = 1. 4% 8 SI. 
1 rhein. ©. over Landswährung = 1. 28. 

Für die folgenden Fahre und gerade in der Zeit Des Markgrafeufriegs 
fehlen die Stadtrechnungen. Doch find fie wieder vorhanden für die Jahre 
1458 und 1460, und es ergiebt fih aus diefen, daß der Curs immer noch 
unverändert derjelbe war, wie Denn ausprüdlich in. der Stadtrechnung von 
1460 BI. 9 unter Zinßmeiſter' zu Iefen ift: ‘Ein guldein werung’ (d. h. 
Stabtwährung) “pro 1 &.n. 41, ß und ein guldein landswerung pro 
1. n. 2%. 

A. n. bedeutet Pfund neuer Heller im n Unterſchied von . alter Heller- 
münze, in welder immer noch im gewöhnlichen Verkehr gerechnet wurde, 
während die Stadtredinung durchweg feit 1397 die neue Münze hat und, 
wo in ihr Einnahmen in &%, alt vorkommen, diefe auf &%, neu reducirt. Das 
Berhältniß ober, welches hierbei Anwendung fand; war auch im J. 1458 
noch wie 4: 1, d. h. 4 q. alt = 1. neu, 3. B. in der Stadtrech-⸗ 
nung dieſes Sale unter “ftatgericht’: “tem 7 Zn. 10 ß für 3 fümer 
waitzs — je für ein fumer 10 &%, alt’ — gerade fo. wie es bereits zu Ende 
des 14. Jahrh. angenommen wurde; vgl. meine Abh. Bd. 1, 238. 

34 * 


532 Nachträge. 


Demnach galt 1 . neu = 240 neue Heller oder 120 Silberpfennige, 
und 1 %.alt = 60 HI. over 30 dn. Damit ftimmt überein die Erläute: 
rung in der Ordnung Nr. 30 zum Marfgrafenfrieg, wo es ©. 315, 25 
heißt: ‘je 30 on. für ain &%, zu reden’, womit nichts anderes gefagt fein 
fol, als daß nicht von 4%, neu, ſondern von ££. alt die Rebe ift. Denn wie 
bereits bemerft worden, man rechnete im gewöhnlichen Leben, vermuthlich 
bloß aus dem Grunde, weil man die Einheit für 30 dn. bequemer fand als 
die für 120 dn., immer nad alt, und wo daher in den Terten 
desvorliegenden Bandes fhlehtweg von . Heller die Rede 
ift, bat man immer nur d& alt = 30 Silberpfennige oder 
60 Heller zu verfteben. 

Beides, das alte wie das neue Pfund Heller, galten al8 bloße Red- 
nungsmängen. Die gemeine Zahlungsmünze in Silber waren Pfennige und 
Heller, von welchen letzteren zwei auf einen Pfennig gingen (vergl. meine 
Abh. 225 und 298). Außerdem fanden als größere Silbermünze die 
böhmifhen Groſchen Eingang. Sie brachten Durch ihre Berfchlechterung, 
wie die Shronit aus 8. Sigmund’s Zeit zum I. 1434 (Bw. 1, 390) 
berichtet, große VBerwirruug in. das Minzwejen. Der Rath Ließ fie durd 
Wechsler auflaufen zu 2, 3 bis 6% Pfennig, je nachdem fie werth maren, 
und Niemand, heißt e8 dort weiter, twolt fein groffen mer nemen 
dann ſchilling'. Das Bedürfniß, eine eigne größere Silbermünze zu be 
figen, hatte nämlih um 1428 die Ausprägung von Schillingen veranlaft, 
die ehedem, gleichwie das Pfund, bloße Rechnungsmänze zum Werth von 
Yo G. = 12 Heller waren (ſ. a. a. O. ©. 244, wo 3. 30 Heller ftatt 
Pfennige zu leſen iſt). In der Rechnung bediente man fich auch) jest noch 
der Schillinge in ver früheren Weife als gleichbedeutend mat Y,, &; die 
ausgeprägten Schtlliuge aber, die man Groſchen nannte, batten ven 
Werth von 7 over 8 Pfennigen. Ich fand fie in den Nürnbergiichen Stadt⸗ 
rechnungen zwiſchen 1430 und 1440 an den wenigen Stellen, mo fie zufällig 
vorkommen, zu 7 vn. oder 14 HI. reducirt (a. a. O. ©. 245), und damit 
ſtimmt auch eine Stelle in Endres Tucher's Baumeiſterbuch non 1464— 
1475 (Bibl. des lit. Vereins zu Stuttg. Bo. 64, ©. 112, 26) überen, 
wo e8 heißt: “5 groſch over 35 pfenning’. Hingegen nach dem Münzvertrag 
der Stadt Nürnberg mit. ven Bilchöfen und Domkapiteln von Bamberg und 
Würzburg und mit ven Markgrafen von Brandenburg ven 1452 (f. Hirſch, 
d. R. Münz Archiv 1, 103 ff.) galten bie von Nürnberg bisher gefchlagenen 
großen Schtillinge oder Groſchen 8 Piennige, währenn Die neue Schilling⸗ 
wänze zu 7 Pfenn. ausgeprägt wurde. Und wieder kam Nürnberg im 3. 
1457 mit den Markgrafen von Brandenburg überein, eing nene Schilling 


Nachträge. 533 


mänze zu⸗8 Pfenn. auszuprägen (ebend. 1, 116 f. vgl. Hist. Norimb. 
dipl. Prodr. 341). 

In Tabelle2 ©. 254 bes erften Bandes ft man den Werth der ver- 
ſchiedenen Arten des Gulden, jo wie den der Pfund Heller nach heutigem Gelde 
berechnet. Wens aber in ven Texten Des gegenwärtigen Bandes von Guldein' 
ſchlechthin die Rene iß, |o find Hberall Gulden Yanpsmwährung ge 
meint, Dieje vepräfenticen in unſerem Gelde nach heutigem Golpwerth zu 
Silber berechnet 4. Fl. 35 Kr., nad) damaligem Goldwerth jedoch nur 3 Fl. 
15 Sr; Hieraus ergiebt ſich nach vem oben- aus. den Stadtrechnungen ent- 
nommenen Curs des “Gulvein’ in &, und RHf. ver Werth eines neu zu 
4%. 10 Kr. oder zu 2 Fl. 57 Fr. (nicht 4 Fl. 12 Kr. und 25. 59 Kr., 
wie irrthümlich in, der Tabelle fteht), je nachdem man ihn in Gold oder 
Silber darftellen will, und der Werth eines @%. alt entwever zu 181. 21 Kr 
oder zu 44/. Kr., endlich der Werth eines Grofhen- Schilling = 7 Bfenn. 
zu 14%, Kr. oder zu 109%, Kr. Ich muß jedoch bemerken, daß ber 
Curs der Stadirechnungen, welcher immer noch auf den Silberpfemigen 
der neuen Münze von 1397 baſirte, nicht maßgebend war für den gewöhn— 
lichen Verkehr, in welchem auch Pfennige von geringerem Werth curfirten 
(vgl. Enpres Tucher S. 17), und natürlich ebenfo wenig beibehalten werten 
fonnte, wenn man geringere Pfennige ausprägte; daher findet ſich in ven 
Ihon erwähnten Münzverträgen von 1452 und 1457 die Beftimmung, daß 
in der neuen Schilling-, Pfennig und Hellermünze 5 Pfund 24 Pfennig 
für einen rheiniſchen Gulden gelten follten : alfo galten 174 dieſer neuen 
Pfennige nur ebenfo viel al8 wie (nad) vem Curs von 1%. nu 23 = 1 
Guld.) 132 der früheren, und der Pfennig hatte in Silber berechnet nur nod) 
ven Werth von wenig mehr als ein Kreuzer unferes Geldes. — H. 


In Bezug auf den ungarifhen Magnaten Hans, Herzog zu Limbach, 
der mit andern Fürften und Herren im Marfgrafenfriege der Stadt 
Nürnberg entfagte (ſ. S. 144, 8), vermuthete ich, daß er zu dem Ge— 
fchlechte ver Grafen Baͤnffy gehörte, welches die Herrichaft Unter Limbach 
(ungarifh Alſo Lindva) auf der Murinfel im Szalader Comtitat befaß ; vgl. 
Bonbardii Topographia Hung. I, p. 123. Dieje Vermuthung wurde 
mir durch den ungariſchen Geſchichtſchreiber, Herrn von Szalay, auf eine 
durch gütige Vermittlung arı ihn gerichtete Anfrage, in folgender Weife be- 
ftätigt: „Dans, Herzog zu Limbach, ift allerdings ein Bänffy geweſen, und 
zwar nach dem genealogifchen Lericon Nagy Ivans ein Sohn des Johann 
Baͤnffy II. und Bruder des Niklas Banffy IV. Seine Linie, die herzogliche, 


934 Nachträge. 


ſtarb, wie es ſcheint, mit feinem Sohne aus. Uebrigens iſt Dux, Herzog 
ein bloßer (vermuthlich von K. Sigmund verliehener) Ehrentitel, wie denn 
ungefähr zur ſelben Zeit auch Niclas Ujlaki denſelben Titel führte“. H. 


Zu ©. 418, A. 6 verweife ih noch auf Konr. Stolle's Erfurter 
Chron. S 27, wonad die verbündeten Städte dem Biſchofe von Wirzburg 
ein Heer von 12,000 Mann zur Verfügung ftellten, wein er von Herzog 
Wilhelm angegriffen wiirde. Die Stelle ſcheint nach dem Zuſammenhange 
der Erzählung zwar in das Jahr 1447 zu gehören, kann aber Doch nur auf 
die von und berührten Zwiftigfeiten bezogen werden. K. 


Zu S.460. Graf Johann von Hohnftein, Schwager des Grafen 
Adolf von leihen (vgl. Sagitterius, Hift. d. Grafſch. Gleichen ©. 162 
a. 172), fämpfte perfönlich in ven Reihen des marfgräflichen Heeres. 
S. oben ©. 487, 4.7. In ven Abfageverzeichniffen wird feiner nicht 
gedacht. K. 





Glojjar. 


Das Glofjar zum zweiten Bande der Chroniken wurde nach den gleichen 
Grundfägen ausgearbeitet wie jenes zum erften,* fo daß ich hier nur auf 
das Bd. I. ©. 477 Geſagte zu verweiſen braude. | 

Bei Worten, die ſchon im I. Bande eine eingehende Erklärung gefun- 
den, wurde hier unter Klammern nur die betreffende Seitenzahl deſſelben 
hinzugefügt. 

Für die Hilfsmittel gelten die nämlichen Abkürzungen wie im J. Bande; 
die neu hinzugekommenen find deutlich genug bezeichnet bis auf Voo., wo= 
runter der 1482 zu Nürnberg gebrudte Vocabularius theutonicus zu ver- 
ftehen ift (fl. 4: 76 Bogen ohne Pagin.), welchen ih, da er nicht ftreng 
alphabetifch geordnet ift und oft die wichtigften Worte nur als Synonyma 
und nicht im Alphabet aufführt, für meine Zwecke ausführlich excerpirt und 
georonet habe. Er wurde übrigens ſchon von Friſch und Schmeller theil- 
weife benutt und wird jegt uch in Grimme Wb. öfter citirt. 

Nürnberg, im September 1863. 


M. Lexer. 


*Im 32. Bogen des I. Bd. find einige Fehler ſtehen geblieben, bie ich hier be⸗ 
richtigen will. ©. '491* 3. 7 v. umt. lies ‘in’ ft. ‘hin’. — 491° 3. 10 v. u. lie: 
"Schlager, Wiener Skizzen, neue Folge”. — 491b 3. 2 v. ob. lies “halsberges’. — 
494° 3. 13 v 0. ließ foberstag’. — 496: 3. 14 v. o. ließ ‘salwort’.— 496b 3. 27 
dv. 0. lies 'schoszgatter’. Ferner ift in den aus den Rechnungsbüchern angeführten 
Stellen öfter ‘zZ’ flatt ‘8’ (Schilling) gefet worden. Das zu “endit’ und ‘taun- 
weczschel’ Nachzutragende wurde dem vorliegenden Gloſſare einverleibt. 


Abbechseln, abwechſeln 250,7. 16. 

abbrechen, Abbruch thun 174,8. 9. 
10. 197,15. 330,2. sich etw. abpre- 
chen 351, 2; intranf. die weier pre- 
chen ab, durchbrechen den Damm 24, 
4. abpruch, m. 196, Anm. 1. 


abdingen, abhandeln, übereinfommen 


229,18. 510,1;] vgl. teidingen. 
abdringen, mit Gewalt nehmen 221, 
Anm. 1. abtringen 271,16. 
abeilen, einem etwag, es ihm eilends 
wegnehmen 176,24. 190,13. 192,9. 
219,12. 21. 220. 21. 
abent, Borabend, 3. B. 19,4. 29,4; 
obent, 11,10. 17,1. 24,22. 


abentewer n. auf sein ab.. auf eigene. 


Gefahr 258,29, Gr. Wir I. 28. 
aber, Adv. wieder 129,3. 13: 131,17. 

140,9. 142,20. 198,9. 11. 200,28. 

239,23. 272,6. 8. 10. 11 u. f. w. 
abetum,.n. 13,.2. Anm. 3. 22, 3. 
abgang, m. was abgeht, Mangel 235, 


abuen, mangeln 334,8; aufhören, ab» 
fommen, 142,1. 326, 10. 331,3. 332, 
16. 351, Anm. 4. abgien 315,3. 

ubgraben, die weier, 332,4. 837, 10. 

abheben, wegnehmen 530, 10. 

abhin. Adv. hinab 201,2. 

abkomen, mit einem, überein kom⸗ 
men, vergleichen 263,5. 

ablegen, den Schaden 72,31 (vergüs 
ten); den Krieg 162,2; vgl. hinlegen. 

ableiten, abtwendig ma en 125,9." 

abrechen; abrepnen 87,24, 
Anm. 3 

absag, f. Auftündigung 129, 30. ab- 


sagen, den Dienft 88,39; 3804. 1.- 


:. Fehde anfündigen 337, 17. 19. 2; 
. abgesagt 421,W. 1; absagebrief 130, 
17.23 = veintsbrief 130,3. 12). 
abscheiden, n. Beendigung t29,23. 
abstechen, vom Pferde ftechen 204, 
23. 489,9. 492,1. 

absten, im Rüditande bleiben, fehlen, 
128,10; einem absten (d. h. ab ei- 
nem sten) von ihm abfallen 76,3. 


2931 


abtraben, wegreiten 215, Anm. 2. 

abtragen, wegtragen 263 ‚3; aus⸗ 
gleichen 43, Anm. 2. 

abtreten, vom Pferde fteigen 65,4. 

abtun, wegthun (den Namen audit» 
hen) 262, 32; abfchaffen 309, Anm. 2. 

abv allen, vom Mferde fteigen 217,3. 

abwesen, n. Abweſenheit 231, 4.1. 

abziehen die weier, 350,5 Bar. 
337,10. 

acht, f. in acht haben 333,3. 

achten, f&hägen, tariren 65 Anm. 7. 

ackerleng, f aan ı einer Weg: 
ftreste 271,5. 273,8. Or. Wh. I. 174. 

ader, f. Sehne zu der Armbruft 335,2; 

- 314, T ſcheint es Flachs, Flachöader zu 
„„sPeuten. 
i, — diefer Anlaut wechſelt mit ei 
un wurden die: betreffenden Worte 
unter legterem angefeßt. 

albeg, Av. immer 81,39. 91,10. 
250,1. 11. 259,5. 267,28. 302,8. 
305,9. 306,29. 32. 307,2. 342,2. al- 
begen 137,7. 138,16. 19. 199,12, 
256,24. Gemwöhnlicher ift die Form al- 
weg (#. B. 124,18.-.128,11) alwegen 
(3.8. 191, Bar. 17. 349,6). 

almusen, n.-das reiche alm. 342, 
1. Anm. 1. | 

als, vergleihend: 184,3. 197,7. 201, 
24. 260, 14. 20. 28.29. 305,23. 306, 
29. 309,12. 339, 9. u. f. w. für als 
ob, als wenn, 125, 23. Oft ift ed 


- . Kürzung Yon alles, 3: DB. 224,24. 


313,7. 29. 314, 1. 12. 322,19... 

349,15; Genit. 41 18. 19. 322, 18.23. 
alt, Abi. die syben alt 43,10. Ann 6; 

ebenfo die alten herren 84, 15. 

An, Präp. ohne z. B. 24, 17. 124,10. 
130,20. 136,13. 149,2, 173, 25. 180, 
20. 22. 196, 13. 258,27. 261,22. 
262,2. 961,21. 22. 309, 2. 15. 311, 
5. 314,10. 322,22, 323, 2. 486,16. 
526, 14. Die gemwöhnlichere Form ift on. 

anblasen, die Feinde 281 ‚17. ſ. 
blasen. 

anbringung, f. Proclamation 133,19. 


Gloffar. 


anderhalb Adv. anderwärtd 183,14. 
anders Adv. fonft, auf andere Weiſe 
72,34. 13,10. 307,14. 
anfahen, anfangen 275,28. 26. sich 
anf. 243, 2. 8. 326, 93. 332, 18. ſ. 
anvengen. 
anfüren, eine Kirche anfüren d. h. das 
Bolt an die Kirche, zum Angriffe der⸗ 
ſelben anfühten 244, Anm. 4. 
angen, beginnen, dom Sener (aus« 
breien) 221, 9. 1. vom Kriege 330, 
(angien) 331,11’; vom Serie 
385, 4.2; die pollicken angôn laszen 
(audgeben) 325, Anm. 3: 
angesehen Adv. in Erwägung, im 
Hinblideauf etwas 72,14. 128,4. 131, 
. 10.221 9. 1.268 Bar. 7. 515,19. (an- 
‚gesicht 87,14) Dal. Gr. Wb. I. 349, 
angewinnen einem etwas, abgewin- 
nen 39,23. 66,10. 129,29. 166,9. 
169,12. 196, Anm. 1. 233, 10. 337,7. 
493,17. 23. 
angreifen sich, an fein Geld greifen, 
Geld audgeben 49,23. 330,8. Del. 
Gr. Wb. E 356. 
anhang m. Bedingung, Mluseinander- 
fegung 166,34. 
anheben, anfangen, Partic. ange- 
haben, 19,1. 5. 26,10. 124,23. 129,1. 
300, Anm. 4; sich anh. 328, 21. 
ankomen einen, ihn antteffen, feiner 
babhaft werden 73, 34. 181,5. 189, 27. 
328,17. 337,11. 350, 12. 
anlangen, einen um etwas 34,3. 73, 
"10; an einen langen, kommen, berich- 
tet werden 381,32; anlangen n. wies 
derholtes Verlangen 265,18. 
anlaszbrief, Urkunde über ein 
Schiedöurtheil 230, A. 1. Pal. Cr. 
6.1. 593. mh. Bst. I. 247. Schm. 
II. 494. Ä 
.anlaszen etwas mit Sturm, beſtür⸗ 
men 67,15. 
anlegen, eine Steuer 323,9; Kleider 
(anziehen) 836,12; mit harnasch 
angelegt 175, 35. 
anmutten einen eines Dings, e8 ihm 
zumutben 270,4. 
anneme Aw. genehm, 
135,16. 
anpringen, borbringen, melden 85, 
8. 10. 26; 88,6. 19. 90,23. 
anrichten, den ofen zum Baden 305, 
Anm. 2; in der Küche (die Speifen) 
anr. 316,8. 
anrufen ſchw. Vb. 341,11. 
anschreiben, verzeichnen 19,7. 20, 
9. 261,26. 


angenehm 


537 


ansehen-einen, mit ihm Nachficht ha» 
ben 75,20, etw. ans. berüdfichtigen 
- 75,20. 
ansetzen die Pferde, anfpannen 290, 
19; einen ansetzen, ihn angreifen, 
umringen 492,8. 
ansinggelt n. die den „Unfingern“ 
zufommende Belohnung 5, AU. 3. Man 
. sol kein ansinggelt geben, auszge- 
. auımen den eehalten der hochzeit. 
. NP. 78. Bal. Schm. 272 f. 
anslag 64,5. 10. 20. 152,8. 245,8. 
248, Anm. 4. 254,13. 255,18. 265,4. 
291, 16. 18. 23. 332,3. 12. 519 ‚29. 
anslahen, mit der Giocke anfchlagen 
280,19. 20; in Anfchlag bringen 323, 
11; das gelt ansl. berechnen, lebens 
ſchlag machen 260,26; einen raub 
ansl. ihn ausführen , über etwas räus 
beriſch herfallen 177,4. 199,26; das 
vieh ansl. darüber berfallen, fi feiner 
bemächtigen 172,17. 176,23. 220,18. 
20. Bol. Pfeifferd Germania V. 236, 
anstecherm. der das Faß, den Wein 
anſticht 344,11. 
anstoszen, angränzen 527 ‚28. 
antborten, übergeben 84, 1. 4. ſ. 
antworten. 
anten., ahnden, rächen 269, 28. rügen 
530, 33, 
antlas m. Ablaß, unter die antlas 
gen 24,18 (1. 486.). 
antreffen, angehen, berühren 231,3. 
antreten, ein Amt, eine Stelle ans 
treten 87,17. 275,25. 276,12. 19: 
antworten, antwurten, überge- 
ben, überliefern 44,2. 162,15. 253,23. 
258,8. 265,6. 27. 290,27. 297,13. 
308,18. 318,22. 347,17. . — 
anvengen ſchw. Vb. anfangen, Par⸗ 
tic. angevengt 63,5. 82,23. Bal. Or. 
Wh. 1. 326. 
anzalf, Antheil, Anzahl 35,5. 181, A. 
2. 266,26. 268, Bar. 7. 306, 26. 307. 
3. 349, 4. 350, 15. Bol. l. 4808, | 
anzeichen, ongeihnen, anmerfen 83, 
17. 337, Anm. 1 
arbeiszf. Erbfe 181, Anm. 1. 304,7. 
318,13. 319,30. 320,8. f. erbeisz: 
arbeit fı das durch) Arbeit Hervorges 
‚brachte 125,27. 
arbeiten, fich bemühen 334, 4.2. mit 
dem Sefhüg arb. f&hießen 38,7; ei- 
nen margkt arb. ihn bedrängen, eis 
ftürmen 209, X. 2; den taig arb. ihn: 
durchkneten 305, 16. 
arg dj. in argem 209,28; orgelit 
2 . 


’ 





538 


arkwän, Argwohn 283, 24. 

armeJecken 400,13 eine Entftellung 
von Armagnacs, woraud zuerſt Ar- 
menjacken, fodann Armjacken, 
Armjäcken, arme Jecken und auch 
bloß Gecken gemacht wurde; ſ. 
Pfeifferd Germania V. 345. 


armleut, arme leut Plur. von 
- armman 77,8. 14, A. 1; 92,3. 125, 
25. 128,1. 129,28. 172,23. 181,17. 
182,1. 200,20. 243, A. 2. 269,30 ff. 


292,3. 298, A. 2. 326,24. 332,13: (I. 


480). Haltaus 53. 

art f. btunit, höfische art (von der 
Stadt Hof) 80,6. plauische art 81, 
12. koburgische art 197,11. 


artztionn. Rohn des Arztes 340,1. 

arwater = arbeiter 17,11. 

atzgeltn. Kofigeld 179, Anm. 1. 

atzung f. Koft 235,13. 499, 21; das 
dafür zu entrichtenbe Geld 264, 18. 
21. 265,1. 

aufdinger, fo viel wie aufpieter 
254,2. 

auffarttag, Himmelfahrttag 219, 9. 
14. 28; 220,7 ꝛc. 

aufflihen enwas, im Fliehen mit fort⸗ 
nehmen 178,11. 

aufgen vom Feuer 214,18. (aufgien) 
280,18. 324,11; zu Ende geben, ver» 
braucht werden 306,16. 


aufhalten fi eined Dinges, es von 
fich abhalten 136,18. 349,15. 371, U. 
2. 409,9. 485, 37. | 
aufhawen f. hawen. 
aufheben, in die Höhe heben 258,35 
(Gpartié. aufgehaben) ; aufbewahren 
256,3; erheben, in Empfang nehmen, 
mit ſchwachem Partic. 234,7. 9. 10. 
2 . 
aufrichten, errichten 


’ 


aufmachen, 
28,10. 
aufmerckung haben 325,1 = auf- 
mercken 325,2. 
aufnemung unser frawen, eben fo 
wie unser frawen schiedung, Mariä 
Himmelfahrt 5, Anm. 3. 


aufpieten, 247, 13 ff. 

aufpieter, 247,13 ff. 218,11. 254, 
14. 255,10; über ihren Dienft befon- 
ders 251, 11 ff. 

aufraumen, wegräumen 271,19. 

aufricht Adv. aufrüchtig 306,14. 

aufsagen 337, A. 4 wie aufsenden. 

aufschüten dad Mehl, zu Haufen 
fihütten 307,8. 21. 

aufsenden, aufsenten, die Lehen. 


Gloſſar. 


ſie aufſagen, auffünbigen, 233,14. 17, 
337,16. Anm. 4. 338,4 
aufsetzen einem etwas, beftimmen, 
verordnen 257,20. 331, 8; f. setzen. 
aufsitzer, berittener Söldner 78,11. 
aufslagm. aufschlahungf. Auf 
But Waffenſtillſtand 162, Bar.3. — 
rt. Wb. I. 722. Haltaus "65. 
auftragen, hinauf tragen 307,9. 
aufziehen die Weiher, 332,4. 
aug; unter den augen, im Sefichte 9, 
. 29. unter augen eine botschaft tun, 
etwas mündlich berichten laffen 49,26. 
(Bgl. 48,29 und: under augen und 
mit briefen Haltaug 71; etwas in 
. mundoder under augen verkünden 
Scherz 1748). 
ausz Präp. u. Adv. wechfelt mit aus; 
aus und aus, durchaus 303,4; ausz 
: und ausz 328,18. 
auszbringen, zu Stande bringen, 
erwerben 43,5. 44,10. 33. 125,22. 
ausz bürgen, duch Geld audlöfen 
156,12. mhd. Dh. I: 164 b. 
auszgeben, bingeben 267,25; vor 
geben, vorfhüpen 125,6. 10. 
auszfallen, entweichen 65, 5. 
ausgeii= ausgibt 290,23. 
auszgehen einem einee Dinges, ed 
ibm Mut en 73,32. Gr. Wb. 1. 810. 
ausgin ar. ausgein) ‚ ausgehen 
258,1. 
auszhin Adv. hinaus 310,15. 
auszholdern, aushöhlen 335,15. 
Dal. aushölern in ©r. Wo. I. 88. 
auszkumen, auskommen, ausreichen 
321,20; zu Ende tommen 66, 23; aus- 
komen n. 299,24. 
ausz lendig. Adi. fremd, ausländifh 
268, Bar. 7, Gr. Wb. I. 900. 
auszloszen das unslit, ſchmelzen 
314,13 (aussmelczen 175 ‚18). 
ausmalung ded Kornd 307, 2. 
auszpuchen, plündern 17, 8,A. l. 
Bol. Gr. Wb. II. 200. Friſch u 64°. 
auszrecken, hinausſtrecken 249,3. 
315,1. 
auszrichten, den hader (f&hlichten) 
246,7; ferner 265, 9. 20. N 2. 340, 
1. 342,2. 351, WA. Bol. I. 4800f. 
aussetzen die Pferde, ausſpannen 
175,7. 189,28. 190,22. 195,29. 19i, 
27. (ausspannen 219, 15). 
auszstoszen, wie auszrecken 298). 
austhun einen, aus der Lifte ftreuhen 
262,26. 
ausztragm. Ende, Ausgleichung 73. 
11. 134,20. 135,5. 233,4. 18. 237,7, 


Gloſſar. 


15. 346,7. ausztragen 44,31. 
134,30. 238,11. 
ausztregenlich Av. 134,14. 
auszwarten einem Dinge, 325,22; 
eined enge 335,5 hüten, pflegen. 
Bol. Sr. Wb. I. 1010 Nr. 6. 
auszaichen, auszeichnen, auswäh— 
len 325, Anm. 3. | 
auzzihen den zug, einen Kriegszug 
thun 349,2. 


B=w, confequent auf ©. 526.: by, 
bir, ban, bissen, best = wie, wir, 
wann etc. 

pache m. Spedfeite, (vielleicht auch 
Schinken) eined Schweined, sweynin 
pachen 211, W. 1. — etlich pachen 
fleisch 151,9. 1. — Es solkein bur- 
ger einich schweinin pachenfleisch 
ausserhalb der gemeinen fleisch- 
penck verkaufen NP. 235. Val. Er. 
bh. I. 1061. Schm. I. 143. 8. 13. . 

pachenfleisch, 316,20. }. pechen- 
fleisch. nn 

pachen, baden 67,20. 316,20. 350, 
20. 351,17. font: packen 303,23. 
304,12. 20. 305, Anm.5. Prät. puch 
304,21. 23. 305,25; puchen 302,7. 
303,26. 305,14. Partic. gepachen 
302,7. 313,27. 

pafesen f. eine Art großen Schildes, 
mit einer langen eifernen Spiße ver⸗ 
fehen, mit melcher er in der Erde feft 
ftehen fonnte (vgl. setztartsche). 253, 
14. 256,5. 6. 291,19. 25. Das Wort 
ftammt zunächſt aud dem ital. pavese 
m. franz. pavois. Gr. Wb. I. 1075. 
Schm. I. 278. Schmid 82, Friſch 
IH. 36. 

palmtag, Palmſonntag 211, 5. 17. 
212,5. 8. balmtag 9,16. palmwoche 
12,10. 

ban= wann, henn 412, Anm. 1. 

panm. Herr, ein flavifched Wort (poln. 
pan), noch erhalten in „Ban, Banus 
don Kroatien” — und in dem davon 
abgeleiteten „Banat“. 144,6. 

pank f. Fleiſchbank 309,1. 311,20. 

pankhart m. Baftard, 80,3. Gr. Wh. 
I. 1111. 

pantberaiter, der eifeme Bänder, 
Schienen verfertigt 507,22. 

parbirer, 345,17. 

parchantm. Barchent 268,5 

paref. Todtenbahre 14, Anm. 4. 

barnen =. warnen 79,15. 


539 


parte ſchw. f. Fleifhbeil, Hackmeſſer 
| 3166. Gr. Wb. J. 1143. Schm. I. 203. 
‚11. | 

basz, bas, pasz Adv. beffer, mehr. 

. 36,28. 37,33. 76,4. 13. 123,8. 124, 
5. 153,24. 331,18. 335, Anm. 2 2c.; 
allerbaszt 408, Anm. 3. . 

passauner, eine Art Weined, wohl 

- Bein von Baffano, 35, Anm. 6. 

paukef.218,7;paucken 5.248,83. 

pauknecht, wahrſcheinlich Ackerknecht 
81,8. Vgl. Gr. Wb. J. 1187. 

paurengericht, welches in Sachen 
der Bauern aus dem Nürnbergiſchen 
Gebiet zu entfcheiden hatte 335, Anm. 
2. Dal. I. ©. XXVUL. 

pavesen ſ. pafesen. 

paw m. Bau, Plur. pewe 293, Anm. . 
3; pawen, bauen, Partic.pawet 20,1. 

pawerpütel 279,13. 19; pawernpü- 
tel 282,1, der die der Stadt zuſtehen⸗ 
den Bauern kennt und beauffichtigt. 

pechenfleisch, eingefalzened, Pes 
telfleifch 314,18. 19.23. 334,18. Bol. 
dazu die Stellen 260,22. 313,12 ff. 
und Scherz 1188: pecheins fleisch. 


pechenein %j. aus Pech 334,2. 
peck, beck m. Büder 301,14. 17. 
302,9. 343,14. 350,16 und öfter. 
peckslaher, Bedenfchläger 285,11. 
286,3; von ihnen bat noch die „Bed 
fchlagergafje” in Nürnberg ihren Nas 
men. 
befelhen, anempfehlen, anvertrauen, 
. 163,32. 325,22. 
befelhnus f. Befehl, Auftrag, 123,12. 
befelhnusbrief, dereine befelhnus, 
ein Mandat enthält 163,3. 
befriden fich, einhegen, eine Schuß» 
wehr errichten 358, Anm. 2. — Gr. 
Wh. I. 1272. " 
begaben, beichenfen 340,17. 
begeben sich, ſich herbeilaſſen, ver« 
pflichten, 85,25. 91, 16. | 
begen einen, deſſen Leichenbegängnid 
. oder Reichenfeier halten 28,4. 29,7. 
52,24 (I. 481af.). 
begeren, an einen etwas, 238,1. 
beginnen ®Prät. begund, begunden 
oft im Schlachtbericht der Beilage IH. 
begreifen, antreffen, ergreifen 283, 
23; 4°9,9. 526,23; enthalten 44,16. 
behaben, ft. Vb. behalten, behaupten 
371,5. 
behalten, aufbewahren 313,14. 347, 
18. 350,18; behaupten 293, Anm. 1. 
493,26. 495,30; beim eide behalten, 


540 


ſchwören, betheuern 326,7. Vgl. Gr. 
Wb. 1. 1323. Nr. 12. Haltaus 121. 
behaltnus f. Aufbewahrung 13,5. 
530,16. 
behaltungs==behütung 307, Bar. 23. 
“ beheltnusf. Bewahrung, Erhaltung, 
Behauptung 155, Anm. 1. 
behent Adv. 305, ‚24. 306,2. 
behültzen, mit Hol; (Brennholz) vers 
fehen 327,12. 14. 


behütung, Bewahung 307,23. 

peiheln. Beil, 89,37. 252, 2. 

beileger m. Mithelfer, Beiftand 515, 
25. 32. 421, Anm. 1. 

peilen, bellen 20,8. Bol. Schm. I. 
167: „Ed tommt auch die Ausſprache 
b alln und zwar in Gegenden vor, wo 
fie auf eine Form beilen zu weifen 
cheint.“ 

beistendigsein, beifteben 61,10. 

peiten fi. Vb. eines Dinges, darauf 
warten 265,7. |. erpeiten. 

beklagen einen, verklagen 356,3. Gr. 
Mb. I. 1418 Wr. 1. sich beklagen 
126,8. und öfter in der „Vorrede“. 

bekomen eines Dinges, Nutzen, Ge: 
winn daraus ziehen 161,13. 

bekömlich Adv. zuträglich, tauglich 
61,2. bekomlicher Comp. 76,4 


bekumern jid mit einem, ſich darum 
tümmern 222, Anm. 6. 

belegen, belagern 174,18, ebenſo: 
belegern 66,23. 

beleibett.n. Aufenthalt 336, 19. 

beleiten, belaiten, begleiten 67,7. 
161,4. 214,1. 6. 

beligen fl. Vb. liegen bleiben 492,6. 
Gr. Wb. I. 1450. 

belüten ſchw. Vb. laut werden 385, 
Anm. 5. 

pen f. Strafe 162, 
163,35 

benennen, mit Ramen aufführen 227, 
25; das Partic. ohne Rüdumlaut. 

benugenn. Genüge 408, Anm. 3. 

bepfelhen = befelhen 83, 32. 85, 37. 
88,10. 91,6. 30. 

be ph elnus=befelhnus 82,20.84,17. 

berben=werben 89,22. 90,3.4. 129, 
8. 20 und öfter. 

berechten, zu rechtlichen Austrage 
bringen, 234, 26. 237,12. 


bereden, verabreden, beftimmen 89,7. 
91,25; unterhandeln 232,23; einen 
bereden, in® Gerede, in der Leute 
Mund bringen 494,30. — Gr. Wb. I. 
1494, beredung 89,11. 


7. 166,25. 33; Blur. 


— — —— — — — — — — — — — 


Gloſſar. 


bereiten, bereit machen, halten 24, 
22. 247,20. 

bereiten ft. ®b. obequitare 274,8. 
298,21. 


bereitschaft f. Baatichaft 16, 4,9, 

bericht f. uögleihung, Berföhnung 
234,12. 235,18. 22: 236,5. Scm. 
Ill. 34. 

berichten, richtig machen, verföhnen, 
bericht sein 236,16. f. gericht sein. 

perkheuslein, fleine® Bergſchloß 
78,22. 

permiten Adi. aus Pergament, 18, 
Anm. 3 

pertlein, kleiner Bart 83,1. 

berufen ſchw Vb. aufrufen, zuſam⸗ 
menrufen 34,1. 39,26; 484, 25. 30. 
485,1; — proclamiten 244, Anm. 4, 

berut Av. in Ruhe 133,9. 

beschehen, gefchehen 3. B. 137,17. 

bescheiden Adj. mäßig, billig 88,32. 
127,2. 260,15. 19. 326,26; flein, 
gering 291 ‚23. 

besch eiden, beflimmen, anberau 
men, zutheifen 236,27. 237,9. 333, 
Anm. 3; Prät. besched247. 21. ‚30, 2), 


bescheidenlich Adv. mit veritän 
oiger Unterigeibung, mit Berftand 
bescheidenheit f. 350,18 was für 
das Bedürfnis ak gleichbeteu: 
tend mit dem in demfelben Abfchnitt 
öfter vorfommenden notdurft. ' 
beschornAbj. mit turzen vaaren 819. 
beschreiben, auffchreiben, verzeich⸗ 
nen 249,14. 253, 20. 260,25. 261,29. 
300,19. 323, Anm. 2. 501, Ann, l. 


beschribens Adv. verzeichnet 337, 
Anın. 4. 

beschulden, vergelten, erkenntlich 
ſein 371, Anm. 2. 

besenden einen,. ihn citiren, kommen 
laffen 323, Anm. 2. 351, Anm, 2. 

besesz.m. Beſib 243,11. Anm. 5.— 
Gr. ®b. I. 1618. 

bes] eichen, umföleisen, ausſpio⸗ 
niren 277,12. 331,1 

besloszt, Mi ein. Scloß beſitzend, 
durgſehis 75,28. 81,12. — Gr. Bi. 


besorgen sich, 311,10; sich auf 
einen bes. darum in Sorge fein, 
132,32.. 

peszern sich, verbefjern 340,13; dr 
was beszern 199,5. 

peszrung, @rhöhung des Gold, 
Melioration 27, Anm. 1. 





Gloſſar. 


bestallung, Anſtellung ſowohl als 
der dafür ausgeworfene Sold: bestal- 
lung und sehulden der losungstuben 
150,20. 123, U. 1; bestallungbrief, 
246, U. 3. bestellunghrief 123,4. 1. 

bestant m. Ruheſtand, Waffenftill- 
ftand 164, 2. 28. Haltaus 148. 

bestaten, befeftigen 163,12. 

bestecken, fteden bleiben, Partic. 
besteckt 258,34. Gr. Wb. I. 1664. 

bestellen, beftellen 3. B. 128,30; 
anordnen, für etwas forgen 24,9. 269, 
7.16. 297,7. 328,25. 329,5; zur Stelle 
bringen, gewinnen 330,12. 427,4. 2; 
umftellen, verjehen 250,9 (Bartic. mit 
Rücdumlaut: bestalt); sich bestellen, 
in Ordnung feßen, richten 128,28. 

bestellung, Unordnung, Leitung 
244, Unm.t. 

besten, ftehen bleiben 184,1. 193,10. 
197,19. 229,18. 268, Bar. 7; währen, 
dauern 162,4. 312,16 vgl. bestand. 

bestreiten, befämpfen 227,21. 484, 
13. 486,28. 

be su y hen, durchſuchen, unterfuchen 

besunnenbeit, in bes. sein, auf 
merken, Acht geben 284,20. 

betagen einen, ihn auf einen beftimm- 
ten Zag vorladen 166,2. 225, W. 4. 
betagung, 525,10. 

betbrief, Bittbrief, Empfeblungsbrief 
44,9. Anm. 5. 

pete,betef. Bitte, Anjuhen 73,12. 
81,40. 347,4. 13. 15. 

betedingen, 139,19; beteidin-. 
gen, verabreden, unterhandeln 39,3. 
232,23. 236,13. 15. (I. 482b). 

beteuten, anzeigen, verfünden 268,9. 

betreten einen, ergreifen, gefangen 
nehmen 73,34. 79,6. 86,22. 204, U. 
2. 266,17. 

betwungenlichen Adv. gezwun⸗ 
gener Maßen, gefangen 237, Anm. 3. 

beute, peute f. Plur. davon 311, 
14. 22 


beuteln dad Mehl, fieben 304,20; 
mhd. biuteln. 

peuten etwas, e8 zur Beute machen, 
3. DB. 185,9. 

peutmaister 266,4. 7. 

peutrechtn. 261,9. 14.17. 262,18. 

peutzettel f. 262,6. 22. 30. 

bevelhen jt. Db. anvertrauen 72, 
26. 32. 

bewaren, verjorgen, bewachen 18,10. 
64,11; verhüten 525,20; das slosz 
bew. behaupten, vertheidigen 88,37. 


541 


296,12. 23; die Ehre gegen einen be- 
. waren durch Zufendung eined Fehde⸗ 
briefs 71,22. 143,5. 514,19. 515,36; 
einen bew. in geiftlichen Dingen, mit 
den Sacramenten verfehen 256,29. 
bewarung, 71,22. 143,5. 515,36. 
e Sm Voc.: bewarung, so hoffleute 
tun, so sy veinde werden, preser- 
vantia. Bol. Schm. IV. 125. 
bewegt fein wieder oder gegen einen: 
aufgebracht, erbittert fein 137,11. 18. 
221, Anm. 1. 
beweilen Adv. zumeilen, manchmal 
306,6. 
beweisen ſchw. Vb. 133,11. 137,8. 
209 Anm. 2. | 
bewerben, anwerben 143,6, ebenjo 
sich bewerben 128,6. 129,16. 18. 
bezeit Adv. bei Zeiten, frübzeitig128,27. 
pfalntzgraf, 38,5. 40,31; ſonſt 
. pfaltzgras; mbd. phalenzgräve. 
pfantung f. pf. haben, ein Pfand 
geben 499,3. 
pfennwertn. waseinen Pfennig oder 
Pfennige werth, dafürzu haben ift 305, 
Anm. 5. — Mhd. Wb. J. 603 b. Schm. 
I. 316. 2. 24. Vgl. hallerwert. 
pferdspere ſchw. f. tüchein pferds- 
peren find wol mit Tuch überzogene, 
von Pferden getragene Bahren oder 
-Sänften für die Berwundeten 89,36. 
Bol. mhd. rosbäre: man machte 
rossebäre den gewunten, Livl. Chron. 
9037. VBgl. auch Friſch. I. 44° und 
Schm. 1. 189: die beren dad Trag- 
geftell (mhd. bare für bäre und ver- 
fürzt ber). | 
pfintztag, Donnerftag 9,6. 36,22, 
87,3. 5. 11. 150,5. 10. 159,20. 167, 
9 u. ſ. w. 
pfistrei f. Bäckerei 305,25. 
pflegen, in 3. Präſ. noch pfligt 7, 
Anm. 3. 269,14 (Bar. pflicht). 
pflichtig Adj. ſchuldig, verpflichtet 
127,3. 266,4. 515,38. 
pfragner, 314,17. 350,19. (1.483). 
Sm Voc.: antionarius, pfragner, 
gremper oder hocker. 
bibales, Zrintgelt 380, Anm. 1. 
pickelm. Spiphade 256,2. 
piderman 283,1 Pl. biderlut 155, 
Anm. 1. piderleut 485,31; fonft noch 
piderber man. 
pieten, bieten, gebieten, aufbieten 20, 
. 10. 27,1. 71,12. 124,6. 126,15. 16. 
131,23. 199,11. 248,25, sich pieten, 
erbieten 84,43; im Partic. boten für 
geboten 258,13. 


542 


billeich Adv. billig, angemeßen 124, 
7. 126,4; pillich 50,27. 72,15. 
pillichkeit 72,24. pilligkeit 338,11. 

pinden vom Arzte, verbinden 312,21. 
339,13. 

pintef. Binde 259.6. 

pirg, birg n. Gebirg, 75,39. 82,25. 
27. 170,14. 174,21. 190,4. 197,27. 
202,25. 211,6. 13. 218,16. 219,2. 
223,19 u. ſ. w. 

pitten mitdem Dativ der Perfon 20,6.7. 

bizzer m. 507,21. Im God. Nr. 233 
(Nürndg. Arch.) BI. 66 heißt ed un⸗ 
jerer Stelle analog : Stegraiffer, pis- 
macher undsporer ; Bl. 136° wird 
aufgeführt: H. Wolf, sporer u. pisz- 
macher u. 179b: Fritz Thoman pi- 
szeru.sporer. Der Voc. hat: pisz- 
macher oder zaummacher, lorifex. 

plahe ſchw. f. grobes Leintuch 253,25. 
331,19. 335,2. — Gr. Wb. II. 61. 
Mhd. Wh. I. 1958. Schm. I. 236. 

planke ſchw. f. dies Brett, eine Stube 
aus planken 274,24; auch dielantwer 
wird mit planken gemacht 327,17. — 
Sm Plur. auch Umplankung, Befeſti⸗ 
gung 266,17; gl. Voc.: plank, ein 
want umb ein hoffe oder gar- 
ten oder ein tull umb ein schlosz, 
vallum. 

blasen, den Feind blasen, ihn durch 
Blafen in dad Horn anfündigen, Allarm 
blafen 247,23. 248,5. 281,1. 

platharnaschm. Bruſtharniſch 209, 
8, gleichbedeutend mit plate (plate 
oder prustplech, thorax. Voc.), die 
vor der Bruft über dem halsberge ge- 
tragen wurden. Die Berfertiger hießen 
platner. 507,23 —. 1. 483°. Friſch I. 
62b, 

plechhantschuer, Berfertiger von 
Blehhandfchuhen 507,24. 

bleiben; anzumerfen ift dag Perf. mit 
haben : man het bliben 67,35, meis 
ned Willens fonjt nicht nachweisbar. 

pleide ſchw. f. große Steinfchleuder 
18,8, Anm. 4. (I. 483); pleide oder 
werfendes werck, petraria; plei- 
denwerfen oder mit dem werck 
werfen, petrare. Voc. 

pleipüchse, aus der Dleitugeln ger 
fhoffen werden 291,26. 292,4. 

blesze f. Blöße, Walblichtung 153, 
Bar. 23, f. plosz. 

pleslein n. diminut. von plesse, weis 
Ber Fleck an der Stirne von Pferden, 
Kühen u. ſ. w. 78,31. 

plesset dj. mit einem folchen Fled 


% 


Stoffar. 


verfehen 78,35. Vgl. Gr. Wb. IL 71. 
Schm. I. 238, 8. 31. 

pletz 314 Anm. 3. Plur. von platz, 
Plas für den Tanz oder für Hazard 
ſpiele? Aehnliche Stellen bei Schm. J. 
340. Dal. aud) bubenplatz in NP. 
65; Ez sol auch dhein leiggeb bei 
seinem aide nicht gestaten dheins 
bubenplatz in seinem hause; 
‚und Frommanns Gloſſar zu Grübeld 
Gedichten III. 2978: ploz Tanzplap, 
plozbam Maibaum, plozknöcht au 
erwählter Tänzer um denjelben. 

blo bj. Senit. blowes, blau 259,7. 
287,7. 288,6. 8. 

plochwerck n. Blodhaus 78,10. 

plöcken, inden plock legen, gewöhn: 
ih in der Verbindung mit stöcken: 
geplöckt und gestöckt 72,11. — 

- Gr. Wb. II. 137. Friſch I. 111b. 

plöd Adj. ſchwach, von den Augen 81,10. 

plosz bj. entblößt, plosze lauben 
153,23 (wofür in der Bar. plesze). 

plunder ſchw. m. Habfeligteiten, Haus 
geräthe, ſteht gewöhnlich im Plur. 151, 
11. 153,3. 169,1. 171,6. 173,19. 
211, Anm. 1. 221,3. 224,19. 259,21. 
260,2. Bal. über diefed Wort Gr. Pb. 
11. 167. Schm. 1.335. 8. 33. Im Voc. 

- plunder oder newe kleyder. 

pock m. hölzerned Geftelle, worauf die 
Büchfe lag, die dann pockbüchse ge- 
nannt wurde 292,17. Vgl. Schlager, 
Wiener Skizzen, neue folge III. 51. 

bock, pock m. Knedhte, diein Fehden 
dienten 64,11. 81,26. 267,12. 16. 
299,16. Belege giebt Schmid in feinem 
fhwäbifchen Wörterbuch 83 z. B. aus 
Schorerd Memminger Ehron. zum I. 
1453: „Um Pfinaften war es fo un 
fiher, ald nie fein Mann gedacht. Es 
waren Buben die Böck genanndt, 
die lagen in Hölzern hin uud wieder 
und griffen die Leuth an, es war ein 
meil wege rings umb die ftatt niemant 
fiher.“ Nach Friſch I. 115 b hießen die 
Freiknechte (milites mercenarii) in 
Bern „Böcke“. Ueber die Geſellſchaft 
der „Böcke“ zu Zürih und ihren Ur 
fprung |. Schmid a. a. D. — Bon die 
fem pock nun ift offenbar abgeleitet 

das folgende: 

pocken fhw. Vb. 80,23; zu fuszen 
pocken 80,27. 81,41. 

podem, podenm. Blur. pöden (314, 
17. 342,3.) Kornboden, Kornhaud 26, 
7. 299,27. 303, Anm. 6. 305,20. 3. 
314,17. 350,17. 





Gloſſar. 


polberfn. Bollwerk 20,5. 

pollicke f. (pollyte 325, Anm. 3) 
fchriftlicher Ausweis, Geleitszettel(ital. 
polizza) 283,8. 325,18. 20. 23. 26. 
326,2. 3. 6. 9. (1.483). Nürnberg. 
die pollitn, Ginquartierungägettel: 
Frommannd Gloſſ. zu Grübeld Ged. 
II. 297. 

porten ſchw. f. Pforte 65,6. 166,18. 

posbicht, Böfewicht 80,21. 

poszkugel, Kugel die man ftößt oder 
fchiebt, Kegeltugel 181,20. Voc.: bo- 
szen oder kugeln, globare; bosz- 
klotz oder kugel oder boszkugel, 
globus. Bol. Gr. Wb. II. 270. 


pot n. Gebot 14,6. 9. 11. 17,6. Geheiß 
262,2. “ 

potenbrot 29, Anm. 1. (1.483b). 

brantschatzen, contribuiren, eis 
gentlich Brand und Raub erlaffen und 
dafür Geld auflegen; fteht oft im 
Kriegsberichte; schatzung und brant- 
schatzung 235,14. 

brantsutze m. (?) Branpftätte 132, 
5. Ich kann das Wort jonft nicht ber 
legen. | 

pratspiesz, 316,17. 

praut Genit. preutö5, Anm. 3. 

brech m. was bruch 528,7. 


brechen ein Schloß, abbrechen 65, 
97; auf einen brechen, auf ihn ein» 
dringen 26,19. 184,8. (Partic. bro- 
chen) ; 26,19 fcheint ed, wenn die 
Herftellung ded Textes gelungen iſt, 

„erbrechen“ (vomere) zu bedeuten. 

prechenhaftig Adj. mit einem fürs 

- perlichen Gebrechen behaftet 246,11. 

brengen, wechfelt mit. bringen (fo 
auch bei Hand Sachs, Gr. Wb. U. 
384): 124,26. 125, 14. 30. 132,12. 

prennel, Brennöl? 151, Anm. 1. 

preuen, trauen 351,3, Anın. 2. 

pringen von einem etwas, ed von ihm 
erfahren 267,20. _ 

prinnen ft. Pb. brennen 30,1. 333,7, 
pran 29,11; sieprunnen 29, 10. 337,8. 
Partic. verprunen.29,14. 30,2. 

process f. Proceffion 12,3. 341,3.4. 

brot, im brot haben 302,1. im br. 

- sein 360,22; f. gebrot. . 

proten m. Braten 18,4. 

protgebm. der Brot austheilt 256,14. 

protspiesz252, Bar. 3, wad vielleicht 
die richtige Lesart ift, denn der prat- 
spiesz war foviel als ein Bohrſchwert. 
Pal. v. Leber, Wiens kaiſ. Zeughaus 
&. 192. 


543 


bruch m. Mangel, Gebrechen 308,8. 
328,9. 332,5. 334,5. 
prüe f. Brühe 312,2. 
prufen ſchw. Vb. erfehen, kennen ler 
nen, fich überzeugen 67,20. 
pub m. Troßknecht, fommt gewöhnlic) 
mit dem oben angeführten pock vor: 
267,11.16. 315,2. Bol. Frifch I. 148 : 
„Die Lixae und Calones (Troßknechte) 
- wurden abfonderlich vor Altere Buben 
genannt;“ u. Gr. Wb. II. 459 Nr. 3: 
„den leibeigenen Soldaten legte man 
den Namend. Buben bei. “— Davon: 
pubenhütte, 314,24; 
pubenvater 314,24 Anm, 3 und 
puberei f. Collect. von pub; pei 40 
pferden puberei 86,27. 
bubleinn. Bübchen 17,10. 19,8. 
puchen ſchw. Pb. plünden 519,32. 
520,3.7. 10. 17.20. f. auszpuchen. 
püchse ſchw. f. 84,31, Brieftafche ? 
püchsenstein m. fteinerne Kugel zu 
den steinpüchsen, 67,4. 291,20. — 
Gr. Wb. 11.478. 
pude ſchw. f. Bude, Hütte im Lager 
- 67,8. 
pugsche f. Rebenform für püchse in 
der Handichrift a, 249, Bar. 16. 
pühelm. Hügel 299,9. — Gr. Wb. II. 
496. 
pulle fchw. f. bäpftlihe Bulle 45,3. 
puntgenosze,buntgnoszez3.®. 
127,1.5. 
puntnusf. 137,14. 349,21. 
bür fhw. m. Bauer 385, Anm. 5. 
buntschu ft. m. einen buntschu usz- 
ruffen, zum Aufftande rufen 385, Anm. 
5. Val. darüber befonderd Gr. Wb. 
I. 523 Rr. 2. 
pürde ft. f. Laft, Bündel 260,7. 309, 
25. 336,3. 5. 
pürge m. 266,21. 25. 
burgemeister=burgermeister 9,9. 
purggutn. 66,2, hat hier wol die Be- 
deutung von Burg, Schloß. Bei Friſch 
1. 156 *: Burggut, feudum castrense. 
burgschaft, purckschaft f. 
Bürgſchaft 268, Var. 7. 
purkrechtn. Bürgerrecht 511,4. 3. 
pürtig Adj. gebürtig 80,10. 22, 
pusauner, Bofauner 24,13. 
puszfellig Adj. ftrafwürdig 129,22. 
pütel oder statknecht 247,19. 
putern f. Butter 214,1.5. 313,10. 
23. 350,26. ' 





544 Stoffer. 


Dach? mangel an dachen (Bar. do- 
chen, tachen, taschen) zu arm- 
brosten 335,1. Iſt dach ein Theil 
der Armbruft oder liest die Hi. a 
richtig: taschen, worunter die Köcher 
verftanden werden könnten ? 

dank». Plur. denk, Preis bei einem 
Zumier 25,7 ff. Gr. Wb. DO. 731 
Nr. 9. 

dann Adv. ale 127,3. 196,8. 257,13. 
349,7; dann 349,14. 350,27; außer, 
mit Ausnahme 18,2. 22,3. 26,8. 
124,17. 161,12. 192,17. 193,22. 
196,7. 230,1.349,19 u. öft. f. denn. 

dannen, von dannen, von dort 82,34. 

dar Adv. dahin 87,13. 131,3. 196,7. 
220,28 xc. dar und her 142,8. 

darlegen, vergüten 234,26. Geld 
auslegen 293, Anm. 1. Haltaus 219. 

darraszpüchse, Feſtungskanone, 
aus der man jteineme Kugeln oder 
Feuerkugeln mit Schlägen warf 20,14. 
294,21; darrasz ift dad mhd. ter- 
räz, mittellat. terratia, franz. ter- 
race, terrasse, Bajtei, Bollwerk. 
Vgl. Mid. Wb. III. 32%, Scm. 1. 
452. Schmid 120. Friſch II. 362°; 
f. tarraszpüchse. 

darüber Adv. dagegen 525,16. 

daselbist Adv. dafelbft 49,9. 

denn Adv. fürdann 166,27. 186,4. 8; 
außer, mit Ausnahme 86,41. 90,11. 
150,2. 199,8. 243,13. 247,7. 325,7. 
f. dann. 

dennoch Av. damals noch 41, Anm.1. 
153,17. 181,8. 11. 329,32. 493,2. 

der Präfig, dem nhd. er entiprechend 

. vor Berben und davon abgeleiteten 
Subſtantiven: dergeben 16,6. 21,15; 
derwerben 43,4. derschlagen 15,13. 
derfarung 34,14. (l. 484«). 

dernider Adv. nieder, darnieder 191, 
11. 14. 204,9. 217,13. 308,16. 
309,7. |. ernieder. 

derren, trodnen 314,7. 8. 

derzu Adv. darzu 84,3, 

desset Adv. dieſſeits 24,19. f. dieset, 
dissentz. 

dester Adv. defto, für deste, mit einer 
unorganifchen Comparativendung ges 
bildete, fchon im mhd. vorfommende u. 
bie ind 16. Ih. geltende Yorm: 123,8. 
128,25. 131,13. 132,32. 246,2. 253, 
10. 307,17. 309,10. 328,12 u.f. w. 
Gr. Wb. I. 1032. Die verkürzte 
Form dest 3. B. 36,16. 

deu = mhd. diu, Nom. Plur. neut. 
233,14. 


dhein für dehein, fein 269,27. 29. 
276,25; dheinerlei, teinerki 
337, Anm. 5. — Gr. Wb. II. Mi. 

dick Adv. oft, dickgenant 135,3. 

dienen, dienlich, von Nupen fein 331, 
13. 18; auf einen dienen, gegen ihn 
408,25. 

diemuticlich Adv. demütig 75,19. 

dieses Xbdv. dieffeitd 17,1. f. desset 
und. Gr. Wb. II. 1143. 

dietz, Accuſ. neutr. dieſes 311,18. 
Genit. 121,1. 

dinen Adv. darinnen 526,34. 

dingn. Angelegenheit 293, Anm. 3. 

di n8 . n, ausdingen, bedingen 268, 

.» 9. 4.- 

dinkel m. 16, Anm. 9. 318,12. 2. 
319,15 u. öfter in Ordnung 38. 

dissentz Abv. dieffeitd 19,8. f. des- 
set, dieset. 

dobei Adv. ein gulden und dobei, 
ein Bulden oder etwas mehr oder we. 
niger 326,29. 

docht j. taugen. 

dobeimen Adv. zu Haufe 79,34. 

dorfmeister, Schultheiß 298, Ann. 
2. Gr. Wh. U. 1283. Bei Haltaus 
243 wird schultheisz unterſchieden 
vom dorfmeister (magister vill® 
seu villanorum). 

dorst, dorsten f. turren. 

drabant 177,21. 181,18. 188,6.9x. 
drawant 275,12. f. trabant. 

drang m. Not, Bedrängnis 165, 
Bar. 10. 

drank n. Getränte 88,32. 350,7. 
351,6. 

drengen, bedrängen Partic. ge- 
drungen (Bar. gedrengt) 310,19. 

dreu neuft. drei, mhd. driu 204,13. 
25. 346,17. 21. 

drifusz m. Dreifuß 316,14. 

dringen, tranf. forttreiben,, zum wei⸗ 
chen bringen 275,2. 

dunken anom. Vb. dünfen, deucht 
73,12. 139,11. daucht 132,18. 

. 264,17. 

dünn Abj. ſchmächtig 79,24. 35. 

durch, durch des willen, deshalb 
20,4. durch das 261,12. durch golz 
willen etwa® geben, ein Almojen 
geben 310,6. 

dürr Adj. mager 80,13. 

durchbaut %j. gebaut, ausgebaut 

.191,8. 13. ©r. —8 II. 1585. 

durchschlag m. Küchengeräth zum 
Durchſeihen 316,15. 

dürfen, bedürfen 334,11. 350,16. 17. 





Glofſar. 


durnir m. Turnier 25,5. durnieren 
24,21. 


Eben Adj. u. Adv. paffend, tauglich 
80,24. 81,1. 21. 529,10; genau, 
fharf 325,5. 331,12. 

echs ft. f. die Achſe 295,5. Gr. Wb. 
III. 20. Voc. : echs, axis. 

effern, wiederfprechen, eine Sache ges 
häffig wieder vorbringen 269,28. 
Voc.: effern oder widereffern oder 
aber wiedersprechen, replicare. 
Gr. Wb. I. 181. II. 32. 

ehalte ſchw. m. Dienftbote 320,14. — 
Gr. Wb. I. 43. Haltaud 260. Schm. 

1.6. 8. 132. 

eher f. Ehre 19,15. 

eigenlich Adv, 36,17. eigentlich 
265,7. 21. 266,7. 16. 267,10. 283,4 
493,18: genau, namentlich, fpecificirt. 
Bol. das folgende. 

eigenschaft f. genaue Angabe, 
Rachricht über etwas 39,17. 49,9. 
60,19. 51,6. Vgl. Schm. I. 36. 

oilen tranf. verfolgen, ereilen 177,4. 
214,18. 217,2. 223,13. 17. 

eimerm. 315,17. aimer 294,23. 

ein Präp. für in 66,17. 326,1. Dal. 
Gloſſar zum Baumeifterbudy 366b. 

einch, irgend ein 76,21; eincherlei 
zulegung, irgend welche 76,21. f. 
einich. 

eingeben, übergeben, überweifen 
43,16. 266,6. 333, Anm. 1. 

eingeön eined Dinges, darauf eingehen 
162,12. 17. 

eingin 167, 9. eingien 165,29; ein» 
gehen. 

einich wie emch 60,5. 73,29. 134, 
31. einicherlei 73,4.13. 268, Bar. 2. 
515,16. 36. 

einig wie einch u. einich 234,16. 

einlegen, gefangen legen 268, Bar. 
7. — feur einlegen 270,4. 

einlutz Adj. eingein, mhd. einlütze. 
Gr. Wb. III. 229. 

einrennen, heran rennen, erftürmen 
281,4. 

einrosser, Einfpänner 293,2. 296,5; 

. ebenfo: 

einrüsser 84,13. 91,29. |. ein- 
spennig. 

eins Adv. einmal 349,4. 18. Gr. Wb. 
1II. 259. f. einst. 

einspennig Adj. gleichbedeutend mit 
einrosser 83,14. 89,13. 23. 90,26, 
27. 91,28. 37. (I. 484b). 

Stäptechronifen. II. 


545 


einst Adv. einmal 266,24. 280,20. 
312,9. Gr. Wh. III. 305. 

eintrag m. Schaden 234,20; Ein- 
fprud), Hindernis 338,1. 

einung f. Einigung, Bündnid 337, 
Anm. 5. 425,1. 2. 528,31. 33. 35. 

einzelig Adv. einzeln 349, Anm. 5. 
Gr. Wb. III. 351. 

einziehen einen zu etwas, zwingen, 
nöthigen 234,2. 

einzig Adj. einzeln; der Dativ Plur. 
wird ald Adverb. verwendet, entweder 
allein 180,27. 349, Anm. 5, oder 
mit der Präpof. bei: bei einzigen 
(mhd. aufammengezogen beinzingen) 
48,1. 170,4. 171,10. 173,13. 180, 
26. 201,19. u Gr. Wb. III. 357, 
N.5 My. Wb. I. 425%. Schm. 
I. 67. 

eisenhuet m. eine Art eiferner Müpe 
mit breitem, rund um den Kopf laus 
fendem Rande 204,18. 209,8. 489, 
11. 


eiserein 256,2. und eisnen 289,1. 3. 
eisenein 258,30. Adj. von Eifen, die 
zweite Form führt auf mhd. isen, wor 
durch diefed Metall im Allgemeinen, 
und die erjte (entfprechend dem nhd. 
eifen) auf mhd. iser, wodurd das 
verarbeitete Eifen bezeichnet wurde. 

oitel Adv. nur, nichts als 21,10. 153, 
3. 274,18. 486,3.8. 11. 488,32. — 
Gr. Wb. Il. 387. 

empfahen, empfangen 73,6. 

empfelhen, anbefehlen 43,16. 

empfor j, enpfor. 

enden, zu Stande bringen, ausrichten 
230,18; sie endotten, archaiſtiſche 
Form 99,17. f. ent. 

[endit; die I. 4845 ausgeſprochene 
Bermutbung, daß endit Indigo fei, 
wird nun beftätigt durd „des Teufels 
Netz“, Gedicht aus dem Anf. des 15. 
Sp. heraudg. durch Dr. Barad (Stutt« 
gart 1863, LXX. Publ. des lit. Ber.) ; 
das Wort fommt ald Tem. vor im 
Abfchnitte von den gewandferwern 
BB. 13130. 13134. 13137.) 

endlich Abj. tüchtig, brauchbar 218, 
Anm. 2. 251,8. Voc.:endlicher oder 


entschaidenlicher , auszrichtenli- 
cher. Gr. Wb. III. 462. Schm. I. 76. 
Mhd. Wh. I. 4328. 


endotten f. enden. 

enhalb Adv. jenfeitd 40,30. 155,6. 
20. 160,3. 161,2. 176,9. 177,23, 
180,26. 191,2. 195,2. 11. 200,2. 
29. 30. 201,4. 202,26. 210,2. 8. 


35 


546 


211,16. 212,12. 14. 18. 217,16. 17. 
28. 218,16. 220,2. 9. 222,5. 23. 
225,19. Mhd. jenhalp, Enhalp. 

enhalben Adv. wie das vorige, nur 
daß ed aus dem Dativ Plur. gebildet 
ift 40,20. 174,20. 188,25. ‘ ens- 
halben. 

enich, wie einch und einich 73,33. 
155, Anm. 1. 

enlich Adi. großväterlich 514,16. 515, 
23. — Schm. I. 65. 

enikeit f. Einigkeit? 18,16; die Stelle 
ift überhaupt unklar. 

enpfor (Bar. entpfor, empfor) Adv. 
voraus, umjonft 305,5. empfor 371, 
10. (1. 4858). 

enshalben Adv. jenjeitd 250,80; zu 
erflären als genitiviſches jeneshalben. 

ent n. Ende, ent machen, ausrichten 
131,5;. än, on ent, ohne Erfolg 142, 
18. 152, 12. 180, 20. 196,13. 220, 
23; gewöhnlicher nod) mit dem geniti» 
vifchen entz (endes), än entz 148,7. 
160,15. 161,13. 16. 170,1. 199,14. 
Bol. Gr. Wh. III. 466. 

entgegen Adv. dagegen, hingegen 
133,17. 235,3. Gr. wWöo. III. 527, 
Nr. 2. 

entgeltnus f. än entg. unentgeltlich, 
umjonit 264,22. 

enthalten sich, fi aufhalten, ver- 
weilen 86,13. 193,15. 

entlich Adj. end \ültig, definitivus 
233,18. 238,8. Ör. ds. II. 463. 
Nr. 3. 

entragen = enttiragen, forttragen 
263, Bar. 3. Gr. Wb. 111. 639. 

entreiten, weg reiten, fliehen 493, 
24. 

entrennen = enttrennen, auflöfen 
491,30. 

entsagen, einem oder gegen einem 
147,22. 143,15; wie absagen. 

entweren, einem etwas, oder einen 
eined Dinges, es ihm entziehen, ihn 
aus dem Befike (gewer) deſſelben 
jepen 132,8. 166,14. 233, Anm. 4. 
412,7. Bol. Or. Wh. IM. 648 f. 

erbeisz f. Erbſe 18, Anm. 9. 82,27. 

. 334,17. ſ. arbeisz. 

erber Adj. ehrbar z. B. 316,9. 12.24. 
342,5 u. Anm. 3. 

erberg Adj. wie erber 81,20. 85,5. 
90,25. 26. 179, Anm. 1. 236,25. 
282,11. erberclich 263,13. (I. 
4858), 

erberkeit f. 73,30. 

erbieten, es einem erb., ihn be⸗ 


Glofſar. 


dienen 155,3. 
Rr. 6. 

erbshuldung f. Erhuldigung, ho- 
magium 143,13. 234,1. 

erchtag, Dienftag 156, Bar. 8. ſ. 
erichtag, ertag. 

erdpiden m. Erdbeben 120, 8. 

ereischen an einem etwas, durd 
Fragen etwas erfahren 267,15. 

erfaren sich, durd Erfundigung et⸗ 
was erfahren 37, 71. 267,28. 526,2. 
Gr. Wb. II. 790, Nr. 6. 

ergegenlegung, Dagegenlegung, 
Entihädigung 529,17. 

ergen, in Erfüllung gehen 124,25. 

erheben ft. Vb. Partic. erhaben; 
beginnen 120,16; sich erheben aufs 
brechen 19, Anm. 6. 36,22. 238,15. 
Als ſchw. Dh. 232,22: erhebt. ®r. 
Wb. III. 845. 

erholen ſich eined Dinges, fich durd 
a, auf Koften deifelben erholen 
151 

erichtag 156, B.8; eritag 18,8. 
153,8. 156, 6. 8 Dienftag. Bl 
Grimmö Mythol 113. Gr. ®b. u. 
1120. HI. 861. Schm. 1,94. 2. 50. 
f. ertag. 


Gr. Wb. UI. 723. 


erkennen etwas, dafür erfenntlih 


fein 371, Anm. 2. 

erlernen, tennen lernen, erfahren 
60,20; an einem erwas erl. wollen, 
ed von ihm erfahren, ihn auskund⸗ 
fhaften wollen 297, Anm. 3. 

ernider Adv. darmieder 225,8. 9. 
271,18. Gr. Wb. III. 922. Schm. 
II. 681. 

ernst m. Kampf 277,13. 291,21. Gr. 
MWh. II. 924. Schm. I. 109. 

erpeiten fi. Vb. eines s Dinge, er⸗ 
warten 217,25. 222,7. 265,10. 
peiten. 

ersamlich Adv. 346,22. 

erscheinen ft. ®b. ſich zeigen, um 
Vorſchein kommen 73,22. 31. 127, 
31. 155, Anm. 1; fihtbar fein, ind 
Auge fallen 347,3. 

erschrotenft. Dh. zermalmen 334,9. 
Sr. Wb. IH. 974. 

erstören, zerftören 338,13. 

ersuchung, Unterfuhung 110,14. 

ertag, wie erichtag, eritag 38, 9, 84, 
11. 86,5. 

erteilen, beſtimmen, entſcheiden 8, 
32. 34. 89,2. 

ertrich n. Erde 67,30. 341, Anm.1. 

erung f. Geſchenk 44,2. 324, 2. 339, 
4. 6. 


Sloffer. - 


erwaten, arbeiten 17,7. Bol. Gr. 
Wb. I. 541. IH. 714. Auch heute 
fagt man in \ Rürnberg erwat (Arbeit), 
erwat’n; Frommanns Gloffar 
zu Grübels hüten III. 271®. 

erwerg\ldj. wie erber, erberg 20,15. 

erzeugt Adj. mit dem nöthigen Zeuge 
verſehen 246, Anm. 3. 

eszen= etzen, zu effen geben 76,28. 

eszen, im Bartic. geeszen 175,3. 
193,17. 527,11. Bol. Gr. Wb. III. 
1160 ff.; eszend ding, die ges 

effen werden, Speifen. 303, Anm. 3. 
timmd Grammat. IV. 64 

etwas, accufativifches Adverb, ‚ziemlich, 
ein wenig; etwas vest 39, 27. etwas 
red 29,31. Bgl. Gr. Wb. III. 1186. 
Nr. 3. 

etwe Adv. vor Adjec. u. Adverb. 124, 
26. 134,7. 148,14. 245,4. 246,15. 
257,18. 

etwe, etwen, etwenn Adv. manch⸗ 
mal, bald 257, 18. 267,8. 

etwer, jemand , irgend einer, Accuſ. 
etwern 49,29. Voc.: etwer, non- 
nollus, aliquis. Gr. Wb. IH. 1187. 

etzlich Adj. etlid 264,21; mhd. 
eteslich. Gr. Wb. III. 1187. 

ewig bj. ewigs gelt oder leibge- 
ding 323.15. ewige gült 16, Anm. 9. 
ewige gulden 323,14. 


Fahen, vahen, fangen 76,19. 173,4. 
201,26. 224,1; vohen 483,20. 
fahgulden, faheg., fohg., der 
Fanggulden 154, Anm. 2. 179, Anm. 
1. 218, Anm. 2. 265,10. 13. 23. 

266,2. 19. 

vailf feil. 

far f. Gefahr, Rachtheil 90,20. 

fart f. ein fart, einmal 349, 19. Dal. 
Stalder 1. 102. Schmid 179. 2. 9. 

fasnacht 11,6. 308,6; aler mon 
(= aller mann) fassennacht, gleich⸗ 
bedeutend mit der pfaffen fasnacht 
(Sonntag) 526,27. Mhd. Wb. I. 
3028, 

fast, vast Adv. fehr, 3.38. 37,22. 
66,24. 28. 125,4. 23. 184,16. 17. 
28. 271,22. 

faszen, die Büchſen in Holz faſſen, 
einfaffen 292,19. 21 ; das korn gen 
mül faszen, aufladen und in die 
Mühle bringen 304,13. 367,6; das 
korn haim faszen 307, 1. Bol. Gr. 
Wo. IN. 1341, Nr. 3, 1342, Nr. 6. 


547 


vätterlikeit f. sein v., der Car⸗ 
dinal 49,12. 

fechten ft. 2b. Prät. facht 21,9; 
wider einen fechten 329,19. 

fegen, das Getreide reinigen 304,18. 
Bol. Schm. I. 515. 

f. 124,12. feh 142,24. vehd 
71,20. vehede 134, 31. Fehde, 
Feindſchaft. 

feil, vail Adj. u. Adv., wolfeil 36, 
28; vail haben feilbieten 311,16. 19. 

veintschaft, Plur. veintschefte 
163,20. 164,2. 

feiren, feirn, feiern, ftille ftehen 
43,6. 76,12. 311, 28. 305, Anm. 5. 
335, 6. 

fellen, ſchw. Vb. fallen machen, um⸗ 
ſtürzen 65,10. 17. 

fels ft. m. 65, 5. 

felt, velt n. ein felt machen, einen 
. triegerifchen Auszug unternehmen 129, 
27; ein Feldlager aufichlagen 143, 6. 
Bol. Gr. Wb. III. 1478. Schmid 188. 

veltkriegm. Feldlager 98,12. 

voderen, fordern 91,8. 

for, ferr, vere, fern Adj. u. Adv. 
fern, weit 37, 31. 216,17. 220,22. 
Comp. verrer 15,30. 249, Anm. 1. 
Superl. ferst 306, 19. 491, 13. 

verantworten etwas, über etwas 
Antwort geben 93,16. 

verbachen, Prät. verbuech 307, 
21. |. pachen. 

verbrengen, zu Ende bringen, 
durchſetzen 123, 8; ebenfo verbrin- 
gen 126,20. f. brengen. 

verdacht Partic. von verdenken; 
. eined Dinge? verd. sein, fi im Ber- 
dachte, Argmohn befinden 124, 4. 165, 
- 22. 28. 236,6. Voc.: verdachter, 
suspectus. Talverwenet u. gewont. 

verdechtlich Adv. bedächtlich, wol 

. überdacht 495,27. 

verdingt Partic. von verdingen, 
dur einen Bertrag feitgefegt, gebun⸗ 
den, verfprochen 125,16. 21. Bol. 
Haltaus 1842. ſ. unverdingt. 

verdrisz m. Verdruß, Unwillen 
134,13. 

vereilen sich, übereilen 221, Anm. 1. 

verfallen, auf das haus 50 fl. ver- 
fallen sein, dem Rathauſe (d. h. der 
Stabdtcaffe) 50 fl. aut Strafe zahlen 
müffen 14, Anm.4. Vgl. Schm. I. 520. 

verfangen sein, Rirfung, Erfolg 
haben 267,4. 

verfellen ſchw. Vb. etw. zu Haufen 

ſtürzen 65,11. 


35* 





548 


vergewaltigen einen, mit ihm Ge⸗ 
walt treiben, ihn gewaltthätig behan- 
deln 136,15. 525,26. 

vergraben m. das Ziehen, Audwerfen 

von Bräben 180,11. « 

verhaft bj. verbunden 498,15. 

verbalten, die strasze verh., auf 
derfelben einen Hinterhalt ftellen 
271,17. 

verhandeln, fehlerhaft, ſchlecht han⸗ 
deln 514,11. Mhd. Wb. I. 6334. 

verbianten Adv. vorhanden 197,2. 

verhawen, verbauen 270,9. Prät. 
verhieb 270,10 ff. Partic. ver- 

. hawen 271,7 ff. u. verhaut 274,8. 10. 

verhawung f. Berhauung des Wal- 
des 122,3. (ar. verhaubung). 
270,8. 

verhelfen einem eined Dinges 127, 

O. 

verhengen ſchw. Vb. geſtatten 60,3. 
Schm. II. 213. 

verhindern die strasze 165,9. 

| ver hat fen fi zu einem eined Dinges 

verhören, hören, anhören 126,15. 
verhörer 124,1. 142,30; (cog- 
nitor caus®, Haltaus 1863) ver- 
hörung 72,20. 

verkleren, erflären, erläutern 267,10. 

verkumen etwas, verhindern, vers 
hüten 328,13. 15. 20. 26. 329,15. 
333,8. 334,3. 6. 336,1. 

verkuntschaften einen, ibn für 
die kuntschaft gewinnen? 90,19; 
fonft bedeutet verkuntschaften, durch 
kuntschaft eine Sache beweifen. 

verlaszen, erlaßen, befehlen 293,5. 
306,12. 

verlaufen, einem die Straße ver- 
laufen, die Straße abfchneiden 271, 
16. 21. 

verlegen sich, fid) verföftigen 247,6. 
Schm. Il. 452. 

verlegnüs f. feine eigene verl. mit 
etwas haben, ed auf eigene Rechnung 
haben 305,6. 

verlengen ſchw. Vb. 
in die Länge ziehen 60,1. 

verliesen fi. 2b. verlieren, Prät. 
verlos 10,6. 75,34; ich verlose 
530,14. 

vermauren die Nonnen, ihnen die 
enter zumauern 18,13; f. I. 375,6. 

vermerken, bemerfen 325,3. 

vermolen ſchw. Vb. malen 346,18. 

vermügenanom. Vb. mit Öenit. der 
Sade, etwas befigen, zur Verfügung 


verlängern, 


Glofſar. 


haben 132,92. 332,2; im Stande ſein 
330,7. 8 

vermügenn. dad Bermögen 264,19. 
267,2. 

fern |. fer. 

verplanken 180,8. f. planke. 

verpunden dj. verpflichtet 88,40. 
250,20; einem verp. sein, ein Bünd- 
nid mit ihm haben 125, 7. 

verpürgen über einen, für ihn Bürg- 
ſchaft leiſten 83,8. 

fer, verrer ſ. fer. 

verrechen, verrechnen 305,8. 

verreiten sich, fehl reiten 224,12. 

verrennen ein Zündloch, was ver- 
slahen, 254,23. 

verrichten, audgleichen, beendigen 
137,4. 161,8. 340,5. 

versamen, zujammen bringen, tra 

gen 317,16. 

versaumen einen, ihn durch Zaw 
dern irren, abhalten 127,11. 

verschicken 13,8; f. 14, Unm. 1. 

verschreiben, fchreiben 36,18. 293, 
Anm. 3. 324,13; verzeichnen 331, 

. Unm. 2. 

verschrenken etwas, mit Schraw 
ten umgeben 272,2. 4. 6. 7.8.11. 
12. 15 und oft in diefem Abſchnitte. 

versehen ſich zu einem, 50,11. eined 
Dinges 132,11. 

versehenlich Adv. vorausſichtlich, 
vermuthlich 48,15. 

versehung, Verſorgung 514,13. 

verserung, Beihädigung 221,41. 

versetzen, verpfünden 20, Anm. 2. 

verslahen ft. 3b. zurüdweifen, ab 
fhlagen 135,16. 347,15. 515,19; die 

. püchsen versl. 67,1. gleichbedeut. 
mit das züntloch versl. 254,20. 
23, die weld versl., verbauen 270, 
Anm. 2. 

versolden, bejolden, in Sold neh 
men 34,7. 349,16. 

versorgen einen vor etwas, be 
wahren 221, Anm. 1. 

versparung, kein versp. haben, 
nicht fparen 291,21. 

verspehen, audfpähen, auskund—⸗ 
fchaften 200,3. 

versprechen einen, für ihn fpreden, 
ihn ald Untergebenen oder Schüßz— 
ling gegen andere vertreten 20,3. TI, 
18. 515,34; versprechen für einen, 
für ihn ein Berfprechen leiften, für ihn 
gut ftehen 281, 24. 498,14. verspre- 
cher 281, Anm. 5. f.'sprechen und 
Haltaus 1895. 


Gloffſar. 


549 


versten, gewahr werden, erfahren | verzilen einen, ihn an einen Ort ber 


53,20; fich eined Dinges verst. 

versuchen sich, einen Berfuh an- 
ftellen 177,18. 

fertigen, vertigen einen, ihn ab» 
fertigen, entfenden 49,36. 50,5. 73,1. 
85,31. 84,17. 85,32. 86,4. 297,11. 
485,3.15. 17. 527,8; entlaffen 340,16. 
24; ingerichtlichem Sinne: absolutam 
et expeditam reddere rem aliena- 
tam 166,13. Haltaus 451 f. 

vertigung, Abfertigung, Entlaffung, 
340,4; Milfion 527,9. 

vertragen etwa, davon tragen 66,8. 
304,28; einen vertr., ihn ausföhnen 
238,3; einem etwas vertr. nachſehen, 
nachlaſſen 261,14; eines Dinges ver- 
tragen sein, davon befreit, deffen 
überhoben fem 330,3. 384,12. 515, 
27 


vertreiben, verfaufen 125,28. Schm. 

1.470. 

vertröstung, Zufagen von Hilfe 
126,26; f. trost. 

verunglimpfen einem etwas, «8 
übel, ſchonungslos auslegen 73,8. 

verunrechten einen, ihm Unredt 
zufügen 136,15. 

vervolgen einem eined Dinges, darin 
Folge leiften 125,29. 131,1. 

verweisen ſchw. Db. verleiten, ver 
führen 489,30. 

verwenet, beiheiligt, in Berührung 
ftehend, wofür fonjt verwant (von 
verwenden) vorkommt; verwenet 
heint Partic. von verwa@nen zu 
ein 165,22.28. Mhd. Wb. III. 6944, 
Schm. IV. 82. 103. |. gewant. 

verwilligung, Bewilligung 135, 
29. 33 

verwiszen einem eined Dinges, ihn 
in einer Sache für unfchuldig halten 
75,25. 29. Mhd. Wh. III. 7908. 

verworcht 166,30. %Partic. 
verwürken. 

verwüsten, wein verw., derderben 
182, 20. 

verzetten ſchw. Vb. fallen laſſen, 
verlieren 204,185. Mhd. Wb. IM. 
873%. Schm. IV. 291. 8. 265. 

verzihen einen, hinhalten, durch 30» 
gern täufchen 128,19. sich verzihen 
169,19. 185,25. 231,14. verzihen 

..n. Berzögerung 269,17. 


von 


feurkugel 253,13. 


fielen, terminum seu diem con- 
stituere (Haltaus 1918) 89,19; f. 


zilen. 

feste ſchw. f. Schloß, Burg 3. B. 17, 
12. 14. 149,24. 

festen sich, ſich befeftigen, eine be 
feftigte Stellung einnehmen 228, 
Anm. 2. 

festigen, befeitigen 180,8. 

feszlein 350,29; veszlin 335, 
Anm. 3. 

feur n. mit feur einwerfen oder feur 
einschieszen, mit fFeuerpfeilen ꝛc. 
Schießen 178,9. 180,9. 17.18. heim- 
liche feur 290,23. 

255,23. 291, 


19. 25. 


feurmaister 280,18. Anm. 6. 


feurpfeil 47,14. 253,13. 255,23. 
291,19. 24. Ein ‘fewerpüchel’ vom 
5. 1452 (Papierhandſchft. 4°. Nr. 
1480 im germanifchen Mufeum) ents 
hält DI. 46% folgendes Recept zu An⸗ 
fertigung von feurpfeilen: Wiltu 
gut feurpfeil machen, so nym 
dreu -pfunt salpeters, ein pfunt 
swefels, ein halb pfunt koln und 
stosz daz zu pulfer und knit daz 
pulfer zu taig mit geprentem wein 
‚und mach denn ein cleins secklin 
ausz barchanttuch alz lang, alz der 
pfeil sey, und thu den taig in den 
sack und stosz den pfeil dadurch 
unde pint in mit einem guten faden 
hinden und vorn und swemme [in] 
darnach in swefel und in hartz, so 
hastu gut feurpfeil.' 

vierteil, firtail «. vom Korn und 
Mebl(= Y, Simmer) 301,15. 302,12. 
306,28. 30. 307,10; vom Wem 35, 
Anm. 6. 294,14. Vgl. quart. Ueber 
die Größe der Flüſſigkeitsmaße ift fol⸗ 
gende Stelle aus dem “Laitpuche’ des 
neuen Spitald zu Nürnberg zu ver 

feihen (Cod. membr. s. XIV. fol. 

igentbum der Nürnberger Commune), 
Bl. 142: Dornach muzz man idem 
menschen*) daz mol (zweimal des 
Zagd) geben ein seidel pirs, 
macht des tags der person einen 
kopf vollen pirs, tut den tag fünf- 
tzig firtail und wirt uber jar 
virtzig und fünfthalb fuder pirs; 
daz erzeuget man wol mit allem, 


*) ?der person sollen allweg hundert sein, die siechenpfründ ezzen?’ Bl. 13%, 





550 


daz man dorzu bedarf, umb hun- 
dert und zweinzig pfunt haller. 

vierteilpuch 18, Anm. 1. 

vierteilmaister 18, Anm.3. 133, 
Anm. 1. 

fierteilweis Adv. 310,4. 

vigilf. Vorabend 28,5. vigily 52, 
20. Bayr. vigil Schm. I. 625. kärnt. 
wilge 8. 95. 

finden, erfinden, 
Anm. 4. 

virnwein, Wein vom vorigen Jahre 
351, Anm. 1. Schm. I. 564. 

virteil, firteilf. vierteil. 

flachsmit 507,25. Im Cod. Nr. 
233 dafür kupfersmid. 

flaschner, Klempner, flaschner- 
knecht 82,21. 

fleck ft. u. ſchw. m. Stelle 189,8. 
199,21. 

fleiszen sich, befleißigen 251,23. 

flöhen ſchw. Vb. flüchten, in Sicher» 
heit bringen 193,33. 226,11; ebenfo: 

flöhnen, flöchnen 19,10. 234,19. 
Bol. Gr. Wb. III. 1814. 1815. 

floszen ſchw. 2b. fließen machen, 
fortſchwemmen 352, Var. 3. 

foder Adj. das vordere, beffere 305,17. 

foderlichen, föderlichen Adv. 
förderlich 305,14. 307,4. 

vogler, Bogelfünger 81,36. 182,2. 

fohgulden f. fahgulden. 

voit, Bogt 80,19. (vogt 3. B. 83, 
9. 11.) 

volbrengung, Vollbringung, Auds 
führung 349, Anm. 5. 

volbringen, vollenden 20,5; die 
wache volbringen 275,24. 26. 

volgft. f. Folge, Anhang 76,1. Bol. 
75,410. wo dafür anhang ftebt. 

volgen intranf. verabfolgt werden 
233,12. 20; gehorchen 459,27. 

vollen Av. vollftändig, vollends 274, 
Anm. 3. 323, Anm. 2. 

vollgen, in Erfüllung gehen 371,4. 2. 

vollig Adj. vollige rechtbote 135,15; 
bei Haltaud 1985: Vollgebot oder 
voll Rechtgebot, plenissima oblatio 
de jure stando; bei Scherz 1884: 
Vollgebot, conventus plenus, so- 
lemnis; |. auch volliglich gebieten 
515,13 und vollige erbietung 315, 
15. 19. 
fölliglich Adv. 199,11; fölliclich 

199,6; volliclich 136,4; fölliglichen 
198,29. 

vollreiten, zu Ende, ganz hin reiten 
36,30. Mhoͤ. Wb. II. 7358. 


aufbringen 14, 


n 


Bloffar. 


vollung f. geiattiser Ausſpruch 335, 
pam. 2. gl. Schm. I. 628. Friſch 
. 406b. 


voraus Adv. befondere, 
25,1. 

vorder Adj. vorig 50,20. 

vorderbriff, Bitt= Empfehlungd: 
fchreiben 86,17. f. füderbriff. 

fordern, vordern, an einem ei 
was 253,20. 266,22. 290,26. 

vorhalten, vorenthalten 72,27.29. 

vorhof, befeftigter Hofraum vor einem 
Schlofje66,28. 179,11. 211, Anm. 1. 
213,11. 220,5. 

form ft. f. Art und Weife einer Sade 
263, Anm. 3. 


vorred f. Vorverhandlung 123,1; 
vorläufige Verabredung, Rückſprache 
133, Anm. 1. Vgl. Haltaus 199. 

vortraber 202,21. 

vorwerk n. Baftei, fehr oft in der 
20. und 23. Ordnung; vorwerg29, 
22. Voc.: vorwerck oder polwerck, 
phala. 


frag f. 25, Anm. 6. 
512,13. (I. 4878). 

fragen, man fregt 267,13. 

frawenname fl. .frawennamen, 
Frauen 14, Anm. 4. s. mannsname. 

frawenpild n. 298,15. 

frefflich Adj. freventlich 65, Anm. 7. 

freifrank m. Freigraf? 23, Anm. 9. 
f. freigraff 23,8. 


freiheit m. 335, Anm. 2; gekürt 
aus freihart (I. 4878); am unferer 
Stelle fo viel ald Gerichtsdiener. 

freiung f. Freiungsrecht 15,8. 

freunt m. der Berwandte 135,10. 
141,24. 328,9, Kriegs » Bundeöver 
wandter 214,23. 263,4. 264,22. 290, 
29. 329,13. 14. 


freuntschaften, befreunden 529,3. 

frew Adv. früh, fo immer in der Hand- 
ſchrift B*, |. 150, Bar. 5. 

fridbot n. 131,29. 

frisch Adj. munter, muthig 485,31. 
486,35. 488,9. frischlich 488,22. 

frist f. 329,6. 

fromen m. 324,7. was frummen. 

fromkeit f. Gutes, Tuüchtigkeit 
495,32. 

frum, frumm bj. tüchtig, redlich 
307,24. 313,3 ; Adv. 234,25; fromm 
51,2. 495,40. a 

frümclich Adv. redlich, ehrlich 
150,17. > 


vorzüglich 


101, Anm. 1. 


Gloſſar. 


frummen m. der Nutzen 228, U. 2. 
frumwerker m. Handwerker der 
auf Beftellung arbeitet 507,24. Daß 
frumw. diefe fhon von Schm. I. 613 
vermuthete Bedeutung hat, ergiebt fich 
ziemlich deutlich aus Folgenden Stellen 
ded ©. 507 angeführten God. Nr. 
233: Unter der Rubrik frumwerker 
beißt ed:. Ulrich Fuchse macht 
glefeneysen, pfeileisen x. Ott Smid 
macht frümberck und allerley (Bl. 


27e); ferner Bl. 66°: C. Muliner,, 


frum werker uff rinken. Vgl. früm- 
| aen, vorausbeftellen Schm. I. 612. 
103 


fründ, Freund 75, 20. 24. 135,21. 
346,6 


fuchsen Adj. vom Fuchſe 14,10. 

fuder n. vom Holze 326,22. 27. 29. 

- 337,5; vom Weine 16, Anm. 2. 299, 
14. 15. 315, Anm. 2. Bol. die bei 
vierteil angeführte Stelle. 


füderbriff 84,22. wa® vorderbriff. 


fug Adv. paffend 132,19; 
vuoge. 
ful f. Böllerei 351,3. 
für Adv. dafür 86,36. 
füran Adv. in Zukunft 340, Bar. 15. 
fürbasz, fürpasz Adv. hinfür, in 
Zukunft 3.8. 271,19. 328,3.13. 20; 
. Comp. fürbaszer 215, Anm. 2. 257, 
. Bar. 2. 
fürbot n. Borladung 10, Anm. 1. 
Haltaug 549. 
furder Adv. binfür, weiterhin 151, 
Anm. 1. fürter 340, Bar. 19. 
furderlich Adv. fofort, allſogleich 
209, Anm. 2. 351, Anm. 2. 
fürdern, befördern; abfertigen 215, 
Anm. 2. 309,2. 528,24. 
fürderung, förderung, Hilfe 78, 
13. 15. 455, Anm. 5. 
fürdrungbrief, was fürderbriff 44, 
Anm. 5. 


mhd. ge- 


füren den Krieg 336,27; vgl. unfuer. 


fürgank m. fürg. haben, vorgehen, 
gefchehen 265,24; fürgank nemen 
527,20. 

fürgen, vorwärtd gehen 126,7. 

fürhacken, im voraus haden 334,8. 

fürkomen etwas, verhüten 163,22. 

. 409,10. 525,32; einen fürk., ihm zu⸗ 
vorkommen 200,12. und in abftracter 
Bedeutung 515,10. 

fürlaz m. was voraudgefchidt, vor⸗ 
auggelafien wird 173,3; fürlasz, 
Boriprung 184,5. 

furmm. Form, Art 105,5. 


551 


fürmalen ft. Pb. voraus malen 306, 
26. 307,12. 

furnemen, vorgeben, ausfagen 249, 

- Anm. 1. 

furschub m. Borfchub 455, Anm. 5. 

furt ft. m. die Furt 218, 6. 7..11; 
Pur. fürt 298,21. 

fürwenden, einen für recht, ihn 
vor Gericht zur Verantwortung ziehen 
125,14. Vgl. Schm. IV. 105. Halt» 
aus 573. 

fuszgengel m. Fußfoldat, wech 
felt mit trabant und im Plur. mit 
fuszvolk, 89,33. 151,5. 7. 9. 152, 
17. 153,1. 155,19. 156,2.5. 159,3. 
160,2. 174,18. 176,8. 186,23. 187, 
3. 188,21. 24 u. öfter. — Scherz 459. 

fuszleut 268, Anm. 2. 

futermeister 256,14. 

futrung 68,9; auf futr. reiten, fous 
ragiren 177,10. 


Gach (Bar. gech,goch, gauch), ſchnell, 
plöglich 247,23. 

gar = jarn. 305, Bar. 17. 

garausz m. die lebte Stunde des 
Tages oder der Nacht, nad) der alten 
Nümberger Uhr 11,8. 275,23. 276, 
12. 13. 20. Auch heute noch wird in 
Nürnberg abendd „der Garaus“ ges 
läutet. 

gart m. Garten 273,17. 

gast m. fremder, fremder Söldner 
21,4. 317,21. 322,14. 23. 324,21. 
326,20. 340,4. 

gastgeb, Gaftwirth 302, V. 27. 

gastung, Gaftmal 18, 4; Berpfles 
gung, Beherbergung von fremden 
302,27. 

gebarten = gewarten 89,9. 

geben zu einem, repliciren 75,38; 
sich geben, begeben 123,4. 126,12; 
ergeben 38,9. 131,14. 

gebinnen = gewinnen 16,5. 

gebrechen ſchw. m. oft in der 49. 
Drdnung und mit mangel wechſelnd. 

gebrot ri. der Eifen und Trinken 
erhält, im Dienfte eines ſteht; öfter in 
Beilage I. Gr. Wb. IT. 403. 

gebruch ft. m. Mangel 328,15. 25. 
332,11. 333,3. 335,4. 

geedert Part. gegittert 256,5. gl. 
Fronsberg (bei Frifch II. 363%): „die 
Sturmtartfchen find geädert, ges 
bückt und dermaßen verwahrt, daß 
nicht bald ein Schuß durchgeht.“ 





552 


gefallen fl. Db. an Geld einfommen 
34,17. 264,16. 266,3; zufallen 311, 
22; fällig fein 265, 20. 
gefellig Adv. gerne, mit Wolgefallen 
164,4. 
geferd, geferden. Hinterlift, böfe 
Abfiht 124,3. 131,29; fehr oft mit 
on, ongeverd (ohne Hinterhalt , ohne 
böfe Abſicht), woraud das nhd. ohn- 
gefähr (fälfchlic) ungefähr) entftanden 
ift, mit welcher Bedeutung (beiläufig) 
dad Wort auch 195,19 ftebt. 
geferlich Adv. hinterliftiger Weife, 
in böfer Abfiht 132,9. 261,13. 
gefollig Adj. folgfam 20, 11. 485 ‚33. 
gefreunt Abi. verwandt 79,14. 
gegenschatz, die Widergift, Gegen⸗ 
gabe 5, Anm. 3. 
geger = jeger, Jäger 81,36. 84,30. 
gehasz ft. m. fein fetige Sefinnung 
530,30; Adv. "460, Anm 
geheg n. Verhau 27 2. F gehew. 
geheim ft. f. Heimlichteit, Gekaan 
130,1. 10. 132.10. 380, Anm. 1. 
geheling, gehling Adv. ſchnell 
170, Anm. 1. 181, Anm. 2. 
gehew.n. der Berhau 271,20. 
geheus n. 310,16, was kemmerlein 
310,20. 
geiszft.f. Ziege 171,19. 173,11. 174, 
24. 189,24. 213,3. 218,18. 223,25. ꝛc. 
geiszfusz, ein vorne gelpalteneh 
Brecheifen 89,36. 256,2. Dal. Friſch 
I. 335°. Schlager, Wiener Skizzen, 
neue Folge III. 50. 
gelegenheit, Art und Weiſe wie ein 
Ding liegt, Stand. der Dinge, Bes 
haftenbeit 9, Anm. 1. 50,33. 83,15. 
245 Anm. 3. 267,1. 331,21.492, 34, 
geleger n. das Lager 34,13. 
gelegsten Adv. am gelegenften 264,6. 
geleicher Adv. Comp. angemeffener, 
ordentlicher 306,21. 
gelidn. Glied 92, 13. 14. 
gelimpf, gelimph ft. u. ſchw. m. 
Recht, Befugnis, Angemefjenheit 124, 
- 411. 126,3. 135,1. 198,30. 199,6. 
gelt ft. m. Preis 310, 2.4. 
gelten fi. Br. einen gewiffen Preis 
haben, koften 305,17. 
gemach Av. nach und nach, langſam 
311,27. 
gemeinschaft ft. f. Gemeinde 35, 
14. Mhd. Wb. II. 103. 
gemein ft. f. Gemeinde 308,21 Anm. 
1. 311,16. 351,13 und öfter. 
gemein dj. gemein pier, gewöhn⸗ 
liches Bier 351,3. 


Gloſſar. 


gemeint ſ. meinen. 
gemerkn. Mertzeichen 258,33. 
gemusen.Mud, Brei 524, 40. 


gen, gein Präp. gegen, mit dem Dativ 
z. B 137,18. 138,3. 4. 17; 293, 8. 
295,8. 17u. f. w. geim=gegen dem 
297,12. Auch 9, 8 wäre berzuftellen 
einen en: gen dem here, oder mit Bei- 
ehaltung. des handfehriftt. hin: hin 
in das her, ober bloß in das her 
(1. 48,2) oder zum her (49,11). 

gen, Prät. geng 85,1. 86,20; Part. 
gangen 3 174,2; geende wegen, 
geende Shützen 34,10, daraufgen, 
toften 43,18. 44,13. f. gien, gin. 

genante m. 245,9. 16. 246,1. 256, 
31. 258,11. 12. 18. 269,33. 280,15. 
281,7. 282,5. 284,14. 301,11. 325, 
19. 333,11. ©. Band I. ©. XXIV. 
und 488. Schm. II. 696 f. 

genemen, gefangen nehmen 60,28. 

genewen f. newen. 

genhalb „Dar. geinhalb) Adv. jen⸗ 
ſeits 272, 

genung bo. genug 128,9. 150,15. 
253,11. 303,17. 309,27. 


genung f. Öenüge 141,20. 304,9. 308, 
3. 350,13. 

genüngen, genügen 142,26. 

genungsam Adj. binlänglic, 164,24. 

genunk Adv. was genung, 141,29. 
259, Bar. 17. 311, 18. 351,3. 8.10. 

geornt, zufammengezogen aus geor- 
denet 257,8. 15. 258,30. 269,32. 
291,26. 

gerad Adi. behende, gewandt, tuͤchtig 
80,9. 21. 81,11.18. — Schm. II. 48. 

geraten ft. vb. eines Dinges, es ent⸗ 
behren, miſſen 125,27. 528,29. 

gerecht Adj. paſfend 290, 17. 

gerechtigkeit, Recht, rechtlich be⸗ 
gründete Befugnig, Anſpruch 140,27. 
141,11. 14. 142,16. 238,4. 338, 10; 
139, 11. 265, Anm. 2. 

gereden, verfprechen 236,1. 310,3. 
Schm. II. 52. 

gereisig, geraisig Abj. f. reisig. 

gereitz, geraitzn. Aufreizung, An 
seit 155,8. 160,11; Sefcht 193,8. 

22. 

geren eined Dinges, begehren 86,41. 

geren Adv. gerne 86,42. 126,4. 134, 
33. 231, Anm. 2. 

geren delt Partic. (Bar. gerenlt, ge- 
rengelt), ger. Erbien,enthüldte oderauf 
der Mühle entzwei gebrochene Erbfen 


Glofſar. 


316,20. Bgl. Schm. Ill. 101; 2. 69 
unter trendeln. 

gerennn. das Anrennen, der Sturm 

- 248,14. 284,18. 

gereumn. ein geräumter, vom Verhau 
befreiter Weg 271, 22. 

gericht sein, wie bericht sein, 236, 
22. 237,5. 13. 17. 238,5. 9. 530,21. 

gerüstft. a. Untergeftell der Geſchuͤtze 
287, Anm. 1. 294,2. 7. 295,4. 

gerut Adv. in Ruhe 126,28. 128,34. 
133,14. 

geschaden m. Plur. gescheden 
Schaden 76,19. 

gescheft ft. ». Befehl 526,3. 

geschick n. (machten ir geschick 
217,24), Anordnung, Anftelung zum 
Kampf 181, Anm. 2. 203,19. 21. 204, 
8. 214,20. 217,24. 218,8. 9. 227,22. 
258,24 und oft im Schlachtberichte 
d. Beil. II; Degebenheit 332,10. 

geschicken, ein geschick machen 
181, Anm. 2. geschickt 486,33. 

geschirrn. Wagen 254,10. — Schm. 
I. 393. 

geschollfdw. m. (Nom. geschollen 
83,22), an den man eine Rechtsforde⸗ 
rung hat, der Schuldner, 73,33. 86, 
23.36. 87,29. — Haltaug 684. Schm. 
11. 350. Mhd. Wh. II. 182b. 

geschriben Partic. verzeichnet 302, 
9. 23. 


gesel, gesell m. oft auf ©. 74-82. 

geselschaft, in kaufmänniſchem 
Sinne, Compagnie 14, Anm. 3. 

geset Adv. jenjeitd 17,2. 24,19; ver: 
fürzt audgenseit=jenseit; dgl. geger 
(Fäger). 

gesind n. Haudgefinde 303,17. 

gesonen, auföhnen 75,11. 

gesport Partic. mit Spornen verfehen 
248,15. 

gesten, foften 5, Anm. 3. 53,9. 

ge strackts Adv. gerade 59,17. 

gestreuszn. Gefecht 335,6. 

gestritm. Streit, Kampf 495,24. 

gestuln. Gerüſte 25, Anm. 6. 

gesworen Partic. der geſchworen, ſich 
eidlich verpflichtet hat; gesw. fusz- 
knecht 287,8; gesw. meister 308, 
22. 24, Anm. 4. 311,21. gesw. poten 
326,15. 

getrawen, einem über etwa® 304,26. 

getrawen n. Bertrauen, Zuverſicht 
73,19. 76,26. 338,16. 485,35. 527, 
19.27; getrawen 75,27. 

geuden fhw. Vb. rühmen 340, V. 12. 
Schm. 11. 16. 


553 


gewaltft. m. Gewaltthat65, Ann. 7. 
167,15; Macht 183,10; mit gewalt 
ausziehen oder heimfehren, mit dem 
ganzen Kriegsvolke 217,15.18. (Schm. 
IV. 72f.); Bollmadt 84,15. 89,39. 
90,18. 163,31. 293, Anm. 3 (volle 
macht 162,2). gewaltsbrief389,4.1. 

ge want bj. betheiligt, im Verhältnid 
fiehend 215, Anm. 2. 232,22. 269,27. 
333, Anm. 5. 384,11 515,33. 36. f. 
verwenet. Schm. IV. 103. 

gewanthaus, Tuchhaus 25, Anm. 6. 

gewarsamef. 347,18. 

gewarten einem, ihm dienen, zu Dien⸗ 

ſten ſtehen 65,14. 123, Anm. 1. 347,19. 

geweltig sein eined Dinged, ed in 
Gewalt haben 84,1. 

gewer f. Beſitz 233, Anm.5. Bol. 
entweren. 

gewerb ft.n. Werbung 60,18. 125, 
32. 364,19; Unterhandlung 529,38. 

ge wiesz Abdj. zuverläßig 335,8. 

gewinnen an einem etwad, wie an- 
gewinnen 66,10. 

gewiszheit, Berficherung, Berbür- 
gung 166,4. — Haltaus 715. 

gewont, was gewant 236,7. 

gewont haben, gewohnt fein 351,3. 

gezeugn. 142,6. 185,23. ſ. zeug. 

gezinnt Adj. verzinnt 317,4. 

gezird, gezirde f. Zierde, Kirchen» 
fhmud 263,8. 336,27. 337,2. 

gezogn. Zug, Kriegszug 36,13. 

gien, gehen 132,9. 33. 133,1. 283,7. 
302,4. 316,10; gient gehend 244. 
18. — gin, 258,26. 311,26. (l. 307. 
4898). 

glaubshriff, Beglaubigungsfchrei- 

. ben 83,8. 84,22. 91,6. 

glefen f. Spieß 49,31. 209,9 (1. 4898). 

glimpfm. 338,10. f. gelimpf. 

glit ft. n. Reihe, Schlachtreihe 484,20. 
21. 26. u. öfter in diefer Beilage. 

glücksam Adj. glücklich 215, Anm. 2. 

gnade ft. f. pluralifch nach gnaden, 
mit Billigfeit 264,18; Gunft 268,8. 2. 

gnadenreich jar, Subiläum 191,17 
u. Bar. 17. 

gnehe ft. f. Nähe 48,13. 

gnung, gnüng f. Genüge 141,11. 
303,10 f. genung. 

goltvasten f. Quatember65, Anm. 5. 
123, Anm. 1. 

grä Gen. gräwes Adj. grau 14, Anm. 
4. 60,25. f. gro. 

grafm. Pl. grefen 35, U. 6. 483,16. 

grassmeid ft. f. Magd, weldhe Grad 
für die Kühe bringt 326,3. Frifh I.367°. 





554 


grebnus f. Begräbnid 13,8. 
griben Pi. Ueberbleibjel von audge- 
fhmolzenem fett 314,13. Voc.: gryb 
oder swart, cremium. Mhd. Wb. I. 
. 569b. Schm. II. 99. Frifch I. 372=, 
gryszm. der Blafenftein 113,12. 
griswertel m. Aufieher und Richter 
über einen Zweikampf 21,11. Voc.: 
. grieszwart oder richter, justicia- 
. rius. Mhd. Wb. II. 527. Schm. II. 
121. Haltaug 753. 
gro Genit. grobes, grau 78,29. 30,31. 
32. f. grä. Ä 
grob Abj. vom Brote 524,41. 525,2. 
gross ft. m. Groſchen, 3. V. 85,24. 
246,9 


grosz Adv. fehr, 137,8. 138,1. 10.25. 
139,23. 167,19. 168,9. 198,22. 28 
und öfter. 

grün Adi. friſch, roh 334,23. 

grunt ft. m. Niederung, Ebene 149,8. 
160, B. 24. 186,21. 195,7. 214,14. 
224,6; zü grund, gründlid) 550,21. 

grus m. das Entgegentommen, Zus 
fammentreffen (beim Jweitampfe) 9,17. 

gült ft. f. jährliche Abgabe oder Ein- 
nahme für geliebened Gut 234,8. 13. 
235,4. — Mhd. Wb. I. 524b. Schm. 
II. 45. ſ. herrngült. 

gunnen anom. Vb. vergönnen 73,35. 

güss f. Ueberſchwemmung 352, V. 3. 
(I. 489). 

gut Adv. einem für etwas gut sein, gut 

ſtehen 87,42. j 

gütigkeit, mit der g. im Guten 
166,13. 

gutlichen Adv. in Güte 73,25. 


Hab f. varnd hab 16, Anm. 9. 
haben, ich hän 315,11. 412,1, fonft 
ich habe; wir hän 452, Anm. 6; ir 
. händ 215, Anm. 2. sie händ 516,22. 
haben, halten, 132,17. 19. 167,14. 
311,16. 19. 20. 337, Anm. 4 ꝛc.; 
pleon. haben und halten 132,6. 
habent Partic. vermöglich 331,7. 
hahern Genit. haberns, Hafer 300, 
10. 301,2. 302,16. 303,1; habermel 
316,22. 
hackmeszer 316,16. 
hackenpüchse, hockenpuüchse; 
Frifch I. 399 2: der Schaft jolched Ge⸗ 
Ihofjes hatte einen Hafen oder unten 
herausſtehendes Holz (auch Eifen), wel⸗ 
ches in ein Holz, darinnen ein Loch 
dazu war, geftedt wurde, welches ein 


Gloffar. 


Bol hieß, fonft würde es zu fehr ge: 
ftoßen haben.“ 290,15. 292,23. 24. 
26. 294,20. Sie ſchoſſen 4 Loth Blei, 
Friſch a.a.D. Vgl. auch Schm. II 
164. Schlager III. 48. 

hader ft. m. Streit, Zank 246,7. had- 
der 408, Anm. 3. Haltaus 771. 

hadrei f. 25, Anm. 6 wo die Bedeutung 
nicht ganz Har ift; hadrei heißt ſonſt 
Streit, Zwiftigfeit: haderey, mis- 

. handlung und verwundung NP. 4. 
Vielleicht bedeutet mit allerley andrer 
hadrei mit allen andern Kleinigfeiten, 

- fo daß hadrei von hader (Lappen, 
dann auch geringfügiges Ding) abge 
leitet wäre. 

hafenm. Pl. hefen, Topf 334,22. 

halben Adv. wegen 267,29. 

halbsimbel Adj. halbrund 289,17. 
f. simbel. 

hallerwertn. was einen Heller werth, 
dafür zu haben ift 305,18 A. 5. 313, 
26. 351,17. Dal. pfennwert u. Schu, 
II. 169. 

halm ft. m. Pl. heim, Strohhalm, 
Stroh 334,8. 10. 

hals m. auf dem hals (wol beffer auf 
den hals) gefangen liegen, die Tode 
ftrafe im Gefängniffe erwarten 12,6. 
Bol. Frifh I. 402b: „auf den Hald 
ſitzen“ und Haltaus 783 f. 

halt ft. m. Pl. helt, Hinterhalt 182,16. 
216,14. 253,8. 

halten ft. Vb. einen halt machen, im 
Hinterhalte ſtehen 183,25. 197,18. 
298,24. 26. 299,4; auf einen halten, 
ihm auflauern, einen Hinterbalt ftellen 
79,11. 84,9. 216,12; ob einem Dinge 
halten, es bewachen 82,29. 327,4. 
18. 19. 24; vor halten, vorenthalten 
514,16. 515,24; gegen einem halten, 
fih ihm entgegen ftellen, ihm gegen 
über aushalten 175,4. 193,2‘; rech- 
nung halten, ablegen 302,5. 

hamer ft. m. Hammerwerf, Hammer 
mühle 68,8. 183,4. 185,29. 186,26. 
27. 212,16. 228,19 Anm. 4. u. öfter. 

handbüchlein oder memorial 9,1. 

handel ft. m. Begebenheit 132,8. 263, 
Anm. 3. 

handeln, halten 291,2 (Bar. gehal- 
ten hat) ; eine Sache handeln, ver: 
richten 82,19. 86,25. 214,22. 

handler, ®ollbringer 82,21. 

hangen, etwas im rechten hangen 
laffen, eine Rechtsſache in der Schwebe 
halten 124,3. 135,7. 

haniff m. Hanf 304,8. 334,23. 


A En nn nn Lara 


‘ Glofſar. 


hant, Dat. hent 80,19; zu trewes 
handen 72,26; zu getrewen handen 
234,18: in die Hände oder Verwah⸗ 
rung einer beglaubigten Perfon. Schm. 
1I. 204. Haltaus 794. 


hanthaben, befhüten 371,4. 

hantirung, Geſchäft, Berrichtung 
315,7. 

hantpüchse, tragbäred Feuergewehr 
47,12. 254,29. 292,25. 296,18. 

hantpüchsenpulver 254,28. 

hantpüchsenschütz 297,1. 


hantreichen ſchw. Vb. behülflich 


fein 525,28. 

hantwerk ft. n. die Fleifchhader auf 
dem hantwerk, die ihr Handwerk aus⸗ 
üben, zunftmäßige Fleifhhader im 
Gegenſatze zu den fremden, 310,1. 

hantzwehelf. Handtuch, 317,5. Voc.: 
hantzwehel, manutergium. Schm. 
IV. 304. 

harnasch ft. m. Harniſch 133,15. 175, 
25. 175,22. 178,22. 185,6. 269,12. 
283,5. 299,21. 300,2. 4. 333,9. 336, 
3; jehr oft alliterirend hengst und har- 
nasch 199,10.29. 202,23 204, Anm. 
2. 219,4. 224,3. 340,13.— harnisch 
20,7. 21,13. 

harsch ft.m. Pl. härsche Kriegs⸗ 
haufe 48,24 (I. 489b). 

hart Adv. ſchwer 180,8. 192,15. 263, 
3. 499,17; nahe 216,10. 

härt Adj. ungelehrig, hartköpfig 412, 
Anm. 4. ſ. hert. 

haubensmit, Berfertigervon eifernen 
Hauben 507,34. Die haube war im 
14. u. 15. Jahrh. eine eiferne Kopfbe- 
deckung der Ritter und Kinechte, fie ließ 
das Geficht frei und an ihrem Rand 
war gewöhnlic) der aus rinkharnasch 
beftebende halsberg angeheftet. 


haubt ft.n. vom Viehe, ein Stüd, 3.2. 
171,1. 7. 178,17. 180,3. 183,13. 
190,6. 18. 192,4. 12. 311,4. 10; 
über haupt, ohne die Stüde zu zählen 
260,19. Bol. Schm. II. 223. 

haubtpuchse jdhw. f. dag größte 
Geſchoß, öfterS.521f. Schm. 1.147. 

haufe ſchw. m. verfammelted Kriegd- 
volt, Heer 3.3. 203,23. 204,8. 329, 
24, und vft im Schlachtbericht der 
Beilage II. zu hauf reiten, einen 
Aufſtand machen 529,5. 

haus, Schloß, feſter Herrenſitz 16,6. 
38,12. 130,25. 177,19. 183,7. 198, 
2. 224,10.11; Rathhaus 10,4. 7. 
14, Anm. 4. 261,8. 


955 


ha u 8 n, ind Haus nehmen, beherbergen 
76,28. 

hausknecht , Rathhauddiener 86,14; 
Knecht 326,4. | 

hauslaib ft. m. Saudbrot 305,17. 
Mhd. Wb. I. 961. 

hauspfeil, Pfeil oder Bolz zu der 
Armbruft (47,13 heißt ed nur: zwe- 
liftausent pfeil) 253,13. 254,28. 255, 
2. 22. 291,19.24. Im Wiener Zeugs 
baufe waren nach dem Inventar von 
1519 an.10000 geschiffter und 15000 
ungeschiffter hauspfeile. Schlager 
II. 56. Vgl. Schm. I. 309. 

hausrot m. 151,11. 221,3. 

haustadel m. 186,24. 

hauswirt, Gemahl 9,2. 

hawef. Saue 253,32. 256,1. 291,19. 
25. 317,11. 

hawen, hauen, im Prät. ft. u. fchw. 
hieb 326,23. aufhieben 308,23. 309, 
4. aufhaweten 64,4. hauten 157,1. 
326,24. 

hebamme, 315, 21. 

hebrein %j. von Hafer 524,40. 

hecker, der Hader, Hauer; auch eine 
Art geringer Unterthanen 196, Annı.1. 
Friſch I. 3956. Mhd. Wb. I. 607b. 

heftleinn. goldene Spange 5, Anm. 3 
Man sol auch fürter zu der lautme- 
rung (Verlobung) ein iede praut nit 
hoher oder anders begaben dann 
mit einem heftlin oder ander ga- 
ben, die über 18 guldin reinisch nit 
kost oder wert sey. NP. 73. 

heiden m. 319,27; heidenkorn 318, 
24. 320,10. 321,18. Haidekorn, Buch« 
weizen. 

heiligkeit in der Kirche, Heiligenbil« 
der, Reliquien 2c. 221, Anm. 1. 

heiligtum n. 12,3. 42,26. 341,14. 
15, oder heiltum 43,1 die Reichshei⸗ 
ligthümer, heiltum, Tag an welchem. 
fie öffentlich gezeigt wurden (2. Freitag 
nad Oftern 45,5.) 213,8. 10. 214,9. 
216,1. 16. 

heim Adv. einemheim komen, begeg⸗ 
nen, wiederfahren 487,5. | 

heimlich Adj. heiml. feur, Brands 
pfeile 290,23; Adv. ftille 306,3. 

heint Adv. heute, (eigentlich : in diefer 
Naht, mhd. hinaht u. gefürzt hint, 
heint) 48,14; heute Abend 529,41. 

heischen an einem etwad, ed von ihm 
fordern 411,35. 412,4. 473, Anm. 6. 

helben m. Helm, HSelmträger 24,24. 

helfen, mit Accuſ. der Perfon 5. 2. 
137,10. 138,2. 141,12. 200,22; 


556 


einem eined Dinges, ihm Dazu verhelfen 
73,16. 35. 86,21. 87, 

helmparte fchw f. 258, 2. 253,22. 
Bar. heinp. hellenp. hermparte) 
57,28. 258,3. 16. 

hemlin Adj. vom Hammel 308,41. 

her Adv. hieher 86,40. 263,10; feint 
her sein 282,19. 25. 

herdishalben Abv. dieſſeits. 

heremut ft. m. Hochmut 489, 20. 

heren, verheeren 155, Anm. 1. 373,10. 

hergegen Adv. herzu, herwärt® 217, 
17. 271,3. 

hergeszet Adv. von jenfeitd her 270, 
17. f. geset. 

herkennen=erkennen 516,16. 

herrnfasnacht, ſonſt aud) pfaflen- 
fasnacht ( Sonntag Estomihi ) 25, 
14, 200,28. 201,14. Mhd. Ib. II. 
302«. Frifch 1. 446. 

herrngelt 323,11 wa® herrngült, 
Herreneinfünfte von Landgütern. Im 
Rathsmanuale vom 3. 1449 zum 21. 
Februar heißt ed: Item alz dy von 
Altorff ein wegzol nemen und wir 
vermein, waz herngült herein ge, 
do schuln wir kein geben. Bgl. 
Friſch I. 4462. Haltaus 9U1. 

herrnhaus, Herrenfitz auf einem 
Landgut 148,9. 157,16. 218,1. hern- 
heusel 228,19. 

herrnsack, der Stadt, den Herren 
des Raths gehöriger Mehlfad 305,1. 8. 

herrensitz oder slöszlein 224,9. 

herschaft ft. f. Plur. die Herren 

.. 496,18. 

hert Adv. ftandhaft 488,29. 

heuptman, Hauptmann, diefe Form 
im Abſatze 279, 13 —24. 

hin Adv. weg, fort, hin tun 128,22, 
131,11; hin legen 131, 1. 163,13. 26. 
164, 3; hinfüren 189, 1. 29; hin cho- 
men vorübergehen 302, 14. hin und 
her unter allen Umftänden 306,32; 
hin und her sein, bald da bald dort 
fein 81,21. 26. 29. 

hinhaim Adv. anhaim 243,8. 

hinlegen, beilegen, ſchlichten 131,1. 
(=hintun 131,12) 163,13. 26. 164,2. 

hinnach Adv. nad) 226,8; hernach 
259,8. 302,18. 

hinnen Adv. hier, hier innen 323,1. 
324, Unm. 1. 341,21. vonhinnen, 
von bier 332,8. 

hinter, hinder Präp. u. Adv. hin- 
ter sich, zurüd 157,22. 185,1. 186,9. 
27. 189,11. 193,14. 214,4. (Gegen⸗ 
fag von fürsich 48,17); hinter einen 


Gloſſar. 


etw. legen 72,34 ; hinter einen kom⸗ 
men 177, 8.9. 183,29. 184,5. hinter 
einen fhwören, zu ihm 18, Anm. 3. 

hinumb Adv. 273,19. 

hinz Adv. big 165, 32. 166,12; contrah. 
aus hin ze. Mhp. MH. I. 6595. Schm. 
II. 220. 

hirenn. Hirn 311,2. 

hirs, hirsz ft. m. die Hirfe 300,10. 
301, 2. 302,18. 304,9. 311,8. 312,2. 
19. 313, 19. 20.21 u. fehr oft in der 
38. Ordnung; 350,23. 354,12. 13, 


hochzeitkopfm. Hochzeiibecher 5, 


Anm. 3 

hockönnüchse f. hackenp. 

hofen, in den Hof, in’d Haus nehmen 
76,28. 

hoff m. Xurnierbof 25,8. 

hoffschüszel f. hölz erne Schüffel 
316,9. Nach dem —— 289, 
13, waren auf dem Rathhaufe sech- 
tzehenhalbhundert hultzer hofl- 
schüszel. 

hoffstat f. Platz, auf weldem ein 
Bauernhof fteht oder geftanden ift 155, 
1. 166,16: — Schm. II. 158. Friſch I. 
461. Haltaus 941. 

höhe f. auf ein höhe ftehen , hoch auf 
ftehen, fich emporrichten 199,1. 

hohen ft. Vb. bangen 530,6. 17. 19.29. 

hohmut ft. m. Mebermuth 71,16. 151 
Anm. 1. 455,37; hohemut 12,29; 
homut 485,22. 

holz ft. n. Bald 67,15. 84,35. Plur. 
holtzer 226, Anm. 1. 

holzen fchw Dh. Holz fällen 275,4. 
327,3. 11. 18. 23. 

hor ft. f. Stunde 325,15. 

horelocke ſchw. 
281,3 

hosen Plur. era Bekleidung ded 
Beined vom Knie abwärts bis zum 
Knöchel 13,3. 336,11. — Mhd. Bb. 
1. 7184. Schm. H. 250. 

hüt, huet, hut ft. f. Wade 10,4. 
7; Lauer, Hinterhalt er, 172.15. 
173,2. 177,9. 178,1. 183,18. 199, 
26. 28. 200,3. 19. 201,26. 220,17. 

hüeterm. Wichter, Auffeher 395,2. 

hulden ſchw. Vb. huldigen 10, Ann. 
6. 132,2. 167,12. huldung 238,1. 

hülzen bj. von Holz 336,9. 

hüten eines Dinges, darauf Acht haben, 
bewachen 226,5 (hütten). 307, 25, 8. 
23 (hutten). 


f. Stundenglode 


Icht, etwas 40,21. 166,9. 174,8. 226, 


Gloflar. 


10. 234,23. 260,1. 261,8. 26. 28. 
262,24. Senitivifh ichts, ichtz: 
73,14. 75,17. 83,1. 90,17. 39. 248, 
15. 274,8. 276,34. 277,7. 283,5. Im 
abhängigen Sage mit negativer Bedeu: 
tung 3.9. 39,14. 135,18. 141,31. 262, 
24. 270,3. 283,11. 298,22. 330,15. 

je Adv. immer, jedesmal, fort und fort 
76,5. 21. 82,3. 121,18. 126,19. 24. 
35. 136,9. 138,22. 139,17. 140,10. 
142,2. 185,14. 193,7. 248,25. 257, 
23. 258,27. 263,13. 267,7. 282,13. 
306,15. 307,20. 309,29. 330,5. 9. 
337,4. 348,9. 10; je: 249,1. 250,4. 
275,1. 310,13. 311,23 24. 27, ie—ie 
je — deſto: 330,9; mandmal: 267,8. 

jeglich, iglich, jeder 3.8. 290,16. 
20. 291,4. 6; ebenfo: 

ietlich 250,1. 252,19. 22. 253,1. 3. 
18. 283,20. 284,16. 290,9. 291,1. 
11. 292,2 u. f. w. 

jetweder, jeder von beiden 166,18. 

jietzund Adv. jept 268,10. 331,5. 11; 
ieczund 166,9. 184,14; ietzunt 48, 
8.24. 134,1. 333,13. 2c. itzunt 71,9. 

im Dat. Sing., fi 123,8. 124,12. 16. 
128,15. 330,21. 350,28. 

immer, je 489,21. 

in Dat. Plur., ſich 124,9. 19. 271,21. 
351,1 x. 

in Präp. innerhalb 276,32. 309,22; bei 
Zahlen für fchriftdeutiche® big: 311, 
26; pisz in 351,1. 

indert Adv. irgend 188,29. 

ingeraid, ingeraitn.311, Bar. 1. 
was intum. Vgl. Schm. III. 157. 

ingwer m. 316,26. Voc.: ingeber, 
zinciber. 

inhaltung, Laut, Inhalt 132,14. 

inner Präp. innerhalb 166,1. 

instrament ft. n. Urkunde, Beweis⸗ 
ſchrift. 499,12. 20. 

intum ft. n. Eingeweide 311,1. Nach 
den NP. 15 dürfen die Marktrichter 
für fih tein Fleiſch, auch keinen 
kalbskopf noch ander ingthum 
kaufen noch hestellen ; und ebendas 
felbft heißt es: ingthum und gan- 
tze peuch, die mag man gantz und 
ungewegen verkaufen. Das Wort ift 


gefürzt aud ingetüeme, mhd. Wb. 


nl. 133 b. 
inwoner 264,9 12. 
irgen Adv. irgend 226, Anm. 1. 
irherm. Beingerber 508,11. 
irren, hindern 329,19. 
itzlich, jeder 349,3. mhd. iteslich. 


557 


Jar Abdv.=gar 25,1. 120,7 (Vgl. Jera 
und Gera ©. 86). ' 

jarausm. = garaus 24,15 (1. 491®j. 

jarsabent, Dorabend des neuen 
Jahres 192,19. 

jarstag, Neujahr 193,30. 194,4. 

jomer m. Sammer 18,12. 


Kalbe ſchw. f. die Kalbe 311,16. 

kalk m. 334,20. 

kamer ft. u. fhw. m. Aerar 266,13. 
15; kammer 305,25. 


kammerbüchse 295,5.6. Nach 
Frondberg (bei Frifch I. 498°) gehör⸗ 
ten zu jeder zwei oder drei Pulver: 
kammern, damit, wenn man eine an 
den Lauf feft gemacht hatte, die andere 
indeffen mit Pulver und Kugeln ges 
laden werden tonnte. Sie waren 2— 
2%, Schuhlang, ſchoſſen Kugeln zweier 
Banfie groß und lagen auf niedern 

- Rädern. 

kape ſchw. f. 13,2. f. Anm. 3 und 4. 
Zu Anm. 4 ift Voc. zu vgl.: kapp 
oder gugelhut, capueium. 252,3 
jnein! kappen eine Art Mäntel zu 

deuten, denn kappen und anderr 

mentel muß auf einander bezogen 
werden. 

karn, karren m. Pl. karren und 
kerren 80,29. 290,21. 292,17. 295, 
6. 296,18. 

karnman 306,4 diminut. karrenme- 
nel 80,28. 

karrenpüchse, Geſchütz auf Räder 
47,12. 66,22. 181, Anm, 2. 217,21. 
24. 220,27. 224,5. 227,6. 252,21. 24. 
289,19. 290,19.12. Es wurden daraud 
Steintugeln gefhoffen 181,20. — 
Friſch 1. 502. 

kasten m. Komtaften 301,15. Voc.: 
kast oder kornpoden, granarium. 


kaufmanschaft f. Kaufmannsgut, 
Maare 64,3. 72,9. 75,7; ebenfo: 

kaufmanschatz m. 138,6; ald Yen. 
528,22. 

keck Xdj. u. Adv. munter, frifch, mus . 
thig 136,19. 155, Anm. 1. 218, 4. 
2. 251,8. 485,32. 486,35; kecklich 
177,19. 178,9. 491,26; keckheit 489, 
16. 


keinerlei, cheinerlei, irgend 
ein, irgend etwas 139,11. 270,3. 4. 
284,10. 325,2. 

kelerknecht, 315,6 ff. 

kemmerlein oder geheus 310,20. 


958 


kemnate ſchw. f. heizbared Gemach, 
Saal 66,31. — Mhd. Wh. I. 795.. 

kempflich bj. ein k. fürbot, Bor: 
ladung zum Kampfe 10, Anm. 1. 

keplein n. kurzes Meberkleid ? 78,29. 
Dgl. 1. 491. 

kernier 8 karnier) Plur. von kar- 
nier m. Ledertaſche 252,4; ital. car- 
niere. — Schm. II. 330. 

kestelln. Käſtchen 12, Anm. 9. 

keszeldrifusz 314,4, 

kete fihw. f. 12,13. 

kint ft. n. im Pl. kind, kint 26,14. 15. 
22. 322,8. kinde 321,3 und kinder 
321,4. 322,15. 

kintpetterin 315,19. 21. 

kirchenmeister, Vorſteher der ökv⸗ 
nomifchen Berhältniffe einer Kirche 
331,4. 

kirchenprechen n. Kirchenraub 
338,13. 

kirtzleinn. Kerzchen 28,11. 

kleien Plur. von kleie 304,25.305,10. 

kleinat n. Koftbarkeit, Schmud 323, 
11; als Fem. 209, Anm. 2. 

klemm dv. kl. sein umb etwas, mit 
etw. fnapp zugehen 39,25. 

knolle ſchw. m. 317,16; knollet Adv. 
voll Knollen 307,15. 

kochen, im Partic. einmal mit abge: 
worfenem ge: kochten 351,12. 

commun m. Öemeinde 321,7; com- 
maun 515,8; ale Fem. 515,29. 34. 

kopfijt. m. Becher 10 Anm, 5. 

kornpoden 303,21. 

kostft. f. Aufwand, Koften 3. B. 34, 
12. 129,15. 166,9. auf sein selbs 
koste, auf eigene Koften 50,4. 

kostenm. = kasten 298,9. 10. 

kostenlich, Adj. koſtbar 191,8. 12. 
kostenlichen Adv. 191,13. 

kostung f. Verköſtigung 34,14. 525, 
10; mit seiner kostung auf eigene Ko» 
ften 131,33; Zehrung, Kohn 285, A. 1. 

krank Adj. noch mit der alten Bedeu- 
tung „ſchwach“ 132,18. 

krank ft.m. Schaden 165,10. — Mhd. 
Wb. 1.8758. Schm. II. 389. 

-krautjt. n. gras oder kraut 309,24, 
27; Kohl, Sauerfraut 316,8. 25. 

krebsz it. m. Bruftfüraß 78,31. Voc.: 
krebs oder kurysz oder plate oder 

rustplech, thorax. Der Name fommt 

ber von den in einander fhiebbaren 
Ringen oder Schienen, aus denen ber 
Küraß beftand. Bal. Schlager III. 57. 
Schm. II. 373. 

kreuslot Adj. frau 79,19. 80,8. 


Gloſſar. 


krieg ft. m. 294,16. Offenbar hat das 
Wort hier die nämliche Bedeutung wie 
Band I. 177,8 (f. dad Gloffar) und 
Baumeifterb. 239,32 und wir haben 
darunter wol eine Art Zugwinde zn 
verfteben, womit ſchwere Laſten oder 
Geſchütze auf eine Höhe gezogen wur: 
den. Eine andere Bedeutung mag das 
Wort vielleicht Haben in der 294, Anm. 
3 mitgetheilten Stelle, wo ed ald ſchw. 
m. behandelt ift, doch ſcheint es mir 
nicht nöthig, eine ſolche Verſchiedenheit 
anzunehmen. | 

kriegen, Krieg führen 338,3; bekrie 
gen 139,3. 

kriegsherr, die kr. der Kriegsrath 
244,3.10.16.17. 21. 245,1.7. 283, 
16. 24. 325,4. 


kriegsleuft Pf. 192,1. 221, Anm.1. 
kriegsstube ſchw. f. Sitzungslocal 
des Kriegsrathes 326,19. vgl. 244,9. 


kuche ſchw. /. Küche 64,15. 88,27.31. 

- 260,23. 264,6. 7. 310,7 ff. 351,11. 
15. 352,1. 

kuchengelt, Trinkgeld in die Küde 
5, Anm. 3. Frifch I. 552 €. 

kuchenmeister 256,14. 264,10 u. 
oft in der 33. Ordnung. 


kuchenspeis ft. f. Wir haben dar: 
unter vorzugsweiſe Hülfenfrüchte (er- 
beisz und andere kuchenspeis 334, 
17), fodann dad bloß enthülfte (\. 

. neuen) zu Grüße oder Graupen (Rod 
gerfte) verarbeitete Getreide zu verſtehen. 
So mußten nach dem Laitpuche, 13* 
jährlih zukuchenspeis in's neue 
Spital geliefert werden: sechs sumer 
weitz und sechs sumer gersten und 
sechs sumer arbeizz und sechs su- 
mer habern. Der Voc. überfept ku- 
chenspeise durch salganium, ebenſo 
bei Diefenbady gloss. lat. germ. 508°. 
— Die kuchenspeis wird von den 
pfragnern (wie auch heute) und Bau: 
ern gefauft 314,16; in Säden und 
Fäſſern aufbewahrt 317,1. 12; in 
Keſſeln gekocht 316,11; allerlei ku- 
chenspeis 322,10. 17. 317,25. 21. 
350,23; getraid und kuchenspeis 
213,4. 300,10.13.21; 321,19; fer 
ner noch 299,22, 301,3. 303,20. 314, 
17. 317,7. 8.318,14. 16. 24. 26. 319, 
7.15.18. 27. 30. 320,8. 11. 321,16. 

kündung, Verfündigung 29,3. 

künnen mit etwad, damit umgehen 
fönnen 290,24. 


Sloffar. 


kuntschaftft. f. Erforfhung, Spio⸗ 
nirung, Nachricht 48,2. 76,2. 82,19. 
24. 200,4. 244,16. 245,10. 11. 267, 
4. 283,8. 303, Anm. 3. 326,12. 331, 
17. 18. 335,8. 

kuntschafter, Spion 83,7. 315,4. 
331,15. 333,5. 

kuntscheften, kuntschaft treiben, 
fpioniren 88,17. 

küparn ft. m. Futterkrippe für Kühe 
80,24. 

kurz Adj. von der Körpergröße 79,33. 
80,11. 33. 81,9. 

kuten Pl. Eingeweide, wol verfchrieben 
für kuteln, 311, Bar. 1; mhd. kutel 
fhw. f. — Voc.: kutelfleck, obligu- 
mina, sunt proceresexterum. Schm. 
11. 344. 

kützeln 389, Anm. 1. 


Laden ſchw. m. Pl. laden und leden, 
Fenfterladen 310,15. 16. 17.20. 312,5. 

laden ft. Vb. auf: und abladen 255,20. 
305,21. 23. 306,2. 16. 317,10; in 
etwag laden 253,27. 

ladung, Aufladung 255,14. 

ladzeug, zum laden der Geſchütze 254, 
17. 18. | 


lagelfchmw. f. Faß 35, Anm. 6. 253,29.- 


Voc.: lagel oder putten. Mh. lagel 
n. f. legelein. 
laider Interj. 50,24. 51,1. 3. 
laim fchw. m. Lehm, Thon 334,22. 
laiter fhw. f. 290,3. 291,3. 19. 25. 
langen .aneinen, an ihn gelangen; arch. 
Form: sie langoten 347,5. 
landkündig Adp. 72,7. 
lantmansweiseXWdv. 39,17 (1.492«). 
lantvoit 147,19. 
lantwer ft. f. gleichbedeutend mit 
‘ schranken , zur Vertheidigung einge: 
richtete Grenzmarke 200,15. 217,2. 
222,3. 309,22. 327,6. — Mhd. Wb. 
II. 511b. Friſch I. 5716. Schm. IV. 
130. Vgl. planke. 
laszen einen, verlaffen, im Stiche 
laſſen 59,17; den Wein laszen, ihn 
duch Röhren abziehen 317,5; die 
üchsen laszen nit, gehen nicht los 
180,19; sich heraus laszen , einen 
Ausfall tbun 160,12. 14. 183,20.21; 
sich laszen, verlaffen 331,1. 
laub ft. f. Erlaubnid 265,5. 283,16. 
laube ſchw. f. ploszelaube, Waldlich« 
tung 153,23. Nah Schm. II. 410 hei- 
Ben im Bapreuthifchen einzelne Wald» 
theile noch jept „Lauben“. 


559 


laufen, lieff 329,29; luffen 329, 18.. 

laut ft. f. Inhalt 43,17. 230, Anm. 1. 

lauter Wo. flar, deutlih 388, Anm. 2; 
rein, leer 399,8. 

lecht Adv. vielleiht 127, V. 1.3; 
tärnt. lech, lecht 2. 174. f. leicht, 

legeleinn. Fäßchen 35,4. 6. f.lagel. 

legen auf einen etwas, es ihm beilegen 
129,21; etwas für ihn an Geld aus: 
legen 293, Anm. 3; ſich legen, lagern 
161,1; fich auf etwad legen, es be- 
feßen 129,27. 

legern, lagem. 38,3. 49,8. 66,19. 
155,5. 161,2. 291,2; legerung 49,20. 

leib, leip ft. m. für Perjon 323,13. 
16; mit sein selbs leip felbit 49,6. 
59, Anm. 3. 123, Anm. 1. 

leibdingft.n. 5, Anm. 3, 9, 11. 14, 
Anm. 3. 16,11, Anm. 9. leibgeding 
9,11. 323,13. 15x. Mhd. lipge- 
dinge, dad was einem für die Erhals 
tung des Lebend zur Nubnießung 
überlaffen oder Feftgeret wird. Mhd. 
MWh. 1. 3414. Haltaud 1239. 

leicht Av. vielleicht 127,1. 3. 

leihen ft. Vb. Prät. lech, lehe, Partic. 
gelihen ein Lehen verleihen 21,19. 
337,22. 339,1. 2; darleihen, borgen 
10, Anm. 7. 258,5. 305,7. 334, 8. 
2; eine Berfon leihen 274, Anm. 3. 

leinen ſchw. Vb. ablehnen 347,9. 

leisten, einen tag, der Einladung zu 
einem tage (Berathung, Berfammlung) 
folgen, den tag befuchen 134,2. — 
Schm. II. 508. 

leıt, contrab. aus liget 255,25. 282,6. 
495,20. 

lemeren dj. vom Lamme 14,10. 

letz ft. f. an der lecz 301,1 auf die 
letz 311,15. 17. 20, zuleßt. 

leuchtüch n. über die Leiche oder 
Zodtenbahre gebreitetes Toftbared Tuch 
14, Anm. 4. 

leuf, leuft Bl. Borgänge, Ereigniffe 
37,10. 35. 39,20. 50,17. 84,19. 137, 
1. 12. Bar. 2. 250,15. 

leuftig Adj. fchnell, laufend 332,10. 

leutrer Adv. Comp. klarer, deutlicher 
231, Anm. 2. 

licht ft.n. Pl. lichte, Licht, Kerze 29, 
10. liecht 23,20. 

liebung, Gabe, Gefchent 10, Anm. 7. 

liederlich Adv. = lüederlich,, leicht 
371,6 (eigentlich: anlodend, anmuthig). 
Mhd. Wb.I. 1053«. Friſch 1. 625. 

ligen ft. Vb. fi) aufhalten 78,12. 81, 
23. 25; auf einem ligen, ihm zur Laſt 
fallen 37,22, — Partic. legen 87,12. 


560 


loben, sich von einem, fi über einen 
lobend, rühmend ausſprechen 340, 
12.18. 


loch.n. das unterirdifche Gefängnis im 
Nürnberger Ratshaufe 12,5. 43,7. 68, 
3, 925,16; wneigentlih: Ausweg 
:.0,13. , 

loder m. Tuchmacher 508,11. (von 
lode ſchw. m. grobes Tuch); die heu⸗ 
tige „Lottergaſſe“ (im Volksmunde 
„xudergaffe *) verdankt ihren Ramen 
den lodern. 

loe ft. f. Lohe 335,1. 

losung f. Ledigung, Auslöfung 416, 
Anm. 1. 

losung f. Abgabe, Steuer 16,8. 323, 
5 ff. Josunger, der die losung ein» 
nimmt 16,19. 111,10; losungstube 
35,1. 267,7. Voc. : losung oder be- 
schatzung oder steuer, exactio. 

losung f. Loſungswort 88,10. 307, 
Bar. 23. 325,11. 12. 13. 16. 485,38 
:486,16. 487,5. 

losen, auslöfen 90,2. 

lottergelt, Zrinfgeld für den lotter 
(Gaukler, Pofjenreiper). In den NP. 
heißt ed ©. 79: Man sol auch aini- 
cherley spielleut oder lotter zu 
ainicher hochzeit nit herein noch 
zu der malzeit laden noch da eszen 
laszen, auszgenommen die, die mit 
einem preutigam oder praut vom 
land herein komen oder die der 
stat schilt trügen. 

luft ft. m. die Luft 314,7. 

luserer 21,13, der Horcdher, Aufpaffer 
(von losen, lusen) bei Zweifämpfen. 
„Der Zußner fol ſich in dem Kreiß, 
dieweil die Kämpfer mit einander 
arbeiten, zu dem Kämpfer thun, fo er 
nähft mag, auf daß er defto baß ges 
bören und verftehen möge, was Fa 
begebe und es feines Theils Warner 
fürbringe” (der „ Warner” durfte feinen 
Kämpfer mit ftillen Worten oder mit 
Winken warnen u. ihm rathen). Frifch 
I. 624. II. 423, 

lusthaus 183,9. 

lüstig Adv. begierig 155,3. 


Machen einen Rath, ihn zuſammen be: 
rufen 246,5; zufammenmachen, mifchen 
334,10; sich machen, entftehen 348, 
9; sich machen zu einem, zu ihm 
halten 124,18. 

macht f. mügen. 


Gloſſar. 


mahelfingerlein, Vermählungs— 
ring 5, Anm. 3. 

malen ſt. Vb. Prät. mul 302,17. 

malmasy, Malvafierwein 10, Anm. 7. 

maltern. ein ®etreidemaß 210, Anm. 
2. Pol. darüber Schm. II. 571. 

malz (malcz, maltz) ft. n. 319,4. 14. 
26. 320,7. 334,16. 

man, Lehenmann 527,24. 

mänet ftl.m. Monat 16,4. 217,10. 
monet 9,10. 

mang, manig Adj. manch 249,2.3 
264,11. 16. 21. 304,13. 22. 313,16. 
17. u.f.w. Umgelautet: menich 226, 
Anm. 1. 

mannsnam, für Mann 14, Anm. 4. 

manslachtft. f. Todtſchlag 165,7. 

mäntag, Montag 172,12. 174,19, 
176,21. 182,5. 213,18. 

mantel 13,2 Anm. 3. 

markt ft. m. ein offen oder freier 
markt, Freimartt, auf dem jeder ver 
faufen darf 36,25. 39,26. 

marschalck, ein Kriegöbeamter, den 
wahrfcheinlih die Verpflegung de} 
Heere® oblag 256,13. Bgl. Myd. Bb. 
III. 773. 

maurft. f. Mauer, im Pl. mit Umlaut 
der meuren 331,22.— Schm. IL 609. 

maurhacken m. 291,19. 

maurleiter f. 291, Bar. 19. 

maurpencke (?) Pi. 273,17; die 
richtige Lesart ftedt wol in den Sf. - 
A’A®: maurpecke (Mauer : Sturm 
böde) ; vgl. übrigens 291,19, wo die 
Sf. A für maurhacken ebenfalld 
maurpencken hat, fo daß vielleiht 
auch oben maurhacken herzuftellen 
wäre. 

m& .Adv. mehr 67,28. | 

mechtig Adv. eined Dings mechüig 
fein 72,35. 75,26; oder fi eine 
Dinge mechtig maden 127,16. 

mechtigen ſich eined Dings 134,22. 
135,2. 

mederein Adj. vom Marder 18, Anm. 
2. mederen 18,1. medren 14,10. 

meit, mait, maid ft. ft. f.Magd17, 
7. 26,14. 300,22. 301,2 u. oft in der 
38. Ordnung. 

meidlein, Radchen 17, 10. 19,8. 

meilft. f. die Bannmeile 326,22. 

meinen ſchw. Bb. lieben,, mit trewen 
meinen, treue ®efinnungen hegen 350, 
2. gemeint, lieb, angenehm 527,16. 
Dal. Mhd. Wb. II. 107. Schm. 
Il. 585. 

meist, maist, am m. größtentheild 


Gloſſar. 


151,14. 184,24. 197,22. 224,24. 225, 
2. am mainsten 225, V. 2. — Schm. 
II. 602. 

mel ft.n. Genit. melbs. Dat. u. Acc. 
melb. 29,15. 301,14. 17. 302,3. 8. 
10. 303,24. 304,12. 306,22 ff. 

melden auf einen etwas, es ihm vor: 
halten; ihm anzeigen, daß er fich etwas 
babe zuSchulden kommen laffen 262,24. 

melken 309,25. 26. 

memorialn. oder handbüchlein 9,1. 

menet ft. m. Monat. 

menigft. f. Menge z. B. 350,7. 

menlich Adi. männlich, tapfer 244, 
21. 484,17. 485,20 und öfter in die— 
fer Beilage. 

mentelleinn. 78,29. 

mentler m. 507,22 im Voc. überfebt 
dur): vestionarius et qui praest 
vestimentis et vestibus. Nach den 
NP. €. 161 sullen die mentler 
(die mit den gremplern zufammen 
aufgeführt werden) rügen verdiept 
gewant. 

m entsch 274; Anm. 3, an diefer Stelle 
wol ft. n. mit der Bedeutung Da! 
oder Knecht. Bal. mhd. Wh. I1. 49. 
Schm. II. 601. Die Form mentsch ald 
n.auhNP.9; daeinmentsche, 
daz bei sinen witzen niht ist, sein 
guot hingibt äne fründe rat. 

m&r, mereft. f. Kunde, Nachricht 36, 
31. 40,22. 50,21. 51,6.  - 

merklich Adj. was bemerkbar ift: bes 
deutend, wichtig 13,5. 112,8. 308,6. 
309,16. 328,3.22. 329,9. 11. 332,9. 
347,3. 11. 455,%.5 u.f. w. merkli- 
chen Adv. 328,26. 329,4. 

messen Adj. von Meffing 325,24. 

mettelpüchse ſchw. f. 47,16. Wir 
haben darunter wol eine „metze“ (nie- 
derdeutfch mette, de groten metten 
Friſch I. 662b) zu verftehen, eine der 
größten der damaligen Kanonenarten; 
Die grosze oder scharpfe metze ſchoß 
100 IP. Eifen. Schm. 11. 663. Friſch 
a. a 


m etze ſchw. m. 304,7. fonft im Nomin. 
immer metzen z. B. 304,8. 9. 

meurlein.n. kleine Mauer 272,1. 

michel Adj. groß 36,5. 

milchkue: 309,29. 

minner bj. u. Adv. minder, fleiner 


(316,10) geringer 72,28. 124,21. 128, 


25. 131,13. 253,10. 257,17. 260,13, 
291,24. 316,11; daneben auch die 
unorgan. Form minder 3.38. 309,10. 
mitgeselle, Genoſſe 529,33. 
Stäpdtechronifen. II. 


561 


mitleidenn. Theilname an öffentlichen 
Laſten 257,27. — Haltaus 1356. 
Schm. I. 438. 
mittervastenf. 483,13. 
mitwoch al ft.m. 12,2. Bal. Schm. 
IV. 11. 2. 50 unter tak (I. 493), 
model fi. n. Model zum Gießen der 
Bleikugeln 292,3. 
molft. n. Malzeit 264,20. 
mordax ft. f. Streitart 21,14. 
mörden fchw. Vb. morden, gemördt 
50,25; ermördt 50,35. ermörten 
182,3. 
morgen m. ein Flächenmaß 16,Anm. 9. 
mörser m. 316,15. 
muesmel n. wovon Mus, Brei ge 
tocht wird 302,18. 304,10. 
mügen anom. Vb. fönnen, anzumerfen 
ift die 2. Perf. Sing. Präf. du macht 
(mbd. maht) 37,6. 21; man mecht 
24,5; Part. gemügt 283,30. 
mülboszler, Mültnecht, der die ge- 
tingern Arbeiten (boszelarbeiten) ver: 
richtet 304,17. — Schm. 1. 298. 
multer ft. f. Mulde 316,18. Voc.: 
mulchter oder multer,, capistrium. 
münich, Mönd, 256,28. munch, 
* münch 18,14. 24,11. 18. 
munter Adv. wach 325,2. 
murmelung, Gemurmel 329,20. 
mustern 251,18 ff. 
musz ft. f. Zeit, Muße 310,11. 
mut ft. m. Sinn 129,3. 132,35. 
muten ſchw. Vb. verlangen, zumuthen 
142,11. 


Nachgen einem Dinge, ihm nachfom: 
men, etwas befolgen 236,20. 237,9. 
276,16. 23. 324,9. 346,9. 

nachlaszen einen, verlaffen, aufge- 
ben 514,13. 

nachpaur 47,6. nachpauer 267,2. 

nachritt m. Anhang von Berittenen, 
von Edelleuten 75,40. 76,1. 

nachschieben ft. Vb. nachrüden 
215, Anm. 2. 

nachtselft. f. Nadıtlager 79,12. 16; 
nachtseld 79,9. 90,43. 

nachtraber 187,2. 

nagel, m. 247 Anm. 1. Zu fpät erfah 
ih aus diefer Anmerkung, daB 247,7 
die Berbefferung ‘narunge’ unnöthig 
gewefen: es ift dafür dad “nagel’ der 
HT. @ zu ſetzen. 

nahent Adv. nahe 19, Anm. 6. 38,6. 
81,19. 155,5. 184,4. 186,2. 7. 190, 

ı 13. 192,9. 

36 





562 


näm, nämeft. f. gewaltiamed Neh⸗ 
men, Beraubung 77,1. 86,32. 35. 188, 
10. 234,21.26. 271,14. 16. Pl. näme 
165,4 ; ndm 73,27. 

naus Adv. hinaus 12,4. 

nechst Adv. billigft 263,5; nesten 
88,34. 

nechten Adv. geftern Abend 49,22. 36. 
(I. 493), 

negelein n. Gewürznelfe 316,26. 

nehen sich, nähern 128,14. 155,2 
486,22; nehnen, ar. Form: sie 
nehnotten 85,34. 

neher Adv. Comp. billiger 311,30. 

nein Adv, hinein 19,13. 

nemen, etwas für sich nemen, vor⸗ 
nehmen, vorhaben 36,19. 303,16; ir 
nyemet 427, Anm. 2. 

nemlich dj. beſtimmt, ausdrücklich 
165,2. Adv. namentlich 235,15. 380, 
Anm. 1. 

nennen, beftimmen 257,10. 

neur Adv. nur 26,19. 65,5. 67,35. 
138,22. 148,17. 173,26. 175,17. 183, 
9. 251,12. 271,15. 312,3 Anm. 8. 
486,24. 25. newer 306,13. neu- 


ren 247,10. neurt 183, 3.9. neu- 


ert 526,35. (I. 493b). 

newe Adv. neu 124,18. 

newen, ftampfen, die Gerfte u. Hirfe 
auf der Stampfmuhle enthüljen; im 
PBartic. ſt. u. jchw.: genewen 313,20. 
geneut 313, V. 20. 316,21. 22. Byl. 
mhd. Wb. I. 4106. Schm. IL. 688. 
L. 196. 

newerf. neur. 

newikeit, 14, Anm. 4. 

nicht nicht 126,7. 262,25. 

nyderlag ft. f. Aufenthalt 78,22. 

nidern, niedrig machen, vermindern 
165,12. 

niemeraäAdv. nicht mehr 302,24. 306,24. 

niemat 337,8, fonjt niemant. 

nindert Adv. nirgend 79,36. 

noch Comp. weder nod) 268, B. 2. 
342,3, für „weder noch“ mit fehlender 
Negatien im correfpondirenden Satz⸗ 
gliede 128,6. Vgl. mhd. Wb. Il. 405b. 

nom ft. f. wienäm 71,20. 

notdurft, notdorftft. f. was zum 
nöthigen Bedarf gehört 291,21. 22. 
302,26. 303,4. 304,5. 310,28. 350, 
19. 21. 23; Pl. notdürfte (nöthige 
Dinge) 34,14. 

nöten ſchw. Vb. 
330,15. 

notpüchse 292,11. 22; m %. 5. 
Brechteld Büchfenmeifterey (Nürnberg 


nöthigen 165,10. 


Glefſar. 


1599, Bog. C, BI. 2«) heißt es: „Ca—⸗ 
non, das ander geſchlecht, welches man 
auch Baſilisc und Not büchs nennt, 
ſchieſſet ungefehrlich 75 pfund eiſen“. 
nottig Adj. nöthig 303,23. 
nützung, Benutzung, Fruchtgenuß 
309,22. 


Obent ft. abent. 

obereilen einen mit etwas, übereilen 
335, Anm. 2. 

oberhalben Adv. oberhalb 271,4. 
öberhalben 273,9. 

oberst, oberst obent Borabend dei 
Dreifönigtaged 28,11; oberst tag, 
oberstag, der Dreifönigtag 28,4 84, 
12. 29. oberste tag 52,19; mit aus— 
gelaffenem tag: nach dem oberst 2x, 
15; nach obersten 63,12. 82,23. 
140,14. 198,12; nach öbersten 191, 
16. (I. 4948). 

obligen ft. Bb. fiegen 10,1. 21,1. 
338,14. 

obsz ft. n. Obft 28, Anm. 7. 

öden, veröden 165,10. 

offen Adj. offen slosz der Nürnberger, 
das fie mit Kriegsleuten beſetzen fonn- 
ten 39,26 (f. offen haus I. 49123). 
Bgl. 85,3.8.10. 88,25. 89,1. 91,3. 
196,16. u. Schm. I. 33. mhd. Wh. 11. 
432®. 

offen Adv. offen jtehen, nicht gejchlo: 
Ben, ausgeglichen jein 238,20. 

offenlich Adv. öffentlich 347,2; of- 
fintlich 134,15. 23. offenlichen 261, 
11. , 

öffung, Öffnung 89,1.9. 

opfer, Opfer zum Gedächtnis eine 
Berjtorbenen, Leichenfeier 28,14.53,9. 

or ft. f. Stunde 177,13. 185,24. 186, 
9. 189,3. 192,19. 257,4 ıc. 

ordenlich Adv. ordentlich, in guter 
Ordnung 196, Anın. 1. 284,16; or- 
denlichen 284,17. 301,9. 

ordiniren einen, ihn an den beftimm: 
ten Platz ftellen 293,4; daz geschick 
zu dem streit ordiniren, Schlacht⸗ 
ordnung machen 486,13. 

ordinirung 523,25. 

ornat ft. m. Kirchenfchmud, Kirchen 
gewand 52,22. 337,2. 

ort n. der vierte Theil eined Gulden 
340,23. 499, 2. 3. 

ort m.u.n. Blur. ört, Ort, Platz 299. 
4.5.6. 10. 


Gloſſar. 


Quam Praät. von quemen, kommen 
88,15. 

quartn. ein Weinmaß 53,16. 17. 18. 
ſ. vierteil. 

quartiert Adj. geviertheilt 346,19. 


Ratfründ, Mitglied des Rathes 60,6. 
135,20. ebenfo: 

ratgesell 27 Anm. 1. 40,24. 

ratsmit 297,11 Radmucher, Wagner? 
Bielleiht verfchrieben für rotsmit, da 
in den Nürnberg. Handiverkerverzeich- 
niſſen des 14. u. 15. Jahrh. feine 
ratsmide aufgeführt werden. 

raub ft. m. Raub, Beute. Pl. reub 
176,20. 187,4. 196,17. 201,20. 202, 
13. 229,15. 351,10. 

räublich, reublich Aw. 72, 
11. 22. 

rauh Adj. rauhe war, Pelzwert 77,3; 
ebenjv rauhe wät 18, Anm. 2. |. wät; 
rauher walt, dichter 491,22. 

rechen ſchw. Bb. rechnen 14,2. 264, 
20. 313,26. 314,23. 527,30: 

rechtft.u. ſchw. n. anı rechten sitzen, 
zu Gericht fiben 9,16; rechtes pfle- 
gen 73,15. 134,20; in recht stehen 
141,19, im rechten hangen 124,3. 
135,7; zu recht etwas anfangen 
124,2; zu recht setzen 124,1; zu 
recht bringen 124,26. 125,13. das 
recht zu ende bringen 139,22; das 
recht volfüren 139,24; das recht 
erfüllen 139,24; zu einem recht ne- 
men 139,21; von einem recht nemen 
81,39. 124,13; einem recht bieten 
140,9. 141,15. 18.142,22; von einem 
recht bieten 127,15; fid) zu recht 
bieten 123,11; mit einem in recht 
gehen 125,21; mit einem in recht 
kommen 126,9; einem eines rechten 
sein 125,15. 20. 138,21. 139,12. 20. 
140,7. 236,19; einem gegenüber des 
r. sten 124,8. Bgl. über diefe ver: 
ſchiedenen Ausdrüde der alten Gerichts⸗ 
fprache bejonderd Haltaus 1515 ff. 
Schm. IM. 20 ff. | 

rechtbot ft. n. 127,17. 19. 29. 133, 
A.I. 135,15. 136,2. 142,27; recht- 
gebott 358, Anm. 1. 

rechtfertigen, ausbefjern, in Stand 
feben 47, Anm. 10. 

red ft. f. von red wegen, nad) Gebühr 
291,22. Bal. mhd. Wb. Il. 5941 =. 

redlich Adj. ordnungsmäßig 73,6. 
311,31. Adv. offen, bereit 134,10. 161, 
25.— Mh. Wb.11.597b. Schm.1II.52. 


563 


redlichen Adv. angemeſſen, ordent- 
lich 263,14. 

regen ſchw. Bb. regnen 24,2. 

reide ſchw. f. Schlagbaum 272,2. 6. 
8. 10. 14. 273,1. 2. 4. 6. 7. 15. 18; 
gleichbedeutend mit schneller, wie ſich 
aus 274,15. 16. 20. 275,12 ergiebt; 
befehrieben ift dic reide 274,20 ff; fie 
wird aufs und zu getban 274,25. Das 
Wort ftammt vom mhd. riden wenden, 
drehen und ift mundartlich in verfchie- 
denen Bedeutungen noch erhalten, 
worüber &. 206. Voc.: reyde oder 
werbel als an venstern, vertibulum. 


rein Adv. herein 12,6. 

reis, rais fl. f. Kriegszug 258.21. 

305,22. 312,3. 

reisen, raisen ſchw. Pb. einen 
Kriegszug unternehmen, ind Feld 
rücken 79,16. 128,3. 132.3. 

reisig, raisig Adj. beritten, reisiger 
vder reisiger gesell, knecht, Reiter 
89,23. 263,10; reisizer zeug, Reiterei 
61,6.172,21; reis pferde öfterauf ©. 
251 f. — Ebenfo gereisig, geraisig: 
3.8. gereisige, Reiter 91,35. 166,3. 
217,13 ff.; ger. gesell 153,6; ger. 
pferde 34,17. 47,9. 89,32. 248, 
24 ff. ger. zeug 247,14. Bei nachfol— 

gendem en der Flexion wird das g 
(nad) außgefallenem e) nafalirt: rai- 
sing 257,4. 7. 302,23. 263,10; ge- 
reising 149,17. 18; geraising 259, 
5. 260,16. 261,24. 263,12; ebenſo 
wirding 483,18, wie nod) jegt in der 
Nürnberger Mundart 3. B. Heiling, 
prächting, (Heiligen, prächtigen). Val. 
Schmellerd bayer. Mundarten 580A. 

reispuch (raiszpuch) 116,18, dafür 
117,28: krigpüchlein. (I. 495®). 

reiten, tranf. bereiten 298,24. 

renner, Rennbube, der die Roſſe zu 
bejorgen hat 59, Anm. 3. 80,35. — 
Mid. Wh. II. 720b. 

rennfenlein n. Reiterpanier, die dazu 
gehörige Neiterabtheilung 204,12. 
487,12. 492,9. 493,16. Bal. Frifch 
H. 110°. Schm. III. 100. Voc.: pa- 
nerfurer oder rennfenleinfurer, 
principolus. 

renntarsche, renntartsche 
ſchw. f. 204,18. 209,8, wol gleichbe- 
deutend mit renneschilt, antile(Voc.). 
Das Wort tarsche, tartsche ftammt 
vom mittellat. targa, targia, franz. 
targe. Diez roman. Wh. 312. |. setz- -⸗ 
tartsche. 


36. * 


564 


resch Adj. raſch, lebhaft 298,20. — 
Schm. II. 140. 8. 207 f. 

rettung (Bar. rettigung), Rettung, 
Schuß 186,2. 

reuter 255,2. 308,9. 311,12, fonft 
reiler. 

reuz m. Schuhflider 507,30, in Nürn- 
berg noch „Altreißen“ genannt, die zu⸗ 
gleih mit altem Schuhwerk Handel 
treiben. Sm Cod. 233 Bl. 97 b fommt 
auch altreusze vor: Ullein Neupaur, 
altreusze. Im Voc.: reusz oder al- 
tenschumacher, sutor. Bol. Gr. 
Wb. I. 273. Schm. Ill. 144. 

reuzzenslozzer 507,35. Wahr: 
ſcheinlich ſolche, die Schlofferarbeiten 
ra Da (vgl. reuz), mit altem 
Eiſen handelten ꝛc. Im Cod. Nr. 233 
werben die rewzzenslozzer nad) den 
slozzern, sporern und pizzern be- 
fonderd aufgeführt; an unfrer Stelle 
jheinen unter reuzzenslozzer alle 
Schloffer verftanden zu werden, da fich 
feine eigne Rubrik ‘slozzer’ findet. 

rich.n. Reid) 72,10. 

richten, vergleichen, ausföhnen 230, 
11; errichten 351,11; zurecht machen 
351,15. 

richtigung, Bergleich, Friedensſchluß 
131,7.164,27. 199,8. 230,6. 238,12. 
17. 20.337,22. 340,5. 346,5; ebenfo: 

richtung 230, Anm. 1. 346,9. 11. 
526,2. 

ring Adj. leicht 491,21. 

ringsmid oderrinckenmacher, 
der ſtarke eiferne Ketten verfertigte 286, 
3.9 und 20. Schm. III. 112. 

röberei, Räuberei 528,6. 

rock ft. m. 13,2, Anm. 3. 
rocken (2. rucken) Adj. von Roden, 

‘351,17 rucken 351, Anm. 5. ruckein 
524,41. 

rost ft. m. Pl. röst 316,17. 

rotsmid, Gelbgießer 344,6 rotsmi- 
din 346,3. 

rotwildn. 309, Anm. 2. 

rufen fhw. Vb. 38,8. 

rug ft. f. Anzeige, Denunciation 261, 
33. — Haltaus 1564. 

rügen, anzeigen, befchuldigen 262,24. 

rugzettel f. fchriftliche Aufzeichnung 
des durch die rug Ausgefagten 262,23. 

rüstgelt n. 339, Anm. 1. 

ruwejft. f. Ruhe 528,14. 

ruwen ſchw. Bb. ruhen 67,32. 134,21. 


Gloſſar. 


Sack fi. m. 2seck machen I sum 
307,2. 
sackpfeife, Dudelſack 248,7. 
saffran ft. m. 77,5. 316,25. 
sag ft. f. Ausſage 43,17. 71,12. 
sam Adv. gleihfam 412, Anm. 4. 
samatft. m. Sammt 14,2.7. 
samentlich Adj. fämtlich. 
sammen, samnen fammeln,verfam: 
mein; Inf. sammen 257,9; er sam- 
met 148,7. 305,12; samnet 254,26; 
Prät. samten 203,18. 257,5; samp- 
ten 183,6. 190,11. 249,8. 254,1. 
Partic. gesammet 180,24. 183,23. 
187,16. 195,8. 314,12. gesampt 175,3. 
samnung f. Sammlung, Berfamm: 
lung, bejonderd vom Zufammenziehen 
einer Streitmadht 49,7. 86,3. 129,5. 
169,21. 197,13. 209, Anm. 2. 217,13. 
227,13. 332,10; sampnung 60,19; 
samung 87,2. | 
sarwurht m. 507,25. 
Sm Voc. salwirt. 
saumen tranf. hindern 336,10. 
schaffen ſt. u. ſchw. Bb. wirken, aus— 
richten 82,2. 85,21. 86,41. 138,5. 
326,5. 332,7 (geschaft) ; anordnen, 
befehlen 130,1. 14. 256,32. 257,14. 
258,4. 347,16; einem etwas sch. «8 
ihm zukommen laffen, ausliefern 301, 
18 (schaften) ; einen los vder ledig 
schaffen, freilaffen 234,3. 264,21.22. 
schaim ft. m. Schaum 316,16. 
schalbort = schallwort , laute® in 
be Erregung gefprochened Wort 526, 
19. 


schankung, Gabe, Gefchent 25, 1. 
6. 324,2. 

scharen ſchw. ®b. davon scharen, 
fliehen, audreißen 214,23. 

scharwachter 325,1. 8. 14. 

schatzm. Werth 196, Anm. 1. 

schatzen einen, ihm ein Löſegeld auf 
legen 64,4. 72,37. 263, 14.264, Anm. 
1. 266,11. 329,2. 

schatzgelt, “örsgeld 12,38. 13,2.4. 

schatzmeszig Mj. fühig, ein Löſe— 
geld zu zahlen 267,11. 268 ,B.7. 

schatzung f. Löſegeld "264,16. 265, 
3. 7.10. 18. 24. 329, 3 x. 

schaufelf. 291,20.28. 317,10. 

scheffer, Schäfer 81,5. 91,31. 311, 
26; schefferknecht 91,31 ; schefl- 
hof 182,9. 187,10. 196,12. 202,8. 
210,24. 

scheibe ſchw. f. Wachsſcheibe 77,2. 3. 
Salzfcheibe 316,22 (I. 495 b). 

schen bj. ſchön 29,9. 


(I. 4969). 


Gloſſar. 


505 


schenk ft. f. Gabe, Geſchenk S3,2. | schneller m. was reide, 217,3 274, 


86,37. 
schenk ſchw. m. der Schenfe 256,14. 
schenken, im Part. mitu. ohne Rüd: 
umlaut: geschanckt 82,25; ge- 
schenckt 83 1. 


schenkkandelf.Schenttanne 25,46. 

schenkwein 28, Anm.7. 

scherergasze 25, Anm. 6. 

scherladen m. Laden der Tuchichee- 
rer 25,4. In den NP. 289: scher- 
gaden. 

schermbüchse, schermpüchse 
(in den Bar. schirmbüchse) Büchfe 
mit einem schirm (vgl. I. 496b). 47, 
17. 253,3. 290,13. 294,1. 6. 295,3. 
14. 296,2; es werden pleikugeln 
daraus gefchofien 296,10; fie liegen 
auf Gerüften mit Rädern 291,2. 

schetzen ſchw. ®b. dafür halten 26, 
15. 129,9. 

scheur ft. m. Becher 385, Anm. 3. 
Schm. III. 392. 


schicken etwas thun, audrichten 152, 
10. 153,10. 171,15. 177,25. 193,19. 
195,5. 197,16. 220,23. 230,1; mit 
einem zu schicken haben, eine Streis 
tigfeithaben 232,25. 29; einem etwas 
schicken, es ihm teftamentarifch ver- 
machen 14,4; sich schicken, fi ans 
ſchicken zu etwas 123,4. 204,4. 228,2. 

schickung, Anordnung, Bereithals 
tung 251,12. 

schieben ft. Vb. verlegen, verſchieben 
231, Anm. 1. 

schiedung, Trennung 167,5. 

schieszen fid) mit einem 186,6. 201,2. 

schilling, 20 sch.=1 gulden 16,9. 9. 

schiltwachef. (eigentlid) die Wache 
mit dem Schilde, in Rüftung) 66,32. 
324,14. 325,9. 14. 333,6; schilt- 
wacht 67,12. 


schiltwachen ſchw. Vb. 67,33. 
schiltwachten 25] ‚16. 

schiltwacher 325,7. 

schinden ft. Vb. die Haut abzichen 
256,20. 

schir Adv. bald, ſchnell 175,6; 528, 
35; alsschir, ebenfo 290,29; schirst, 
schirest, baldigit, nächſt 88,23. 90, 
14 und öfter; schürste 123, Ann. 1. 

schirm ft. m. Obdach 66,25. 

schirmmeister, {fechtmeifter 289, 
20. — Schm. IlI. 402. 

schlitz ft. m. am Mantel 14,10. 

schlitzprem ft. a. Berbrämung dee 
schlitzes 14, Anm. 4. 


| 7. 20. 275,2. 12. Baumeifterbuch 

193, 

schoffft.n. Schaf311,24. 25. schoff- 
fel, Schaffell 311,29. 

schollm. was gescholl, 83,12. 

schonberck n. f. smalentzisch. 

schöpfe ſchw. m. Schöffe 84,33. 

schoszer, der die Steuer (den schosz) 
einnimmt, ungefähr wie losunger, 
83,9. 11. Voc. : schoszgelt, dazman 

. einem rate gibt, exactio, tributum ; 

und Voc. vd. 1419: schoszer, exac- 
tor. (Schm. III. 410). Dal. auch Halt: 
aus 1646, Friſch II. 221 b. 


schoszgatter, schosgatter ft. 
n. Fallgatter an den Schtwibogen beim 
Ein: u. Ausfluſſe der Pegniß 17,16. 
280, Anm. 2. 312,13. Voc. : schosz- 
gatter oder schlagk, cassibula. 

schoswort, Worte die hin und ber 
schieszen , heftige, grobe Worte 358, 
Anm. 1. 

schranke f. Schranken um den Tur: 
nierplag 21,8. 9. 10; gleichbedeutend 
mit lantwer, 20,2. 4. 204,15 (scran- 
ken) 217,2. 4. 271,24 ff. 274,7. 10 
(schrenken). 327,13; dieschranken 
vor Kadolzburg, 223,15; vor Schwa- 
bach 492,4. 5. Vgl. planke. 

schreiben, aufjchreiben, verzeichnen 
249,15, Anm. 2, ein geschriben (ver: 
zeichneter) wagen 253,18. 

schrot ft.m. Pl. schröte, Klotz, Holz⸗ 
prügel 313,30. 

schrothacke, Holzhacke in der Küche 
317,11. 

schuffe fhw. f. Schöpfgelte 316,19. 
Voec. : schuffe, fundibulun:. 

schullen anom. Vb. follen, er schol 
89,20; man schol .307,16; schüll 
wir 89,40; scholten 300,16 x. Die 
Form schullen durchaus in der Beil. 
lage IV zum Lichtenburger Zuge. 

schult f. zu schulden komen, ftatt 
haben, der Fall fein 371, Anm. 2. 

schun bj. jchön 352 2. 3. | 

schüszerlingm. junger, aufgefchoffe: 
ner Menjch 82,2. Bgl.Voc.: schosz- 
ling oder neuling, novellus, oder 
paum die nochnicht getragenhaben. 

schüten, schütten ſchw. Vb. ab- 
laden 305,25. korn schütten, ablie= 
fern 299,27. 300,3. 331,4; ohne korn: 
301,11. 

schütmeister 287,1; er foll nad 
Buumeifterbuch 57,26 ff. der schut 


566 


(des Schuttes) allenthalben warten 
vor den thoren und ine der stat. 
segen ſchw. Pb. fügen 336,8; sege- 
paum 334,21. 

segen f. großes Zugnek 209,10. 489, 
11; abd. segina, Voc.: segeoder 
fischnetz, sagena. Schm. III. 212. 
Mhd. Wo. Il. 23%. 

sehe f. See 238,1. 

seid Adv. feit, jeither 36,15. 51,2. 4. 

seidel ft. n. 311,8. 313,23. 351,13. 
16. 352,2. Vgl. die bei vierteil ange: 
führte Stelle. 

seider Adv. feit 49,24. f. sider. 

sein anom. Vb. wir seind 73,19 (wir 
send ſchwäb. Form 371,9); die 3. 
Blur. lautet in der Regel sint, dane- 
ben.aud) seind u. sein 297,9. 10, im 
Partic. gewesen und gewest 5. B. 
S. 80. 334,15; (gebesen 79,27; ge- 
best 58,22); einem Dinge vor sein 
85,33. 87,25; auf sein, aufbrechen 
225,13, 

seint Adv. feit, mhd. sint. 

selb, in Berbindung mit Zahlwörtern 
j. B. selbander 82,33; selb dritt 
89,19; selb sechst 90,37; selbach- 
tend 59, Anm. 3. selbacht 87,19. 

selgeret ft. n. 312,1 „was von der 
Hinterlaſſenſchaft eined Verſtorbenen 
zum Heil ſeiner Seele einer geiſtlichen 
Anſtalt für Seelenmeſſen, Jahrtage u. 
dal. zufällt oder vermacht iſt“. Schm. 
III. 148. Mhd. Wb. II. 5746. Im 
Laitpuche Bl. 18b heißt es: ‘Der 
custer sol auch daz bewarn und 
dorzu beholfen sein, daz alle sel- 
gret und jarzeit und ander gots- 
dinst gentzlichen volbracht werden 
in dem gotshaus in aller ordenung 
und mainung, alz sie der stifter 
(Konrad Groß, der Stifter des neuen 
Spitald) und ander ersam leut ge- 
machet, gestift und geordent haben.’ 
Der Voc.: überfeßt selgerete durch 
testamentum, legatum. 

selig Adj. seliger frid 341,8. 11. 

selmessft. f. Meſſe für einen Berftor: 
benen 28,6. 52,21. 

semlich bAdj. fämtlid) 264,25. 267,5. 

setzen fhw. Vb. beftimmen, 26,7. 
einen bürgen setzen, ftellen 326,1; 
eine losung setzen 16, Anm. 9; den 
Preidsetzen, beftimmen 300,12 Ann. 
3. 303,3. 310,4. 350,13; Pferde an 
den Wagen setzen, ſpannen 255,28 
(anspannen 216,18) ; einem etwad 
setzen, auferlegen 20, Anm. 2. 243, 


Gtoflar. 


Anın. 1. 209,26. 301,12. 350,21; 
auf einen etwas setzen, es ibm an- 
heim jtellen 59,19; von einem setzen, 
von ihm abfallen 76,3. 

setztartsche f. 256,8 und Bar., 
gleichbedeutend mit pafesen. Frifch I. 
36°. 263. (1. 4978). 

seuversneider 80,27. 

sibent m. der zweite Gotteddienft für 
einen Berftorbenen,, welder am fie: 
benten Tage nad) der Beifegung ge 
balten zu werden pflegte; der lebte 
Seclengotteddienft wurde am dreißig: 
ften Tage gehalten, weshalb er der 
dreiszigst hieß 14,1 und Anm. 1. 
Schm. I. 410. II. 186. 

sich Adj. franf 351,1. 

sichern einen, ihm Sicherheit verbür: 
gen 148,10. 221, Anm. 1. 303, 9. 3. 

sider Adv. feit 35, A. 1. 44,26. 268, 
6. sidher 73,17. 

siechhaus, Krankenhaus 272,4; 
siechgraben , der beim siechhaus 
vorbei führende Graben 272,4. 

sigpuhelm. Sieghügel 112,24. 

sil, sill m. Geſchirr für Zugvieh 335, 
3.4. — Schm. 111.229. Frifch I. 277. 
Gr. Wb. I. 188 (Afterfül, Aftergefchitr). 

simbel Adj. rund 292,25. 

sinn ft. m. etwas zu sinne nemen, 
vornehmen, überdenfen 347,10. 

sinnen, an einen etwag, ibn um etwad 
angehen 34,1. 72,21. 

sinnig Adj. befonnen 399,13. 

sitzen, Ki aufhalten, anfäßig fein 
79,18. 30. 82,13. 85,11. 13. 15; mit 
haus sitzen 81,32; hinter einem sitzen, 
deſſen Hinterſaſſe, Untergebener fein 
78,2. 19. 92,5. 7. 9, ebenfo unter 
einem sitzen 83,26; ob einem Dinge 
sitzen, darüber eine Sikung halten 
244,8; wider einander sitzen 527,31; 
einem geseszen (gelegen) sein 76,13. 

slahen ft. Vb. von etwas slahen, zu: 
rüdfchlagen 67,21; das Vieh slahen, 
treiben 186,17. 21. 190,9. 260,6 
(vgl. anslahen) ; chlachten 260,20. 
309,4. 310,3. 28. 314,1; halt sla- 
hen, einen Hinterhalt machen 253,9; 
aus einem Dinge etwas slahen, her: 
ausbringen 305,9; fich für einen Ort 
slahen, fi) vor demfelben lagern 130, 
21; fi) mit einem slahen, kämpfen 
186,18. Dal. Schm. HI. 439 f. 

slahaus, Schlachthaug 310,27. 313,16. 

silahprucke ſchw. f. 309,8. 

slecht Adj. u. Adv. einfach, gewöhn⸗ 
lich, ſchlicht 14, A. 4. 85,30. 87,17. 





Gloſſar. 


89.26. 90,28. 32. 91,27 (neben? 
slechter solt auch: gemeiner solt 
92,18.) 178,24. 215,4. 233,25. 237, 
12. 268, Anm.2; gejchlichtet, Gegen: 
jüuß von kraus 81,2. | 

slichten ſchw. Vb. slecht machen, 
vergleichen 235, 16. 

smaheit f. Schmähung, Unbilde 65, 
Anm. 5. | 

smalentzisch, schonberck oder 
smalentzisch (beides Flein zu fehrei- 
ben) 77,3. 4. Daß darunter eine Art 
von Pelzwerk zu verftchen iſt ergiebt 
fid) ſchon aus dem voraus gehenden 
rauhe war: schonberck dürfte = 
schönwerk (vgl. Rauhwerk) alſo das 
ganze aufzulöfen fein in: schönes 
oder smalentzisches werk. Wahr: 
jheinlih find damit Zobelfelle (aus 
Smolensk?) gemeint. Einen Be: 
leg fann ih nur aus Mederd Han- 
delbuch v. 3. 1558 beibringen, in wel⸗ 
hem es Bi. 2a heißt: von dem 
Schmarentzischen werck oder 
Warlucko von 108 pelg giebt man 
12 Groſchen den Unterfänfern. 

smehe ft. f. Unbilde, Gewaltthat 
237,14. | 

sneien ſchw. Vb. ſchneien; anzumerken 
iſt das Perf. mit sein 79,5. 

sneller m. 274,19. 312,13 
schneller. 

snitzer, Bildichniger 267, Unm. 2. 

so, Relat. 126,27. 127,17. 264,16. 

solarium, al® m. Befoldung 310,12. 

solden, anwerben, in Suld nehmen 
128,34. 

sollempnitet, eierlichfeit 346,26. 

solner 83,31, ſonſt soldner vder 
söldner. 

sönen, ausſöhnen 346,8. 

speiser, der die Speifen anstheilt 
256,14. 

speislagel f. Faß für die Speisvor— 
räthe 317,2. f. lagel u. dag folgende. 

speisvaszn. 317,11. 

speiswein, gewöhnlicher Tiſchwein 
40,4. 

spengler m. Blechſchmied 507,28. 

spenne, Plur. von span m. Zerwürf- 
nis, Streitigfeit 529,4. 

spiser, spieser, Spießträger 247, 
2. 309,19. 486,11. 

spitalm. 12,3. 

spitelmaister, 344,23. 

spitz ſchw. f. Spike des Heeres, oft im 
Schlachtbericht der Beil. I. 

sprechen, entjcheiden durch rechtlichen 


was 


567 


Spruch 237,3, ebenſo: zu recht spre- 
chen 237,10; zu einem un etwag oder 
eines Dinges zu sprechen haben, eine 
rechtliche Forkerung an ihn haben 73, 

14. 126,19. 199,12. 528,1; für etwas 
oder für einen sprechen, Bürgfchaft 

‚ Jeiften, gut ſtehen 85,34. 231,1. 498, 
14.499,10. (vgl. versprechen); einen 
zu etwas spr. ihn dazu verleiten 75,15. 

spruch ft. m. Anſpruch, rechtliche For: 
derung oder Klage 123,8. 10. 124,16. 
25, 134,6.9. 17.20.30. 235,9. 237, 
6. 515,6. Byl. Schm. III. 558. 

stabslinge f. Schyleuder zu den feur- 
kugeln 255,23. 

stadel ft. m. 200,20. 216,15. 226,12. 
285,19. 298,16. 315,1; stedel und 
ander scheurn 198,3. 

stallung, Waffenftillftand 162,3. 4. 

statt. m. Stand 384,14. 

statt. f. Ort, Stelle, 38,5. 125,18. 
126,9. 16. 291,8. 308,21; stat tun, 
gejtutten 350, Anm. 1; nach seinen 
staten, wie es für ihn paßt 255,16; 
nach seinen stäten, an feinen Ort 
293,4; ze staten komen, helfen 330, 

‚22. 408,1$; von stat an, fogleid) 85, 
36. 86,8. 13. 87,45. 

stät Adv. beitändig 164,5. 

stathalter, Stellvertreter 47,4. 4. 

statlich Adv. (von stat, locus), was 
an feinem Orte ift, gehörig 75,38. 
136,3. 143,6. 244,24. 

statpanern. 9,9. 

stechen, turmiren 10,6; das Vieh 
stechen 314,1. 

stecken ſchw. Bb. ar. Form: slecko- 
ten 347,3. | 

steiglaiter f. Sturmleiter 256, 10. 

steinaxt, 256,2. Voc.: stainaxt, 
stainpickel oder schor, vanga. 

steinpüchse, die Steine ſchießt 291, 
6. 296,17.521,35. 36. 522,3. 4.7. 11. 

stellen intranj. ftehen, ſich ftellen 124, 
14 


sterb ſchw. m. anjtedende Krankheit, 
Peft 26,10. 341,6, Anm. 1. 

sterken, verjtärfen 325,9, sich st. 
115, 2. 

st&t Adj. beftändig 165,24. 

steur ft. f. Hilfe 136,17. 259,30. 293, 

. Anm. 1. Ä 

stock ft. m. Blod um die Füße Ge: 
fangener, dann das Gefängnis jelbit 
267,13. 20: Voc.: stock oder plock 
der gefangen, cippus, oder kerker, 
CarCcer, 

stöcken, in den stock legen 72,11; 


568 


fonft gewöhnlich: in den stock slahen 
3. B. ItemUlreich Kragen aber me- 
ren (audfragen) und sagt er nichts, 
so sol man in wider in die prisaun 
geen lassen und nicht in den 
stock slahen (Rathsmanual v. 
Fahre 1449 zum 22. Juli); oder: der 
müz aht tage bei dem stock 
sitzen NP. 65; vder: so sol man 
sie .setzen zu dem stock drei 
tage NP. 196; Voc.: stocken od. 
plocken, in stock slahen, setzen, 
legen: cippare, truncare. 
stockfisch 316,23. 334,23. 
stockgulden 268,3. 6. 
stockmeister, $erfermeifter, Auf- 
feher über die Kriegdgefangnen 264, 
2. 10. 265,5. 19. 27. 266,14. 23. 
267,1. 22. 26. 268,1. 3. 4. 
stollf. die Stola 28,13. 
stosz ft. m. Holjftoß 313,30. 327,6. 
(dad folgende aushawen ift zu tren- 
nen aus hawen, da aus zum vorher: 
gehenden do [daraus] gehört.) 
stoszen, dad Feuer in die Häufer sto- 
szen, fie anzünden 66,16. 
straufen ſchw. Vb. ftreifen 63,4. 90, 
42. — Schm. III. 683. 
‚streitpaniern. 346,19. 
strenglich Adv. ftrenge 67,11; knapp 
492,3. 
strol m. Pfeil, ald Zeichen auf dem 
Geſchütze 253.4. 290,13. 292,10. 12. 
15. Voc.: stral, sagitta. 
stübich ft. n. ein Faß, etwas darein 
zu paden u. über Land zu führen 296, 
20. — Schm. III. 605. Friſch II. 350. 
stückmeszer, zum Zerftüden, Tran 
hiren des Fleiſches 316,6. 
stulschreiber, der für Rechtspar—⸗ 
teien Schriften verfaßte 511, Anm. 3. 
— Schm. III. 633. . 
stumpfellot Adv. st. unter den 
augen, mit ftumpfer Nafe 79,28. 
stunt f. Beitpuntt, Mal; zwir oder 3 
stunt, zwei oder drei Mal 67,23, un- 
terstunden Adv. bisweilen 78,10. 
22. 34. 80,29. 81. 24; zu stunden, 
allfogleich 327,24; ebenſo von stund 
an 328,27; von stund 329,5. 
sturm ft. m. zu sturm gehen an etwas 
65,4. 66,12. 
sturm f. Sturmglode 85,35. 
stutze ſchw. m. Stutzglas 317,5. 
suchen, bejuchen 140,16. 20. 24. 198, 
6.8. 10. 13. 238,2; unterfuchen 333, 
9; feindlich heimfuchen 131,9. 202,20. 
sumer, sümerft. n. (in der Hf. A* 


Stoffar. 


auch somer) ein ®etreidemaß (=? 
säcke 307,1) 16,12. 23,14. 26,3. 
300,1.2.3.6.9. 350,15. 22 und feht 
oft in der 28,30 und 38. Ordnung 
(1. 498). 

sun ft. f. Berföhnung 127,20. 

sunbenten, sunbenden Pl. Som: 
merfonnenwende 24,1. 227,5. 228,13. 
18; sunbentabent (23. Juni) 228,16, 

sunder Adj. befonder 204, Anm. 2. 
258,23. 259,12. 262,7; Adv. 258,24. 
261,35. 262,8. 

sunderbar, sunderwarMv. be 
fonders, vorzugsweiſe 256,24. 315,9. 
336,24 (und Par.). 

sundern, sünderen, 
76,22. 337, Anm. 5. 

sundersich Adj. mit einer anjteden- 
den Krankheit, befonders mit dem Aut: 
fate behaftet 341,13. — Schm. III. 
268. 


sunst, sünst Adv. fonft: 22,4. 127, 
14. 196,11. 330,2; sünst 14, Anm. 1. 
ebenfo: 

sust, süst 45,4.50,4. 125,1. 151,10. 
152,12. 22. 154,13. 158,18. 169,2. 
11. 171,18. 175,19. 180,12. 187,11. 
21. 189,27. 196,16. 202,2. 203,2. 
208,13. 209,12. 210,26. 218,2. 258, 
27, 260,8. 31. 270,4. 276,34. 277, 
13. 282,6. 283,1. 300,13. 309,11. 
315,17. 337,1. 346,11. 350,1. Da 
Umlaut diefed aus dem mhd. sus (fo) 
entwidelten Adv. kommt auch noch 
mundartlich vor, vgl. Schm. III. 282. 
8. 246. 

sweher ft. m. Schwiegervater 493,35. 
494,28. 528,36. 

sweinen Adj. vom Schweine 316,13. 

swer Adj. ſchwer, fchwierig 306,18. 19. 

sweren ft. Vb. ſchwören 3. B. 86,31. 
148,9. 11. 

swind Adj. unruhig, gefährlich 397, 
18. — Schm. II. 540. 

swipoge ſchw. m. Schwibogen 251.3 
(Bar. swigepoge) 280,6 fi. 325,2; 
in der Hf. As immer: schwinbogen. 
Vgl. swynbogen im Gloff. zum Bau 

meiſterbuch. 


Tag Pl. tege 127,8. 24. 128,14; Zu: 
fammentunft,, Unterhandlung zc. ſehr 
oft in der „Borred“ u. „Richtigung“, 
Termin, einem tag geben z. B. 173,6. 
265,1. 

tagen ſchw. Vb. einen tag (Termin) be⸗ 
ftimmen; anzumerfen 3. Perſ. teget 263, 
13. 268,8; Partic. getegt 179, 9.1. 


abfondern 


Gloſſar. 


tagmess ft. f. die Hauptmeſſe des Ta⸗ 
ged, dad Hochamt 28,7. 29,9. Nach 
dem Laitpuche BI. 74% sol man alle 
heilig tagzu der tagmess orgelen 
untz auf daz ewangelii. 


 tagwerkft.n. eine Fläche Land von 
40000 Auadratfußen 16, U. 9. — 
Mhd. Wb. III. 590 ®. 

taigk ft. m. 305,15. 17. 

tälang Adv. für diefen Tag, an diefem 
49,12; zufammengezogen aud tage- 
lanc, mhd. Wb. I. 931. Ä 

tamsail ft. n. (Bar. tan- dan- ton- 
spansail) 252,16. Zunächſt könnte 
tamsail Hemmſtrick bedeuten (vom Vb. 
temmen, hindern; die Hf. « hat es 
aud) jo aufgefaßt, indem fie spansail 
lieft, f. Spannftrid u. Spannfeil bei 
Friſch I. 292° und Schm. III. 224), 
doc kommt für unſer Wort wol fol- 

ende Stelle aus F. 5. Brechteld Büch- 

Fenmeifteren (Nürnberg 1599 208: D. 
DI. 412) in Betraht: „Die kugel häf- 
ten oder verthbammen: Made von 
heu oder welches vil befjer, auß alten 
von einander gezognen failen einen 
rang, der etwas gefeucht ſey, mit dem 
verthbamme rings umher mit dem 
thamm= oder ftecheyfen die kugel fein 
gleich und wol veſt.“ 

tarraszpüchse 47,12. 157,20; tar- 
raschpüchse 296, Anm. I, j. dar- 
raszpüchse. 

taugen, anom. Vb. Prät.docht 311,4. 

taunweczschel m. 23. 1. 4982. Das 
zu ift nachzutragen, daß Nr. 54 der von 
Keller herausgegebenen Faftnachtfpiele 
(1.468 ff.) von dem tanaweschel des J. 
1414 handelt: Hie hebt sich an ain 
guot vasnachtspil von eim siechtag, 
den hies man dentanaweschel, 
der was uberall in allen teutschen 
landen. — Der siechtag was in dem 
monat februario anno domini qua- 
dringentesimo quarto decimo.) 


techandm. Decan 337, Anm. 5. 

teidingf. (audtagedinc contrah.) Ver: 
handlung, Tagſatzung 150,20. 155, 
13. 234,13. 235,22. 236,5. 328,13; 
teigding 526,20. 

teidingen ſchw. Vb. (= tegedingen) 
unterhandeln 38,9; von etwas getei- 
dingt werden es in Folge einer Unter: 
handlung aufgeben 166,13. 

teidingsleute Pl. von teidingsman 
der unterhandelt, vermittelt 235,21. 
236,9. — SHaltaus 1775. 


569 
teurung, eine teurung mit dem korn 


tischlach.n. Tiſchtuch 317,5. 

törrot Adj. thöricht 75,14; mhd. tö- 
reht, töroht. 

torwart, torwarteru. torwart- 
ner 284,20 u. Var., Thorhüter. 

trabant ſchw. m. (von traben) Fuß: 
foldat, wechielt mit fuszgengel u. im 
Pi. mit fuszvolk, 157,18. 159,15. 
22. 160,2. 20. 185,17. 249,14 ff. 
348,19. 

trawen m. Bertrauen 136,19. 

trawen ſchw. Vb. einem um etwas 
308,23. 


‚treffen ft. Vb. mit einem, mit ihm 


feindlih aufammentreffen, Tämpfen 
112,4. 184,7. 197,8. 203,24. 201,5. 
11. 214,22. 217,21, nachdem und 
getroffen ward 491,30; treffen n. 
im treffen und streiten 492,1. 

treffellichAdj. trefflich 86,44; trref- 
fenlich Adv. 329,31. 347,4. 

treid, treit, traid ft. n. Getreide 
110,14. 125,23. 157,9. 171,7. 180, 
1. 185,16. 260,2. 322,6. 

treisigst f. sibent. 

trennen, Prät. mit Rückumlaut tran- 
ten 181, Anm. 2. 

triackesm.Theriat 26,17; mhd.triak, 
ſchweiz. triax Stalder J. 303, von gr. 
Inoıexos. Voc.: tryackers, tyriaca. 
— Gr. Wb. IE 1373. 

trinkgelt 11, Anm. 6. 306,6. 11; 
f. bibales. 

trost fl. m. Ermuthigung, Zuſagen 
von Hilfe 128,9. 330,19. 331,1. 
Schm. 1. 501. 

trösten fidh einer Perfon oder Sache, 
fid) darauf verlaffen 126,24; drosten 
526,19. 

trostlich Adv. muthvoll, voll guten 
Muthed 223, Anm. 2. 

trostung, Bürgfchaft 524,37. — 
Mhd. Wb. III. 117 b, 

truhe ſchw. f. Kifte 292,5; dim. trüch- 
lein 253,5. 

trum ft. n. Pl. trumer, Stüd 18,9. 

trupfe ſchw. m. Traufe 307,17. 

tuch ft. n. Pl. tuche 28,12. 

tüchein Adj. von Tuch) 89,36. 

tüglich, tügelich Adj. tauglich, 
brauchbar 249,12. 16. 

tun anom. Vb. anzumerken find folgen- 
de Formen: Infin. ton, thon: 125, 
7. 139,15. 143,13. 167,14. 199,11. 
203,14. 236,27; tan: 128,30. 259, 
14; getan: 130,19. 412, Anm. 4; 








570 


er tüge, thue 516,14; sie tügend 
tbun 516,26. Gerund. zu tund 
335, Anm. 2 516,14. PBartic. tan 
12S,7. 25. 139,4. 164,31; ton 349, 
13. 16; thun 84,42. 262,19 (und 
jo noch jegt in der Nürnb. Mundart: 
ich hab thun) ; sich tun ausz dem 
stellein, einen Ausfall machen 66,6. 

tunne ſchw. f. Tonne 47,13. 294,3. 
316,24. 25. 

türlein 310,21. 

turnm. Thurm, oft in der 20. Ordnung, 
dimin. türnlein 279,25. 26. 256,22; 
turner, Thürmer 10, Anm. 7. 264,12, 
280,17. 251,1. 282,13; im Bl. auch 
mit Umlaut türner: 248,4. 281,16. 
262,13. 

turneyn. Turnier 25, Anm. 6. 

tü unen ſchw. Bb. in den Thurm legen 
‘ [4 

turnenhoffm. Turnierhof 25,9. 

turnir m. Turnier 25,2. 

turrenanem. Vb. wagen, fich unter: 
fteben, er tür 75,26; er türre 525,7; 
Prüf. dorst 325,26. dorsten 307, V. 
23. torsten 153,24. 154,2. 222,24. 
319,9. | 

twinger, was zwinger 247,22. 285, 
6. und dazu Anın. 4. 

Über Adv. übrig 88,4. 

überfaren, übertreten 18, Anm. 2. 

überfriesen jt. Bb? zugefrieren 11,6. 

übergreifen einen, überfallen 515, 
26. 

überkummen, übereinfommen 59,2; 
(ubereinkumen 84,23). 

überlast ft. m. Ueberladung, zugroße 
Anftrengung 525,25. 33. 

überslahen, berechnen 186,30. 495, 
W. 

ubertecken, die Leiche mit fojtbaren 
Züchern bededen 14,8. 

überzeugen, durch Zcugen überfüh- 
ren 262,35. 

umb:Präp. mit Dat. wegen 264,23; 
von 294,14. 

umbgien, herumgeben 301,7. 

umbgraben, mit einem Öraben uns: 
geben 180,7. 

umbhang ft. m. Umhang, vorzuyd- 
weile ein zur Berzierung an die Wand 
gehängter Teppich 45,6. 

umbslahen eimen, ibn austrom: 
mein, fein Bergehen öffentlich verfün- 
den lajjen 261,14. 

umbsust Adv. umjonjt 264,21. 267, 
1. umbsüst 308,13. 


GSloflar. 


ummer bp. ringaum 228,7. 

unbeleidigt Partic. unangefodhten, 
ohne Schaden 151, Anm. 2. 

unberecht, unberechtet Partic. 
was nicht vor Gericht, nicht zur Ver: 
handlung gebracht wird 234,22. 235,8. 

unbesorgt cined Dinges, ohne Rüd: 
jiht darauf 72,10. 75,33. 

unbestriten, ohne Kanıyf, ohne an- 
gegriffen zu werden 349,7. 

unbewart, ohne bewarung eingelegt 
zu haben 63,10. 72,10. 

und, Relativpartifel 311,30; beſonders 
nach nachdem und darnach: nach- 
dem und 158,9. 181, Anm. 2. 261, 
18. 267,8. 29. 305,10. 306,11. W. 
310,11. 324,16 (auch nachdem als 
291,15); darnach und 185,10. 247, 
17. 248,26. 267,9. 314,23. 339,6. 
341,1. 

under — |. unter. 

under für unser 63,9. 83,19 ſodann 
häufig in den Handfchriftenreihen A 
und B (j. 174, ®. 12 u. 350,9. 2, 
jowie den Abſatz 203,6 — 208,1). 
Eine Erklärung diefer merkwürdigen 
Form verfuchte ich ſchon im Gloſſare 
zum Baumeifterbuche, die ich hier nur 
wiederholen fann: Aug unser ſcheint 
zunächit eine affimilirte Form unner, 
uner (wie man fie noch in Nürnbeig 
hört, vgl. auch Schm. Mundarten 
Bayern? 8. 660) und aus dieſer durd) 
angefügted d die Form under entftun- 
den zu fein (vgl. oben schenkkan- 
del). Auch in den sette commani 
tommt ündar ftatt ünzar ver, |. 
Schmellerd cimbr. Wb. ©. 46 Nr. 6b. 

unerfolgt alles rechten, ohne daß 
der rechtliche Weg betreten, ein recht⸗ 
licher Ausspruch erfolgt ift 72,9. un- 
ervolgt 143,9, unerfolt 338,12, un- 
vervolget 136,6. 

unerfordert alles rechten 63,10. 
12,9. 

unerklagtallesrechten 72,9.358,11. 

unerlangt allesrechten 63,10. 143,9. 

unfreuntschaft, Feindfchaft 269,25. 

unfuer, unfur f. (Bar. ungefuer), 
üble Aufführung, Unfug 325,2; ſchlechte 
Art, mit der etwas geführt wird 336, 
21. — Haltaug 1930. 

ungehorsam f. 166,30. 

ungelimpf 129,15. 198,30. 119,7; 
f. gelimpf. Ä 

ungeltn. Abgabe für Wein 21,5. 

ungesaumt, nicht aufgehalten 303, 
24. 


Gloffar. 


ungeverlich Ab». ohne böſe Abficht 
75,18. 76,14. 166,2. 

unklaghaft, einen seiner müe un- 
klaghaft halten, ihm feine Beran: 
lalfung zur Klage wegen fchlechter Be: 
lohnung geben 306,13. Haltaus 1943. 

unlaszlich Adv. uncrläßlich 166,32. 

unlustig, widermwillig 67,14. 

unmusz ft. f. Beichäftigung 267,29. 

unrat ft. m. Unbeil 60,15. 23. 163, 
12. 21. 221, Anm. I. 267, ®. 29. 
409,9. 

unflatft. m. 264,14. 

unslit, ünslit ft.n. 175,18. 314, 
12.13. 

unterhälben Adv. 273,12. 

unterkeufel it. m. Zwiſchenhaͤndler 
287, V. J. 

unterko men, verhindern 139,22. 

unterkuchenmaister 310, —F 

unterscheiden einen eines Din 
ihn dazu anweifen 277,27. — ne 
Wb. III. 1016. 

untersten etwas, verhindern 163,13. 
168,6. 352,4. 371,6, sich eines Din- 
ges, ed unternehmen 267,4. 495,16. 

untertanm. 133, Anm 1. 

unterwachsen, "vum Haare, ges 
mifcht 60,26. 

unterweilen Adv. bisweilen 412,3. 

unterweisen ſchw. Vb. mit Wechiel- 
reden zurechtweifen 127,25 ; fich einem 
unterw., fich zu ibm fielen 127,22. 

un terwinden fich eines Dinges 143, 

304,23 ; ebenso: 

unierziehen fich eined Dinges, es in 
Befig nehmen 233,10. 295, Anm. 6. 

unverdingt Adj. ein unverd. tag, 
an den man durd feinen Vertrag ge- 
bunden ift, ‘Privatunterhandlung 161, 
17. 162,31. 161,15 (Bar. unverpun- 
den) ; Adv. unbedingt. ohne Einrede 
232, 26. WU. 

unverdingtlich Adv. durch private, 
gütliche Ausgleichung 142,3. 

unvervolget/j. unerfolgt. 

unz (unez, untz) Präp. u. Conj. bie 
(und mit diejem wechjelnd) 20,1. 24, 
2. 25,6. 34,8. 44,27. 86,14. 165,31. 
270,10. 11. 16. 18. 271,4.5. 273, 
17. 274,3. 13. 308,5. 351, Bar. 9:c. 

unzelegt, nidht auseinander ‚gelegt 
307,14. 

unzerlidet, nicht zergliedert 364, 15. 

urfehde ft. f. eidliche Berficherung 
268, Anm. 2. 235,11. Voc.: urfehde 
ist ein gelubde mit ayden oder mit 
burgen, das ein schulde oder ver- 


571 


handel nit prechen wil, juramen- 
tum de non vindicando. Schm. 1. 
580. Friſch I. 409°. Haltaus 2000. 
urkund m. 167,6. 
urlaub ft. m. Entlaffung 307, B. 23; 
verfürzt urlab 349, Anm. 5. 


Wä, wo 189,16. 529,16 u. ofter. 
wachsen, in krieg wachsen, zum 
Kriege werden 124,5; an einen wach- 
sen, zu ihm gelangen, ihm gemeldet 
werden 221, Anm. 1. 

wacht f. 335, Anm. 2. wachter 284,7. 
wagen Pl. wegen 305,22. 306, 1626. 
wagenburg f. 252,11 ff. 309,10. 
wagenholcz, woraus Bagen ge⸗ 
macht werden 334,19. 

wagenman, Fuhrmann, Pl. wa- 
genleut 10, Anm. 1. 188,13. 202,17. 
253,29. 260,30. 317,9. 349,1 (fur- 
leut 185,15). 

w agenpüchse, wie die karrenp. 
auf Rädern und nur größer als diefe 
181,19. Anm. 2. 252,14. 290,1. 
Bol. 21,2: I gros puchsen —* 
wagen. 

waidasche ſchw. f. Aſche aus ge⸗ 
brannten Weinhefen, beſonders zum 
Gebrauche der Maidfärber 89,22. 
Schm. IV. 23. Frifch II. 417. 
walhe ſchw. m. Wälfcher 21,8. 
walstatſt. f. 459,7. 492,6. 

walt ft. m. Pl. weld 270, Anm. 2. 
298,23. 299,15. 337,7; über walt, 
über den Böhmerwald 36,20. 67,20. 
wandel ft. m. Genugthuung, Buße 
13,28. 

wan, wann Gonj. denn 17 ‚3.7. 24. 
3. 25, 13. 126,22. 131,30. 133,11. 
155,2. 185,13. 193,32. 199,7. 201, 
21. 264,21. 271,18. 307,15. 18. 
310,10 2. 
wann dv. von wannen, woher 340, 
10. — Mhd. Wb. 111. 504. 
wapner was wepner 522,18 ff. 
warnen den Schaden, verhüten 321,7. 
380, Anm. 1 

warnung 34,14. 243,1 ff. 

wart f. Wache, Bewachung 184,9. 195, 
20. 212,14. 223,27. 284,8. 298 ff. 
314,10. 

warten eines Dinged, darauf achten, 
ed bewachen 255,27. 250,3. 307,18. 
317,10. 349,1; ebenfo: zu etwas 
warten, 307,18; auf einen warten, 
ihm auflauern 485,11. 189,27. 228,1; 
ihm gehorchen, öfter ©. 520. 


572 


wartman, ®l. wartleute 196, Anm. 
1. 298,18. 299,11. 

warzeichenn. 244, ®. 19. 283,8. 
16. f. wortzeichen. 

wät ft. /. Kleidung, rauhe wät, Pelz: 
wert 18, Anm. 2. 

wechsel ft. m. Geldwechſel 37,28. 

wechsen Adj. von Wachs 28,11. 

weck, wegk Adv. weg, fort 193,16. 
199,22. 201,11.18 x. 

weder Conj. als 257,21. Schm. IV.30. 

ween = wænen, glauben 181,3. 

weg m.vonweg, fort, feitwärtd 313,2. 

wegen ft. Bb. intranf. Gewicht haben, 
Prät. wug 305,15. 308,16; wugen 
305,16. wag 4116, Anm.1; tranf. dag 
Gewicht beftimmen. Prät.wug 311,27. 

wegig Adv. beweglich 155, Anm. 1. 

weidach n. Collect. Ort, wo viele 
Weiden ftehen 155,6. 

weilft. f. Zeit 259,6. 261,35. 336,11. 
530,18. 

weinruffer 28, Anm. 7. (I. 5008). 

weinwachsn. Weingarten 16, 4.9. 
Ez sol auch ain ieclich burger ver- 
losungen sein weinwachst, ai- 
nen ieclichen morgen für sechs 
schilling gülde. NP. 16. Mhd. Wb. 
III. 493 b. Schm. IV. 14. 

weis Adj. 148,17. f. die Bar. 

weisen ſchw. Vb. zeigen (zaigen 44,7). 
302,11. 341,15. 17; anweifen 38,5. 

weisung 45,5. (= zaigung 44,7). 

weitzen Adj. von Weizen 304,3. 4. 
350,20. | 

wellen,. wollen 39,20. du wild 291,7; 
wilt du 527,25; es well 38,15; ir 
wollent 371, Anm. 2. 

welt, alle welt, alle Leute 24,16. 
Schm. IV. 74. 

wenden den Schaden, abwenden 350, 
Anm. 1. 

wepner, Gewaffneter 10, Anm. 7.21, 
10. 50,2 u. öfter auf S. 522. Voc.: 
weppner, armiger, armiductor 
Schm. IV. 120. 

wer, weerft. f. Wehr, Bertheidigung 
86,10. 243,3. 249,16; Bruftwehr 155, 
13, Waffe 253,23. 257,24. 258,17. 

werben (berben) ft. Vb. unterhandeln 
221, Anm. 1; ein botschaft werben 
380, Anm. 1; den fromen werben, 
den Nutzen befördern 324,8. 380, A.l; 
anwerben 128,28. 129,8. 20. umb 
den solt werben, als Söldner eintre- 
ten wollen 87,35. 38. 90,3; von ei- 
nem oder einem werben, für ihn 
89,22. 90,4. Ä 


Glofſar. 


werden, 3. Perf. wirdet 276,6. 15. 


22; ir werdent 371, Anm. 2; mit 
Snfinit. 178,10. 196,19. 488,25; in 
der Bedeut.: eingenommen, gelöft 
werden 35, Anm. 1. 

weren, mit wernder hant,, tämpfend 
176, V. 23. 495,17. 

werk ft. n. das grosze werk, grobe? 
Geſchütz, Kanonen 276,7. 277,15. 
278,3. 14.26. 285,2. 286,10. 291,2. 
296,22. Voc.: wercke oder pleyde, 
tormentum. 

werkleute Pl. von werkman, Sand: 
werter 34,11. 256,12 (hantwerckleut 
256,16). 

weritlich Adj. weltlich 347,11. 380, 
Anm. 1; werntlich 165,11. 347, 
B. 11. 515,32. 

werung 16,12 u. Anm. 8. 

wesenlich Adv. wes. sitzen, mit 
Haus und Hof anfäpig fein 123, 1.1. 
Schm. IV. 175. 

wetter ft. n. Gewitter 11,9. 15,12. 

weu, umbweu, un was 133,15; alte 
Snftrumental ; mhd. wiu. Vgl. Schn. 
IV. 3. 2. 259. 

wicken #l. 319,31. 

wider Adv. zurück, entgegen, wider 
geben 75,23; wider tragen 258,5; 
widerfaren , zu Theil werden 310,2; 
wieder gen, begegnen 129,7, wider- 
kerung 84,42; widerrechen, gegen 
feitig abrechnen 311,21; widerrede 
230,17. 231,13. 

widerlegung, Entſchädigung 528, 
15 


widertail ft. m. ©egenpartei 233, 
Anm. 6. 492,34. 498,12. 

wild Adv. unordentlich 304,25. 305,4. 

wildbant=wildbann, Jagdrecht 138, 
12. Vgl. Gr. Wb. I. 1098 Nr. 3. 

willen ſchw. Bb. dewilligen 84,44. 

winig, wenig 268, ®. 7. 

wismat ft. n. Wieſe 16, U. 9. 

wiszen, (Inf. wieszen 332,10), im 
Prät. west, Partic. gewiszt z. 2. 
129,1. 131,14; auch gewest 331,21. 

witib 18,15; wittib 237,14. (Bar. 
witwei). 

wolle ſchw. f. 311,30. 

wollen ſ. wellen. 

wolreitend 64,14. 335,7. wolwer- 
bent 335,9. 

wortzeichen n. Loſungswort, Pa- 
tole 41, Anm. 1. 89,9. 244,19. 283, 
16. — Schm. IV. 166. Friſch II. 457°. 
Mhd. Wb. III. 864. 

wullin Adj. von Wolle 14, Anm. 4. 


Glofſar. 


wurzft. f. Pl. würz, Gewürze 268,4. 
317,2. 

wurzweich f. dad Feſt Mariä Him- 
melfahrt 10,4. (I. 501 ®). 


Zalen, augliefern (die Beute) 261,21. 

zantft. m. Zahn, den ezande 13, 4. 
6; f. zon. 

zaum ft. m. auf sein selbs zaum au®- 
ziehen, auf eigene Koften 47,10. 

zech f. zech zur hochzeit, Hochzeit?: 
ſchmaus 5, Anm. 3. 

zechet Adv. der Reihe (zeche) nad 
275,27. Mhd. Wb. II. 859%. — 
Schm. IV. 219. 

zedelf. Zettel262,14. 18. 35; dimin. 
zedelein 262,10. 

zehent m. das 10. Stüd des erbeute- 
ten Viehed 311,5. (die zehenden küe 
308,13. dazzehent haubt 311,4.10). 

zeichnus f. Perzeichnid 248, Anm. 4. 
337, Anm. 4. j 

zeidelgericht, vor welchem die Kla- 
gen der zeidler (Bienenzüchter) vorge: 
bracht werden 15,10. Nah Frifch I. 
469° gehörten zum Feuchter Zeidelge- 
richte 50 Zeidelgüter. Weber die Ab⸗ 
ftammung des Wortes zeidel (Bienen- 
ſchwarm) ift man noch im Untlaren. 

zeigerft. m. Signal 298,9. 16. 18. 

zeitig Adj. reif 165,13. 

zelen, einem etwas in übel zu zelen, 
es ihm ald Fehler anrechnen, zur Laft 
legen 199,3. 

zeren dw. Vb. fih aufhalten, leben 
18,12. 79,22. 36. 80,12. 81,7. 10. 
34 (auf diefer Seite auch öfter dag 
fynon. ligen) 82,5; sein aigen gelt 
zeren, auf eigene Koften leben 81,1. 

zerliden ſchw. Vb. zergliedern 384,21. 

zerung, einezer. tun, verzehren 44,14. 

zetelft. f. was zedel 53,11. 247,20. 
261,6; jhw. 80,36; dim. zettelein 
347,17. 

zettelen ſchw. Vb. aus der rug zet- 
telen, durd) die rugzettel etwa erfor: 
fchen, herausbringen 261,33. 


zetzen ſich mit einem, (eigentlich: ihn 


neden, reizen,) mit ihm ſcharmüzeln 
174,8. 216,7. 228,6. Mhd. zecken 
reizen (zöcken n. Scharmüßel) wovon 
unſer zetzen eine Intenfivbildung ift 
= zeckezen; kärnt. noch zeggaz’n, 
zegez’n neden, 2.263. Vgl. auch Schm. 
IV. 297 und oben gereitz. 

zeug ft. m. Rüftung und Waffen aller 
Art, Geſchütz (f. Ordnung 10 und 11.) 


573 


47,14. 149,15. 20. 150,15. 151,2. 
181,19. 245,16. 297, Anm. 4. (mit 
zeugen). 294,27. 295,12. 18. 296, 
7.15. 297,7 x.; der gereisig zeug 
Reiterei 151,14. 152,11. 153,9. 349, 
8; zeug der wagenburg 252,11 ff.; 
Handwerkszeug 256,16. 316,6; zeug- 
buch 245, Anm. 4. zeugmeister 245, 
15. 255,17. | 

zeugen=zeigen 12,10. Ä 

ziehen, sich zum krieg ziehen, zum 
Krieg werden 163,20; einem etwag zu 
ziehen, beilegen, unterjchieben 133.27. 

zigensmit (aud) zygensmid) 507,27 
Zeugfchmied (der Handwerkszeug ver 
fertigt), Zirkelfchmied ? 

zilen einem, ihm die Zeit bejtimmen 
90,14. . 

zimern. Zimmerholz 200,25, zimer- 
.holcz 334,20. . 

ziminröre ſchw. f. Zimtröhre 316,27. 

zimlich Adj. geziemend, gebührend 
285, Anm. 1. 

zirheit f. Pracht, Herrlichkeit 22,2. 
24,9. 

zon ft. m. Zahn 13,4. 

zorn, zorn thun, verdrieifen 124,17. 

zu Präp. für bei 20,10. 11. 205,4. 

zu Präfir vor Verben = zer: zudren- 
nen 120,34; zuhacken 195,29; zu- 
reiten (zerreiten, augeinander reiten) 
197,17 494,15; zusmelczen 316, 
13; zusneiden 305, Anm. 5, zu- 
schneiden 283,13 ; zustoszen 67,11. 
(1. 501 b). 

zuber ft. m. Pl. züber 316,17. 

zubeschaiden, zutheilen, zufom: 
men laffen, öfter auf ©. 520. 

zucht ft. f. Artigkeit, Höflichkeit 137, 
8. 18; züchtiglich Adv. mit Anftand 
316,12. 

zueignung, fid) von einem zueignung 
thbun, von ihm etwas, eine Abgabe, 
fordern 268, V. 2. 

zufaren, an etwas gehen, unternehmen 
‚306,25. 

zug ft. m. Pl. züg, Kriegszug 3. B. 
306,18. 20. 309,16. 349,2. 

zugeriden ſ. zureiten. 

zugien, zugehen 167,18. 

zukomen, zu etwas kommen; nit zu- 
komen, Schaden erleiden 309,14; an 
einem zukomen, von ihm entfchädigt 
werden 267,27. 

zulugen, aufpaffen 284,17. 

zulegen einem eined Dinge, in einer 
Sache für ihn Partei nehmen 127,30; 
helfen 528,6. 


574 Gloſſar. 


zulegung, Hilfe 73,29. 76,29. 514, 
12 


züntloch 254,20. 23. 

züntpulver 255,26. 

zureiten, zurechnen, PBartic. zugeri- 
den 266,9. 

zurichten, bereit maden, in Ord- 
nung jeßen 291,11; sich zurichten, 
rüften 126,8. 

zusagen eine Dinged, jeine Zujtim- 
mung geben 167,19; einem etwas, 
berichten 259,17. 

zusatz ft. m. Beihilfe 245,14. 246,10. 

zuschaffen ft. Bb. zuordnen 256,32. 

zuschreiben, ſchriftlich zuſichern 
75,12. 

zusetzen einem, helfen 409,7. 

zuschub ft.m. heimliche Hilfe, Begün- 
ftigung 78,24. | 

zuschutz, von einem zusch. haben, 
in deſſen Schuß fteben 78,13. 

zuslagen sich, zugefellen 315,4. 

zusliszgelt, dag die Kriegsgefange— 
nen dem Gefängniswärter zahlen muß- 
ten 264,13. 

zusten, zuXheil werden 213, Anm. 2; 
angehören, zuftändig jein 149,9. 167, 
12. 315,4. 

zweifeln, mir zweifelt 485,34. 529. 
11. 

zweintzig 196, Anm. 1. zwenczig 
349,13. 

zweu, Neut. 324,11. 16. 327,20. 

zwien Nom. u. Accuſ. masc. 199,22. 
245,15. 246,1. 330,17. 

. zwifel m. Zwiebel 316,24. 

zwinger ft. m. was twinger, der 
Raum zwijchen der innern und äußern 
Stadtmauer 21, Anm. 1. 260,3. 277, 
5.6. 279,26. 256,12.18. 287,5. 288, 


17.25. 289,15 2. 16. Schloßmauer 
66,30. 


zwir Adv. zweimal 67,23. 257,21. 


260,27. 


zwirel 254,22. Jeder Büchjenmeifter 


muß ein zwirel oder drei haben, 
um, wenn ihm ein Zündloch vernagelt 
wird, ein neued machen zu fünnen. 
Das Zündloch war mit Stahl gefüttert 
und eingeihraubt und mußte, 
wenn es vernagelt wurde, heraudge: 
fhraubt werden, um ein neue ein 
jeßen zu können. (ſ. Kriegskunſt von 
5. 53. v. Wallbaufen, Hanau 1617. 
8.75). Unter zwirel (ein zwirel oder 
drei ift foviel ald etliche zwirel |. 
Gr. Wb. I. 114: ein tag oder drei) 
haben wir alfo wol das Werkzeug zu 
verftehen, womit das vernagelte Zunt: 
loch herausgefchraubt wurde. Pal. 
mb. twirel twirl m. (twirel verbält 
ih zu zwirel wie eben twinger zu 
zwinger), was fich ſchnell berumbrebt 
oder herumgedreht wird, (mhd. Mb. 
Il. 165b); bayr. der Zwirel Uns 
rührlöffel Schm. IV. 307. und ki 
Adelung IV. 1793: der Zwirl, kai 
den Kunſtdrechslern eine ſtählerne 
Spindel mit drei ſcharfen Spigen, due 
Holz, welches man drechfeln will, dars 
ein zu fchlagen; ferner der Zwirl- 
bohrer: ein Werkzeug mit einerjchar 
fen Spipe und zwei fchneidenden Sei⸗ 
ten, vorgebohrte Köcher damit zu cr: 
weitern. 


zwischen Präp. mit Genit. 164,15. 


528,12. — zwischent 516,9. 


zwitracht ft. f. Plur. zwitrechte 


163,14. 232,15. 


zwu,2zwue fen. 250,6. 262,34. 29, 


3. 330,1. 


Perſ onenverzeichniß. 


Dorbemerkung. 


Die Namen hiftorifch bekannter Geichlechter wurden in der modernen oder allgemein üblichen 
Schreibung angefegt und wo bie Ipentität nicht mit genügenver Eicherheit zu erkennen war, Ver⸗ 
weifungen angebracht. Die runde Klammer findet ſich bei ver in Text vorkommenden Schreib⸗ 
art angewendet, wenn dieſe von ver heute gebräuchlichen abweicht, die eckige wie im erjten Bande 
für die unter ven Varianten vertretenen Bormen. Eine beſondere Bezeichnung ver Adelsgeſchlech⸗ 


ter ift nur, wo e8 Die Deutlichfeit erforverte, gegeben. 


Abenberg, Abmsperg 
Fritz von 435,23. 
Hand von 435,23. 
Heinrich von 428,12. 
Abenberger f. Amberger. 
Absberg (Geichl.) 428, N. 5. 
Engelhard von 433,23. 
Hadamar von 521,1. 
Hand von 389,3. 427,22. 520,30. 
Ulrich Apsperger 431,36. 
Ah, Hand von 476,20, 
Adarsrteiff Oderstorff, Diecz von 179,6, 


Aff ſ. Hamer. 
Agram, Biſchof von 22,14. 
Aichberg 
Aychperger 90,4. 
Gebhard von Eychperg 443,16. 
Aichelperger, Fri 285, 11. 
Aichftetter vgl. Eichitetter. 
Albert, Alberti, Albrecht; Klaus 207,7. 
490,9. 496,28. 5 
Albinger, Heinz 441,16. 
Albrecht I. röm. König 120. 
Albrecht II. röm. König 29. 115. 470,21. 
Albrecht |. Albert. 
Albrecht, Koch von König Ruprecht Ge- 
mabhlin 512,25. | 
Aldendorff, f. Allendorf. 
Alerander Witold, Gropfürft von Lit: 
thauen 39, 9. 1. 
Alfar, AU, Wilhelm von 428,23, A. 7. 
Alhard, Alheit, Jorg 465,1, 4. 1. 


Alhartsbeck (Alhartspeck) 


Pangraz 475,24. 
@tridtehronifen. II. 


Th. v. Kern. 


Alheim (Alnheym) ſ. Türckheim. 
Alheit ſ. Alhard. 
All ſ. Alfar. 
Allendorf (Aldendorff) 
Adam von 454,8. 
Kraft von 453,11. 
Nitvlaus von 431,26. 
Allenhaufen 
Konrad don 457,2. 
Alt, Georg 505, A. 1. 
Altdorff |. Brodel. 
Altdand, Stephan 81,32. 
Altſch (Alſchſ, Saltſch, Heinz 208,1. . 
490,15. 497,17. 
Amberger, Abenberger, Hand 344,21, 
4.5 


Amerstorf (wohl = Amendorf) 
Erhard von 464, U. 7. 
Hand von 464, U. 7. 
Amman, Ammon 
Fritz 279,2. 
Mathed 343,4. 
Ampringen 
Hand von 448,20. 
St. Angelo, Cardinal von ſ. Earvajal. 
Angelloh (Angellah, Anglach) 
Dietrich d. U. von 446,9. 
Jakob von 426,33. 
Anjou, Herzog von f. Rene. 
Anshelm ſ. Heidwach. | 
Apel, Hang 207,13, A. 7. 491,2. 497,20. 
Apel, Kunz 82,7. 
Apperzeller ſ. Hittisheim. 
Appel, Fritz 285,5. 
Appentefer [Appoteter! 184,25. 


37 


576 


Armburger, Hand 448,6. 
Arnold (Amolt) 
Uri 433,12. 
Arnftedt (Armftet) 
Dtto von 462,1. 
Artocephalus, Pankratius 115. 
Artzt, Eikhart 408, A. 3. 479, A. 2. 
ICHAEN 
Asperg, Wilhelm von 448,24. 
Aſſeburg 
Jakob von der 463,4. 
Aft, Ludwig von, Dompropft zu Wormd 
365,9. 391,31. 392,8. 
Attigny, Sean d' (Tſchan Datigni) 446,7. 
Au, Auer (Awer, von Am) 
Sorg 442,22. 
Kaspar, zu Prennberg 441,11. 
(Konrad?) 441,6. 
Kunz 215, U. 1. 
Marquard 427,19. 
Peter 441, A. 3. 442,7. 
uͤlrich 215, 9. 1. 


Auer (Amer), Jakob 278,2. 

Auerochs (Aurochs) 

Hermann 435, 23. 

Auersperg (Awrsperg) 

Engelhard von 478,8. 

Aufſeß, Geſchl. 79,14. 91,10. 
Friedrich von ſ. Bamberg, Biſchöfe. 
Hand von, zu Freienfels 85,15. 

435,19. 
Heinz von 173, U. 1. 404,27. zu 
Freienfeld 434,20. 
Jorg von 436,31. 
Kunz von, zu Arnftein 437,4. 
Kunz von 437,5. 
Kunz d. J. von 436,31. 
Augtfelder, Sorg 439,12. 
Augsburg, Biſchof Peter von 23,1. 46,21. 
49,5. 130,28. 131,20,25. 132,35. 
134,4. 141,4. 161 — 164. 198,16. 
355,24. 363,31. 365,5. 374,11. 
375,36. 376,9. 378,22,31. 379,29, 
34. 382. 386,6. 388,13. 452,28. 
518,1. 

Augspurg, Ulrich von: 66,8. 83,23. 
87,17. 484,19. 

Auracherin Aurachin] 345,19. 

Aurbach 

Eberhard d. U. von 428,25. 
vgl. Urbach. 

Aurbach (Urbach) 

Neidhard von 463,15. 

Aw, Ow 

Erhard von 447,19,20. 

Konrad von 447,19. 

Stephan von 147,20 


Perjonenverzeihniß (Armburger — Bärnklau). 


Awnpeckh, Linhart 476,16. 
Aychperger ſ. Aichberg. 


Bad, (Bad) 
Jorg vom 428,15. 
Bach (Pad), Bache) 
Eucharius 463,14. 
Klaus 463, 24. 
Baden, Markgrafen 

Bernhard (I.) 11, A. 3. 

Satob 11,%. 3.144,16. 198,15,%. 
215, U.”2. 238,5,15. 3%6,5. 
399,22,32. 400,13. 404,8. 413, 
5. 423, 9. 6. 144 ff. 483,14. 
493. 516. 528,36. 529,5. 

Karl 144,16. 198,16, U. 4. 485,1. 
vgl. 528,35,37 ff 

Bernhard (II.) 144,16. 198,16. 9. 
4. 445,1. vgl. 528,35,37 ff. 

Margarete, Gemahlin Martgr. Al⸗ 
brechts von Brandenburg f. Bran⸗ 
denburg. 

BadensHahberg-Saufenberg f. Röteln. 
Baden (Ad. Geſchl.) 
Wilhelm von 445,28. 
Bair |. Beyer. 
Ballſtedt (Walgeftet) 
Hand von 461,29. 
Balnig vgl. Wallwip. 


‚Bamberg, Biſchöfe 


Albrecht Graf von Wertheim 359,29. 

Friederich von Aufſeß 11,3. 22,1. 
35,8. 46,21. 49,5. 

Anton von Rotenhan 28,17. 74,11. 
124,28. 129,25,32. 130. 134,4. 
140,21. 141,5. 142,29. 144,11. 
167,11. 170, Bar. 5. 173, 4.1. 
209,2. 231,10. 297, 9. 3. 331, 
17 ff., U. 5. 363,19. 364,4. 
365,20. 371,23. 372,32 ff. 388, 
8. 403,1.404,25. 423,18. 436 |. 
493,21. 494,2. 497,12. 517,96. 
521,11,31. 527,31. 532. 

Bamberg, Dompropft Georg von Schaum: 
berg |. Schaumbperg. 

Bamberg, Official von 343,3. 

Bamberger, Hand 287,13. 

Bänffy, Grafen, Geſchl. 533. 

Johann, Herzog von Limbad |. 
Limbach. 

Johann II. 533. 

Nitlad IV. 533. 

Bappenberg f. Pappenberg. 

Barbara, Gemahlin Kater Sigmundd 
10,3,7, 4. 3. 7. 

(Barbeffan), Ritter Peter von 21. 

Barbi 520,30. 

Bärnklau |. Bernclo. 


Perjonenverzeihnig (Bart — Bernfelte). 


Bart f. Teufel, Hand. 
Bartholomäus, Richter zu Tollenftein 
438,9. 
Baftheim 
Karl von 425, N. 2. 
Baumbah (Baumpach, 
Boymbach) 
Aſmus von 457,16. 
Burkhard von 465,2. 
Hand von 457,15,16. 
Heinrich von 457,15,16. 
Luz von 458,27. 
Baumgartner |. Paumgartner. 
Bayer, Bayr 
Kafpar 476,13. 
Bayer, Fritz 289,11. 
Bayer, Hermann 287,25. 
Bayer, Dr. Jobſt 100. 
Bayern, Herzoge 
Ludwig, Kaifer ſ. Ludwig. 
Ludwig (der Bärtige) von B.⸗In—⸗ 
golftadt 22,8. 40,14. 392,21. 
Ludwig (der Höderige) von B.⸗In⸗ 
ypitabt 22,9. argarete von 
tandenburg, feine Gemahlin 
526,31, 9. 2. 
Friederih (von B.⸗Landshut) 111. 
112. 367,35. 394,3. 414,12. 
Heinrich (der Reiche) von B.⸗Lands⸗ 
but 22,8. 47,3. 130,27. 131,4, 
20,25. 132, 24 ff. 135,8. 140,17. 
141,23. 161 — 167. 206, 9. 1. 
208,15. 219, 9. 1. 361,25 ff. 
362. 369,24. 374. 375. 376,8. 
377,6. 378. 379. 398, U. 3. 
411,18. 440,1, A. 1. 450,9. 5. 
452,28. 464,2. 497,26. 518,3. 
Zudwig (dev Reiche) von B.⸗Lands⸗ 
hut 108. 110. 112. 347,6. 411, 
17 ff. 413,10 ff. 415. 416. 526, 
9. 529, 1,11. Amalie von Sach—⸗ 
fen, feine Gemahlin 411, U. 2. 
Emft von B.⸗München 22,10. 
rem von B.- München 22,7, 


.6. 

Albrecht (III) von B.-München 126, 
23,26. 130,28. 135,10. 140,12. 
141,24. 161,9,19. 164,14,22. 
230,10. 231,11 232,12.355,24. 
361,12. 362. 363,30. 369,24. 
374,12,27. 375,35. 376,9. 396, 
30. 400,3 ff. 402. 403,4,20. 
404,14. 436, 4.2. 439,31, Ä. 4. 

Bayern: Pfalz f. Pfalz. 
Beaufort, Cardinal Heinrich, päpftlicher 
Legat 46,20. 48,2. 49,10. 
Bebenburg 
Leupold von 430,20. 


Boyembach, 


577 


Bechtoltsheim (Pechtolsheim) 
Hans von 455,4. 
Beerfelde (Bernfelde) 
Peter 470,2. 
Behaim Pehaim, Peheim, 
Nbg. Geſchl.) 
Anna ſ. Tucher. 
Hans 16,3. 
Heinz's Frau 344,7. 
Michel 344,18. 345,7. ſeine Frau 
315,7. 
Beheim (Beheym, Peheym) 

Ulerſchy, von Regal 442,5. 
Wilhelm, von Chlungo 442,4. 
Beheim, Pehaim [Pebem], Erhard 208,6. 

490,18. 497,20. 

Beheln 

Hans von 469,4. 

Nickel von 469,4. 
Beichlingen (Peichling), Graf von 23,5. 
Beldersheim 

Henne don, Marſchall 453,9. 

Kraft von 453,14. 
Beldingähufen, Jobann von 458,24,25. 
Bellersbein vgl. Beldersheim. 
Bellingbaufen vgl. Beldingshufen. 
Bendorf, Wendorf 

Hand von 461,29. 
Benbaufen? vol. Beuhaufen. 
Berchten, Hand von, gen. Haßenkröz 

446,21. 

Berhtolczhamer, Stephan 434,7. 
Berchtoldshofen 

Jorg Berchtoltzhofer 413,21. 
Berg, Herzoge 

Adolf 22,9, A. 8. 35,9. 

Ruprecht fein Sohn 22,9, U. 8. 
Berg, Perg (fränt. Mb.) 

Erhard vom 439,18. 

Kunz vom 429,8. 
Berg (Berg) 

Albrecht vom 476,12. 
Berg vgl. Berger. 
Berge (Perge) 

Hand von 457,11. 
Berger, Hand 215, U. 1. 
Bergkheimer, Satob 476,15. 
Berlein, Seiz 413,22. 
Berlepfch (Berleibichen) 

Sittich von 456,21. 
Berlichingen 

Engelhard von 426,34. 

Göß d. 3. von 450,20. 

Hang von 520,8. 
Bern ſ. Pern. 
Bernclo (Berndioe) 

Emmeran 442,12. 
Bernfelde ſ. Beerfelde. 


37* 


Pebem) o 


578 
Bernbatt, Pernhart, Kunz 178,29. 179, 


Bernbaufen 

Hand von 447, 27. 

Wolf von 446, 10. 
Bernigkhuß f. Werninckhauſen. 
Berthold, Meiſter, Maler 11, U. 6. 
Bejangon yollens, Biſnitz), Vifchof von 

47,1, 9. 1. 49,5. 

Befen vgl. Pefe. 
Beß 


Hans von 462, 18, 19. 
Peter von 462,18,19. 
Befjerer (Beffrer) 
Hand 374,15. 
vgl. Peilerer. 
Beilingen og" Pellingen. 
Beltenader 206, U. 8. 
Beuhaufen, Sehaftian von 462,36. 
Beulbar f. Weylbur. 
Beufcher |. Peuſcher. 
Bewnburg ſ. Boyneburg. 
Beyer (Bair) von Boppart 
Heinrich 451,4. 
Beyr von Wechierspach 
Kunz 457,29. 
Biberftein(Piberftein) ( Ad.⸗Geſchl.) 90,4. 
Bibra 
Bartholomäusvon, Marichall 461,6. 
Hermann von 437,22. 
Bibracher vgl. Pibbracher 
Bichahguſen Pichishauſen) ſ. Truchſeß 


n B. 
Bidendah, Michael Herr zu 146,28. 
431,17 f. 
Biedenfeld 
Adolf von 458,21,22. 
Peter von 458,21,22. 
Biedermann f. Piderman. 
Bieter, Hand 479,3. 
Bila 
Diez von 461,8,27. 
Binczenftod, Pinczenſioc, Fint;nſted 
Jiczenſtoh, Kunz 208,12, A 
491,3 


Birkenfeld, Birkenfeld 

Hand von 427,16. 520,13. 

Hand Birdenfelfer 520,14. 

Paul von 427,16. 

Stephan von 497, 16. 
Biſchofrod, Bifchofsrode 

Gerwig von 457,15. 

Henne von 457, 15. 
Biſchofshauſen (A. Geſchl.) 457, 10. 
Biſchow f. Bichan. 

Biſnitz ſ. Befangon. 
Bitich ſ. ——— 


Perſonenverzeichniß (Bernhart — Braitenbach). 


Blagay (Plagoy) , Graf Nitolaus von 
‚a. 2. 1 417. 


Blahn .® Plaha. 
Blanckenberg (Plandenberz; 
Hans von, Ritter 461, 16. 
Klaus von 464, 25. 
Wilhelm von 461, A. 3. i 
Slantenheim (Plandenheim), Graf von i 
Blanska, Martin von 474,18. 
Blajfim, Karl von 476,26. 
Bleichenbach vgl. Gleichenbach. 
Bloben ſ. ꝓElauen. 
Bock, Pock 
Ulrich 206,3, A. 1. 490,5. 491,7. 
Bo von Erphenftein (Erffenftein) 
Seifrid 446,2 
Bod von Stauffenberg 
Dietrich 148,17. 
Mathes 445,23. 
Bod von Fiplawip, Kozel 474,19. 
Bödigheim |. Rüdt. 
Böhmen, Könige 
vgl. Karl IV., Wenzel, Sigmund, 
Albrecht 1l., Radielaus (Boftbu: 
muß), Podehrad. 
Bopfinger, Kopfing er 
Hieronimug 158, 15. 377,23. 
Bora (Por, Pore) 
Hand von 206,10, A. 9. 435,30. 
490,15. 497,17. 
Borgestorff, Heyne 169, 26. 
Borgunden, Heinrich von ber 458,3. 
Borne 
Hand von 457,3. 
Bornhufen, Albrecht von 458,22. 
Bofe vgl. Boß, Bofle. 
Bostomic (Boztawig) und Czrnahora 
Johann von 476,17. 
Boß, Boſſe 
Hand 431,21. 
Hand 461,28. 
Döwald 488,23,24. 
Wilhelm von 457,%. 
Bopau, Heinz von |. Kopan. 
Bohembach, Boymbach |. Baumbad. 
Boyneburg, Bayneburg, Yeronburg, 
Pewneburg (Gefchl.) 456,28. 
Heinrich von 457,17,18. 
Otto von 206, 4, A. 3. 457,18. 
490,6. 497,4. 
Rave von 456,25. 
Boztawig f. Bostomwic. 
Braidenftein vgl. Breitenftein. 
Brait (Prait) 
Kunz von 429,18. 
Braitenbad 
Albrecht von 448,28. 


— — 





Perſonenverzeichniß (Branda — Buchwitz). 


Branda, Cardinal 10,4. 
Brandenburg, Markgrafen 
Friederich J., 
Friedr. VI. von Nürnberg) 9,4. 
5. 10,12. 15,8,18. 17,12. 19, 
12,4. 6. 20, 9. 1. 22,3. 23,1, 
A. 1. 28,17, A. 7. 38,23,31, 
A. 2. 39,4. 40,14, U. 2. 47,2. 
49,4,37. 177, 9. 3. 360,16. 
391,5, W. 2. 414,9. (Elifabeth) 
feine Gemahlin 23, A.1. 25,7,8. 


Johann 9, A. 5. 35,6. 58—61. 67, 
22,27. 72,19. 78,19. 82,12. 
(84,31.) 85,25. 138,7. 143,20. 
160,13. 173, A. 1. 194,10. 200, 
10. 206, A. 7. 207, W. Au. 7. 
208,15. 231,9. 339,2, W.1. 358, 
1. 362,6. 371,22. 381,13. 404, 
34. 405,1,15. 410,33. 413,9. 4, 
415,9,31. 423,18. 426,8. 427, 
4. 3. 429, A. 1. 431,28. 433 ff. 
465,17. 471,14, A. 2. 473,18. 
493,21,38, U. 2. 497,14. 521, 
18. 522,5. 527,33. 

Friederich II., Kurfürft 74,27. 143, 
18. 147, U. 5. 347,7. 356,14. 
361,27. 459,15. 467. 469. 471, 
3,14. 530,33. 

Albrecht (Achilles) 25,13, U. 5. 57. 
61.74,9. 95 f. 102. 105. 106.110. 
112. 114. 115. 117. 118. 123— 
143. 148— 151. 153 — 155. 158. 
160—169. 170. 173, U. 1. 175. 
176. 180—182. 187. 192. 196 
— 200. 203 ff. 209. 210. 214— 
218. 222. 227. 228. 230-235. 
237, 4. 2. 238, U. 3. 263,19. 
268. 269. 296. 331. 336 f. 339, 
A. 1. 348. 350. 356 -— 379. 381 
—384. 386—394. 396. 398— 
415. 418 ff. 423. 424 ff. 433. 
437. 440. 443. 444. 450—452. 
454. 455. 459. 460. 465. 468, 
A. 6. 471. 472. 475. 477 - 496. 
514—522. 525—530. Marga— 

“ rete von Baden, feine Gemahlin 
530,22. 
Friederich d. 3. 143,20. 364,28. 
467,9, A. 3. 471,4. 2. 
Margarete, Gemahlin Herzog Lud⸗ 
wig d. Höd. v. Bayern-Ingol- 
ftadt f. Bayern. 
zrandenſtein 
Albrecht von, Ritter 463, 24. 
Hans 463, 25. 
Heinrich von, Ritter 463,24. 
Jorg von 428, 4. 


urfürft (Burggraf 


979 


Brandt 
Lorenz Prantner 443,12. 
Nidel Prantner, Prandtner 178,26. 
179,9. 1. 
Branthoch |. Prandthoch. 
Braubach, Brubach vgl. Brubede. 
Braundberg (Brunsperg) 
Dietrich von 428,20. 
Braunfchweig-Lüneburg (Wolfenbüttel), 
Herzoge 
deinzih in Wolfenbüttel 144,4. 
468. 
Wilhelm in Kalenberg 144,4. 468. 
Triederich d. J. 144,4. 468. 
Brausburg, Mord von 458,32. 
Bredendorf 
Jorg Predendorffer 442,10. 
Sigmund — 442,14. 
Bredow (Predo) 
Heinz von 467, U. 2. 
Breidenbach (-Breidenftein) (Breitenbach, 
Braidenbach) (Gefchl.) 458,2. 
Arnt 458,3. 
Gerlach von 456,21. 
Sohann von B. gen. Braitenftein 


Breitenbach (Braitenpach, Praitenbach) 
Chriftoph von 465,21. 
Jordan von 465,25. 

Kaſpar von 461,28. 
Kunz von 435,29. 

Breitenrat, Simon 458,19. 

DBreitenftein, Hand von 432,8. 

Brem vgl. Prem. 

Brenner vgl. Prenner. 

Breslau (Presla), Biſchof von 22,14. 

Breuberg |. Eppenftein. 

Brieg (u. Liegnik), Herzog Ludwig von 
‚9,49. 

Brifhaw vgl. Raufinow. 

(Brobft?), Keonhard f. Leonhard. 

Brodel von Altdorf, Hand 445,28. 

Broftiberd, Busko vom 474,30. 

Brubecke, Adolf von 458,21. 

Bruber, Prewer, Hand 465,3. 

Brünner, Seiz 332, U. 3. 

Brundperg |. Braundberg. 

Buchen 
Eberhard von, gen. Wolff 453,18. 

Buchern f. Lutinbach. 

Buches (Budhiß) 

Hartmann 453,17. 

Buchfelder vgl. Puchfelder. 

Buchiß |. Buches. 

Buchsecke ſ. Buſeck. 

Buchwal vom Burglaz, Protilba 474, 26. 

Buchwitz (Puchewicz) 

Nickel von 465, 26. 


580 


Budenddorf 
Hans von 470,9. 
San von 470,9. 
Nickel von 470,9. 
Peter von 470,9. 
Büdensdorf f. Pudensdorf. 
Büdingen, Grafen f. Ifenburg. 
Büdingen 
Hand von 453,20. 
Bufe, Jorg 462,13. 
Bünan Bunaw, Punaw) (Wönam 179, 
‚1. 
Heinrich von 432,25. 
Heinrich von, zu Dronßk 461,32. 
Heinrich von, zu Teuchern (Tuchern) 
461,32. 
Rudolf von, Ritter 206, U. 6 u. 9. 
435,28. 488,1. 
Bunzingen, Buntzingen 
Kafpar Punginger 441,23. 
Burg vgl. Purg. 
Burggraf 
Korg 430,14. 


Burgsdorf, Borgsdorf vgl. Borgestorff. 


Burkhard (Burdart) 
Dtto 463,14. 
. Del 465,1,2. 
Burkhard, Priefter 345,6. 
Buſchheym, Henn von 446,18. 
Buſeck Buchsecke, Puchdede) 
Buſeck 
(Heinrih Steinke?) ſ. Steinke. 
Henne von 458, 10. 
Henne von, zum Frankenberg 458, 
14 


Johann d. J. von 430,3. 
Seincz Zilge von 430,4. 
Senand von 458,9. 
Wernher von 458,20. 
Wigand von 458,10. 
Bufelgen. Münch (Münid) von Buche: 
ecke) 
Bernhard 458, 13. 
Goderd 458, 13. 
Henne 458,9. 
Kurt 158,13. 
Buſeck gen. Rüſſer 
Gerhart Ruſſer 458,11. 
Butler ſ. Buttlar. 
Buttendorf (Puttendorff) 
Hand von 438,8. 
Martin von 438,27. 
Buttlar (Butler) 
Herman von 458,28,29. 
Jorg von 458,28. 


Calabrien, Herzog Johann von, Sohn 
Rene's von Anjou-Lothringen 516,21. 


Perjonenverzeihnig (Buckensdorf — Crailsheim). 


Galenberg f. Kalenberg. 

Cameng |. Kamenb. 

Sammer 

org von 361,28. 

Cämmerer f. Kämmerer. 

Ganftein 

Friederich von 457,5,6. 

Sohann von 457,5,6. 

Raban von 457,5,6. 

Capiſtran, Johann 105. 412,9 ff. 

Cappeln (fränt. Ad.) 

Dtto von der 437,20. 

Cappeln f. Kappeln. 

Garvajal, Juan de, Cardinal von St. 
Angelo 363,17. 365,3 ff. 479, 4. 10. 
480,25 f. 

Cäſarini, Cardinal Sulian 22,6. 

Caſtell |. Kaftell. 

Caftis, Chriftoph von 474,20. 

Gelted, Konrad 115. 504. 505. 

Gentgreff |. Zentgreff. 

Ceſtel 296,5. 

Chiemſee, Biſchof Silvefter von 230,9. 
231,16. 396,29. 404,12. 

Eilly, Grafen von 

Friederih 477,2,5. 

Ulrich Gr. v. C., Ortenburg und 
Zagora 143,6 U. 2. 433,11. 
475—478. 

Cirkendörffer 484,28. ‘ 

Clack ſ. Klad. - 

Claus, Clas, Clos f. Jörg. 

Clauſner ſ. Schurnleberg. 

Clein, Hermann 288,15. 

Gleindinft 520,3. 

Clem, Frik 427,25. 

Clenaw f. Klenau. 

Eihotto (Elhotto?), Dietrich von 474,30. 

Coburg (fränt. Ad.) 

Albrecht von 439,16. 

Hand Koburger 439,16,17. 

Lorenz Koburger 430,11. 

[Coder] |. Toder. 

Coler f. Koler. 

Conſta, Conftat ſ. Kunftadt. 

Coppenczeller ſ. Koppentzeller. 

Coſpod, Coſwede ſ. Koßpoth. 

Cotbus, Lothar Herr zu 146,25. 469. 

Cottwitz ſ. Kotwiß. 

Crailsheim (Kreuldheim) 

Fritz von 427,2. 

Hans von 431,22. 

Heinrich von 168, U. 2. 381,17. 
— 437,1. 

Schwan von 431,22. 

Ulrich) von 433,16. 520,21. 

Wilhelm von 207,6, A. 3. 430,32. 

496,28. 


* 


Perſonenverzeichniß (Craenluck — Dohna). . 581 


Craenluck f. Kraclud. 

Grawarn f. Krawat. 

Creuczer j. Kreuger. 

Criftan,; Jorg 278,18. 

Eromer f. Kramer. 

Eronberg |. Kronenberg. 

Bung, Gong, Markgr. Albrechts von 
Brandenburg marfialler 207,12. 490, 
12. 496,25. 

Cuſa, Nikolaus von 410,17. 412,22. 

Czeirn f. Zeyern. 

Czemin (Czeminng) 

Raufe von 474,31. 

Czenger ſ. Zenger. 

Czeſſaw ſ. Zeſchau. 

Czickoro 

Criſtoffel von 170,4. 

Hans von 470,4. 

Nickel von 470,4. 
Czorba, Czorwaw f. Zorwa. 
Czmahora f. Boskowitc. 


Dabwige ſ. Dalwig. 
et Tachenbaufen. 


us Darperger 441,31. 
Dalberg f. Kämmerer. 
Dali, Emft von 435,10. 
Dalwig 

Johann von 457,10. 


Daner, Heinz 467, 4. 2. - 


Dangel |. Zangel. 
Datigni, Idan |. Attigny. 
Daum 90,3 
Dechwitz Bewis) 
Karl von 465,25. 
Degenberg 
Hand d. J. vom, Ritter 442,32. 
Degenhart, Hang 476,3 
Dehn (⸗Rothfelßer) 
Gabriel Dhene 463,6. 
Dede! er 
athe ſ. Schürftab. 
kan 344,16. 
Deinlinger 
. Kalvar 428,13. 
Domwald 428, 13. 
Dennftäbt, Denfted (Tenftede) 
Cyriax von 463,26. 
Dern (Derne) 
Zile von 457,31. 
Dernbach Geſchl.) 457,16. 
Johann von 458, 17, 18. 
- Xidwig d. #. von 458,17,18. 
Ludwig d. J. von 458, 17,18. 
Derrer 
Fris 156, 9. 3. 484,29. 


Jorg 172, A. 2, 196, A. 1. 224, 





A. 3. 227, 4.2. 295, U. 6. 375, 
33. 377,34. 365,5 f. 396,12. 
395,16,21, 9. 3. 399,2, 408. 
16 ff. 409,6. 410,5. 418.0. 4. 


Ders (Terfe) 

Dietrich von 458,16. 

Johann von 458, 16. 
Deinig, Stibar von 475, 25. 
Dettelbach (Tetelpach) 

Kunz von 91,11. 
Deucher (Teucher) 

Kunz 437,9. 

vgl. Taucher. 

——— Venningen, Jobſt von. 


Dhene ſ. D 


Dhünc (Dhune [Küne)) 
Rudolf 463,17. 
Diez von Aderstorff, Oderstorff f. 
Aderstorff. 


Dieczigkhufen, Johann von 458,15. 
Diede (Diethen, Dieten) 
Hand 457,9,10. 
Hermann 456,25. 
Hermann 457,9,10. 
udwig 457,10. 
Diemar (Dietmar) 
Berlde 456,26. 
Diemenhaufer , 
Jakob d. A. 446,23. 
Jakob d. J. 446, ‚23. 
Dieten f. Diede. 
Dietenheimer, Dietheimer, Rudolf 215, 
1. 


Dietmar f. Diemar. 
Dintner AR Zintner. 
Dirr f. Dürr. 
Dobeneck, Dobneck, Zobened ( Geſchl.) 
78,10. — 179, nl. 
Bepold bon 432, 15. 
Fabian von 435, 10,11. 
Friederich von 134, 28. 
Fridel von 80,3. 
Nickel von 58. 
Nidel d. 3. von 80,1. 435,32. 
Wilhelm von 206, 4.5. 435, l. 
Doberlig, Dobrig 
Hand von 60. 78,17. 
Jorg von 78,17. 
Reutold von 78,17. 
Dobner, Hand 435,12. 
Dohna (Dhonen) 
‚ Herren zu Straupiß ( Struppe) 
—— von 146,22. 
Kafpar von 146, 22. 189. 
Dohna 
Frenzel von 469,2. 
Hang von 169,3. 


982 


Heinrich von 169,3. 
Sigmund von 469,3. 

Dölau (Dölen, Dola) 
Hand von 466,21. 
San von 466,23. 
Jorg von 466,19. 
Yeupold von 135,12. 

Dolewicz, Hand 470,2. 

Dolnicz, Meinhard von 431,33. 

Dölwig vgl. Dolewicz. 

Dona, Zona f. Gleichen, Grafen. 

Dondorffer f. Tandorfer. 

Doner, Endred 286,6. 

Doren, Hang 285,12. 

Döring (Düring) (heil. A.) 
Aſmus 457,24. - 
Henne 456,24. 

Ludwig 457,19. 
Ludwig 459,20. 
Dörnberg (Doringeberg) (Ad. = Gefchl.) 


457,12. 
Doß f. Toß. 
Dottenheim 
Philipp von 450,21. 
Wilhelm d. J. von 450,21. 
Dopel, Hand 132 6. 
Drabe 
(Emmerich von 458,10,11. 
Goderd von 458, 10,11. 
Hartmann von 453,12. 
Senne von 458, 10,11. 
Hennferich von 458,10,11. 
Kraft von 453,8. 
Draufchfowig vgl. Drußkewicz. 
Drebiich ſ. Trebifch. 
Drechſel, Hand 80,32. 
Drechfel, Chriftian 287,14. 
Dreisbach (Treyspach) 
Volbrecht von 458, 20. 
Dreswitz 
Ulrich Dreswitzer 442, 5. 
Drußkewicz 
Berndt von 470,3. 
Berndt von 470,3. 
Hand von 470,2,3. 
Nidel von 470,3. 
. Pilgram von 470,2,3. 
Durdheim |. Türckheim. 
Durer, Jakob, Kaftner zu Aarberg 438,20. 
Dürer, Dürr [Turn], Berthold 287,1. 
Düring f. Döring. 
Düring, Heinz 428,14. 
Dürr von Oeftringen 
Kunz Oftringer gen. Dirr 146,14,15. 
Dürr f. Dürer. | 
Duichel, Jorg 443,17. 
Dufter [Duftier], Sohann, Dompropft 
zu Breslau 232,9. 


Berjonenverzeichniß Dohna — Eglofſſtein). 


Ebeleben (Ebelowen) 
Apel von 464,16. 
(ebenhaufen 
Hand Ebenhaufer 438,12. 
Kunz Ebenhanfer 206,11, 4. 8. 
[(Ellenhawſer] 491,1. 497,7. 
Eberhart, Hang 74. 
Eberlein, Heinz 207,2. 496,30. vgl. 
Wernlin. 


‚Ebersberg (gen. Weyers) 


Günther 461,33. — 466,21. 
Heinrich 461,33. — 166,28. - 
Philipp v. E. gen. Weyers 428,11. 
vgl. Weyers. 
Eberjtein (in Schwaben), Graf 
Sohann zu 146,3. 449. 
Eberſtein (Ad. Geſchl.) 
Erasmus von 462,23. 487,10. 
Gerlach von, Ritter 151, W1. 
428,1. 
Lorenz von 428,1. 520,18. 
Wilhelm von 462,23. 
Ebner (Geihl.) 102. 351, U. 5. 
Albrecht 345,20. 
Franz 315,8. 
Hand 323, U. 2. 
Mathed 343,1, 4. 1. 
Ebrach, Abt von 389,12. 
Echter (fränt. Ad.) 
Berthold 431,6. 
Hammann 431,20. 
Konrad 431,8. 
Edeltowe, Gerwin 158,24. 
Eckher, Detzang Hauptmann in der 
Grafſchaft Möttling 477, 25. 
Eckſtein, Eberhard 286,7. 
Edelmann 
Eberhard 179,1, 4. 1. 
Hand d. U. 432,11. 
Heinz 432,11. 
Egen, Klaus 208,9, A. 4. 490,19. 
St. Egidien in Nürnberg, Aebte 
(Mauritius) 359, 31 ff. 
Georg 28,7. 53,10. 231, A. 3. 
366,37. 367,10. 
Egksdorff, Engelhard von 439,17. 
Ealingen 
Jorg Eglinger 142,26. 
Eglofftein (Gefchl.) 213, A. 1. 
dans von, Pfleger zu Auerbach 38, 
3 


Hand von, Ritter 432,22. 
Hartung vom, Ritter, Pfleger zu 
Auerbad) 434,18. 441,2. - 
Konrad von 362,21. 374,27. 375,2. 

376,3. 
Kunz von, zu Gailenreut Geylnrewt) 
441,10. 


Perſonenverzeichniß (Eglofftein — Erlebadh). 


Seibolt vom 437,22. 

Sigmund von, Ritter 441,9. 

Wolfram von 197,29. 432,8. 
Eheimer (Ehaymer), ), Walther 91, 28. 
Ehenheim 

Sorg 25,8, 9. 6. 

Jorg von, Ritter, zu Geyern 363, 

3. 433, 18. 440,4. 1. 

Karl von 433,18. 

Marr von 432,29. 

Michel 297,9. 343,11. 


en 
Peter Ehinger 439,23. 
Ehinger 
Hand, gen. Rümelin 362, 31. 363, 
34. 370,21. 402, 16, 23. 

Walther 158, 14. 364,1. 377,23. 
ir ke vgl. Eichinberg 
Eichicht Eichich) 

Nickel von 465,27. | 
Eichinderg, Kafpar bon 462,16. 
Eichſtädt, Biſchöfe 

Johann von Heideck) 47,1. 

Albrecht von Hohentechberg) ) 22,13. 

$ohann (III.) von Eich 125,1. 129, 

26. Ar 5. 141,5. 144,12. 167, 
Bar. 11. 184,25. 191,8. 209,1. 
231,10. 357, 9. 1. 365,5. 404, 
25. 423, 19. 437 ff. 488,4. 493, 
22. 194,1. 497,10. 518,1. 521, 
-15,38. 527, 32. 
Wilhelm 191, 4. 1. 
Eichftetter, (Eifteter, Eyſteter) 
Sand [Heinz] 206,6. 490,12. 497, 


Ehin 


Einfürn, Hang 362,31. 374,15. 401,31. 


413,22. 
Eifenkurg ſ. Iſenburg. 
Eizinger 
Eizinger von Eizing 
Simon 476,14. 
Ulrich 147,5. 475. 
Ginger von Kornberg 
Itmann 476,22. 
Elben 
‚Wernher von 456,21. 
Elenehodoln von Srünemtal, Filgerz von 
474, 18, 19. 
Elhotto vgl. Eihotte. 
Elenhanfer vgl. Ebenhaufen, Kunz. 
Ellrichshauſen, Elerichshauſen, Erlichd- 
— Eußhewſer (Geſchl.) 427,24. 


einig von 4 31,20. 
Elm 
Peter von, gen. Eltißhauß 439,14. 


Eltißhauß ſ. Elm. 
Elwanger, Sebald 345,9. 


583 


mb8 
Wilhelm Emfer d. 
Emershofen 
Hand d. J. von 447,19. 
Stephan von 441,16. — 447,10. 
Ems, Hohenemd 
Satob von 451, 9. 3. 
Emfer ſ. Embs. 
Engaß f. Engoz. 
England, Gardinat „von England“ |. 
eaufort. 


J. 439,13. 


Engoz 
Arnold von 448,26. 
Enie 
Johann von, er Vornagel Varn⸗ 
hagen?) 454 
Enfingen |. —*8 
Engenberg 
Erhard von 434,24. 
Enzenberg, Enzberg 
Albrecht Enczperger 445,25. 
Hand von 389,27. 399, 32. 402,31. 
401,26. d. 3. 445,2. 
Wendel Enczberger 446,8. 
Eppenſtein, Eppftein, Herren 
Gottfried zu Eppenftein 147,6. 453. 
Eberhard zu Königftein 146,21. 454. 
Walther zu Breuberg 147,11, A. 3. 


Goperftein, Hand von 435,25. 
Erb, Erbe 
Seghe von 457,30. 
Erbach, Schenken von 
Dietrih, Erzbifhof von Mainz f. 
Mainz. 
Konrad, zu Erbach 146,17. 454. 
Philipp, zu Fürftenau 146, 17.454. 
Erchich, Heinz von 461,23. 
Erdel, Erdiein 19,4,5, 43. 
Erenberg, f. Pirmunt. 
Erffa (thür. M.) 
Hang 463,24. 
Grffenftein f. Bo. 
Erhart, Thomad 431,11. 
Eringshauſen 
Heinrich von 458, 20. 
Erlach 
Lorenz von 438, 28. 
Erlbach ſ. Erlebach. 
Erlbeck, Erelbeck 
Hand 88,6. 
Jorg 295,17. 484,27. 
Jorg 433,10. 
Ulrich 142 ‚6. 
Wolfhart 441,31. 
Erlebach, Era, 
Fritz von 453 
Handvon, Bofmeifte des Erzbiſchofs 





584 


von Mainz 399,31. 402,31. 404, 


26. 453,4 
Erlenbach vgl. Erlebach. 
Erlin, Philipp von der 428,22. 
Grlingöhofen (Seichl.) 428, 15. 
Rüdiger von 433,22. 
Ermreich 
Adam Ermricher 429,3. 
Hand Ermreicher d. U. 432,27. 
Hand Ermreicher d. 3. 432,27. 
Ermreut 
Albrecht Ermsrewtter 434,8. 
Ernft, Hermann 289,18. 
Emft, Ulrich 289,11. 


Bee [Serehaufen), Heyman von 
4 


Ertingen f. Leutrum. 
Eſchenbach, Eſchbach 
Berthold von 454,21. 
Hand von 44l, 15. 
Satob von 457 * 
Eſchenbog be |. Eſchwe 
Gfhenfelder (&felfeier), Sigmund 298. 


299. 
Eicpenlonet, Eſchenloer, Eſcheloer (Geſchl.) 
245, 


Yatan "a, 9. 
Kunz 434, 28. feine Frau 344,11. 
Kunz 85, 10. 
Eſchenloer, Wilbolt, von Eihftädt 135,30. 
elhmege | (Sfhenboghe) ( (Gefchl.) 457,12. 
Eftenfeld 
Kunz von 430,32. 
Etzlaub, Erhard 271, A. 5. 
Ewlnſmid 
Albrecht 427, 26. 
Thomas 427,26. 
Ewlnſmid, Ewllenfmid 92,11 f. — 289, 
— Meiiter Konrad 86,40. 
Eyb (a Pilgram) 
Konrad von 428,29. 520,31. 
Luüdwig von 181, U. 2. 428,29. 
921,1. 
Martin von 151,9.1.357,9. 389,3. 
428, 29. 520, 14. — Eybe vgl. 


Ibe 
Eychperg ſ. Aichberg. 
Eyſteter ſ. Eichſtetter. 
Eytzing ſ. Eizinger. 


Falcken vgl. Balken. 
Falkenberg (Volkenberg) 
Hans von 457,3. 
Falkenſtein 
Jorg Valkenſteiner 431,37. 
Kunz von 431,26. 
Falkenftein (Baltenftein) in Schwaben 


Hand von, gen. von Ramſtein 449,3. 


Perjeuenverzeichnig (Erlenbach — Flügler). 


Falzner |. Valzner. 
Fapmann Balman, Vaßman) 
Heinrich 431, 26. 
Nickel 466,22. 
Faulbach f. Fulbadı. 
Fechenbach, Vechenbach 
Philipp von 453,13. — 454,16. 
Teigenhenslein 285,3. 


a, Beil) Feyltſch, Fleitſch 


—— von 434,35. 
Hand von 434,35. 
Heinz von 434,35. 
Heinz von, zu Tobertiz 466, 30. 
Feld, Felt, Konrad 463,27. 
Feldnig f. Pfalz Veideng 
Fellentz ıf. Beldenz. 
Feld, von der 
Hellfrit 446,16. 
MWirich 446,16. 
Feltprecher, Jotg 435,26. vgl. Veld⸗ 
precher. 
Tennd f. Bend 
seftenderg (Beftemberg) ( ) (Geſchl.) 428,15. 
520,1 


—* von 429,5. 

Leonhard von 428, 28. 

Wolf von 429,22. 
Feulner 

Hans 435,20.-vgl. Seyber. 
Feurer( Fewtet (Fewer)) 

Zufad 208,10.497,18. vgl. Sewtet. 
Fewler ſ. Seyber. 
Finde, Reinbold 385, U. 5. 398, A. 3. 
sie, other, Klaus 207,7. 490,9. 


ifhen, ein; 498,30. 

Flaiſchman f. Sleifchmann. 

Klafchner, Sebald 278,31. 
Flechsdorfer, Fieckẽtorffer, Peter 343,3. 


siehper, gtehffing , [Flofcher], Han 


gtedenbüht | iedenbüch 
Andreas von 458,18,19. 
Johann von, gen. Grope 458, 18. 


Fledni it 
ulfing von 477,24. 
ner Filaiſchman, Sand 157,4 
344,20. 


zleifhmann, Nikolaus 114 (u. 341, 


ar. 21). 
Slerdorfer f Flechsdorfer. 
Flieſenmantel, Sighard 512, 4. 2. 
Flitzing 

Diepolt Flißinger 441,31. 
Flod [Folk], Kunz 288,2. 
Flügel, Nicklas 454,20. 
Slügler ( (Gefähl.) 195,26. 440, 2. 


Berfonenverzeihniß (Flurſtet — Fronberg). 


Flurftet 
Kafpar von 430,5. 
Foit 15,15. 
(gold! f. Flock. 
ent Bolen. 
Förchtel |. Vörchtel. 
Forſter, Vorſter 
Hand 439,19. 
Heinrih 435,19. 
Förſter 345,19. 
Forſter, Forſter, Vorſter, Fritz 206,11, 
A. 11. 208, A. 7. 491,2. 498,33. 
Forftmeifter (Geſchi) 102. 
Förtſch von Thurnau 
Eberhard Vortſch zu Turnaw 434,20. 
aardın Bortih, Hauptmann in Hof 
434,3 


Martin Fortich d. 3. 435,8. 
Foscari, Francedco, Doge von Benedig 
"385,12. 
Hofe ſ. Schenk. 
Tot von Symmern f. Bogt von Sum: 
merau. 
Foypele, Heinrich 456,29. 
Franck, Kunz 286,9. 
(Frandenfill), Ritter Hugo von (Hugo 
de Splan al. de Villa irancha) 21. 
Srangipan, Grafen 
oymo v. F. Graf zu Beglia und 
Modruſch 146,10 (vgl. 144, N. 
2). 478, 9. 2. 
Martin v. F. Graf zu Zengg, Veg⸗ 
lia und Modruſch 146,9 (vgl. 144, 
A. 2). vgl. 478. 
Sigmund 5 %. Graf zu Veglia und 
rufe, 146,10 (vgl.144,4. 2). 
478,4 
Srantenhaufen 
Hand 463,9. 
Frantenieben (Frandenleuben) 
Hand von 463,6. 
Frantenftein, Frandenftein 
Hand von 431,19. 
Konrad von, Ritter 453,6. 
Frantreich, Könige 
Ludwiglx. 120 (vgl. Bd.I., ©.345). 
Karl VII. 403,36. 404,4. 516,11 ff., 
4. 6. 519,15 ff. 
Frauenberg (Gefchl.) 25,12. 
Hand von 374,19. 
Fraunhofen 
Wilhelm von, Ritter 361,28. 
Framnberger, Andreas 278,6. 
Freiberg 1. Freyberg. 
Freiberger, Hand 288,12. 
Freiburger, Hand 289,22. 
Freilingen 
Hermann von 428,17. 


585 
Freifing, Bifchof von 230,14. 
Freudenberg, (Gefchl.) 213, A. 4. 
Alprecht von 432,10. 
Chriſtoph von 428,8. 
Friederich von 432,10. x 
. 2. 


vein Iredemöerier 207, 
441,28. 


Hildebrand von 428,8. 
Ulrich ı Gerdemberger 207,4, A. 2. 
441 
Frey, Erhard 278,25. 
Frey, Klad 84,18. 85,28. 87,1. 
Freyberg 

Eberhard von 429,14, A. 3. 

Hand von 429,17. 

Heinrih von, Ritter 148,17. zu 

Walle 428,5. 
Heinrih von, von Hohenfreyberg 
428,12. 
Sigmund von 432,30. 
Thomas von 429,16. 
Freylingen ſ. Freilingen. 
Fri, Hand 288,18. 
Frickenhofen 

Hans Frickenhofer 441, ‚21. 

Heinz Fridenbofer d. J. 441,21. 
Frickinger, Andread 374, 1a. 413, 2. 
Sribberbhofer, Sribpredtähofer 

Konrad 151, U. 

Fridman, Heinz 288, 15. 
Sribmanghofer, Sridmanthoffer 81,15. 
344 


Fridrecker, gerecet, Sans 345,17. 
Friederih III., Kaifer 30,5. 102. 106, 
113. 123,12. 124,19. 127, 13. 131,19. 
134,19 f. 135,26 f. 136,10. 138,21. 
139,13. 140,5 f. 141,16,21. 142,20. 
162—167. 230-233. 236. 238. 338. 
346,8. 357,20,30. 358,23. 360,4. 
362,13. 363,22 f. 369. 370,32. 373, 
12 ff., U. 10. 377,21. 378— 380. 
381, 31 ff. 383,22. 389,15. 390,30. 
392,19. 395,30. 397. 398. 400—403. 
405. 406. 410-413. 418,9. 419, 
A. 1. 440,4. 1. 451. 452,27. 469, 
15. 475,10,14. 477. 478,14. 515, 
11 f. 517. 518. 
Frieß, Fryß, Fris 
Hermann 71,11. — 82,37. 84,31. 
Kunz 463,15. 
Friſtin en 
Eberhard von 450,18. 
Frig, Kellerfnecht 315. 
Frodemberger |. Freudenberg. 
Fronberg 
HeinrichFronberger 207, A.2. 441,13. 
Heinrich Fronberger d. 3. 207, 4.2. 
341,13. 





986 


Ulrich Fronberger zu Fronberg 207, 
(2) 4, U. 2. vol. 497,24. 442,13. 
Fronhofen 
Fronhofer 91,13. 
Jobſt Fronhofer 215,3, A. 1. 
Frutzenſtein 
Luz don 462,35. 
Reinhard von 462,35. 
Fryß f. Frieß. 
Sue Fuchß (Geil: 5 196,19. 
Dietrich d. U. 435,22. 
Dietrich 128, 7. 
Heinz d. 1. 435, 22. — 187,10. 
Heinrich 428,7. 
Jorg 520,5. 
Jorg, zu Schweinshaupten, wirz⸗ 
burg. Hofmeiſter 231, A. 3. 232, 
* 404,29. 425, A. 2. vgl. 196, 
5 


Nickel 429,17. 
Fuer, Chriſtoph 470,12. 
anal Kunz 344,19. 
ugfer, Hand 428, 30. 
ulbach (beff. Mb.) 
Hand d. %. 453,19. 
Sulbier, Hand 286,9. 
Fuller, Anshelm 431,1. 
Funck, Eberhard 288,30. 
yürer, Sigmund 346,1. 
Furft, Nicklas 476,4. 
Fürftenberg, Graf Heintih von, Land- 
graf in der — 5 22. 451. 
Füterer ( —— 
Gabriel F.'s FH 345,11. 
Fütrer, Hand 498,25. 


Gabter, Kunz 288,24. 
Sadenfurt f. Gottfurt. 
Gahaft 

Fritz 438,16. 

Hans 438, 16. 
Sallemberger, Fobſt 446,7. 
Gampler 

Heinz 435,12,13. 

Kunz 435,13. 

Sand (Ganß) 

Dietrih 463,21. 

Ganns von Stüslingen, Hand 449, 25. 
Gareifen, Garenfen, Goreyfen 

Kunz 84,10. 86,43. 87,26. 

Niklas 441, 26. 

Ratzko 441,26. 

Wilhelm 431,7. 

Gartner [Sratner) 77,3. 345,1. 
Gauch, Peter von 448,5. 
Gaucheym, Burkhard von 448,6. 
Gebelbaufen 

Kafpar Gebelhaufer 439,21. 


Berjonenverzeihnig (Kronberg — Geuſau). 


Gebelkofen (Gefchl.) 430,31. 

Jorg Gebeltofer 431,7. 
Gebelgreut, Gebeltzreut 

Jorg von 442,6. 

Paul Gebelczrewtter 442,2. 
Geberczheym, Albrecht von 428, 19. 
Gefeller, Wilbelm 434,25. 

Geier, Fritz 343,8 
Geilddorf Geyistorff, Gellstorff) 

San 466,27. 

Kunz 431 ‚2. — 166,20. 
Geirn ſ. Seyern. 

Geißler, Geysler, Heinrich 499,8,20. 
eibing I. Geyßling. 
Gellstorff ſ. Geilsdorf. 
Gelno, Nickel 470,13. 
Gemmingen Gemyngen) 
Dietrich von 445, 20. 
G. gen. Giener 

Raban Gyener von ©. 448,21. 

St. Georg und Pöfing, Graf Sadiöland 
von 144, 9. 2. 146,12. 477. 

Gera (Sera) |. Reuß. 

Serharditein 

Heinrich von 454,15. 
Germar 

Heinrich von 462,17. 

Heinrich von 463,8. 
Gerneſtk (2) , der von 23,7. 
Geroldseck am Wafichin, 

145, U. 5. 
Geroldseck 
Georg von, Ritter 159,13. 377,4. 
419, 9. 3. 

Hand von, zu Burgberg 448,45. 

Heinrih von, zu Burgberg 4485. 
Gersdorf (Gerstorff) 

Griftoffel 469, 3. 

Gerſtner 87,26,28. 
Gerftner, Hand 286,16. 
Gerftner, Jakob 286,17. 
Gerftner, Sebald 288,26. 
Gertringen 

Daniel von 448,18. 
Gertringen f. Harder. 

Geuder, Gewder Geſchl.) 368,11,12. 
Heinz 342, Var. J. 343, 4, feine 
Frau 343, 4. 

Korg 204, A. 2. 211, U. 1.23, 
U. 215,2, N.1. 249, 4.1. 300, 
8,14. 320,1. 322,4. 491. 492. 

Kunz 343,2. 

Martin 101, 9. 1. 

Sebald 343,2. 

Geiz 16,2. 47 ‚8. 50,13. 
Geumann f. Gewmann. 

Geuſau (Gewſen) 

Sermann don 463,17. 


Herrengeläl. 


Berjonenverzeichniß (Gevatter — Greifenberg). 


Gepatier, Gefatter, Hans 80, 30. 179, 


Gewman, Hand 288,10. 
Gewman, Hand 286, 1. 
Gewman, Kunz 276,7. 286,10. 297,11. 
Gewman, Ulrich 276, 10. 
Gewichtmacherin ſ. Gwichtmacher. 
Geyer 
Fritz 520,27. 
Geyern, Geirn, Schenk von . Schenk. 
Geyersberg 
Hand Geyrsperger 441,19. 
a rang f. Kranp. 
Gey tung, Fritz von 169, U. 1. 
Sich, Sid) 
Albredht von 187,19. 
Bernhard von 464,16. 
Eberhard von 437,20. 
Hand von 436,30. — 439,7. 
Heinz von 436,30. 
Klaus von 436,31. 
Kunz von 73,1. 428,8. 
Dtto von 436, 31. 
Giener (Gyener) f. Gemmingen. 
Gilſe, Gilſa (Geſchl.) 457,2,5. 
Eckhard von 457,24. 
Gladrobetz 
Ginderſich von 474, 28. 
Otick von 474,28. 
-Ölaubig (Glubicz) 
Kafpar 470,10. 
Sleihen, Grafen von, Herrn zu Tonna 
Adolf 145,17. 460. 463,33. 464, 
12. 534. 
Ernft 74,16. 463,31. 
Ludwig 74,16. 463,31. 
Sigmund 145, 16. 206, U. 2. 208, 
71. 209,2. 214, A. 2. 362,27. 
418, 2. 6. 463 ff. 482,15. 487, 
21,23, A. 7u.9. 488,3. 494— 
496. 497,3. 
Gleichen Glichen Adelsgeſchl.) 464,20. 
Wilhelm von 462,9. 487, 24, u, 9. 
ee Bleichenbach?) Henne 
457, 


Gleiſfenberg vgl. Glyſſenberger. 
Gleiſſenthal ſ. Kleiſtentaler. 
Glock, Heinz 437,5. 
Slogan, Herzoge 
(Heinrich) ) Aumpotd 11,1, 9. 2. 
Heinrich 373, A. 10. 
Glökner, Meifter Sohann 98. 
Glubicz ſ. Slaubip. 
Glux vgl. Klur. 
Glyſſenberger, Fritz 430,18. 
Gock, Konrad, Kaſiner zu Abenberg 
438, 33. 
Sodefurt ſ. Gottfurt. 


587 


Gogel, Hand 479,4. 
Goldner, Hand 330, A. 4. 
Goller, Peter 278,7. 
Golnhoffer, Sebald 285,9. 
Gölnitz, Ad.-Gefchl. 109, N. 2. 
Nickel Jelnicz 469, 4 
Golſin 
Heinrich von 470,11, 12. 
Kerſtan von 470,11,12. 
Sigmund von 470,12. 
Goltflaher 85,29. 
Görk von Schũß 
Copſtantin (Stam) von ©. 454,19, 


Syria (Kriegt) von ©. 458,1. 
Otto von ©. 457,19. 
Götz (fränt. Ad.) 
Heinz 58. Ä 
Gottfurt, Goettfardt (Gotfort, Gode⸗ 
furt, Gadenfurt, Godefart), von But⸗ 
telftedt (Pottelftet) 
Gerhard von 462,17,18. 
Hand 206,3, U. 2. 462,17,18. 
491,1. 497,4. 
Göttlingen 
Pangraz Öotlinger 443,4,5. 
Sigmund Öotlinger 443, 1,5. 
Gottsfelden (Gopfelt) 
Serman von 450,19, 
Kunz 436,3. 
Gottömann (Gotzman, Gotman, Gots⸗ 
nam) 156,6. 219,4. 
Clement 178, 28. 179, U. 1. 4%, 
Bar. 15. 
Hand 433,13. 
Lini (Xivin] 438,33. 
Graf, Franz 215, N. 1. 


| Gräfendorf ſ. Grefendorf. 


Grafeneck Graffneck) 
Kleinhans von 448,1. 
Ludwig von 448,1. 
Granetel, Gronetel 
Jörg 345,10. 
Nitolaug 5, U. 3. 
Graſer, Hermann 289,22. 
[Öratner] ſ. Sartner. 
Sraumberg, Eberhard von 450,17. 


| Graw, Hand 207,8. 490,10. 497, 9. 


Gredinger, Hand, gen. Meifter Sand 
437,9. 1. 
Grefendorf 
Heinz von 79,24. 461,27. 
Kafpar von $1,24. 
Konrad von 461,16. 
Örefenreuter 361,29. 3, 13. 
Greffenöder 90, 10. 
Greifenberg ( Greyffemberg) 
Joachim von 435,8. 





588 


Greiff, Hand 161,22. 
Greiffentlau, Gryffenelo von Volrats 

Friederich, Herr zu Sppelbronn 
147,9. 454. 

Friederich 453, 11. - 

Greiner, Grellner 
Dtto 178,29. 179, 9. 1. 
Stephan 179,4. 1. 
Greuſſen, Gruſſen 

Albrecht von 463,9. 

Hand von 439,20. 

Luz von 460, N. 5. 

Greyff f. Koler, Aberlin. 
Grieß, Gries 

Götz 215,3, 9. 1. 

Nidlad 59. 64,20. 65,9. 66,13. 
84,6. (85,29.) 87,19. 89,29. 
156, 4. 4. 484,19, 9. 4. 

Griffte (heil. Ad.⸗Geſchl.) 456,28. 
Grindiach [Grundlah) , Goldſchmied 

344, 

Groland RWrolant, Gralant) Geſchl.) 
346,3. 

Gabriel 344,20. 

Hand d. A. 313,1, 8. 1. 

Hand 274,13. 

Leonhard 179, A. 1. 180, U. 1 
270,4. 2. 

Sebald 270,11. 

Stephan 343,6. 
Frau 343,6. 

Grope |. Fleckenbühl. 
Groß (Nbg. Geſchl.) 102. 
Nicklas 97. 111. 314,4. 3. 397,24. 
Groß von Trodau, Geſchl. 85,9. 87,44. 
89,38. 90,37. 
Albrecht 435,31. 
Hand 88,22 f. 
Sittic 88,22 f. 
Groß, Hand 83,31. 84,4. 88,15. 89,13. 
Großherre, Konrad, Kaftner zu Bchers⸗ 
dorf 434,2. 

Grthintze, Hand von 474,21. 
Grumbach 

Wilhelm von 433,3 f. 
Grün 

Hand Grüner 433,10. 

Sordan Grüner 466,32. 
Grundherr, Gruntherr 

Michel 315, U. 2. 319,20. 322,3. 
344,14. 345,20. 346,1. 

Paul 63. 76,38. 82,21. 154, U. 2. 
318,2. 361,20. Pauls Frau 
345,16. 

Peterd Fray 345,18. 

Ulrich 16,10, U. 7. 37,4. 

Grundlach . Grindlach 
Grüner ſ. Grün. 


(345,14.) feine 


Berfonenverzeichnig (Greiff — Hagnad)). 


Grünwalt, Grunwalt 
Eberlein 178,26. 179,9. 1. 
Michel 462,21. 
pour, Bernhard von, Ritter 477,24. 
Grym, Michel 285,8. 
Gſwind [Ewind, Schwint! 159,9, 
Gudensberg (Sudenburg) 
Heintih von 457,7. 
Gulden, Gülden (heif. a.) 
Mengoz 458,8. 
Guldenmunt, Erasmus 287,17. 
Gumpredt 361,29. 
Bundelfingen 
Eberhard ven 47,9. 4. 
Gundelntofer, Andreas 441,18. 
Gürtler 
Sebaftian 448,19. 
Gut von Sulz 
Berthold 448,2,3. 
Jakob 448,2,3. | 
Guttenhauſen, Gutmannshauſen vgl. 
Marfchall von ©. 
Balthaſar Gutenshuſer 462,1. 3. 
Gutenftein 
Burian von, Herr zum Rabenftein 
60. 74,28, 339, A. 1. 473,14. 
Sobann von 60. 74,28. 
Gutpier, Bartholomäus 296,5. 
Gutpier, Marquard 286,5. 
Guttenberg (fränt. Ad.) 
Anton von 434,31. 
Heinz von 1341 ‚31. 
Urban Gutemberg 520,23. 
Gwichtmacher, des Heinz Frau 344,1. 
Gyner, Erhard 373,14. 382, 9. 1. 


Habehter, Broßecke 458,7. 
Habel 

Bernt von 458,9. 
Hachheym, Jorg 462,13. 
Hack von Hoheneck 

Ulrich 447, 25. 

Hacke, Hack 

Dietz [Hagen] 465,26. 

GErentrich 462, 30. 

Hand 464,23. 

Ludwig 463,8. 
Hacken 

Henike 457,9. 

vgl. Hade. 
Saczftein | Hatftein. 
Hagen ſ. Hade. 
Hager (bayer. Ad.-Gefchl.) 442,27. 

Sri 442,18. 

Jorg 442, d. 
Hagersheym f“ Holtzapfel. 
Hagk, Ulrich 476,2. 
Hagnach, Rudiger von 448,9. 


Perſonenverzeichniß !Haided — Haufen). 


Haidel f. Heided. 
Haiden f. Heiden. 
Haiden, Hand 479,4. 
Haidenreihdturn, Lorenz von, Haupt: 
marſchall K. Sigmunde 51,12, 4. 4. 
Haidnaber |. Heydenab. 
Haimhauſen vgl. Heymbaufer. 
Hael 
Sorg 449,18. 
Halbeifen, Heinrich 364,16. 
Halber, Kraft 215, 9. 1. 
Halbrittr _ 
Hand d. U. 433,12. 
Hand d. 3. 433,13. 
Halbwachs —X papwachs, Halb⸗ 
pachſen) Geſchl.) 271,1 
Kunz 284, 15. 
Halbwachs, Heinz [Sand] 81 i ‚2. 
Haller, Geſchl. 296, X. 3 u. 
Berthold 9,7. 343, 14. 
Endres 455,8. Endres Frau 345,19. 
Erhard, Ritter 102.245, A. 3. 296, 
9. 297, 9. 2. 318,1. 321,23. 
Hand 342, N. 3. 
Hieronimus 486,6. 
Jatob 345,16. 
Jorg 245, 4, A. 3. 246, 15. 319,9. 
322,2. 399, 1. 484,2. Jorg Hals 
Ierin zu der grün finten 343,14. 
Jorg Hallerin die lang 344, 19. 
Kun; 298,2. — 344,18. des Kunz 
Frau 314,18. 
2eupold 343,8. 344,17. 
Ludwig 275,20. 297,9,13, U. 3 
u. 4. Ludwigs Frau 343, 5. 
Martin 275,20. 
Paul 16,3. 204, A. 2. 205, 9. 1. 
245, 4. 3. 339,2, 9. 1. 471, 
U. 3. 472, U. 3. 473. 474,3. 
Stephan 318,28. 
Ulrich) 84,37,39. 245, U. 2. 277, 
18. 296, 17, A.5. 297, 4.2. 480, 
12,23. 483, 24, Ulrichs Frau343, 8. 
Ulrich, Leupolds Sohn 344,17. 
Wilhelm 184,21. 295,14. 345,11. 
Hals, Grafen f. Leuchtenberg. 
Hamburgt f. Sayn. 
Hamer 344,6. 
Hamer, Hand 288,13. 
Hamer, Heinz 289, 6. 
Hamer gen. Aff 448, 8. 
Hanau, Graf Reinhard d. J. von 145, 
26. 453. 487,20. 
Handeljtein, Kunz von 442,18. 
Handſchuchsheim Hentſchuchsheym) 
Heinrich von 446, 26. 
vbapgenawer , 
.1. 


Hand 129, 13. vgl. 419, 


589 


Hangenor 
Stephan 154, W. 2. 158,14. 196, 
A. 2. 362, 31. 364,1. 370,21. 
377,23. 402,16. 404,30. 
Wilhelm [Hand] 154,9, U. 2. 
Hand, Meifter ſ. Gredinger. 
Hanftein (Ad.⸗Geſchl.) 456,27. 
Hanftein, Honftein, f. Hohnftein. 
Hantfhuh, Zhoman Tham, 
Adam] 490,13. vgl. Heutfcher. 
Haradilfe, San von 474,31. 
Harant von Hohenburg 
Kafpar 446,8. 


Harder, Hand 520,10, U. 5. 
Harder von Gertringen, Konrad 445,26. 
Hares f. Harrad. 
Harm f. Sulz. 
Harrad (Sarcs) 
Kaſpar 463,9. 
Harftall 
Hermann von 457,14. 
Hartheim (Gefchl.) 492,12. 
Reichard [Reinhart] von 206,12, 
A. 8. 497,7. 
Hartman, Hand 84,28. 
Hartung 
Kunz von 484,28. 
Hafe ‘ 


David, 


Heinrich 458,30. 
Ludwig 458,30. 
Halte f. Liechtenberg. 
Haſenneſt 86,13. 87,43,45. 88,1. 90,37. 
261, 1. 1. 
Haslach, Henslin von 446,18. 
Haslach, Kajpar von 476, 15. 
Haslach, Hafla f. Haßiach. 
Haßenkröz ſ. Berchten. 
Haßlach (Haſlach, para (fränf. Ad.) 
Hand von 462 
Ulrich von 432, 3. 


Hattenrod (Hatteraide) 
Sohann von 458,22. 
Hattftein, Haczftein 
Kunz von 215, 9. 1. 
Ulrich von 426, 34, 
Habfeld (Holczfelt, Holtfeld). 
Gotrhard (Goderd)'d. Ä. von 458, 


Gotthard von 456,27. 
Johann von 456, 77. 
Haug 
Jorg, von Bittenshenm 438, 9.1. 
Wilhelm pet 437, 
Haug (Nbg. Seidl.) f. — 
Saufen “ 
Endres Hwiner 428,9. 
Hand d. J. von 450, 17. 








590 


Hilpold Hauſner 428,1. 
org von 163,26. 
Kafpar von 435,26. 
Stephan Haufner 439,22. 
Wilhelm Haufner, 428,29. 
Wolfgang Haufner 432,9. 
Haut 


Hand 437,3. 

Heinz 437,3. 
Satob 139,18. 
Peter 439,21. 

Haugenberg 
Hand Haupemperger 443,14. 
Joachim Haugenperger 442,26. 

Hamendoren, Heinz 289,20. 

Hawg 
Hand 270,9, A. 2. 271,25. 
Jobſt 310,7. 

Hayde, von der f. Heide. 

Haydemaurer, Linhart 435,13. 

Hayden |. Heiden. 

Haym, Hand von 463,17. 

Hayn val. Haym, Hayne und Heyn. 

Hanne, Thomas 464,25. 

Haynig, Henig | 
Hand von 173,28. 179,9. 1. 

Hebel f. Hebilde. 

Heberlein, Heinrich 287,17. 

Hebilde, Hermann von 457,3. 

Hedenhofer 278,9. 

Hegnen, Hegnein, Hegner 
Ulman 63. 76,39. 82,22. 245,3, 

4.3. 372,7. 484,3,9. 2. 485,7. 
Ulrich 480,11. (? 484,3.) 
Wilhelm 485,7. 

Heibfcher 
Heinz 435,12. 

Peter 435,12. 
Ulrich 435,12. 
vgl. Hewbſcher. 

dere (Heid, Hande) (thür. = voigtländ. 
d.) 


Daniel von der 465,6. 
Hand von der 466,24,25. 
Hand Heyder 466,33. 
Heide, von der (laufik. Ab.) 
Nidel 470,1,2. 
Nickel 470,2. 
Heided, Herren zu 
Friederih 130, U. 1. 
Konrad 105. 123. 124. 133,23. 
134 — 136. 137, Baur. 2. 138. 
139. 141—143. 151, U. 1. 163, 
18. 165,21. 166,21,25. 187,5, 
19. 196, A. 2. 231, U. 3. 232, 
18,25. 235,23. 236,3. 293, 9. 3. 
294, 4. 2 u. 3. 356,27 ff. 357. 


Perjonenverzeihniß (Haufen — Henit). 


365,17. 368,37. 369,21 ff. 310. 
371. 372,30. 376. 399,11,17,19, 
400,18. 406,25. 407,16. 411,99. 
413,16. 415,5. 425, 9. 2. #51, 
A. 1. 452, U. 6. 514,10. 515, 
1.520, A. 4. ! 
Heiden, Heyden, Haiden 
Martin 90,15. Martins Frau345,5. 

Otto 278,12. 

Heidwach 

Hand von, gen. Anshelm 453,16. 
Heilingen (Heiligen, Heiling) 

Hand von 463,17. | 

Heinrich 463,19. 

Kurt 463,18. 

Heildbronn, Abt Ulrich von 28,7. 52. 
53,10,18. 211,9. 1. 

Heimbach (Heymbadı) 

Johann von 458,24. 

Heimburg, Dr. Gregor 58. 104. 364,2, 
A. 1. 370,20.: 386,10. 388, 4. 2. 
398,28. 399,1. 404,28. 410,5,9. 411, 
10. 412,16. 413,6,14. 

SHeimenhofen (Heymenbofen) 

Walther von 4145,21. 
Heimerdingen (Heymertingen) 

Hand d. J. von 447,26. 
Heinhart |. Heymbart. 

Heino, Janko 476,5. 

Helchner, Peter 281,16. 344,1. 346,4. 

Heldritt, Helldritt, Helderitt 

Hand von 462,8. 

Heinz von 463,13,14. 

Klaus von 463,13,14. 

Melchior von 439,23. 
Helfenftein, Grafen 23,7. 

Friederich 146,14. 449. 

Konrad 146,5. 449. 

Ludwig 146,5. 449. 

Ulrich 146,5. 449. 

Hell 

Hang 443,17. 

Hell, Hand 332, U. 3. 

Helmreich, Heinz 279,9. 

Helmftat 

Endres von 447,25. 

Hand von 447,17,18. 

Hand von 447,18. 

Hang von 447,25. 

Raban von 454,14. 

Weiprecht von 388,14. 

MWeiprecht von 445,29. 
Helmenowa, San von 471,29. 
Hemmerlein, Leonhard, Kaftner zu Rew 

marft 441,7. 

Henife [Hennicain), Peter 344,23. vgl. 

Hennide. 


— 359. 362,7. 363,5 ff., 25. Henitz |. Haynitz. 


Perſonenverzeichniß (Henlein — Himmelsbaujen). 


Henlein 
Sand 81,18. 
Rudiger 435,8. 
Henlein, Eberlein 287,4. 
Henn [Henn], Thomas 286,23. 
Henneberg, Grafen 23,9. 
Friederich 145,6. 434. 
Georg 232,4. 405,21. 425, 9. 2. 
Heinrich 145, 6. 426, 22. 461, 10. 
Konrad 426, 2. 
Hennberger, Hennenberger, Hemperger, 
Hentberger, Geſchl. 492,14. — 82, 
7,30 
org 206,8. 207,5. 439, 9. 488,3. 
490,5. ‚497, 11. 
Heinz 431,314. 
Ulrich 439, 9. 
SHennide, Meifter, Zimmermann 294,11. 
dgl. Henite. 
Hennreber 78,26. 
Hennp f. Heuß. 
Hentſchuchsheym f. Sunbfgußähein. 
Hengler, Johann 396 
Hepp. Hermann 82, — 
Herbilſtadt (Herbelftat) 
Chriſtoph von 436,33. 
Endres von 434,32. 
Eucharius von 437,8,9. 
Kunz vou 436,33. 


Herde f. Hoerde. 

Herdegen, Hand 92,5. 

Herdegen, Hand 81, 5,7. 

Herdegen, Klaus 81, 5, 6. 

Herdto, Lipto 475 ‚2. 

Herdlinger, Jorg 446, 19. 

Hermann, Meifter, Pfarrer 510, 9.5. 

Hermannddorf 
Kunz Hermerstorffer 442,30. 

Hermanndgrün ( (Hermeögrüne) 
Thyme von 466,18. 

Hertenberg 
Chriſtoph Hertemberger 442,19. 
Nickel Hertemberger 433,11. 
vgl. Malerizid. 

Sertenftain, Hand 287,18. 

pestenftein, 


Hertingshauſen 

Friederich von 457,18. 
Hefeler, Heffeler 

Hand 430, 

org von 462,16. 


Heß ſ. Helle, Heß. 
Heßberg, Heſſpurg 
Burkhard von 426,20. 
Han von 430,3. 
Hand von, zu Bedheim 463,12. 


Stäptechronifen. II. 


Meifter Hermann 296,22, 


591 


Kaſpar von 463,13. 
Wilhelm von 426,21. 
Heffe, Heß [Heiß] 
Heinz 178,27. 179, U. 1. 435,19. 
Heffe, Helfen 
Ghert 458,31. 
Kurt 458,32. 
Heffeler i. Hefeler. 
veſſen, Landgraf Ludwig (II.) von 125, 
. 129,26. 144,13. 155,10. 179, 
Mi 1. 369,38, 371, 2 123, 15. 455 ff. 
460,14, 1. 4. 468, U 
Heubfher vgl. Hewbfcher und Heibfcher. 
Heurauß, Heweraus 
Emmeram 430,29. 
Emmeram, zu Stodenfels 443,8. 
Heinz 474,30. 
Heuſcher f. Hewoſcher. 
Heutſcher, Thomas 207, 13. 497, 23.; 
vgl. Hanifchuch. 
vo, Henntz, Eberlein 286,20. Kunz 
86,9 


Bembfier, Hetöffer, — Hans 206, 
6, A. 4. 490,13. 497, 
Herheim, Herheimer 
Hermann 365, U. 3. Hermann? 
Frau 344,2. 
Heyde, von der f Heide. 
Heydenaber, Haidnaber, Heydenaüer 

Leonhard 178,27. 179, A. 1. 
Heyder ſ. Heide. 

Heyer (Heyrr) 

Hermann von 457, 29. 
Heymertingen ſ. Heimerdingen. 
Heymhart Heinhart], Kunz 137, 16. 
Heymhauſer, Ulrich 215, 4.1 
Heyn, Heinrich vom 463, 18. 

Heyn f. Henn. 
Heynolt, Stephan 435,37. 
Heynolt f. Rudenmeifler 


grig Hehelstorffer 345, 18. 

Hand Heezelstorffer 435, 18. 

Heinz Hezelddorfer 430, 10, 1. 

Paul Hezeldtörfer 344, 22, 23. 

Seſte Heczelstorffer 197, 11,41. 
430,11. 


Hilpoltſtein 
Chriſtoph d. A. Sultpoltfteiner zum 
abengein 442 


Hans d. J x 442,1. 
situ Seburg, 0 Kuna, 
Hiltprant 

org 438,13. 
Wolfgang 438,1 


Simmelöhaufen | (heff. *. ⸗Geſchl. 457,14. 
38 - 


592 


Hinderperger, Sigmund 443,17. ” 
Pig | (Hirsperg) 
Amold von 436,2. 
Arnold Hiröperger 215, 9.1. 
Hans von 435,4. 
Sand d. J. von 435,34. 
Leonhard Hirsperger 431,18. 
Lorenz von 435,4. 
Nidel von 435,4. 
irſcheid 
Michel ee 431,38. 
Hirfchfeld (Hirsfelt, Hirßvelt) 
Arnold von 206,7, U. 6. 466, 21. 
490,15. 497, 17. 
org (2) von 206, A. 6. 
Sirfänngel — 
Deocars Frau 344,17. 
Heinz 288,3. 
Keondard 2 2 
Wilbelm 344,8 
Hijerlein, Heferlein, Nickel 179,1, A. 1. 
Hittebeck Hittenpeck, Hütebed] 153, 13. 
Hittisheim, Heinrich von, gen. Appe: 
czeller 448,10,11. 
Höchftetter 
Stephan, gen. Pirlin 449,23. 
Hofen 
Konrad von 448,2. 
Hofer 
Erasm 442,5. 
Hand 215, 9. 1. 
Wilhelm 207,16. 441,30. 497,25. 
Hoffer, Wolfgang 117. 
Hofman, Erhard 288,3. 
Hofman, Hand 325,21. 
Hofman, Hand 80,11. 
as. Peter, Richter zu virſchberg 
4 


ofreu 

Balthafar Hefreiöfer 215,9. 1. 
Hofwart von Kirchheim 

Raban 41,7, A. 1. 
Hofwart zu DOpberöwisheim 

Eberhard 447,27. 
Hohenberg (in Schwaben), Grafen von 

Sigmund 145,21. 447,4, 
Hohenberg 
Henn Hohenberger 215, A. 1. 
Bohen urg 

ri d. J. von 446,1. 
gl. Harant. 

Hohen ee "Hal. 
Bobenfelä, Hoenfels (heſſ. Ad.) 

Henne von 458,14. 

Ludwig von’ 458, 14. 

Witdetind von 458, 31. 
Hohenheim 

Heinz von 425, U. 2. 


Perjonenverzeihniß (Hinderperger — Hopfgarten). 


Hohenkirchen 
Hand von 432,30. 
Hohenlohe, Herren zu 
Albrecht 146,16. 209,3. 426,32, 
35 f. 427, 9. 1. 487,15. 494,2. 
497,6. 
Kraft 146,16. 399,33. 427,3 ff. 
Hohenrechberg . Rechberg. 
Hohenriet 
Konrad von 427,21. 
Philipp von 427 ‚2i. 
Hohnftein (Hoenftein, Honftein, Danftein) 
Graf Johann von 208,5. 214, U. 2. 
487,22, 9. 7. 496,33. 534. 


Holbad) 
Hand von 461,24. 
Heinrich 464,22. 
Holcafelt, Holifeld f. Hapfeld. 
Holezperger, Hans 429,10. 
Holenpolk, Heinz 82, 15. 
Holer, Peter 92,7. 
Holot, Jan von 474,32. 
Holtz, Holz 
Fritz om Holcze 429,7. 
Hand vom 432,21. 
Seifried vom 439, 20. 
Holgapfel von Herrheim (Hagerdheym) 
Jakob 448,26. 
SHölgel, Hand 20, 2. 
Dorbinger 294,1. 
olz |. Holtz. 
Bonhaufen Rau. 
Solzheim (Holczheim) 
Klaus von 453,19. 
Mare von 458, 2, 26. 
Sittidy von 458, 35, 26. 
Solzingen, Holzing 
Konrad von 428,15. 
Sigmund von 433,16. 
Holzjadel (Holczfattel) 
Henne 458,33. 
Reinhard 458, 33. 
Bolaihuber | (Geſchl.) 90,42. 111. 
Berthold 63. 76, 39. 82,22. 343,9. 
Herdegen 484, 29. 
Karl 35,15. 59. 60. 245,1, U. 2. 
277, 18. 335, U. 2. 357, 6. 361, 
22. 365, 13. 369,1. 483,24. 
Lazarus 343, 4.3. 
Martin 302, 22. 
—R ſ. Hornburg. 
Hopffenbeck 
Hand 432,24. 
MWolfhard 432,24. 
Hopfgarten 
ih von Hopfgerten 463,2]. 
Heinz Hopfgartner 436,3. 





Perſonenverzeichniß (Hopfgarten — Jörg. 


Jorg von Hopfgarten, Ritter 462,5. 
Peter von 462,5. 
Hoppel, Fgidius 289,21. 
Hopping 
Jorg von, gen. Sorg 432,5. 
Hopten, Johann von 457,11. 
Hörde, Hoerda (Herde) 
Albrecht von 462,21,22. — 464,19. 
Philipp d. A. von 458,1. | 
Philipp d. J. von 457,17. 462,21. 
Hornburg 
Arnold von 432,2. ° 
Hand von [Somburg) 445,25. 
Horneck (von Hornberg) 43312, A. 2. 
Homendo, Wolf von 454,21. 
(Hornmacher] |. Hornrichter. 
Hornrichter [Hornwachter, Hornmacher], 
Heinz 289,15. 
Hornsberg 
Hermann von 456,22. 
Hornſtain, Johannes 448,7. 
Hornſtein 
Jobſt von 237, A. 2. 
vgl. Hornſtain. 
Hornung, Sebalds Frau 344,10. 
[Homwachter) f. Hornrichter. 
Hoß, Hermann 289,2. 
Hoftowlicz, Watzlaw von 474,22. 
Hrad. |. Harad. 
Hubenfmid, Frig 479,6. 
Hubner 10,1, 1. 
Hübner, Thomas 284,15. 
Hud, Friederich 462,5. 
Hulshofen, Johann ‚von 453,10. 
Hund, Hundt, Huntt 
Adam 455,5. 
Hermann 456,23. 
Dtto 456,29. 
Hund von Saulpeim, Salheim (Hundt 
von Salon) 
Friederich 446,1. 
Hune, Sun 
Daniel 458,22. 
org von 457,27. 
Hünerwolff 165,4. Kurt 463,19. 
Huntheim (Geichl.) 442,28. 
Hupfauf, Kunz 215, 9. 1. 
Hürnbeim 
Eberhard von 439,7. 
Audolf von 428,18. 
Walther von, Vitztum zu Amberg 
74,2. 
MWalthervon, Ritter 181, A. 2.225, 
Bar. 15. 229,13,14. 398, A. 3. 
427,8. 440, A. 1. 487,20. 
Hurnig, Hürnig, Heinz 178,29. 
Suter 84,18. 
Hutt, Dietrich, von Sonberg 428,24. 


593 


Hutten 

Bartholomäud von 432,17. 

Kunz von 428,10. 487,16. 
Hüttenbed, Hütebed ſ. Hittebed. 
Onnberbed [£ynderbeh], Hermann 462, 

12,13 


Hytisbeim f. Hittisheim. 


Jacob, Hand 287,23. 

Sacobi, Michael, Dekan zu Ansbach 
410,6. 

Jacubko |. Wirefowic. 

Jäger, Sager vgl. Jeger. 

Jan, Meifter, Büchfenmeifter 67,2. 

Sanawis, Sanabik zu Bayerek 

Pzrenko von 474,27,28. 
Ratzek von 474,25. 

Sanowic (Januwicz, Sonowig) zu Nie 

jenberg 
Ratzko von 338. 339. 396,26. 471, 
U. 3. 473,17, U. 4. 
She [Eybe!, Martin von 445,29. 
Iberg (Mberg) 
Hand von, Hofmeifter d. Markgr. 
von Baden 445,19. 
Iburg, Jwurg |. Ileburg, Flburg. 
Seger, Jager 
Hand 432,6. 
Heinz 207,4. 490,19. 496,33. 

Jelnicz ſ. Gölnitz. 

Jerel, Schmied 86,12. 

Sgeltalerin 345,19. 

Sleburg, Ilburg (Hilpurg, Iburg, 
Iwurg), Bodo von, Herr zu Sonne- 
walde 146,27. 469. " 

Imhof, Im Hof 

Andreas 279,2. 

Anton 181, Bar. 20. 345,9, A. 3. 

Shrijtian 181, Bar. 20. 342, 9. 4. 
345, U. 3. jeine Frau 342,7, 
A. 4. 345, U. 3. 

Hand 52, A. 1. — 484,23. 

Heinz 58. 72,25,33,34. 346,2, 

Kunz 344,12. 

Michael, von Donauwörth 374,16. 

Sebald 315,21. 

Ingersleben (Ad. Geſchl.) 464,20. 

Inhauſen, Johann von 428,20. 

Inhofen 

Johann von 428,22. 
Wolf von 428,22. 

Innocenz III., Papſt 120. 

Innwicz, Fritz von 438, 30. 

Johann, Sekretär des Markgr. Jakob 
von Baden 516,19,27. 

Sordan, Reinhard 459,34. 

Sörg (2), Klaus 207, U. 1. 490,7. 

496,26. 


38* 








594 


Ippelbronn f. Greiffenklau. 


ing 
thard von 429,18. 
Jorg von 429,16. 
Sienburg (Eifenburg, Dienburg) 23,8, 


Ludwig von, Graf zu Büdingen 
1415,15. 453. 456. 
ud, Salman, Kaplan 427, N. 3. 
Junckher, Wilhelm 476, 1. 
Junckherr von Geysfeld 
Konrad 449, 26. 
Ulrich 449,25,26. 
Junkher, Kaſpar 67, 18. 


Kab ſ. Kaw. 
Kachenstorffer, Balthaſar 441,13. 
Kageneck Kagnegke) 
Hans von 448, 18. 
Kagerer (Kagrer) 
Leonhard 442,29. 
Kalb von Reinheim 
Bernhard 454,15. 
Kalenberg 
Rave von 456, 23. 


Kallenfels, Klaus von 446, 18. 
Kaltenhauſer 
Fritz 286,16. 
Hans 288,15. 
Hans 288, 29. 
Klaus 288,5. 
Ullein 289,2. 
Kaltenthal 
Hand von 447,14. 
Hans von 447,29. 
Kafpar von 447,29. 
Kaluch, Johann, zum Roftod 427,27. 
Kameng (Ad.⸗Geſchl.) 432,21. 
Kammächer [Kammerer!, Hand 278,27. 
289,8. 


Kammerau (Kamerrame) 
Ulrich von 443,14. 
Kammerer 87,38. 
Kämmerer gen. von Dalberg (Kemm. gen. 
v. Zalberg) 
Wolf 431,5. 
Kammermeifter 

Fritz 278,24. 

Heinz 284,14. 

Stephans Frau 345,5. 
Kandelgießer, Hand 287,5. 
Kandigieffer, Kunz 276,8. 

Kannacher, Egid 463,15. 

Kanftein ſ. Canftein. 

Kangler, Ulrich 91,32. 

Kup Kappfer, Jobſt 345,2. — 511, 
. 3. 


Perſonenverzeichniß Ippelbronn — Kergel). 


Kappel (fränk. A.) ſ. Cappeln, von der 
Kappeln, Cappeln zu Scharffened 
Ladislaus von 476,24. 
Stephan von 476,9. 
Karl d. Große, Kaifer 13,1, 4. 2. 28, 
12,13. 112. 
Karl IV., Kaifer 414,9. 
Karspa 
Getlach von 454,20. 
Philipp von 454,20. 
Kartſcha 
attigas von 476,9. 
Niccolaz von 476,10. 
Kaftel, Abt Jakob von 28,6. 53,3,9,16. 
Ratell, Grafen. Geſchl. 523, 4. 9. — 


Leonhard 145,7. 426,19. 520,31. 
Kaftner (bayer. Ad.) 
Hand 442,28. 
Kab, Hand 81,9. 
Kagenberg |. Mauer. 
Kapenellenbogen, Grafen von 25,9. 
Philipp 145,3. 454. 
Kabenhirn 138, A. 3. 
Kaufungen, Kaufen, [Raufingen] 
Kunz von 181, U. 2. 184,19. 20, 
21. 204,1,3,5. 227,9. 2. 21, 
1, A. 1. 259,21. 260,14. 26, 
16. 268, Bar. 7. 315,16. 325, 
8,15. 332, 9. 2. 340,6, 9.2. 
318,16. 372,13. 485,13. 488, 
Kaul, Ehr. Ludw. 271, 9. 5. 
Kaw, Kab, Hermann 278,27. 289,8. 
Kamer, Ulrich 289,6. 
Kaym, Peter 92,1. 
Kegel, Apicz 197, 9. 1. 
Kegler, Michel 215, A. 1. 
Keim, Keym, Fritz 279,4. 289,13. 
Kelheimer, Stephan 476,2. 


. Keller, Nicklas 441,16. 


(Keller) |. Koller. 

Kellner, Johann, Licentiat 413,19. 

Kelner, Henslein 521,5. 

Kemmerer gen. von Zalberg f. Kämmert! 
gen. von Dalberg. 

Kemnaten, Kempnaten 88,5. 431,19. 
438, 9. 1. 

Andreas Kemnater 430,33. 

Burkhard von 431,20. 

Dietrich Kempnater 438,24. 

Egid Kemnatter 463,3. 

Hand Kempnater 442,13. 

Heinz Kemnatter 463,3. 

Geiz Kempnater 428,18. 

Ulrich von 431,5. 

Kemfe, Kyemße ſ. Ehiemfee. 

[Kepff] ſ. Kopf. 

Kergel, Ruprecht S6,6,8. 91,20. 


Perſonenverzeichniß (Kerfchenprud — Koler). 


Kerfchenprud, Kyrßenpruch, Reinhard 
von 428,21. 
Kerfenbroid vgl. Kerihenprud. 
seine, Heinrich 16,10, U. 7. 245, 
.2. 


Selen Ulrich 279,7. 
Kefer, Merdel 4198,21. 
Ken, Keſs, Seiz 278,15. 288,15. 
Keffler 
Hang 179,9. 1. 
Heinz 463, 9. 3. 465,9. 
Klaus 463,16. 
Kettel, Hand 441,22. 
Kepel 90,26. 
Kepman, Heinz 343,10. 
Keudel (beff. Ad.) vgl. Kodel. 
Keym ſ. Keim. 
Keyper 91,33. 
Khagen (bayer. Ad.) |. Kagerer. 
Kiefweter f. Kyfweter. 
Kinsperg, Kinßperck |. Künsberg. 
Kirchberg, Burggrafen von, Herrn zu 
Kranichfeld 
Dietrich 465,14, U. 7. 
Albrecht 145,9, A. 1. 426, 9.1. 
465. 497,9. 1. 
Kirchberg 
Adam von 427, 21. 
Kirchheim f. Kran 
Kittlie, Herren zu 


berg 
tto 146,26. vgl. 469. 
Otto 146,26. vgl. 469. 
Klad, Elad 
Albrecht 206, A. 10. 430,14. 496,27. 
Georg 429,6. 480,21 ff. 520,14. 
Hand d. J. 429,6. 
Kladrubecz vgl. Gladrobetz. 
Klas von Prud 85,17,23. 86,44. 
Klebfattel 
Ludwig, von Bretten 446,19,20. 
Martin 446,17. 
Klee, Hand 179,6. . 
Kleiffentaler (viel. Kleiffentaler ?), Ulrich 
435,27. 
Klein, Bartholomäus 442, 11.. 
Klein Fridel 208,9, A. 4. 464, A. 3. 
465,9. _ 
Kleindinft |. Richshofen und vgl. Elein- 
dinft. 


Spremberg (Spreng- 


Kleiftentafer (Gleiftentaler) 
Nidel 466, 22. 
vgl. Kleiffentaler. 
Klenau 
Pribit von 146,29, 9.4. 133,8. 474. 
Klepurg, Hartung von 429,8. 
Klindheimer |. Langenlor. 


595 


Klingenau, Hand von, gen. Swiczer 
446,25. 

Klingenberg 

Pendel von 449,18,19. 
Klingenftein ſ. Stein. 
Klürr (heſſ. Ad.) 

Johann 457, 24. 
Klur Kluchgß, Kluchs, Kluchß) 

org 488,1 


Kniftling, Fritz 286,6. 

Knobelsdorf (Knofeldtorff Krofelstorff)) 
Hans 470,11. 

Knoblauch (heſſ. Ad.) 

Kunzmann 458,16. 

Knoͤringen 
Kunz von 427,12. 

Knorr, Dr. Peter 106. 359,6. 363,3. | 
365,25 ff. 366. 368. 369. 370,18. 
376,1,11 ff. 378,3. 396,10... 387. 
399,31. 401,16. 402,25. 403,2,27. 
404,26. 410,6,9. 480,33. 481,18. 

Knott, Jakob 439,19. 

Knüttel, Hartmann 445,23. 

Knylein, Sand 287,10. 

Koberger, Jorg 476,3. 

Kobericz 
Hans von 469,24 ,25. 

Heinrich von 469,24,25. 
Nickel von 469,24,25. 
Puppe von 469,25. 

Kobir, Hermann 86,16,20. 

Koburg, Kobürger ſ. Coburg. 

Koburger, Reinhard 343,14, U. 10. 

Koch, Fritz [Frank] 179,6, 9. 1. 

Kochberg 
Bernhard von, Ritter 74,24, A. 6. 

462,15. 
org von 462,15. 
Kunz von 462,15. 

Kodau, Ian von 474,27. 

Kodel, Apel 463,5. 

Kodt, Jorg 475,25. 

Koheſchin Koheſchein) 

Balthaſar von 461, 29. 
vgl. Kotſchin. 

Kohlhauſen Kolhauſen) 
Berthold von 439, 18. 

Kolb, Kolbe 
Hans von 461,17. 

Kolbel, Hand 80,28. 

Kolbin (Kolbe Frau) 344,14. 

Kolenberg 
Hand Kolemberger 441,18. 

Kofler, Coler, Nbg.⸗Geſchl. 191,9. 
Ehriftiand Frau 345,5. 
Erkenbrecht 275,20. Erkenbrechts 

Frau 345,17. 
Hand 58. 301,4. 344,5. 484,2. 





996 


org 343,11. feine Frau 343,11. 
Nikolaus 302,7. 218, 8. 351,4. 5. 
Stephan 35, 4.1. 44,19. 45,8. 
48,5. 
Koler, Aberlin, gen. Greyff 448,7 
Koler (thür. Ad.) 
Hand 162,29. 

Kolfriß 520,7. 

— Kohlhauſen. 

Kollenberg ſ. Rüdt. 

Koller Keller) 

Otto 465, 20. 

Kolmatſch 

Burkhard von 456,22. 

Köln, Erzbifchof von 10,11. 22,12. 35,3. 
40,28. 141,22. 204, A. 2. 455,18. 
468,18. 

Kolowrat 

Heintid von 339, U. 1. 473, 9. 
1u.d. 
bach KKonspach) 

Srhard von 446, 14. 

Königsfeld 

Hans Kunsfelder 437,14, 15. 

Wilhelm Küngsfelder 435, 25. 
Königshofen 

Stephan von 439,8. 
Königftein ( (Künigftein) 

Johann von 454,20. 

Königftein f. Eppenftein. 

Konrad (Auer?), Richter zu Treswiß f. 
Au, Auer. 

Konspach |. Königebad. 

Kopf. Ko 

Kopf KH), Sorg 345,4. 

Kopp, K 

Sans 466,19. 
org 207,16. 490,14. 497,25. 
Nidel 215, 4. 1. 

Koppenzeller, Koppengeller, Coppenczel⸗ 
ler, Hand 207,6. 490,9. 496,23. 

Kopperig f. Kobericz. 

Koren (Kün?), Hand 490,19. val. Kin. 

Kornberg |. Ei zinger. 

Koßpoth, Coſpot, Koftboden, Kopbaden, 
Coſwede 

Heinrich von 429,12. 

Kaſpar von 206,9. zu Wolframs— 
dorf 435,39. 490,4. 197,16. 
Kaſpar von 462,29. 

Kotelsdorffer, Hand, Kaftner zu Scheßlik 
436,21. 

Kotfhin, Heinz 461,33. — vgl. Kohe- 
hin. 

Kottenau (Ad. Geichl.) 427,15. 

Hand Kottenawer 442,17. 
Jorg Kottner 436,32. 


Koni 


‚ Berfonenverzeichniß (Koler — Kremer). 


Leonhard Kottenawer 442,17. 
Wilhelm Kottenawer 442,17. 
Kottenheim 


Erkinger von 438,22. 
Kottner f. Kottenan. 
Kotwig, Cottwitz (Ad.) 247,2. 332,12 
485,6. 488,31. 
Kopau, Geſchi 204, A. 2. 492, 14. 
Friederich von 435, 3. 
Hans 179, A. 1 (Heinz? vgl. 179, 
m. 206,1. 208,5. 435,3. 487, 
19.491,3. 494,6. 497,15,21. 
Heinz von 157, 9. 179,7 (Hand? 
vgl. 179, #. 1). 435,3. 
Heinz Kopamer 432,13. 
Heinz don (Bopau?) ) 80,36. 
Nidel von 435,3. 
Kraft, Krafft (Nbg. Geſchl.) 
Berthold 278,25. 
Hand Krefftin 344,8. 
Kraft, Kraft, Erafft 521,5. 
Hieronimug 179,2, a. 1. 
ſrgftahafer, Kraftzhofer 87,33. 88,10. 
90 


Katap 297, U. 3. 


" Krag, Ulrih 151, 9. 1. 171,9. 2. 


Krag, Peter 499, 4. 

Krailsheim f. Erailsheim. 

Kraeluck 

Berlt von 426, 23. 

Kramer, Kromer, Cromer, Kremer), Hand 
[Heinz] 207,15, Bar. 15. 208,2. 49, 
16. 496,24. 

Kran, Kranicd von Kirchheim 

Meter 445,27. 

Kranch von Alpersperg 

Konrad 449, 24. 
Peter 449,24. 

Kranchfelt ſ. Kirchberg. 

Kranich ſ. Kranch. 

Kranz, Krank von Geispoltzheim (Gran 
nicz, Cranntz von Genfeläheym) 

Berthold 432, 3. 

Kratz 

Hand Kratzer 442,11. 

Raub, Sand, Kaftner zu SHerrieden 

ran von Enfin ngen, Ulrich 448,4. 

Kraumeldame |. röwelsau. 

Krawar (Crawarn) gen. ven Straßnik 

Peter von 476,5, U. 

Kreb, Krel, Jakob 208, 5, K 3. 490,18. 
497,21. 

Krel, &. 245, U. 3. 

Krel f. Kreb. 

Kreman, Heinz 464,21. 

Kremer vgl. Kramer. 


Berfonenverzeichniß (Krengel — Lamerkheym). 


Krengel Krongele 

Albrecht 457,23. 

Emmerich d. A, 457,22,23. 

Emmerich 457,23. 

Krenkingen 
Eitelhans von, gen. von Weyſſen⸗ 
burg 147,14. 445. 
Kreß Geſchl.) 345,14. 520,24. 

Albrecht 275,19. 

Fritz's Frau 345,1. 

Konrad 5, 9. 3. 

Sebald 283,30, A. 5. 281, 
Kreuleheim |. Crailsheim. 

Kreufiel 

Hand 434,28. 

Sorg 435,9. 
Kreuper, Creuczer 

Chriftian 314,12. 

Heinrich 344,10. 

Sebald 344,14. 

Krewlſow, ſ. Kröwelsau. 
Kreyß von Lindenfels 
Arnold 442,23. 
‚Krofeldtorff] ſ. Knobelsdorf. 
Kroghan 
Albrecht 441,30. 
Peter 441,30. 
Kromer (Nbg. Geſchl.) 
Hand Kr. Frau 344,10. 
Kromer f. Kramer. 
Kronenberg, Kronemberg , Kronberg, 
Eronemburg 

Frank von 23, A. 9. 454,3. 

Frank von 454,3,4. 

Hartmann von 454,4. 

Hartmann von 453, 10. 

Philipp von, Ritter 453,7. 
Krungele ſ. Krengel. 

Kronheim 
Band Kronheimer 427,8. 

Wilhelm von 520,11. 
Kroppenimid 82,33. 

Kroften, Heinrich 466,22. 
Krotendorf (Ad. Geſchl.) 427, A. 5. 

Konrad von 435,24. ‘ 

Kröweldau (Kroweldam , 
Krewlſow) 

Bitſchhans von 448,4. 
Krugk von Someraw, Hans 453, 15. 
Krumpholcz, Jacob 465,3. 

Krygenvoit, Hand 435,35. 
Kuchenmeifter (fränk. Ar.) 

Hand 425, U. 2. 
Kuchenmeifter (heif. Abd.; - 

Heinrich 457,31. 

Kuchenmeifter gen. Heynolt 427, U. 5. 
Fine (Rune) (thür. Ad.-Gefcht.) 164,20, 
. 8. 


Kroweſaw, 


597 


Kulcheßlich, Kuͤlcheſleich, Hans 465,3. 
Kulen (heſſ. Ad.) 
Rudolf 457,11. 
Kulsner, Johann 114. 
Kulftet, Hermann von 462,3. 
Kun, Kün, Hand 208,9, A. 5. 496,35. 
Kün, Hand 208,9, A. 5. 496,35. vgl. 
Koren. . 
Kune f. Kühne. 
Küne f. Dhüna. 
Kun Mn Küngfelder ſ. Königsfeld. 
Kunhofer, Konrad 44,15,17,28. 45,2. 
Künig, Hand 442,8. 
Künig 288,27,29. 
Künig, Sebald 278,19. 
Küunlein, Stephan 499,13. 
Kündberg (Kindperg, Kindeperg, Kinß⸗ 
perd) Geſchl. 91,1. 
Friederich von, (Ritter) 65,13, 4. 5. 
85,7,27. 91,22. 179,4, 9. 1. 
Hand v. Ritter, zu Kreuſſen 434,17. 
Hand von, Ritter, zum Wernftein 
431,24. 
Hand von 435,4. 
Heinrich von 435,3,4. 
Heinz von 435,4. 
Jobſt von 434,17. 
Rüdiger von 432,11. 
Ulrich von 431,24. 
Ulrich von 435, 3,4. 
Kunftat, Conſtat 
Georg von K. zu Podebrad f. Po- 
debrad. . 
Johann Zajimad von 8. 147,3. 
472, A. 2u.4. 474,8. 
 Brodet von, zu Bostowig 474,14. 
Kurcz, Satob 289,15. 
Kürmreut 
Hand Kurmreuter 431,37. 
Hermann Kürmreutier 442,10. 
Jorg Küremreaiötter 432,9. 
Kafpar Kürmrewtter 442,9. 
Küpleben (Kupelewben) 
Hand von, Ritter 463,4. 
Kyencz, Jorg 430,19. 
Kyſweter, Frik 81,3. 


Laber 
Jorg von 441, 22. 
Lacher, Wolfgang 476,14: 
Ladislaus Poſthumus 415,3. 529,27. 
Ladnidu, Waplabef von 474,18. 
Lamberg (Ad.) 
Friedrich Lamberger 478,1. 
Hand Lamberger 1781. 
Kaſpar Lamberger 478,1. 
Lamerkheym, Peter von, gen. Reeinhei⸗ 
mer 146,22. 





98 


Lammersheim, Lommersheim (Lemmers⸗ 
heym, Lumerßheym) 
Jobſt von 448,31. 
Konrad von 454, 7. 
Lamnitz, Miculafd von 474,31. 
Lamprecht (fränt. Ad.) 
Hand d. A. 429,6. 
Landauer, Mathed 344,7. 
Landeck 
Wilhelm 448,27. 
!andenberg 
Michel von 447,16. 
Landsberg, Landsperg 
Konrad von 146 24. 
MWernher von 445, 22. 
Landsberg vgl. Sanpfperd. 
Landßhut, Te Lantzhot, Hans 
208,11, 
Sandwült (Cantioi) 
Sigel 212, A. 2. 
- Beit 433, 10. 
Lang: die Lang Madelen 346,1. — der 
Lang Niclaß 345,21. 
Langenau vgl. Langn 
Langenberger, Balthafar 215,9. 1. 
Sangenlor 
Johann von, gen. Klendheimer 
Klinckheimer) 215, A. 1.. 
Klaus von 215, A. 1. 
Langenmantel, Sangemantel 
Hang 215,4. 1. 
Heinrich 412, A. 1. 525. 526. 
Leonhard 374,14. 
Langno 
Hang 470,12. 
Henze 470,12. 
Lanichs, Cnues von 474, 31. 
Lang dgl. Lienz. 
Sangiperd, Friederich von 81 ‚22. 
Lafdorff, Jorg von 476,3. 
Laſſan (Kazan) ſ. Schlid. 
Lauber 196,1. 
Hand 2.8 rau 345,15. 
Kaſpars Frau 346,2. 
Lauberbach 
Hartmann von 458,7. 
Heinrich von 458 ‚26. 
Henne d. 9. von 157, 25. 
Henne d. vor. Sohn 457, 25. 
Henne d. J. von 457,25,26. 
Laubinger 345,11. 
Laucha (Rauch) 
Jorg von 462,19. 
Lauenburg, Herzog Erich |. Sachen. 
Lauffenholz 
Hans von 429,22. 
Laup, Fridel 82,5. 
Lautinger, Heinrich 476,16. 


1,2 


Perjonenverzeichniß Lammersheim — Leuchtenberg). 


Lautkeiß ſ. Lorkes. 
Layming vgl. Leminger. 
Lebenwerger, Thomas 443,10. 
Lehe 82,16. \ 
Gehn, Heing 80,24. 
Leibundfele, Frigfche 465,1. 
[Reiminger] f. Leminger. 
Keine (Zeuned, Lewneck, Leynecke) 
Hand von 435,36. 
Heinz von 430, 28. 
Mathed von 435, 15,16. 
Wilhelm von 435, 15, 16. 
Leiningen, Grafen von 23, 2. 
Bernhard 145, 19. 454. 455. 487,18. 
Emich d. J. 145,18. 445. 
Heffo 232, 7. 
udwig 388,14. 391,30. * 
Leinynger f. Leminger 
Leinleutrer f. Leynlewtrer. 
Leipolz ſ. Leupolt. 
Leiter, von der (della Scala) 23,12,9.12. 
Reitgeb 
Hang, zu Laufenthal 441,26. 


Leme 

Sybolt d. J 
Leminger 87,30, 3. 
Leminger, [feiminger], Leinynger, Bil: 

heim 206,5. 490,7. 496,25. 

Lemlin, Bolmar d. J. 446,5. 
Lemmersheym f. Rammerdheim. 
Lengenfeld (Lengenfelder 297,4.) 

Hand nengenfelber 178,26. 179, 

A. 


genteräheim Geſchl.) 522, U. 6. 
Kunz von 520,27. 
Peter 207,3. 428,16. 490,8, 4.4. 
496,25, A. 2. 520,18. 
Sigmund von 207,3, U. 1. 215, 
A. 1. 363,3. 398, U. 3. 428,16, 
487,11. 490,8. 496,26. 520,%.5. 


Leonhard, Brobſt und Vogt zu Herrieden 


Leonrod 
Jorg von 430,33. 
Wilhelm von 427,12. 

Reich, Leonhard 433,17. 

Leubing, Dr. Heinrich, Pfarrer .zu Et. 
Sehald in Nürnberg und Domberr in 
Negeneburg 363,16 ff. 364,3. 385, 

1 #., U. 3. 396, X. 1. 397,30. 402, 
3 404, 28. 

Leubolti ſ. Leupolt. 

Leuchinger, Harprecht 443,9. 

Leuchtempeck |. Leutenbeck. 

Leuchtenberg Leutenperg), 
von, Grafen zu Hals 

Jobann 23 11,9. 11. 


J. 457,29. 


Landgrafen 


Lienz Luntz [Lang'), 


Perſonenverzeichniß (Leuchtenberg — Lonsheim). 


Leupold 23,11, A. 11. 
Ludwig 145,8. 434. 
Leupolt (fränt. Ad.) 
Wilhelm 432,24. 
Leutenbeck (Leuchtemped) 
Sigmund 443,3. 
Leutrum (Luthram) von Ertingen 
Paul 445,2 
Lewenſtein f. age. 
Lewpolt, Hand 9 
Leyen (Leyn) 
Engel von der 458,23. 
Rotger von der 458,23. 
Leynecke |. Leined. 
Leynlewtrer, Wilhelm 430,11. vgl. Ton: 
lewtrer. 
Lichtenberg, Ludwig derr zu 147,13. 


eichtenet f. Tübingen. 
Lichteneder |. Liechtened. 
Sihtenain | (Liechtenheyn) vgl. Liechten⸗ 
ſtein, Ulrich von. 
Lichtenſtein ſ. Liechtenſtein. 
Lickartshauſen (fränt. A.) 
Jorg 427,24. 
Liderpach f. Liederbach. 
Lidwach: Lidwacher 521,2. 
Liebenſtein, Libenſtein 
Hang von 447,13. 
Konrad von 447,24. 
Peter von 447,24. 
Liebenftein (= Löwenftein ?) gen. Wefter: 
burg . 
Johann von 453,12. 
Liechſtein ſ. Tiechtenftein, Hand von. 
Riechtenberg 
Hand von, gen. Haſe 448,28. 
Liechteneck (Richteneder 345,2. ) 
Ehriftoph LTiechteneder 134, 9. 
Hand Liechtenecker 442,2. 
Licchtenftein, Rhhtenſtein (MD. Geſchl.) 
179, A. 1, 521,2, 
| Apel von 463,23. 
Eberhard vom 463,13. 
Hand von, Ritter 434,30. 
Hand von (Siechfein), ), zu Billmuthe- 
haufen 462,3 
Konrad von, m Praſt 431,12. 
Thomas vom 437,5. 
Ulrich von L. en! 463,1. 
Liederbach (Liderpach) Geſchl.) 458,7,8. 
Eucharius von 426,23. 
Liegnitz, Herzog von f. Brieg. 
Nicklas, Burggraf 
zu L. und zu Lueg 478, 
einbag, Lymbach, * Johann | Ba 
une) 1 144,8, A u. 3. 478,6 


599 


Fimburg, Linpurg, Schenk von (Geſchl.) 


Zeuftied, Biſchef von Wirzburg ſ. 
Wirzburg. 
Linck, Hand 464, 25. 
Lindau 
Klaus Lindauer 448,22,23. 
Zindenfeld f. Kreyß. 
Link, Lind 
Albrecht 441,12. 
Bartholomäus 429,18,19. 
Heinz 208,3. 429,19. 490, 17. 
496,35. 
Michel 429,18. 
Peter 429,19. 
Linne 
Klaus von 457,1. 
Reinhard von 457,1. 
Linfingen (Ad. Geſchl.) 457, 3. 
Lipa f. Trefa. 
Lipf, jundherr von der 23,8. 
Lippe? vgl. Lipf. 


Lisberg 


Lorenz von 428,7. 


Litthauen, Großfürft Alerander f. Alerans 
der Witold. 
Littwag |. Lidwach. 
Litzburgu, een von 474,19. 
Litzlawitz |. B 
Loeben vgl. . 
Lobin 
Chriſtoph von 469,27. 
Sand von 469,27. 
org von 469,27. 
Kunz von 469,27. 
Nidel von 469,27. 


Locham, Hand von 9,8. 


Lochinger, Hang, von Kaubelfchen 446,26. 
Lochner 
Jorg 276,17. 
Schuld 344 ‚21. 
Kocher 78,25. 
Löffel, Modernus 457,29. 
Loͤfelhon Geſchl. 77, A. 2. 
Burkhards Frau 343, W. 
dand, an der Schmidtgaffe 17. 
9,1. 
Hand, auf der Füll 278,25. 
Wilhelm 77, A. 2. 485,14. 
Logelin, Hermann 458,33. 
Lohr ſ. Lor. 
Loichinger vgl. Leuchinger. 
Lommersheim ſ. Cammeräheim. 
Lonlewtrer, Heinz 430,34. vgl. Leyn- 
lewtrer. 
Lonsheim, Peter von 428,28. 





600 


Loos, Los vgl. Loes. 
Lor 


Tham von 458,24. 
Lorkes, Lorkeis, Lautkeiß, Eberlein 208,6. 
490,19. 497,1. 
Loes, Heinrich 463,9. 
Löſch vgl. Leſch. 
Löſer Loſer) 
Heinrich 465,21. 
Loſs vgl. Loes. 
Loſſaw, Loſſow 
Gumprecht von 469, 28. 
Hans von 469,27,28. 
Hand von 469,28. 
Hand von 169,28. 
Heinrich von 169,28. 
Kaſpar von 469,28. 
Dtto von 469,28. 
Lothringen, Herzoge 
Karl 516, A. 2. 
Rene von Anjou, Zitularfönig von 
Sicilien f. Rene. 
Johann, Sohn Rene'd, Herzog von 
Balabrien f. Salabrien. 
Tothringens Baudemont 
Anton 144, A. 5. 
Friederich 144,23, A. 5. vgl. 445. 
Sohann 144,23, A. 5. dgl. 445. 
Lotterbeck (Rotterped) 
Jorg 443,18. 
Lowcziczek (Lowtzintzek) 
Wilhelm von 474,17. 
Löwenſtein Lewenſtein) 
Gerlach von 457,1. 
Löwenfteins Wefterburg vgl. Lieben- 
vub ſtein gen. Weſterburg. 
u 


Jan von 474,32. 
Wilhelm von 474,32. 
Lubenwitz 
Hans von 461, 23. 
Lubichau, Lubicher ſ, Lüchau. 
Lüchau (Luchaw, Lubchaw, Lubichau 
Friederich von 435,33. 
Hang von 431,1. — 520,15. 
Hand von 434,29. 
Heinrich von 428,9. 
Konrad von 432,16. 
Konrad von 434,29. 
Paul Yubicher 466,32. 
MWeigand von 462,14. 
Luckowin, Luckowen (Luckwenn) 
Friederich 470,7. 
Hand 470,6,7. 
Heinrich 470,6,7. 
Reinold 470,6,7. 
Luder (Ruder) 
Hang von 457,22. 


Perjonenverzeichnif (Roos — Mainz). 


Ludwig der Bayer, Kaifer 359,27. 360, 
5,10. 414,8. 


Lufft 520,26. 
Lug ſ. Lienz, Durgaraf. 
euber, Quer, Zur, Jorg 207,5. 490,9. 
497,11. 
Lumerßheim vgl. Lammersheim. 
Lüneburg ſ. Braunfchweig. 
Luntz f. Lien 
Eupen. &up, Graf Johann von, Land: 
graf zu Stühlingen 23,4. 48. 
Zupfen ? vgl. auch Kipf. 
Zur f. Luher. 
Lüfmer, Otto 325,20. 344,8. 
Luthram f. Leutrum. 
Lutinbach gen. Buchen, Lutterbad gen. 
Buchern, Geſchl. 446, A. 7. 
Balthaſar von 446,16. 


Lutter (Luther, Luthe) 
Henne d. A. von 457,30. 
Henne d. J. von 458,1. 


Lutterbach, |. Lutinbach. 
Lüttich, Biſchof von 35,5. 
Lützelſtein, Grafen von, Herm zu Ge: 
roldseck am Wafihin 145, N. 5. 
Wilhelm 145,25. 449. 
Lynderbech |. Hynderbech. 


Macholcz, Dietrich von 430,6. 
Machwitz 
Erhard 466, 28. 
Hand von 435,29. — 466,27. 
San von 466,24. 
Kafpar von 434,35. 
Nickel 466,26. 
Madrufh, Wilhelm von 4176,12. 
Magdeburg, Erzbifchof von 22,13. 35,9. 
74,26. 


Magnesreuter |. Mengersreut. 
Marenichein, Ulrich 287,19. 
Maiental 
Hand von 427,13. 
Jorg Maientaler 427,19. 
Xorenz von 428,29. 
Maier, Erhard 297,8. 
Maier, Trip 285,13. 
Mainz, Erzbifchöfe von 
(Konrad von Daun) 10,11. 22,12. 
354,9 2. 
Dietrich von Erbad) 124,28. 131, 
20,25. 139,31. 141,22. 144,10. 
162. 163,28. 164,32. 165,19. 
198,16,26 f. 236,16, 4. 2. 238, 
15. 356,1. 363,24. 378,22. 319, 
4. 1. 386,4,20 ff. 397,30. 399, 
22,32. 418,2,11 f. 419,4. 1. 


Perſonenverzeichniß (Mainz — Mendel). 


424,11. 444,6. 452 ff. 455,13, 
A. 2. 456,8. 
(Diether von Sfenburg) 110. 

Mair, des Hand Frau [Hand Mair, Hand 
Mayr) 315,18. 

Maifter, Hand-285, 10. 

Malaw, Urban von 463,7. 

Malerczick von Hertenberg, 
435,10. . 

Maller [Maler], Hand 287,11. 

Malftorffer ſ. Molsdorf. 

Mandel 208,1. 

Mangersreut, Mangeßrewt |. Mengere: 
reut. 

Mangolff, Heinz 430,19. 

Mannsbach (Manspach) 

Berlde von 456, 23. 
Manrieder, Hermann 289,6. 
Mangfeld, Grafen von 

Günther 74,21. 

Bollrath 74,21. 

Mansheim vgl. Mendheim. 

Marcher, Morher, Maricher, Marher, 
Meicher, Hand 207,4, A. 2. 441,15. 
490,8, A. 5. 497,24. 

Mard, Hand 288,24. 

Marckgraff, Nidel 82,1. 

Marher, Maricher |. Marcher. 

Marla 

Hand von 426,33. 


Marſchall, Marfchalt, Marſchalck (ohne 
Beinamen) 521,3. 
Heinrich 465,21. 
Kunz 431,31. 437,16. 
Dtto, zu Eybad 430,14. 
Wilhelm, Pfleger zu Lauf 41,1. 
Woffel 79,27. 
vgl. Marftaler, Marftaller. 


Albrecht 


Marfhall, Marfhalt (von Guttmanne: | 


haufen) Geſchl. 462, A. 3. 
Gebhard 462,26. 
Sand 462,26. 
Heinrich 462,26. 
Rudolf 462,26. 
Marſchall von Pappenheim f. Bappen- 
heim. 
Maritaler, Jorg 448,30. 
Marftaller, Kunz 441,19. 
Marftallerin 343,9. 
Rain V. Papft. 12, 4.7. 44, 10, 29f., 
2. 


Map, Hand von der 344,13. 
Mapendorffer, Wolfgang 475,25. 
Maur (voigtl. Ab.) 

Hand 461,22. 

Hang d. J. 461,24. 

Jaen 465,26. 


601 


Mautner von Kagenberg 
Sorg 446,2. 
Marelrain, Maechjelrain (Mefjelreyner) 
400,4. 
May, Heinz 208,11, A. 7. vgl. Meir. 
Mayer, Martin, Licentiat 104. 380,4, 
A. 1. 384,6. 401,28. 410,5. 413,15. 
Mayer,. Heinz 289,10. | 
Mayer, Ulein 259,12. | 
Mayr f. Mair. 
Mayröperger von Purtebah, Andreas 
476,9. | 
Mecheling |. Milchling. 
Mecher, Konrad 434,2. 
Medlenburg, Herzoge 
Heinrich d. A. (von M.-Stargard) 
141,3. 374,1. 468. 
Bene (von M.-Schwerin) 468, 
2. 


Medlinger, Johann, Ehorberr zu And- 
bach 357,3. 376,1. 378,3. 
Mehlen ſ. Melen. 
Meicher, Hans ſ. Marcher. 
Meidburg, Maidburg ſ. Magdeburg. 
Meihſsner, Hand 278,21. 
Meilenhaufer f. Meylenhaufer. 
Meiling (Meillinger, Meylinger, Mew— 
linger, Melinger) 
Satob 206,4. 490,5. 497,27. 
Martin 433,17. 
Mein, Heinridy (im Texte fälſchlich Diet- 
rich) 462,11. 
Meinczer, Heinz 215, U. 1. 
Meinreih, Erhard 82,2. 
Meir, Heinz 491,3. vgl. May. 
Meißen, Markgrafen 
Friederich d. Streitbare |. Sachſen. 
Wilhelm 11, U. 1. 35,7. 
vgl. Sachſen, Herzuge. 
Meißen, Burgagrafen |. Reuß v. ‘Plauen. 
Meißen, Biſchof von 74,25. 
Melber, Otto 343,10. 345,2. 
Melber, Meibel, Beit 77,12,14, U. 1. 
Meldingen, Melding, Meldeck 
Beringer von 464,18. 
Erhard von, Ritter 208,8. 464,18. 
196,34. 


Meldowa, Ondruje von 474,21,22. 
Melen 

Berndt von 470,8. 

Hang von 470,8. 

Rupredt von 470,8. 

Bolz von 470,8. 
Melinger |. Meiling. 
Memminger, Lorenz 310,10. 
Mendel 

Hand 345,4. feine Frau 345,3. 


602 


Leonhard 84,15,35. 85,32. 87,24. 
(dgl. Menlein) 486,12. 
Marquards Frau 345,13. 
Peter 302, A. 4. * J. 480,19. 
481, A. 3. | 
Wilhelm 12,8. 
Mendorf 
Hand Mendorffer 441,33. 
Kafpar Mendorfer 441 ‚23. 
Ulrich Mendorf 443,9. 
Mengersreut, Mangersreut, Mengeß⸗ 
rewt, Mangeßrewt Geſchl. 204, A. 2. 
492, 14. 
Hand von 432,23. 
Mathe von 59. 64 ‚19,4. 3. 65,9. 
88,18. 89,25 f. 90,5,13. 
Michel Magnesrewter 441,31. 
Ruprecht von 206,5. 432,12. 490, 
7. 491, Bar. 3. 497,16. 
Mentein (Mendel?), Leonhard 88,12. 
Menlich, Fritz 446, 21. 
Mendheim, Berthold von, gen. Schren- 
denipan 446,19. 
Menzingen 
Wilhelm Menczinger 450,16. 
Merlau (gen. Böhm) (Geſchl.) 458,2. 
Se en bon Rerlaw 458,21. 
vg 
Rerjeburg Merhburg), Biſchof von 
74,20. 
Meijelreyner f. Marelrain. 
Meiner, Mettner, Heinrich 208,13,4. 7 
491 3. 
Mettelbas, Hand 448,8. 
ß, Bifchof von 118. 
Meifeban Mewsbach) (thür ⸗ſächſ. Ad.) 
207,7. 496,28,29. vgl. Newſebach. 
Mewiinger, Menlinger 1. Meiling. 
Meylenhaufer, Jorg 430,30. 
Meyfenbug, Menfennud, Weyſenbughe 
Hermann? ſ. Weyſenpuch 
Johann von 456,20. 
Wilhelm 457,8. — 462,21. 
Michel, Kunz 80, 21. 
Mießberger f. Mißperger 
Miſhins (Mecheling) heit Ad.⸗Geſchl.) 


mil, | wg, Mylcz) 
Dietrich von 487, 25. 
Engelhard von 439, 9. 
Diftelbert hifeipet, Miſtembech) 


Hans 413,20. 
Wilhelm 435,9. 
Mittelburg 


Ertinger von 430,32. 
Mittelhaufen, Celiar von 461,30. 
Mol 286,23, A. 5 
Moller, Friß 465, ; 


Perfonenverzeihnif (Mendel — Muffel). 


Molsdorf (voigtl. Ad.) 

Hand Molftorff 466,26. 

Nickel Malftorffer 466,26. 
Momer, Jakob von 448,22. 
Montfort, Grafen von 

. vbrgo, Johannitermeiſter 22,10, 
1 


Wilhelm 22, A. 12, 23,10. 

Monynger 521 1. 

Morcher f. Marcher. 

Mörle, Mörlau, gen. Böhm (Morle gen. 

Behenn) 
Hand von 429,21. 
val. Merlau. 

Morndheim 
Hang von 431,2. 

Kunz von 438, A. 1. 

Mörs, Graf von 23,2. 

Morabad), Morsbeck (eichftädt. Ab.) 
Utrich 439,7 

Morftein 

Chriſtoph von 432,17,18. 
Engelhard von 432,17,18. . 
Urban von 432,17,18. 

Morungen (thür. M. Geſchl. ) 462,29. 

Möſch, Rung 81,13. Sand 81,16. Bolf 

81,15 

Moßhamer, Luz 463,19. 

Moßheimer 
Sigmund 476,11. 

Wolfbard 476, 2. 

Moßnaw, Mufchnaw, Mufchenamwe 
Abt (Alt?) von, zu Goͤding 476,18. 
Befthenig von, ‚a Göding 176,8. 
Georg von, zu Zeinig 476,21. 
Hand von 174, 15,16. 

Heralt von 474, 16. 
Jan von, zu Buchiau 176,7. 
Jorg von 474,15,16. 
MWapla von, zu Horfchau 476,27. 
Zenfo von 474,15,16. 
Motſchidler (fränf. Ad.) 
Hand 173,3. 
Motter, Peter 84,35. 85,32. 87,25. 


297,4. 
Mücheln (Muchel) 
Chriſtoph von 430,4. 


Mudenthal 


Emmeram Muckentaler 441,33. 
Muffel (Geſchl.) 101. 

Fritz? ſ. Müffellein. 

Nicklas 84,8. 85,31. 103. 158, 
4.1. 164, 9.1. 170, 9.1. 20, 
4.2. 211,91. 215, A. 2. 218, 
4.2. 221,9. 1. 318,6. 321,8. 
357,7. 362, W. 3. 363,29. 369, 
1. 382, 9. 1. 395,32. 396,1. 
397, 13 ff. 398,10,23,29,3. 


Perſonenverzeichniß (Muffel — Niczficz). 


410,5. 411,11. 412,17. 413,15. 
451,4. 1. 477,7,9.1. 
Muürfellein, Fritz 278, 13. 
Mugenhofer 344,9. Dugenboferin 315,9. 
Hand M. 485, Bar 
Mülberg bayer. A.) 
Hans 441,14. 


Mülenbadh, Otto von 456,25. 
Mülhauſen, Hand von 463, 27. 
Mülih, Kunz 286,22. 
Mülwitz, Mulwig 

Dietrich von 462,6. 


Müllner, Hand 396,8,18, A 
Mülmer, © Johann, Katbiehteiber 103. 
06 


Mülner, Thomas 288,25, U. 3. 
Münd (Münid) 
Heinz 463,6. 


Rind von Rofenberg (Munich von Ro» 
femberg) 
org 446,3. 


Münchaurach, Abt Johann 28,6, U. 2. 
53,4,10,17. (Ritol.) 170, Par. 10. 

Münid) ſ Mün und. 

He Buchsecke |. Buſeck gen. 


Rünfter 
ngelhard von 404,30. 
Gangolf von 448, 23. 
Dewald von 448, ‚23. 
Drüngmeifter (Munzmaifter) 83,13. 


rad) 
Albrecht vn, Hofmeifter Pfalzgraf 
Dttod 4 1.4. 
Engelhard Märader 450,20. 
Erhard von 431,35. 
Friederich von, Riiter 431,35. 
Jorg Müracher 442,2 
Müring, Mürring, Murind, Murrint 
Georg 81,20.91,4 
Heinz 206,6, A. 5. "490, 15. 496,27. 
Otto 79,18. 
Murrind, Erarch 469,27. 
Mufcnan f. Moßnaw. 
Myien 
Fabian von 465,26. 
Heinz von 466, 19. 
Marquard von 466,30. 
Mypperger, Balthafar 13, 32. 


Nankenreut 
Heinz Nanckenrewter 435,37. 
Nappenheym, Hans von 445, 24. 
Narb, Jorg 435.20. 
Rarr, Nar, Heinz 207,15. 490,14. 
496,21. 


603 


Naffau, Grafen von 

Adolf 23,6. 

Johann 145,20. 454. 487,24. 
Natheliferin Notheifferin) 344, 13. 
Raumburg —B viſchof von 

74,22. 
Nayneck ſ. Neuneck. 
Neff, Hein 333 
Negwer, Wilhelm 436,5. 
Nehodina, Sfaſſewoͤth von 474,18. 
Reidberg 

Erhard Neyperger 466,33. 

Klaus Neipperger 427, ‚18. 
Neideck, Neydeck 

Hand von 432,2. 

Hein ny von 429,7. 
Neiperg, Neitperg 

Hand von 230,9. 232,1. 
A. 3. 396,30. 404, 13. 
Neithart, Bartholomäug 315,20. 386, 
12,4. 1. 
Netter 

Berlde von 457,13. 

Reinhard von 457,12,13. 
Neuendorf 

Heinrid) von 466,29. 

Neuenftädt (Rewenftatt) 

Hand Newenftetter 435,17. 

Helffrih d. J. von 441,15. 

Jobſt Newenftetter 435, 33. 
Neuhaus, Herr Ulrich von 472, 18. 
Neuhaus 

Hartmann vom Newenhauz 446,20. 
Neuhaus vgl. Neunhaus. 
Neuhaufen (Newhauſen, 

Nünhauſen) 

Marr von 447,30. 

Philipp von 146, 6. 

Reinhard d. J. von 447,23. 

Wolf von 447,11,12. 


382,7, 


Neunhaufen, 


. Neuhauſen (heſſ. Ab.) 


Dietrich von 457,6. 
Engelhard von 457,6 


Neuneck, Newnecke, Ratnert, Geſchl. 


492, 13. 
Hand von 448,18. 
Leonhard von 205,3. 429,17. 
2. 490,1. 494,5. 496,22. 
Martin von 448,1. 
Neunhaus, Peter von 478,10. 
Newburger, Leonhard 289,2. 
Newmeiiter, Hermann 288,4. 
Newſebach, Liepman von 465,7. 
Neydeck |. Neided. 
Neyperger ſ. Neidberg. 
Nickelaſcko 80,7. 
Niclas, Meifter, parbirer 345,17. 
Nicaflcz, Jan von 461,19. 


488, 


604 Perſonenverzeichniß (Nidda — Pad). 


Nidda |. Ziegenhain. Soienitein, eng, gen zu 147,16. 
Nides HIN — 444, A. 1. 445. 
ngelhard d. J. von 446, 20. 
Nikolaus V., Papſt 338. 382. 384. 385. Sen, Ddenberger 462, 24. 
390,12. Stephan Odemberger 439, 12. 

Rippenburg Ulrich denberger 429,5. 

Fritz von 447,28. Offenburg Ofemburg) 

Georg von 447, 25. ° Heinz von 448,22. 
Nithart, Meifter Peter 385, 4. 5. Die, Wilhelm von 457, 19. 
rihnit vgl. Niczficz. Olhafen, ae 215,91. 
Norded Ols, heges onrab Kanthner von 10,6. 

Adolf ven 158,4. 11,2, 

Philipp von 458,4. Ort, Klaus vs . 448,28. 

Nörtwein: Hand Nörtweinin H. Nort- Ortel: 

wein! 314,4. Fritz 288,28. 345,1. 
Nörtwein, Peter 430,31. — 443,12. Hermann 278,7. 
Noß, Johann von 428,25. Drtenberg (Orttenberg) 
Nothaſt (fränt. Ad.) Friederich von 448,22. 

Chriſtoph 434,34. Ortenburg, Ortenberg, Graf von 23,4. 

Fritz 432,23. Drtenburg |. Cilly. 

Heinrich d. 3. 427,15. 487,19. | Drtlein, Dieg 82,12. 

496,24. Drtlieb 

Ulrich 134,24. Hand 9, A. 8. 
Nothaft (Ihwäb. A.) Uri 44,8. 

Bermelt 417,15. Dich, Veit von 438,29. 

Hund 447,12. Diterreich, Herzoge 

Peter 447,15. Ernft 10,5, U. 5. 11,1. 

Wernber 447,15. Friederich (III.) —8 Friederich. 
Nothelfferin ſ. Nathelfferin. Albrecht 106. —8 18. 198,14. 215, 
Nuremberger, Büchjenmeifter 86,9. .U.2. 236,22. 237. 347,7. 390,6. 
Nürnberg, Burggrafen 386,4. 395,1, A. 1. 399,17. 

Friederich (V.) 111. 360,14. 422,28. 423,9. 6. 424,12. 437, 

vgl. Brandenburg, Markgrafen. A. 3. 444,9. 450. 451. 475,6. 
Nußberg Sigmund (von Tirol) 106. 451, 
Hand Nußperger zu Calnperg 443,3. 14 f., WU. 3. 
Nützel Geſchl. ) 1v1. 272, 16. Oſtheim 

Bertbulh 58, 60. 342,7 . 343, 4.1. org von 428,2. 

Berthold 486,5. Dithofen, Beter von 446,10. 

Fritz 21, U 7. Dftringer ſ. Dürr. 

Gabriel 112. . Oswaid von Wien, ſ. Wien. 

Nydede ſ. Nideck. Dt, Konrad 374,15. . 
Ä Dtling |. Ottling. 


Otmanshauſen 

Konrad yon 462, 19. 

Otnant, Weigel 278,31. 

Dttendörffer 92,9. 

Dettingen, Grafen 23,2. — 527,35. 
Sohann 450,3. 464,2. 
Uri) 146,7. 450. vgl. 521,17,38. 
Wilhelm 146,7. 209, U. 2. 450. 

val. 521,17,38. 


Doerheimer (bayer. AB.) 
Hand 4112,23. 
Oberift, Stad) von 474,239. 
Oberndörffer 83,4. 87,10. 
Obernitz, bernig, Ubernig 
Hand 206, N. 12. 427, 24,25. 
496,32. 
Reutold von 431,32. 
Nidel von 461,25. 


von 461,25. Dttling, Detling 
Sbrjiffie vgl. Oberift. Oswald Detlinger 372,7. 
—2 Bee 464,23. Dw ſ. Am. 
Ochs (DO 
Sans 32,6. 


— — — — — — — — — 


Pach ſ. Bach. 
Kung 437,9. Pad, Ulrich 432,6. 





Perjonenverzeichniß Wale — Pfalzgrafen bei Rhein). 


Pale 

Bernor 428,1]. 

Berterman 428, 11. 
Panewig 

Heinrich 469,30. 
Pappenberg 

Fri Puppenberger 436,5. 

Pappenheim, Marfhälle von 

Haupt 432,4. 5 

Sorg 214, 9. 2.432,26. 

Konrad, suGräfenthal, Ritter 74,13. 

Rudolf 432,4. 5. 


Parsberg 
Chriſtoph bon, Ritter 441,28. 
Chriſtoph d. J. von 435, 26. 


Friederich von 431 ‚36. 
Mernher von, Ritter 59. 60. 64,19, 
65,8. 66,14. 84,8. 413,16. 484, 
26,4. 5. 
Part, Dietrih 80,26. 84,25. 88,11. 
90,19, 92,2. 
Paſſau, Biſchof von 34, A. 2. 230,14. 
375,37. 
Paulsdorf 
Heinrich) Paulstorffer zu der Kürn 
‚17. 


Paulus, Meifter, Wundarzt 294,18. 
Paulus, Meifter 86,9. 
Paulus, Meilter, fchirmmeijter 259,20. 
Paulus, Markgr. Albrechts v. Branden⸗ 
burg Trompeter 207,11. 490,12. 497,1. 
Paumgartner 
Agnes, Konrads Tochter 344,21. 


Konrad 5. 14, U. 3. 58. 60. 85, 26. 


231, WI. 245,2. 301, 9.5. 
308, A. 1. 318,17. 322,1. 343, 
A. 5. 314,21. 365,13. 374,10. 
375,32. 377,33. 399,2. 413,15. 
484,3. feine Frau 313,5. 
Konrad d. J. 245,4. 1. 484,24. 
Margarete |. Zucher. 
Sebald 343,12. 
Puaumgartner 
Hang 431,2. 
Michel 438, U. 2. 
Pawr, Otto 314,21. 
Payer, Kunz 289,21. 
Payr, Fritz 87, 22. 
Pechlinger (Pochlinger), ], Michel 345,6. 
Pe, Hermann 84,24. 
Pet, Otto 366,36. 367,10 f. 
Peckſlaher, Endres 286,3. 
Pedenburck, Jorg von, (Ritter) 9 
Peer, Hector 484,19. 
Beffenhaufen 
Fritz Perfenhaufer 435,21. 
Pehaim |. Beheim. 
Peheim, Leonhard 289,4. 


605 


Peheym ſ. Beheim. 
Peicken, Wilbrecht von 428,20. 
Beifcher f. Peuſcher. 


Peler, Kunz 466,20. . 





| Beer f. Pömer. 
Penninger, Ulrich 278,13. 
Benkhofer. Meinhard 442,2. 


Perckhaim (bayer. Ad.) 
Jakob Perckhamer 442,6. 
Perg ſ. Berg. 


Berge Berge. 


Peringer [Preninger], Hand 289,18. 

PBeringer, Hand 498,27. 

Pern, Herr Stephan von 21,11, A. 3. 

Bernhartin 346,2,3. 

Pernolt 'Berolt)von St. Kathrein 343,6. 

Bertmunt, Stephan, gen. Windheczer 
428, W. 5. 

Pefe, Brig von 463,10. 

Peſſerer, Stephan 433,20. 

PBeifingen, Heinrich von 462,12. 

Bester 288,19. Peſſler, Nicklas 288,8. 

Peter, Meifter, Arzt 27,4. 1. 

Petrowitz, Micolad von 474,29. 

Pepenjteiner, Heinz 287,25. 

Pepenfteiner, Peter 287,24. 

Peplinger f. Pötzlinge 

Beufcher, Beufcher, Beifcher 

Gebhard 206,7. 215, A.1. 430,10. 
487,19. 190,5. 494,5. 4%, 23. 

Wilhelm 438, U. 1. 

Pewmburg, Beioneburg | Boyneburg. 
Peyr, Heinrich 34,4. : 
Pfaff, Burkhard 215, x lt. 
Pfahlspointner ſ. Pfalspeunter. 
Pfaller 
Kunz, gen. Sneck 129,3. 
Reonhard 429,3. 
Pfalspeunter 
Heinrich 438, 22. 
Pfalzgrafen bei Rhein 
Lupwig (III.), Kurfürſt 10,11. 22, 
34, WA. 1 u. 2. 35,4, A. 6. 
38, >. 10, 31. 48,11. 

Ludwig (IV.), Kurfürft 123, 12. 
124,1. 126,25. 134,3. 135,7. 
139,20 ff. 141,4,19. 198, 9. 2. 
355,23. 357,15. 358,29, 9.1. 
365,10. 381,23. 383, A. 1. 419, 
4.1. 443, A. 1. 518,2. 

Friederich der Siegreiche 108. 110. 
112. 118. 198 (vgl. 383, 9.1). 
231,10,17. 232,8. 236,25 f. 
237,7. 238,14. 381,24. 382, 
21,30. 383, A. 1. 386,2,13 ff. 
388,15 ff. 390,21 ff. 391—395. 
413,17,20. 526,17. 527,9. 1. 
528, 34,38, A. 3. 529, 2 ff. 


606 Berfonenverzeichniß (Bialzgrafen bei Rhein — Bodftorfferin). 


Fohann von Neumarkt 22,7, A. 5 
u. 7. 47,3. 49,16. 50, 9. 2. 51, 
13. jeine Gemahlin 25,7. 

Christoph von Reumartt, König 
von Dänemark 22,8, 4. 7. 74,1. 
160,9. 1. 

Stephan von Simmern, Zweibrüden 
und Beldenz 22, 1% 5. 144,19. 
440. 

Friederih von Simmern und Spon- 
heim 144,21. 440. 

Ludwig von Zweibrüden u. Beldenz 
110 


Otto von Mosbach (und Reumartt) 
22,7. 29, A. 1. 47,3. 48,10. 
49,17. 51,13,16. 124,28. 144, 
19. 160,3, 9. 1. 170, Bar. 19. 
175,10. 176,2. 177,14. 204,12, 
4. 2. 207,13. 208, 9. 6. 209,1. 
225,2. 230,3,4. 231,9. 339,3, 
9.1. 346,17. 347,1. 361,18. 
404,25. 423,19. 439 ff. 471,15. 
473,18. 490,13. 492,9. 493,17, 
21. 494,!. 497,22. 521,13,31, 
34. 527,32. 

Piannenfmid, Hans 285,3. 

Pfanſmid, Frig 288,20. 

Pfeiffer, Heinz 345, 13. 

Pfeiljmid, Kunz 287, 12. 

Pfinging 

Beckhott 102. 

Berthold 318,7. 480,10. 484,2. — 
249, A. 2. 302, A. 4. 

Chriftian 344,11. 

Georg 12,9. 42.43. 44,1.— 275,20. 

Ludwig 111. 270, 42. 271,3. 
332, A. 3. 485, 

Peter 278,24. 316.18. 

Sebald 9,8, A. 3. 10,9. 7. 12,7, 
A. 5. 35,15. 43,4, u. 4,19. 

Scebald 484,30. 

Pfirgner, Wilhelm 443,10. 

Prifter, Konrad 278,1. 

Pflu 

Sebaſtian, zu Schwarzenberg 230,4, 
A. 2. 430,27. 

Pfnurr, Pfnürr: Pinurrin, 344,1. Heinz 
Pfn., Pfurer 289, 3. Kunz Pfn. 
277,20. 

Pforten Ä 

Heinz von der 462,16. 

Pfurer |. Pfnurr. 

Pibbracher 86,2. 

Piberſtein f. Biberftein. 

Pihau, Biſchow 

Diprant von 470,6. 

Ridel von 470,6. 

Piderman, Kunz 179,1, 4. 1. 


Pie vgl. Beiden. 

Pienkenau 
tto Piengenauer, Pen zen wer zu 
Kemnat 231, A. 3. 232, 11. 


Pilgram (Geſchl.) ioi. 
Pie 


h 
Wilhelm Pylſacher 431,37. 
Pinczenſtock ſ. Binczenſtock. 
—8 Pingenſhu 85,28. 91,20. 
PBipernollen f. Valckne 
Pirckenauerin 343.4. [Pirdenauer] vgl. 
Pirkheimer, Hand. 
Pircker 
Kunz 215, A. 1. 
Pirkheimer, Pirdepmer, Pircamer, Pird⸗ 
mer, Geſchl. . 3. 
Franz 215, Pi y . 484, 23. 
Hand 344, 22. 345,8. (Pirdenauer) 
345,15. 
Rorenz Frau 343,7,8.  : 
Thomas, Domberr zu Negendburg 
384,28 ff. 355,16 f. 


Pirlin ſ. Höchftetter. 

Pirmunt und Erenberg, Herrn zu 
Friederich 147,7. vgl. 453. 
Heinric) 147,7. vgl. 453. 
Johann 147,7. vgl. 453. 

Bitler 
Frenzel 470,10. 

Hand 470,9,10. 
Hand 470, 10. 
Reinolt 470,10. 

Plaen |. Plauen. 

Plagoy |. Blagay. 

‚Baba 
Janko 60. 

Plandenberg |. Blandenberg. 

Planckenheim ſ. Blankenheim. 

Planckenſteiner, Heinz 346,2. 

Plaßenberg, 

Fritz hlaſſemberger 435,34. 
Hand ‚Plafjenberger 436, 3. 

Blaterberger, Johann va 209, A. 2. 

Johann d. J. 209, A. 2. 

Plauen, Herrn von ſ. Reuß von Plauen. 

Plauen (PBloben!, Hand von 346,4. 

Fa Friederich 81,26. 

Pleyfar, Heinrich 457, 22. 

Plickner, Kunz 498, 29. 

Bloben f. Plauen. 

Plockner, Achatz 439,13. 

Pochlinger) |. Pechlinger. 

Bor, Ulrich |. Bod. 

PBodenftein [Boppenftein], Albrecht 82,8. 

vgl. Poppenftein. 

Bofim 86,28. 87,5. 

Boditorfferin 344, 15. 


Perſonenverzeichniß (Podebrad — Purg). 


Podebrad, Georg von 112. 147,1. 229, 
A.2. 364,21. 400, U. 2. 470-474. 
475,9,20. 494, A. 3. 

Podemberger, Friederich 433,13. 

Pogner, Hand 297,4. 345,18. 

Polenz, Geſchl. 469,13. 

Friederich von 470,3,4. 
Hand von 470,3,4. 
Pol, Kunz 262,5. 
Pollinger, Pöllinger 79,13. 
Burkhard 441,14. 
Fris 412,30. 
Sorg 441,12,13. 
Nicklas 437, 7. 
Polnig (Bolnicz), ( (Ad.⸗Geſchl.) 461,22. 
Pömer, Pemer 
Balthafar 484,29. 
Hektor, Propſi zu St. Lorenz in 
Nürnberg 117. 

Pegin 486, 6. 

N. Jorg, Sebald 270,1. 

Pommern, Herzo 

era Kuna in Stolpe 144,1, A. 1. 


Apratidfan (IX. von P.-Wolgaft) 
144,1, A. 1. 467. 
Barnim (VII. von PB. :Wolgaft) 

144,1, 9. 1. 467. 

Vorhenſtein 82,8. 91,16. vgl. Pocken⸗ 
ein. 

Poppfinger ſ. Bopfinger. 

Por, Pore ſ. Bora. 

Porro, K. Si or) Narr 930. 


ER 430, 5. 

Nidel 81,11. 

Urban 81,11. 461,26, U. 5. 
Pofern (Ad.⸗-Geſchl.) 461,20. 
— St. Georg. 

Poſtupic, Idenet von 472, A. 2. 
Pötzling 87,20. 
Pötzlinger, Boplinger 

Hand 435,14. 

Kunz 178,29. 179, A.1. 427,9.5. 

Stephan 178, 29. 179, 41. 

Pöplinger, Peter 285,8. 
Pradeniver, Hand 387, 23. 
Prait f. Brait. 
Praitenpad) ſ. Breitenbach. 
Praitenfer, Degenhart 441,12. 
Prandthoch Branthoch) 

Hand d. U. 448,3. 
Präntl Prentel. 
Prantner ſ. Brandt. 

Prechtel, Eberlein 431,11. 
Preckendorffer ſ. Breckendorf. 


Staͤdtechroniken. II. 


607 


Predo ſ. Bredow. 
Pregler 344,14. 
Pregler, Heinz 438,25. 
Prem, Hermann 208, 4. 490, 18. 496,33. 
[Preninger] ſ. Pering er. 
Prenner, Klaus, von Sumper 446,23. 
Prentel (bayer. ab.) 
Heinrich 431,38. 
Prenttel, Hand 285,3. 


reuß 
Mathe 431,27. 
Preüß 80,16. 
Preudlinger 
Heinz 435,13. 
Dtto 435,13. 
Preiver |. Bruber. 
— Brieg. 
Protiſch 289,18 
Prompnitz, Melchior 432,29, 


Propel 178,4 
Prophet, Heinz 287,22. Stephan 288, 
27. 


Proifewis, Hand 464,23. 


Proftiber; f. Broftibers. 
Proyck ſ. Rheined. 
Pruck ſ. Klas. 
Prückner, Hermann 286,14. 
Prügel, Hand 287,21. 
Prunner, Fri 288, 21. 
PBrünfter, Geſchl. 479, 12. — 89,21. 
Sand 169, U. 1. 
Hand Prunfterin 344,13. 
Jakobs Frau 345,4. 
Lorenz 427, U. 6. 
Thomas 206, 10. 490,16. 496,27. 
Puchewicz |. Buchwitz. 
Puchfelder, Sigmund 432,9. 
Puchhauſen 
Seifried Puchawſer 433,14. 
Püchler, Sebald 345,12. 
Puchner 254,2. 
Puheegeſ Buſeck. 
Pudensdorf 
Hand Pudemsötorffer 441,14. 
Sorg Pudemstorffer 442, 4. 
Kunz Pudemstorffer 442, 4, 
Puͤff, Puff, Klaus 278,4. 287,16, 
nun Püchler. 
Puͤlnh ofen 
Hans Pulnhofer, Puͤllenhofer 206, 
11. 442,31. 490,17. 497,23. 
Pünaw, Punam f. Bünan. 
Bunpinger f. Bunzingen. 
Purdart ſ. Burkhard. 
Pürdel 85,28. 86,2. 87,8. 90,28. 
Purg, Hand von 80, 35. 


39 


608 Perſonenverzeichniß Puſch — Rederode). 
Puſch Ramung 
Erhard 465,21. Hand 434,8. 
Kunz 81,29. Randsacker (Randepader) 
Putenberg, Geſchl. 88,7. Kunz von 437,15. 
Pütner, Jakob 92,7. nalen 
—— J —* Pitrich, Putreich, M N ae 465,25. 
Ge athfamhaufen (Rat 
— I. 1. " Hand Ar | Iiynhauſen Bu El 


P. von Reichertshaufen 
Jakob 231, N. 3. 232,11. 
Puttendorff, Putenborf ſ Buttendorf. 
Büttner, Hertel 278, 
Pylſacher ſ. Pilſach. 
Pyſentz ſ. Befangon. 


Duos (Quoß) 
Donat 461,17. 


Nabe (voigtländ. Ad.) 

Albrecht 466,17. 

Aldman 436,2. 

Eberhard 466, 22. 

Konrad 466, 29. 

Wilhelm 466,29. 

Rabenau, von der (heil. Ad.⸗Geſchl.) 
458,4. 

Hermann 458,31. 

Rabenftein, Mb Ad.⸗ Geſchl. 204, A. 2. 492, 

—— Asa, 26. 

Sand 434,26. 

Hand 434,26. 

Hand vom 436,2. 

Hartung 434, 26. 

Jatob dom 437, 3. 

org 206,8. 208,10. 431,26. 490, 

4. 497,15,18. 

Kunz von 429, 8. 

Oswald 178, 35. 179, 9. 1. 
Rabicz, Odwald von 434, 2. 
Rackowa, Habard von 474, 27. 
Radneder (Radecker] 345, 13. 
Raidartter f. Reichert. 

Raigel von Lyfringen 
Michel 449,24,25. 
Peter 449, 24, 25. 

Raitenbuch 

Hans Raitenpucher 441,5. 
Rakendorffer, Ulrich 442,11. 
Ramberg, Ramperg 

Erhard von 136, 10. 

Hand von 445, 28. 
Rammelftein 

Leonhard Ramelfteiner 442,26. 
Rammingen, Ramingen 

Band bo don 10, ‚22. 

amsberg v amberg, Ramper 
amſtein ſ. —E ſtein he vers: 


Ratmann, Kunz 8. 16. 
Rattiteten, Peter von 448,29. 
Rau (Rawe, Ruwe) von Holzhauſen 
Henne 457, 23, 24. 
Heinrich 15 8, 5. 
Raueneck (Rauhenecker) 87,6. 
Raumenkaſten, Hermann 82,14. 
Raufchenberger, Jorg 441, 19. 
Raufchner 
Hand 465,24. 
Dtto 435,32. 
Raufinow (Rafıhinan) | [Riefenburg, a 
Kan), Johann von 472, A. 2u. 4 


Name Rau. 
Rawhendorffer, Lamprecht 433,14. 
Raz, Ra 

Berthold 441,29. 

Hand 427,19. 

Kunz 441,29. 

Ulrih 427,18,19. 
Razenberg 

Kunz Raczenberger 435,11. 
Meberoide ſ. Nederode. 
Rebhar, Konrad 91,27. 
nechberg, Rehyerg, Geſchl. 204, 9.2. 


5,1 


— von, Ritter 47,9. 4. 
Hand von 520,2,6,9,19,22. 521,3. 
a won R., Hohenrechberg 205, 
7,10. 487, 15. 490,1. 49, 
4. 496, 21. 
Ulrich von R., Hohenrechberg, Rit- 
ter 439,11. MT, 9,10. 449,41. 
Ulrich y. R., Sobentechberg 47, 13. 
Beit von 433, 1. 520,24. 
Wilhelm von R., Hopenrehten, 
Ritter 370,18. 427, 10, 4.3. 
Wilhelm von R., Bohenrehhberg 
439,11. 
Rechenberg 
Sans d. A. 176, 9. 2. 252,10, 
4. 1. 485,18. — 345,3. 
Melchior Rechenberger 215,3, 4. 1- 
Ned, arg 85,26. 
Redenhofen 
Hand d. A. von 429,4. 
Hang d. F. von 429,4. 
Rederode, (Rebersibe, Vereoide) heſſ. 
Ad. Geil.) 457,17. 


Berfonenverzeihnif (Redwitz — Rheined). 


Redwitz 
Albrecht von, Ritter 431,32. 437,17. 
Eyrich von 466,28. 
Hand von, Ritter, Amtmann zu 
Holnberg 430,17. 440,22. 
Sand von 79,27. — 435,5. 
- Sand von 436,1. 
Heinz von 436,32. 
Heinz don, gen. Baurnfeind 137,18. 
Hildebrand Redwiger 155, U. 1. 
Letz von 435,31. 
Moriz von 431,31. 437,16. 
Bolant Redwiper 434,7. 
Wernhart von 134,25. 
Regeldorf 7 
Hand Regeldorffer 442,10, 11. 
Regeldrod, Heinbrot von 462,4. 
Regensburg, Bifchof v. 11,3. 23,1. 29,9. 
Reglin, Hand 432,4. 
Reich, Erhard 370,20. 374,13. 375,21. 
Reich, Thomas 278,25. 
Reichart, Reichhart 
Hand 178,28. 179, A. 1. 
Jorg Raidartter 431,37. 
Reichel, Hand 435,11. 
Reichenau (Richnaw, Reichnam) 
- Leonhard von 438,19. 
Reichenftein, Wilhelm Herr zu 146,20, 
426,30. 
Reidartter, Fritz 80,9. 
Reiff, Neyff, Hermann 208,4. 490,17. 
497 ‚20 


Reif Kunz 207,3. 215, U. 1. 490,16. 

496,26. 

Reiffenberg 

Philipp d. J. von 428,24. 

Rein 
Johann vom, gen. Voit 458,27. 

Reineck f. Rheined. 

Reinheimer |. Lamerkheym. 


Reinman, Wenzel, Chorherr zu And: 


bach 410,6. 
Reinold f. Rynolt und Reynolt. 
Reinspergerin 344,5. 
Reitefel |. Riedefel. 
Reittenftein ſ. Reipenftein. 
Reitter, Götz 287,1. 
Reittorn (bayer. Ad.) 
Kaſpar Reyttorner 442, 25. 
Reitzenſtein, Raitzenſtein, Reiſenſtein, 
Reittenſtein 
Karl 434,27. 
Kafpar 434,27. 
Mathed 134,27. 
Mathes 434,27. 
Thomas 80,14. 85,13. 


Thomasd. $. 78,19. 92,6. 434,27. 


Wilhelm von 432,16. 


609 


Remchingen 
and von 445,25. 
Wendel von 446,14. 
Wilhelm von 445,20. 

Rene yon Anjou, (Titular:) König don 
Sicilien und Herzog von Lothringen 
106. 144, 9.5. 404,6. 445,9. 4. 516. 

Renner, Sobft 434,8. 

Renner, Seifried 207,5. 490,9. 496,27. 

[Rennpofen] |. Sedtendorf - Rinhofen, 

1 


Fritz 
Reſche ſ. Röſche. 
Reup, Heinz 437,1. 
Ruh Herrn 
Reuß von Weida (Weydach) 85,31. 
Reuß von Gera 84,21. 86,17,20. 
466, A. 1. 
Neuß von Plauen . 
Altere burggräfl. meißniſche Linie 
zu Plauen 78,16. 81,35. 
Heinrich (II.) 23,5, A. 4. 28, 
16, 4.7. 74,7. 88,17. 
Heinrich (III.) 74,7. 145,10. 
432, U. 3. 466. 
Süngere Linie zu Greiz 465, 9. 7. 
46 


6,3. 
Heinrich (+1449) 74,6. 90,22. 
Heinrich d. U. 246, 9. 3. 
Heinrich d. J., Rürnbergifiher 
Feldhauptmann 104. 152,4. 
158, U. 3. 189,7, 9. 2. 
160,17. 171,12,17, Bar. 
15. 177,24. 181, A. 2. 182, 
4. 184,3, Bar. 9. 195,18 f., 
4.2. 203,23. 204,4,7,11, 
A. 2. 211, 9.1. 218, 9.2. 
221, 4.1. 222, U. 5. 224, 
A. 3. 226, A. 2. 227, U. 2. 
228, A. 2. 245, R. 3. 246, 
14,16, 9.3. 247,3. 259,23. 
260,11. 265,15, A. 2. 266, 
10 ff. 268, Bar. 7. 315,16. 
327,8,14. 333, 4.1. 340,6, 
4.2. 318,15. 372,10. 419, 
4.3. 460, A. 1. 466,4. 
484,4,7,15 ff. 488,22. 491, 
12. 492,2, A.1. 496,16. 
499,16,19. 
Reutter (bayer. Ad.) 
Baul 443,6. 
Rewtheymer 77,3. 
Reyff f. Reiff. 
Reynolt, Jorg 466,25. 
Rhein vgl. Rein. 
Rheineck, Burggrafen, Herren zu Broich 
(Proyck) und Tomburg (Thunburg) 
Johann 147, A. 4. 
Dietrich 147,18. 454. 


39 * 





610 


Ribnicka, Forgel von 474,20, 

Richshofen, Klaus von, gen. Kleindinft 
446,15. 

Ridler, Gabriel 363,34. 

Riedern 

Eberhard von, Ritter 453,6. 
Philipp d. U. von 431,6. 
Philipp von 453,14. 
Riedeſel (Nietefel, Reitefel) 
Eckhard 157,22. 
Senne 458,16. 
Hermann 456, 18 f. 

Riedrer, NRiederer [Rieder], Meifter Ul- 
ri) 230,9. 232,2. 396,31. 400,23. 
403,11. 404,13. 

Riepur 

Hans d. G. von 448,21. 

Riefenberg, Riefenburg |. Sanowic und 
vgl. Raufinow. | 

Rieter 

Hand 91,30. 270,1. 486,9. 

Peter 300,15. 301,4,13,16. 302,9. 

318,18. 362,14,17. 484,2, 9.1. 

Rietheim 

Gerwig von 448,1. 

Ulrich d. A. von 428,31. 
Rieringen (Rüringen) 

©eifried d. J. von 449,17,18. 

Nigel, Hand 81,30. j 

Rigler, Wilhelm 215, U. 1. 

Rimbach (Rymbach) 

Eucharius von 433,14. 

Rinhofen |. Sedendorf. 

Rife, Heinrich 446,6. 

Nodingen ſ. Rüdingen. 

Rodolfinger, Hans 476,1. 

Roda, Rode 

Chriftoffel von 162,4. 

Rodenburg, Seifried von, gen. Seger 
453,16. 

Nodenhaufen, Rodhaufen, Rodehufen, 
Audenhaufen 

Bodo von 456,26. 
Grope von 458,6,7. 
Heinrich von 456,26. 
Henne von 458,5. 
Küne von 457,30. 
Senand von 458,11,12. 
Wigand von 458,12. 
Roder, Röder (voigtländ.=thür. Ad.) 
Chriftoph 435,39. 
Erhard 80,5. — 466,29. 
Hand d. A. 466,25. 
Hans 466, 16,17. 
Hang, zu Ködte (Ckockta) 466,17,18. 
Hang, zu Leibnig 466,23. | 
Hand, zu Rodersdorf 166,17. 
Haffe 179, 4.1. 207,9, A. 4. 435,39. 


' 


Perjonenverzeihnig (Ribnicka — Rotenhan) 


Heinz d. A., zu Leibnitz 435,38: 
Heinz 80,30. 
Heinz d. 3. 462,25. 465,21. 
San 466,16. 
Kafpar 435,1. 
Konrad 435,1. 
Laurin, Ritter 74,15. 462,25. 
Reinhard 465,22. 
Volkel, zu Pöhl (Pele) 466,18. 
Volkmar 162,11. 
Roder, Rodder (oberrhein. Ad.) 
Andreas 445,21. 
Handadam 445,26. 
Rodhaufen f. Rodenhaufen. 
Rodys, Meifter von |. Montfort, Graf 
Hugo, Sohannitermeifter. 
Rohmaden, Senido 433,12. 
Rohr 
Hang Rorer 434,25. 
Kaſpar Rorer 465,21. 
Römel [Rumel, 345,6. 
Romrod (Romerode) 
Wilhelm von 457,26. 
Rorer |. Rohr. 
Rornftet, Romitat 
Erhard von, Ritter 430,21. 
Röſche (Reiche) 
Hand 465,24. 
Rofenau 
Anton von 463,23. 
Fofenberg, Herr Ulrich von 470,3. 
472,17. 
Rofenberg, Rofemberg 
Jorg von 427,22. 
Ulrich von, Marichall des Pfalzgta⸗ 
fen Friederich d. Siegreichen 231, 
A. 3. 232,8 . 


Roſenberg |. Münch v. R. 

Nofenplüt, Hans IX. 228, A. 2. 43. 
dal. Schnepperer. 

Roflin, Rojlein (ſchwäb. Ad.) 

Albrecht 447,27. 

Peter vom (Ritter) 21,12. 
Roffhaupter, Leonhard 448,19. 
Roßnitz 

Hand 466,33. 

Heinz 166,33. 

Roft, Sand 463,18. 

Nostaufcher, Meifter Wilhelm, Ehorbert 
zu Ansbach 451, U. 3. 

Not, Roth 

Anton 449,22. 

Röteln tel ‚ Markgraf Wilhelm von 

„8. A. 8. 

Rotenburger, Erasmus 100. 
Rotenhan, Geſchl. 436,11. 
Anton von, Biſchof von Bamberg 
f. Bamberg. 


v 





Perjonenverzeihnif (Kotenhan — Sammenhamer). 


Hand d. A. vom 436,29. 

Lutz vom 436,30. 

Marr vom 136,29. 

Roth f. Rot. 
Rottaler, Hand 441,19. 
Nub, Hand 463,15. 
Rubendunft 82,17. 
Rubm 86,31. 
Ruckershauſen (heil. Ad.⸗Geſchl.) 457,20. 
Rückingen (Rodingen) 
Henne von 457,27,28. 
Philipp von 457,27,28. , 
Rudenhaufen f. Rodenhaufen. 
Rudolf in der Wag 345,16. 
Rüdt von Bödigheim (Rud v. Bodickeym) 
Diether 442,24. 
Hand 454,7. 
Rüdt (Rude) von Kollenberg 

Eberhard d. U. 133,23. 

Heinz 433,23. 

Kunz 446,7. 

Ruduſch, Paul 67,18. 

Rümelein, Fritz 156, U. 1. 

Rümelein, Jorg 449, 23. 

Rümelin f. Ehinger. 

Rummel, Gefchl. 130, U. 1. 298, A. 1. 
479. — 289,1. 

Franz, Ritter 9,8. 37,1,5. 85,8. 
245, U. 3. 295,2, A. 1. u. 2. 
319,8. 479,19 ff. 480, 12,23. 
485,2. 

Franz d. J. 479,4. 7. 

Hand 366,38. 367,17. 481, 16 ff. 

Hand des Älteren Frau 343,2. 

Heinz des Alteren Frau 313,5. 

Leonhard 325,21. 

2orenz 320,2. 479,28. 

Ulrich 208,11, 9. 6. 441,20. 479, 
29. 480. 481. 497,25. | 

Wilhelm d. U. 278, 1. d. J. 278,1. 
Wilhelm Rümlin 344,4. 345,7. 
[W. Rumel] 345,9. 

Rumpler, Kunz 266,23. 
Rüppel 86,2. 87,3. 
Ruprecht, röm. König 115. 179, U. 2, 
— ar 287,5. 
üſenbach, Rüſſenbach (Rufembah, Ry⸗ 
ſenpach) (fränk. A.) 
Hand 428,8. 
. Uri) 437,21. 
Wigelois 437,23. 
Ruß, Albrecht 437,4. 
Auffer ſ. Bufed gen. Rüffer. 
Rutberſſen 
Ernſt von 457,8,9. 
Hermann von 457,8,9. 


‚ Rume, f. Rau. 


s Rüringen f. Rieringen. 


611 


Rynhofen ſ. Sedendorf. 
Rynolt 
Hermann 442,15. 
Forg 435, 23. 
Ryſenpach,ſ. Rüſenbach. 


Sachs 
Paul 439, 20. 
Sachſen, Herzoge 
(Ascanier) 
Albrecht (III.), Kurfürſt 10,12. 
Erich von S.⸗Lauenburg 53,6, A. 3. 
(MWettiner), Markgrafen von Meißen 
Friederich der Streitbare, (Kurfürft) 
11,4. 1. 35,7. 459,25. 
Triederich (II. der Sanftmüthige), 
Kurfürft 22,1, A. 1. 28,15, d7 
47,2, U. 2. 49,3. 58. 59. 73,39. 


53,10. 87,13. 91,6. 147,%.5. 


410,16. 417,27. 419, A. 1. 455, 
A. 3. 459. 460,4, U. 1. 464,13. 
165, U. 7. 466,7, U. 1. 469,15. 
470,31,34. 471,16, U. 5. 473,2. 
482,16. 494—496. 
- Wilhelm (III) in Thüringen 73,40. 
121,27. 129,25. 144,14. 161,5. 
209, A. 1. 361,9. 362,26. 369, 
37. 371,23. 418,22. 423,15. 
455,12,17. 459 ff. 463,32,35. 
166, N. 1. 468,10. 470,30. 471, 
14. 473,14. 487, A. 9. 534. 
Amalie, Gemahlin Herzog Ludwig 
d. Reid). von Bayern-Landehut f. 
Bayern. 
Sachſenheim 
Berthold von 447,11. 
Konrad von 447,22. 
Schwarzftig d. J. von 445,22. 
Wilhelm von 447,22. 
Sadhjentuffen, Sohann von 428,21. 
Sad, Sag (meißn.-voigtl. Ad.) 
Albrecht 433,9. 
Hang 461,25. 
Nidel 466,16. 
Ulrich d. 3. 466,19. 


Sailer, Burkhard 342, A. 1. 

Salczfaz, F— 441,15. 

Salbeim (Salon) |. Hund. 

Saller (bayer. Ad.⸗Geſchl.) 442,27. 

Salman, Hand 278,30. 

Salfucz, Balthafar von 435,29. 

Saltſch, ſ. Altſch. 

Salzburg, Erzbiſchof Friederich von 230, 
10. 231,11. 232,10. 396,29. 404,13. 

Samerlat f. Sommerlat. 

Sammenhamer [Samenhaymer) , Hand 
310,10. 





612 


Sandizell 
Arnold —— 7 439, 23. 
Sanepeller |. Sandizell. 
Sanfan ſ. Seindheim. 
Sant, Hand vom 450,17. 
Santman, Simon 276,8. 2389. 
Sataſchky, Franz von 478, 8, 
Satler, Dietrich 448,8 
Satler, Beter d. J. 430, 23. 
Sattelbogen 
ofen von 430,29. 
Sapenhofen 
ee Schacznhofer, zu Frauen» 
ein 4 
Saul heym 
Thomas von 446,17. 
Saulheim f. Hund. 
Saundheim ſ. Seindheim. 
Sautic, Johann von 472, 2. 
Saumelnheym ſ. Saulheim. 
Savoien, Herzog Ludwig von 519,10. 
Sayn, Grafen 
Dietridy 145,13. 453. 456. 
Sayn-Wittgenftein , 
Sen, err zu Somburg 145,14. 


Scala, Bella, von Verona 21, A. 3. vgl. 
von der Leiter 
Schabe, Schab (heil. Ad.) 
Bighart 458,17. 
Schacheraw, Wilhelm d. A. von 474, 26. 
eaaingen ſ. Schechingen. 
Schachten 
Eckebrecht von 458, 29. 
Heinrich von 458, 29. 
Schacznhofer |. Sapenhofen. 
Schafhaufen (Schauffhaufen) 
org von 432,29. 
Schafftet, Balthafar von 463,18. 
Schallerr, Dr. 520,31. 
Schappow 
“ Heinrich von 469,30. 
Nidel von 469,30. 
Scharfenſtein 
Heinrich von 462, 34,35. 
Kaſpar von 462,35. 
Scharffenberg 
Chriftoph Scharffemberger 442,12. 
Scharnſtetten, Scharniteten 
Ulrich von 428 14. 
Scharpf, Heinz 149,18, 4.5. 428,11. 
Schauffhauſen |. Schafhauien. 
Shaumberg, Graf Johann von 373, U. 
10. 478,14. 
Schaumberg, Schamnberg 
Knoch von Shaunbert, 85,3. 
Bartholomäus? vgl. Barthol. 
Burkhard von 439,15,16. 


Perjonenverzeichnig (Sandizell — Schenk von Geyern). 


Diegel? vgl. Schonburg. 
Eberhard von 436,4. 

Georg von 464,4, 18. 

Georg don, Dompropft zu Bamberg 


Sans von, Ritter 439,11. 

Hand von, gen. Knoch 439,15.. 
Hans d. J. von, gen. Knoch 462,33. 
Handvon, zu Meder (Meydor) 462,7 1. 
Sand von [Schwanberg] 464, 16, 


Heinz von, Eberhards Sohn 436,1. 

Heinz von 439,16. | 

Heinz don, gen. Knoch 462,7. 

Jorg von, zum Rauenftein Raben⸗ 
ſtein) 462,31.. 

Klaus von, gen. Knoch 162,7. 

Lorenz von 461,20. 

Peter von 438, 9. 

Simon von, Ritter 431 ‚33. 437,17. 

Simon von 439,13. 

Beit von 464,4. 

Beit d. J. von 434, 31. 

Schehingen 
Erenfrid von 447, 17. 

Ulrich von 447, 12. 

Schechs von Pleinfeld 
Oswald 450,19. 

Scheck, Benz 418,6. 

Scheftersheimer, Egidius 430,10, 

Scheiding, Scheyding, Schyding 
Balthaſar 462, 23. 

Heinz 79,35. 
Peter 428 ‚8. 

Scheidt 
Heinz 427,19. 519,33, A. 4. 520,21. 

Schellenberg 
Endres Schellemberger 439,21. 
Marquard von 362,21. 

Schelm von Bergen, Seidl. 454, A. 5. 
Gerlach Scelmberger : 454,16. 
Hand 453,7. 

Seifried 453, 15. 
Sheinbenger ſ. Schelm von Bergen, 


ch 
Schenk, Schend | (thüring. Ad.) 
Götz 463,5. 
Hang, Ritter 461,18. 
Kunz 461,18. 
Schenk von Erbach f. Erbach 
Schenk von Geyern, Darm, seit 162, 
A. 1. 204,9. 2. 92,12.. 
Euſiachius 202, * 205,4. 430,12. 
487,9,10. 488 ‚23 ff. 490, 3. 494, 
6. 498,17. 
Heinrich 450,18. 
Stephen 207,6. 


® 


430,15. 488,1, 


Perfonenverzeichnig (Schenk von Geyern — Schoppa). 


Wilhelm 162,14,15. 378,32. 379, 
32, U. 1. 427,17 
Schenk von Limburg f. Limbu tg. 
Schenk von Schentenftein, Sci. 204, 
A. 2. 492,12,13. 494, 21 
Albrecht 430, 10. 
Hand 206,3. 430,15. 488,1. 490, 
2. 494,5, A. 1. 496,21. 
Wilhelm 431,22. 

Schent zu Schweindberg Geſchl.) 458,8. 
Heidenreih Sch. gen. Foſs 458, 32. 
Henntel Schente 458,17. 

Br von Siemau oder Symau (Süm⸗ 


nz 197,11, 4. 1. 
Schent von ‚Staufenberg 
Hand 4 
Schenk von Tantenburg (Tuttenperg) 
Burkhard 147,12. 461. 462,28. 
Scent von Töging (Tegningen) 
433 


Schent von Binterfetten 
Adam 416,9. 
Konrad 446, 8. 
Schentendorf, Herren zu f. Behnburg. 
Scheurer, Sebald 104. 263, A. 3. 264, 
3, A.1. 268,1, Bar. 7. 
Shewl, Dr. Chriftoph 5, U. 3. 7. 8, 
116 


Scruri Scenit, Ulrich 438,26. 
Scheurnſchloß vgl. Schurnfholg. 
Scheydenholczer, Hand 476,4. 
Scheydingitet, Hand von 435, 2. 
Schieber, Konrad 448,6. 
Schilling (ſchwäb. %.) 

Georg 447,18. 

Wolf 447,15. 
Schilling (heit.) 

Fritzſche 457,14 
Schimel, Schymei, Hand 207.10, 4. 5. 

496,31. vgl. Schinpain. 

Schina, Schinaw 

Jobſt von 215, A. 1. 
Schinen vgl. Schina. 
Schinpain, Hans 490,11. 
Schinſtett, Schinſtet (thür. 

Hand 462,25. 


Schirnding 
Jobſt Schimtinger 434,24. 
Schlammerddorf (Ad.⸗Geſchl.) 429,12,13. 
430,30. 434,19. 
Hand Siammerdtorffer 178,27. 
Konrad Slammersdorffer 443,12. 


Shi! 
ilhelm Siegler 466,20. 
Schlegerer |. Siegern. 
Schleinitz (Sieynicz) 

Albrecht 466,18. 


rs Schimel. 





613 


—2 Herzoge ſ. Glogau und Oels. 
Kaſpan, Kanzler K. Sigmunds 44, 


Matheh, Burgaraf zu Eger u. El: 
bogen (Mrathes bon Lazan gen. 
Sluk) 364 
Schlieffen men, Eimer, Schlywen) 
Chriſtoph von 462 
Jorg von 467, 24. 
Dtto von At 19, A. 5. 469,23. 
Schlig (Glicz) f. Goͤrh. 
Scloßer, Heinrich 250,25, A. 3. 340, 


— (Stathenm) 
Hand von 1262, 11. 
Schludter ( (Stuhten), 
von 453 
——— Eküßelfeiber Geſchl.) 
ans Ehriftoph 117. 
den SI Stüffelfelberin [Schlüffelvel- 
er! 3 
Schlywen |. Selten, 
Schmid, Hand 179, U. 1. 
Schmid (Smid), Ulrich 207,15. 490,14. 
497,19. 


Schmid (Smid) Ucz 432,4. 
Schmid von Blaubeuren Blabürren, Bla» 
bewren) 
Balther 446, 22. 
Heinz 448,19 
Schmid zu Zifeld (Smyd zu Diäfelt), 
Kunz 448, 
Schmibmair " Smidmayı [(Smidmer)), 
Hand 278,12. 
Schneberg (fränt. Ad.) 
Heinz Sneperger 437,18. 
Schneider |. Sneider. 
Schnepperer (Sneprer, Snepenuen), ), Hand 
278,4. 286,11, U. 3 
Schnigerin 345, 21. 
Schnöd, Snöd, Snod (Geſchl.) 272,1. 
Sigmund 296,2. — 343,7. 
Schober, Chriſtoph 476,11. 
Schofer, Jorg 215, U. 1. 
Sholmeinfer ſ. Schulmeiſier. 


"Eberhard 87,38,39. 

Frib 343,13. 
Schönben f. Schönburg. 
Schönburg, Schönberg, Friederich Herr 

zu Sch. und Syrau 147, 10. 466. 

Schonburg, Schawmberg, Diepel 465,4. 
Schönfeld 

- Burkhard von 435,28. 
Schoppa, Küen von 430,6. 





614 


Shopper | 
Jakob 32, 16. Jakobs Frau 343, 10. 
Kafpar 87 


Sebald d. Kr 314,22. 
Wilhelm 345,10. 484 ‚28. 
Schott (fränf. A.) 
Hand 439,18. 
Peter 162,31. 
Schram [ (Söran), 
490,14. 496, 29. 
Schramtel, Hans, zu Lawenberg 466,32. 
Schreiber, Hang, gen. Zernmantel 448, 29. 
Schreiner, Dietel 287,15. 
—— ſ. Densheim. 
Schrimpf Shrmpf) (fränt. Ab.) 
Klaus 
Schuler, —8 302, 4,5. 325, 20. 
Schulmeiſter Scholmeinfier) uürich, zu 
Kröwelsau Krauwelsawe) 455,5. 
Schultheis, Friedrih, Kanzler des Bi⸗ 
Ihofe von Wirzburg 404,29. 
en: Schultheys, Fritz 207,1. 


Schuntheym f. Suntseim. 
Schurnleberg, Reinfort von, gen. Clauſ⸗ 
ner 457,18,19. 

Schurnſchoi 
Dietri 
Philipp 4 

Schürftab, Bei. "u. 100—103. 110. 

111—112. 

Agathe (Deichäler) Ehard Sch. (d. 
J.) dritte Frau 103 

Anna, Sebald d. J. Frau 111. 

Brigitta, Sebalds Frau 102. 

Dorothea, Erasmus d. J. Frau 102. 

Dorothen, Erasmus d. J. Tochter 
102 


Erasmus d. A. 101. 102. 
Erasmus d.S$. VII. 101. 102. 110 
u —113. 191. 17, 9.2. 202, Bar. 
17. 409,21. 484, 22. 488, 20. 
Erhard d. Hi. 10, 2.7. 12,7, I 
u. 5. 14,9. 2. 16,9, Y.7 
A. 5. 45,8. 102. 
Erhard (d. 3.) V—VIN. 21,12, 
. 59. 60. 62. 63. 65,9. 66. 
4 76, 39. 82,22. 87, 16. 98— 
103. 108110. 13. 148,21. 
151, 9. 1. 154,14. 170, Bar. 2. 
194, U.2. 245,2. 317. 321,22. 
322,6. 325, U. 3. 328, 9. 1. 
341, A. 1. 364,15. 372,7. 373, 
26. 396,18, A. 3. 413,15. 483, 
Bar. 12. 484,1,8, Bar. 16. 485, 
20 ff. 492, A. 1. 501,14, 9. 1. 


502,14. 
Erhard, Erhards (d. J.) Sohn 103. 


Hendlein 207, 14. 


Fi 6. 


Berfonenverzeihnig (Schopper — Schwarzburg). 


Erhard , — d. J. zweiter Sohn) 
486, Var 

Hans v4. 343, 8. 

Hand 225, 9. 4. — 186,5. 

Hand 486,5. 

Hand Schürftabin 346,3. 

Hermann 113. 

Hieronimus 110. 111. 

Jorg 486, Bar. 5 

Klara, Erhard dv. u. Frau 102. 

Reupold 101. 

Leupold, Seiftiedd Sohn 101. 102. 

Leupold, Leupolds Sohn 102. 

Leupold d. U. 486,4. 

Leupold d. J. 485, 1. 

Lorenz 486, B. 5. 

Mathe 102. 

Sal, Leupoldd Sohn 102. 191, 

2 


Sebald, Erasmus d. J. Sohn 101. 
102. 110. 111. 113. 

Seifried 101. 103. 

Urfula, Erasmus d. J. zweite Frau 


Ssiften Spitatmeifter 344,23. 
Schuſter, Endred 498,31. 
Schüttenfam (frünt. Ar.) 
Hand 435,25. 
Schütz (fränt. AD.) 
Heinz 435,15. 
Walther 435,15. 
Säng (Schucze) 
afpar 462,12. 
Schütz, Kunz, von Erlangen 173,14. 
432,12. 449, A. 4. 520,13. 
Schütz gen. von Urbach |. üͤrbach. 


Soralbad | (Swalbach) 


Bernhard von 453,10. 
Henne von 458, 12. 
Henne d. 3. von 458,30. 
Volbrecht von 453, 15. 
97 Säwanberg, Swanberd 
Geſchl.) 
Hynek Krufaina von 60. 78,18. 
82,9. 229,30, A. 2. 230, 1. 1. 
338. 339. 396, 26. 471,9. 3. 
473,17, U. A. 
Sohann von 372,4. 
[(Schwanberg] ſ. Shaumberg, Sand. 
Schwarczhand 465 
Schwarzburg, Grafen 83,27. 
Günther 23,6, U. 2 
Reutenberg 13, 41. 
Heinrih, Herr zu Arnſtadt 23,8, 
A. 2. Heinrich 74,17. Heinrihh, 
Herr zu Arnſtadt und Sonder 
haufen 145,4. 460. 
Wilhelm 23, 4.2. 


— Her zu 


Perſonenverzeichniß (Schwarzenberg — Seinsheim). 


Scmargenberg, Seren |. Seindheim. 
Schmebda |. Smwebede. 
Schweider 78,1. 
Schweiffer f. Sweifer. 
Schweinau, Heinz von, zu obern Sumen 
463,12. 
Schweiningen (Sweinyngen) 
Hans von 439,12. 
Schweinig (Sweng; 
Wilhelm von 465,22. 
Schwend von Weinheim (Swende von 
Wynheim) 
Ulrich 454,6. 
Schwenter, Hand 345, Bar. 15. 
.G (Swirczel) (heſſ. Ad.⸗Geſchl.) 
57 


Ludwi 457, 25. 

Schwind) . Sfwind. 

Schyding |. Sdeiding. 

Schynder, Hand 190, A. 4. 

Seauf, Seeauff, Seauß, Heinz 208,7. 
491,1. 397,4. 

Sebech J Seebad). 

Sedau, Bifchof von 230,13. 

Sedendorf, Sedendorff, Geſchl. 191,6. 
192, 4.1. 204,4. 2. 492,11. (Seden- 
dörffer 92,1.) 

Anton von 429,22. 

Arnold von, zu Pirtenfeld 427,25. 

Arnold von 428,30 

Eberhard von 435, 32. 

Erfinger von 428, 30. 

Friederich von, gen. Ernfrid 435,24. 

Fritz don, gen. Aberdar 428,5, 6. 

Frig von, gen. Aberdar, zu Möh- 
ten 427 ‚9. 

Fritz von vol. Seckendorf⸗Rinhofen. 

Friederich von (Ritter) 520,11. 

von 367,4,24 ff. 389, 14. 


Sand von, Zerhandrichter 378,2. 430,8. 

Hans von, gen. Siornſchaß 357,8. 

Hand von, gen. Aberdar 363,4. 
370,19. 410, 7. — 428,5,6. 

Hand von, gen. Seyftied 427, 18. 

Hand don, gen. Nolt, zu MWeiffen- 
dorf 429,10. 

San von, zu Niederleimbach 427, 

4 


Hans von, Ritter, zu Birkenfeld 
429,24. 

Hand, nes Dor. Sohn 429,24. 
430, 


Hand bon, 1; Jochsberg 429,23. 

Hand bon, mtmann zu Schwabach 
366,2 

Hans bon Tor, 11, U. 6. 487,16. 

Heinz von 428, 27. 520,29. 


615 


Hilpolt von, Pfeger zum Kamer⸗ 
ſtein 429 

Jakob von 435, 3 

Jorg von 206, 2. 207,2. 428,27. 
490,2. (vgl. 494,4 ‚5.) 496, 21, 
30, 33, U. 5. 

org von 428,28. 

Konrad von, zu Ufftadt 427,14. 

Kunz von, gen. Nolt, zu Nieder: 
leimbach 427,14,15. 

Kunz von 357,8. — 207,14. 496, 
30, U. 7. 

Ruprecht von 520,5. | 

Sebaftian von 206, 2. 490,1,2. (vgl. 
494,4,5.) 496,22. 

Sigmund von, zu Brunn 170, Par. 
10. 192,5. 194,5. 428,10. 

Sigmund von, gen. Aberbar 428,27. 

Ulrich von, zu Kreuffen 435,21. 

ui von, zu Trieddorf (Tribedorf) 


9,24. 
| Wo von, zu Stopfenheim 427,26. 
Setenborf- -Rinhofen, Rynhofen 28, 


Egidius v. Rinhofen 431,34. 520,1. 

Fritz von Sed. 207, A. 6. 496, 31, 
34. Fritz von Rinhofen [Renn- 
hofen] 488,3, U. 3. — 520,23. 

Jakob von Sek. ‚gen. Rinhofen 
430,9. 

Seronimud don Rinhofen 520,23. 

Jorg von Sed., gen. Rinhofen 128,3. 


Sedra, Jakob 476,14. 
Seeauff f. Seauf. 
Seebad, Sebach (Sebech) 
Thilo (Cile) von, Ritter 463, 20. 
Seelbach ſ. Selbach. 
Seelſtrang (Sellſtrang) 
Peter, Ritter 470,1. 
Seger ſ. Rodenburg. 
Seger (= Zagora) |. Cilly. 
Sehaw, Wenzel von 437,2. 
Seheim 
Heinz Scheymer 429,23. 
Konrad von 461,21. 
Seiberedorf 
Chriftoph Senferftorffer 431,7. 
Heintzel Seibftorffer 227, 4.2. 
Seidingftadt vol, heydingſtet. 
Seidner, Hans 43 


Seifrilsdorf ſ. Seiberstor 


Seine, Seyne f. Sayn. 

Seindheim Sawnßheim, Sanßheym, 
Sanſan), Herrn 204, A. 2. 209,4. 
492,12. 

Eberhard von, Deutfchmeifter 22,11. 
Ludwig von 126, 27. 


616 Perfonenverzeichniß (Seinsheim-Schwarzenberg — Sommerlat). 


Seinsheim⸗Schwarzenberg | Hand 236, 22. 
Sand 146,18. vgl. 426, 25. KA d. J. 345,11. 
487,16 Sinzenhofen 


— | 

Hermann 146,18. vgl. 426,25. | Htcich Sinczenhofer lim Zert ſalſch: 
Jorg 146,18. vgl. 426,25. ! Snicgenbofen 431,36. 
Michel 146,18. 208,7. vgl. 426,25. Sitenpeck, Sittenbed 
Sigmund 146,18. 4%, 29. Ulrich 429,2. 440,21. 

Seipftorffer f. Seibersdorf. Ulricus 439,14. 

Selbach | Slatheym f. Schlotheim. 

Arnold von 428,22. Slawerspach, Michel 288,22. 

Johann von, Arnolds Sohn 128,22. | Siegel, Kunz 289,21. 


Sobann von 428,19. Slegern (Siegerein) ) (beff. Ab.) 
Gelbe, Endred von 457,31. Gotthard 457,21. 
Selbeldige, Selpedig, Heinrich 464,24. Hartmann 457,20,21. 
Selbig, Selwitz (Ge big, Seelwicz) Senne 457,21. 

Hand von 461,1 Slemm Slemmenh), Kunz 289,14. 

Ludwig don 158, sn. Sleußinger, Stemiinger, Heinz 208,10, 
Selbolt vgl. Serbolt. A. 6. 491 7,25. 
Seldner, Seldener, [Seiner], Soldner, | Steynicz f. Säteinik 

Paul 207,8. 490,10. 497,9. Elim, Kaſpar 458,12. 
Sellftrang f. Seelftung, Stimpf dgl. Stim. 
Selwitz'ſ. Sliwen |. Schlieffen. 
Semig, —9 4, 25. Sloper, Dietrich 289,6. 
Senf, (von Pilfach) Sloßer, Kunz 287, 13. 


Dito „206, 6. 441,10. 490,18. | Stut f. Schlie. 
Stung f. Slymcz. 


Senfienberder, Fri ij 289,9. Slymcz, Slung 

Sengerhannd von Bafel 479, 3. Dietrich 464,24. 
[Senner) f. Sonner. Slywen f. liefen. 
Serbolt, Henne von 457,26. Smauß, Hand 287,9. 
[Seräpaufen) vgl. Ershauſen. Smawß, Peter 286,4. 


Sense der alt, Vogt zu Bindebad 169, | Smelger, Peter 87, 35. 
N. Smid, Hans, gen. Steigintafchen 439, 
Senter { Seyber. 4.2 


Sewrer, Lukas 491,1. vgl. eurer. Smid, Kunz 288,1. 
Senber, Sewler, Feidier Hans 208,8. Smid f. Schmid. 
Feui ner. Smidmayr ſ. Schmidmair. 
Sad den ſ. Seibersdorf. Smoll 
Sibenlinder, Hand 476,15. Hans 438,25. 
Sidingen Jor 443, 13. 
weiter von 454,15. Bilbelm, en zu Berching 438,25. 


Sigerberg, Nicklas von 178,9. Sup, Hand 465 
Sigmund, Kaifer 5, A. 2. 10.12,9. 1 Smyd |. Schmid. 
u. 9. 13,9. 8. 15, 4.1. 21, 18. 22, | Snedf. Pfaller. 
1,6. 24. 28. 29, 1. 3. 34, 3, 5,1. 3 Sneidenwint, R. 287,12. 
u. 4. 39,15,18. 42,5,26. 43,15, A. | Sneider, Michel 432,4. 
2,3 u. 4. 44,2,9, A. 2.0.3. 52. 53. | Snelle ſ. Bifchlein. 
359,33. 360,3,18. 392,23. 479,20. | Sneprer ſ. Schnepperer. 


53. Sneyder, Hand 82,11. 
Sigwe Snöd ſ. Schnöd. 
Hand 325,21. Hand GSigweinin | Sotolnita 
346,4. Janek von 474,21. 
[S.] v. A. 343,4. Waplabed von 474,20. 
Sitbernämntr, Dermann 83,26. Soldner ſ. Seldner. 
Singer, Friß 435,11. Solms, Graf Johann zu 146,1. 453. 


Ginger (Singerin die Alte 344,7. 345, Sommerau f. Krugk. 
1,2 Sommerlat (Samerlat) 
Frig 297,20. Hartmanı 461,9. 


Perſonenverzeichniß (Sonner — Steinsberf). 


Sonner [Senner), Heinz 287,2. 
Sonnewalde f. Ileburg. 
Sorg f. Hopping. 
Spalter 344,11. 
Sparned, Seht 79,22,25. 88,8, 9. 2. 
204,4. 2 92,13. 
Erhard yon 434,34. 
Frip d. A. von 435, 31. 
Fritz von 78,24. 87, 6. 179,5,7, 
.1. 434,34. 497,19. 
Hand d. 3. von 430,23. 
Rüdiger von 78,24. 207,16. 434, 
34. 497, 4. 4. 
Sweypolt von 435,17. 488,2. 
Ihoman von 87,7. 
Wittich von 434,34. 


Sparı (märt. Ab.) 
#laud 467,24. 
Spattendorfer, Jorg 433,10. 
Speier, Bifchof von 11,3. 22,13. 47,1. 
48,12. 49,5. 198,17. 386,6. 
Spengler, Hand 169, 21. 
Sperberseck, Sperwerded 
Ulrid von 447,22. 
Ulrich von, des Bor. Bruder 447,22. 
Spet a A.) 
ohann 521, N 
Stephan 215, 41. 
en (Spigele) (befi. Ad.-Geſchl.) 


* ja Hartung 87,35. 

Shi. Herdegen 520, 22. 

Spoͤrlein 

Hand Spornlin 345,14. 

Klara, der Bor. Locher 345,15. 
Heinrich 77,4. 279, 


Sprengber g f. Kittlig. 
Springefeld. Hand 429,6. 
Shrngling, Unid 289,21. 
Stadion (Stadian) 

ein Ritter von 47,9. 4. 
Staffelftein (fränt. thür. Ad.) 

org 463,14. 

Mathes 463,23. 
Stahremberg, Starhemberg 

Hand von 382,8. 


Stain |. Stein. 
Stainhaym f. Steinheim. 
Stainlinger |. Steinlinger. 
Stainpruder, Michel 287,24. 
Star, Jorg 430,23. 
Starck, Start 

Sebald 212, 4.2. — 485, Bar. 8, 

Ulrich Sterfin 344,2. 
Starhemberg f. Stahremberg. 
Strnie 

org Starkhaufner 439,21. 


617 


Jorg Starkhaufner 439,22. 
Zaudrod Starkhaufner 439,22. 
Staud, Hand 285,7. 292, A. 3. 295,15. 

296,10, 
Stauff 
Dietrich d. J. von 442,3. 
Uli Stauffer 431,6. 
Stufen, Herrn zu 
atob 147,15. 448. 
Martin 147, 15. 448. 
Ruprecht 147, 15. 448, 
Stauffenberg ſ. Bol. 
Steraman, Stephan, Pfleger zu Frey⸗ 


Steffan dee Ehen fnecht 519,33. 
Steffel |. Stöffel. 
Steigindtafchen 448,9. 
Steigintafchen | R Smib, Hand. 
Stein (fränf, Ab.) 
Georg vom 425, A. 2. 
Stein 
Berthold d. J. vom 430,22. 
Stein (Stain) (thür. Ab.) 
Hand vom 464,19,20. 
Weczel vom 464, 19, 30. 
Stein (Stain) - 
Hand vom 450,18. 
Stein von Klingenftein 
Konrad vom 447,16. 
Wolf vom 447,31. 
Stein ſ. Rathfamhaufen. 
Steinau gen. Steinrkd und Steinrüd f. 
Steinrud und vgl. Steinrewtter. 
Steinbach (Steinpach) 
Hand 433,10. 
Steiner, Beorg 10,1, A. 1. 
Steinheim (Steinhenm, Stainhaym) 
Hand von, Ritter, Marichall des 
Markgrafen von Baden 445,19. 
Seitz von 428,14, 
Steinke, Heinrich (ein Buſeck?) 458,9. 
vol. Bufed. 
Steimling, Steinlinger 
Erhard 432,8. 
Stephan 442,14. 
Luz Stainlinger 325,20. 
Steinmeg,Steinmicz, Peter 207,2[Shult- 
heys]. 490,17. 496,32. 
einig [Steinmeg], Meifter Konrad 
‚13. 


Steinrewtter 
Hand 435,33. 
Michel 435, 33. 


Steinrück 


Heinrich d. A. 428,6. 

Heinrich d. J. 428,6. 
Steinddorf (Stenddorff) 

Hand von 461,19, 


618 Perſonenverzeichniß (Stelbady — Stuibeneder). 


Stödlein, Hand 288,26. 


Konrad von 169, A. 1. 428,14. 
Stöffel, Stöffeln (Steffel), einer von 23,12. 


Stubeneder 343,14. 


Stelbach Sioipenborier |. Stoypendorfer. 
Johann von 458,25. Stör, Sto 
Ytenbach von 458,25. %r18-279, 4. 289,12. 

Stenner [Steuner] zu Badnang 448,9. Gebhard 296,12. 484,24. 

Stensdorff |. Steinddorf. Klaus 289, 20. 

Sternberg, Herren zu Lorenz 284,16. 

Alerius Mh, "yure) 147,4. 472, Ludwig 286,21. 

A. 2. 474,10. Ulrich 441,24. 

Peter 147 Y 474,10. Storcamwe, Peter 464,21. 
Zdendt, Oberftburggraf, zu ꝓtag Stotternheim (Sthotternheym) 

147,2. 472, A. Lu 4,8 Apel von 464,19. 

Sterneder 315, 15. Hermann 38, y Stoygendorfer, Ehriftoph 471,24. 

Sternenfeld Straßnis, Straznicz f. Kramwat. 
Eberhard d. 3. von 447,24. Straupis, Herrn m Dohna. 

Erhard von, Frei 445,8. Strebenddörfer, Michel 431,10. 
Heinrich von 446,4. Stredenpart, Erhard 154, 1.2. 
Stettbed, Ulrich 443,13. Stress, Hand, Untervogt zu Konad 

Steten, Hand von 287,2. 436, 2. vgl. Streicz. 

Stetten Streicz, Kunz 437, U. 1. vgl. Streg. 
Klaus von 439,19. Streitberg, Geſchl. 75. 76. 79,14. — 
Simon von, Ritter 433,1. 101. 

Zurch von 453,6. Engelhard von 58. 75. 76. 79,30. 

vgl. Stettner. 84,41. 

Stetten, Trudef vo von f. Truchſeß. Hand von 58. 75. 76. 79,30. 82,28. 

Stettenberg, tetenberg 84,41. — 429,5. 

Peter von 442,16. Hang von 435,16. 

Ruprecht Stetenberger 431,21. Hang d. J. von 435,17. 
Stettiner, Stetner Hermann von 437,14. 

Hand, Pfleger zu Morndheim Jakob von 436,32. 

438,32. Moriz von 437, 14. 

Hand 435,35. Paul von 81, 40. 437,13,11. 

[Steuner]) f. Stenner. Strobel (fränf. A.) 

Steyrer, Marr 476,3. Jorg 437,21. 

Stiebar (Stieber) MWeigel 85,19. 198,3. 

Albrecht 435,16. Strolod, Heinz 286,19. 
Anton, Amtmann zu Forchheim | Stromer (Gefchl.) 103. 

436,20. Endred 18, U. 4. 110. 169,18, 
Bartholomäus 437,8. 1.1. 170, Bar. 2. 344,17, 9.4. 
Endres 437,21. Franz, Ulmand Bruder 18, 14. 
Fritz 437,10. Franz an derlangen Brüde 18, 44. 
Georg 437,10. Franz 18,10, U. A. 

Hand 437,10. Hand 169, 1.1. 
org 435,5. Jorg 169, 9. 1. 

Stod, Hand 465,4. Ortolf 351, A. 5. 

Stödel (Stodel) Sigmund 12,8. 42,25. 43,9. 44,1. 
MWolfhard, zu Edlarn 441,24. Ulman 1. 119. 120. 342, 3.506. 

Stodel, Hang, von Rattach 476, 15. Ulrich 344,15. 

Stodel, Stadell, Sirt 208,8. 490, 18. Stromer, Stromenr (von Auerbach) 442, 

496,34. 

Stodhaufen, Stoghaufen Geſchl.) 457,7. Peter 442,3. 
Bernhard von 458,28. Stropitz 
Hans d. J. von 458, 29. Dyſlawe von 474,25. 
Heinrich von 463,5. Wilhelm von 474,25. 

Stodheim Strofferin 346,2. 

Philipp von 428,23. Strupps f. Dohna. 

Stodheimer, Hans 474,24. Stuben 


Berfonenverzeichnig (Stübich — Teucher). 


tũbich Stusig (fränt. Ab.) 
Dtto 437, 
Stürmer, — (fränt. Ab.) 
Kunz 178,25. 179, 4. 1. 
Sturmfeder (ſchwäb.⸗rhein. Ad.) 
MWeiprecht 447,27. 
Sulmentingen 
Satob von 18, 23. 
Sulz, Grafen vo 
Albretht Alwig 9 146,2, 9.1. vgl. 


Rudoli 23,11. 

Rudolf 146,4. vgl. 451. 

Urfula 237,15, U. 3. 

Sulz 

Hand von, gen. Harm 448,20. 

Sand von 448,23. 
Sunderhamer, Kunz 433,19. 
suntheim, Schuntheym 

Hand von 438,18, 

Walther von 439,8. 

Wolf von 429, 16. 
Suppenberg, Jorg von 463,10. 
Smwabheincz |. Waltner. 
Ewanberg 1. & Schwamberg. 
Swebede, Berlde von 457,14. 
Smweifer (Schweiffer), Sigmund 345,4. 
Sweinungen f. Schweiningen. 
Swencz |. Schweinig. 

Swende |. Schwend. 

Swergerin 344,3. - 

Smenczet, Friederich 288,4. 
Swiczer |. Klingenau. 

Swind, Kunz 287,22. 

Stoircgel ſ. Schwerzel. 

Swob, Martin 80,13. — 84,38. 
5ymmern f. Vogt. 

zyren f. Schönberg. 


Tabor f. Thabor. 
‚achenhaujen 
Wolf Tachenhaufer 447,16. 
-alheim 
Chriftoph Talheimer 431,8. 
Peter von, Hofmeifter des at 
Fried. 2. Siegr. 231,9. 3 
‚allinger, Jorg 476,2. 
alner, Zallner, Toliner, Anton 196, 
A. 1. 221, W. 245,3, A. 2. 335, 
A. 2. 365,14. 374,10. 375 ‚33. 377, 
34. 386, 12. 399,2. 
ampach, Heinz 286, 21. 
‚andorf, Fandorfer (Gefäht.) ) 148,18. 
Hand Tandorfer 178,25. 179, A. J. 
435,37. 
Heinz Tandorfer 435,18. 
Kunz Dondorffer 449, 27. 
Ruprecht Tandorfer 431, 9. 


4 


619 


Zangel (D angel ) (thür. Ad.) 


Zanhaufen (Bayer. AD. = Gefchl.) 
28,29. 


Hteſ 461,9. 462,34. 


Hand Zanhaufer 431,7. 


Tanicz, Hand 470,10. 
Tann, von der Tann 


Engelhard von der 437,20. 
Hand d. J. von 427, 23. 
Heinrich von der Thann 437,8. 
Karl Tanner 520,15. 

Michel von 432,2. 

Oswald Tanner 439,9. 

Peter von 427,23. 

Veit von der 436,30. 

Wolf von 438,20. 


Zanner, Kunz 498,23. 
Tarant, Nidel 470,11. 
Zaucher 


Fritz 437,21. 
Ulrich 437,21. 


a aa Tauchersdorf 


Albrecht Tauchersdorfer 176, A. 2. 
215, A. 1. 219, A. I. 226, 4.2. 
Tauchstörffer 488, 15. 


Techwitz |. Dechwitz. 


Teinitz (Teynntz), 


Bong von 474,32. 


Zeinddorffer, Heinrich 429,3. 
Tenner, Nidel 466,20. 
Tenſtede f. Dennftädt. 
Zerue] I Zettau, Apel. 
—5 Ders. 
Teſchnitz A} Teſnitz. 
Teſnitz, Jan von 474,29. 
Tetelpad |. Dettelbadh. 
Tetinborn f. Tettenborn. 
Tettau, Zetten 

’ Anfelm von 432, 9. 3. 


Apelvon 208,3, 4.2. 432,20, U. 3. 
466,31. [Zeram] 487,23, 


Tettenborn (Tetinborn) 


Tetzel 


Heſſe von 462, 10. 


Gabriel an, 20. — 485,14. 

Hang 5, 

H 00.25. — 343,7. 

Sobft 97. 179, 1. 191, A. 1. 
195, Bar. 19. 204, U. 2. 211, 
A. 1. 221, A. 1. 222, W.5. 224, 
4.3. 227, 4.2. 228, A. 2. 245, 
6, 9. 3. 246,16. 295, 9.1. 310, 
8,10. 339, 9. 3. 409,15. 482, 
11. 491. 492. 496,16. 527. 529. 
530. 

Jobſt, Meifter 344,6. 

org d. U. 313,9, Bar. 4. Jorgs 
Frau 346,4. 


Zeucher f. Deucher. 


620 


Teufel (Tewfl) 

Sebalds Frau 344,22. 

Teufel, Geſchl. 479, A. 3 
Hand, von Winburs 479, 4. 3. 

Zeufel, Nidel 465,2. 

Saul Hand, gen. Bart 448,30. 

Zeufel, Hang, von Ansbach 479,6. 

Zeurlingen 
Stephan Zeurlinger 441,11. 

Zeufchel, Kilian 433,11. 

Ihabor, Thaber (Tabor), Reonhard von 

206,12, A. 12. 490,11. 496,32. 

Thann, von der |. Tann. 

Thierberg 
Konrad von 447,18. 

Ihierftein (Terſtein), Graf von 23 ‚6. 

Ihongen A Thüngen. 

Thoß |. Toß. 

Thumb von Neuburg (Thum, Tumm von 

Nümburg, Newburg) 
Albre t, Ritter 447,9. 
Hang d. A., Hofmeifter 447,10,11. 
Konrad 447,14. 
vgl Thumm. 
Thumm, Symon 429,7. 
Thümmen (Thummen) 
Thyle von 467,24. 

Thumpelin f. Tümpfing. 

Thunburg | Rheineck. 

Thüngen ab Thongen) 
alt afar von 432,18. 
Hildebrand von 432, 28. 

Hilpolt von 214, U. 2. 
Karl von 428,7. 
Sigmund von 429,21. 

Thüſſel 
Erckel 466, 26. 

Jan 466, 26, 26. 

Thuttenrode ſ. Tütticheroda. 

Tieffenbacher, Bartholomäus 215, A. 1. 

Tierberg ſ. Thierberg. 

Til, Dr. Ludwig 413,19. 

Tintner ‚Tyntner, Dintner (Geſchl. )194,13, 
Friß 152,12. — 215, 9.1. 
Peter 278,2. 

Zobel, Rudolf 164,23. 

Zobened f. Dobened 

Toder [Coder], Albrecht 453,17. 

Zollner f. Talner. 

Zonamwer, Pewrlin 448,10. 

Topler 
Heinrich 102. 

Heinz 284, 15. 
Fobſt 16,3. 77,2. 343,2. 
Niklas 484, 24. 

Zorgau (Torgo) 

Heinz von 467, A. 2. 
Bol, don 467, 4.2. 


Berjonenverzeihniß (Teufel — Truchſeß von Pommersfelden). 


Zoß, Doß 

Erhard 432,20. 466,31. 

Hans 434,8. — 466,27. 

Heinz d. X. 466,27. 

Sungel 155, 9. 1. 

Konrad 466, 32. 
Zottleben (Zottelewben) 

Heinrich von 463,8. 
Zrabenig, Martin von 474,17. 
Tracht, Hand 261,3,4.1. 268,1. 4992. 
Traubenbach |. Trümbad). 
Zrautenberg 

Andreas Truttenberger 435,36. 

Jorg Trauttenberger 91, 15. 
Zrautenburg (Schürftab) 101. 
Trautäficcher, Seiz 279,13. 
Zrautwein, Anton 428, 17. — 49,8. 

— dgl. Treutwein. 

Zramnit ſ. Trabenitz. 
ach, Hitolaus, von Lipa zu Lipnic 472, 


rebin er, Wolfgang 476,1. 

Teig Trebiehh, Zrebetie, Drei, 
Heinrich 208,1,2, A. 1 66,2. 
490,16. 497, 19, 20. 

Trentfch, Ladislaus von 476,11. 

Treswitz |. Dreswitz. 

Treutwein, Hand 430,31. — 442,29. - 
vgl. Trautwein. 

Treysbach f. Dreisbach. 

Trier, Erzbiſchöfe 

Dito (von Ziegenhain) 10,11. 16,1. 
35,3. 40,28. 46,21. 48, 14. 19, 


3, 16. 
Jatob von Sirk) 141,23. 204,%.2. 

Zrigel, Ulrich 445,26. 

Zriftram 
Eberhard 206,8, A. 4. 208,9. 2. 

432,20. 490, Bar. 15. 497,16. 
Sand 466,24. 

Trott (heſſ. Ad. Weſchl.) ) 457,16. 

Trucfeh (Adeliche ohne Beinamen) 
Bartholomäus f. Truchſ. v. Pom- 

merdfelden. 
Endres 519,33. 
Erhard 427, 9. 
Fritz f. — — von Bommerdfelber 
Heinz 436,33. 
— Herr 427, A. 2. 
Jakob f. Trudi. von Wetzhauſen. 
Martin 435,9 

Tuch von Maldburg 
Jakob 47,9. 4. 

Truchſeß von MBommeräfelden 
Bartholomäud Tr., Ritter 437,13. 
Fritz 428, 2 Fritz Tr. 521,2. 
Hand 428,2. 

Heinz 431, ‚21. 


Berfonenverzeichniß (Truchjeß von Pommersfelden — Urbach). 


Jorg 437, 12. 
Martin, Ritter 437,12. 
Peter 428, 2. 
iruchfeh von Balderäfem 
Sorg 428 
ul von Weghaufen Geſchl.) 


A. Shard Tr., zu Stembere 434,32. 
Satob Tr. 225,15. 432,17. 
‚tuchfeß von Stetten 
Konrad 447,29. 
‚ruchfeß von Bichishaufen 
Albrecht 447,31. 
Sans d. 3. 445,22,23. 
truchſeß (von Höfingen) 
Martin 447,21. 
‚tüelling (= Zrubendingen?], Graf von 
83,28, A. 2. 
ruhedinger, Hermann 432,6. 
aubenbingen, Drafen d bon 83, 4.2. 
Heinrid 58. 83, A 
vol. Zrüelling. 
rümbad, Trübenbach (Zrüpenpad, 
Traubenbach) 
Hardrait von 457,17, A. 4. 
‚rumeter 521,4. 
rügfchler (Truczfcheler) 
Kaſpar 462,17. 
-fchende 
Andread von 476,10. 
Thomas von 476,10. 
-übingen, Graf Konrad von, gen zu 
Lichtened 145,24. 445,13. 448 
-ucher, Geſchl. 5, A. 3.7. 
ut (Behaim) , Hand T. Frau 4. 


a. 275, 21. 409,15. 527. 529. 
Bere der Alte 4. 7, A. 3. 


— **— 5. 317,18. 322,5. 484,3. 

Berthold, Endres Sohn 3, 4.1. 
7, A. 3. 26,22, A. 6 

Endres V. VII. Apꝰ 13,11. 14, 
4,4. 3. 20,3. 23,19. 25,2. 26, 
3,4,14, A. 1. 27, 9.1. 28,1. 
29,16. 343, A. 9. 505. _ 

Endres (d. 3.) 3, A. 1.4, 9.6. 6. 
26,22, U. 6. 102. 

Hand A. 5. 7, A. 3. 12,7, A. 5. 


) 225, 


13, 


13,7, 9.8. 14. 20, U. 1. 37, 


‚6. 
Hand, Endred Bruder 5. 301, 4.5. 


343,13. 
Hand (ded vorgen. Hand Sohn) 


300,8. 302,22. Hand Tucherin | 


343,13. 
Hang, Endres Sohn 28, A. 1. 116. 


621 

Margarete | Panyeartuen), Endres 
T. Frau 5. 
Marr 100. 


Pauls Frau 344,14. 
Sebald 14,4. 2 u. 3. 
Zümpling (Thumpeling) 
Aſmus 463,7 
Tumm f. Thumb. 


Türckheim, Dürdheim 


Johann Alheim von 445,29. 
Zürlingen 

Wilhelm Zürlinger 442,31. 497,24. 
Turmayr, Göz 442,18. 
[Tum] ſ. Dürer. 
Tuſchl vgl. Teufchel und Duſchel. 


Tune, [Tuppenberg , TZappenberg) 
' en 


f. t von Tautenburg. 
Tütticheroda, Tuttichrode, Thuttenrode 
Dietrich von 462,3. 
Satob von 462,10. 
Wichmann von 462,10. 
Twiſten 
Friederich von 457,9. 
Twirgen, Ludolf 457,9. 
Tyerhaubter, — Jetob 58. 7236. 
Tyle, Stamernynge 465 
Tyntner ſ. Tintner. 
Tyrolt, Ulrich 74. 


Ubernitz ſ. Obernitz. 
Ückingen, Kaſpar von 215, A. 1. 
Uffeln (Ufelen) 
Heinrich von 458,28. 
Uffing, Uffing, Balthafar 208,4. 
Ujlacki, Nicklas, oᷣnzog 534, 
Uffrich, Balthafar 430,5 
Ulmer, Johann, Randfehreiber 376,2. 
378,3. 


lrich 
Fritz 343,12. 
Hans 343,3. 
Ulrich von Auͤgspur ſ. Augspurg. 
og Meifer, P Barter zu ©t. Woren 
in 


Ulſtat, Fr 3a, 8. 
Ulftedt (thür. Ab.) 

Heinz von 83,26. 
Umgelber |. Ungelter. 
Ungelter, Peter 215, 9. 1. 
Ungersbacher, Wilpelm 437,1. 
Unverdroffen, Hartmann 278, 28. 286,9. 
Urbach (ſchwäb. Ad.) 

Walther von 447, 26. 

nn heim von 446, 4. 

Wilhelm Schüg gen. von U. 446,3. 


Urbach f. Aurbad). 





622 


Urber ö 
Hand d. U. 135,30. 
Hang d. J. 435,30. 


Henne von 456,25. 
Urſell 

Henne von 457,27. 
Urfenbed (Urfemyee, Urſſembeck) 

Sand 441 

Jorg 441, 2 

org 373, 22. 
Uslar (Ufer) 

Friederich von 462,5. 

Heffe von 462,5. 

org von 462, 5. 
Usmer, Usmer Gefchi. 

Gabriel 345,16. 
Uttenhofen 

Albrecht Uttelhofer 442,13. 

Fritz Uttelhofer 438, 16. 

Hand Uttelhofer 438, 14. 

Rüdiger Uttelhofer 441, 29. 

Rüdiger Uttelhofer d. J. 438,15. 
Uttentod, Heinrich 464,21. 


üß, [Big], Marquard 278,33. 
Ugelman, Heinz 499,1. 


Baldner Bipernollen 521,4. 
Ballen, Engelhard [Egkhart] von 457,13. 
Balkenftein |. Faltenftein. 
Balzner, galgner, Heſchl. 295, A. 5. 
296, A. 3. 343, A. 4 
Herdegen 183, U. 1. 343,0. 4. 
Moatgarete, Herdegens Frau 343,4, 


86,27. 


Varnhagen vgl. Vornagel. 
Beben: Pr Sea f. ann. 
echenba echenba 
Beilstorffer |. Weilsdorf. 
Belberg 
Hand von 520,5. 
Wilhelm von 520,4. 
Belbeng (Beleng, Fellenk), Graf Friede 
ti) von 23,9 
Beldprecher, Hand 225, U. 1. vgl. Felt: 
precher. 
Dend, Fennd, Endres 87,20. 171, 9.2. 
[Benniczer) f. Windheber. 
Benningen 
Diether d. J. won 441,22. 
Hand d. J. von 442, 15. 
Jobſt von, Deutfchmeifter 231,11. 
232,6. 365,8,19. 388,13. 391,30. 
Beftenberg |. Feftenberg. 
Better, Sorg 439,20. 
Better, Kaſpar, Kaftner zu Forchheim 
4 


36, 20. 
Veyltſch f. Feilißſch. 


Perſonenverzeichniß (Urber — Volckwein). 


Vichtenawer, Wentzla 476, 16. 

Viechtlin 368, 33. 

Villa francha ſ. Frandenfill. 

Bingerlein, Hang, Afleger zu Schwandorf 
( waintendorf) 441,6 

Binftingen, Wilhelm Her zu 147,11. 


Biperfung 519,33. 
Vippach (Bippech) 
Heinrich 461,22. 
Bilder, — Bichſenmeiſter 289, A.4. 
344, U. 3. feine Frau 344,10. 
Vifchet, Hartmann 288,9. 
Viſcher, Hermann 332, 1.3. 
Viſcher, Klaus f. Fifcher. 
Viſchlein a) 
Eberhard, gen. Enelle 453,17. 
Visthum, Ficzthum, Vicztum, Seidl. 
459, 27, 28. 463,3 32. 

Apel d. A. (Ritter) 91,7. 362,21. 
369,37. 370,18. 404,26. 41821, 
459,28, 9. 2. 461,3,4,12. 463, 

35. 


and, 


Bernhard, Rilier, Marſchall 207,9. 
ar gr A. 1. 461,4. 487, 2. 


Ritter, zu Tannroda 208, 
A. 4. 465,5. 


Jong, I Edftädt 463,21. 
Bogelftein 345,8. 
Bogt von Summerau (Fot von Sym⸗ 
mern) 
Johann 446,24. 
Bogt vol. Voyt, Erhard und Nikolaus. 
Boit |. Rein. 
Volckamer, Volckmayr, Volkmeir, Voll: 
aymer, Volkmer 
Berthold 63. 64,18. 66,21. 76,38. 
82,21. 90,7,34. 196, 4.1. 221, 
A. 1. 245,2, U.2. 277,19. 294, 
15. 335, U. 2. 361, 19. 365,13. 
377,33. 386,11. 387, 14, 15, 36. 
389, 2f., 35 f. 392,9. 480,10. 
483, 24. | 
Gottlieb! Frau 344,19. 


Hand 301,13,16. 302,9. 319,19. 
344,23. 

Hand 101, U. 1. — 117. 

Jorg 344, 15. 

Beter 9,69, 4.1. 20,12. 34,4. 2. 
35,2, A. 1. 36, 1, 8, Bar. 18. 


37. 38,22 f,, 9.2. 40,1 f, 4, 
A. 1. 44,4. 45,9. 48,5. 49. 50 
Sebaftian 344,5. 
Stephan 278,12. 
Böldell, Heinz 81,34. 
Voldwein, [Woldwein], 
‚11,17. 


Albrecht 276, 





Perſonenverzeichniß (Bolen — Watborf). 


dolen von Wildnau (Wildnaw Folen 
(Voln)) 448,2. 
ßolgſtädt, Bolgftett ſ. Volkſtedt. 
Boltenberg ſ. Salfenberg, 
ßolkſtedt, Volgftett, Volkſtat 
Hand von 466,25. 


org 464,22. 
Böräkel, Förchtel, Paul 44,8. 47,15, 
. 10. 50, 11. 184,14. 273,13. 


Bornagel ſ. Enſe. 
ßorſter ſ. Forſter. 
ßgorſter (öſterr. Ad.) 
Hang 476,12. 
Borfter, Hand 279,7. 
Borfter, Heinrich 279,6. 
3orjtmeifter 
Heinz 448,11. 
Kafpar 448, 11. 
Schwarzhand 448,10. 
dortſch |. Förtſch. 
ac Erhard 465,23. — Nidel 179,4, 


Font, Hans 279,2. 
ßzoyt, Ulrich 179, 4.1. 


Bagner: Hand W.s Frau 345,10. 
Bagnet, Rudolf 278,16. 288, 14. 
ner, Sebald 289, 1. 

Bet Waler und vgl. Wal. 
—W Waraüß, Hand 197,12,A. 1. 
Vahren vgl. Warren. 

Bal, Eyban vom 439,10. 
Bat f. Wider 
Valch 90,7. Walh 344,6. dgl. Wider. 
Baldronn f. Wallbrunn. 
Bald 
Fritz von 441,33. 
Baldburg f. Truchfeß v. Waldburg. 
Valdeck, Grafen 
Dtto von W. (Landau) 145,12, 
A. 2. 456. 
Vollrath Walraw) von W.⸗(Wal⸗ 
de) 145,12, U. 2. 456. 
Balbenele. Wallenfeld 
Albrecht von 65, A. 7. 80,18,33. 
Fritz von 57. 59. 61. 63. 64,2. 
68,9. 71 - 73. 76—78. 80,35,38. 
81,3,3. 82 ff. 80 ff. 92. 179,5, 
A. 1. 432,13. 
Hand von 61. 63. 64,2. 66,7. 67, 
22. 63,8. 71,5. 72. 73. 76. 78.80, 
7,10. 81,36. 82ff. 89 ff. 208,2. 
Heinz von 463 ‚3. 
Jorg von 65, 1. 7. 467,23. 487, 13. 
Kaſpar von 19, 4. 6. 
Martin von 65, N. 7. — 106. 412, 
A. 1. 525. 526. 
Wilhelm von 65, U. 7. 
Staͤdtechroniken. II. 


623 


Waldenſtein 
Konrad von 456, 22. 

Waldkirchen (Waltkirchen) 

Konrad von 215, A. 1. 
Waldner vgl. Waltner. 
MWaldfaffen, Abt von 364,21. 
Waldftromer, Geſchl. 359, 17. 
Maler 

Hang 429,15, U. 3. 

Jorg 429,16. 

Jorg 430,33. 

Kraft 430, 33. 

Walgeftet ſ. Ballftedt. 

Waldbrunn, Walbronn (rhein. Ad.) 
Hans 454,16, 

Wallentod, Wallenrode, Wallenrat 
Hand von, Ritter 90,30. — 427,17. 
Hand von, zu Berne 434,30. 
Hand d. 3. von 432,20. 
Sebaftian von 433, T. 

Wallenftein (heſſ. Ad.) # Waldenftein. 

Waller (bayer. Ad.) 

Hang 442,26. 

Wallwit Baivih 
Jobſt von 466,24. 

Walman f. MWolman. 

Balnn bi piäßz. And ) 


Watäbere (bei ei. Y. Geil.) 457,5 
Wald dor u 


Georg von 81,27. 

Walther, althert, Kunz 207,10, 9. 6. 
490,11. 496,31. 

Walther, Markgraf Albrechts von Bran⸗ 
denburg Trompeter 207,11. 490,11, 
12. 497,1. 

Walthurn vgl. Waltüner. 

MWaltner, Smwabheinz 215, A. 1. 

Waltüner, Friederich 442, ‚20. 

Wan enheim, Wangheym 521,3. 

althafar von 462,18, 
Jorg von 428,4. 
Klaus von, Ritter 463,2. 
Luz von 462, 18. 

Wannbach 

Klaus von 436,32. 

Kunz Wannbader 437,22. 

Warberg (bayer. Ad.) 

Chriſtoph Warperger 441,29. 
Matheis Warperger 443, 11. 
Ulrich Warperger 442,3. 

Warmut, Klaud von 430, 5. 

Warperger f. Warberg. 

Warren (Ad.⸗Geſchl.) 464,24. 

Mat, Peler von 184,14. 201,4. 273,13. 


344 
—8* Beton, Waczdorff, Geil. 
78,15. — 520, 


40 





624 
Balthafar Waſbazar, Waltſer) 
von 79,21. 461, 
Hans von 206, 9. "los, 23. 490,3. 
497,15. 
Wechmar 


Kafpar von 464,21. 
Wechfungen, Eyriar von 462,13. vgl. 
Meffungen. 
Wechterspach ſ. Beyr. 
Wehren (Werhen) 
Hermann von 457,4. 
Weida (Weydach) ſ. Reuß. 
Weideberg, Otto 458,15. 
Weiden |. Wenden. 
Weidenberg (fr. Ad.) vgl. Weideberg, 
Weigel Bengel), Hand 19,7, 9. 4. 
Weigel, Frip 279,4. 289, 18. 
Weigel, Klaus 289, 16. 
Weiher ſ. Weyher. 
Weiler (Wiler) 
Hans von 453,14. 
Jorg von 453,14. 
Weilersbacher 520,14,27. 
Weilsdorf, Wilsdorf, Te Veils⸗ 
torf (thür.⸗meißn. Ad. 
Jorg 207,1, A. J. 2 ‚26. 490, %.3. 
vgl. Molfersdorf. 
Weinbetger |. Weinperger. 
Weined 
org von 432,28. 
Weineugel, Peter 9 ‚5. 
Weingarten 
Hans d. J. von 445,27. 
Weinman 
Ruprecht 206,4. 480,6. 496,28. 
Ulrich 437,9. 
MWeinperger, Stephan 442,38. 
Weinsberg, Herr zu 23,11. 
Weirß f. Weyers. 
Weisbach, Weiftensat Weyſpach) 
(meißn. Ad.) 
Heinz von 466,31. 
Weiſchlitz wridi 
Burkhard von 466, 21. 
Weiß, Ulrich 155, U. 1. 171,4. 2. 252, 
10, 9.1. 485,19. 
MWeiffenberg bayer. Ad.) 
Erasm Weiffenwerger 442,10. 
Weitershauſen Wittershauſen) (Geſchl.) 
457, 20. 
Kraft von 458,19. 
Welbart ſ. Wöllwarth. 
Welditz, Weltig 
Endres 466, 23. 
ns von 79,33. 
Welni 
dfrecht von 463,11. 
Jorg von 461, 26. 


_ Berfonenverzeichnif; (Wahborf — Beflungen). 


Wels berg 

Kilian von 427, A. 5. 
Weltenrod, Johann von 428,23. 
Weltewitz vgl. Welditz, Weltig. 
Wemdingen 

Jorg von 429,14, A. 3. 520,1. 

Reinbold von, SHofmeifker dei Bi 

ſchofs von Eichfiati 438,6. 

Wendeleben Wendeleuben) 

Werner von 462,9. 
Wendorf f. Bendorf. 
MWentheim 

Ehriftoph von 431,1. 

Satob von 426,20. 
Wenzel, röm. König 360,7, 10. 
Werbergöhaufen (ränt. Ad.) 

Kafpar 439,17 
nn) gen. Noding (Werbe ‚gen. Ro: 


"Senne von 457,21. 
Werdenberg, Werbemberg, Werdenburg, 
Grafen 
Hang 23,7, A. 6. 47, A. 4. 
Werdenberg⸗Sargans 
Wilhelm 146,6. 451. 
Werdnau 
Sand ven MAT, 13. 
Heinrich d. J. von 447A7. 
Ludwig von 447,19. 
Werben f. Wehren. 
rauen (Werniigthufen, Bemigl 


Godert 458,26,27. 
Wernitzer, N. 363,1. 
MWernlein, Hermann 288 
Wernlin (Werntein], Sein; 490,14. vgl. 
Eberlein. 
Wernſteiner, Eberhard 4241, 30. 
Wersgern, Hermann 286, 15. 


Werthauſen, Beringer 463 ‚7. 


Wertheim, Grafen 
Hans 23, 3, A. 3. 
Jorg 23,4. 
Michel 23, A. 3. 
Werthemer, Bitnott 443,5. 
Merthern, früher au Merteden u, Ber 
terden { ertorde) 
Hand von es 9. 
Küne von 463, 36. 


Wertorde f. Werihern. 


Weſinburg, Herrn zu Schenkendorf 
Bodo von 146,23. 469. 
Friedhelm von. 196, 23. 460. 
Hand von 146:23.'46®. 

Weſſele, Jun vom 474,97. 

TBeffungen 
Gahard von 44, 2. 

vgl. Wehfungen. 


Perſonenverzeichniß Weſterburg — Windkler). 


Br 

Svweder von 456,29. 
Wernber von 456, 29. 

Mefterburg f. Kiebenftein. 

Weſternach (Gefchl.) 428,30. 
Hand von 447,21. 
Kafpar von 447, 21.. 

Wefterftetten 
Hand von 450,19. 
Rudolf von 447,20. 
Wilhelm von 447,21. 
Wolf von 426,33. 

metteränah, Bernhard yon 449,18. 


etze 
Hand 439,19. 


Wetzel 81,41. 
Menden, Hans bon der 344, 16. 
Weyer 
Erasmus zum 446,4. 
Weyers, Weyrs, Weirß, Geſchl. 492,14. 
Heinz von 157,3. 
Kafpar von 206 ‚1. 490,3. 496, 23. 
vol. Ebersberg. 
Weyher, Weyer, Wier 
Erhard von 435,9. 
Hand von 436,5. 
Hans von 435,14. 
Heinz von 435, 14. 
Nidel von, Amtmann zu Bayreuth 
434,3. 
Peter von 435,14. 
FEN Ay von 461, ‚0. 
eyicha eiſchlitz 
Weyſenbughe ſ. Meyſenbug. 
en (= Mey enbug d, Hermann 


me Sans 429,19. 
Weyß, Hand 288,19. 
Weyſſenburg f. Krenkingen. 
Wider, Hand, von Wäl 344, 4. 1. 
Widerolt (heſſ. Ad.) 
. @ernant.458,5. 
Widerolt, Heinz 289, 19. 
Biberöperger |. Miederäberg. 
MWiderftein, Arnold von 428,19. 
wherein, Hermann 292, 4.2. 294,2. 
5,4. 


Widmanin 345,14. 

MWiederdberg 
Kafpar Wideröperger 433,11. 
Lorenz Wideröperger 466, 30. 

Wiehe (Wihe) 
Dietrich non 462,11. 

Wien, Ddwald von , Bücfenmeiher 

448, 30. 


Wier f. Weyher. 
Wieſenberg vgl. Wiſenberg. 


625 


Wiefenton oSiſennaw, Fiſenthaw). 
Geſchl. 204, A. 2. 4 
Erhard von 437, Fi 
Friederich von 437, 6. 
Fritz von 437, 15. 
*— d. J. von 437,6. 
Jorg von 33. 
Thomas von 206,10. 437, 1. 488, 
2. 490,4. 497, 13. 


Ulrich von 437,6. 


Wietersheim f. MWitteröheim. 


en Wibaufe, Ertman [Ertwan] 


Wihe f. Wiehe. 
Wilch von Alzey 
Endres 455,4. 
Wild, Wilde 
Adam 435,27. 
Heinz 433,11. 
Nidel 461,22. 
Paul 438,21. 
Uri 436,3 
Wild, Kunz SI zöf. (vgl. 84,30.) 90,18. 
MWildenhagen 
Hans 470,7. 
Peter 470,7. 


MWildenpom, Wildenprunner, Wilden- 
borner, [Mildenbroner], Moriz 207,8. 
.490,10. 497,9. vgl. Wildenpurn u. 
Millenbrunn. 

Wildenpurn, Hand 466,31. 

Wildenftein, MWillenftein, Wiltftein, 
Geſchl. 88,7. — 429,12: 

Georg von 90,3. ‚Pfleger zu Lauf 
Heinz von 430,9. 

Kunz von 465, 23. 

Martin von, Ritter 442,9. 
Neidhard von 65,15. 

Wilhelm 435,2. 

Wildnau f. Bolen. 

Wildner, Fridel 207,10, U. 5. 

Wildsdorff |. Weilsdorf. 

Wildungen 

Ludwig von 456,28. 
Ludwig von 458,33. 
Dtto von 458, 26. 

Wiler f. Weiler. 

Wilhelm, Heinz 285,7. 

Wilhelmsdorf 

Peter von 427,12. 

MWillenbrunn, Kafpar 461,19. 
dal. Mildenporn und Mildenpurn, 

er ſ. Weilddorf und vgl. Wolfen: 


Wilfe, Georg 474,20. 
MWindler, Hand 289, 21. 


40* 


626 

Windheper Windheczel, Venniczer], 
Michel 217,7. 427,9. vgl. Pertmunt. 

Winſtein 


Eberhard von 448,27. 
Winter (heil. Ad.) 
Dtto 488,23. 
Winter, Nicklas 476,4. 
Winter, Heinz 80,18. — Klaus 80,18. 
Binterumb, eintich. von 446,17. 
Mirnt, Hand 441,11. 
MWirdberg Wirsperg) 
Albrecht von 432,14. 
Hand von 435, 31. 
Kunz von 435, 37. 
vol. Wirſperger. 
Wirſperger, Hartmann 85,1,28. 
Wirt, Die 297,1. 
Wirt, Mipar 77,2. 86,30. 
Wirtemberg, Grafen 
Ludwig 47,4, A. 4. 355,23. 380,12. 
Uri 110. 145, 2. 192, 4.3. 198, 


15,27. 238. 356,4. 376,33,34. 
386,5. 394,31. 399,23,33. 400, 
422,29. 423, A. 6. 


13. 408,21. 
444,6. 447 ff. 454,9. 7. 
MWirzburg, Bilchöfe 
(oh 
35,8. 41,7, 4.1. 


16, 27 


529,9. 532. 534. 


(Johann von Grumbadı) 112. 
Wirzburg (Ad.) 

Stephan von 484, 23. 
Wiſenberg, Rudiger von 469,5. 
Wisheckel, u BE 
Wiffezewig ! tefowic. 
Wiſſokeho, San von 474,22. 
Witold f. Alerander. 


Wiſowech. Wittowetz, Jan 477,25. 478, 
.t 


Witte (Ad.⸗Geſchl.) 463,20. 
MWitterdhaufen ſ. Weiterdhaujen. 
Wittersheim 

Wilhelm von 448,27. 
Wittgenftein ſ. Sayn. 
Witzel, Ulrich 278,19. 


ann von Brun) 11,2. 22,12. 
46,21. 49,5. 
Sotfrieb Schent von Limpurg 74, 
10. 126,23,30. 134,4. 135,11. 
141,4,25. 197,1. 204,4. 2. 210, 
A.2. 218, U. 2. 231,9,16, 9. 
1. u. 3. 232,5. 349,17, 9. 5. 
355,24. 356, A. 1. 362,25. 363, 
19. 364,13. 365,18. 369,25. 
397,28. 405,16,20. 406,10. 410, 
fi. 411,29. 493,17,18. 
417,28. 418. 419. 425, 9. 2. 
433,4, A. 2. 436,9. 452,20. 
464,1. 494,10. 517,36. 527,30. 


Perſonenverzeichniß (Windhetzer — Woyde). 


wipieben (Wiczleuben, Wihlewben) 
Friederich von, Ritter 461,5. 
Rennbart von 462,16,17. 

Wlad, Woiwode von der Walachei lim 
Regifter — Bds. irrthümlich: von 
Serbien) 22, 1. 

Wolfel, Woiffel, orten, Erhard Geb⸗ 
hart] 207,9. 490,10. 497,19. 

Wolferode 

Eckhard von 462,12 

Bolferdborf Molfestorif) (Ad.⸗Geſchl.) 

431,25. 


Reinold Wolfſtorffer 433,15. 
vgl. Weilsdorf. 


Wolff ſ. Buchen. 
Wolfflein ſ. Wolfel. 
FE Wolmarshauſen. 
Wolframsdorf 
Friederich von 461,1 
Wolfskeel (Wulferskeil, Wolfötein) 
Klaus 457,28. 
Philipp 445,24. 
Wolfftein 
Albrecht vom 441,10. 
Chriftoph vom 438,11. 


„Friederich vom 441,21. 


Hand vom, Ritter, Marfchall 153,2. 
431,34. — 9.9. ®. 441,10. 

Satob vom 176,6. 202,2. 

Jorg vom 433,21. 

Konrad vom 202,1. 

Wigelois von 9, a. 2. 16,2, A. 3. 
47,8. 


Wilhelm von 9, A. 2. 
Wolfhart vom 441,12. 
Wöllwarth, Wellmart (Welbart) 
Wilhelm von 447,12. 
Wolman, Walman 
Eprich 435,29. 
San 434,28. 
Mathes 434,28. 
Wolmanghamfen {. Wolmardhaufen. 
MWolmardhaufen, Wolmerdbaufen, Wol⸗ 
nen, Wolfnitzhauß, Geſchl. 
194 
Burkhard d. J. von 194,9. 3. 427, 
22,23. 520,30. 
Friederich von 110. 194, 19. 202, 
Var. 17. 
Leupold von 194, A. 3 (wo L. ſtatt: 
Hans zu iefen). 427,22,23. 


Wönaw f. Bünan. 
Worms, Bifhof von 22,13. 198,17. 


6,6. 


Worms, Dompropft von nf. af. 
Woyde 
Clemann von der 461,30. 


Perſonenverzeichniß (Wreſowic — Zollner). | 


Wiefowic (Wiffezewig) 
Satob (Jakaubek, zecubto) don, 
(Ritter) 74,5, U. 3. 473, A. 1 
Wulferskeil f. Molfäteel. 
Wülffroda |. Wolferode. 
Würgenpawr, Heinz 499,6. 
Wurm (thür. Ad.) 
2uz 463,20. 
Wurm 525, 22. 
Würzburg f. Wirzburg. 
Wüſt, Hand 436,33. — 179,7, A. 1. 
Wuͤſtenwald, Wuftenwalt, Kunz 179,7, 


gynbeim ſ. Schwend. 


Yberg ſ. Iberg. 


Zabelſtein (Zabenftein) 
Oswald von 432,14. 
Zabeltik (Zabbelticz) 
Hand von 469,29,30. 
Hand von 469, 29, 30. 
Hans von 469.29,30. 
Heinrich von 469,29,30. 
Heinrich von 469,29,30. 
Henze von 469, 28, 30. 
Kafpar von 469, 29, 30. 
Nidel von 469, 29, 30. 
Reinolt von 469,29,30. 
Zabenftein f. Zabeljtein. 
BZaler, Hand 476, * 
Zann, Fritz 430, 
Zapfenmacher, Erhard 288,14. 
Zarwern |. Zorwa. 
(Zechwitz)] |. Dechwitz. 
Zehender, Burkhard 448,9. 
Zeichendorfer, Ruprecht 437,7. 
Zeirn f. Zeyern. 
Zenger, Czenger 
Griftan 88,5. 
Frib 155, 9. 1. 190,9. 4. 212, 
ar. 22. 229,9. 1. 
Heinrich 431,36. 
Heinz 484, 17. 488,19. 
Parzival 215, 3, Y. 1. 484,19. 
Paulus 3. [ [Bewiczer], zum | Reiven- 
hauß 430,29. 
Zriftram, zum Schneeberg 50, U. 2. 
Zengg, Burkhard 370. 371. 
Zenner, Triftram 520,23. 
Zentgreff, Centgreff 
Jorg 463,3 
Kunz 462,8. 
Zernmantel f. Schreiber. 
Serrengiben, Zerngibel 87,21. Kunz 155, 
.2 


‚9. 
Berticz 
hip von 470,5. 


627 


Sean von 470,5. 
an von 470,5. 

Dtto von 470,5. 

Renz von 470,5. 

Reynolt von 470,5. 
Zeſchau, Czeſchaw (Czeſſaw) 
Hand von 470,1. 

Hand von 470,1. u 
Zettelpamm, Erhard 227,9. 2. 
Br Zedwicz, Zewik, Zebip, Seil. 


Balthafar don 434,23. 
Erhard von 434, 23. 
Erhard von, zu Hirfchberg 436,4. 
Erhard von, Vogt zu Arnshaug 
leuis.2i. 
Erhard d. J. von 461,23. 
Jorg von 434,22. 
org von 434,23. 
Konrad von, Ritter 434,21. 
Kunz von, zu Hirfchberg 434,22. 
Kunz von, zu Erkmersreut 434 ‚23. 
Nidel von 432,14. 
Sittich von 465,23. 
Zeulner, Hermann 435,15. 
Zewitzer] f. Zenger, Paul. 
Zeyern (Czeirn, Zeirn) 
Jorg vun 437,1. 
Klaud von 439, 15. 
Ziegenhain (Ziegenheym), Grafen von 3. 
und Nidda | 


Sobann 145,11. 456. 

Dtto, Kurfürst von Trier f. Trier. 
Zigerman, Heinrich 464,25. 
Bimerman 89,22. 

Zint f. Zengg 

gifterer vgl. 8Woßterer. 
Zlodtenicka, Hand von 474,21. 
Zobel (fränf. Ad.) 

Hand 432,5. 

Hans 439,19. 

Heinz 430,1. 

Karl 215, U. 1. 

Paul 432,5. 

Zoller (Zollr) 

Wolf von, Ritter 47, U. 4. 
Zollner (von Birkenfeld ?) 

Kunz 434,33. 

Zollner, olner (von der Hallburg ?) 

Johann 88,20. 

Zoliner, Gzoliner, gölner 

Berthold 179,2, 4. 

Liebhart 441, 27. 

Zollner, Zolner (Mg. Geſchl.) 81,14. 
Eberhard Erhard] 318,27. 322,2. 
245.: 


45,3. 
Eberhard d. J. 345,12. 
Peter 343, 12. 





628 Perfonenverzeichnif (Folner — Zyßterer). 


Zolner, Peter (von Windsheim) 215, | Zullenharbt (Zülnhart) 
4.1 Heinz von 447,30. 


gem, Reimbold (von Straßburg) Wolfgang von 447,30. 
479,2. Zuttern 
[Zornam] f. Zorwa. | Albrecht d. J. von 446,5. 
Zorwa, Czorba, Czorwaw, Zarwern, Hermann bon 446,5. 
(Bomam] ‚ Hand don 206, 7,97. Peter von 446,3. 
436,1. 490,6. 497,17. Smeipräden Vitſch, Graf Friederih von 
Boffen, Rafpar von 463,5. 146 
Zuchaw, von der Aienger, Seinric 476,4. 
Diez 469,26. Bwid, Otmar 215, 9. 1. 
Hand 469, 26. Zwinger, Heinrich 432, 25. 
Heinz 469, 25,26. Zynngl, Ehriftoph 8. 
Kraft 469,25,26. Zyßterer, Hand 431,6. 


©. 91, 7 iſt unter „her Jorg von Pedenburd*, wie aud Briefb. Ro. 16, 
Bl. 204 hervorgeht, der ſächfiſchß Marſchall Jorg von Bebenburg zu verflehen. 


Ortsv erzeichniß. 


Die Namen find in der heutigen Schreibweiſe angeſetzt und nur in einigen (beſonders in 
eifelhaften) Faͤllen Verweiſungen an vie Stelle getreten. Abweichende Formen des Tertes find 
eſonders aufgeführt. In Bezug auf die Alammern vgl. man die Vorbemerkung zum Perſonen⸗ 


verzeichniß. 


Aalen 450, 9. 3. 

Aarberg (Arberg) 438,20 ff. 

Abenberg 104. 217,22,28. 218,13, A. 
u. 2. 228, A. 2. 438,33. 

Absberg 187,9,11. 

Adelburg 59, U. 3. 

Aderdtorff, Oderstorff 179,6, U. 1. 

Adorf 80,22. 

Ahaufen, Auhaufen (Ohawſen) 522,28, 

.2.u. 7. 524,8. 

Alfershaufen 520,20. 

Allersberg 176,5. 201,23 f. 219,20 f. 

Almoshof (Malmashof, Meilmandhof) 
150,1, A. 1. 

Alpersperg 449, 24. 

Altdettelsau vgl. 210, A. 3. 

Altdorf 110. 148,3. 160,21. 169. 170. 
171,17 f. 173,10. 176,2. 202,7. 212, 
24. 213,9. 224,23. 226,2. 265,22. 
271,7. 381,20. 387,16. 388,1. 440, 
17. 

Altenberg 154,16, A. 3. 155,6. 161,2. 
174,12. 175,3. 181,2. | 

Altenfurt 332, A. 3. 

Altenreut (Aldenrewt) 65, 4. 7. 

Altentbann 151, W. 2, 

Alte Defte bei Fürt f. Altenberg. 

Alt⸗Katerbach |. Katerbach. 

Amberg A. 2. 176,14. 188, 11, 14. 
Ammerndorf (Amerstorf, ſEmersdorff), 
Amerßdorf) 151,10. 177,2. 216,3. 
Ansbach (Onoltzpach, Oneltzpach, Onols⸗ 

pach, —— 62, A.1. 106. 182,7. 
209, A.2. 214,17. 215,5. 238, A. 3. 
364,14. 374, U. 1. 359,10. 479,6. 
494,24. 496,1. 520,25. 522,20 f. 

624,1 f., 37 ff. 527. 529. 530. 


Arberg ſ. Aarberg. 

Arndhaug 461,8. 

Arnftein (in Oberfranken) 437,4. 

Alchaffenburg 162, U. 2. 379, 4.1. 

Auerbah (in der Oberpfalz) 33, U. 3. 
57, X.4. 81,4. 82,31. 84,40. 90,44. 
212,16. 434,18. 441,2. 442, A. 2. 

Auftichen 209, U. 2. 


Augsburg 35,10. 39. 48. 72,37. 90,26, 


27. 91,37,38. 154,8, X. 2. 158,15. 
196,7,9, 4.2. 197, Bar. 12. 198,18. 
204, %.2. 213,22. 215, 4.1. 362,28. 
363,33. 364,1. 370,21. 374,14. 377, 
23. 381,5. 386,7. 388,3. 404,30. 

412,12, 9. 1. 413,21. 492. 525,36. 
526. 

Aura 214,16, 9. 1. 

Azeldberg (Atzelperg, Aczelberg) 85,18. 
188,17, 198,2. 


Baden (bei Wien) 10, A. 1. 215,4. 2. 


Backnang 448,9. 


Balm (Palmen) 237,14, U. 3. 

Bamberg 19,10. 85,5. 89,15. 105. 106. 
126,15,34. 128,18. 129,23. 130,2. 
133, A. 1. 140,21. 141,3,30. 142,1, 
20,30,31. 143, Bar. 15. 148,2. 196, 
4.5. 221, A. i. 222, A. 6. 226,91. 
231,6,7, 9.1. 235, 4.1. 236,10,13. 
237,4.3. 238,4. 5. 362,24. 363,19, 
28. 364,1, 4.1. 365 ff. 372. 376,14, 
19. 378,10. 388,11,23, 4.1. 390,20. 
394, 4.2. 404 ff. 409,14,20. 418, 
4.6. 425, 4.2. 436,14,17. 455, W.5. 
459, 4.2. 480,31. 481,18. 

Bafel 35,10. 115. 198,19. 364,16,17. 

386,8. 392,26. 479,3. 





630 


Bautenbach, Pandenbach Pauttenpach) 
523,16. 5 

Bayeret, 8* Peryk (in Böhmen) 
4714,25,28 

Bayersdorf 61, A. 7. 85,18. 86, 27. 
87,5. 155,10. 156, 25. 157,18, 160, 
10 f. 177,9 f., 16 f. 178. 179, 4.1. 
183, Bar. 24. 185,5. 188,18. 194, 
10. 220,9. 266,18. 384,25. 415,32. 
429,13, 4.1 (vgl. 479, 9.1). 434,2. 

Bayreuth” 2, A. 1. 19,12, A.6. 34, 16. 
84,29. 434, 4. 

Bedheim (Bedem) 463,13. 

Begnitz |. Pegnitz. 

Beheimſtein * Pegnitz) 429, A. 1. 
434,1,2. 

Berching (Perchingen) 438,25. 

Berg (Pergen, ven ) 224, 8 ff., A. 3. 

Berget, Bil, arkt-Bürgel 523,7. 


Berlin 65 A. 7. 356,15 ff. 
Bern 250, 3. 340, %. 4. 
Bernau 50,5. 51,18. 
Berne 434,30,31. 
Bernfeld |. Wernfeld. 
Berngau (Perengaw] 229,7, 4.1. 
Bernheim |. Burgbernheim. 
Bertolsdorf (Perteldtorf, Berhtolftorff, 
FRE Berchtoldsdorf) 295, 
6. 29 
Bepenftein 156,14. 
Bilin 39, U. 5. 
Bilmuthhaufen, Billmutbshaufen (Bill: 
methaufen) 462,32. 
Pinsdorf | | Bingenberf Bingendorf]) )236, 
237 


Birtenfeie 427,25. 429,24. (? 434,33.) 

Birnbaum ſ̃lipawm) 223, 2, ul. 

Birnthon (Pirntan) 271,6,7. 

Bifchofeheim a. d. T. 452, A.6. 

Blaubeuren (Blabürren, Blabeivren) 446, 
22. 448,19,20. 


Blindenburg (Plindenburg), ung. Vise- 
l 


gräd 39,19. 
Boddtorff ſ. Border 
Bologna 404,1. 519,7 
Bonnhof (Bonbof, Panhoff) 159,17. 212, 
3. 5323,9. ‚27. 

Boppart 34, q. 2. 
Boskowitz Bozkowitz 
Braunſchweig 468, 
Breit, obern ſ. Dber-Breit. 

Brennberg (Prennberg) 441,11. 
Brethbeym 446,20. 
Bretten Pretheim) 198,5,8,9. 381, 28. 

382, 


21. 
Bretten (im Elfag) vgl. Bretheym. 
Bretibeim 225, 4.1. 


474,14. 
. 7T. 


Ortsverzeichniß. 


Bruck 85,18. (vgl. 85, Inn. 86 ‚44.) 148, 
24,25. 149,1 ff. 157 

Brudberg 233, 3. 295. 208, 16. 406,29. 

414,23. 

Brügge 519, 12, 

Brunn, Prun (bei Emskirchen) 188, Bar. 
20. 192,4, AN 1. 194,5. 229,9. 428,10. 

Brunn (ei Pegnip) 223, 20. 

Drünft 214, 9. 1. 

Brür 39, 30. 

Sud, Bug 15,9, 9. 1. 148,25. 149,2. 


Bud, aroßen f Großenbug. 
Bühendah en 157, 8. 
Buchenlaw f. Buchlau 

Buchlau (Buchenlaw) 476,7. 
Buchſchwabach (Puchfwabad)) 336,26,28. 
Bueg (Püeg, Büg) 156,6. 219, 5. 
Bummer f. Pommer. 

Aug, Ober u. Unter (Pürgles) 332, 


Burgberg (Burdyerg) 448,5. 
Burgbernheim (Bernheim) 523, 6.524,21. 
zurgfarnbe 1 Farnbach. 


Burgthann ſ. Tann. 
— 170,9, A. 2. 


Calnperg ſ. Kallenberg. 
— Kaſendorf. 
—2 Kaſtel u. Kaſtell. 


——— vgl. Chluntzo. 
Chluntzo 44 

Ctockta ſ. Rate 

Cotbus 469, U. 2. 
Crailsheim f. Krailsheim. 
Cxranach |. Kronach. 
Sreuffen ſ. Kreuffen. 

Czell bei Gmünd f. Zell. 
Ezenn f. Langenzenn. 


Dachsbach 15,15, A. 2. 185,18. 223,2. 
225,11, 13,15 3. 295, 9.6. 53, 
22. 524,2 

Dambadı, Dombad| (Tanpach Tampachl) 


Dannkaufen (Tanhaufen) 438,30. 

Deinſchwang 295, U. 5 

Deusprun |. Thuishrunn. 

Dewehersfeli f. ZTüchersfelden. 

Diepoltsdorf (Dipeldtorff) 84,24. 

Dietersdorf (Diterdtorff) 498, ‚30. 

Diettenheim f. Dittenheim. 

Dillingen 382, A.7 

Dinkelsbühl 35, 13. 61. 151, A.l. 158, 
1 ff. 196, A. 1. 209, U. 2. 213,25, 


Ortsverzeichniß. 


Var. 22. 214, 6 ff. 215, Al. 364,13. 
413,22. 492, A. l. 538, A. 3. 
Dittenheim (Diettenheim) ) 522, 31. 521, 


Dollenftein, Tollenftein 438,9,10. ' 

Donauwörth (ſwebiſch Werd) 92, 16. 
204, A. 2. 209,4. 2. — 365,5. 
374,16. 492, 9.1. 

Dreswip ſ. Treswig. 

Dreuncz f. Treunik. 

Dronßt 461,32. 

Duesprunn, Düeßbrunn f. Thuisbrunn. 

Dürnbof [Turnhoff] 272,3. 327,7. 

Dutzendteich f. Tutfchenteich. 


Ebenricht, Ebenried, Ebenreut] 190,9. 

Ebermannſtadt 89,40. 

Ebern 117. 

Ebrach 112. 333, U. 1. 

Eckelsheim f. Eggolöheim. 

Ederdmühlen vgl. Ockersmül. 

Effeltrich [Effeltereich] 176,22. 213,14. 

Egeldorf |. Mögeldorf. 

Eger 5, Q.3. 9,12. 34,17. 35,19. 36. 
37,7. 38,29. 40,4. 46,19, «. 2. 48, 
27. 50,23,27. 51,12,21. 57. 67,5, 
19,34. 74,4. 251,9.2. 358,2. 364,20. 
Gogelshein 1 (Gelöhein) 80, 26, 

fitein 213,1. 

ea. Ober: und Mittel: (Erhen- 
bach ſEtenpach)) 211,13. (obern Er—⸗ 
bach) 188,4. 

Eibach (Eybach) 332, A. 3. — 430,14. 

Einſtadt (Eyſtet, Eiſtet) 148,4. 358,3. 
438,31. 

Elbogen 36,21. 

Elterödorf 149,3. 

Emdtirhen 170,9. 188,20. 189, 16. 
192, Bar. 4. 194,9, Bar. 5. 219,18. 
220,27 f. 221. 229,10. 235,1, 4. 2. 
404,33. 523,5. 

Endenberg, Entenberg160, 4,4.2. 177,23. 

Engelthat Kloſter 18, A. 5. 172, 10. 193, 
32 f. 225,3. 341, 9.3. 389,11. 

Erckmersrewi 434, 23. 

Erelbach ſ. Markteribach. | 

Erfurt 57. 67,5. 74,18. 83,31. 88,95. 
89,14. 372,19. 404,2. 460,8, 9.2. 
464,14. 519,8. 

Ertersreut dgl. Erckmersrewt. 

Erlangen, Erlang 85,18. 151,14. 173, 
14. 178,20,21. 183,12. 188,18. 213, 
5. 225,19. 213,9.2. 266,18. 368,22. 
432,12. 

Erlenſiegen (Erlaftegen) 149,16. 

Ermreut 149,9. 

Efchenau, Eſchnaw 88,3. 149, 7,10. 177, 
18. 183,9. 295,9: 5. 296. 297,9. 2. 


631 


Eſchenbach a. d. Pegnit 228, 9.4. 229,1. 
Eſchenbach (in d. Oberpfalz) 430,28. 
Eslarn (Eſſlern) 441,24. 

Eßlingen 25,11. 167, 33. 238,9 ff., A.3. 
376,33. 378,1. 381, 5. 444,6. 445, 
U. 5. 447,8, 4.1. 448, A. 1. 449, 
A. 3. 454, A. 7. 468, A. 6. 


Eybach f. Eibach. 


Fach ſ. Vach. 

Falkendorf 202,9. 

Falznerin, der, 
Hammer. 

Farnbach, Farmbach 35, U. 6. 
180,21, Bar. 27. 197,6. 

Feielhoff ſ. Veilhof. 

Feitzbrunn ſ. Veitsbronn. 

Felden ſ. Velden. 

Feucht 13,11, A. 1. 150,12. 271,1,9,10. 
272,5 

Feuchtwang 389,10. 

Fiſchbach 177, 15. 

Forchheim Worcheim, Vorchheym) 84,7. 
148,2. 157,5,18. 173,6. 176,16, 20, 
22. 183, Bar. 24. 185,5,6. 192,2. 
193,9,25. 201,12. 211 ‚10. 220,17 ff. 
436,17,20. 

Frankenberg 458,14. 

Frankfurt (a. M.) 29,2. 30,4. 35,9. 46, 
17. 112. 204, 4.2. 

Frauenaurach 18, A. 5. 151,7. 180,21. 
185,4. 212,10. 

Frauenſtein 430,28. 

Freiburg (im Breisgau) 237,4. 2. 

Freiburg (im Uechtland) 450, 4.6. 

Freiburg (a. d. Unftrut) 461 9, 27. 

greienfen Freyenfels) 85,15. 434,20. 

435 


genfaht. 430, 24. . 

Friedberg (in vayhern) 526, 31, A. 2. 

—R— 227,9. 3. vergl. 
Gmünd bei Spalt. 

Furnricht |. Fürnriet. 

Fürnriet [Furreyt, Furenreyt] 174,16, 
Bar. 23. 

Fürftenau 453, 5,2. 2. 

Fürt 9,15. 149,21. 150,2,3. 180,26,27. 
181,7, Bar. 20, 9. 2. 197,18, 19. 
223,10. 273,10. 345, 4. 3. 


Hammer f. Balznerin 


152,2. 


Gailenreut (Geylnrewt) 441,10. 

Gaismannshof ſ. zum Hoff. 

Galgenhof Oben u. Untere) 175,14,18. 
272,7,9,12, A. 4. 275,6. 332, 4.3 

St. Gallen 215, Al. 

Gaulenhofen 332, A. 3. 

Gebersdorf 150, 1. 332, U. 3 (wo fäljd: 
lich Gerberftorff gedruckt ift). 





632 


Gefrees (Gefreß) 91,1. 

Geilsheim 522,27. 524, 6. 

Geirn |. Geyern. 

Geisfeld ſ. Geysfeld. 

Gelnhauſen (Seninhaufen) 453,8. 

Genf 519, 10,11. 

Gent 36,4. 

Seorgend-Omünt 227,4.3. vgl.Gmünd 
bei Spalt. 

Sera 86,31. 

Seretömüble (Gerherßmul) 332, U. 3. 

Gerhardshofen, geriphoſer (Gerotghofen) 
a. d. Aiſch 225 

Gerherßmul f. Geetimähke 

Gerotghofen a. d. Aiſch f. Gerhardsho⸗ 


Sefeed a. Main vgl. Menpfees. 

Geyern (Beim, Geyrn) 162, A. 1. 196, 
13. 433,19. 

Sehtnremt |. Cailenteut. 

Geysfeld 449 

Zietzerde (Spaibenhoff) 332, U. 3. 

Sich, Schloß 173, A. 1. 436 36,29. 

Gleishammer f. der Palznerin Hammer. 

Gmünd (Schwabiſch⸗) 215, A. 1. 385, 
A. 5. 398,9. 3. . 

Gmünd bei Spalt 227,7,10,23. 

Gnadenberg 224,6. 

Onottfiabt * Onopftat) 523,11, 
524,2 

Göding 176, 8,18. 

Goldtronah 91 ‚1. j 

Goftenhof 19,3, A. 2. 138,15. 150,9. 
172,19. 359,16. 365,26 ff. 375,19. 
388,10. 393,8. 394,18. 414,2,4. 

Gotha 461,9. 

Gräfenberg, ©refenberg, Grevenberg 64, 
17. 78,27. 79,4. 84,25,34,36. 85, 
36. 86,10,13. 87,22,23,34. 88,2. 
89,35. 149,10. 176,9. 293, A. 1. 296. 
297. 337, 4.1. 

Gräfenthal (Grevental) 59. 74,14, A. 4. 

Gräß 373,12. 411,11. 

Greiz (Oreup) 90, 23, 246, 9.1. 

Greutz ſ. Greiz. 

Grevenberg ſ. Sräfenberg. 

Grevental f. Gräfenthal. 

Grindlach 149,2. 183,25. 184,4. 

Großenbug (großen Bud) 188, 7. 

Großenafee f. Gſee. 

Gropentechach f. Sebad an der Sebach. 

Groß-Habersdorf |. Habersdorf. 

Großreut 150,1. 201,3. 

Großreut bei Schweinau 150, 7, A. 5. 
298,15 

Grundlach ſ. Grindlach. 

Grünsberg 213,9,11,12, U. 4. 229,4. 

Srünthal 474, 19. 


A. 7. 


Ortöserzeichniß. 


fee 195,11,17. 202,27, A. 2. 

Gumper 446,24. 

Gundelsheim 395,11. 

Gunzenhaufen 519, U. 2. 520,12,16,24. 
523,1. 524,13. 

Guteneck 441, 4. 


Habersdorf 159,17. 170,16, Bar. 17. 
210,3,2U0. 

Hagenau 35,10. 

Sagenbüdad, | „oagenpuden , 
puchachl) 

Haideck ſ. Pag 

Haidenheim f. Heidenbeim. 

Hainburg f. Heimburg. 

Hall (Schwäbiſch⸗) 154, 1. 168,8. 
213,22. 214,7. —* 17, i 2. 377,12. 
379,24. 351,17. 444,7. 452,13 f., 
4.6. 527,35. 

Hallerfchlößchen |. Weyherhaus. 

Happurg, Dagdurg 226, Bar. 17 (vgl. 
227, 4. }). 227, 

Haßfurt 418,21. 

Haug, j. Burghai 18,22. 

Haug, Stift bei irzburg 413,20. 

Heided, Haideck, Heydeck 123, Ai. 130, 
19. 131,6. 150,13 ff. 151, A. 1. 153, 
16,18. 154,9.2. 155,%. 1. 158, At. 
222,12. 233,2. 293. 294. 372,8. 
377,11. 391,37. 392,18. 402,19,35. 
403,8,16,22. 405,30. 406,28. 414, 
23. 415,4. 468, 4.6. 519. 

Heidelberg 105. 106. 118. 196, 4.1. 
198,12. 341, U. 2. 383,1, 4.1. 384, 
33. 385, 25. "386, 2. 395, 13, 27, 9.4. 
399, 4. 6. 402,11,14. 404,1. 519,8. 

Heidenheim (Haidenheim) am Hahnen⸗ 
tamm 522,33, N. 7. 524,12. 

Heidingsfeld 182,15,18. 

Heilbronn 395,8. 408,20. 

Heiligenftadt 413,19. 

Heildbronn 72, A. 1. 176,20. 182,7. 
210,24 f. 211, X. 1. 389,9. 

Seimburg (8 (Beinberg, Hainburg) 170, 

ar 

Heinberg f. Heimburg, 

Heldburg (Helburg) as ‚11. 

Helmbrechts 91,2. 

Hemau (Hembaror) 441,6. 

Hennbach, Demyac |. Rednitzhembach. 

Hermannſtadt 10 

Hermannſtein 9 Hormenſtein. 

Heroldsberg (Heroltsperg, zvereleheig 
149,10,13. 193, Bar. 25. 195,12. 

Herpersdorf 332, u. 3. 

Herrieden 438,35. 

Herrnhütte (Ziegelhütte) 149, A. 3. 

Heröbrud 212,18. 224,23. 226,16,17. 


[Hagen 


Ortsverzeichniß. 


vergegenaurg Serezogaurach 191,2. 
212,28. 394,35. 410, 

Sal gepdie 177, Bar. 9. 

219,2. ‚4. 
Sityoltftein be Gräfenberg) 152, 18, 
4.4. 177,5. 219,10. 220, 12. — 
412,16. 

Hilpoltftein (in der Deerpfatz) 27, A. J. 
40,12. 378,33. 506,12 

Himmelfton, Klofter 19 ‚6. 

Hirſchbach 228,19, A. 4. 

Hirschberg 438,11 ff 

Hirſchberg (a. v. Saale) 434,22. 436,5. 

Sittenpad Hüttenbach. 

Hittensheym 438, A. 1. 

Höchſtadt a. d. Aifch 143, A. 2. 219,7. 
223,23. 230,18. 231,7, Bar. 8. 373, 
9, 15. 394, 35. 403, 30. "404, 10. 

Hofa.d. ©. 19, 4.6. 67,6. 78,8,14. 
79,19. 80,16. 4134, 3. 

Höfen 150,7. 273,11. 332, 4.3. 

Hoff, zum 333, A. 3. 

Söhee (Höffleing) 15,10, R 1. 

Hohenberg, Burg 237, 6, 4.2 

Berne! Hehenſtat [Hochftat]) ]) 212,18. 

Hobenftein 429,2. 440,21. 

Hohenwart (bei Pforzheim) 238,6. 

Sellfeld 78,25. 79,15. 82,29. 86,5,7. 
87, 


Solmberg 430,17. 440,22. 

Horb 236,23. 237, 4.1. 

Hormenftein 458, 12, 13. 

Horfau f. Horfchau. 

Horſchau (Horfau) 470,27. 

Hüfingen (Hüfing) ) 522, ‚0. 
Hüttenbach (Hittenpadh) 491,15, U. 6. 


190,2. 


150,1. 


Ilsfeld (Nisfelt) 448,7 
Stedefen uͤlßhoven) 168, 12, A. 2. 


— 19. 161,7. 374,11. 375, 
34. 377,6,10. 378,1. 

St. Fobft (bei Nürnberg) 274,2. 

Jochsberg Hachspers) 120,23. 

Sudenbach 59 


Kadan 39, 1,8,22,27. 471,16. 

Kadolzburg 156, 17. 158, 19. 
171,13. 172, 12. 173, 17 ff. 178,1,4. 
180, „Bb ff., Bar. 27. 181, A.2. 194,21. 
197,6,11. 220,2. 223,8, 0. 2. 265, 
22. 336, 26. 357,7, 26. 358, A.1. 359, 
4. 369,2. 494,6, 4. 1. 523,4. 

Kalhreut — 149,9. 

Kallenberg (Salnyerg) bei Viechtach 
j. Kollenburg 443,4, 


170,18. 


633 


Kammerflein 156,2. 168,20. 169, &.'}. 
211,16. 429,15, A. 3 

Kafendorf 79,17. 

Kaftel (Gaftel), Klofter 28,6, A. 3 i 

Kaftell — 523,21, A. 9. 524 4,20. 

Käftel |. Keitel. 

Katerbach 158,18. 

Katzenloe vgl. Schafhof. 

Kagwang 150,11. 154,11,16, Bar. 13. 
208, 4.7. 229, 12. 367, 32. 368,1. 

Kaubeiſchen 446, 27. 

Kemnat (Kempnaten) , 
232,11. 

Kerfhbach unter Oſternohe 152,22. 

Bet bei Forchheim 153,7 (dgl. 132, 


Ref, Keſching |. Köſching. 

Keſiel 185,18. 222,9. 

Ketteldorf (Ketendorf) 182,6, A. J. 

Ketzendorf 432,27,28. 

Kirchberg 168, 12. 

Kirfittendad 1. Sittenbach. 

Kitingen Fitins. gybing) 182,14,15,19, 
. 522,18. 


Rleinianabeim (Sanaheim 523,21, 9.9. 
524,20. 


Kleinreut 150, 2. 273,21. 

Kleinreut bei Höfen 150, 7, A. 5. 

Koburg 74,12. 90, 28. 148,3. 179, 4.1. 
461,12. 

Köckte Etockta) 466,18. 

Kollenburg ſ. Kallenberg. 

Kolmberg (Kolnperg) 432,7. 

Köln 35,9. 48. 112. 198,21. 204,9. 2. 
363, 16. 386,9. 392, 26. 404,1. 519, 7. 

Kommotau Chomentaw) 39,8, ‚24. 

ee iofein, Küngftain) 226, 

22 


Königewart 36,20. 473, A. 5. 

Konftanz (Softeng) ) 35, 11. 479,4. 

Ko. Kurnburg 150,11. 154,11. 
155,20. 175,12. 272, 11, 14. (367,7. 
389,13. an diefen Stellen ift wohl der 
Kornberg zu verſtehen.) 498,21,23. 

og (Kefhing, Keffing) 206, A.1. 


Kokau sc, 17. 

Kraftähof 149,3. 220,14. 

Kraildheim (Kreuldheim) 168,16, A. 2. 
182,12. 381, 16 f. 

Krakau 404,2. 519,9. 

Kreulsheim f. Kraildheim. 

Kreuffen 434,17. 435,21. 

Kronah, Kranah, Cranach 64, 9. 1. 
71,9. 77,1. 86,32. 89,21,24. 148,2. 
436,17,21. 

Krömwelsau (Krauweldawe), Burg 455,5. 

Küeberg, Küeperg 187,1, A. 1. 200 ‚30. 


bei Kaufbeuren 








634 Ortöverzeichniß. 


Kühdorf, Kühendorf uber, Küedorf) 
189,22. 218,1, A. 1. 
Rulmbad 58. 78,9,23. 9 9 15, 31. 82, 


— 8 — 80,32. 
Kürn 441, 17. 
Kuttenberg 39,3, A. 1. 


Laeſſen 65, A. 7. 
Laibach 382, A. 4. 
rat, Raibenftat 356,28. 520,10, 


gandheim f. Kleinlangheim. 

Landeck 138, A. 3. 

dandshut 27, A. 1. 362,15. 379,33. 
411,26. 440, At. 

Langenau, bei Ulm Naw) 168, Bar. 12. 
385, A. 5 

Langenfeld 523, 15. 524,15. 

Langenfendelbad) 153, 7. 160, 11. 213, 


gangenzenn (Czenn, Zenn) 152,9f. 158, 
19. 171,12,13. 180,16 f., 3. 181, 
A. 2. 185, 4. 194, 11, 2. 210, 14. 
217,16,17. 223, 4. 2. 265,22. 328, 

2 


Lauenburg bei Weimar vgl. Rawenberg. 


Lauf 105. 106. 159,6,7. 176,1. 183,2,. 


6,18 f. 185,11. 195,13 f., 4.2. 
200,29. 202,5. 210,11. 212, 1. 216, 
13. 223,25. 224,23. 226,2. All, 
20,27. 413,12 ff. 416, U. 2. 440, 
23, 9.1. 441,1, 9.1. 526,8,10,11. 
530,8. 

Lauf am Holz (Lauffenhols) 35, U. 6. 
175,26. 186, 28, 29. 332, 4.3. 

Laufen (a. Rhein) 237, U. 3. 

Laufenthal 441,26. 

Lauingen Eawbing, Laubingen, Laws 
ging, Lawgingen) 92,17. 131, 15. 
161,18. 162. 164,20. 167,4,8. 364, 
4.1. 376,37. 377,3,31 ff. 382, 9. 2. 
387,12,18,33. 388,4. 394,30. 401, 
24. 402,11. 452,29. | 

Lawenberg 466,32. 

Lay (zum Ley) 332, A. 3. 

Leerſtetten 155,19. 

Leibniß Eeubnitzſ 435,39. 466,23. 

Leinburg 160,3, A. 2. 177, 23. 


Leipzig 57. 59. 74,23. 91,5. 104,2. 


519,8. 

Len genſtat 520,3. 

—— 522, 32, A. 6. 521,7. 

Leoben {Qemben) 164, 8. 

St. Leonhard (jant Linharh, bei Nürnb. 
150,6,7. 222,2. 272,13. 273,5. 298, 
13,17. 327,7. 

Letzendorf ſ. Litzendorf. 


Leubnitz ſ. Leibnitz. 

Leupoldſtein 78,28. 

deutershauſen 214,15, A. 1. 492, Al. 
495, A.1 

Lewben ſJ. Eioben. 

Ley, Zum |. Lay. 

Lichtenau 130, Jh 4.1. 131,6,14. 151, 
41. 155,12 $f., A.1. 160,23, 24. 
233,3. 293, A. 1 u. 2. 299. 377, 13. 
392,1,18. 402, 19,35. 403,8, 16, 22. 
405, ‚30. 406, 28. 414 ‚23. 479, a. 

Lichtenberg, ichtenburg V. va. 57.59. 
60. 62. 64. 66—68. 78,8,12. 79— 
81. 82,5,34. 85,14. 86,39,43. 87, 
19. 88,9. 89,19,29 f., 39. 90,24, 
43. ” Pal 32. 102. 108. 110. 
111. 

Kita, Liechtenfels 148,3. 436,17. 

437,4. 


Lichtenhof 153,23, A. 4. 175,12,13,15. 
185,22,28. 186,2 ff. 188,28. 192,20. 
193, 5, 18. 195, 28. 201, 15. 202, 19. 
203.11,19. 250,5, U. 1. 299,6. 312, 
12. 332, A. 3. 

Liebenſtadi vgl. Lengenſtat. 

Liefringen vgl. Lyfringen. 

Litzendorf (Letzendorf) «9,13. 

Lobenſtein 88,8. 

Lohe 203, A.1. 26,20. 27, A.1. 150,1. 


* ent Loenhoff) 270,10. 271, 


goneriabt (Ronerftat, Lanerftatt) 143, 
Bar. 15. 233,3. 298. 387,26. 403, 
16. 406,29. 414, 24. 523, 23. 524,25. 

Loſau dgl. Laeffen. 

Löwen 519,12. 

Luditz vgl. Ludnicz. 

Ludnicz 39,22. 

Lubiwigfihergaft bel. Schergaſt 

Lupburg 59, 

Luttau 476, * 

Lüttich 113. 

Luzern 383,6. 384, U. 3. 

Cyrringen 4 449,25. 


Dieiod (Maya, Mayach) 273,4. 332, 


Main 3, A. 2 u. 3. 35,9. 199,20. 


363,24. 

Malmashof, Meilmanshof ſ. Almoshof. 

Malmsbach 148,15 ff. 368,23. 387,11. 
480,1 ff., 31. 481,4. 

Marbach 238, 15. 

Markt: -Bürgel f. Bergel. 

Martterlbah (Erelbah) 193,27. 19, 
25 fi. 523,3. 524,23. 

Martt-Steft f . Steft. 


Ortsverzeichniß. 


Marlofſtein (Raroifitein) 213,7. 297. 

Maſchau 38,2. 39,22. 

Meder (Meydor) 462, 7. 

Megeldorf |. Mö geldorf,. 

Meinheim (Mepnbeim) 522,34. 524, 11. 

Memmelddorf 79,12. 

Memmingen 215, A. 1. 381,5. 

Mengen 215, U. 2. 

Menpfeh 89,35, A. 2. 

Meren, j. Möhren 437,9. 

Mergentheim 124, 4.1. 
452,9. 


443, 9.1. 


Mertendorf (Mirdendorf) 523,10. 524,28. 


Merndorf —53* 225,19. 

Meydor ſ. Meder. 

Mies 2, A. 1. 16,4. 47, A.10. 49,8, 
A. 3. u. 4. | 


Mirdendorf f. Merkendorf. 
Mittelehrenbacdh ſ. Ehrenbach. 
Mitteleſchenbach 217,28. 

Mögeldorf (Megeldorf, Egeldorf) 149, 
16, A. 4. 174,20. 175,26. 186,26, 28. 
189,14. 274,5. 298,8. 332, W. 3. 

Möhren |. Meren. 

Möhrendorf, Mehrendorf |. Merndorf. 

Mömpelgard f Mümpelgard. 

Montbeliard |. Mümpelgard. 

Mörnsheim (Mornsheim) 438,32. 

Mosbach 405,2,16. 

Muggenhof ( Mugenhof) 332, U. 3. 

Mümpelgard 364,17. 


Münchaurach 28, A. 2. 157,13. 188,1. 
202,9. 222,10. 

Münchberg 207, A. 7. 497,20. _ 

München 25,2, A. 1. 105. 215, 9. 2. 


230,12. 362, A. 1. 382, W.3. 395, 
33. 397,10,21,32. 398. 399,18 ff. 
403,31. 


Naila (Nele, Rella) 65,16. 66,3. 91,2. 

Naſſenfels 438,18. 

Naumburg (Neionburg) 74,19. 

Raw f. Langenau. 

Neckmers (—=Redmit im Pilfener Kreis?) 
427,25. 

Neided 271,4,5, A. 2. 

Netmit f. Nedmers. 

Nele f. Naila. 

Neſſelbach 523,17. 524,17. 

Reudettelsau f. Teteldau. 

Neuenburg (in Franten) 152,6, U. 2. 

Nenfeld (Rewenfels) 236,17, U. 1 u. 2. 

Neuhaus a. d. Aifch 228, 15. 

Neubaus (der Zenger) 430, 29. 

Neuhaus (der Heßberg) 430, 3. 

Reuhäufel 476,22. 

Neuhof Newenhof) 148, X. 2. 149,3. 


635 


Renbefbein bei Aaterbad 158,17,18. Bar. 21, 

2 

Ren züterbah f. Katerbadh. 

Neumarkt 170,19. 210,17. 224,7. 229, 
7. 361,18,23. 441,7. 442,8. 

Neunhof 177,18, U. 3. 183,7. 

Neunkirchen am Brand 171,5, U. 1. 333, 


U 1 
Reuftadt a. d. Aiſch 25,14. 48,15. 188, 
1. 199,32. 225,13. 237, 4.2. 368, 
19. 405, 16. 523, 14. 524,14. 
neuftabt (Wienerifche] 10, 4. 1. 106. 
n A. 4. 410,4. 413, A. 1. 477, 
3 


Newnburg ſ. Naumburg. 

Niederleimbach (Nydernlambach, Nydern⸗ 
leymbach) 427,15, U. 4 

Niever- Reichenbach . Reichenbach. 

Nimwegen 519,12. 

Norded 85,3. 

Nördlingen 34, 4.2. 35,12. 151, 4.1. 
158,15. 209, %.2. 213,22,24. 215, 
4.1. 362,28. 364,13. 372,14,25. 
374,15. 377, 17,24. 380,10. 381,5. 
404,31. 413,22. 450,4, A. 5. 492, 
A. 1. 528, U. 3. 

Nürnberg 
Barfüperklofter 11,7. 305,5, 24. 
Bleih 287,5, A. 1 u.5. 
Deutihordendhaud 333,1. 

Diligenhof „j. Egidienplag 191,9. 
249, 
Göraderhof 333,2, 4.1. 
Egidienklofter 359, 27 ff. 414,6. 
Egidien⸗, j. Therefien-Straße 5, br » 
Eichſtädter Hof 117. 191,8 f., A 
333, 4.1. 481,20. 
&t. u! (0. Altes) Spital 289, 


am Sifäfne j. Karolinenftraße 333, 


giſhorcch Thurm am 279. 280. 288, 6. 

Frauentirche 204,26. 346, 23. 347, 18. 
489,13, U. 1. 530,6. 

Frauenthor 12,4. 20,2. 154,3. 175, 
11,14, Bar. 18. 183, Bar. 2. 185, 
21. 193,1,8,13. 202,19. 203,15. 
217, Bar.3. 277—218. 286, 9.3. 
287,15,16,18,20. 290,2. 309,21, 
A. 2. innered 511, U. 2. 

Fröſchthurm 286,5. 

Full 103. 278,25. 

Gewandhaug |. Tuchhaus. 

Sleigmühle, vor der Stadt (Papier: 
mül) 185,27, X. 2. 332, U. 3 

Hallerthörlein f. Srhertürlein. 

Heilsbronnerhof 58. 72, 37, A. 1. 191, 
12 f. 333, 4.1. 


636 


(Rürnberg) 

Hirfchlbrunnen 14, U. 2. 

Hiferlein 308,17. 

St. Johannis⸗Kirche und Kirchhof vor 
der Stadt 181 3. 184,27. 201,5. 
250,20. 273,14,15. 

Sthertürlein 280. 326,13, U. 2. 

Kartheuferklofter 78,2. A. I. 288,9. 
315, U. 2. 

St. Katharinentlofter 17,16. 18. 264, 
5. 287,4,6,9. 343,6. 360,5 f. 
414, 6. 

St. Kiarenkloſter 360,9. 414,7. 

Kreuzen, Bei den fieben, (vor der 
Stadt) 273, 16, A. 8. 

Zange Brüde, j. Rarlö- (u. Dörrers⸗) 
Brüde 18, A. 4. 24,5, A. 2. 

Lauferthor 82, 33. 200, 31. 375277. 
281, 9.5. 286,7,8,10,12. 290,1. 
innere® 281,12. 511, U. 2. 

St. Rorenzticche 181, Bar. X. 280, 
A. 5. 281. 342, a. 344, Ma. 
345, U.3: 384, 4. 5. 498, 18. 

Lugindland, Thurm 285,5, 6. 

(Haupt-) Martt 21,8. 24,16. 25,3, 
4.2. 99 (u. 109). 103. 247,21. 
249,9. 254,1. 257,5. 329, 22. 
341,15. 

Marftall 305,5,19, A. 3. 306,1,2. 

Milchmarkt j. Albrecht Dürer Plap 4. 
5, 9.3. 13, 9.8. 116. 

der Neuchau 247,22. 249,9. 254, 
27. 257,10. 288,25. 308,16, 4.3. 
329, 4. 3. 

Neue Mühlen 29. 250, A. 4. 288,93. 

Neues Spital 12,3. 28, 9. 29, 7. 43, 
1,8, 9.1. 52,16. 102. 103. 111. 
341,7,21. 344, 4.4. 

Neues Thor 103. 250, A.3. 278. 280. 
289,7,9. 290,3,4. 

Neuntirchner Hof 333, 2, 4.1. 

Papiermül, ſ. Steißmühle 

Peſtſtadel 191, U. 1. Bol. Eichftädter 


of. 
St. Peter, Kirhe und Siechhaus vor 
der Stadt 272,4, N. 3. 
Predigerklofter 18, 15. 315, 4. 2. 
Rathhaus 9,10. 10,9, 47. 11,13, 
4.6. 12,93. 21,16. 25,3, 4.3 
u.6. 28, 9.7. 244,9. 248,10. 
251,15. 261,8. 313,10. 314,9. 
346,22. 358, A.1. 530,7. 
Rathhausgäßchen |. Scherergaffe. 


Ortoverzeichniß. 


(Nürnberg) 


Roßmarkt, j. Adlerſtraße 333, 4.1. 
Säumarkt, j. Trödelmarkt 113. 
Scerergaff, j. Rathhausgäßchen 25, 


Scleierthurin (Waſſerturn) 280. 289, 
.2. 


Schmiedgaffe 77,18. 279,2. 

Schöner Brunnen 99 (u. 109). 103. 
119. 261,5. 350,30. .352, Bar. 3. 

Schrannenplap 329, N. 3. 

Schuhhaus 25, U. 6. 

Schürftabenhof 103. 

Schütt, Infel 18, A.4. 247,21. 249, 
10. 254,26. 257, 10. 264, 8, Bar. 6. 
287,9. 5, 310, 14. 329, 22. 351, 11. 

St Sesalbtiche 5, A. 3. 24,13, 5. 


Syital zum heil. Geiſt ſ. Neues Spital. - 

Spitlerther 17,15, 9.5. 20,1. 172, 
17. 174,1,6. 175,4. 222,5. 218. 
288, 12,13,14,17. 290,2. 359,15. 
innered® 511, A. 2; vgl. Weißer 
Thurm. 

Sundergeu 498,17, U. 3. 

Thiergaͤrmerthor 184, 12. 278—279. 
289,12 ff., 24. 

Treiberg 14 ‚5, A. 2. 

Tuter Net Haus in der Hirfchelgafie 


—*8 Gewandhaus 25, A. 6. 

Veſte des Reichs 21, U. 1. 283. 284. 
289,16,17. St. Margarethenthurm 
281, 12, A. 3. 284,3. Thurm Alt: 
nürnber. 285,3, U. 2. 

Veſte des urggrafen (der Stadt) 15, 
8. 17,12, 14. 285, A. 2 u3. 
360, 32. 

Vogelögarten, vor der Stadt 272, 9.1. 

MWeidenmühle, vor der Stadt 250, 18, 
A.4. 273,12. 314, 9. 3. 3151. 
351, A. 4. 

Weinmarkt 21, A. 2. 

Weißer Thurm (innered Spitlexthor) 
281,12. vgl. Spitlerthor. 

Werderluͤrlein 281, A. 5. 286,12,16, 
18, A. 4. 

St. Wilboits Brunnen, vor der Stadt 
174,7, A. 1. 250,20. 273,9. 

Wildbad 264,8. 287,2,3. 310,84. 
314,8. 351,12. 

MWöhrderthörlein ſ. Werdertürlein. 

Zwoͤlfbrͤderhaus, Mendel'ſches 254, 

3 


Rennweg, vor dem Lauferthor 274,12, 
A. 4 


Reutersbrünnlein ſ. St. Wilbolts 
Brunnen. 
Rieters Haus am Marti 25,3, A. 2u.6. 


27, A. 3. 
Nydernlambach |. Niederleimbach. 


Ober⸗Breit 523,12, A. 7. 524, 30. 
Oberehrenbach ſ. Ehrenbach. 





Ortsperzeichniß. 637 
Dberndorf 225, Bar. 49, U. 4. Plauen 466,6. 
Oper-Neffelbac vgl. Fefeidach Plech Pleich ] 190,4. 


Oberõwisheim 447,28. 

Ober-Reichenbadh f. Reichenbach. 

Dberreithenbach, jenfeit Groß habersderf 
ſ. Reichenbach. 

Ober⸗Rodach vgl. Rodach. 

Ober⸗Siemau vgl. Sumen. 

Obertreunitz dgl. Treunitz. 

Ochſenfurt 530,14. 

Ockersmül 374, A. 1. 

Dfen 39,19. 42,25. 43, A. 2,3 u. 4. 
44,1, A. 2 u. 3. 

Offenhauſen 160,4,5, A. 2. 

Ohawſen ſ. Ahauſen. 

Onoltzpach, Onolspach ſ. Ansbach. 

Oſternohe, Oſterno, Oſternach] 152,22. 
203,1. 218,17. 223,6. 491,15. 

Dttenfooß 224, 23 ff. 337,4. 

Stterederf (bei Schleiz) vergl. Aders⸗ 


Padua 404,1. 518,7. 

Pahren (Parn) 435,39. 

Pairstorf f. Bayerddorf. 

Palmen |. Balın. 

Banhoff |. Bonnhof. 

Paris 404,1. 517. 

Parn f. Bahren. 

Pauttenpach f. Sautenbadı. 

Pavia 404,2. 519 

Payereck f. Bayer. 

Pechthal 433,22. 

Peczenſtain (PBenczenftain] f. Bebenftein. 
Pegnit Stard 79,17. 148,3. 155, 12f. 
21. 429, A. 1. 433, 31, 32. 

Belek Pohl. 

Penzendorf 498,27. 

Perengaw |. Berngau. 

Pergen |. Berg. 

Pertelstorf ſ. Bertolddorf. 

Perugia 404,1. 519,7. 

Helerdaurach 210,25. 

Beterd: Gmünd 227, A. 3. vgl. Gmünd 
bei Spalt. 

Pfaffenhofen a. d. Sm 140,15, U.2. 
361,14. 

Pillenreut (Klofter) VII. VIH. 6. 96. 99. 
203 ff. 209, 9.2. 215,9. 1u. 2. 
238, 4.2. 266, A. 2. 270,4. 4. 337, 
4.3. 341,12, 4.3. 398,2. 412,19. 
423, %.3. 432, W.8. 453,9. 3. 454, 
4.8. 479,26. 481,6. 482 ff. 506,25. 

Pilſen 339, U. 1. 471,10. 473;6,7. 

Pirntan f. Birnthon. 


Pirpaum ſ. Pyrbaum. 
Pirpawm ſ. Birnbaum. 


Pleckendorf Plidendorf) 867,32. 

Blidendart 1. Plecken dorf. 

Pöoöhl (Pele) 466,18. 

Pommelsbrunn 227,2. 

Pommer (Bummer) 78,2. 

Poppenreut 150,2. 181, U. 2. 
20 f. 298,11. 299,7. 

Pottenftein 78, 27. 85, 11. 170,14. 

Pordorf (Boddtorff) 179, Y.1. 211,80. 

Prag 52,4. 1. 74,30. 112. 404,2. 479, 
Fr 2. 519, 8. 529, 27. 

Prennberg f. Brennberg. 

Prenzlau 467, U. 3. 

Prepburg 34, 4.3. 

Preffedel 79, 6. 

Pretheim f. Bretten. 

Prichfenftadt (Prichifenftat, Priſſenſtat, 
Prifenftat) 428,28. 523,20. 524,19. 

Prud ſ. Brud. 

Prünſt 499,1. 


re ſ. Buchſchwabach. 
Püeg ſ. Bueg. 

Puͤrgles ſ. Bürg. 

Purtebach 476,5. 

Pufchendorf Puchendorfl |. Buſchendorf. 
Pyrbaum (Pirpaum) 153,2. 212,20. 


197,18, 


Nabenſtein 442,1. 
Rabenftein. ( (im Pilſener Kreiſe) 339, 
A. 


Rabnfein Rauenftein. 

Radisfurt ſ. Rodisfort. 

Radolfzell |. Zell am Unterfee. 

Ranie 461, U. 3 

Ratai vgl. ud. 

Rattach (= Ratag, Ratai?) 476, 16. 

Rauenſtein (Rabenſtein) 462,31. 

Ravensburg 215, A. 1. 

Rechenberg f. ‚Küeberg. 

Rednitzhembach 104. 327 ‚23. 228, A. 2. 
253, W. 1. 405,12. 

Regal?) 442,5. 

Regensberg 157, 5. 177,5. 188,4. (189, 

ar. 19; vgl. Rotenberg) 212, 26. 

220,4,5. 


Regensburg 25, 12. 26, 13, 22. 28,1. 
35,12. 47,4. 1112. 113. 141 ‚6. 361, 
36. 370,20. 374,14. 375,2. 397, 26. 

Reichartshaufen 232,11. 

Reichelsdorf 222,6. 270,11. 332,1. 3. 

Reichenbach, Ober: u. Unter: (Nieder-) 

170,10. 188,2. 222,9. 

Reichenbach, 1. Oberreichenbad), jenfeit 
Großhabersdorf 210,2 


638 


Reihenbag ,‚ unweit Wartenfeld 65, 


Reidened 189,25. 

Reichertöhaufen f. Reichartshaufen. 

Reipersgſee 195, . 1. vgl. Gſee. 

Reubach 225, A 

Reut f. Groß: u. ialein⸗R. 

Rheinau (Rinaw) 237,14, A. 3. 

Riefenberg 339, U. 1. 

Rigladreut ( (Rigelsreiöt) 89,26. 

Rittersbach (Rütterspach) 190, 25. 

Rodach, Radach 80,10. 81,8. 9, 1,9. 

Rodersdorf 466,1 7. 

Rodisfort (Radisfurt) 40,30. 

Rohr (Ror) 210,8. 

Rom 24,12. 44,15,29. 45,3. 112. 384, 
34. 385,16, 9. 5. 479,20. 528,16. 
529,18. 

Rofendorf 389,10. 

Roßtal (Noftal, Ropftal) 159,18. 161,1. 
194,18, 4.3. 195,2. 202,16. 235,1, 
A. 2. 336, 26. 

RN (eines der böhmischen Roftot?) 
427 

Rot, Roth 189,22. 202,19. 205, A. 2. 
206, A. 10. 222,20,26. 367,31,37. 
430,12,14. 496,27. 499,8. 

Rötenbach f. Röttenbach. 

Rotenberg 159,11. 170,15. 179,11 ſi , 
A. 2. 189, 19. (190, Bar. 12: v 
Röttenbad.) 202, 26. 218,16. 219, % 

223,6. 

Rotenburg a. d. T. V. 26,13. 35,12. 47, 
5. 57. 61. 64,5,18,%9.2. 102. 151, 
A.1. 158, 1ff., 24,1. 160,25. 167, 
22. 168,8. 182. 204, A. 2. 213,22. 
214,4,6. 215, A. 1. 217,11,12. 225, 
4ff.,9. 1. 236,16, 4.2. 238, 9. 2. 
268, U. 1. 362,29. 364,13. 377, 
25. 380,11. 381,13. 389,2. 390,1. 
436, 4. 2. 444,30, 4. 2. 445,9. 4. 
468, A. 6. 528, 9. 3. 

Rotenburg am Nedar 236, 23. 237, 

1 


4.1. 
Rotenfels am Rain 88,20. 
Röttenbach 271, A. 1. 332, W. 3. 
Röttenbach bei & Wolfgang 150, 12. 
190,12. 270,18, U. 6. 


Roͤtlenbach bei Stein 299,9. 332, A. 3. 


Röttenbach „bei Forchheim“ 176,16. 
Rotweil 237,5,16, A. I u. 2. 
Rouen 404, A. 2. 516,30, 9. 6. 
Rückendorff 80,11. 

Rüdersdorf 149,11. 


Saalfeld( Satfen Salvelt) 74,15. 83, 
4 ff., 26,27. 87,11. 
Soap 34,2 Ks —8 40,27. 41, A. l. 


Ortsverzeichniß. 


Salzburg 395,33. 

Sandfee 438 ‚2. 

Schaffhaufen 237,13,17, A. 1u. 3. 451, 
27,9. 5. 


Schafhof (Schefhoft, grrenloch, Katzen⸗ 
loe) 149,16. 299,7, A. 1 

Scharffened 476,9 FH 

Schauenſteins 2,1 ‚3. 

Schauerberg ſ. Schawrbadh. 

Schawrbad 194,8. 

Sghefhoff f. Schafhof. 

Schellenberg 171,5. 173,2, Bar. 4. 176, 
11. 188,8. 200,3. 228, 17. 

Ship (Scheplig, Scheztig) 79,13. 


Shiadenpertt 34,9. 5. 

Schloßberg, bei Heide 519,32, 4.3. 

Schlüſſelfeld 112. 182,18. 

Schnabelwaid 65,14, 9.5. 79,17. 85,8. 
91,24. 

Schnaitach (Schnaitaich, Snaitach, [Sneit- 
tag]) 159,11. 170,15. 

Schnarchenreut 80,1. 

Schnepfenreut 15,10, A. 1. 150,1. 

Samiegling | (Snigting, Snygling) 15,10, 


Säöndeng (&igenserg 236, 24. 237, 


Shänkerg, bei Lauf 153,9 f., 17,20. 
154,14. 293, 9. 1. 368,23. 

Schonberg f. Schömberg. 

Schoͤnſteinbach, Klofter 18, 4.5. 

Schoppershof 149,16. 200, 14,29, 9. 1. 
273,20. 274,2, 5. 

Schorgaft 79,7. (e8 ift wohl Ludwig 
ſchorga 
Schorndorf 450, A. 6. 452,10. 

Sqhwabach 159,22. 160,17 f. 168,%0. 
169,8. 178,1. 180, Bar. 27. 181, 
A. 2. 183,2. 185, 10. 188, 11,12. 
190, 25. 192, 17. 193, 25. 197, 
13,17. 200, 6. 201,12. 204, 15, 
16,22. 208,3,12,13, A. 7. 209,6. 
210,8. 216,20. 217,21. 222,15,23. 
224,1,3, A. 3. 226,2. 269;7. 298, 
25. 363,4. 366,20. 367,31,37. 384, 
4. 3. 429,15,18, U. 3. 483,17. 
489,3 ff. 491,19. 492,4. 493,21. 
495,4,15. 496,35. 498,25,31. 522, 
14, 25. 

Schwaig Syeig Sweig) 174,18, Bar. 

332 


em (Swant) 222,18,22. 235,1, 


Schwandorf (Swaindendorf) 441,7. 

Schwarza vgl. Swarcz. 

Schygtzenbets— bei Rötz 230, 9.2. 
430 





Ortsverzeichniß. 


Schweinau 113. 150,8. 212,14. 222,6. 


Schweinfurt 34, A. 2. 210,4.2. 527, 
35. 


Schweindhaupten 232,5. 425, N. 2. 
Sebach an der Sebach 188,22. 213,17. 
Sedenheim 112. 
Seele (Sehhe) 469,25. 
Selb 80, 
Seigenporten, Selingporten, Klofter 212, 
12. 333, 9. 1 
Selingftadt (Seli ftat) 520,7 
Sendelbach bei Baperdbarf | |. Zangen- 
ſendelbach. 
Senftenberg 78,27. 
Seßhe f. Seefe. - 
Seubetenreut (Eeybetenrewtt) 65, A. 7. 
Seybetenrewtt |. Seubetenreut. 
Sickers⸗ 


Sickershauſen (Sickerczhauſen, 
Simmeladorf | (Sumersdorf) 202, 26, 


19,11. 


hufen) 523,13, 9.7. 524,31. 


Sindelbady (Sundelbadh) 224, A. 3. 

Sinterspühet f. Sündersbühl. 

Sittenbad 202,27. 

Smogling, Snigl ſ. Schniegling. 

Seeft 45 

Sonden. —* 24. 

Sonnenberg vgl. Sonberg. 

Spalt 218, A. 2. 227. 228, A. 2. 253, 
11. 438, 28. 

Sparenberg 92,5. 

Speier 35,10. 198, 20. 386,9. 392,26. 

Spitalhof, Spittelhof 149, 16. 299, b. 

[Stadelhoff] f. Veilbof. 

Stardenweyerhauß f. Weyherhaus. 

Steft (Steff) 523,13, W. 7. 524,31. 

Stein (Stain, Stemn), a. d. Redniß 216, 
17. 332, A.3 

Se (Stain) an der Delönik 88, 8, 


Steinad (Stadt-) 65,2,14,17, U. 3 u. 5. 
66,1,3. 85,8. 91, 24. 

Steinbuͤhl 273, 3,4. 332, 9.3. 

Sternberg 434,32. 

Steußlingen F Stüslingen. 

Stockenfels 443,8 

Stopfenheim 427 ‚16,26. 

Stzahlenfels Siroienfels) 491, 15, 


Strakonic 229, A. 2. 

Straßburg 34, A. 5. 40. 57. 
386,8. 392, 26. 479,3 

Streitberg 81,6. 

Stubach 523,18. 524,18. 

Stüslingen 419,25. 

Stuttgart 450, U. 6. 

Sulz, Klofter 214, U. 1. 398,7. 423, 


Staͤdtechroniken. II. 


198,20. 


639 


%.2u.3. 487, A. 7. 494, 4.3. 495, 
97 


‚al. 
Sulzbach 26,13. 174,16,21. 226,19,20. 
227, %. 2, 
Sulzburg, Sulzbürg 438,12. 
Sumen [Sunnen], obern 463, 12, 9. 2. 
Sumersdorf f. Simmelsdorf. 
Sundelbach |. Sindelbadh. 
Sündersbühl (Sinterdpühel) 150,7. 272, 
16. 273,6. 332, W.3. 
Swaintendorf f. Schwandorf. 
Swant f. Schwand. 
Swarcz 83,26,27, A.i. 


Tachau 16,5 f., A.5. 40,31. 47,7,9.5. 
48,28. 49,20. 50,25,35, A. 1. 51, 
‚15. 

Zanhaufen |. Dannhaufen. 

Zann 151,5, 9.2. 156,23. 172,6. 186, 
16 f. 212,6. 216,7. 368,4,7,23. 480, 
22,31. 

Tanpach f. Dambach. 

Taſchpach ſ. Dachsbach. 

Tauchersfelt ſ. Tüchersfelden. 

Teinitz 476,21. 

Tepl Teppei) 60. 

Tetelsau 210,26, A. 3. 211, A. J. 

Teuchern Tuchern) 161,32. 

Teynſwangen ſ. Deinſchwang. 

Thalmäſſing 138, A. 3. 

Thon (Tan, Ton) 150,1. 184,13. 201,3, 
A. 3 273,17,48, %. 8. 

Thuisbrunn (Tüfprun, Dueddrunn) 84, . 
36. 152,18, W.4. 220,12 | 

Thulnau 272,2, 4.1. 

Zhurn (Turm) 192,7. 

Thurnau (Turmam) 434,20. 

Tobertiz 466,30. 

Zolenftein f. Dollenftein. 

Zrautenberg 435,36. 

Treczickheym 441,23. 

Treswitz Dreswiß) 441,6. 

Treunitz (Dreuncz) 77, 16, A. 1.5. 

Tribsdorf f. Triesdorf. 

Trier 112. 204, A. 2. 

Zriesdorf (Trib8dorf) 429,24. 

Zrofau (Trockaw, Drodame) 79,9. 81, 
18. 85,2,10. 87,43. 88,26. 89,4. 
90,1 ‚37. 91 ‚14. 

Tübingen 215, a2. 

Tuchern f. Teuchern. 

Tücheröfelden (Tauchersfelt, Dewchersfelt) 
85,10. 88,26. 89,5. 90,1. 

Zurm f. Thurn. 

Züfprun f. Thuisbrunn. 

Zutfchenteich, „peter Mendels Hammer 
am 332, u. 3 


41 


640 


Uffenheim 358,3. 423, A. 2. 

Uhlfeld, Uehlfeld (Uitfelt) 233,3, 9. 3. 
403,16. 406, 29. 414, 23. 523, 24. 
524,26. 

Ulm 18,12. 35,11. 36. 3; 39,2. 41, 
5. 50.91,28. 154,9. 2. 158,14, 9.1. 
192,14,18, 9.3. 196,10,12. 198,19. 
204,9.2. 214,11. 215, 9.1. 236, 
22. 237, A. 1. 362,28. 363,32. 364, 
11. 370,22. 372,24. 373,10. 374,15. 
377,23. 380,8. 381,3,5,6. 385,6, 
A.5. 356,7. 398, A. 3. 418,9. 4. 
420, A. 3. 425, 9. 2. 427,9. 2. 450, 
A. 5. 464,9. 3. 492. 526,18. 530,10. 

Ulßhoven f. Ilshofen. 

Ulſtadt 427,14. 

Ultfelt ſ. uühifeid. 

Unterfarnbach vgl. Farnbach. 

Unterieimbach |. Niederleimbach. 

Unter⸗Neſſelbach vgl. Reſſelbach. 

Unter⸗Rodach vgl. Rodach. 

Untertreunitz vgl. Treunitz. 

Ursheim (Urſſen, Urßein) 522,29. 5249. 


Bach, Fach 28,2, A. 1. 149,3. 157,19. 
Balznerin, Salznerin, der, Hammer [des 
Falczners 5.) 183,4, 41. 185, 29. 
186, 26. 250,6, 4. I. 312,12. 332, 


A. 3 
Beilhof (Feielhoif [Stadelhoff]) 186,24. 
Beitäblonn (Beipbrunn, —58 152, 
2. 199,17. 235,1. 337, A. 3. 
Velden (Felden) 226,7,12, a2. 
Bellein 82,1,2,4. 
Venedig 4. 5, 4.3. 26,22. 43, 9.2. 
75,16. 334, U. 2. 
Beftenberg 293, A.1. 
Billingen 237, 7, A. 2. 
PBincenzenbronn (Bicenzentrunn) 170,17. 
Binczendorf ſ. Binsdorf. 
Visegräd |. Blindenburg. 
Borcheim |. Forchheim. 


Waiſchenfeld (Weifchenfelt) 87,4. 

Wal, Waal tal) 428,5, A. 1 

Wald 523,8. 

Walding Walting) 520,17. 

MWartenjeld 57. 59. 60. 65,3,18, 9.7. 
66,25. 78,8. 92,10. 

MWaffermungenau, Waſſermungnaw, 
Waßerungenaw 208,12, A. 7 u. 8. 

217,28. 

Waffertrüdingen ( affertruhebing) 158, 
4. 522,26. 524, 

Wall erzell f. Zell bei Gmünd. 

Weidenberg (Wendenberg) 90,44. 

Weikershof 332, A. 3. 


Ortsberzeichuiß. 


Weinheim 441,16. 

Weirhaus ſ. Weyherhaus. 

Weiſchenfelt ſ. Waiſchenfeld. 

Weißdorf (Weiſſenstorf) 79,25. 

Weiſſenbronn (Weiffenbrun) , bei Heils⸗ 
dronn 210,26. 

Meiffenbrunn 79,27. 

Weißenburg (im Rordgan) 35,13. 47,5. 
52,6, A.2. 158,10, 9.1. 181, A. 2. 
187. 196. 204, N. 2. 213,19. 222, 
11. 229,19 ff. 303, 9.1. 330, 9.4. 
364,14. 408,4. 528,4. 3. 

Weißenburg (im Elfaß) 408, A. 3. 

Weilfendorf 152,7. 429,10. 

Weiſſennohe Weiſſennoch (Weyſenachſ) 

Weiſſenſee 461, 10. 

Weiterndorf (Meiterdorff, Witterdorf, 
Peltteradorff Winterdorff]) 210,26, 


Wels 395,32. 

Wendelſtein Wentelſtain, Wentelſtein) 
150,12. 270,17 

Werd, Iwesife 1 Donauwörth. 

Werd, Bert (j. Borftadt Wöhrd) hei 
Nürnberg 15,10, A. 1. 185,24. 156, 
7. 202,6. 250,15. 274,4,12, 4. 2 u. 
3. 351, A.l u. 4 

Wernfels, Bernfels 218,1, A. 2. 438,27. 

Wernſtein 91,10. 431,24 

Wetzendorf, bei Nürnberg 150, 2. 

Weyherhaus, Hallerfchlößchen 154 a1. 
183,3,5. 185,29. 193,6. 250,5, 4. 1. 
312,12. 332, A. 3. 

Wagendotf, Wetzendorf, bei Lauf 332, 

.3. 


Wien 10, A. 1. 
412,27. 519,9. 

Wien? (v (vgl. Br. 1, 346, A. 1) 120. 

Wieſenbrunn Wiſſenprunn) 523, 21. 


2 ’ 


106. 404,2. 410,19. 


en | (Wifentgich) 77, U. 2; vgl. 
Wiefent 
Wieſent, Wyſent, Wyſint 77,8,9,19, A. 


Wieſcutcis 77, A.2; vgl. Wieſent. 
Wildenberg, ob der Rodach 79,31. 


Wildenbergen vgl. Wildenperg. 


MWildenfeld 188,25. 195,11. 

MWildenperg, MWilldemberg, Winperg 206, 
12. 208,9. 7 

Mildenftein Milienftein) 88,7. 

Wilftein 474,1. 

Wimpfen 408,20. 

Windsbach 168,21 f. 169. 216,5. 255, 
19, A. 2. 266,18. 332, A. 2. 336,27, 
28. 387,13,34. 


Ortsverzeichniß. 


Windsheim V. 34, A. 2. 35,12. 47, 5. 
52,6, A. 2. 57. 61. 64,6,19, A. 2. 
158,5,6. 160,25. 182,8 ff. 193,28,29. 
194,14,24. 195,1,5f. 199,24 ff. 204, 
4.2. 213,23,25. 214. 215, 4.1. 217, 
12,14,17. 225,6, A. 1. 330, 9.4. 
364,13. 379,24. 492, W. 1. 494,14. 
528, W. 3. 

MWinperg f. Wildenperg. 

MWinterftein 203,2 (vgl.202,9.2). 219,11. 

Wirzburg 15,13. 17,3. 182,16. 479,8, 
A. 3. 


Wilfenprunn f. Wieſenbrunn. 

Wöhrd f. Werd. 

Wolframsdorf 436,1. 

Wonſees vgl. Mentzſees. 

Worms (Wurmbs, Wurmß) 35,10. 198, 
20. 356,8. 392,26. 

MWorzeldorf (Wopelndorf, Woczelndorf) 
208, A. 8. 332, A. 3. vgl. Wuczdorf. 

Woenborf, Wopmandtorff 77,11,15, 9. 


Wogendorf vgl. 208, U. 8. 


641 
Wuczdorſ, [Wauczeldorf] 208,13, A. 8. 


vgl. Worzeldorf. 
Wunfiedel 471,13. 494, U. 3. 


Zabelſtein, [Zabolczftain] 196,15. 

Zell am Unterfee 237, A. 1. 238,1. — 
479,4. 

Zell bei Gmünd 227,10. 

Zerzabelshof, Zabelähof | (Czerczagelshoff, 
Czernzagelshoff, Zerzagelßhoff) 178, 
19. 183,4. 186,8. 332, A. 3. 

iegelhütte f. Hermbütte, 

Ziegelftein f. Zigelhof. 

Sigelhätt | ſuͤdlich von Nürnberg) 332, 


Zigelhof 149,13,14,16, A. 3. 193,9,10. 
200,11, 13. 201 2 

Bimdorf (Gzirndorf, Czyrndorf) 161,2. 
202,11. 

Zittau 98. 

Zürch 35,11. 429,13. 479,4. 

Zuſameck (Zußmed) 430,14, U. 1. 

Zwidau (Czwickaw) 81,12. 


Beridhtigungen. 


©. 27,4. Sp. 2, 3. I lied 233 ft. 234. ©. 28, A.! lied nord we ftlich ftatt 
nordöftlih. ©. 34, A. 5 lied ©. 40 und ©. Al ftatt: ©. 42 und ©. 43. ©. 62, 
A. 1 iſt die Verweiſung auf Urk. Beil. Nr. V zu tilgen. ©. 77, 3, 4 *Schonberd’ 
fein zu fchreiben. ©. 78, A. 4 in dem Citat U. 2 ft. A. 1 zu lefen. ©. S3, 13 
mungmaifter groß zu fchreiben. ©. 83, 32 nad) und: [man] und nad das: 
[fie] einzufchalten. S. 88, A. 1 lied nord ftlich ft. nordweitlihd. S. 91, 17 lied am 
Rande 25. Febr. ft. 26. Febr. S. 101, 3.16 lied Better ftatt: Neffen. ©. 102, 
A. 2 lied Cod. 179 ftatt 80, A. 5 lied Beil. III ftatt: „im Tert” ©. 108, 3.8. 
v. u. nah Ba’yern einzufchalten: „einerfeitd, Markgraf Albrecht von Brandenburg 
andererfeit8”. ©. 109, 3.6 u. 7 v. o. lied 20 ft. 10 und 13 u. 36 ft. Al u. 47. 
S. 110, 3. 9 lied geratflag ft. geratfleg, und 3. 10 alß ft. alſo. ©. 115, 
3. 17,18 lies Geltes ft. Celtid. ©. 116, 3.8 v. u. lied 579 ft. 829. ©. 117, 
3.13 lied excripsit, 3. 14: corio, und 3.17—20: calluerit germanam linguam 
aut egregie oscitans fuerit, ideoque cum nonnunguam minus apte hunc librum 
conscriptum deprehenderis ne offendare et culpam prothotypi esse scito. ©.118, 
3.3 find die Worte „von Nr. 53“ zu tilgen. ©.128, 3. 23 nad) wer ein Komma 
zu feßen. S. 135 gehört die zu 3.8 gegebene Variante zu 3.9. ©. 157 gehört die 
u 3. 24 angefebte Variante zu 3. 23. ©. 166, 29 dad Kommavor „ Autlen“ zu 
* S. 167, A.n Lift ganz zu tilgen. ©. 174, U.1 lied: 6 ſtatt: 25. ©. 181, 
Bar. 7 lied: troffen ft. treffen. ©. 194, Anm. Sp. 2, 3.2 v. u. lied: Leupold 
ft. Sand. S. 198, 17 zwifchen herrn' und ‘rel dad Komma zu tilgen. ©. 204, 
A. 1 Lied: Nr. 66 flatt: Nr. 2 und: Beil. V ftatt: Beil. I. ©. 217, W. 2 lies 
im Gitat: A. 3 ftatt U. 2. ©. 237, Anm. Sp. 1, 3.2 v.u. lied: 26. Dec. ft. 
20. Dei. ©. 263, Anm. Sp. 1, 3.2 v. u. lied 104 ft. 105. ©. 273, 13 lied: 
o b gefchriben ft. abgefhr. ©. 333, Anm. Sp. 1, 3.19 v. 0. lied Geberſtorff ſt. 
Gerberftorff.. ©. 342, Anm. Sp.2, 3. 20 Tied Überſchrift ft. Uberfiht. ©. 364, 
3.28 lied Bruder ft. Better. ©. 375, 3.33 lied: Rathsſchreiber ft. Rathe- 
ihreiben. ©. 431, 36 lied: Sinczenhofer fl. Sniczenhofer. ©. 435, 14 lies: 
Weyher ft. Weyerd. ©. 457, 17 lies: Trüm bach ft. Zrupbah. ©. 461, 22 lied: 
Pölnitz ft. Polsnitz. ©. 462, 11 lied: Heinrih Mein ft. Dietrich "Mein. 
S. 179, U. 5 lied: 206 ft. 260. ©. 506, U.1, 3.3. lied: (f. B. I Einl. 
©. 529, 31 lies: alled in der. ©. 532, 3 lied: Nr. 33 und ©. 313. ©. 543: 
brantstutze ft. brantsutze. ©. 581 bei Deutfchmeifter auh auf Seins: 
heim zu verweifen. 


D 
Tu dem Chroniken d.d Städte Band IL